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Seewölfe - Piraten der Weltmeere 474: Küstenpiraten

Seewölfe - Piraten der Weltmeere 474: Küstenpiraten

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Seewölfe - Piraten der Weltmeere 474: Küstenpiraten

Länge:
112 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
18. Dez. 2018
ISBN:
9783954398829
Format:
Buch

Beschreibung

Dieses Mal lag eine französische Handelsgaleone auf der Reede von Havanna vor Anker und sollte in der Nacht von den Küstenwölfen unter dem Oberschnapphahn Fiarro überfallen und ausgeplündert werden. Mit zehn Booten wollten sie sich an die Galeone pirschen und entern. Nur ahnten sie nichts davon, daß ihre Boote Löcher hatten, die lediglich mit Werg zugestopft waren. Sobald sie ihre Boote ins Wasser geschoben hatten, würden die Bilgen zu lecken beginnen. Das war der Anfang vom Ende. Jean Ribault und Roger Lutz hatten ihr Werk genau geplant, um den Kerlen diesen Angriff zu verpatzen. Die Boote würden vollaufen. Und dann waren die Haie zur Stelle...
Herausgeber:
Freigegeben:
18. Dez. 2018
ISBN:
9783954398829
Format:
Buch

Über den Autor


Ähnlich wie Seewölfe - Piraten der Weltmeere 474

Titel in dieser Serie (40)

Buchvorschau

Seewölfe - Piraten der Weltmeere 474 - Fred McMason

7

1.

Havanna – 5. Mai 1595.

Im Hafenviertel von Havanna herrschte buntes und reges Treiben. Fischer mit von der Sonne gebräunten und verwitterten Gesichtern hatten ihre Stände aufgebaut. In buntem Durcheinander lagen da sehr malerisch riesige Hummer, Langusten, Krebse, Garnelen und viele Arten von Fisch.

Neben den Fischern boten handfeste Marktweiber ihre Produkte an. Sie verkauften lebende Hühner, Gänse, Eier, Zitrusfrüchte, Bananen, Gemüse aller Art und Mais.

Neben ihnen wiederum befanden sich die Stände der Macheteros, die ihr Zuckerrohr gleich bündelweise anboten.

Knorrige Siedler der Außenbezirke von Havanna hatten sich ebenfalls eingefunden, um ihre landwirtschaftlichen Produkte an den Mann zu bringen.

Die Szene wirkte sehr malerisch, denn das alles wurde von undefinierbaren Gerüchen überlagert. Hinzu kam noch der Duft des Hafens, von Seewasser, Tang, teergetränktem Holz und Lampenöl. Den Hintergrund der malerischen Kulisse bildeten Schaluppen, eine Galeone und viele kleinere Boote. Die Marktweiber schrien sich die Kehlen heiser, die Fischer brüllten lautstark und gestenreich, um ihre Ware loszuwerden, und die Macheteros, die Zuckerrohrschneider, krächzten dazwischen.

Um diese Zeit, es war jetzt zehn Uhr morgens, hatten sich auch bereits zahlreiche Kunden eingefunden, die die angepriesenen Waren beäugten, beschnupperten und begrapschten. Es wurde gefeilscht und gestritten.

Auch die Beutelschneider mit den scharfblickenden Augen und den flinken Fingern hatten an Markttagen immer Hochkonjunktur, und so mancher biedere Bürger von Havanna merkte erst beim Bezahlen, daß ihn jemand um die Geldkatze erleichtert hatte.

Dann ging das Gekeife, Gezeter und Geschrei erst richtig los. Der Heilige Antonius wurde angerufen und angefleht, er möge doch – bitte sehr – die geklauten Sachen wieder herbeischaffen. Aber da der Heilige sehr viel zu tun hatte, konnte er nicht allen helfen, und so wurde er von manch Einfältigen der Faulheit bezichtigt.

Als die Marktszene fast in voller Blüte stand, erstarrte sie auch schon, und die Menschen wandten neugierig die Köpfe.

„Der neue Gouverneur kommt", raunten sie.

Die Fischer grinsten dünn, und die Macheteros kümmerten sich nicht darum. Denn der neue Gouverneur von Havanna, Alonzo de Escobedo, hatte für sie noch keinen Finger gerührt, und es sah auch nicht so aus, als habe er das vor.

Das Gekeife, Geschrei, Gezeter und Gejammer hörte fast schlagartig auf. An den Marktständen trat Ruhe ein. Die derben Marktweiber aber reckten neugierig die Köpfe, denn Alonzo de Escobedo trat immer auf, als sei er der König von Spanien persönlich.

Anfangs war er ein kleiner Hafenkapitän gewesen, der seine Amtswege zu Fuß unternehmen mußte. Jetzt hatte er das nicht mehr nötig, denn er bewohnte selbstverständlich die Residenz des vorherigen Gouverneurs, des feisten Don Antonio de Quintanilla. Von dem hatte er ebenso selbstverständlich die Prunkkarosse und das Personal übernommen.

Noch selbstverständlicher war für ihn, daß er sich so schnell wie nur möglich an fremdem Eigentum vergriff und bereicherte. Er beherrschte zwar noch nicht alle schäbigen und miesen Tricks des Exgouverneurs, aber Ideen hatte er schon – und sehr prächtige, wie er glaubte.

So stammte die Idee von ihm, auf Reede liegende Schiffe auszuplündern. Das hatte de Escobedo bereits mit Erfolg versucht, und diese Idee hielt er für genial. Sein letztes Opfer war eine portugiesische Handelsgaleone gewesen, deren Mannschaft umgebracht worden war. Anschließend hatte er das Schiff ausplündern lassen.

