Erfreu Dich an Millionen von E-Books, Hörbüchern, Magazinen und mehr

Nur $11.99/Monat nach der Testversion. Jederzeit kündbar.

Space Opera Großband September 2018: 1226 Seiten SF Sammelband

Space Opera Großband September 2018: 1226 Seiten SF Sammelband

Vorschau lesen

Space Opera Großband September 2018: 1226 Seiten SF Sammelband

Länge:
1.479 Seiten
16 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
17. Aug. 2019
ISBN:
9781536529296
Format:
Buch

Beschreibung

Space Opera Großband September 2018: 1226 Seiten SF Sammelband

SF-Abenteuer von Alfred Bekker, Harvey Patton, Margret Schwekendiek, Jo Zybell, Gerd Maximovic

Der Umfang entspricht 1226 Taschenbuchseiten

Dieses Buch enthält folgende SF-Abenteuer:

Harvey Patton: Sklaven der Pirros

Gerd Maximovic: Wo der Himmel sich berührt

Jo Zybell: Kosmisches Geheimprogramm

Harvey Patton: Clayborn und die Drachenwelt

Harvey Patton: Clayborn und die Piraten von Vinkos

Margret Schwekendiek: Agentin auf Catron

Alfred Bekker: Der Raumschiff-Friedhof

Harvey Patton: Irrgarten Kosmos

Auf der Suche nach den geheimnisvollen Nerudalben verschlägt es die NOVA GALACTICA zu einem Planeten, auf dem Millionen Tonnen an Schrott liegen, Überreste zahlloser abgestürzter Raumschiffe. Eine Künstliche Intelligenz versucht auch den Orbisraumer zum Absturz zu bringen, und nur die Hilfe eines Fremden sorgt für eine Entspannung der Lage. Zum Erstaunen der Menschen handelt es sich um einen Mutanten, der seit langer Zeit auf dem Planeten gefangen war.

Das Geheimnis einer uralten interstellaren Zivilisation scheint zum Greifen nahe zu sein...

Alfred Bekker ist ein bekannter Autor von Fantasy-Romanen, Krimis und Jugendbüchern. Neben seinen großen Bucherfolgen schrieb er zahlreiche Romane für Spannungsserien wie Ren Dhark, Jerry Cotton, Cotton reloaded, Kommissar X, John Sinclair und Jessica Bannister. Er veröffentlichte auch unter den Namen Neal Chadwick, Henry Rohmer, Conny Walden, Sidney Gardner, Jonas Herlin, Adrian Leschek, John Devlin, Brian Carisi, Robert Gruber und Janet Farell.

Herausgeber:
Freigegeben:
17. Aug. 2019
ISBN:
9781536529296
Format:
Buch

Über den Autor

Alfred Bekker wurde am 27.9.1964 in Borghorst (heute Steinfurt) geboren und wuchs in den münsterländischen Gemeinden Ladbergen und Lengerich auf. 1984 machte er Abitur, leistete danach Zivildienst auf der Pflegestation eines Altenheims und studierte an der Universität Osnabrück für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen. Insgesamt 13 Jahre war er danach im Schuldienst tätig, bevor er sich ausschließlich der Schriftstellerei widmete. Schon als Student veröffentlichte Bekker zahlreiche Romane und Kurzgeschichten. Er war Mitautor zugkräftiger Romanserien wie Kommissar X, Jerry Cotton, Rhen Dhark, Bad Earth und Sternenfaust und schrieb eine Reihe von Kriminalromanen. Angeregt durch seine Tätigkeit als Lehrer wandte er sich schließlich auch dem Kinder- und Jugendbuch zu, wo er Buchserien wie 'Tatort Mittelalter', 'Da Vincis Fälle', 'Elbenkinder' und 'Die wilden Orks' entwickelte. Seine Fantasy-Romane um 'Das Reich der Elben', die 'DrachenErde-Saga' und die 'Gorian'-Trilogie machten ihn einem großen Publikum bekannt. Darüber hinaus schreibt er weiterhin Krimis und gemeinsam mit seiner Frau unter dem Pseudonym Conny Walden historische Romane. Einige Gruselromane für Teenager verfasste er unter dem Namen John Devlin. Für Krimis verwendete er auch das Pseudonym Neal Chadwick. Seine Romane erschienen u.a. bei Blanvalet, BVK, Goldmann, Lyx, Schneiderbuch, Arena, dtv, Ueberreuter und Bastei Lübbe und wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt.


Ähnlich wie Space Opera Großband September 2018

Mehr lesen von Alfred Bekker

Buchvorschau

Space Opera Großband September 2018 - Alfred Bekker

Space Opera Großband September 2018: 1226 Seiten SF Sammelband

SF-Abenteuer von Alfred Bekker, Harvey Patton, Margret Schwekendiek, Jo Zybell, Gerd Maximovic

Der Umfang entspricht 1226 Taschenbuchseiten

Dieses Buch enthält folgende SF-Abenteuer:

HARVEY PATTON: SKLAVEN der Pirros

Gerd Maximovic: Wo der Himmel sich berührt

Jo Zybell: Kosmisches Geheimprogramm

Harvey Patton: Clayborn und die Drachenwelt

Harvey Patton: Clayborn und die Piraten von Vinkos

Margret Schwekendiek: Agentin auf Catron

Alfred Bekker: Der Raumschiff-Friedhof

Harvey Patton: Irrgarten Kosmos

AUF DER SUCHE NACH den geheimnisvollen Nerudalben verschlägt es die NOVA GALACTICA zu einem Planeten, auf dem Millionen Tonnen an Schrott liegen, Überreste zahlloser abgestürzter Raumschiffe. Eine Künstliche Intelligenz versucht auch den Orbisraumer zum Absturz zu bringen, und nur die Hilfe eines Fremden sorgt für eine Entspannung der Lage. Zum Erstaunen der Menschen handelt es sich um einen Mutanten, der seit langer Zeit auf dem Planeten gefangen war.

Das Geheimnis einer uralten interstellaren Zivilisation scheint zum Greifen nahe zu sein...

ALFRED BEKKER IST EIN bekannter Autor von Fantasy-Romanen, Krimis und Jugendbüchern. Neben seinen großen Bucherfolgen schrieb er zahlreiche Romane für Spannungsserien wie Ren Dhark, Jerry Cotton, Cotton reloaded, Kommissar X, John Sinclair und Jessica Bannister. Er veröffentlichte auch unter den Namen Neal Chadwick, Henry Rohmer, Conny Walden, Sidney Gardner, Jonas Herlin, Adrian Leschek, John Devlin, Brian Carisi, Robert Gruber und Janet Farell.

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author

© dieser Ausgabe 2018 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

Sklaven der Pirros

Science Fiction-Roman von Harvey Patton

Der Umfang dieses Buchs entspricht 152 Taschenbuchseiten.

Von oben her senkte sich eine Wand vor den Eingang der Höhle und verschloss ihn vollständig ... und dann war er endgültig gefangen.

Dabei hatte dieses Abenteuer für Finch Barkley verhältnismäßig harmlos begonnen. Nach dem Tode seines Partners war er in geschäftliche Schwierigkeiten geraten und hatte sich gerade noch rechtzeitig vom Planeten Damos abgesetzt. Mit dem alten Raumschiff DARKNESS steuerte er zusammen mit seinem Roboter einen abgelegenen Planeten an, um sich dort eine neue Existenz aufzubauen.

Doch Finch kam vom Regen in die Traufe. Die Funkstation von Lowins Planet war außer Betrieb, und nach der Landung stellte sich heraus, dass alle arbeitsfähigen Männer seit zehn Tagen mit unbekanntem Ziel verschwunden waren.

Barkley startet, um sie zu suchen. Doch plötzlich rebelliert sein Roboter und spielt ihn fremden Wesen in die Hände – wie alle anderen Männer ist auch er ein Sklave der Pirros geworden ...

SPRACHGEBRAUCH UND Wertvorstellungen entsprechen der  Entstehungszeit der Romane und unterlagen seitdem einem steten Wandel. Der vorliegende Roman enthält unter anderem stereotype Begriffe und Vorstellungen, die aber zur Entstehungszeit des Romans in den 1950er Jahren gängige Sprachpraxis waren und nicht als diskriminierend empfunden wurden.

Da Romane nur vor dem Hintergrund ihrer Zeit in sich stimmig sind, wurde auf eine sprachliche Glättung ebenso verzichtet wie auf eine Anpassung heute nicht mehr zeitgemäßer Wertvorstellungen oder inzwischen widerlegter wissenschaftlicher Ansichten.

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author

© Cover: Tony Masero, 2018

© dieser Ausgabe 2018 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekkerde

postmaster@alfredbekkerde

1

Tom Erskine war tot .

Das war ein schwerer Schlag für mich, zumal es vollkommen unverhofft kam. Im ersten Schreck wusste ich überhaupt nicht, was ich anfangen sollte.

Unser Robby war es, der mir die Hiobsbotschaft überbrachte. Er weckte mich kurz nach Aufgang der zweiten Sonne und sagte leise: „Nehmen Sie sich zusammen, Finch – es ist etwas Schlimmes passiert. Der Chef ist gestorben!"

Wenn man so etwas gleich zum Wecken auf nüchternen Magen gesagt bekommt, wirkt es doppelt nachhaltig. Ich sprang aus meinem Bett, kam irgendwie in meinen Anzug und raste hinüber zu Toms Wohnung. Im Stillen hoffte ich noch immer, Robby möchte sich getäuscht haben; doch dem war nicht so.

Mein Partner lag still und friedlich da, und nichts wies auf einen Todeskampf hin. Er war regelrecht hinübergeschlummert, Herzschlag, wie mir der Arzt später sagte. Dass er einen so leichten Tod gehabt hatte, war mir wenigstens ein Trost.

