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Gedanken für den Tag: Ausgabe 2019

Gedanken für den Tag: Ausgabe 2019

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Gedanken für den Tag: Ausgabe 2019

Länge:
325 Seiten
117 Stunden
Freigegeben:
1. Okt. 2018
ISBN:
9783895155505
Format:
Buch

Beschreibung

Das Buch »Gedanken für den Tag« enthält für jeden Tag des Jahres einen schönen, prägnanten Text aus dem Werk von Omraam Mikhael Aivanhov. Es ist ein wertvoller Begleiter durch das Jahr, der jeden Tag bereichern kann. Auch ist es als Meditationshilfe und als Geschenk gut geeignet. Das Buch erscheint jährlich mit neuen Texten und ist unser Bestseller.
Freigegeben:
1. Okt. 2018
ISBN:
9783895155505
Format:
Buch

Über den Autor

Omraam Mikhaël Aïvanhov war ein großer spiritueller Meister, ein lebendiges Vorbild, ein »Überbringer des Lichts« und ein warmherziger, humorvoller Lehrer, der durch sein selbstloses, zugängliches und brüderliches Verhalten überzeugte. Er strebte an, alle Menschen bei ihrer persönlichen Entwicklung zu begleiten – so wie ein Bergführer seine Kameraden sicher bis auf den höchsten Gipfel führt. Das Gedankengut, das Omraam Mikhaël Aïvanhov verbreitet hat, bietet zahlreiche Methoden und einen klaren, begehbaren Weg zu größerer Vollkommenheit und mehr Lebensglück. In wohltuend einfacher Sprache erklärt er alle wichtigen Zusammenhänge des Lebens und ist gerade bei den Fragen unserer heutigen Zeit wegweisend. Ob es um die Bewältigung des Alltags geht, um das Thema der Liebe und Sexualität oder um tiefgründige philosophische Themen – stets sind seine Antworten überraschend klar und hilfreich.


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Buchvorschau

Gedanken für den Tag - Omraam Mikhaël Aïvanhov

Über den Autor

Omraam Mikhaël Aïvanhov war ein großer spiritueller Meister, ein lebendiges Vorbild, ein »Überbringer des Lichts« und ein warmherziger, humorvoller Lehrer, der durch sein selbstloses, zugängliches und brüderliches Verhalten überzeugte.

Er strebte an, alle Menschen bei ihrer persönlichen Entwicklung zu begleiten – so wie ein Bergführer seine Kameraden sicher bis auf den höchsten Gipfel führt.

Das Gedankengut, das Omraam Mikhaël Aïvanhov verbreitet hat, bietet zahlreiche Methoden und einen klaren, begehbaren Weg zu größerer Vollkommenheit und mehr Lebensglück.

In wohltuend einfacher Sprache erklärt er alle wichtigen Zusammenhänge des Lebens und ist gerade bei den Fragen unserer heutigen Zeit wegweisend. Ob es um die Bewältigung des Alltags geht, um das Thema der Liebe und Sexualität oder um tiefgründige philosophische Themen – stets sind seine Antworten überraschend klar und hilfreich.

Kurzbeschreibung

»Gedanken für den Tag – Ausgabe 2019«

Das Buch »Gedanken für den Tag - Ausgabe 2019« enthält für jeden Tag des Jahres einen schönen, prägnanten Text aus dem Werk von Omraam Mikhael Aivanhov. Es ist ein wertvoller Begleiter durch das Jahr, der jeden Tag bereichern kann. Auch ist es als Meditationshilfe und als Geschenk gut geeignet. Das Buch erscheint jährlich mit neuen Texten und ist unser Bestseller.

Da Omraam Mikhaël Aïvanhov seine Lehre ausschließlich mündlich überlieferte, wurden seine Bücher aus stenographischen Mitschriften, Tonband- und Videoaufnahmen seiner frei gehaltenen Vorträge erstellt.

