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Aus der Dunkelheit erwacht: Fantasy Roman

Aus der Dunkelheit erwacht: Fantasy Roman

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Aus der Dunkelheit erwacht: Fantasy Roman

Länge:
218 Seiten
3 Stunden
Freigegeben:
Dec 3, 2014
ISBN:
9783957641366
Format:
Buch

Beschreibung

Zhara lebt in einer Welt, die durch die Dunkelheit beherrscht wird. Götter und Gestaltwandler sind lange verschwunden. Doch dann erfährt sie, dass in jeder Generation ein Mensch geboren wird, der die Fähigkeit besitzt, das Licht zurück zu bringen.
Als sie sich auf die Suche nach dem Wesen macht, das sie nachts in ihren Träumen zu sich ruft, beginnt eine Reise voller Gefahren und Geheimnisse, die die Welt ein weiteres Mal verändern wird.

Nach dem Bestseller "Feuer des Schicksals" erscheint nun der lange erwartete, dritte Fantasy-Roman von Serena S. Murray!

Freigegeben:
Dec 3, 2014
ISBN:
9783957641366
Format:
Buch

Über den Autor


Buchvorschau

Aus der Dunkelheit erwacht - Serena S. Murray

Epilog

Kurzbeschreibung

Zhara lebt in einer Welt, die durch die Dunkelheit beherrscht wird. Götter und Gestaltwandler sind lange verschwunden. Doch dann erfährt sie, dass in jeder Generation ein Mensch geboren wird, der die Fähigkeit besitzt, der Menschheit das Licht zurückzubringen. Als sie sich auf die Suche nach dem Wesen macht, das sie nachts in ihren Träumen zu sich ruft, beginnt eine Reise voller Gefahren und Geheimnisse, die die Welt ein weiteres Mal verändern wird.

Der Wissenschaftler schaute durch die Scheibe, während das Mädchen verängstigt in der Ecke eines kleinen Raumes saß. In der Hand hielt sie eine Decke. Eine Schwester in einem weißen, unscheinbaren Kleid betrat den Raum. Sie lächelte das Mädchen freundlich an, doch es half nichts. Das Kind blieb bewegungslos sitzen und schaute die Schwester nur wachsam an. Der Mann vor der Scheibe verzog die Lippen zu einem Strich. Es lief nicht nach Plan. Und das hasste er. Die Schwester packte das Kind schließlich, nachdem kein freundliches Zureden half und hob es unter großer Anstrengung auf das Bett. Der Mann konnte die Schreie nicht hören, aber er sah ihr Gesicht. Von den Tränen unberührt drehte er sich zu einem seiner Assistenten um.

„Gebt ihr etwas zur Beruhigung. Ihre Blutanalysen sind fehlerhaft. Wir brauchen noch eine Probe." Seine Stimme klang kalt, währed seine Augen den Kampf im Inneren des Raumes beobachteten. Im Stillen musste er ihren Mut bewundern. Die Lampe auf dem Gang gab seinem markanten Gesicht ein kaltes, fast schon gespenstiges Aussehen. Der Assistent nickte, ging in einen Nebenraum und kam mit einer Spritze wieder. Als er das Zimmer betrat, sah das Kind ihn mit gehetztem Blick an, während die Schwester sie auf das Bett drückte. Doch das kleine Bündel hatte keine Chance. Die Nadel durchstieß ihre weiche Haut und dann dauerte es nur noch Sekunden, bis das starke Mittel anfing, seine Wirkung zu zeigen. Der Wissenschaftler öffnete nun ebenfalls die Tür und trat ein. Sein Blick war nachdenklich auf das schlafende Kind gerichtet. Sie war anders als die anderen. Ihr Blut war außergewöhnlich. Sein Ziel war es nun, zu entschlüsseln, was es damit auf sich hatte. Er würde sie behalten und seine Tests durchführen. Niemand konnte ihn daran hindern. Als die Schwester ihm eine weitere Spitze brachte, um das Blut zu entnehmen, machte er sich mit kalter Präzision an die Arbeit.

