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Thriller Doppel: Zum Sterben nach Bombay/Liebe auf Russisch

Thriller Doppel: Zum Sterben nach Bombay/Liebe auf Russisch

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Thriller Doppel: Zum Sterben nach Bombay/Liebe auf Russisch

Länge:
310 Seiten
3 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Sep 17, 2018
ISBN:
9781386994794
Format:
Buch

Beschreibung

Thriller Doppel: Zum Sterben nach Bombay/Liebe auf Russisch

Von Franc Helgath


 

Dieses Buch enthält folgende Thriller:

Franc Helgath: Zum Sterben nach Bombay

Franc Helgath: Liebe auf Russisch


 

Ursella, die sechzehnjährige Tochter von Regierungsdirektor Gotthelf Hanisch wurde aus ihrem Elternhaus entführt. Erste Ermittlungen Charlotte Gerbers vom Bundeskriminalamt ergeben, dass das Mädchen wahrscheinlich von dem milliardenschweren indischen Maharadscha Ali Risa gekidnappt und außer Landes gebracht wurde. Doch gibt es keinen ersichtlichen Grund dafür. Deshalb folgen die Agentin und ihr Kollege Andreas Jensen einer Spur nach Indien in der Hoffnung, das Mädchen zu finden. Die menschlichen Abgründe, die sich dort vor ihnen auftun, lassen ihr Blut in den Adern gefrieren ...

Mike Borran, CIA-Agent mit besonderen Fähigkeiten, soll die Wahrheit über einen sowjetischen Überläufer herausfinden. Bei der Überprüfung sticht er in ein Wespennest aus Lügen und Verschleierungen. Der Verdacht kommt auf, dass es sich um eine geschickte Täuschung handelt. Wo liegt die Wahrheit wirklich?

Herausgeber:
Freigegeben:
Sep 17, 2018
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9781386994794
Format:
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Franc Helgath: Liebe auf Russisch

Ursella, die sechzehnjährige Tochter von Regierungsdirektor Gotthelf Hanisch wurde aus ihrem Elternhaus entführt. Erste Ermittlungen Charlotte Gerbers vom Bundeskriminalamt ergeben, dass das Mädchen wahrscheinlich von dem milliardenschweren indischen Maharadscha Ali Risa gekidnappt und außer Landes gebracht wurde. Doch gibt es keinen ersichtlichen Grund dafür. Deshalb folgen die Agentin und ihr Kollege Andreas Jensen einer Spur nach Indien in der Hoffnung, das Mädchen zu finden. Die menschlichen Abgründe, die sich dort vor ihnen auftun, lassen ihr Blut in den Adern gefrieren ...

Mike Borran, CIA-Agent mit besonderen Fähigkeiten, soll die Wahrheit über einen sowjetischen Überläufer herausfinden. Bei der Überprüfung sticht er in ein Wespennest aus Lügen und Verschleierungen. Der Verdacht kommt auf, dass es sich um eine geschickte Täuschung handelt. Wo liegt die Wahrheit wirklich?

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author /COVER TONY MASERO

© dieser Ausgabe 2017 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

ZUM STERBEN NACH BOMBAY

Krimi von Franc Helgath

Der Umfang dieses Buchs entspricht 112 Taschenbuchseiten.

Ursella, die sechzehnjährige Tochter von Regierungsdirektor Gotthelf Hanisch wurde aus ihrem Elternhaus entführt. Erste Ermittlungen Charlotte Gerbers vom Bundeskriminalamt ergeben, dass das Mädchen wahrscheinlich von dem milliardenschweren indischen Maharadscha Ali Risa gekidnappt und außer Landes gebracht wurde. Doch gibt es keinen ersichtlichen Grund dafür. Deshalb folgen die Agentin und ihr Kollege Andreas Jensen einer Spur nach Indien in der Hoffnung, das Mädchen zu finden. Die menschlichen Abgründe, die sich dort vor ihnen auftun, lassen ihr Blut in den Adern gefrieren ...

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author

© dieser Ausgabe 2017 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

Die Hauptpersonen des Romans:

Gotthelf Hanisch - hat Probleme mit der Vergangenheit, was ihn die Zukunft gar nicht erst wahrnehmen lässt.

