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Ruhm - Lektürehilfe und Interpretationshilfe. Interpretationen und Vorbereitungen für den Deutschunterricht.
Ruhm - Lektürehilfe und Interpretationshilfe. Interpretationen und Vorbereitungen für den Deutschunterricht.
Ruhm - Lektürehilfe und Interpretationshilfe. Interpretationen und Vorbereitungen für den Deutschunterricht.
eBook144 Seiten1 Stunde

Ruhm - Lektürehilfe und Interpretationshilfe. Interpretationen und Vorbereitungen für den Deutschunterricht.

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Über dieses E-Book

Diese Interpretationshilfe für Daniel Kehlmanns „Ruhm“ unterstützt Sie bei der Lektüre und der Vorbereitung auf den Unterricht und die Klausur.

Zu jeder der neun Geschichten erfolgt zunächst eine übersichtliche Inhaltsangabe, bevor dann jeweils auf das Thema Wirklichkeit und Fiktion eingegangen wird. Zusätzlich werden jeweils die Figuren analysiert und die Kommunikationsprozesse dargestellt.

Im Anschluss wird die Frage erörtert, ob es sich bei dem Werk um neun einzelne Geschichten oder einen Roman handelt. Hierbei werden insbesondere die beiden Prinzipien Rekursion sowie Labyrinth und die damit verbundene Vernetzung ausführlich beleuchtet.

In einem weiteren Kapitel wird ein abschließender Überblick über die beiden wichtigsten Themen Fiktion und Wirklichkeit und Erzähler-Figure-Geschichte gegeben.

Mit dieser Lektürehilfe gehen Sie gut vorbereitet in den Unterricht und die Klausur!

SpracheDeutsch
Erscheinungsdatum6. Mai 2016
ISBN9783957642059
Ruhm - Lektürehilfe und Interpretationshilfe. Interpretationen und Vorbereitungen für den Deutschunterricht.
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    Buchvorschau

    Ruhm - Lektürehilfe und Interpretationshilfe. Interpretationen und Vorbereitungen für den Deutschunterricht. - Friedel Schardt

    Vorwort

    Liebe Leserin lieber Leser,

    Sie haben sich entschieden, sich mit dem Roman Ruhm von Daniel Kehlmann auseinanderzusetzen. Wir wollen Ihnen dabei ein wenig helfen, Ihnen Hinweise und Tipps anbieten. Dabei sind wir uns sicher: Wir können nicht alles erklären, nicht alles erläutern, aber doch den einen oder anderen Tipp geben. Wir gestehen: An einigen Stellen sind wir selbst hilflos, kommen nicht so recht weiter, müssen uns einfach auf das einlassen, was Kehlmann uns anbietet.

    Der Roman wird Ihnen wahrscheinlich einige Schwierigkeiten bereiten. Wenn Sie ihn gelesen haben, so haben Sie wahrscheinlich einzelne Geschichten, einzelne Handlungsteile, einzelne Figuren in Erinnerung, aber Sie werden sich auch fragen: Wo ist nun der Gesamtzusammenhang? Konkret: Was macht nun aus den neun Geschichten einen Roman?

    Die Frage ist nicht ganz einfach zu beantworten, wenngleich es, wie Sie noch sehen werden, sehr komplexe Vernetzungen zwischen den einzelnen Geschichten gibt, die tatsächlich die einzelnen Geschichten aus ihrer Isolation herausholen und miteinander verbinden.

    Sie werden feststellen, dass diese Vernetzungen auf ganz verschiedenen Ebenen stattfinden.

    Ein besonderes Problem stellt das Erzählen selbst dar. Wir werden Sie, so vermuten wir, auf einige Probleme hinweisen, wenn es darum geht, Wirklichkeit und Fiktion voneinander zu trennen. Diese Trennung ist unumgänglich, wenn man im vorliegenden Fall sich mit dem Erzählen als solchem wie mit der erzählten Wirklichkeit (die ja eigentlich Fiktion ist) beschäftigt. Wir werden Sie unterstützen, wenn sie den Begriff „Wirklichkeit" etwas genauer in den Blick nehmen und wenn Sie versuchen, der Tätigkeit des Erzählers, der sich gelegentlich als allmächtiger Schöpfer darstellt, auf die Spur zu kommen. Bestimmt werden Sie auch an einzelnen Stellen an Ihr eigenes Leben bzw. an Figuren aus Ihrem Umfeld erinnert werden. Das sollte Sie nicht stören, sondern es sollte eher Anlass sein, sowohl über das von Kehlmann Erzählte als auch über das, was Sie aus ihrem Umfeld assoziieren, nachzudenken.

    Auf einen Aspekt sei besonders hingewiesen: Kehlmann spielt gelegentlich mit dem Leser. Er nimmt nicht alles todernst. Manches ist ironisch, manches ist witzig gemeint. Manche Einfälle überraschen, scheinen sogar den Autor selbst überrascht zu haben, wie etwa der Mann mit der roten Mütze, und wir sollten nicht überall allzu tief bohren wollen und uns gelegentlich einfach damit zufrieden geben, dass wir den einen oder anderen Einfall als guten Einfall empfinden und ihn so auch akzeptieren (und wenn nicht lauthals lachen, so dürfen wir doch leise schmunzeln).