Ein recht schwacher allerdings, das lässt sich denken. Wenn man mit einem Mann zehn Jahre lang den vielen Ärger und die wenigen Freuden geteilt hat, kommt man über seinen Verlust nicht so leicht hinweg.

Natürlich rief ich sofort unseren Arzt an. Doc Dupont war schon auf und kam umgehend zu uns. Seine Diagnose habe ich bereits erwähnt, und auch er war ziemlich erschüttert.

„Vorgestern habe ich noch mit ihm gesprochen, sagte er, während er seine Tasche wieder einpackte. „Er war guter Dinge wie immer und sah kerngesund aus – wie man sich doch täuschen kann.

„Was muss ich jetzt tun, Doc?", erkundigte ich mich, da ich in solchen Dingen keinerlei Erfahrung hatte. Der Arzt wusch sich die Hände, stellte dann den Totenschein aus und gab ihn mir.

„Den Schein müssen Sie zur Administration bringen, meinte er, „dann läuft alles automatisch. Hinterher gehen Sie zu Reverend Barker, damit er den Beerdigungstermin festsetzen kann. Das wäre vorerst alles.

Ich erledigte beide Gänge und war kaum zurück, als auch schon der Leichenwagen kam. Zwei Roboter hoben Tom in den Sarg, brachten diesen hinaus und ließen sich von mir die Dienstleistung quittieren. Wortlos fuhren sie ab und ließen mich mit meinem Kummer allein zurück.

Das heißt, ganz allein war ich doch nicht, denn Robby war ja noch bei mir. Sein Bioplastgesicht lag in Kummerfalten, und vermutlich war er sogar imstande, wirklich Trauer zu empfinden. Seit die Konstrukteure den Maschinenmenschen auch einen Gefühlssektor eingebaut haben, sind deren Reaktionen den unseren weitgehend angeglichen.

„Sie sollten etwas tun, Finch, sagte er, als ich später planlos herumlief. „Wir könnten die Reparatur an Turners Erdwolf heute noch zu Ende bringen. Das wäre bestimmt im Sinne des Chefs, fügte er hinzu, als er mein wenig begeistertes Gesicht sah.

Damit hatte er Recht, und irgend etwas musste ich ja schließlich beginnen; Arbeit lenkt einen auch von den traurigen Dingen ab. So waren wir bald darauf einträchtig dabei, die Maschine wieder auf Vordermann zu bringen und hatten es bis zum Abend tatsächlich geschafft.

Nach dem Essen begann ich eine eingehende Unterhaltung mit einer Flasche Brandy zu führen. Ich wusste, dass das für mich die einzige Möglichkeit war, in dieser Nacht Schlaf zu finden. Als daraufhin in Robby das erste Robotergesetz durchschlug und er mich vor dem Trinken warnte, gab ich ihm kurzerhand den Befehl, sich bis zum ersten .Sonnenaufgang abzuschalten.

Gefühlssektor oder nicht – ein Roboter hat deshalb noch lange kein Herz, das ihm wehtun kann.

2

Die Beerdigung war am übernächsten Tage.

Da Tom Erskine keine Verwandten und nur wenig gute Bekannte auf Damos hatte, war das Trauergefolge klein. Außer Reverend Barker waren nur Doc Dupont, Robby und ich dabei, als seine sterblichen Überreste ins Grab gesenkt wurden. Das letzte Amen war kaum verhallt, als auch schon die Friedhofsroboter mit einem Bagger anrückten, um das Grab zu schließen.

Kurz vor Mittag suchte mich ein Vertreter der Damos Central Insurance auf. Bei dieser Gesellschaft war Tom versichert, und der Mann kam wegen des Sterbegeldes. Von dem Geld bekam ich allerdings nichts zu sehen. Dafür aber ein Dutzend verschiedene Formulare, auf denen fein säuberlich aufgeschlüsselt war, wie sich die Kosten im Zusammenhang mit Toms Tod verteilten. Sie waren gut verteilt, denn per summa blieb auch nicht ein einziger kleiner Cent mehr übrig ...

„Hat Mr. Erskine ein Testament hinterlassen?", erkundigte sich der Mann anschließend. Ich verneinte, doch überraschend schaltete sich hier Robby ins Gespräch ein.

„Der Chef hat doch ein Testament gemacht, Finch, erklärte er entschieden. „Er hat es nur nicht schriftlich niedergelegt, sondern mir eingesagt. Wollen Sie den Wortlaut hören?

Ich war einigermaßen verblüfft, doch der Versicherungsmann klärte mich darüber auf, dass es so etwas tatsächlich gab. Wenn jemand wollte, konnte er seinen letzten Willen auch in einem Roboter hinterlegen. Das war ebenso sicher wie eine Urkunde, weil Roboter ja nicht lügen können und Wort für Wort wiedergeben, was ihnen eingesagt worden ist. Von dieser Möglichkeit nun hatte Tom Gebrauch gemacht.

Der Vertreter der Insurance wehrte ab, als Robby zu sprechen anfangen wollte.

„Jede derart festgehaltene letztwillige Verfügung muss vor einem Anwalt zur Beurkundung gebracht werden, um rechtswirksam zu sein. Die Behörden müssen sie schriftlich vorliegen haben, damit die Eigentumsverhältnisse am Nachlass bindend geklärt werden. Ihr Roboter darf jetzt noch nichts verlauten lassen, nur vor dem Notar. Mr. Erskine hat offenbar vergessen, ihm das zu sagen, wie es Vorschrift ist."

So ging ich also am Nachmittag mit Robby zu einem Anwalt, mit dem Tom öfters gearbeitet hatte.

Mr. Stolle war ein agiler junger Mann, etwas jünger als ich und sehr umgänglich. Er sprach mir sein Beileid aus, hörte sich meine Story an und nickte.

„Derartige Testamente sind vollkommen rechtsgültig, wenn auch ziemlich selten. Meist bedient man sich nur dann eines Roboters, wenn es eilt und kein Urkundsbeamter zu haben ist. Wann hat dir dein Herr die Botschaft eingesagt?", fragte er Robby dann.

„Vor zwei Jahren und achtundzwanzig Tagen Standardzeit, Mr. Stolle, erklärte dieser. „Ihm war damals nicht wohl, deshalb hat er es getan.

Ich wunderte mich, denn ich hatte Tom Erskine nie etwas Derartiges angemerkt und ihn immer für kerngesund gehalten. Doch mein Partner war nicht der Mann, der andere mit seinen Sorgen belastete, wenn es nicht unumgänglich nötig war. Eine schätzenswerte Charaktereigenschaft, doch hier war sie augenscheinlich fehl am Platz gewesen.

Vielleicht hätte Tom noch lange leben können, wenn er rechtzeitig gesagt hätte, wie es um ihn stand. Vermutlich hatte er es selbst dem Roboter gegenüber bagatellisiert, sonst hätte dieser aufgrund des ersten Gesetzes sofort den Arzt unterrichtet.

Der Anwalt machte seinen Sprechschreiber betriebsbereit und forderte dann Robby auf, den Wortlaut des Testaments zu wiederholen.

Robby tat das, und was ich dann zu hören bekam, war für mich höchst verblüffend.

„Ich, Tom. Erskine, im Vollbesitz meiner Geisteskräfte, erkläre hiermit: Im Falle meines Todes fällt mein gesamtes Eigentum hier auf Damos, einschließlich des Raumschiffes DARKNESS und des Roboters R 011 273, Typ Perfecto, an meinen Partner Finch Barkley, dem es überlassen bleibt, was er damit beginnen will. Diese Verfügung gilt, solange sie nicht durch ein schriftliches Testament oder eine neue Tonaufzeichnung ersetzt wird. Gesprochen am 24. Juni 2214 Standardzeit."

Es war erschütternd für mich, hier noch einmal die Stimme Toms zu hören, den wir am Morgen erst begraben hatten. Demgegenüber fiel sogar die Tatsache ab, dass er ausgerechnet mich als seinen alleinigen Erben, eingesetzt hatte.

Doch seine Botschaft war noch nicht beendet, denn erneut klang seine Stimme auf.

„Wenn du das hier zu hören bekommst, Finch, werde ich nicht mehr sein. Ich hoffe ja, dass es bis dahin noch eine Weile dauert, aber ich möchte vorsorgen. Da wir keinen förmlichen Partnerschaftsvertrag abgeschlossen haben, würde sonst meine Habe wohl an die Administration fallen, leibliche Verwandte besitze ich ja nicht mehr. Du hast unbedingt ein Anrecht darauf, zum einen, weil du ein guter Mitarbeiter warst, zum anderen, weil ich dir deinen Lohn so oft schuldig bleiben musste. Es liegt an dir, was du damit anfangen willst, nur möchte ich dich bitten, Robby zu behalten, wenn es irgend geht. Er gehört genauso zu meinem Leben wie du oder wie unsere Werkstätten. Leb wohl, mein Junge, und vergiss mich nicht ganz."

„Worauf du dich verlassen kannst, Partner", murmelte ich heiser.

3

Nach einer halben Stunde waren alle Formalitäten erledigt, Stolle nahm zu Protokoll, dass ich die Erbschaft annahm, ich musste ungefähr zwei Dutzend Unterschriften leisten, dann konnte ich wieder gehen.

„Was wollen Sie jetzt tun, Sir?", erkundigte sich Robby, als wir das Haus des Anwalts verlassen hatten. Ich sah ihn verblüfft an.

„Sind bei dir oben ein paar Schrauben locker geworden, Boy?, fragte ich vorsichtig. „Wie kommst du auf die Kateridee, mich plötzlich Sir zu nennen?

Robbys Plastikmund begann zu lächeln.