Ursella - hält sich für clever, was einen Maharadscha auf die Palme bringt.

Haidar Singh - beherrscht seinen Lancia nur unzureichend, was nicht allein für Brandflecken auf seinem Turban sorgt.

Henry Frost - kann nichts für seinen Taufnamen, was seine Kontakte in Indien nicht mindert.

Jogal - ist eine käufliche Tunte, was ihm nicht allein bare Dollars einbringt.

Andreas Jensen - pflegt seine Macho-Struktur, was ihn in Konflikte verstrickt.

Charlotte Gerber - ist Agentin beim Bundeskriminalamt.

1

Turban und Kaftan, unter unauffälligen Tuchmänteln verborgen, wiesen die beiden Männer als Sikhs aus. Sie parkten den dunkelblauen Mercedes nur knapp fünfzig Meter vom Staketenzaun des Hauses Nummer 25 entfernt.

Unter ihren Weichgummisohlen knirschten die bizarren Reliefs in der Fahrrinne der einsamen Vorortstraße.

Die Fenster im ausgebauten Dachgeschoss des zweistöckigen Einfamilienhauses Typ Mittelklasse waren von Eisblumen bedeckt.

Die beiden Männer fröstelten in der klirrenden Kälte, als sie zwischen den tiefverschneiten Zaubernussbüschen durch den Vorgarten schlichen.

Kurz blitzte eine Taschenlampe auf.

„Du wartest hier!", raunte Charan dem zweiten Inder zu.

„Vergiss das Seil nicht."

„Gib schon her."

Der Sikh legte sich das aufgerollte Tau um Kopf und Schulter. Sie hatten das Anwesen lange vorher ausgekundschaftet.

Es gab kaum einen idealeren Platz für ein Kidnapping.

Das Spalier, das bis hinauf zum Mansardenfenster reichte, war mit deutscher Gründlichkeit gezogen und hielt Charan Singhs Gewicht mühelos stand.

Den Körper eng an die Wand gepresst, kletterte er hinauf.

2

Die Frau mit dem kastanienbraunen Haar, apart wie ein Titelbild von VOGUE und von der gütigen Mutter Natur mit einer Traumfigur ausgestattet, legte die Klettertour bis zu ihrer Wohnung mit wiegenden Hüften zurück, sperrte auf.

Endlich wieder daheim!

Der Schock traf sie schon beim ersten Schritt ins Wohnzimmer.

„Hi, grüßte der junge Mann, der in ihrem Lieblingssessel lümmelte, eine Flasche ihres Lieblingsbrandys vor sich, den Cognacschwenker in der Hand. „Gut, dass du endlich da bist. Immer nur mit deinen Drinks rumzumachen, ist doch langweilig, nicht?

Die junge Frau fasste sich schnell.

„Andreas! Was machst du denn hier? Wie kommst du überhaupt herein?"

„Manchmal stellst du schon seltsame Fragen, meinte Andreas Jensen und strich mit der freien Hand durchs Blondhaar, das jeder Behandlung mit Bürste und Kamm erfolgreich widerstand. „Schon gut, Mädchen. Ich bin dein Assistent und Wasserträger. Doch hast du vergessen, dass auch ich ’ne gediegene Ausbildung zum Agenten absolvierte? Bezahlt vom BKA, von mir mit zahllosen blauen Flecken und Strömen von Schweiß quittiert? - So ’n Türschloss gehörte schon in eine der ersten Lektionen. Aber im Ernst: Es ist saukalt draußen, und das Café um die Ecke hat heute Ruhetag. Und da dachte ich mir ...

„Halt die Klappe, unterbrach Charlotte. In ihrer Stimme schwang noch ein Hauch von Ärger. „Du bist doch nicht eingebrochen, meine Brandybestände zu reduzieren, sondern weil sie dich geschickt haben.

Es war ein munteres Jungenlächeln, das sich auf seinem männlich markanten Gesicht breitmachte und das schon sehr viele Mädchen zu diversen Schwächen verholfen hatte. Nur bei Charlotte Gerber war seinem gewinnenden Grinsen nie der durchschlagende Erfolg beschieden, doch das wiederum wusste der blonde junge Mann mit Fassung zu tragen.

