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Crafter in Gefahr

Crafter in Gefahr

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Crafter in Gefahr

Länge:
301 Seiten
3 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Sep 12, 2018
ISBN:
9783741523670
Format:
Buch

Beschreibung

Alle dachten, die Zeit der Kämpfe wäre vorüber und die Minecraft-Welt endlich sicher … doch das war ein Trugschluss. Herobrine schafft es, aus seinem Gefängnis zu entkommen und attackiert Crafter, Gameknights besten Freund, schwer. Crafters Leben hängt am seidenen Faden und Gameknight kann nicht anders und kehrt wieder zurück ins Spiel – mit dabei sein Vater, ein absoluter Minecraft-Noob. Gemeinsam mit seinen früheren Gefährten trifft Minecraft auf altbekannte Widersacher und die Schlacht gegen Herobrine beginnt von Neuem …
Herausgeber:
Freigegeben:
Sep 12, 2018
ISBN:
9783741523670
Format:
Buch

Über den Autor


Buchvorschau

Crafter in Gefahr - Mark Cheverton

Monkeypants271

KAPITEL 1

CRAFTER

Crafter blickte auf das Schlachtfeld hinunter und beobachtete, wie der letzte Rest der Zombiehorde in den Wäldern verschwand, während ihre gefallenen Kameraden leuchtende Erfahrungskugeln, ein paar Schwerter und Zombiefleischfetzen auf der grasbewachsenen Ebene zurückließen.

„Diesmal hätten sie es beinahe zum Dorftor geschafft", sagte Stitcher besorgt.

Sie lief nervös auf der Befestigungsmauer hin und her und suchte den Wald nach weiteren Monstern ab.

Crafter brummte zustimmend.

„Hätten sie nicht diese Lederkappen, könnten sie wenigstens nur nachts angreifen, meinte Digger. „Dann wüssten wir zumindest, wann wir mit ihnen rechnen müssen.

„Der Zombiekönig scheint sie immer mehr anzutreiben, fügte Hunter hinzu, während sie ihren Bogen wegsteckte und sich mit einem grünen Ärmel die quadratische Stirn abwischte. „Habt ihr die Zombies während der Schlacht gehört? Sie geben uns die Schuld dafür, dass ihr Meister Herobrine besiegt wurde.

„Ja, ich habe sie gehört", sagte Crafter finster. „Sie waren ja nicht zu überhören. Der Zombiekommandant hat so laut geschrien, dass man ihn in ganz Minecraft hören konnte."

„Wir müssen etwas unternehmen … Wir brauchen … du weißt schon … ihn", sagte Hunter.

„Nein, er hat schon genug für uns getan, widersprach Crafter ihr und ging die Stufen hinunter. „Wir müssen lernen, allein mit den Monstern zurechtzukommen.

Am Fuß der Treppe hielt er inne und sah zu Hunter hinauf. Die Mittagssonne schien auf ihr lockiges rotes Haar, das wie ein blutroter Heiligenschein leuchtete.

„Außerdem gilt der Beschluss des Rats der Crafter noch immer – wir dürfen nicht mit Benutzern interagieren … was auch geschieht, erklärte Crafter. „Willst du ihn ein weiteres Mal bitten, nach Minecraft zu kommen und sein Leben zu riskieren? Sind wir schon so verzweifelt?

„Na ja … Ich meine ja nicht …", stammelte sie.

„Gameknight999 soll sein Leben in der physischen Welt fortsetzen, während wir unseres in der digitalen Welt leben, fuhr Crafter fort. „Verstanden?

Hunter nickte und kam die Treppe herunter, wobei ihre roten Locken munter auf und ab wippten.

Crafter schenkte ihr ein Lächeln und trat dann durch das Eisentor, um sich das Schlachtfeld aus der Nähe anzusehen. Der schlaksige Herder folgte ihm dicht auf den Fersen.