Inhaltsverzeichnis

Über den Autor

Kurzbeschreibung

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Januar 2019

Februar 2019

März 2019

April 2019

Mai 2019

Juli 2019

August 2019

September 2019

Oktober 2019

November 2019

Dezember 2019

Index

Anhang

Abbildung 1: Die höhere und niedere Natur im Menschen

Abbildung 2: Der Lebensbaum

Abbildung 3: Namen der Hierarchien im Lebensbaum

Abbildung 4: Der hebräische Buchstabe Shin

Anmerkung zur Abbildung 2 und 3: Einführung in den Lebensbaum

Vom selben Autor – Reihe Gesamtwerke

Vom selben Autor – Reihe Izvor

Vom selben Autor – Reihe Broschüren

Copyright

Vorwort

»Jeden Morgen, bevor ihr irgendetwas anderes unternehmt, sammelt euch einen Moment lang in andächtiger Stille, damit Frieden und Harmonie in euch einziehen und um euch mit dem Schöpfer zu verbinden, dem ihr den beginnenden Tag durch euer Gebet und eure Meditation weiht.

Der Beginn ist sehr wesentlich. Denn zu diesem Zeitpunkt werden neue Kräfte ausgelöst und auf ein Ziel ausgerichtet. Um in der rechten Weise zu handeln, muss immer die Suche nach dem Licht am Anfang stehen. Denn auch in der Nacht stürzt ihr euch nicht in die Dunkelheit, um irgendwo einen Gegenstand zu holen oder eine Arbeit zu beginnen, sondern ihr macht zuerst eine Lampe an, damit ihr etwas seht, und dann handelt ihr. Und in gleicher Weise ist es notwendig, in allen Situationen des Lebens zuerst ein Licht anzumachen, das heißt, sich zu konzentrieren und sich innerlich zu sammeln, damit man weiß, wie man vorzugehen hat. Wenn ihr dieses Licht nicht habt, werdet ihr hin und her laufen, an etliche Türen klopfen und doch nichts Rechtes ausrichten.

Der ganze Tagesverlauf ist durch die Richtung, die ihr am Morgen euren Gedanken gebt, schon vorgegeben. Denn je nachdem, ob ihr achtsam und wachsam seid oder auch nicht, räumt ihr euch den Weg frei oder, im Gegenteil, ihr versperrt ihn euch mit allerlei unnützen, ja sogar schädlichen Dingen. Ein Schüler in der Einweihungswissenschaft weiß, wie er den Tag beginnen muss, damit es ein fruchtbarer, mit der Gnade Gottes erfüllter Tag werde und er diese Gnade dann um sich herum an alle Geschöpfe austeilen kann. Er weiß, dass er schon früh am Morgen einen grundlegenden Gedanken hegen muss, um den herum im Tagesverlauf alle weiteren Gedanken kreisen.

Wenn ihr für jeden Tag ein bestimmtes Ziel, eine bestimmte Ausrichtung und ein Ideal habt, dem ihr zustrebt, dann werden sich nach und nach eure sämtlichen Aktivitäten ordnen und regeln und so zur Verwirklichung dieses Ideals beitragen. Und selbst wenn fremde, negative Gedanken und Empfindungen in euch eindringen wollen, werden sie umgelenkt und in den Dienst der göttlichen Welt gestellt; auch sie werden die Richtung nehmen müssen, für die ihr euch entschieden habt. Auf diese Weise könnt ihr dank des grundlegenden Gedankens, den ihr früh am Morgen in euer Denken aufgenommen habt, diesen Tag in das große Buch des Lebens einschreiben.

Und da ja alles aufgezeichnet wird, so wird, wenn ihr einmal einen großartigen Tag gelebt habt, einen Tag des ewigen Lebens, dieser nicht nur registriert und unvergänglich, sondern er hat auch die Tendenz, alle weiteren Tage auf seinen Weg zu ziehen, sodass sie ihm gleichen. Versucht, zumindest einen einzigen Tag gut zu leben, denn dieser wird die folgenden beeinflussen; er wird sie ermuntern, ihnen zuflüstern und sie überzeugen, so wie er zu werden, ausgeglichen, geordnet, harmonisch.«

Omraam Mikhaël Aïvanhov

Januar 2019

1. Januar

Wenn ihr morgens erwacht, so bemüht euch, bewusst darüber zu werden, wie wichtig dieser Augenblick ist, denn von ihm wird der ganze restliche Tag abhängen, und von diesem Tag hängt auch euer weiteres Leben ab. Wenn ihr heute nicht richtig lebt, werdet ihr den nächsten Tag immer damit verbringen, die Folgen der am Vortag begangenen Fehler auszumerzen. All jene, die sich um ihre Zukunft bemühen und dabei die gegenwärtigen vierundzwanzig Stunden vernachlässigen, hinterlassen überall in ihrer Existenz Lücken und werden wieder auf die Erde kommen, um zu korrigieren, zu reparieren und zu leiden.