Bei ihr lag sein Schwerenötertum buchstäblich auf Eis.

„Wie immer hast du des Pudels Kern sofort eins auf die Schale gehämmert, meinte er, doch dann wurde er ernst. „Auch ’nen Drink?

„Es sieht aus, als könnte ich sehr bald einen vertragen."

„Leicht möglich, räumte Andreas ein. „Ist dir der Name Gotthelf Hanisch ein Begriff?

Charlotte Gerber setzte sich.

„Muss ich ihn kennen?"

„Nicht unbedingt. Der Mann ist Regierungsdirektor im Justizministerium. Vor zwei Nächten wurde seine Tochter entführt. Sechzehn Jahre alt."

„Terroristen? Stand nichts in den Zeitungen?"

„Trink erst mal."

Charlotte Gerber zögerte.

„Gibt’s denn Schlimmeres?"

Dann nippte sie an ihrem Glas. „An eine Aktion der RAF haben die Chefs natürlich zuallererst gedacht. Doch es fehlten die typischen Begleiterscheinungen, die da sind: Bekennerbriefe, Lösegeldforderungen, Forderung nach Freipressung von irgendwelchen Kollegen und so was alles. Und jetzt ist die Spur schon fast drei Tage alt."

„Gib mir ’ne Zigarette."

Andreas Jensen gab Charlotte dazu noch Feuer. Sie blies den Rauch aus der Nase.

„Die Zentrale hat dich also geschickt, resümierte sie kühl. „Weshalb?

„Weil wir inzwischen vermutlich als die Auslandsfeuerwehr des BKA gelten. Deshalb. Sie setzen große Stücke auf uns. Manchmal zu große, wenn du mich fragst."

„Ich frag dich aber nicht. Was lässt unsere Leute glauben, irgendjemand aus dem Ausland habe die Hand im Spiel?"

„Die ganze Geschichte ging in Heimerzheim über die Bühne. Du kennst das Kaff?"

„Flüchtig."

„Tage vor dem Kidnapping wurden Turbanträger dort gesehen. Die Eingeborenen haben sich nicht viel dabei gedacht. Haben die Burschen für Asylanten gehalten. Nur, es gibt dort keine Asylanten. Viel zu nah an Bonn. Doch das Tollste kommt noch."

Jensen legte eine Kunstpause ein.

„Spann mich nicht auf die Folter. Auf Streckbetten würde ich mich wesentlich schlechter ausmachen als auf jenen, in die du mich pausenlos wünscht."

Charlottes Assistent seufzte wissend.

„Wir lassen dieses Thema, ja? Also: Irgendeinem Schlaumeier unter den Zeugen ist ein Mercedes 350 SEL aufgefallen. Mit einem CD-Kennzeichen."

Charlotte Gerber ruckte hoch, verschüttete beinahe den Brandy.

„Corps Diplomatique?"

„Hm. Und die indische Botschaft hat den Wagen schon vor einer Woche als gestohlen gemeldet ..."

3

Wer die Küste links und rechts von Dover kennt, wird zugeben, dass sie Europas Standard längst nicht mehr entspricht. Sie ist weder planiert, noch wachsen Hoteltürme sternenwärts. Sie ist einfach natürlich und unnahbar geblieben. Schmuggler und eine Unzahl anderer Krimineller wissen diesen Umstand wohl zu schätzen.

Und die Küstenwache reagiert darauf. Kürzlich erst hatte sie ihren Etat so heftig aufgestockt, dass Constabler John Smile nicht mehr zu Fuß durch die Klippenlandschaft latschen musste. Sein geländegängiges Fahrrad war nagelneu.

Er sah das Boot auf den Wellen tanzen, bemerkte wie jemand von Bord aus etwas an die felsige Küste schleuderte, das Constabler Smile aus Piratenfilmen kannte: Es war ein Enterhaken.

Die Zacken bissen sich an den Schroffen des Riffs fest. Das Boot landete per Muskelkraft an und geriet in eine Bucht, in der die Brandung weniger heftig an die Felsen schlug.

Die in der Dämmerung ertrinkenden Schatten von drei oder vier Männern hievten gemeinsam eine Kiste auf ein Plateau, das weniger als seine Umgebung von Gischtkronen umspült war. Rufe und Befehle verwehten im Tosen der See. Ein starker Motor brummte. Das Boot legte wieder ab.