Leise klopfte Zhara an das Glas. Mit pochendem Herzen schaute sie sich um, ob jemand sie beobachtete. Als das Fenster geöffnet wurde, ließ sie sich lautlos ins Innere des Hauses gleiten. Ihr Freund Jeral wartete bereits auf sie, eine Laterne in der Hand, damit sie in dem alten Gebäude etwas sehen konnten. Ihr blonder Haarschopf leuchtete im flackernden Licht. Vor etwa zwei Wochen fingen bei Zhara die Träume an. Ein Wesen rief sie zu sich. Immer wieder stand sie in dieser Höhle, an deren Wänden seltsame Zeichnungen in einem unheimlichen Licht leuchteten. Von irgendwoher konnte sie Wasser gegen etwas schwappen hören. Der Geruch nach verbrannter Erde kitzelte sie in der Nase. Und mit einem Mal stand er vor ihr. Sein Körper stand in Flammen, doch es schien ihm nichts anzuhaben. Auch wenn Zhara nicht wusste, was für eine Art Wesen das war, hatte sie keine Angst. Die Augen schauten sie mit einer Weisheit an, die sie nie vermutet hätte. Die Federn schimmerten golden durch die Flammen. In ihren Gedanken hörte sie immer wieder die Worte: Es ist Zeit.

Wenn sie nur wüsste, für was die Zeit gekommen war. Darauf bedacht, ja kein Geräusch zu machen, schlichen sie durch die Räume und Gänge, bis sie fanden, was sie suchten. Laut Jerals Informanten war dieses Gebäude einst eine große Bibliothek gewesen. Die Bücher zogen vor etwa 10 Jahren um, doch einige alte, verstaubte Exemplare hatte man einfach zurückgelassen. Die Regentschaft ließ die alten Legenden in Vergessenheit geraten. Und tatsächlich. Sie kamen an eine Tür, die durch schwere Eisenketten verschlossen gehalten wurde. Der Computer an der Wand, der einst automatisch die Verriegelung regelte, war schon lange außer Betrieb. Ein aufgeregtes Kribbeln in der Magengegend sagte ihr, dass sie gefunden hatten, wonach sie suchten. Jeral öffnete mit geschickten Fingern und seinem Werkzeug, das er immer bei sich trug, das Schloss der Kette. Zhara konnte sie gerade noch auffangen, bevor sie auf den Boden fallen und die Patrouille, die in dieser Nacht durch die Straßen und Gassen lief, auf sie aufmerksam machen konnte. Den Bewohnern des Dorfes war es strengstens untersagt, nachts die Häuser zu verlassen. Als sie den Raum betraten, wirbelten Staubflocken auf. Die Bretter unter ihren Füßen knarrten. Jeral gab ihr ein Zeichen, dass sie sich beeilen sollten. Nickend stimmte sie zu. Sie wollte definitiv nicht herausfinden, was geschah, wenn man sie erwischte. Und doch hatte ihr Wissensdurst sie wieder einmal die Regeln brechen lassen. Als sie mit einem Fuß durch eines der kaputten Bretter brach, schlang Jeral schnell einen Arm um ihre Taille und hielt sie fest. Trotz seiner schlanken Figur besaß er eine Kraft, die sie immer wieder erstaunte. Seit sie als Kind ins Dorf gebracht worden war, waren sie nun befreundet. Niemand kannte sie so gut wie Jeral. Doch erst im letzten Jahr war sie sich ihrer Gefühle für ihn bewusst geworden. Zhara hoffte inständig, dass er ihren schnellen Herzschlag und ihren stockenden Atem nicht bemerkte. Als er sich sicher war, dass niemand das Haus stürmen würde und ihr nichts passiert war, ließ er sie los. Einen kurzen Moment zögerte er, doch sie zwang sich, nicht zu viel hineinzuinterpretieren. Schnell suchten sie die Bücherregale ab. Der Schein der Lampe gewährte ihnen dabei nur begrenzt Licht. Ein Buch mit einer goldenen Schrift zog ihre Aufmerksamkeit auf sich. Vorsichtig zog sie es aus dem Regal. Mit einer Hand wischte Zhara die Staubschicht ab, sodass sie den Titel lesen konnte.

„Die Legende des Lichts", flüsterte sie leise. Doch ein Geräusch im hinteren Teil des Hauses ließ sie erschrocken zusammenfahren.