„Sammle die Erfahrungskugeln ein, Baker, wies Crafter einen der NPCs an. „Bring sie zu Smithy; wir brauchen noch mehr verzauberte Rüstungen. Mach schnell, bevor sie verschwinden. Digger, wir benötigen einige Bogenschützentürme auf beiden Seiten der Brücke, die über den Graben führt. Wenn Xa-Tul mit einer noch größeren Zombiearmee zurückkehrt, wird er es früher oder später über die Brücke schaffen und das Eisentor erreichen. Mit seinem riesigen goldenen Schwert hätte er innerhalb von Sekunden kurzen Prozess mit ihr gemacht und seiner Horde den Weg freigeräumt … Wir müssen das Dorf schützen.

Digger nickte.

„Herder, fuhr Crafter fort, „wir brauchen deine Wölfe, um …

Der junge NPC hielt mitten im Satz inne und starrte auf die Grasebene vor sich, wobei er die hellblauen Augen vor Überraschung weit aufriss. Über die grasbewachsene Ebene raste etwas, das wie ein dunkler, schattenhafter Blitz aussah. Nein, kein Blitz, der Schatten eines Blitzes, denn er war pechschwarz und glich einem krankhaften Makel auf der Oberwelt. Er bewegte sich im Zickzack, mal in die eine, dann abrupt in eine andere Richtung – einem Bluthund auf der Suche nach einem Hasen gleich schoss der zackige Schatten über den Boden und schien etwas zu suchen. Schon kam er auf Baker zu und berührte seinen Fuß. Sofort schrie der NPC vor Schmerz auf. Schwarze Stacheln aus … irgendetwas … stachen auf seinen Fuß ein.

„Ist alles in Ordnung, Baker?", fragte Crafter.

Der dunkle Fleck schien Crafters Stimme zu hören. Er entfernte sich von Baker und bewegte sich nun auf den jungen NPC zu. Herder stellte sich vor seinen Freund und blickte auf die schattenhafte Präsenz hinunter. Als der Fleck seine Fußspitze berührte, sprang der schlaksige Junge hoch, als wäre er auf glühende Kohlen getreten. Der dunkle Fleck ließ den Jungen links liegen und hielt nun geradewegs auf Crafter zu. Crafter trat einen Schritt zurück. Er spürte eine boshafte Präsenz in dem Schatten, hasserfüllte Niederträchtigkeit, die wie Dampf aus einem kochenden Kessel aufstieg. Crafter wollte fortlaufen, doch die Schattenform hatte ihr Ziel gefunden. Blitzartig schoss sie vor und erschien unter den Füßen des jungen NPCs.

Crafter schrie vor Schmerz auf, als der Schatten des Bösen ihn attackierte. Dunkle Stacheln schossen wie scharfe Klingen aus dem Schattenfleck nach oben. Wieder und wieder stachen sie auf Crafter ein, sodass sein Körper rot blinkte und er an Gesundheit verlor. Hunter rannte zu ihm und schoss einen Pfeil auf den Schattenfleck ab, doch das spitze Geschoss drang lediglich in den sandigen Boden ein und bewirkte rein gar nichts.

Stöhnend sackte Crafter in sich zusammen. Hunter ließ den Bogen fallen, um den Jungen aufzufangen, und hielt ihn vom Boden und der Dunkelheit fern. Das Böse versuchte, nach ihm zu greifen, und reckte die dunklen Stacheln in die Luft, konnte ihn aber nicht mehr erreichen, da Hunter in Bewegung blieb. Während sie ihren Freund hoch über dem Kopf hielt, schien der finstere Schatten zu spüren, dass er seinen Auftrag erfüllt hatte, und verschwand, wobei er lediglich einen verbrannten Erdfleck hinterließ, auf dem das Gras und sämtliche Blumen abgestorben waren. Erleichtert darüber, dass die Gefahr überstanden war, legte Hunter ihren Freund vorsichtig auf den Boden.

„Geht’s dir gut, Crafter?", fragte sie leise.

NPCs kamen durch das Dorftor gerannt, um ihrem Anführer zu Hilfe zu eilen. Mehrere Reiter galoppierten über die Brücke, die den Graben überspannte, und ritten an ihrem gefallenen Anführer vorbei. Die Kavallerie nahm Verteidigungsposition ein und hielt sich kampfbereit, falls die Zombies einen Angriff geplant hatten … aber niemand kam.