    Einleitung

    Es ist wohl nicht ganz einfach, einen analytischen Zugang zu dem von Kehlmann als „Roman bezeichneten Werk „Ruhm zu gewinnen. Am besten wird es wohl sein, man folgt dem Untertitel des Werks und nimmt diesen beim Wort: Ein „Roman in neun Geschichten".

    Konkret bedeutet das: Wir haben zunächst einmal zu fragen: Was macht eigentlich einen Roman aus? Angesichts des konkreten Werks werden wir aber ziemlich schnell an unsere Grenzen stoßen. Bleibt nur der Weg, zum zweiten Teil des Untertitels zugreifen. Was ist mit den neuen Geschichten, die den Roman (angeblich) ausmachen?

    Wir werden uns also zunächst diesen neuen Geschichten Schritt für Schritt zuwenden und versuchen, sie unter den üblichen Gesichtspunkten zu analysieren, d.h.: Geschehensablauf/Handlungsabfolge, Figureninventar, Hauptmotive und dergleichen mehr untersuchen. Dann aber haben wir zu fragen: Gibt es Aspekte, die für alle Geschichten gleichzeitig zutreffen, sie also als zusammengehörig ausweisen könnten? Dann aber müssen wir uns schon mit der Frage nach dem Roman beschäftigen und untersuchen, welche Verbindungen zwischen den einzelnen Geschichten denn nun bestehen. Dabei wird im konkreten Fall von der üblichen Erwartung abzuweichen sein: Es gibt eben keine Handlungskonstitution über die Geschichten hinweg, es gibt kein konsequent durchgeführtes Figureninventar oder eine raumzeitliche Größe, die in allen Geschichten gilt. Wir haben es allerdings mit Verbindungen zu tun. Die freilich finden auf ganz verschiedenen Ebenen statt.

    Es gilt nun diese Vernetzungen aufzuzeigen und so neue Strukturen, die eben auch einen Roman konstituieren können, zu identifizieren.

    Ein besonderes Problem in fast allen Geschichten stellt der Prozess des Erzählens selbst dar, genauer: die Frage nach dem Zusammenhang von erzählter Fiktion und Wirklichkeit, wobei man sehr schnell in Verwirrung gerät, wenn es darum geht, die Begriffe „Wirklichkeit und „Fiktion im Rahmen eines Erzählganzen präzise zu trennen und gegenüberzustellen.

    Angesichts der in den einzelnen Geschichten behandelten Themen und Handlungssegmente liegt natürlich die Frage nahe: Was hat das alles mit uns und unserer Zeit, mit unserem Leben, mit unserer Wirklichkeit zu tun? In der vorliegenden Interpretationshilfe werden wir diese Frage nicht erschöpfend beantworten, wir werden wohl aber an einzelnen Stellen auf sie einzugehen haben, sie etwas differenzierter vorstellen müssen, um Wege zu zeigen, auf denen sich Antworten ergeben könnten.