„Das ist doch ganz einfach und vollkommen logisch, Sir. Meine Programmierung schreibt mir vor, dass ich meinen Besitzer stets so anzureden habe. Und nach dem Wortlaut des Testaments sind Sie doch jetzt mein neuer Besitzer."

Ich schüttelte den Kopf,

„Wenn ich auch jetzt dein Besitzer bin, so möchte ich doch, dass zwischen uns alles beim Alten bleibt. Ich befehle dir also, mich weiterhin einfach Finch zu nennen, verstanden?"

Jetzt war es Robby, der den Kopf schüttelte.

„Ausgeschlossen, Sir. Dieser Befehl steht im Widerspruch zu meiner Programmierung. Wenn ich ihn nicht befolge, könnte ich etwas davontragen, was als Äquivalent zu seelischen Störungen bei einem Menschen anzusehen wäre. Ich muss daher darauf bestehen ..."

„Einen Moment, unterbrach ich ihn. „Können wir nicht vielleicht einen Kompromiss schließen? Solange wir beide allein sind, nennst du mich Finch, sobald andere Menschen oder Roboter dabei sind, Sir. Verträgt sich das mit deiner Programmierung?

Der Maschinenmensch blieb sekundenlang steif stehen, was bewies, dass er dieses schwierige Problem eingehend durchrechnete. Dann nickte er.

„Das lässt sich machen, Finch, erklärte er dann. „Zum einen empfinde ich, dass es Sie verletzen würde, wenn ich Ihrem Verlangen nicht nachkomme, und das bedeutete einen Verstoß gegen das erste Roboter-Grundgesetz. Zum anderen verbieten Sie die Anrede Sir ja nicht generell, also wird mein Gehirn nicht in Mitleidenschaft gezogen. Sie sind jetzt aber mein Herr, und Ihre Befehle haben die Priorität gegenüber denen aller anderen Menschen.

„Gut, mein Junge", sagte ich, und erstmals seit fast drei Tagen brachte ich wieder ein schwaches Lächeln zustande.

Wir erledigten noch einige Einkäufe und flogen dann mit unserem Firmenschweber, Marke Eigenbau, zu unserem Domizil am Stadtrand zurück. Als wir dort ankamen, war die Hauptsonne schon untergegangen und die Vordämmerung angebrochen. Es lohnte sich also nicht mehr, noch etwas zu arbeiten; zu tun hatten wir ohnehin nicht viel.

Robby, in allen Sätteln gerecht, machte mir Sandwiches und Tee, und ich aß zu Abend. Anschließend begab ich mich hinüber in Toms Wohnung, setzte mich an dessen Schreibtisch und versuchte, mir einen Überblick über unsere Geschäftslage zu verschaffen.

Dass sie nicht gerade besonders rosig sein konnte, wusste ich natürlich auswendig.

Damos war ein Kolonialplanet, erst seit fünfundzwanzig Jahren besiedelt und daher noch ziemlich arm. Hier war noch die Pioniergeneration am Ruder, und das pflegen im Allgemeinen sparsame Leute zu sein. Wenn sie mit ihren Maschinen zu einer Reparaturwerkstatt kommen, muss es um sie schon ziemlich schlecht stehen.

Die Leute von Damos hielten sich strikt an diese Regel. Trotzdem verlangten sie stets, dass ihre halb schrottreifen Vehikel anschließend wieder so gut wie neu sein sollten – die Preise dagegen diametral entgegengesetzt so niedrig wie möglich. Als Tom Erskine seine Werkstatt aufmachte, musste er diese Bedingungen notgedrungen akzeptieren, um überhaupt ins Geschäft kommen zu können.

Zudem war Tom ein ausgesprochen gutmütiger Mensch, und ein altes Sprichwort sagt, dass zu große Gutmütigkeit an Dummheit grenzt. Er bekam bald mehr zu tun, als er zusammen mit Robby schaffen konnte, doch das rentierte sich kaum. Die Leute zahlten, wann es ihnen gerade passte, und so konnte er sich nur knapp über Wasser halten.

Seine Allround-Reparaturwerkstatt bestand eben ein Jahr, als ich zu ihm stieß.

4

Ich war auf einem Frachtraumer gefahren, einem uralten Kahn, den praktisch nur noch die Kabel in den Wandungen zusammenhielten. Wir mussten auf dem winzigen Raumhafen von Damos Center eine Notlandung machen, denn unser Antigrav war restlos hinüber. Als Schiffsingenieur, Mechaniker und Handlanger in einer Person hatte ich getan, was ich konnte, doch das reichte einfach nicht mehr. Was wir brauchten, war ein vollkommen neues Aggregat.

Das war aber auf Damos nicht zu bekommen. Doch Tom Erskine, an den sich mein Skipper wandte, brachte das schier Unmögliche fertig. Mit mir zusammen bastelte er solange an dem Antigrav herum, bis das Ding wieder einigermaßen funktionierte. Als ich dann ein letztes Mal mit ihm von Bord ging, um meine Utensilien aus der Werkstatt zu holen, hörten wir ein Dröhnen, kaum dass wir einen halben Kilometer zurückgelegt hatten.

Mein Skipper war mit seinem Seelenverkäufer gestartet und hatte mich einfach sitzen lassen. Dass er seine Schulden bei Tom nicht bezahlt hatte, war sozusagen logisch ...

Auch ich trauerte um mein Gehalt von drei Monaten, aber nicht lange. Am nächsten Tage fing die Funkstation von Damos Center einen SOS-Ruf des Schiffes auf, der dann plötzlich abbrach. Das einzige vorhandene Polizeischiff stieg zur Hilfeleistung auf, aber es war zu spät. Die Mahner fanden an den angegebenen Raumkoordinaten nur noch ein paar Trümmerstücke, aber nicht einen Überlebenden mehr.

Als wir das erfuhren, zog Tom Erskine eine Grimasse.

„Sehen Sie, Finch, sagte er, „die Leute, die sich selbst für besonders schlau halten, sind meist nicht sehr klug. Freuen Sie sich, dass Sie jetzt noch leben und sicher hier auf Damos sitzen. Haben Sie nicht Lust, in meinem Laden mitzumachen?

Ohne lange zu überlegen, sagte ich ja.

Wer es einmal bis zum Schiffsingenieurspatent gebracht hat, für den stellen gewöhnliche Maschinen kein Problem mehr dar. So stürzte ich mich mit in die Arbeit und reparierte Lastwagen und Schneepflüge, Jeeps und Planierraupen, Schweber und Motorboote, wie es gerade kam.

Bald aber merkte ich, aus welcher Richtung der Wind hier auf Damos wehte.

„Pass auf, Tom, sagte ich eines Tages, „so kann das ja nun unmöglich weitergehen. Wir duzten uns schon bald, obwohl er fünfzehn Jahre älter war als ich mit meinen sechsundzwanzig Lenzen. „Wir schuften uns fast die Seele aus dem Leib, und doch kommt nicht einmal soviel ein, dass wir genügend Ersatzteile besorgen können, weil die Leute einfach nicht bezahlen. Ich wette, dass du jetzt schon mindestens zwanzigtausend Solar Außenstände hast."

Tom Erskine grinste schief.

„Die Wette hast du verloren, mein Lieber – es ist beträchtlich mehr. Doch was soll ich machen? Die meisten möchten schon zahlen, sie können nur nicht. Die Farmer beispielsweise haben immer erst im Herbst Geld, wenn sie ihre Ernten eingebracht haben. Repariere ich ihre Maschinen nicht mehr, klappt es mit dem Ernten nicht, und daran haben sie erst recht kein Geld."

Ich schüttelte den Kopf.

„Mir machst du nichts vor, Tom. Das mit den Farmern kann man ja noch gelten lassen, aber sie machen doch höchstens die Hälfte deiner Kunden aus. Die Leute aus Damos Center haben Geld, aber sie rücken es erst heraus, wenn ihnen dein Anwalt mit einem Zahlungsbefehl winkt. Das muss anders werden."

„Das möchte ich wirklich gern erleben, seufzte Tom. „Hast du eine Patentlösung bei der Hand?

„Noch nicht, brummte ich. „Aber lass mich mal einige Zeit überlegen, ich werde schon etwas ausknobeln.

Nach ein paar Tagen machte ich ihm dann meinen Vorschlag.

„Du kannst weiterhin alle Reparaturen annehmen, aber du musst dich im Voraus sichern. Neue Arbeiten für säumige Zahler werden erst dann ausgeführt, wenn die alten Schulden bezahlt sind. Außerdem musst du dir Vertragsformulare drucken lassen. Auf diesen steht dann, dass der zur Reparatur angenommene Schweber, Traktor, oder was es gerade ist, den Leuten erst nach einer angemessenen Teilzahlung zurückgegeben wird. Weiter muss dann noch ein Passus darauf sein, dass ein Gegenstand nach einer bestimmten Zeit – sagen wir, ein Vierteljahr nach Beendigung der Reparatur – in deinen Besitz übergeht, wenn er nicht abgeholt und eine Zahlung geleistet wird. Du wirst sehen, dass sich die Dinge dann bald ändern werden."

„Du Optimist!, lächelte Tom Erskine. „Nun, fangen wir es eben so an, dadurch kann sich kaum etwas verschlechtern. Dass es im alten Trott nicht mehr weitergeht, sehe ich selbst ein.

Die Formulare wirkten sehr beeindruckend, schienen vielen aber trotzdem nicht zu gefallen; das musste aber wohl an ihrem Inhalt liegen. Die Zahl der Reparaturaufträge ging erheblich zurück, aber es kam ebenso viel Geld ein wie vorher auch. Dafür häuften sich die defekten Vehikel bei unserem einzigen Konkurrenten am anderen Ende der Stadt.

