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Eldemirs magische Weihnachtsbäume: Eine Adventskalendergeschichte

Eldemirs magische Weihnachtsbäume: Eine Adventskalendergeschichte

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Eldemirs magische Weihnachtsbäume: Eine Adventskalendergeschichte

Länge:
128 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
Nov 13, 2018
ISBN:
9783748135357
Format:
Buch

Beschreibung

"Weihnachten kommt immer plötzlich"
"Wie?"
"Wie der Schnee!"

An Eldemirs Stand für magische Weihnachtsbäume
dürfen Kinder ihren Baum aussuchen.
Wenn man sie lässt.

Was ist, wenn Erwachsene es besser wissen?

Eine zauberhafte Adventskalendergeschichte zum Mitgestalten
in 24 Kapiteln
Herausgeber:
Freigegeben:
Nov 13, 2018
ISBN:
9783748135357
Format:
Buch

Über den Autor

Anja Rosok, ein Kind der 70er, ist verheiratet, in zwei Bundesländern zuhause und hat zwei erwachsene Kinder. Seit 2008 ist sie dem magischen Bann der Schreiberei verfallen, überträgt diese Faszination in Workshops auf Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Sie hat bereits Kurzgeschichten bei verschiedenen Verlagen, Sprachprojekte mit Kindern und Jugendlichen, ebenso bilinguale Bilderbücher und Romane veröffentlicht. 2015 erschien ihr Jugendroman ´Gabor Gay`, 2018 der Adventskalenderroman ´Eldemirs magische Weihnachtsbäume` . Weitere Veröffentlichungen sind in Arbeit. Näheres unter: www.anja-rosok.de


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Buchvorschau

Eldemirs magische Weihnachtsbäume - Anja Rosok

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Nach und nach hatte sich eine weiße Decke auf Dächer, Wege und Straßen gelegt.

Allmählich hörten die Flocken auf zu tanzen. Der Scheibenwischer pausierte. Im Auto war es mollig warm. Harmonische Klänge hallten aus dem Radio.

Egal, an welchem Haus sie vorbeifuhren, überall leuchteten die geschmückten Fenster. Der große Tannenbaum des Bürgermeisters strahlte in seinem Vorgarten.

Dann bogen sie in die erste Sternstraße ein. Sie führte, genau wie die anderen vier, direkt auf den Marktplatz zu, um im Ring um ihn herum zu verschmelzen. Von den Sternen aus betrachtet sah dieser Ort selbst aus wie ein Stern, der hinabgeglitten war und sich friedlich ausgebreitet hatte. Funkelnde Lichter fuhren auf die Mitte zu, vermischten sich mit den fließenden und den stockenden und verließen das Zentrum wieder in roten Lichtstreifen.

Die Melodie im Radio stoppte. Der Sprecher verlas die Fünf-Uhr-Nachrichten, anschließend die winterlichen Wetteraussichten für heute, morgen und fürs Wochenende.

„Jawoll!, freute sich Papa Kobinian, „so nah haben wir noch nie parken können.

Er hatte die letzte Nische direkt am Rande des Platzes bekommen. Sie war eng aber ausreichend.

„Das Glück ist auf unserer Seite. Eins sage ich euch, Jungs: Wir werden den Schönsten finden. Mama wird staunen."

Über die Schulter hinweg machte er den beiden ein Zeichen. Daumen und Zeigefinger bildeten einen Kreis. Das eine Auge kniff er zu.

„Sollen wir? Auf geht´s!"

Er schnallte sich ab, ergriff den Mantel und den Hut vom Beifahrersitz und stieg aus. Zunächst zog er sich an, klopfte die Falte in seinem Hut neu und rückte ihn auf dem Kopf zurecht. Den Kragen schlug er hoch. Dann öffnete er die hintere Tür des Kombis. Dabei achtete er darauf, keine Macken in den Wagen zu stoßen – weder in seinen noch in den, der neben seinem stand.

„Hey, hey, hey. Macht mal schön langsam! Klaus! Kai?"

Die Zwillinge in ihren gleichfarbigen Schneejacken balgten sich auf dem Rücksitz darum, wer als Erster aussteigen durfte.

Nebeneinander quetschten sie sich aus dem Auto heraus und purzelten in den Schnee. Sofort sprangen sie auf.