Wenn es euch nur gelingt, die gegenwärtigen vierundzwanzig Stunden richtig zu leben, dann bereitet ihr damit die kommenden vierundzwanzig Stunden vor, und euer jeweiliges Lernprogramm ist einfach auszuführen: Der Weg ist geebnet, es gibt keine Behinderungen, und dadurch wird das Leben leichter. Beginnt also damit, die ersten Momente jeden Tages bewusst zu leben, um die darauf folgenden Stunden vorzubereiten. Sagt euch: »Die Vergangenheit ist vergangen, die Zukunft muss erst noch kommen, aber das Heute steht mir zur Verfügung. Deshalb mache ich mich jetzt an die Arbeit!«

2. Januar

Es gibt die Erde und es gibt den Himmel. Beide verlangen unsere Aufmerksamkeit, und wir müssen lernen, sowohl für die eine als auch für den anderen zu arbeiten, indem wir damit beginnen, gut zu unterscheiden, welches die materiellen, irdischen und welches die spirituellen Werte sind. Solange wir auf der Erde leben, ist es ausgeschlossen, sie zu verlassen. Aber auf diese Erde sollen wir nur unsere Füße stellen und unseren Kopf im Himmel halten, was bedeutet, dass wir in alle unsere Aktivitäten Weisheit und Liebe hineinlegen, damit jede von ihnen uns der göttlichen Welt näher bringt.

Um ein Bild zu verwenden, würde ich sagen, dass wir unsere irdische Existenz so angehen sollen, wie es die Pflanzen tun. Betrachtet einen Baum: Er bleibt in der Erde verankert, aber dank des Wassers und des Lichts, das er vom Himmel erhält, verwandelt er die Erde und bewirkt ihre Weiterentwicklung, indem er Blüten und Früchte hervorbringt. Der Baum enthüllt uns, wie wir auf der Erde arbeiten, während wir uns gleichzeitig zum Himmel ausrichten. Das ist eine weitere Lehre, die uns die Natur erteilt: Wir dürfen nicht nur die Erde, die Materie nicht vernachlässigen, sondern wir sollen etwas tun, um sie zu verwandeln.

3. Januar

Die Liebe ist eine Wissenschaft, aber nur sehr wenige kümmern sich darum, diese zu studieren. Deswegen gibt es so viele Leute, die, voll guter Absichten, anderen ihre Liebe erklären und nach kurzer Zeit enttäuscht und verbittert dastehen, obwohl sie nichts als das Wort »Liebe« in ihrem Munde führten. Das ist fatal: Ihre Liebe, die unaufgeklärt war, hat sie in jämmerliche Situationen gebracht, und jetzt beklagen sie sich, dass die Liebe die Ursache allen Übels sei.

In Wirklichkeit ist es die Unwissenheit über die Liebe, welche Unglück bringt, nicht die Liebe selbst. Aber ihr müsst euch lange darin üben, euch mit Gott, der Quelle des ewigen Lebens zu verbinden, damit das Wasser in euch, eure Kräfte und Energien, sich ohne Unterlass erneuert. Zu Beginn wird euch diese Übung vielleicht nicht anziehend erscheinen. Ihr würdet Gott gerne lieben, aber euer Herz bleibt leer, ihr langweilt euch und lasst eure Gedanken umherschweifen. Macht aber weiter und sagt euch, dass euer gesamtes Leben von dieser Verbindung abhängt, die ihr gerade mit Ihm aufbaut. Nach und nach werdet ihr so reich, so stark, dass ihr allein durch eure Gedanken Tausenden von Menschen in der Welt helfen könnt, weil es für die Schwingungen keine Grenzen gibt.