Wir sahen das, aber ohne jeden Neid. Jetzt blieben die Leute eben ihm das Geld schuldig, statt uns ...

Tom führte bald darauf eine Neuerung ein, und zwar verkaufte er nun auch neue Maschinen, Wagen, Schweber und so weiter. Das bedeutete kein Risiko für ihn, denn die Finanzierung lief über die Damos Central Bank. Der Umsatz blieb allerdings klein. Den Transport von German IV nach Damos besorgten wir selbst mit Toms alter DARKNESS, das kam bedeutend billiger als mit einem der Linienfrachter.

Ich hatte vor, das Geschäft wie bisher weiterzuführen. Die anfallenden Reparaturen konnte ich zusammen mit Robby ausführen und mir im Bedarfsfall einen Mechaniker aus der Stadt zur Aushilfe holen. Nur die Buchführung war nicht meine Sache, dafür wollte ich mir von Fall zu Fall eine Schreibkraft engagieren.

An diesem Abend jedoch versuchte ich herauszufinden, worin meine Erbschaft nun eigentlich bestand. Zum Glück hatte mein Partner alle Unterlagen mustergültig in Ordnung gehalten. Der letzte Bankauszug wies ein Guthaben von rund viertausend Solar aus, Schulden gab es keine. Dafür aber offene Rechnungen für geleistete Reparaturen über mehr als achttausend Solar, die meist längst überfällig waren. Ich legte mir die Belege zurecht, um sie in den nächsten Tagen zu Anwalt Stolle zu bringen. Der würde schon wissen, wie er mir am besten zu dem Geld verhelfen konnte.

Nicht ohne Rührung las ich meine eigene Akte. Daraus ging hervor, dass ich noch ein Guthaben von achttausendfünfhundert Solar bei Tom hatte. Das war mein Anteil zu unserer Partnerschaft und dadurch zustande gekommen, dass ich immer dann auf meinen Lohn verzichtet hatte, wenn das Geschäft gerade schlecht ging.

Dann gab es noch einen Ordner besonderer Art. Darin waren all die Sachen aufgeführt, die uns zugefallen waren, weil sie nicht fristgerecht abgeholt worden waren. Einen Teil davon hatten wir wieder absetzen können, doch mindestens zwei Drittel davon waren uns geblieben und standen jetzt in einer besonderen Halle. Ich hatte schon länger den Verdacht, dass man sie uns nur gebracht hatte, um sie los zu sein, denn sie waren durchweg in miserablem Zustand gewesen. Fast alle hatten wir aber wieder gebrauchsfähig gemacht.

Mir gingen fast die Augen über, als ich las, welchen Wert diese alten Dinger auch bei vorsichtiger Einschätzung noch repräsentierten. Natürlich nur theoretisch, aber auf dem Papier war ich nun der Eigentümer von einhundertzwanzig Vehikeln aller Art mit einem Gesamtwert von hundertfünfzigtausend Solar ...

Die alte DARKNESS war unter Brüdern auch noch hunderttausend wert, Robby vielleicht achttausend. Die Gebäude und das Werksgelände gehörten der Administration, aber unser Werkzeug und die Maschinen mochten beiläufig auch noch dreißigtausend Solar ergeben. Zählte man nun alle Aktiv- und Passivposten zusammen, so hatte mir Tom Erskine eine Erbschaft von über dreihunderttausend Solar zukommen lassen!

Ich war ziemlich platt, als ich die Papiere wieder an ihren Platz legte. Nicht im Traum wäre ich auf die Idee gekommen, dass ich nun plötzlich so etwas wie ein reicher Mann sein könnte; auch dann noch, wenn man die notwendigen Abstriche machte.

5

Am nächsten Morgen überließ ich Robby die Aufsicht, flog hinüber zum Anwalt und übergab ihm die Aufstellung der Außenstände zwecks Beitreibung. Stolle versprach mir, sein Bestes zu tun, er habe darin schon seine Erfahrungen. So flog ich beruhigt wieder nach Hause.

In den nächsten Tagen beschäftigten wir uns mit einem ziemlich ramponierten Bagger, der schon monatelang bei uns herumstand und voraussichtlich nie mehr abgeholt werden würde. Wir bekamen ihn wieder einigermaßen ins Lot, obwohl ich das kaum für möglich gehalten hätte. Darm aber hatten wir Pause, denn vorläufig lagen keine neuen Arbeiten vor.

Deshalb verbrachten wir die folgenden Tage mit einer Inspektion der alten Vehikel in der Abstellhalle. In Damos Center fand vierteljährlich eine Auktion statt, auf der von gebrauchten Stiefeln bis zum gut erhaltenen Fertighaus so ziemlich alles verhökert wurde, was der Mensch nur brauchen kann. Dort gedachte ich auch unsere Ramschware anzubieten, und zwar zum halben Schätzwert.

Einiges davon würde schon Weggehen, damit rechnete ich fest, denn ich kannte die Leute von Damos. Wenn sie etwas unter Wert bekommen konnten, waren sie immer schnell zur Hand. Und für mich würde das keinen Verlust bedeuten – schließlich hatten wir all diese Maschinen, Fahrzeuge und Apparate umsonst bekommen und nur die Reparaturkosten dafür aufgewendet. Diese würden dabei auf jeden Fall wieder herausspringen. Vielleicht auch einiges mehr, das hing ganz vom Geschick des Auktionators ab.

Doch unverhofft kommt oft, sagt ein altes terranisches Sprichwort ...

Am vierten Tage tauchte ein mickriges, kleines Männchen auf unserem Gelände auf. Ich hoffte auf einen Kunden und empfing ihn entsprechend höflich, doch ich hatte mich getäuscht.

„McCormick, stellte er sich vor und sah sich prüfend um. „Sie haben das alles hier von Mr. Erskine geerbt, Mr. Barkley?

Ich nickte lässig.

„Ich kann es nicht leugnen, Mr. McCormick. Bitte, was kann ich für Sie tun?"

„Einiges, hoffe ich, entgegnete er ebenso lässig. „Ich komme von der Administration, Mr. Barkley, und zwar wegen der Erbschaftssteuer.

„Erbschaftssteuer?, echote ich verständnislos. „Soll das heißem, dass ich dafür, dass Mr. Erskine uns genommen wurde, auch noch etwas bezahlen muss?

Der kleine Mann sah mich an, als wäre ich ein seltenes und obendrein noch giftiges Reptil.

„Selbstverständlich müssen Sie Erbschaftssteuer bezahlen, Mr. Barkley. Bekanntlich muss jeder Gewinn versteuert werden, und diese Erbschaft bedeutet doch für Sie einen beträchtlichen Vermögenszuwachs. Der Satz dafür beträgt fünfzehn Prozent der Erbmasse, soweit es sich um totes Inventar handelt."

„Hier gibt es nur totes Inventar, sagte ich wahrheitsgemäß. „Fünfzehn Prozent sagen Sie – wie stellen Sie sich das vor? Ich verfüge kaum über flüssige .Mittel, das möchte ich gleich klarstellen.

Der Mickrige hob die Schultern.

„Das ist Ihre Sache, nicht die meine, Mr. Barkley. Ich habe lediglich meine Pflicht zu erfüllen und die Höhe der Summe festzustellen, welche die Erbmasse repräsentiert. Zu diesem Zweck muss ich Sie ersuchen, mir Einsicht in die Geschäftsbücher der Firma Erskine zu geben; hier meine Vollmacht."

Ich studierte das Papier, aber es war nichts daran auszusetzen. Der Vordruck war mit dem entsprechenden Wortlaut ausgefüllt und mit Unterschrift und einem Stempel des Finanzsenators versehen. Ich gab ihn zurück und bedeutete dem Mann, mir in die Wohnung meines Partners zu folgen. Dass ich das nur mit sehr gemischten Gefühlen tat, lässt sich denken.

Mit Steuerzahlungen hatte ich bisher nie etwas zu tun gehabt, um all das hatte sich stets Tom gekümmert. Nun war er gerade erst zehn Tage tot, und schon kam man mir auf den Pelz gerückt, um mich wieder um einen gehörigen Teil meiner Erbschaft zu erleichtern. Ich fand das ausgesprochen unfair, doch ich sah kein Mittel, etwas dagegen zu tun.

Der Mann von der Administration ließ sich sämtliche Unterlagen vorlegen, steckte sich eine übelriechende Zigarre an und verabschiedete mich mit der Bemerkung, er würde einige Stunden zu tun haben und käme schon selbst zurecht. So ging ich zurück in die Werkshalle zu Robby, der dort mit einer großen Ölkanne seines Amtes waltete.

„Darf ich erfahren, was dieser Mann von Ihnen gewollt hat, Finch, erkundigte sich der Maschinenkamerad. „Er sah nicht wie ein Kunde aus, meine ich.

„Richtig getippt, Robby, sagte ich ziemlich deprimiert. „Ist in deinem Informationsspeicher auch etwas über Erbschaftssteuer enthalten?

„Selbstverständlich, Finch, entgegnete Robby zu meiner Überraschung. „Schließlich bin ich ein Roboter vom Typ Perfecto, nicht einer der niederklassigen Dienstautomaten. Demzufolge verfüge ich über ein Allgemeinwissen, welches das eines normalen Durchschnittsmenschen um etwa hundertfünfzig Prozent übersteigt. Die Erbschaftssteuer ist eine innerhalb der menschlichen Gemeinwesen allgemein übliche Abgabe, deren Höhe nach den Gegebenheiten auf den verschiedenen Planeten variiert. Eine Befreiung davon ist nur in besonderen, vom Gesetzgeber festgelegten Härtefällen möglich.

Ich horchte auf.

