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Psychologie der Höchstleistung: Dem Geheimnis des Erfolges auf der Spur – Leistungssport, Wissenschaft, Musik, Kunst, Wirtschaft

Psychologie der Höchstleistung: Dem Geheimnis des Erfolges auf der Spur – Leistungssport, Wissenschaft, Musik, Kunst, Wirtschaft

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Psychologie der Höchstleistung: Dem Geheimnis des Erfolges auf der Spur – Leistungssport, Wissenschaft, Musik, Kunst, Wirtschaft

Länge:
208 Seiten
2 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Sep 2, 2013
ISBN:
9783862431090
Format:
Buch

Beschreibung

In diesem Buch wird der Frage nachgegangen, wie Höchstleistungen zustande kommen. Die Analysen beziehen sich dabei nicht nur auf sportliche Spitzenleistungen, auch in der Kunst, Musik und in der Wirtschaft leisten einige Menschen viel mehr als andere. Woran liegt das?

Im theoretischen Teil betrachten wir Fallbeispiele kreativer Höchstleistungen und ziehen im anschließenden Praxisteil Konsequenzen für die eigene Zielverwirklichung.
Herausgeber:
Freigegeben:
Sep 2, 2013
ISBN:
9783862431090
Format:
Buch

Über den Autor


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Psychologie der Höchstleistung - Michael Draksal

Über den Autor

Michael Draksal, Jahrgang 1973, ist Sportwissenschaftler mit eigener Beratungspraxis in Leipzig. Seit 1996 berät er Sportler und deren Angehörige, sowie Trainer vom Nachwuchs- bis in den Profibereich. Tätigkeitsschwerpunkte: Trainingslehre, Sportpsychologie, Laufbahnberatung.

Sein Motto: Alles gelingt dem, der zu warten versteht.

(Wolfgang Pauli – in Anlehnung an Henry W. Longfellow)

Mehr Infos unter: www.wettkampfvorbereitung.de

Michael Draksal

Psychologie der Höchstleistung

Dem Geheimnis des Erfolges auf der Spur – Leistungssport, Musik, Wissenschaft, Kunst, Wirtschaft

Draksal, Michael (2013), Psychologie der Höchstleistung.

ISBN 978-3-86243-109-0

Leipzig: DRAKSAL.

Gesamtherstellung

DRAKSAL Fachverlag

Postfach 10 04 51

D-04004 Leipzig

Deutschland

Grafik: Kathrin Wüstenberg

Fotos: Téo Lannié, Eric Audras (PhotoAlto.de)

Juggling balls © Brian Jackson (Fotolia.de)

E-Book-Konvertierung: Satzweiss.com Print Web Software GmbH

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Das vorliegende Buch ist sorgfältig erarbeitet worden. Dennoch erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Eine Haftung des Autors oder des Verlages für Personen-, Vermögens- oder Gesundheitsschäden, die sich aus in diesem Buch gemachten Empfehlungen ergeben, ist ausgeschlossen.

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© 2013 DRAKSAL Fachverlag, Leipzig

© der Printausgabe: 2005

1. Einleitung

Höchstleistungen kommen nicht zufällig zustande. Es braucht mindestens 10 Jahre oder 10.000 Stunden harter Übung, bis man sich in seinem Bereich auskennt. Harry Belafonte sagt dazu: Ich habe 30 Jahre gebraucht, um über Nacht berühmt zu werden.

Sich 10 Jahre oder länger auf eine Sache zu konzentrieren, ohne daran zu zerbrechen, klappt nur, wenn man bestimmte psychologische Aspekte berücksichtigt. Welche Faktoren ermöglichen überhaupt erst Spitzenleistungen?

Hierzu betrachten wir Fallbeispiele aus den »klassischen« Domänen herausragender Leistungen: Sport, Musik, Wissenschaft, Kunst und Wirtschaft.