Constabler John Smile legte sein Fahrrad ins Riedgras, das den oberen Rand der Klippe büschelweise säumte. Er tastete nach seiner Hüfte, knipste die Lasche auf, die ihm den Griff an die Walther PPK verwehrte.

Im Fernsehen hatte er solche Momente schon fühlend miterlebt, sich in die Rollen hineinversetzt. Da war immer alles einfach gegangen: Gegner erkannt - blank gezogen - Schuss - Treffer ...

John Smile beneidete John Wayne.

Der Constabler war 22 Jahre alt und hatte eine stocknormal beamtete Zukunft vor sich. Jetzt das Herz in die Hand genommen, und er wurde zum Helden. Denn dass da unten etwas oberfaul war, war klar.

John Smile presste sich noch enger an den Boden. Er war nass und matschig, denn es schneite nur äußerst selten rund um Dover. Der nie versiegende Golfstrom ließ seine „Palmen" nicht verkümmern.

Jetzt wurde die Kiste einen Steilpfad hochgeschleppt, der kaum als solcher zu erkennen war.

Heroin? Kokain? Oder vielleicht auch „nur" Marihuana?

John Smile verfolgte jede ihrer Bewegungen mit Argusaugen. Deshalb erspähte er auch den Kombi, der in einer Senke wartete, und in den die Kiste nun geschoben wurde. Die Männer trugen seltsame Kopfbedeckungen.

Noch bevor der Fahrer den Wagen anließ, hatte John Smile-Wayne sein Fahrrad aufgehoben und bestiegen. Mit wirbelnden Pedalen strampelte er zum Auto hinunter. Er erinnerte sich genau der Szene: Wayne war ebenso tapfer gewesen. Sechs Mann kamen ihm auf ’nem herbstgrünen Wiesenhang in Wyoming entgegen. John Wayne schoss sich mitten durch sie durch.

Auch John Smile schoss plötzlich. Doch entgegen seinem erklärten Vorbild ballerte er in die Luft.

Die Leute beim Kombi reagierten weniger rücksichtsvoll und jagten ihm die Schüsse in den Leib.

4

Charlotte Gerber hatte einen kleinen Imbiss zubereitet, weil die Küchenarbeit ihre Fantasie beflügelte, wenn sie nicht gerade abspülen musste. Sie brachte Shrimps mit Roquefort überbacken zum Wohnzimmertisch, Andreas öffnete gerade eine Flasche roten Landwein aus der Provence.

„Ist die Karre wieder aufgetaucht?"

„Der 350 SEL? Ja. In der Nähe von Calais. Einsam und verlassen. Die französischen Kollegen von der Spurensicherung guckten sich die Augen wund."

„Mit Erfolg?"

Andreas Jensen winkte ab.

„No. Nicht mal Fingerabdrücke haben sie hinterlassen."

Charlotte runzelte die Stirn und steckte sich ’ne Zigarette an, als der Vorspeisenteller geleert war. Ihre Lungen leisteten Fronarbeit, so tief inhalierte sie.

„Wieso schon wieder Inder? Wurden denn auch dort Turbanträger gesichtet?"

Ihr blonder Assistent streckte die Beine aus.

„Du hast es wieder mal genau erfasst, meine Liebe. Doch das ist nicht alles. Ein paar Meter vom Wagen entfernt sind die Spürhunde doch noch fündig geworden. Zuerst hatten sie’s ja für Blutspritzer gehalten, was sie aus dem Schnee kratzten. Ich kann mir vorstellen, wie die Gerichtsmediziner fluchten, als sie das Zeug analysieren mussten."

„Du treibst mich noch zum Wahnsinn, wenn du nicht endlich flüssiger erzählst", schnaubte die Agentin. Geduld zählte nicht zu den hervorstechenden Tugenden.

„Betel, sprudelte Andreas heraus. „Ein Genussmittel zum Kauen, verbreitet vor allem in Südostasien und ...