„So, das gibt es also. Darauf muss ich diesen Mann unbedingt ansprechen, Robby. Ich habe wohl allerhand geerbt; aber das sind doch alles nur Dinge, von denen ich vorläufig nicht den geringsten Nutzen habe; das bisschen Geld auf der Bank muss mir schließlich als Betriebskapital bleiben. Wenn es je einen Härtefall gegeben hat, dann liegt er hier vor."

Eine ausgesprochen irrige Meinung, wie sich schon sehr bald herausstellen sollte.

6

Kurz vor Mittag ging ich in Toms Arbeitszimmer, um als höflicher Mensch den Kleinen zum Essen zu bitten. Der aber winkte kurz ab.

„Ich bin hier so gut wie fertig, Mr. Barkley. Ihr Chef hatte seine Papiere mustergültig in Ordnung und das hat mir meine Arbeit sehr erleichtert." Er tippte einige Zahlen in eine Rechenmaschine, die er in seiner Aktentasche mitgebracht hatte, drückte die Additionstaste und nickte dann zufrieden.

„So, da haben wir schon das Resultat. Sie bekommen einen Freibetrag von zwanzigtausend Solar zugebilligt, der sieh aus rückständigen Löhnen und einigen anderen Komponenten zusammensetzt. Danach verbleibt als tatsächliche Höhe der Erbschaft ein Betrag von aufgerundet dreihundertzwanzigtausend Solar, auf den wir die fünfzehn Prozent der Steuer ansetzen müssen. Deren Höhe beträgt demnach achtundvierzigtausend Solar, die Sie an die Finanzkasse der Administration in Damos Center abzuführen haben."

Er sah mich triumphierend an, als erwarte er ein Lob für seine rasche Arbeit. Ich aber setzte mich schnell in den nächsten Stuhl, denn meine Kniegelenke waren merklich weich geworden.

„Das kann doch nicht Ihr Ernst sein, Mr. McCormick, sagte ich entsetzt. „Sie haben doch eben erst alles durchgesehen und kennen unseren letzten Bankauszug. Können Sie mir vielleicht verraten, wo ich so einfach achtundvierzigtausend Solar hernehmen soll? Ich weiß es beim besten Willen nicht, und aufgrund des letztjährigen Geschäftsganges wird sich das voraussichtlich nicht so bald ändern. Hier liegt doch eindeutig ein Härtefall vor, so dass mir die Administration Erleichterungen gewähren muss.

McCormick kraulte sich hinter dem Ohr.

„Ihr Geschäftsgang ist nicht gerade überwältigend, das stimmt, gab er zu. „Das ist aber für uns ohne jede Bedeutung, und daraus lässt sich absolut kein Härtefall ableiten. Tatsache ist, dass Sie eine beachtliche Erbschaft gemacht haben und nach dem Gesetz zur Zahlung der entsprechenden Steuer verpflichtet sind. Wie Sie das Geld beschaffen, ist Ihre Sache und nicht die unsere.

Er grinste hämisch und fuhr fort: „Da gab es vor acht Monaten einen ähnlich gelagerten Fall. Ihr Chef hatte einen defekten Schweber zur Reparatur, und dessen Eigentümer hatte auch nicht rechtzeitig das Geld für deren Bezahlung zur Hand. Das Endresultat war, dass Mr. Erskine den Schweber, wie in einer Klausel seines Auftragsformulars vorgesehen, als sein Eigentum beanspruchte und behielt – ohne danach zu fragen, ob sich daraus eine Härte für den Besitzer ergab. Das war der Fall, und der Besitzer, der den Schweber zu Berufszwecken dringend brauchte, erlitt erhebliche finanzielle Einbußen; den Schweber war er obendrein auch noch los. Dieser Mann war rein zufällig mein Schwager! Ihr Chef hielt sich genau an den Wortlaut seines famosen Formulars – jetzt halte ich mich genau an den Wortlaut unseres Steuergesetzes. Sie haben innerhalb eines Monats achtundvierzigtausend Solar an die Administration abzuführen, davon wäscht Sie kein Regen ab, Mr, Barkley. Sollten Sie dazu allerdings nicht imstande sein, sehen wir uns gezwungen, einen Teil Ihres Besitzes zu beschlagnahmen und zu versteigern, klar?"

„Sie haben es überdeutlich gesagt, knurrte ich missmutig. „Nun, in einer Halle stehen hundertzwanzig Maschinen, die einen Wert von hundertfünfzigtausend Solar darstellen. Ich hatte ohnehin die Absicht, sie demnächst auf der Auktion anzubieten. Beschlagnahmen Sie sie also in Gottes Namen.

„Genau das werden wir nicht tun, fuhr mir McCormick in die Parade. „In solchen Fällen legen wir Wert darauf, gebrauchsfähige Dinge zu bekommen; auf keinen Fall solchen Schrott, wie er in Ihrer Halle steht. Der Vollstreckungsbeamte wird sich deshalb in erster Linie für Ihren Maschinenpark interessieren, das kann ich Ihnen heute schon sagen. Auch Ihr Raumschiff käme dafür in Frage, für achtundvierzig tausend lässt sich das immer noch verkaufen. Und jetzt entschuldigen Sie mich bitte, meine Frau wartet mit dem Essen. Der amtliche schriftliche Bescheid geht Ihnen in den nächsten Tagen zu. Mahlzeit!

7

Wenn es dem Menschen schlecht geht, ist er meist selbst daran schuld!, sage ich immer.

Objektiv gesehen, war ich es auch. Schließlich hatte ich ja damals Tom Erskine den Rat gegeben, einen gewissen Passus in seine Vertragsformulare einzubauen.

Hätte ich das nicht getan, wäre mir dieser McCormick bestimmt nicht so eklig gekommen. Wenn ein Beamter nur will, findet sich immer ein Weg, die Gesetze großzügig auszulegen. Doch passiert ist passiert, und ich musste nun zusehen, wie ich diese Suppe auslöffeln konnte, ohne mir allzu sehr den Mund zu verbrennen.

Ich schlug unter den abgelegten Reparaturbelegen nach und suchte mir das Auftragsformular des besagten Schwebers heraus. Als ich es nachgelesen hatte, wusste ich wieder, wie es damals zugegangen war.

Der Schwager des Mickrigen hieß McAllister und war, wie dieser wohl auch, schottischer Abstammung. Nun müssen durchaus nicht alle Bewohner Schottlands auf Terra auch wirklich Geizhälse sein; doch McAllister entsprach vollkommen den Klischeevorstellungen, die man sich allgemein von diesen Leuten macht.

Auch ohne den Mann kennenzulernen, hätte ich aus dem Zustand, in dem sich sein Schweber befunden hatte, unschwer schließen können, wessen Geistes Kind sein Besitzer war. Doch ich hatte ihn kennengelernt, und zwar von einer recht unschönen Seite. Als Tom ihm nach einer ersten Besichtigung seines Vehikels einen über den Daumen kalkulierten Voranschlag für die Reparaturkosten machte, wäre er bald aus der Haut gefahren. Er hatte meinen Partner in allen Tonlagen beschimpft, und Blutsauger war noch der mildeste Ausdruck in seinem Vokabular gewesen. Ein anderer als Tom hätte ihm gesagt, er solle sich mitsamt seinem schrottreifen Schweber zum Teufel scheren.

Doch der gutmütige Tom Erskine hatte die Reparatur trotzdem zu fast unmöglichen Bedingungen angenommen. Wir hatten die Maschine wieder fit gemacht – wobei so gut wie alle wichtigen Teile ersetzt werden mussten – und mein Partner hatte dem Mann praktisch nur die Selbstkosten in Rechnung gestellt.

Wäre McAllister klug gewesen, hätte er darauf eine Teilzahlung geleistet, seinen Schweber genommen und wäre damit abgebraust, ehe Tom es sich wieder anders überlegte. Keine andere Reparaturwerkstatt der Welt hätte für das Geld soviel für ihn getan wie wir.

Doch nein, er hatte erneut zu zetern begonnen und wohl gehofft, noch etwas herunterhandeln zu können. Diesmal aber war mein Partner hart geblieben, und so musste der Superschotte ohne die Maschine wieder abziehen. Ähnliches hatte sich noch ein paarmal abgespielt – dann waren drei Monate herum gewesen, und als McAllister schließlich kam und bezahlen wollte, hatte Tom nein gesagt.

Er war formell im Recht gewesen, und kein Anwalt auf ganz Damos konnte dem Mann helfen, wieder zu seinem Schweber zu kommen. Doch nun hatte er sich gerächt, und ich stand da mit meinem gewaschenen Hals!

Was sollte und konnte ich tun?

8

Am Nachmittag flog ich wieder einmal zu Mr. Stolle.

Dieser empfing mich mit der betrüblichen Mitteilung, dass es um die Beitreibung der Außenstände schlecht bestellt war. Nur drei Leute hatten auf seine schriftliche Aufforderung reagiert und zusammen Schecks über zweitausendachthundert Solar geschickt. Den anderen faulen Kunden müsste er nun die Gerichtsbeamten auf den Hals schicken, gab er seufzend zu.

Doch das war für mich im Moment sekundär, denn die paar tausend Solar konnten mich ohnehin nicht retten. Ich schilderte Stolle die Sachlage, die durch das Auftauchen McCormicks entstanden war und hoffte, dass er irgendein Patentrezept zur Hand hätte. Der Anwalt jedoch schüttelte resigniert den Kopf.

„Dagegen können wir beim besten Willen nichts unternehmen, Mr. Barkley. Die Sache ist juristisch vollkommen einwandfrei und unanfechtbar, und Sie können nicht einmal auf einen Zahlungsaufschub hoffen. Einen solchen könnte Ihnen nur der zuständige Ressortchef des Finanzsenats gewähren – doch der heißt zufällig McCormick."

Das waren ja schöne Aussichten!