Als hätte man sie nach stundenlanger Fahrt endlich freigelassen, rannten sie hintereinander her. Sie nutzten die Platanen, um sich zu verstecken. Im nächsten Moment stürmten sie wieder los. Der eine jagte den anderen, der andere den einen. Wer genau wen, konnte nur ihre Mutter sagen. Aber sie war daheimgeblieben, um den Teig für die Plätzchen vorzubereiten.

„Jungs! So wartet doch! Wir gehen hier entlang", rief ihnen ihr Vater nach.

Das hörten sie nicht. Sie flitzten im Slalom um die Bäume herum. Lichterketten, die in den Ästen hingen, tanzten über ihren Mützen. Um sie herum glitzerte und funkelte es. Der Schnee unter den Stiefeln der Jungen knirschte. Sie schlitterten vor und zogen eine Spur hinter sich her.

Durch eine Schneise zwischen zwei Buden bahnte sich Herr Kobinian den Weg auf den Platz. Der Duft gebrannter Mandeln zog an ihm vorbei. Auf der Bühne spielte ein Blockflötenchor „Ihr Kinderlein kommet" und ein Mädchen an der Hand seiner Oma sang den Text dazu.

„Hört, hört meine Kinderlein", rief Herr Kobinian in die Richtung, aus der er gekommen war. Seine Hände formten einen Trichter. „Nun kommet.

Endlich!"

Klaus und Kai hüpften um die Passanten herum. Sie folgten dem dunklen Hut ihres Vaters, der über allen Köpfen zu sehen war. Obwohl sie zuvor in die andere Richtung gerannt waren, hatten sie ihn bald eingeholt und stürmten an ihm vorbei auf den Brunnen zu. Da war er.

Er stand genau in der Mitte des Platzes. Seine fünf verzierten Wasserhähne, aus denen seit Wochen kein Tropfen mehr floss, zeigten auf die fünf Sternstraßen, die zum Platz hinführten.

Heute Abend schimmerten die Hähne golden. Sie konnten es genau sehen.

Schnee bedeckte die Steinskulpturen. Er hatte den steinernen Bauern und Mägden ein weißes Gewand übergestülpt. Angestrahlt von den Lichtern funkelten einzelne Kristalle. Trotz der Kälte wurde es jedem Betrachter warm ums Herz. Rund um den Brunnen herum war der Stand eingezäunt. Genau zu diesem wollten sie.

„Jetzt reißt euch mal zusammen! Was soll Eldemir von uns denken?"

Scheinbar verstopften die Wollmützen die Ohren der Zwillinge.

„Ja, sagt einmal: Habt ihr mich nicht verstanden?

Jungs, es reicht!" Rechts und links packte Papa Kobinian zu. Sogleich hatte er die Zwillinge fest im Griff.

Gezwungen gesittet marschierten sie auf den alten Mann zu, der unter dem Schild am Eingang des Standes wartete.

Eldemirs magische Weihnachtsbäume", las Klaus.

Kai gluckste: „Guck mal, wie der da steht und wartet. Als hätte er das ganze Jahr nach uns Ausschau gehalten."

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Gekrümmt stand Eldemir in seinem Patchwork-Mantel aus Fellfetzen neben einer Tanne. Er lachte und winkte. Hinter seinem krausen Vollbart kamen gelbe, teils abgebrochene Zähne zum Vorschein.

Freundlich streckte er Vater seine von Gicht verformte Hand entgegen.

Herr Kobinian ließ Kai los und drückte die fingerlosen Handschuhe des Buckeligen. Er spürte die spröde Haut auf seinem Handrücken und bemerkte das Schwarze unter Eldemirs Fingernägeln. Mit solchem Dreck kamen seine Jungen immer nach Hause, aber sie hätten damit nicht wieder unter Leute gehen dürfen. Da achteten sie drauf.

Eldemir schien es egal zu sein oder hatte er gar niemanden daheim, der ihm das sagte? Wo wohnte er eigentlich?

Streng roch es nach Harz.

„Eldemir, seien Sie gegrüßt." Vater lächelte, löste seine Hand aus dem Griff und versuchte, sie unbemerkt an seinem Kaschmirmantel von etwas zu säubern, das ihn nicht beschmutzt hatte.

„Hallo Herr

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