„Geschenkt, unterbrach die Frau ungnädig. „Nicht nur du hast deine Lektionen gelernt. Die jeweilige Portion besteht aus ’nem Stück Betelnuss, einem Blatt vom Betelpfeffer und etwas gebranntem Kalk. Das Ganze schmeckt angeblich würzig bitter, wirkt erfrischend, färbt den Speichel rot und die Zähne schwarz. Jetzt brauchen wir also nur noch den Ärmelkanal nach Betelsaft spuckenden Asiaten abzusuchen.

Andreas Jensen zog einen Flunsch. „Manchmal geht mir deine Art wirklich auf den Keks, meinte er eingeschnappt. „Vielleicht ist’s dir entgangen, aber ich bin kein kleiner Junge mehr.

„Nun hab dich nicht gleich so, versuchte die Frau mit dem rötlichen Schimmer in den Strähnen ihn zu besänftigen. „Meine Nerven sind eben heute Abend auch nicht mehr die besten. Da kommt man von einer anstrengenden Schulung zurück, freut sich auf ein heißes Bad und aufs Bett, da sitzt einer wie du in der Wohnung rum, schluckt meinen Brandy, meinen Wein und hat zu allem Überfluss auch noch ’nen neuen Auftrag. Hast du jemals mit Diplomaten und ihrem Umfeld zu tun gehabt? Vermutlich nicht. Doch ich sag dir eines: Eher fängst du ’nen Zitteraal mit bloßer Hand als einen von diesen Kerlen. Andreas Jensen blinzelte verwirrt. „Wie sollen wir was mit Diplomaten zu tun bekommen?"

„Ich will uns das gewiss nicht wünschen, antwortete sie. „Doch machen wir nur mal ’ne kurze Bestandsaufnahme: Autos mit CD-Nummernschildern stehen gemeinhin nicht auf öffentlichen Parkplätzen herum, werden vielmehr von Chauffeuren in Livree gesteuert und rund um die Uhr bewacht. Und unser Mercedes hat zumindest auch noch eine Grenze passiert. Das soll alles mit rechten Dingen zugegangen sein? Soll ich nun laut lachen oder leise?

Der junge Mann nickte betroffen. „Und wie sehen deine Schlussfolgerungen aus?"

„Dazu ist’s wohl noch etwas zu früh, räumte die Agentin ein. „Ich wollte dich lediglich auf einen Aspekt aufmerksam machen, den wir keinesfalls aus den Augen lassen dürfen. Da ein politisches Motiv für das Kidnapping offenbar nicht vorliegt, müssen wir wohl oder übel etwas Schmutz aufwirbeln.

„Du denkst, der Fall hat ’nen privaten Background?"

„Bleibt denn was anderes übrig?, antwortete Charlotte Gerber mit einer Gegenfrage. Eine zweite Zigarette war fällig. Die Frau rauchte hastig und sah absolut nicht glücklich drein. „Und jetzt würde ich dich bitten, mir folgende Informationen zu liefern. Am liebsten schon gestern.

„Heißt das, du klinkst dich in die Geschichte ein?"

Die Agentin seufzte.

„Hat dich nun die Zentrale geschickt, oder was?"

„Sicher. Aber ..."

„Dann hängen wir doch schon mitten drin, beschied sie ihm kühl. „Oder siehst du das anders?

5

Ein Telefonat genügte , zu erfahren, dass sich Gotthelf Hanisch vorübergehend hatte beurlauben lassen.

Jetzt parkte Charlotte Gerber vor dem Haus Nummer 25 in der Quellenstraße. Es ging auf Mittag zu. Während der Fahrt war genügend Zeit geblieben, ein paar Fragen zurechtzulegen, die von den Kollegen aus Kripo und Verfassungsschutz vermutlich noch nicht gestellt worden waren. Deren eher magere Ermittlungsergebnisse kannte sie inzwischen ebenfalls.

Charlotte Gerber hatte in der vergangenen Nacht nicht viel Schlaf gefunden.

Eine verhärmt aussehende Frau um die Fünfzig öffnete auf ihr Klingeln. Charlotte ließ nur kurz ihren Ausweis blitzen. Im Inland durfte sie das.

„Polizei?, fragte die Frau misstrauisch. Doch plötzlich überzog ein Abglanz von Hoffnung ihr verweintes Gesicht. „Ursella wurde gefunden? Gesund?

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