„Komm schnell, die Patrouille. Wir müssen los", flüsterte Jeral ihr ins Ohr. Das Buch steckte sie in ihre Tasche. Die beiden Eindringlinge verließen das Haus durch das gleiche Fenster, durch das sie hineingekommen waren. Vor ihrem Zuhause trennten sie sich. Wie sie es schon so oft zuvor getan hatte, schlich Zhara sich ins Haus. Ihr Zimmer lag im Erdgeschoss, direkt neben der Küche. Ihre Pflegeeltern schliefen im ersten Stock. Als sie die Tür ihres Zimmers hinter sich schloss, atmete sie erleichtert aus. Vorsichtig setzte sie sich aufs Bett, immer noch darauf bedacht, ja keine Geräusche zu verursachen. Lynn, ein weiteres Pflegekind, schlief nur zwei Räume weiter und hatte kein Problem damit, ihr das Leben schwer zu machen. Ehrfürchtig nahm sie das Buch aus ihrer Tasche. Eine Kerze erhellte das kleine Zimmer, sodass sie die Zeichnungen auf den ersten Seiten erkennen konnte. Vorsichtig fuhr sie mit dem Zeigefinger über die Abbildung der Sonne. Die Welt musste schön ausgesehen haben, als es noch die Sonne und das Licht gab. Laut dem, was Zhara im Laufe ihres kurzen Lebens aufgeschnappt hatte, stellten sich die Menschen vor über dreihundert Jahren gegen die Götter, die nur durch den Glauben der Menschen existieren konnten. Die Wissenschaft machte große Sprünge, immer Neues wurde entdeckt.

Bis man die Atombombe erfand.

Die Machtgier der Regierung kannte keine Grenzen. Immer mehr fremdes Land wurde erobert, die alten Völker wurden unterdrückt und versklavt. Neben den Menschen existierten die Gestaltwandler. Doch Neid und Missgunst führten beinahe zu ihrer Ausrottung. Man vermutete, dass sie noch existierten, doch sie hielten sich versteckt. Lebten in Wäldern, in die kein Mensch einen Fuß setzten würde. Menschen, die sich selbst als rational denkende Individuen betrachteten, hielten Abhandlungen darüber, dass die Götter nicht mehr Bestandteil dieser Zeit sein sollten. Immerhin hatten es die Menschen geschafft, eine Lebenserwartung von 150 Jahren zu erreichen. Krankheiten gab es so gut wie gar nicht mehr. Da es mit der Zeit zu viele Menschen auf der Erde gab, wurden immer mehr Wälder abgeholzt, um mehr Lebensraum zu schaffen.

Bis zu diesem einen Tag, über den keiner öffentlich reden durfte.

Die mächtigste Regierung der Welt befahl den Angriff mit einer Atombombe. Sie sollte nur in eine größere Stadt einschlagen, alles war vorher sorgfältig durchgeplant.

Die Auswirkung konnte damals niemand voraussehen, doch der Preis war letztendlich zu hoch. Die Hälfte der Menschheit wurde ausgelöscht. Zum einen durch die Welle, die die Detonation auslöste. Danach verschwand die Sonne, die Menschen starben unmittelbar oder erst einige Wochen später an der Verstrahlung. Panik brach aus und jeder kämpfte um sein eigenes Leben. Die Überlebenden teilten sich in zwei Fraktionen. Die einen verschrieben sich der Wissenschaft, die anderen kehrten zu den Ursprüngen zurück und gaben den Göttern einen Teil ihrer Kräfte zurück. Die Vegetation erholte sich ein wenig und bot diesen Gruppen an Menschen einen Lebensraum. Innerhalb eines Tages nach der Zündung der Bombe hatte sich eine Schicht aus giftigen Gasen, Staub und noch viel mehr über die Erde gelegt. Damit war die Dunkelheit geboren. Zudem gab es Erdbeben, Stürme und Flutwellen, die schreckliche Folgen nach sich zogen. Eine neue Regierung, die sich die Regentschaft nannte, übernahm die absolute Macht über alle Länder. Als Zhara sich von den Bildern losreißen konnte, schlug sie die erste Seite auf und fing an zu lesen.