So unterschiedlich die Gebiete auch sein mögen, auf der psychologischen Ebene zeigen sich ganz klare Gemeinsamkeiten von Höchstleistungen: Beharrlichkeit, Unzufriedenheit bis hin zu Leidensdruck, bittere Niederlagen und Durststrecken, Perfektionismus gepaart mit hoher emotionaler Beteiligung, aber auch ganz banale Dinge wie Zugang zum Tätigkeitsfeld und Austausch mit Kollegen.

Der Forschungszweig, der sich wissenschaftlich mit Spitzenleistungen beschäftigt, heißt Expertise-Forschung. Unbestrittener Pionier dieser Forschungsrichtung ist Adriaan de Groot, geboren 1914, der einerseits Professor für Psychologie und andererseits ein recht erfolgreicher Schachspieler ist (Olympiateilnehmer für die Niederlande 1936).  

In seinen Untersuchungen zur Denkleistung von Schachexperten (Thought and Choice in Chess, Erstauflage 1946), kommt er zum Schluss, dass Schach-Großmeister schon relativ früh nachdem sie eine Situation auf dem Brett präsentiert bekommen, den richtigen Zug finden, also quasi intuitiv und spontan die richtige Entscheidung treffen, während Anfänger und Fortgeschrittene erheblich länger über die richtige Lösung nachdenken müssen.

Das mag an sich nicht verwundern, haben Großmeister doch viel mehr Erfahrung als Anfänger. De Groot verwendete in seinen Untersuchungen die Methode der Selbstverbalisation: Die Versuchspersonen mussten mitsprechen, während sie über die Lösung nachdachten. Die Analysen dieses lauten Denkens zeigten, dass Experten die Struktur auf dem Schachbrett in viel größeren, komplexeren Einheiten wahrnehmen als Anfänger, die jede Figur einzeln betrachten: Experten denken also nicht mehr, sondern sie sehen mehr als Anfänger!

Daher konnten Experten auch mehr Positionen erinnern, wenn das Brett nur 2 Sekunden präsentiert wurde, eben weil sie nicht jede Figur einzeln abspeichern, sondern mit Gesamtstrukturen arbeiten, was natürlich viel höhere Gedächtnisleistungen ermöglicht: Anstatt sich die Zahlen 2, 4, 1, 2 zu merken, denkt der Zahlenmeister einfach an Weihnachten.

Die geniale Erweiterung dieses Experiments liegt allerdings darin, dass auch Positionen auf dem Schachbrett präsentiert wurden, die in der Realität niemals auftreten können, z.B. ein Bauer in der ersten Reihe. Werden solche »unmöglichen« Stellungen gezeigt, unterscheiden sich Anfänger und Experten plötzlich nicht mehr in ihrer Gedächtnisleistung (Chase & Simon, 1973).

Experten sind Experten in ihrem Bereich – der Transfer auf andere Lebensbereiche ist nicht ohne weiteres zulässig. Das Bild des zerstreuten Professors, unbestritten ein Experte in seinem Bereich, der es aber nicht schafft, den Beamer im Hörsaal zu starten, ist vielleicht bekannt… Hochkreative Menschen wirken oft weltfremd und geradezu naiv, wenn sie über Themen außerhalb ihrer Domäne sprechen.

Selbst wenn man Aufgaben aus dem Bereich nimmt, in dem die Experten Experten sind, aber die Aufgaben nur Anfänger-Niveau haben, gibt es keinen echten Expertise-Vorteil. Erst wenn es richtig schwierig wird, zeigen Experten was sie drauf haben, oder wie es sprichwörtlich heißt: When the going gets tough the tough gets going [Die Guten fangen erst dann an, wenn es richtig schwierig wird].

Diese und viele weitere Erkenntnisse konnten inzwischen in zahlreichen Gebieten nachgewiesen werden, z.B. für Musiker, Chirurgen, Piloten, Stenographen, Künstler, Schiedsrichter, Programmierer, Börsenmakler, Meteorologen uvm.