„Hun…ter", flüsterte Crafter mit schwacher Stimme.

Sie blickte auf ihn herab und bemerkte, dass er ganz blasse, kalte Haut bekommen hatte. Seine sonst so strahlend blauen Augen waren trüb und wässrig, als wäre ihnen das Leben entzogen worden. Hunters Miene wurde immer besorgter.

„Ist alles in Ordnung, Crafter?"

Er schüttelte ermattet den Kopf.

„Was war das?", fragte sie leise.

Nach einem erneuten Kopfschütteln versuchte er, etwas zu sagen, doch er war zu schwach und bekam keinen Ton heraus. Hunter beugte sich vor und drückte ein Ohr an Crafters Lippen.

„Was hast du gesagt?", erkundigte sie sich.

Seine Stimme war schrecklich kraftlos. Hunter bekam auf einmal furchtbare Angst, dass Crafter vielleicht sterben könnte.

Er rang qualvoll nach Luft und bemühte sich, ihr etwas mitzuteilen. „Holt Gameknight99…"

Dann wurde er ohnmächtig. Sein Atem ging rasselnd, und seine Haut wurde immer kälter.

„Was hat er gesagt?", erkundigte sich Digger.

Überrascht blickte Hunter auf. Ihr war gar nicht aufgefallen, dass der große NPC neben ihr stand.

„Er hat gesagt, dass wir … ihn holen sollen, antwortete sie. „Die Lage muss sehr ernst sein.

Sie stand auf, hob den jungen NPC hoch und legte ihn Digger in die Arme.

„Bring ihn zu Healer", bat sie ihn. „Ich gehe ihn suchen."

„Du solltest ein paar Leute mitnehmen", schlug Digger vor, während er die Kavallerie heranwinkte.

„Nein, allein bin ich schneller, widersprach sie ihm und forderte zwei Krieger auf, vom Pferd zu steigen. Sie sprang in den Sattel des einen Pferdes, nahm die Zügel des anderen und drehte sich zu Digger um. „Kümmere dich gut um ihn. Ich komme so schnell wie möglich zurück.

„Wir tun, was getan werden muss."

„Das weiß ich. Sie lenkte ihr Pferd in Richtung des dunklen Waldes und klopfte ihm auf den Hals. „Du musst alles geben, Pferd, denn wir müssen Hilfe holen, um Crafter zu retten.

Dann jagte sie auch schon mit halsbrecherischer Geschwindigkeit in den Wald hinein.

Aber wo soll ich Gameknight999 suchen?, dachte sie, während das Dorf aus ihrem Blickfeld verschwand.

KAPITEL 2

GAMEKNIGHT999

Gameknight999 schwang sein Schwert gegen den Kopf seines Gegners, hielt jedoch wenige Zentimeter davor inne.

„Du sollst doch blocken, schimpfte er und seufzte. „Ich hab‘s dir schon tausend Mal gesagt: Du darfst dich nicht nur auf den Angriff konzentrieren, du musst auch blocken.

„Ich verstehe nicht, was das damit zu tun hat, Minecraft zu spielen", beschwerte sich sein Gegner.

„Es gibt hier Monster, die versuchen werden, dich zu töten, erklärte Gameknight. „Du musst wissen, wie du dich verteidigst, sonst stirbst du sofort. Und jetzt komm schon, Dad, konzentrier dich!

Er hob sein Holzschwert und deutete damit auf seinen Vater.

„Bist du bereit?", fragte Gameknight.

Sein Vater, Monkeypants271, nickte. Er sah aus wie ein Affe in einem Superman-Outfit, komplett mit roten Stiefeln und einem großen „S" auf der Brust. Gameknight musterte seinen Vater kopfschüttelnd.

„Warum hast du dir diesen lächerlichen Skin ausgesucht?", wollte er wissen.

„Die anderen Skins sahen alle wie Krieger, Ninjas oder Monster aus, erwiderte Monkeypants. „Ich wollte etwas, das aus der Masse heraussticht und an das man sich erinnert.

„Na gut, wenn das dein Ziel war … dann hast du es erreicht", gab Gameknight zu.