4. Januar

Jeder Mensch hat eine bestimmte äußere Erscheinung, die es möglich macht, ihn wiederzuerkennen. Angesichts gewisser physischer Formen kann man sich nicht täuschen. Innerlich besitzt er jedoch die Fähigkeit, sich mit allem, was existiert, zu identifizieren, und übrigens tut er dies mehr oder weniger bewusst den ganzen Tag lang. Durch die Nachahmung identifiziert sich ständig etwas in ihm mit dem, was er berührt, sieht oder hört. Deswegen müssen wir wachsam sein und ab und zu innehalten, um uns zu fragen, mit wem oder mit was wir uns gerade identifizieren. Denn wir werden früher oder später zu jenen Wesen und Dingen, mit denen wir uns in dem Moment vereinen.

Und das Licht ist das, womit wir vor allem zu verschmelzen trachten sollten, um eines Tages wirklich zu diesem Licht zu werden. Wenn es uns gelingt, ausgehend von unserem Geist, dem in uns wohnenden Funken, nach und nach unser ganzes Wesen zu erleuchten, so werden wir die gleichen Fähigkeiten haben und die gleichen Segnungen bringen wie das Sonnenlicht.

5. Januar

Was ist eine Wohnung? Ein Ort, an dem man Schutz findet, an dem man arbeitet und lebt. Aber man kann sagen, dass unser physischer Körper bereits eine Wohnung ist, so wie auch alle anderen materiellen Körper – ein Tier, ein Baum, eine Blume, ein Stein – Wohnungen sind.

Auf der physischen Ebene haben wir mindestens zwei Wohnungen: unser Haus und unseren Körper. Doch die Wohnung ist nicht nur auf der physischen Ebene, sondern auch auf der psychischen und spirituellen Ebene eine Realität. Auf den feinstofflichen Ebenen besitzen wir auch Wohnungen: den Astral-, Mental-, Kausal-, Buddhi- und Atmankörper.* So wie in einem Gebäude mehrere Wohnungen vorhanden sein können, gehören unsere verschiedenen seelischen Wohnungen auch zu unserem physischen Körper.

Und diese Frage der Wohnung geht noch viel weiter, denn das Holz-, Stein- oder Betonhaus, das unseren physischen Körper beherbergt, wohnt selbst in einem anderen, viel größeren und weiteren Haus: der Erde. Die Erde wohnt im Sonnensystem, und das Sonnensystem wohnt im Kosmos. So umfassend stellt sich uns das Thema des Hauses dar.

*Siehe Abbildung 1 und Anmerkung im Anhang.

6. Januar

Der Kampf gegen das Böse ist Sache der himmlischen Wesen und nicht Sache der Menschen. Die Menschen haben dafür weder die Größe noch die Bedeutung noch die Methoden. Alle, die sich einbildeten, sie seien stark genug, um gegen das Böse in den Krieg zu ziehen, wurden überwältigt, weil das Böse eine extrem mächtige kosmische Kraft ist. Trotzdem ist es ein Irrtum zu glauben, es besitze ebenso viel Macht wie das Gute, und der Teufel sei eine Kraft, die mächtig genug ist, um Gott ewig die Stirn zu bieten; aber es ist den Menschen nicht gegeben, dieses Wesen zu besiegen. Wenn bestimmte wagemutige Menschen glauben, sie hätten die Mission, das Böse in der Welt zu vernichten, so wissen sie nicht, welchen Gefahren sie sich aussetzen.

Und doch ist dies kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen und zu warten, bis die himmlischen Wesen den Drachen, der in der Apokalypse erwähnt wird, besiegen. Indem wir täglich auf dem Weg des Lichts voranschreiten, können wir die Armee des Guten, die Armee der Söhne und Töchter Gottes verstärken, um ihren Sieg zu beschleunigen. Wenn diese Armee einmal groß genug sein wird, dann werden die finsteren Wesen besiegt sein. Sie üben nur deswegen weiterhin ihre zerstörerischen Aktivitäten aus, weil sie noch immer zu reichlich von den niederen Leidenschaften und Begierden der Menschen genährt werden.