„Strengen Sie doch Ihren Kopf an, Mr. Stolle, hat ich verzweifelt. „Wenn nichts geschieht, lässt dieser Mann meine Anlagen beschlagnahmen und versteigern, und dann bin ich pleite! Da aber bei einer Versteigerung erfahrungsgemäß immer nur ein Teil des tatsächlichen Wertes hereinkommt, muss ich befürchten, dass McCormick auch das Raumschiff noch mit zur Versteigerung heranzieht. Dann bleibe ich auf den alten Vehikeln in der einen Halle sitzen, und die nützen mir ungefähr soviel wie ein Badeanzug im Weltraum.

Der Anwalt begann unvermittelt zu lachen.

„Entschuldigen Sie, meinte er dann, „Ihr Vergleich klang etwas komisch. Aber warten Sie einmal – mir kommt da eben eine Idee!

„Und die wäre?", fragte ich wenig zuversichtlich.

Stolle schwieg eine Wedle und wiegte den Kopf.

„Sie haben noch ein paar Tage Zeit", sagte er langsam. „McCormick hat Ihnen bisher nur

mündlich mitgeteilt, dass Sie die achtundvierzigtausend Solar zahlen müssen, und das hat nichts zu bedeuten. Rechtskraft erlangt die Schuldforderung erst dann, wem sie Ihnen schriftlich zugestellt worden ist. Nun ist aber morgen Sonnabend, an dem die Behörden nicht arbeiten, und heute wird sie bestimmt nicht mehr ausgeschrieben, ich kenne das Arbeitstempo dieser Ämter. Somit brauchen Sie nicht vor Dienstag damit zu rechnen, dass Sie die Zahlungsaufforderung bekommen, und drei Tage sind eine Menge Zeit."

„Relativ gesehen, ja, gab ich zu. „Allerdings sehe ich nicht, inwieweit mir diese drei Tage von Nutzen sein könnten.

Stolle lächelte fein.

„Ich will Ihnen sagen, was ich an Ihrer Stelle täte, wenn ich in einer solchen Lage wäre: Ehe ich mir meine Existenz nehmen ließe, würde ich sie freiwillig aufgeben und retten, was noch zu retten ist. Mit anderen Worten – ich würde mein Raumschiff startklar machen, dort hineinpacken, was nur hineinzupacken geht, und dann schnellstens von Damos verschwinden! Wenn Sie das tun und dabei unauffällig genug vorgehen, hat der saubere McCormick das Nachsehen."

Es dauerte einige Sekunden, bis diese Idee bei mir gezündet hatte. Dann aber war ich wie elektrisiert.

„Mr. Stolle, Sie sind ein Teufelskerl, sagte ich. „Wenn Sie mir noch einen Arbeitsroboter als Hilfskraft besorgen – ich selbst kann das schlecht tun, ohne eventuell aufzufallen – kann ich innerhalb von zwei Tagen sämtliche Maschinen demontieren und ins Schiff verladen. Am Wochenende verläuft sich niemand in unsere Gegend, wir könnten also ungestört arbeiten. In den Laderäumen der DARKNESS ist soviel Platz, dass ich auch noch den größten Teil der alten Vehikel unterbringen und mitnehmen könnte.

„Und den Rest könnte hinterher McCormick beschlagnahmen und versteigern lassen, nickte der Anwalt. „Das ist dann praktisch das einzige, was er noch tun kann. Wenn er einen Fahndungsbefehl gegen Sie einwirkt, hat das nur rein symbolischen Wert. Wenn Sie sich weit genug absetzen, kann es Jahre dauern, bis man auf dem betreffenden Planeten den Wisch erhält. Und ob dann die dortigen Behörden auch wirklich etwas gegen Sie unternehmen, ist sehr fraglich. Die Interstellare Union ist ein sehr lockerer Bund, in dem sich jeder selbst der Nächste ist.

Ich erhob mich und reichte Stolle die Hand.

„Vielen Dank, Mr. Stolle, ich werde Ihren Rat beherzigen. Rechnen Sie aus, wie viel Honorar Sie noch von mir zu bekommen haben, Sie erhellten dann morgen den Scheck und können ihn Montag einlösen. Mein Konto dürfte wohl nicht vor Dienstag gesperrt werden; auflösen kann ich es wohl kaum noch, ohne aufzufallen."

„Das besorge ich für Sie, Sie müssen mir nur noch eine Vollmacht unterzeichnen. Ich gebe Ihnen gleich einen Interstellar-Scheck über zehntausend Solar, denn ohne Geld würden Sie anderswo einen schlechten Start haben."

„Auf dem Firmenkonto sind aber nur noch viertausend", wandte ich ein. Der Anwalt winkte ab.

„Dazu kommen noch die Zweitausendachthundert, die ich für Sie eingetrieben habe, und den Rest werde ich schon noch hereinholen, wenn ich auch nicht mehr offiziell gegen die Leute vorgehen kann. Leben Sie wohl, Mr. Barkley, und viel Glück auf die Reise!"

9

„Was hältst du von dieser Sache, Robby", fragte ich meinen positronischen Helfer. Ich hatte ihm alles auseinandergesetzt und war auf seine Reaktion gespannt. Robby wiegte den Kopf.

„Nach den Gesetzen der Logik, sagte er, „ist der Vorschlag von Mr. Stolle richtig. McCormick und McAllister wollen Ihnen aus purer und obendrein unbegründeter Rachsucht einen großen Schaden zufügen. Das Programm meines Gefühlssektors reicht aus, um mich dieses Problem verstehen zu lassen. Es wäre sehr unklug von Ihnen, wenn Sie diese Männer ihr Vorhaben durchführen ließen, Finch. Da ich naturgemäß darauf bedacht sein muss, Sie vor Schäden aller Art zu bewahren, gebe ich Ihnen den Rat, nach Mr. Stolles Weisungen zu handeln.

„Gut gesprochen, Boy, grinste ich. „Praktisch kann ich auch kaum noch etwas anderes tun. Ich habe Stolles Scheck in der Tasche und ihm sämtliche Vollmachten bezüglich meiner hiesigen Angelegenheit gegeben. Jetzt kommt es also nur noch darauf an, die Sache so unauffällig durchzuführen, dass niemand etwas merkt, ehe wir von hier gestartet sind.

Wir gingen erst einmal daran, all die Sachen zu verpacken, die ich aus meiner und Tom Erskines Wohnung mitzunehmen gedachte. Es war zu viel, das stellte sich bald heraus, und ich musste meine Wünsche erheblich reduzieren.

Wir waren mitten in der Arbeit, als gegen vier Uhr nachmittags – der Tag auf Damos stimmte bis auf wenige Minuten mit dem auf Terra überein – der von dem Anwalt besorgte Roboter bei uns eintraf. Es war ein Mietrobot, ein unkompliziertes Modell für einfache Arbeiten, mit meinem Robby überhaupt nicht zu vergleichen. Bei ihm hatten sich die Hersteller nicht die Mühe gemacht, ihm ein menschliches Aussehen zu geben; er bestand aus einfacher Metallplastik und hatte Linsen anstatt Augen und ein Lautsprechergitter statt eines Plastikmunds.

Doch er befolgte alle Befehle sinnvoll und war gewandt und stark, uns also eine große Hilfe. Robby allerdings behandelte ihn immer nur von oben herab und bezeichnete ihn stets nur als gewöhnlichen Automaten, worüber ich mich königlich amüsierte. Natürlich verlor ich aber kein Wort darüber – Roboter mit Gefühlssektor haben eben auch ihren Stolz.

Gegen Abend hatten wir vier große Kisten mit meiner persönlichen Habe gefüllt und sie hinüber in die DARKNESS gebracht. Das Raumschiff stand auf einer betonierten Fläche hinter der Halle mit den alten Maschinen. Normalerweise durften in bewohnten Gegenden keine Raumschiffe starten und landen, doch unser Betrieb lag soweit außerhalb der Stadt, dass außer uns selbst niemand dadurch belästigt wurde.

Als die Hauptsonne unterging, sorgte Robby für mein Abendessen. Ich verzehrte es und studierte dabei die Liste der alten Vehikel, um diejenigen herauszufinden, die den größten Wert darstellten und voraussichtlich am besten zu verkaufen waren. Wenn ich schon notgedrungen vieles zurücklassen musste, so sollten McCormick und Konsorten möglichst wenig Freude und Nutzen daran haben.

Ich kreuzte achtundvierzig Posten an und ging dann mit den beiden Robotern hinüber in die Halle, um sie auszusortieren. Little Boy, die kleinere unserer beiden Sonnen, war nun auch schon untergegangen und wir mussten bei Licht arbeiten. Es war eine langwierige Beschäftigung, denn wir besaßen nur eine einzige Antigravplattform. So war es schon lange nach Mitternacht, als alles erledigt war und die verschiedenen Apparate und Maschinen zum Hinterausgang der Halle gebracht waren. Von dort aus konnten sie dann mit einem Minimum an Aufsehen zum kaum fünfzig Meter entfernt stehenden Schiff gebracht werden.

Doch das hatte noch Zeit. Rom ist auch ist auch nicht an einem Tage gebaut worden, wie ein altes terranisches Sprichwort sagt.

Ich passivierte den Mietrobot und schickte Robby vorsichtshalber hinaus auf den Hof, um dort die Nacht über Wache zu halten. Dann legte ich mich zufrieden ins Bett.

„Wir haben diese Nacht Besuch bekommen", teilte mir Robby am Morgen mit, als er mein Frühstück auftrug. Unwillkürlich schrak ich zusammen, denn naturgemäß hatte ich so etwas wie ein schlechtes Gewissen. Aber das hat wohl jeder, der sich erstmals anschickt, nicht ganz legale Wege zu gehen.