Monkeypants grinste.

„Und dieser Name … Monkeypants … Echt jetzt?"

„Mir gefällt er … Dir etwa nicht?", fragte sein Vater.

Gameknight schüttelte einfach nur peinlich berührt den Kopf.

Ein lächerlicher Name und ein lächerlicher Skin, dachte Gameknight. Was habe ich mir nur dabei gedacht, meinem Dad beibringen zu wollen, wie man Minecraft spielt?

Immerhin war sein Vater zur Abwechslung mal zu Hause anstatt auf einer seiner vielen Reisen. Gameknight freute sich darüber, dass er wieder da war, aber ihm Minecraft näherzubringen, war nicht das gewesen, was er im Sinn gehabt hatte. Gut, er wollte ihn zu Hause haben, aber doch nicht hier unten im Keller oder in Minecraft … Das war schließlich sein Reich. Aber was konnte er schon sagen? Sein Vater wusste, was seine Familie durchmachen musste, wenn er nicht zu Hause war. Versuchte er etwa, das alles innerhalb eines Tages wiedergutzumachen … indem er Minecraft spielte?

„Na los, versuchen wir dieses PnP-Dings noch mal", forderte Monkeypants, hob sein Holzschwert und machte sich kampfbereit.

Gameknight seufzte erneut.

„Ich hab’s dir doch schon gesagt, dass das nicht PnP, sondern PvP heißt, Monkeypants."

„Ach ja, meinte sein Vater. „PnP ist eine Transistorschnittstelle in Computerchips … Mein Fehler.

Frustration machte sich in Gameknight breit. Er sah an seinem Vater vorbei zu der großen Felszunge hinüber, die etwa zwanzig Blöcke nach oben ragte und über die sich ein Wasserfall in eine tiefe unterirdische Kammer ergoss. Das war ihr nächstes Ziel: die unterirdischen Tunnel, in denen sich Zombies verbargen. Aber zuerst musste er seinem Vater das Kämpfen beibringen, sonst würde es ein kurzer Ausflug werden.

Seufzend bereitete er sich auf einen weiteren laschen Angriff vor.

Warum macht er das?, fragte sich Gameknight. Warum tut er so, als wollte er das Kämpfen lernen? Ich weiß doch, dass er diesen Teil nicht leiden kann. Er will eigentlich immer nur bauen und erfinden … und genau das will ich mit ihm zusammen machen. Warum begreift er das nicht?

Es ist so unfair. Jenny hat ihre Kunst … Das ist ihr Ding, aber mein Ding ist es, meinem Dad dabei zu helfen, neue Erfindungen zu bauen. Gameknight wurde immer wütender. Aber wie können wir das machen, wenn er nie zu Hause ist?

Er umklammerte sein Schwert etwas fester und verlagerte das Gewicht von einem Fuß auf den anderen, während er zuließ, dass sich sein Zorn langsam verflüchtigte. Dann sprang er vor und ließ die Klinge durch die Luft sausen. Kaum hatte er seinen Gegner erreicht, ließ Monkeypants das Schwert fallen und starrte seinem Sohn über die Schulter. Gameknight verharrte, steckte das Holzschwert weg und wollte seinen Vater schon erneut zurechtweisen, doch der hob nur die Hand und zeigte auf das Ufer des Teichs, an dem sie trainierten.

Gameknight999 drehte sich um. Überrascht sah er, dass Hunter zusammen mit einem reiterlosen Pferd auf sie zugeritten kam. Sie näherte sich dem Rand des Wasserfalls und stieg genau dort ab, wo Gameknight die Spinne bekämpft hatte, nachdem er das erste Mal ins Spiel hineingezogen worden war. Kaum hatten ihre Füße den Boden berührt, rutschten ihre Hände schon in die Ärmel und sie verschränkte die Arme vor der Brust.

Gameknight seufzte schwer.

„Der Rat der Crafter ist also der Ansicht, dass Benutzer und NPCs auch weiterhin nichts miteinander zu tun haben dürfen?", fragte er.