Ihr Leser, die ihr diese Seiten des Wissens in Händen haltet, gebt die Hoffnung nicht auf. Mein Name ist James S. Tiguar. Es ist jetzt 2 Jahre her, seitdem das Unglück die Welt ins Chaos gestürzt hat. Als Wissenschaftler an einer der bedeutendsten Universitäten der Welt habe ich lange Jahre geforscht. Doch nun spüre ich, dass ich sterben werde. Die Strahlung, der ich ausgesetzt war, hat mein Todesurteil unterschrieben. Im Angesicht des Todes zog es mich zurück zu meinen Ursprüngen, zu meinen Ahnen. Dort traf ich eine Schamanin, die von sich behauptet, von Gestaltwandlern abzustammen. Um meinem ruhelosen Geist ein wenig Linderung zu verschaffen, erzählte sie mir von ihren Visionen. Der Gott des Lichtes sprach zu ihr. In jeder Generation wird jemand geboren, der die Fähigkeit besitzt, das Licht aus dem Gefängnis zu befreien, in das die Menschen es gesteckt haben. Die Hoffnung der Welt lastet auf den Schultern dieses einen. Nun habe ich lange an diesen Worten gezweifelt, denn ich hielt die Schamanin nicht wirklich für zurechnungsfähig. Doch ich sehe, was die Menschen, die der Wissenschaft abgeschworen haben, durch ihren Glauben erschaffen haben. Die Götter sind diesen Menschen gegenüber gnädig gestimmt. Solange es mein Körper zulässt, werde ich die Welt bereisen und diese Vision der Schamanin prüfen. Sie sagt, es gibt andere, die dasselbe sehen wie sie. Doch …

An dieser Stelle war die Schrift verschmiert und Zhara konnte den Rest des Textes nicht mehr entziffern. Die Zeit hatte ihre Spuren hinterlassen. Die folgenden Seiten des Buches bestanden aus Reiseberichten, teilweise in einer Sprache geschrieben, die Zhara nicht kannte. Sie verbrachte fast die gesamte Nacht damit, das Buch durchzulesen. Zumindest die Texte, die sie verstand. Zum Schluss fielen ihr einfach die Augen zu. Erst das Klappern von Töpfen in der Küche ließ sie aufschrecken. Mit einem Blick auf das Buch war ihr Entschluss gefasst. Violett bereitete gerade das Frühstück vor, als Zhara die Küche betrat. An ihrer Schulter hing ihre Tasche, in der sich all ihre wenigen Habseligkeiten und das Buch befanden. Als die ältere Frau ihr einen Blick zuwarf, versuchte Zhara, keine Miene zu verziehen.

„So, du hast also beschlossen, uns zu verlassen?", sagte Violett ohne ein Gefühl in der Stimme. Sie nickte. Zhara hatte keine Ahnung, wie ihre Pflegemutter reagieren würde. Aus einer Schale auf der Arbeitsplatte nahm sie sich einen Apfel. Als sie hineinbiss, betrat Lynn den Raum und warf ihr ein hämisches Grinsen zu, das bei Zhara einen sauren Beigeschmack hinterließ. Irgendetwas stimmte nicht.

Wie ein in die Enge getriebenes Tier schaute sie zur Tür und schätzte die Entfernung ab. Violett war eine stämmige Frau, die gut zupacken konnte, wie sie aus Erfahrung wusste. Doch bevor sie ihre Gedanken zu Ende bringen konnten, betraten zwei Männer durch die einzig verfügbare Tür die Küche. Beide besaßen Arme wie Baumstämme und breite Schultern. Wahrscheinlich Minenarbeiter. Die Blicke der Männer waren auf sie gerichtet, die Arme entspannt vor der Brust gekreuzt. Violett arbeitete ungerührt weiter und beachtete die Männer nicht. Bei ihren Worten lief Zhara allerdings ein kalter Schauer über den Rücken.