7. Januar

Der himmlische Vater und seine Gemahlin, die göttliche Mutter, sind unsere wahren Eltern. Wer nicht fühlt, dass die Natur seine Mutter ist, der kann auch mit seinem himmlischen Vater keine echte Bindung haben. Es ist wesentlich für uns, uns bewusst zu werden, dass wir oben nicht nur einen Vater, sondern auch eine Mutter haben, denn unser Leben, wie auch das Leben des Universums, hat nicht nur die Offenbarungsformen des männlichen Prinzips, sondern auch die des weiblichen Prinzips zum Ursprung.

Wir haben zwei Eltern im Himmel. Man muss diese Wahrheit akzeptieren und dabei wissen, dass das Leben sich niemals der Unwissenheit und den Vorurteilen der Menschen beugen wird. Denn das Leben weiß sich zu verteidigen und sagt zu uns: »Warum versucht ihr, mich zu verstümmeln, indem ihr eines der beiden Prinzipien, die mich, das Leben, doch gerade ausmachen, unterdrücken wollt? Ich werde immer wieder die Oberhand gewinnen.« Eine wahre Religion ist vor allem eine Lehre des Lebens, des ganzen Lebens, ohne etwas abzuschneiden oder zu trennen.

8. Januar

Die erste Bedingung für euer Heil ist die Wachsamkeit. Lasst niemals zu, dass sich Aufruhr und Verwirrung in euch niederlassen. Steigt auf, sobald etwas euch alarmiert, anstatt euch zu zerstreuen! Sucht Zuflucht in eurem inneren Heiligtum, ruft den Geist Gottes in euch herbei, bittet Ihn um Rat, denn Er wird euch die Waffen geben. Wenn ein Teil von euch fähig ist, dort oben auf der Höhe zu bleiben, wird euch sogar inmitten größter Qualen kein Feind schaden können. Warum sind die Flugzeuge in Kriegszeiten eine so gefürchtete Waffe? Weil sie von oben angreifen.

Bezüglich der Vorsichtsmaßnahmen und der Methoden gibt es auf der spirituellen Ebene viele Analogien zur physischen Ebene. Wenn der Feind sich naht, zerstreut man seine Kräfte nicht, sondern man konzentriert sie und steigt nach oben. Auch ihr solltet euch konzentrieren, denn indem ihr euch konzentriert, steigt ihr auf. Überlegt einmal und fragt euch, wie oft es vorgekommen ist, dass ihr überrumpelt und malträtiert wurdet, nur weil ihr unten in der Zerstreuung geblieben seid.

9. Januar

Der Schüler einer spirituellen Lehre lernt, eine erwartende Haltung zu pflegen, denn sie ist ein innerer Zustand, der ihn wach hält. So wird er im Moment, wo lichtvolle Wesen ihn besuchen kommen, bereit sein, ihnen sofort die Tore seiner Seele zu öffnen. Allein diese erwartende Haltung macht ihn fähig, die Ereignisse der unsichtbaren Welt, die ihn durcheilenden Strömungen und die segenbringenden Wesen, die anwesend sind, wahrzunehmen. Ihr werdet sagen, ihr hättet diese Wesen niemals gesehen. Aber muss man sie denn unbedingt sehen? Ihr könnt sie fühlen, das ist viel wichtiger. Wenn euer Herz und eure Seele diese Enthüllungen, die euch die himmlischen Wesenheiten bringen, nicht spüren, dann würde es auch nichts bringen, sie zu sehen.

Ihr erwartet ein Licht, die Gnade des Himmels. Werdet aber niemals ungeduldig; lernt im Gegenteil, die Erwartung zu kultivieren, denn ihr könnt in jedem Augenblick eine Warnung, eine Nachricht, eine Aufklärung oder eine Nahrung erhalten. Dank eurer Erwartung sind eure feinstofflichen Zentren immer im Wachzustand. So erschafft ihr in euch eine Art Sensor, der euch über die Ankunft eines göttlichen Botschafters oder Besuchers informieren wird.