Robby bemerkte mein Zusammenzucken und beruhigte mich sofort wieder.

„Keine Sorge, das hatte nichts mit unserer Angelegenheit zu tun. Es war nur ein Hund, ein kleiner brauner Dackel. Sie hatten letzthin bei der Erprobung des Erdwolfs den Umfassungszaun beschädigt, und dort ist er durchgekommen. Ich habe ihn wieder hinausbefördert und das Loch im Zaun repariert. Sonst ist hier alles ruhig gewesen."

„Gott sei Dank, atmete ich auf. „Eigentlich schade, dass du den Burschen verjagt hast, gerade Dackel habe ich immer gern gemocht. Doch was hätten wir auf dem Schiff schon mit einem Hund anfangen können?

Das war eine rein theoretische Frage, und Robby gab mir auch keine Antwort darauf. Eine Stunde später flog ich nach Damos Center, um nach Post zu sehen und ließ unsere Werkstätten unter Robbys Obhut.

In dem Postfach fand ich neben den üblichen Papierkorbfüllern einen Brief des Anwalts, der Fotokopien unserer zuletzt aufgesetzten Dokumente enthielt. Er hatte auch ein Schreiben beigelegt, das an einen Mr. Fred Andover in Brymboria auf dem Planeten Dextor gerichtet war und eine Empfehlung für mich darstellte. Stolle schrieb mir dazu, dass ich mich an diesen Mann wenden sollte, wenn alle Stricke zu reißen drohten. Er machte sich also sehr viel Mühe um mich, mehr, als es ein Anwalt gemeinhin mit seinem Klienten tut. Ob er etwa auch ein Hühnchen mit McCormick zu rupfen hatte?

Anschließend suchte ich ein Einkaufszentrum auf und setzte dort ein schönes Stück Geld um. Ich wollte eine Reise von unbestimmter Dauer antreten, und dazu gehörten natürlich die entsprechenden Vorräte. Robby brauchte ja nicht zu essen – obwohl er das auch fertigbrachte, wenn es aus irgendwelchen Gründen erforderlich war. Für ihn kaufte ich drei Mini-Energiebänke, von denen jede ausreichte, ihn für ein Jahr Standardzeit zu versorgen.

Mit voll beladenem Schweber kehrte ich kurz nach Mittag nach Hause zurück,

„Um halb elf Uhr war ein Kunde da, sagte Robby zum Empfang. „Er kam mit einem Geländewagen, der stotterte wie Sie nach dem zehnten doppelten Brandy. Da ich diesen Mann bereits voriges Jahr als schlechten Zahler registriert hatte, habe ich ihn abgewiesen. Ich sagte ihm, dass ich nicht befugt wäre, Aufträge anzunehmen, und dass er am Dienstag wiederkommen solle.

Ich sah Robby belustigt an.

„Da hast du die Wahrheit aber ganz schön verbogen, Boy. Du hast doch sonst auch Aufträge angenommen, wenn der Chef nicht da war."

Der Maschinenmensch lächelte zurück.

„Das war, als Tom Erskine noch lebte, Finch. Jetzt sind Sie der Chef, und Sie haben mir doch noch keine Erlaubnis gegeben, selbständig zu handeln."

„Auf jeden Fall hast du richtig gehandelt, gab ich zu, denn wer sich mit Robby auf Haarspalterreden einließ, zog sowieso immer den Kürzeren. „Im Moment brauche ich Kunden etwa so nötig wie einen Hexenschuss. Komm, wir bringen die Sachen hier gleich ins Schiff.

Als diese Arbeit getan war, aß ich zu Mittag und legte mich dann wieder aufs Ohr, denn ich hatte eine lange Nacht vor mir. Im Schutze der Dunkelheit wollten wir den zur Mitnahme vorgesehenen Vehikelpark an Bord bringen. Die Nacht zum Sonntag war dafür wie geschaffen, in ihr verirrte sich nicht einmal ein Liebespaar in unsere Nähe.

10

Sonntag früh um halb fünf war die Arbeit getan.

Wir hatten ohne Licht gearbeitet, denn die beiden Roboter konnten mit ihren elektronischen Augen auch im Dunkeln ausgezeichnet sehen. Sie brachten die einzelnen Stücke mit der Antigravplattform in die DARKNESS, wo ich sie dann kunstgerecht festzurrte, damit sie sich bei Start oder Landung nicht selbständig machen konnten. Während des Fluges sorgte das schiffseigene Schwerkraftfeld dafür, dass sie am richtigen Fleck blieben.

Ich schlief wieder bis Mittag. Nach dem Essen flog ich dann hinüber zum Friedhof, um Tom Erskine einen letzten Besuch abzustatten. Für die Pflege seines Grabes war gesorgt, denn ich hatte im Friedhofsbüro einen entsprechenden Scheck hinterlegt.

„Schlafe gut, Partner, murmelte ich zum Abschied. „Ich will versuchen, dir keine Schande zu machen.

Den Abend verbrachte ich bei einer alten Freundin in Damos Center. Ihr konnte ich vertrauen, und so erzählte ich ihr alles.

Leila begriff, dass ich nicht anders handeln konnte, aber sie war natürlich trotzdem traurig. Es gab auf Damos nur wenige Farbige, und darum hatten wir um so enger zusammengehalten. Rassische Vorurteile gehörten schon lange der Vergangenheit an, aber gleiches Blut ist eine eminent starke Bindung, auch heute noch.

Am Montagmorgen war die Hauptsonne gerade erst aufgegangen, als mich Robby schon weckte.

„Anwalt Stolle hat eben angerufen, Finch, sagte er und machte ein sehr bedenkliches Gesicht. „Durch irgendwelche Verbindungen hat er erfahren, dass Mr. McCormick Verdacht gegen Sie geschöpft hat. Irgend jemand muss ihm mitgeteilt haben, dass Mr. Stolle Ihnen den Dienstautomaten geschickt hat, und daraus muss er seine Schlussfolgerungen gezogen haben. Er will gegen Mittag herkommen und den ganzen Betrieb durch die Polizei und Vollstreckungsbeamte beschlagnahmen und versiegeln lassen. Die DARKNESS natürlich auch.

Dieser schmierige Paragraphenreiter! Ich wünschte ihm tausend Läuse an alle möglichen Körperteile – und dazu keine Hände, um sich kratzen zu können.

Doch dieser unfromme Wunsch hatte keinerlei Aussicht auf Erfüllung, und wie ich McCormick kannte, wäre er trotzdem noch gekommen. Jetzt hieß es rasch handeln, ohne Rücksicht auf Verluste.

Unser Raumschiff war startklar, Robby hatte es in der vergangenen Nacht noch eingehend

inspiziert. Doch das Werkzeug und die Arbeitsmaschinen standen noch immer an ihrem Platz! Sie hatte ich erst in der letzten Nacht in die DARKNESS bringen wollen, um bis zuletzt die Fiktion des harmlosen Betriebsinhabers aufrechtzuerhalten, denn ich musste immer noch mit Kundenbesuch rechnen. Nun mussten wir sie Hals über Kopf verladen.

Ich war wohl noch nie so rasch aus dem Bett gekommen wie an diesem Morgen.

Noch während des Anziehens gab ich Robby meine Instruktionen. Es war gerade sieben Uhr, und McCormick musste meiner Meinung nach spätestem um elf Uhr eintreffen – als guter Beamter würde er zusehen, dass er seine Mittagspause nicht versäumte ...

Wir hatten also höchstens vier Stunden Zeit, wahrscheinlich noch weniger. Ich verzichtete auf das Frühstück, das Robby zubereitet hatte, während ich Toilette machte und stürzte nur hastig zwei Tassen Kaffee hinunter. Dann aktivierte ich den Mietrobot, und wir hasteten hinüber in die Werkstatthalle.

Die beiden Maschinenmenschen übernahmen die schweren Arbeiten, während ich mich vor

allem um das Verpacken der Werkzeuge kümmerte. Um zehn Uhr war alles bereit, und Robby holte die Antigravplattform.

Bis dahin hatten wir in der Halle sicher vor unberufenen Augen arbeiten können. Nun aber mussten wir alles etwa hundertfünfzig Meter weit über den offenen Hof zum Schiff transportieren. Wenn jetzt ganz zufällig ein Polizeischweber hier vorbeikam – und die Polizei hat bekanntlich das seltene Talent, immer dann zu erscheinen, wenn man sie nicht brauchen kann – und es schwebte gerade eine Werkbank hinüber zum Schiff ... Selbst der gutmütigste Polizist musste dabei auf falsche Gedanken kommen!

Doch vorerst ging alles gut.

Wir befolgten wieder das bewährte Prinzip der Arbeitseinteilung und kamen gut voran. Eben hatten die beiden Roboter die große Drehbank gebracht und ich war noch dabei, sie zu verankern, als mich plötzlich ein Alarmruf Robbys aufschreckte.

„Von der Stadt her kommen zwei Schweber, Finch!, rief er durch die große Luftschleuse. „Ich kann sie noch nicht sehen, aber ich höre sie, sie mögen noch drei Kilometer entfernt sein. Was sollen wir tun?

Ich fluchte unterdrückt, doch das half mir wenig. Die vier schweren Kisten mit unserem Präzisionswerkzeug waren noch drüben in der Halle; und was konnten mir die Werkbänke bei einem Neuanfang nützen, wenn ich nicht auch das entsprechende Werkzeug hatte? Ob die veraltete Antigravplattform sie auf einmal schaffen würde, war sehr fraglich – doch für einen zweiten Transport blieb uns mit Sicherheit keine Zeit mehr.

Egal – wir mussten es versuchen!