„Zu schade, Zhara, aber wir haben andere Pläne. Die Mine benötigt neue Arbeiter. Du bist jetzt alt genug und die Zeit ist gekommen, dass du deinen Teil für die Gesellschaft verrichtest. Da du deine Sachen ja bereits gepackt hast, kannst du gleich aufbrechen." Noch immer schaute Violett nicht auf. Doch diese Worte unterschrieben mit eiskalter Klarheit Zharas Todesurteil. Niemand überlebte in den Minen mehr als ein Jahr. Da kein Mensch mehr freiwillig dort arbeiten wollte, veranlasste die Regentschaft, dass Straftäter und Andere, die sonst nicht vermisst wurden, ihre Arbeit dort verrichteten. Zumindest wurde das unter vorgehaltener Hand auf den Straßen erzählt. Als einer der Männer ein Schritt auf sie zutrat, wohl wissend, dass sie nicht freiwillig mitkommen würde, warf sie ihm den angefangenen Apfel ins Gesicht. Obwohl sie dadurch natürlich keinen Schaden anrichtete, verschaffte ihr diese Aktion ein klein wenig Zeit. Sie warf sich mit voller Wucht gegen den anderen Mann, der direkt vor der offenen Tür stand. Ihr Glück bestand darin, dass er über die erhöhte Türschwelle stolperte, ansonsten hätte sie ihn mit ihrem Körpergewicht wohl kaum umwerfen können. Außerdem war sie nicht gerade zimperlich zu nennen. Zum Glück. Denn diese Aktion würde ihr einige blaue Flecken und vielleicht sogar Prellungen einbringen. Wie im Training mit Jeral richtete sie sich schnell wieder auf und stellte sich kampfbereit hin. Alle Waisenkinder im Dorf wurden seit frühester Kindheit in Selbstverteidigung unterrichtet, um sich im Ernstfall wehren zu können. Durch Schmuggler gelangten sie zu Waffen. Doch leider hatte Zhara ihr altes verrostetes Schwert im Wald versteckt, damit niemand es fand. Als der Mann, den sie umgeworfen hatte, sich aufrichtete und sie nun mit Mordabsichten im Gesicht anschaute, lächelte Zhara ihn höhnisch an. Sie konnte nichts dafür, doch die Menschen zu reizen lag anscheinend in ihrer Natur. Es gab nur zwei Möglichkeiten. Entweder sie schaffte es zu entkommen oder sie musste die Männer so reizen, dass sie sie sofort umbrachten. Alles war besser, als in einem Bergwerk zu arbeiten. Als beide Männer mit einem Mal auf sie zugestürmt kamen, duckte sie sich unter den massigen Körpern hinweg. Sie war nicht wirklich zierlich zu nennen, doch sie war alle Mal kleiner als die zwei Männer. Der aufgewirbelte Staub brannte ihr in den Augen. Es hatte seit Wochen nicht mehr geregnet. Doch auch der saure Regen, der sonst vom Himmel fiel, brachte nie wirklich etwas Gutes. Das Trinkwasser wurde generell gesäubert, in den Flüssen und Seen gab es kaum noch Leben. Als sie am Arm gepackt und ihr fast die Schulter ausgerenkt wurde, warf sie ihrem Angreifer eine Handvoll Staub ins Gesicht. Der Mann fluchte nur, ließ jedoch nicht locker. Als ein Körper gegen ihren Angreifer prallte, musste sie mehrmals blinzeln, ehe sie etwas erkennen konnte. Jeral stand ein paar Schritte entfernt, seine Brust hob und senkte sich unter seinem schweren Atem. Anscheinend hatte er den zweiten Mann gegen den Ersten geworfen. Ihr blieb jedoch keine Zeit, sich wieder einmal über seine Kraft zu wundern, denn die beiden wollten nun anscheinend Ernst machen. Die Pranke von einem der Männer traf sie am Kinn, sodass sie kurzzeitig Sternchen sah. Den linken Arm hatte sie sich anscheinend auch irgendwie verletzt, denn ein kleines Rinnsal Blut floss ihren Arm hinunter. Eine Strähne ihrer Haare wurde ihr ausgerissen, als sie sich unter den Händen hinweg duckte. Ihr Angreifer schaute die fast weiße Strähne in seiner Hand verdutzt an. Aus den Augenwinkeln sah sie Jeral, der ebenfalls gerade einem Angriff auswich. Irrte sie sich, oder waren seine Schultern mit einem Mal breiter als vorher? Mittlerweile hatte sich eine kleine Traube Schaulustiger gebildet, die ihnen zusahen. Zhara verabscheute so etwas über alle Maßen. Kaine, ein kleiner Junge, schob sich zwischen den Beinen der Erwachsenen hindurch, um zu ihnen zu gelangen. Doch das Geräusch zerreißender Kleidung lenkte sie von dem schmutzverschmierten Gesicht des Kindes ab. Die Männer schrien panisch auf und bewegten sich mit einem Mal rückwärts. Ihre Augen waren schreckgeweitet. Auch die Menschenmenge um sie herum floh, als die Schockstarre nachließ. Schwer atmend stand sie da. Ihre Beine hatten anscheinend noch nicht verstanden, dass sie lieber fliehen sollte. Kaine zupfte an ihrer Hose und schaute mit großen Augen auf einen Punkt hinter Zhara. Automatisch ging sie wieder in eine Abwehrhaltung über, als sie sich umdrehte. Und mit einem Mal stockte ihr der Atem.

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