10. Januar

Jeder Mensch, auf welcher Entwicklungsstufe er sich auch befinden mag, ist dazu aufgerufen, immer weiter und weiter fortzuschreiten. Oft macht man nur deswegen keine Anstrengungen, weil man sich einbildet, der Weg sei versperrt, aber vielleicht ist er offen... Der Mensch sollte Erfahrungen machen, um herauszufinden, wozu er fähig ist. Selbst wenn er nicht sehr weit kommt, soll er doch in seinem Geiste gewahr bleiben, dass die göttliche Vollkommenheit das Ziel seines Erdenlebens ist. Natürlich ist die göttliche Vollkommenheit ein unerreichbares Ideal, aber dennoch muss er an der Verwirklichung dieses Ideals arbeiten, um seine Zukunft aufzubauen. In dem Moment werden die unterschiedlichen Gedanken, Gefühle und Wünsche, die ihn sonst in alle Richtungen zogen und ihn schwächten, ihren Meister gefunden haben und gezwungen sein, an seiner Regeneration teilzunehmen, so wie er selbst es beschlossen hat.

Welch große Wissenschaft muss da erarbeitet, welch starke Disziplin akzeptiert, welch enorme Anstrengung täglich geleistet werden! Doch gerade das ist so großartig. Man bleibt immer in Bewegung, man schreitet voran und man klettert hinauf. Der gesamte Sinn unserer Existenz steht in diesem Sehnen nach göttlicher Vollkommenheit geschrieben.

11. Januar

Die einzige Wissenschaft, deren Studium sich lohnt, ist die Wissenschaft des Lebens. Denn alle anderen Themen, die ihr angeht, alle anderen Aktivitäten, die ihr unternehmt, werden euch nur dann wirklich etwas bringen, wenn ihr euch auf diese wesentliche Realität konzentriert, welche das Leben ist. Anstatt also aus ihm das Mittel zu machen, durch das ihr eure Wünsche, euren Ehrgeiz und eure Launen befriedigen wollt, solltet ihr lernen, es als ein Ziel zu betrachten. Setzt alle eure Fähigkeiten dazu ein, es in euch zu stärken, zu erhellen, zu reinigen, denn ohne das Leben bleibt nichts übrig.

Es ist das Leben, welches den Verstand, das Herz und den Willen versorgt. Sobald ihr dieses Leben in euch aufrechterhaltet, versteht euer Verstand, liebt und freut sich euer Herz, stärkt sich euer Wille und wird schöpferisch. Ohne das Leben ist das Wissen nicht einmal mehr möglich, genauso wenig wie die Philosophie, die Religion und die Kunst. Deswegen ist die Wissenschaft des Lebens der Schlüssel für alle Verwirklichungen.

12. Januar

Wie viele Leute halten sich für sehr intelligent und für sehr gebildet! Wenn man sie reden hört, so haben sie alles gesehen, alles kennengelernt, alles verstanden, und sie werfen auf ihre Umgebung einen oberflächlichen Blick. Deswegen lernen sie fast gar nichts mehr dazu, sie sind abgestumpft. Bemühten sie sich jedoch, alles so zu betrachten, als wäre es das erste Mal, dann würden sie nicht nur wirklich etwas Neues entdecken, sondern sie würden auch neue Freuden kosten.

Ihr atmet, ihr esst, ihr trinkt... Tut es, als wäre es das erste Mal, dann wird euch alles köstlich erscheinen. Und verfahrt ebenso mit den Menschen, die euch umgeben, mit eurem Mann, eurer Frau, euren Kindern, euren Freunden... Ihr wendet ein, es brauche eine große Fähigkeit der Autosuggestion, um einen Mann, eine Frau, derer man schon lange überdrüssig ist, neu zu finden. Gewiss, aber wenn ihr beharrlich bleibt, wenn ihr wirklich sucht, so wird euch diese Fähigkeit der Autosuggestion erlauben, eine andere Wirklichkeit zu entdecken.