    1 Die einzelnen Geschichten

    1.1 Stimmen

    1.1.1 Inhalt

    Der Techniker Ebling ist verheiratet und hat eine Tochter, die ihm fremd geworden ist, und einen wenig intelligenten Sohn (9). Er arbeitet in einem Betrieb, der sich auf die Reparatur von Computern spezialisiert hat. Seine Arbeit besteht konkret darin, so lange Einzelteile auszutauschen, bis das Gerät wieder funktioniert. Der Computer selbst ist ihm inzwischen geheimnisvoll geworden, er sieht ihn als „kompliziert und rätselhaft (9) an. Nachdem Ebling sich jahrelang geweigert hatte, sich ein Mobiltelefon zuzulegen, hat er sich nun endlich ein solches Gerät gekauft und es sofort aktivieren lassen. Bald klingelt das neue Telefon, obwohl noch niemand Eblings Nummer kennt. Er hebt ab, wird als „Ralf angesprochen und versucht, den Irrtum zu korrigieren. Es folgen weitere Anrufe, immer wird ein „Ralf verlangt. Ebling versucht über den Kundendienst der Telefongesellschaft, Abhilfe zu schaffen, muss aber zur Kenntnis nehmen, dass das, was er behauptet, schlicht unmöglich sei, da niemand eine schon belegte Nummer bekomme. Auch seine Versuche, bei den Anrufern auf Korrekturen hinzuwirken, werden von diesen nicht akzeptiert. Sie alle sind der Meinung, sie hätten einen Ralf angerufen. Folglich muss der, der da am Telefon spricht, auch Ralf sein. So übernimmt Ebling nun schrittweise die Rolle dieses ihm unbekannten Ralf, gibt offene, vage Antworten und bewirkt so mehr und mehr wohl folgenreiche Entscheidungen. Er gewöhnt sich schnell an die Telefonsituation und wartet geradezu auf Anrufe, auf die er sich sogar freut (13). Er steigert diese Freude noch, indem er das Einschalten des Telefons hinausgezögert. Ebling steigert sich schnell in die Rolle des „Ralf und spricht, ohne Kontexte, Vorgeschichte und Zusammenhänge zu kennen, improvisierte Dialogteile, die für seine Gesprächspartner offensichtlich einen Sinn ergeben, für ihn selbst aber nur so etwas wie ein Reaktionsspiel darstellen. Er verabredet ein Date mit einer Frau, ohne sie oder auch das Lokal, von dem die Rede ist, zu kennen. Er geht zwar nicht zu dieser Verabredung, wartet aber doch auf eine mögliche telefonische Reaktion der Frau. Gleichzeitig führt er nun in seiner Imagination ein kurzes Doppelleben und stellt sich sein Verhalten bei dem fingierten Treffen vor. Er entwirft so gewissermaßen eine Traumwelt, die allerdings zumindest in dem Teil, der ihn selbst nicht betrifft, schon real existiert. Er wartet auf einen möglichen Anruf aus dieser neuen, für ihn „zweiten Welt. Er wartet zunächst vergeblich und ist entsprechend enttäuscht. Mitten in der Nacht schaltet er nochmals das Telefon ein, und während er die inzwischen eingetroffene Nachricht zur Kenntnis nimmt, erreicht ihn ein neuer Anruf, der ihm eine neue Rolle abverlangt. Auch diese neue Rolle spielt er in schon gewohnter Manier: Er antwortet mit sprachlichen Versatzstücken, die von ihm her gesehen alles und nichts besagen (16), die allerdings für den Gesprächspartner wohl von Bedeutung sind und auch einen Sinn im vom Gesprächspartner intendierten Gesamtkontext ergeben, denn die nun daraus abgeleiteten Entscheidungen scheinen wohl folgenschwer zu werden. Der von Ebling erwartete Anruf der Frau, mit er mit der er sich verabredet hatte, erreicht ihn anschließend, und wieder bedient sich Ebling sprachlicher Versatzstücke („ich hatte einen schlechten Tag (16)) bei der Gestaltung seines Anteils an der Kommunikation. Eigenartigerweise scheitert die Kommunikation nicht, obwohl der eine Kommunikationspartner die Gesamtsituation sowie die Redegegenstände kaum kennt. Die Kommunikation führt vielmehr weiter und zu einer neuen Verabredung.

    Ebling wird in seiner Kommunikation via Telefon immer souveräner, trifft folgenschwere Entscheidungen, ohne die Zusammenhänge zu kennen, und versucht, seine Rolle als „Ralf" in der Wirklichkeit festzumachen. Allerdings weiß er, dass er seine Gesprächspartner nichts fragen darf. Fragen würden ihn als Falschspieler entlarven.

    Ebling sieht ein Plakat mit dem Bild des Schauspielers Ralf Tanner und spielt nun mit dem Gedanken, er sei dieser Ralf. Er verwirft dann aber den Gedanken wieder, der Leser freilich ist nun auf eine Spur gebracht, die er nicht so ohne weiteres wieder verlassen wird.

    Eblings Leben ist – zumindest in diesen Telefonwelten – aufregend geworden, seinen Beruf hat er schon fast ganz vergessen. So sitzt er zuhause und fragt sich, ob er „vergessen hatte hin zu gehen" (21).

    Ganz plötzlich bleibt nun „das Telefon stumm (21). Die reale Welt holt Ebling ein, der zwei Tage in seinen Träumen lebte. Noch einmal klingelt sein Handy. Es ist sein Chef, der wissen will, ob er krank sei, da er schon zwei Tage nicht gekommen sei. (22) Ebling gliedert sich wieder ein, sabotiert aber aus Protest drei Computer und bedauert, nicht mutiger gewesen zu sein. Der Mut fehlt ihm eben wirklich, sonst würde er einmal eine der ihm bekannten Nummern anrufen. Allerdings: Er hat nicht den Mut, in diese seine fiktive Welt einzugreifen. Er reagiert eben nur. Sein Kollege Rogler bringt die brutale Wirklichkeit Eblings auf den Begriff: „… wer sollte dich schon anrufen?.(23)

    1.1.2 Wirklichkeit - Fiktion - Spiegelung

    Ebling, seine Frau und seine Kinder leben wohl in der vom Erzähler als solcher konstatierten Wirklichkeit. Die Mängel dieser Wirklichkeit werden dann offenkundig, wenn sich die Wirklichkeit in bestimmten fiktionalen Entwürfen spiegelt. Eblings Verhältnis zu seiner Frau, die er wohl einmal geliebt hatte, ist reduziert auf das Notwendigste. Schon der erste Anruf aus der anderen, der ihm unbekannten Welt bringt sein Herz zum Klopfen. (10/11) Nachdem Ebling sich mit der unbekannten Bekannten verabredet hat, „fasste er zum ersten Mal seit langem wieder seine Frau an." (15) Mit anderen Worten: Ebling wird sich wieder seiner ursprünglichen Bedürfnisse bewusst und beginnt seine Beziehung so zu leben, wie er sie einmal konzipiert hatte. Die Projektion auf eine fiktionale Ebene bewirkt im Rückschluss, dass die Wirklichkeitsebene

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