Hunter nickte, und ihre roten Haare schienen ihr am Kopf zu kleben, anstatt dass die Locken wie sonst auf und ab wippten, wie es Gameknight mittlerweile gewohnt war. Allerdings befand er sich auch gerade nicht im Spiel.

In der Vergangenheit hatte Gameknight den Digitalisierer, eine Erfindung seines Vaters, dafür verwendet, sich in das Spiel zu versetzen und wirklich darin zu existieren. Wenn er sich in Minecraft befand, sah alles so real aus, viel detaillierter, als er es auf dem Bildschirm je sehen konnte. Aber im Augenblick war alles flach und oberflächlich … wie Hunters Locken. Monkeypants und er befanden sich nicht wirklich im Spiel, sie spielten es einfach nur; sie waren zwei Benutzer, die ihre PvP-Fähigkeiten trainierten.

Hunter sah über Gameknights Kopf, um ihm dann wieder ins Gesicht zu schauen. Ihm war klar, dass sie den leuchtenden weißen Serverfaden bemerkt hatte, der sich von seinem Kopf bis nach oben in den Himmel erstreckte und ihn mit den Servern verband. Nur NPCs konnten die Serverfäden sehen – so wussten sie immer, wer ein Benutzer und wer ein NPC war … und dank der Buchstaben, die über seinem Kopf schwebten.

„Was machst du hier?", erkundigte sich Gameknight.

Sie antwortete nicht. Stattdessen blickte sie zu den Pferden und beugte sich mit ihrem quadratischen Körper erst zu ihm und dann zu den Tieren hinüber.

„Ich glaube, sie will, dass du sie begleitest", erkannte Monkeypants.

Gameknight sah seinen Vater an. Monkeypants steckte sein Holzschwert weg und stellte sich neben seinen Sohn. Als sich Gameknight wieder zu Hunter umdrehte, war sie bereits auf ihr Pferd gestiegen. Das reiterlose Tier steckte die Schnauze in den Teich und trank.

„Was ist denn los … Geht es allen gut?", wollte Gameknight wissen.

Sie schüttelte den Kopf.

„Geht es um Stitcher?", fragte er.

Erneutes Kopfschütteln.

„Um Herder? Digger?"

Sie verneinte.

„Crafter?"

Hunter nickte.

„Oh nein … Nicht Crafter. Was ist denn los?"

Hunter blickte das reiterlose Pferd und dann wieder Gameknight an.

„Verstehe", entgegnete er.

Gameknight999 sprang auf das Pferd und schaute zu seinem Dad herunter.

„Nicht so schnell, Freundchen, beschwerte sich sein Vater. „Ich komme mit.

Monkeypants lief auf das Pferd zu und sprang hinter seinem Sohn in den Sattel.

„Dann los", sagte Gameknight an Hunter gewandt, aber die war bereits losgeritten.

Er ließ das Pferd galoppieren und folgte seiner Freundin zum Dorf, das hinter dem Horizont verborgen lag. Ein Blick gen Himmel verriet ihm, dass die Sonne erst in ein paar Stunden untergehen würde. Vermutlich würden sie es noch vor Sonnenuntergang zum Dorf schaffen, aber nur, wenn sie unterwegs nicht aufgehalten wurden.

„Monkeypants, hol deinen Bogen raus und halte ihn bereit, wies Gameknight seinen Vater an, während sie durch die Landschaft ritten. „Hier werden sich Monster herumtreiben, sobald der Sonnenuntergang näher rückt, und wir dürfen uns von ihnen nicht aufhalten lassen. Wenn du welche siehst, schieß … Warte nicht erst auf eine Einladung. Verstanden?

„Ist das die Antwort … Gewalt?, fragte Monkeypants. „Weißt du, manchmal gibt es einen besseren Weg als das Schwert.

„Ach ja? Erzähl das mal den Monstern", entgegnete Gameknight spöttisch.

„Mein Sohn, du wirst in deinem Leben viele Entscheidungen treffen müssen, wenn du vor einer Herausforderung stehst", belehrte ihn sein Vater. „Du wirst entscheiden müssen, ob du das Richtige tust und so den meisten Menschen hilfst oder den einfachen Weg wählst und das Falsche machst. Gewalt ist fast immer der falsche Weg, denn sie führt nur zu mehr Gewalt."