13. Januar

Das Leben ist eine unaufhörliche Bewegung. Deswegen müssen auch die Menschen in Bewegung bleiben und immer nach vorne schauen. Wer sich weigert voranzuschreiten, wird rückwärtsgehen. Sie verlieren die in ihnen eingeschriebene göttliche Prägung und kehren zur Unbewusstheit der Steine zurück, die nichts anderes ist, als ein schlafendes Bewusstsein. Wie viele Menschen sind, trotz ihrer menschlichen Erscheinung, wie die Steine, unfähig sich zu bewegen, man muss sie ständig anschieben, damit sie den Ort wechseln. Sie sollten wenigstens die Anstrengung unternehmen, das Mineralreich zu verlassen, um Pflanzen zu werden und zu wachsen! Später werden sie lernen, sich fortzubewegen wie die Tiere.

Es ist ein großer Vorteil, wenn man ohne äußere Hilfe fähig ist, seine Nahrung zu suchen, den Gefahren zu entfliehen und sich vor Unwettern in Sicherheit zu bringen. An dem Tag, an dem die Menschen eben diese Fähigkeiten auf der psychischen Ebene entwickelt haben werden, werden sie große Fortschritte gemacht haben. Aber damit sie zu Herren über ihr Schicksal werden, muss noch der wirkliche Zugang zum Menschenreich, zur Welt des Geistes, stattfinden.

14. Januar

Die Menschen suchen allzu oft eine Nahrung in dem, was nicht wesentlich ist. Sie verbringen den größten Teil ihrer Zeit mit Beschäftigungen, die ihrem Geist nichts bringen, und sie rechtfertigen sich, indem sie sagen, dass sie durch ihr Alltagsleben, ihre Verpflichtungen, ihre Familie, ihren Beruf, die Gesellschaft, zu Aktivitäten gezwungen werden, an denen der Geist in keiner Weise teilnehmen kann. Dies ist nicht wahr, weil der Geist überall ein Wort mitzureden hat.

Um das Wesentliche niemals aus den Augen zu verlieren, müssen wir unsere Existenz um dieses Zentrum, den Geist, den in uns wohnenden Funken, herum organisieren. Auf diese Weise werden alle unsere Aktivitäten, sogar unser Zeitvertreib, dazu beitragen, das Leben in uns zu nähren. Der im Menschen wohnende Geist lehnt die Leber, die Verdauungsorgane und die Füße nicht unter dem Vorwand ab, sie hätten keine ebenso edlen Aktivitäten wie Er. Alles ist an seinem Platz und der Geist benützt es. Aber sobald jene vereinende, regierende Kraft im Zentrum fehlt, fangen alle Elemente an, sich zu zerstreuen, und daraus folgt der Tod, der spirituelle Tod.

15. Januar

Um fähig zu sein, ausdauernd auf dem guten Weg weiterzugehen, müsst ihr die Beziehungen sorgfältig erforschen, die in euch zwischen der niederen und der höheren Natur stattfinden. Ihr fasst beispielsweise gute Vorsätze, wollt euch von einer schlechten Gewohnheit befreien oder jemandem helfen. Nun, wisst, dass eure niedere Natur, die euch beobachtet, euch Vorschläge und Versuchungen schicken wird, um euch davon abzuhalten. Oder sie wird geduldig auf den Augenblick warten, an dem sie sich rächen kann. Die niedere Natur besteht aus einem ganzen Volk, das im Menschen wohnt, und wie bei allen Völkern der Erde besteht dieses Volk nicht nur aus ehrlichen, edlen und großzügigen Geschöpfen; es gibt dort auch böswillige Wesenheiten, die versuchen, die Oberhand zu gewinnen.

Wenn die höhere Natur in euch Pläne schmiedet, so profitiert dabei von den Momenten, in denen eure niedere Natur eingeschlafen ist, andernfalls wird sie aufstehen und alle Mittel des Widerstands suchen. Sie wird euch zuflüstern: »Aber das ist doch nicht eilig... Du hast viel Zeit... Warum solltest Du all diese Anstrengungen unternehmen, obwohl Du doch so ruhig leben könntest?« Ihr solltet also gewisse Vorkehrungen treffen, um nicht in Versuchung zu geraten, eure guten Projekte aufzugeben.

16. Januar

Manche beharren

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