Die Prunkkarosse rollte jetzt auf die Pier zu und nahm Kurs auf das deutsche Handelshaus und die Faktorei Arne von Manteuffels.

Begleitet wurde die Karosse von einer Eskorte berittener Stadtgardisten.

Auf den Katzenköpfen war das Klappern der Hufe zu hören. Der Erhabene selbst war nicht zu sehen. Dicke Gardinen verbargen ihn vor den neugierigen Blicken des Pöbels.

Hinten auf der Karosse, die von zwei Pferden gezogen wurde, standen zwei in farbenprächtige Gewänder gehüllte Lakaien, steif und unbeweglich wie Ladestöcke. Erhabenen Blickes sahen sie hochmütig über die Menschenmenge hinweg.

Die Kutsche hielt vor der Faktorei. Das Geklapper der Hufe erstarb. Die Pferde der Stadtgardisten tänzelten nervös auf den Katzenköpfen.

Die beiden Lakaien, die hinten auf einem Trittbrett gestanden hatten, stiegen eilfertig ab, um dem hohen Herrn den Schlag zu öffnen und beim Aussteigen behilflich zu sein.

Sie öffneten den Schlag und verbeugten sich. Gleichzeitig stellten sie ein Treppchen vor den Ausstieg der Kutsche. Das Treppchen hatte zierlich gedrechselte Säulchen und einen golden verzierten Handlauf. Es hatte schon dem fetten Don Antonio hilfreich gedient und war sehr solide, denn es war unter dem beachtlichen Gewicht des Dicken noch nicht zusammengebrochen.

Das Treppchen mußte diesmal allerdings nicht soviel Gewicht tragen, denn die fette Wampe des Exgouverneurs hatte de Escobedo noch nicht. Vielleicht würde er sie sich eines Tages aber anfressen.

Als er jetzt ausstieg, blickten sogar die gleichgültigen Macheteros auf, aber nicht, um ihm mit bewundernden Blicken zu huldigen. Sie fanden den Señor Gouverneur eher spaßig, weil er sich wie ein Schmierenkomödiant aufführte.

Die Marktweiber stießen sich mit den Ellenbogen an – sehr unauffällig geschah das – und grinsten verstohlen. Auch die Fischer und Siedler grinsten heimlich oder verbargen ihr Grinsen mühsam hinter betont starren Gesichtern.

Was da über das Treppchen stieg, war ein aufgeblasener, hagerer Mensch. Seit er den Gouverneursposten innehatte, hatten sich auch seine Gesichtszüge verändert. Seine Miene zeigte den Dünkel des erhabenen Potentaten. Sein Ausdruck war blasiert und hochmütig und verkündete aller Welt, daß er der Größte sei.

Geziert bewegte er sich hinunter.

Die Marktweiber grinsten wieder, als der Kerl jetzt in voller Größe auf dem Pflaster stand. Natürlich hatten die diensteifrigen Lakaien vor das Treppchen noch einen kleinen Teppich gelegt, damit der Erhabene nicht unmittelbar den Staub der Straße berührte.

Er trug einen affigen Federhut, ein weißes Rüschenhemd und elegant gestreifte Kürbishosen. Über den Kürbishosen befand sich ein mit Brokat besetztes Wams mit vielerlei Zierrat. Dazu trug er weiße Strümpfe, Schuhe mit Silberschnallen und an einem Wehrgehänge einen kleinen Zierdegen. Wenn die Sonnenstrahlen auf seine Finger fielen, blitzte es grell auf, die Steine der kostbaren Ringe funkelten farbenprächtig in der Sonne.

Von einem dieser Ringe pustete er geziert ein unsichtbares Stäubchen, das vielleicht das Glitzern hätte verhindern können.

Der kernige Landesvater setzte sich in Bewegung, begleitet von den Lakaien und gefolgt von zwei berittenen Stadtgardisten.

Den Pöbel übersah er gelangweilt. Das war Volk, und für einen Erhabenen seines Ranges war Volk nicht existent. Er hielt es für absolut unter seiner Würde, diesen Bauernlümmeln auch nur einen wohlwollenden Blick zu gönnen. Marktschreierisches Gesindel war das, die rochen geradezu nach armen Leuten, und dementsprechend rümpfte er auch die Nase.

Die Lakaien hatten von ihrem Herrn bereits eine ganze Menge gelernt und abgeschaut. Das Volk war für sie ebenfalls nicht existent, und so sahen sie hochmütig darüber hinweg.

Der Gockel stolzierte weiter und benahm sich ganz so, als sei er allein auf der Welt. Lakaien und Berittene folgten ihm mit blasierten Gesichtern, als er auf die Faktorei zuschritt.

Der Türke Jussuf hatte die Prozession bereits herannahen sehen, noch bevor sie die Faktorei erreichten.

Er schüttelte den Kopf und dachte an das gestrige Gespräch. Da hatte Arne noch prophezeit, daß der neue Gouverneur sehr bald auch in der Faktorei aufkreuzen würde, um sich das Einlaufen der deutschen Karavelle „Goldene Henne" bezahlen zu lassen.

Jetzt war der Fall eingetreten. De Escobedo erschien, um sein Schmiergeld einzuheimsen. Der Erhabene hatte nämlich verfügt, daß nichtspanische Schiffe erst einmal auf der Reede ankern müßten, damit er erkunden konnte, was sie geladen hatten.

Jean Ribault hatte das bereits in allen Einzelheiten ausführlich berichtet. Außer dem Portugiesen waren bereits ein französisches und ein flämisches Schiff spurlos verschwunden.

Darüber waren in Havanna die wildesten Gerüchte umgegangen.

Daß

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