„Du verstehst Minecraft eben noch immer nicht. Jedes Monster, das du hier siehst, wird dich so lange angreifen, bis deine Gesundheit aufgebraucht ist. Für uns heißt das im Augenblick nur, dass wir wieder in der Nähe unseres Verstecks auftauchen, aber für die NPCs bedeutet es den sicheren Tod. Wir müssen also auf sie aufpassen und dafür sorgen, dass sie in Sicherheit sind. Und das können wir nur, wenn wir am Leben bleiben … Verstehst du das?"

„Ja, ich denke schon", antwortete Monkeypants.

„Wenn du also ein Monster siehst … wie diese Spinne dort drüben … Gameknight deutete auf die Baumkrone einer Eiche. „Dann greifst du sie an, bevor sie sich auf dich stürzen kann … So bleibt man in Minecraft am Leben.

Monkeypants nickte, aber Gameknight999 wusste, dass er es noch immer nicht wirklich verinnerlicht hatte.

Hunter lenkte ihr Pferd nach rechts … Sie hatte das in den Zweigen versteckte Monster entdeckt. Während sie einen Bogen um das Monster machten, behielt Gameknight die Kreatur genau im Auge. Die Spinne hockte im Blattwerk und funkelte sie aus ihren vielen rot leuchtenden Augen böse an. Monkeypants legte einen Pfeil an und zielte auf das Monster, schoss jedoch nicht. Stattdessen beobachtete er es nur, während sie vorbeiritten.

Gameknight trieb sein Pferd wieder zum Galopp an und folgte Hunter. Während des Ritts wanderten seine Gedanken zu seinem Freund Crafter, und seine Angst wurde immer größer.

Ich lasse nicht zu, dass dir etwas passiert, Crafter, dachte er. Ich biege das schon wieder hin.

Er bemühte sich um Zuversicht und Stärke, aber er wusste, dass die Lage ernst sein musste, wenn sich Hunter auf die Suche nach ihm gemacht hatte. Während er sein Pferd weiter antrieb, dachte er an all seine Freunde, und Sorge und Furcht erfüllten sein Herz.

KAPITEL 3

DAS DORF

Schweigend ritt das Trio durch die Landschaft und trieb die Pferde an, um möglichst schnell anzukommen. Gameknight blickte nervös zur quadratischen Sonne und verfolgte ihren Weg gen Horizont. Sie mussten es bis Sonnenuntergang ins Dorf schaffen, sonst würden sie Probleme bekommen. Die Nacht gehörte in Minecraft den Monstern.

Immer wieder blickte Gameknight nach rechts und links und hielt nach Monstern Ausschau, die jeden Augenblick hervorgesprungen kommen konnten. Das Klackern der Spinnen hallte über das Land, allerdings sah er keine der furchterregenden Kreaturen. Sie hielten sich vor ihm versteckt … für den Moment.

„Was ist das für ein Geräusch?", fragte Monkeypants.

„Riesenspinnen", gab Gameknight zurück.

„Ich hätte wohl lieber nicht fragen sollen. Warum können wir sie nicht sehen?"

„Sie verstecken sich. Normalerweise greifen sie jeden an, dem sie in der Oberwelt begegnen … aber das war vorher."

„Vorher?", fragte Monkeypants.

Gameknight lenkte sein Pferd neben Hunters und sah seine Freundin an. Sie erwiderte seinen Blick und schenkte ihm ein wissendes Lächeln, dann drehte sie sich wieder nach vorn.

„Bevor wir ihre Königin Shaikulud getötet haben", verkündete Gameknight stolz.

„Ihr habt ihre Königin getötet?, hakte sein Vater nach. „Warum?

„Tja, sie hat versucht, uns alle umzubringen, erklärte Gameknight999. „Sie hat eine riesige Spinnenarmee gegen Crafters Dorf in den Kampf geführt. Ich habe getan, was ich tun musste, damit meine Freunde in Sicherheit sind.

Monkeypants hinter ihm nickte schweigend.

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