Ich bin Sportwissenschaftler und schon seit Jahren, wenn nicht sogar seit Jahrzehnten vom Thema »Höchstleistung« fasziniert. Meine persönlichen Erfahrungen mit Spitzensportlern, gepaart mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen der Expertise-Forschung sollen dir, lieber Leser[1], aufschlussreiche Einsichten und praktische Tipps für die eigene Zielverwirklichung geben. Am Ende der Lektüre soll das Verständnis der psychologischen Faktoren für Höchstleistung stehen, so dass du deinen eigenen Durchbruch systematisch angehen oder -falls du Berater bist- anderen Menschen bei ihrer Zielverwirklichung helfen kannst.

Natürlich hat ein Buch auch seine Grenzen. Es kann nicht auf individuelle Schwierigkeiten eingegangen werden. Scheue dich daher nicht, bei Bedarf die entsprechenden Profis zu engagieren, denn Höchstleistungen erreicht heutzutage niemand mehr im Alleingang.

Ob du das Buch nun als Berater oder für deinen eigenen Durchbruch nutzt, in jedem Fall wäre ich über ein Feedback sehr erfreut!

Michael Draksal, im August 2005

draksal@wettkampfvorbereitung.de

2. Was sind eigentlich Höchstleistungen?

Die Frage, wie man Spitzenleistungen erreicht, kann vielleicht am besten beantwortet werden, wenn wir zunächst einmal untersuchen, was Spitzenleistungen eigentlich genau sind.

In diesem Kapitel werden grundlegende Begriffe und Konzepte erklärt: Leistung, Höchstleistung, die Bedeutung der Kritik, Kreativität und Motivation. 

Begriffe

Sprachgeschichtlich geht »Leistung« auf das althochdeutsche leistan zurück, was soviel wie erfüllen, ausführen, tun bedeutet. Das Wort wurde im 10. Jahrhundert dem Militär zugeordnet: Ein Befehl wird befolgt, ausgeführt.

Das Wortelement Leis hat eine noch ältere indoeuropäische Wurzel, nämlich Spur, Furche, Bahn. Daraus abgeleitet ist die List, was ursprünglich Wissen bedeutet. Lernen und sich Wissen aneignen heißt eigentlich einer Spur nachgehen.

Die englische Sprachwurzel beinhaltet einen weiteren Aspekt: to last wird übersetzt mit dauern, anhalten, aushalten, währen, bleiben.

Fasst man diesen Bedeutungskomplex zusammen, ist eine Leistung zunächst einmal etwas höchst Konservatives, Traditionelles, etwas, das ohne eigene Kreativität abläuft, etwas, das befolgt wird: Einer bekannten Spur wird nachgegangen, möglicherweise auf Anordnung eines Vorgesetzten hin und man hält solange durch, bis der Befehl ausgeführt ist. 

Soweit zur qualitativen Betrachtung. Wir können eine Leistung jedoch auch quantitativ, also nicht mit Wörtern, sondern mit konkreten Zahlen beschreiben.

Der Physiker William John Macquorn Rankine – er gilt als Begründer der Thermodynamik, Stichwort Dampfmaschine- hat 1852 den Energiebegriff eingeführt.

Eine physikalische Leistung ist das Maß für den Energieumsatz pro Zeiteinheit:

Da Energieumsatz ein universelles Phänomen ist, das von der Quantenmechanik bis hin zum Makrokosmos reicht, lassen sich zahlreiche Prozesse in Leistungseinheiten beschreiben: die Leistung von Kraftfahrzeugen (Kilowatt, Pferdestärken, PS), eine elektrische Leistung (Watt), Drehmomente und Wirkungsgrade.

Mit der Quantifizierung einer Leistung geht stets eine Verteilung einher, d.h. wir können ähnliche Objekte hinsichtlich

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