Hastig gab ich Robby den entsprechenden Befehl und wartete dann mit heftig klopfendem Herzen in der Luftschleuse. Ich konnte die Schweber nicht sehen, denn sie kamen aus der entgegengesetzten Richtung, doch nun hörte ich auch ihr Antriebsgeräusch. Noch längstens zwanzig Sekunden, dann mussten sie da sein!

Die Antigravplattform erschien im Tor der Halle. Sie schwankte bedenklich unter der schweren Last, doch Robbys unwahrscheinlich rasche Reaktionen bei der Bedienung der Funksteuerung bewahrten sie immer noch rechtzeitig vor dem Absturz. Ganz knapp nur kam sie diesmal über den Zaun, doch dann brachte Robby auch noch das Kunststück fertig, sie bis in die Höhe der Luftschleuse steigen zu lassen.

Rasch griff ich zu und bugsierte sie durch die Schleuse in den Laderaum. Inzwischen schwoll das Geräusch der beiden Schweber immer mehr an, um dann zu ersterben. Sie waren auf dem Hof gelandet, doch weder Kisten noch Plattform waren noch festgemacht. Wenn ich nun startete, mussten diese sich unter dem Andruck selbständig machen und konnten den größten Schaden anrichten.

Mir kam ein Gedanke.

„Herein mit euch!", rief ich den beiden Robots zu. Robby machte aus dem Stand einen gewaltigen Satz und erreichte sicher die Schleuse in sechs Meter Höhe. Sein Kollege folgte mit einer Sekunde Verzögerung – er war eben nur ein einfacher Dienstautomat.

„Verankert euch mit den Füßen in den Bodenrillen und haltet die Kisten fest", wies ich sie hastig an. Dann ließ ich die Schleuse zugleiten und hastete hinauf zum Steuerraum.

Durch die noch halb offene Schleuse drangen erregte Rufe herauf, brachen dann aber abrupt ab, als das Schott geschlossen war.

Ich warf mich in den Pilotensitz und aktivierte die Kontrollen. Den Meiler hatte ich vor einer Stunde bereits vorgewärmt, und diese Vorsorge machte sich nun bezahlt, denn ich konnte sofort starten.

Die Außenbildschirme zeigten mir neben dem guten McCormick und zwei weiteren Zivilisten ein halbes Dutzend Polizisten, die erregt mit ihren Waffen herumfuchtelten, sonst aber augenscheinlich ziemlich ratlos waren. Ich grinste leicht und schaltete die Außenlautsprecher ein.

„Ich starte in dreißig Sekunden, gab ich bekannt. „Wer bis dahin nicht mindestens zwanzig Meter von der DARKNESS entfernt ist, läuft die Gefahr, leicht angesengt zu werden – verstanden?

Und ob sie verstanden hatten! Sie liefen wie wilde Krokofanten in der Urwaldzone von Damos und brachten sich hinter der nächsten Halle m Sicherheit.

Ich aktivierte den Antigrav und das Hilfstriebwerk.

Langsam löste sich die DARKNESS vom Boden und stieg den beiden im Zenit stehenden Sonnen entgegen. Erst in fünfhundert Meter Höhe konnte ich dann das Haupttriebwerk einschalten. Trotzdem musste es den Männern dort unten noch ungemütlich warm werden, aber daran waren sie schließlich selbst schuld. Ich hatte sie ja nicht gerufen.

Sehr wohl war mir aber doch nicht in meiner Haut. Ich beschleunigte nur mit dem Minimum, das erforderlich war, um die Fluchtgeschwindigkeit von Damos zu erreichen, aber trotzdem kamen vier g Andruck durch. Die DARKNESS war nun einmal ein veralteter Kasten, und wenn die beiden Roboter nicht imstande waren, die Werkzeugkisten festzuhalten, sah ich ziemlich schwarz.

Endlich hatten wir dann die nötige Geschwindigkeit. Sofort schaltete ich das Triebwerk herunter und im Schiff herrschte normale Schwere. Jetzt konnte praktisch nichts mehr passieren.

Meine Flucht von Damos war geglückt!

11

Bis wir die Transitionsgeschwindigkeit erreichen würden, musste allerdings noch einige Zeit vergehen. So vergewisserte ich mich davon, dass das Triebwerk und die sonstigen Anlagen einwandfrei arbeiteten, ließ dann die Steuerautomatik das Schiff übernehmen und begab mich hinunter in das Ladeheck.

Ich war moralisch darauf vorbereitet, dort ein verheerendes Durcheinander vorzufinden; doch zu meiner freudigen Überraschung war nichts dergleichen der Fall.

Die beiden Roboter mit ihren Bärenkräften hatten es tatsächlich geschafft, die vier Kisten davor zu bewahren, sich selbständig zu machen. Sie befanden sich noch immer in der Haltestellung, die Füße in die Bodenrillen verkeilt, mit den weit ausgebreiteten Armen je zwei Kisten auf den Boden pressend. Und so hätten sie wahrscheinlich noch lange gestanden, weil sie noch keinen Gegenbefehl bekommen hatten.

„Ihr könnt jetzt loslassen, Boys, sagte ich. „Verankert die Kisten, dann komm zu mir in die Zentrale, Robby. Schalte aber vorher noch Rob 662 ab, verstanden?

„Verstanden, Sir", entgegnete Robby, der in Gegenwart seines Kollegen wieder die förmliche Anrede gebrauchte. Ich ging wieder nach oben, kontrollierte Steuerautomatik und Instrumente und holte dann aus dem Fach unter dem Steuerpult den dort verwahrten Planetenführer hervor.

Bisher hatte ich noch gar nicht darüber nachgedacht, wohin wir eigentlich fliegen sollten und hatte die DARKNESS nur senkrecht zur Ekliptik steigen lassen. Nun wurde es aber langsam Zeit, dass ich mir Gedanken darüber machte, denn Damos lag mittlerweile bereits achtzigtausend Kilometer unter uns.

Schon betrat auch Robby in seinem geschmeidigen Gang den Steuerraum.

„Unten ist alles in Ordnung, Finch, meldete er. „Nur habe ich mir vorhin vor dem Start einen bedauerlichen Fehler geleistet, als ich Sie Finch nannte anstatt Sir, obwohl der einfache Automat dabei war. Das war aber nur auf meine Erregung zurückzuführen, denn mein Gehirn war voll damit ausgelastet, einen Weg zu finden, um Sie vor Schaden zu bewahren. Doch offenbar ist das Rob 662 überhaupt nicht aufgefallen, er besitzt eben nur die primitive Elektronik seiner niederen Klasse. Sonst hat er aber zuverlässig gearbeitet, das muss ich zugeben.

Unwillkürlich musste ich grinsen. Zum einen darüber, dass auch dem eingebildeten Robby einmal ein Fehler unterlaufen war, den er jetzt geschickt zu überspielen versuchte. Zum anderen über das Lob, das er Rob 662 gespendet hatte, was mehr als verwunderlich war. Doch ich ging wortlos über beides hinweg und winkte Robby an meine Seite.

„Pass auf, Boy, sagte ich. „Wir müssen jetzt herauszufinden versuchen, wohin wir uns als nächstes wenden können. Es muss ein Planet sein, der weit genug von Damos entfernt ist, dass wir dort unbehelligt bleiben. Dazu ist naturgemäß eine Welt am besten geeignet, die noch nicht allzu lange besiedelt ist. Dort dürften wir dann auch am ehesten ein brauchbares Arbeitsfeld für uns finden. Doch leider habe ich eben festgestellt, dass unser einziger Planetenführer schon reichlich veraltet ist. Er ist vor fünfzehn Jahren gedruckt worden, ohne dass inzwischen Ergänzungen vorgenommen wurden. Verfügst du über neuere Angaben?

Robby hob bedauernd die Hände.

„Leider nicht, Finch. Solche werden normalerweise nur Robotern eingegeben, die für den Dienstbetrieb auf Raumschiffen verwendet werden, was bisher bei mir nicht der Fall war. Der Chef hat auch mit mir nie über solche Dinge gesprochen, sonst hätte ich das registrieren können."

„Ich bin jetzt auch schon zu lange aus dem Flugdienst heraus, knurrte ich missmutig. „Was ich darüber gewusst habe, habe ich natürlich inzwischen längst vergessen. Wir werden uns also zweckmäßigerweise einen Planeten heraussuchen müssen, der Damos in etwa entspricht. Vielleicht wird man dort nicht gerade auf Leute warten, die eine neue Reparaturwerkstatt einrichten wollen. Wenn wir aber kommen und unsere mitgebrachten Maschinen billig anbieten, müsste es uns schon gelingen, damit ins Geschäft zu kommen.

Robby gab mir Recht, und wir brüteten dann gemeinsam über dem Planetenkatalog. Schließlich entschieden wir uns für Lowins Planet.

Er war vor zwanzig Standardjahren zur Kolonisierung freigegeben worden und lag achthundertsiebzig Lichtjahre von Damos entfernt. Das war nach menschlichem (und robotischem) Ermessen weit genug weg, um uns vor Schwierigkeiten zu bewahren.

Gemeinsam programmierten wir die Steuerautomatik und gingen bald darauf auf neuen Kurs. Fünf Stunden später hatten wir die Transitionsgeschwindigkeit erreicht und gingen in den Hyperraum.

Uns standen turbulente Zeiten bevor – doch das konnten wir damals noch nicht ahnen.

12

Die Transitionen durch den Hyperraum sind etwas ungemein Praktisches. Man gelangt quasi

Sie haben das Ende dieser Vorschau erreicht. Registrieren Sie sich, um mehr zu lesen!
Seite 1 von 1

Rezensionen

Was die anderen über Space Opera Großband September 2018 denken

0
0 Bewertungen / 0 Rezensionen
Wie hat es Ihnen gefallen?
Bewertung: 0 von 5 Sternen

Leser-Rezensionen