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Western Großband Dezember 2018

Western Großband Dezember 2018

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Western Großband Dezember 2018

Länge:
572 Seiten
6 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
14. Nov. 2018
ISBN:
9781386966395
Format:
Buch

Beschreibung

Western Großband Dezember 2018

Von Alfred Bekker, Heinz Squarra, W.W.Shols, Pete Hackett

Pete Hackett: Town-Wölfe

W.W.Shols: Einsamer Stern

W.W.Shols: Ein Sheriff zu viel

Alfred Bekker: Reiter aus dem Nirgendwo

Heinz Squarra: Goldene Fährte des Grauens

Nachdem bei einem Soldatentransport viel Gold gestohlen wurde, ist der Soldat Ray Warren auf der Suche danach. Als er einen Hinweis zum Aufenthaltsort bekommt, muss er selbst das Gesetzt brechen und gemeinsam mit den Banditen in Indianergebiet reiten. Wird er das dringend benötigte Geld für die Armee retten können?

Herausgeber:
Freigegeben:
14. Nov. 2018
ISBN:
9781386966395
Format:
Buch

Über den Autor

Alfred Bekker wurde am 27.9.1964 in Borghorst (heute Steinfurt) geboren und wuchs in den münsterländischen Gemeinden Ladbergen und Lengerich auf. 1984 machte er Abitur, leistete danach Zivildienst auf der Pflegestation eines Altenheims und studierte an der Universität Osnabrück für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen. Insgesamt 13 Jahre war er danach im Schuldienst tätig, bevor er sich ausschließlich der Schriftstellerei widmete. Schon als Student veröffentlichte Bekker zahlreiche Romane und Kurzgeschichten. Er war Mitautor zugkräftiger Romanserien wie Kommissar X, Jerry Cotton, Rhen Dhark, Bad Earth und Sternenfaust und schrieb eine Reihe von Kriminalromanen. Angeregt durch seine Tätigkeit als Lehrer wandte er sich schließlich auch dem Kinder- und Jugendbuch zu, wo er Buchserien wie 'Tatort Mittelalter', 'Da Vincis Fälle', 'Elbenkinder' und 'Die wilden Orks' entwickelte. Seine Fantasy-Romane um 'Das Reich der Elben', die 'DrachenErde-Saga' und die 'Gorian'-Trilogie machten ihn einem großen Publikum bekannt. Darüber hinaus schreibt er weiterhin Krimis und gemeinsam mit seiner Frau unter dem Pseudonym Conny Walden historische Romane. Einige Gruselromane für Teenager verfasste er unter dem Namen John Devlin. Für Krimis verwendete er auch das Pseudonym Neal Chadwick. Seine Romane erschienen u.a. bei Blanvalet, BVK, Goldmann, Lyx, Schneiderbuch, Arena, dtv, Ueberreuter und Bastei Lübbe und wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt.


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Buchvorschau

Western Großband Dezember 2018 - Alfred Bekker

Western Großband Dezember 2018

Von Alfred Bekker, Heinz Squarra, W.W.Shols, Pete Hackett

Pete Hackett: Town-Wölfe

W.W.Shols: Einsamer Stern

W.W.Shols: Ein Sheriff zu viel

Alfred Bekker: Reiter aus dem Nirgendwo

Heinz Squarra: Goldene Fährte des Grauens

NACHDEM BEI EINEM SOLDATENTRANSPORT viel Gold gestohlen wurde, ist der Soldat Ray Warren auf der Suche danach. Als er einen Hinweis zum Aufenthaltsort bekommt, muss er selbst das Gesetzt brechen und gemeinsam mit den Banditen in Indianergebiet reiten. Wird er das dringend benötigte Geld für die Armee retten können?

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker.

© by Author /COVER TONY MASERO

© dieser Ausgabe 2018 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

Town-Wölfe

Western von Pete Hackett

Pete Hackett Western - Deutschlands größte E-Book-Western-Reihe mit Pete Hackett's Stand-Alone-Western sowie den Pete Hackett Serien Der Kopfgeldjäger, Weg des Unheils, Chiricahua und U.S. Marshal Bill Logan.

Über den Autor

Unter dem Pseudonym Pete Hackett verbirgt sich der Schriftsteller Peter Haberl. Er schreibt Romane über die Pionierzeit des amerikanischen Westens, denen eine archaische Kraft innewohnt, wie sie sonst nur dem jungen G.F.Unger eigen war – eisenhart und bleihaltig. Seit langem ist es nicht mehr gelungen, diese Epoche in ihrer epischen Breite so mitreißend und authentisch darzustellen.

Mit einer Gesamtauflage von über zwei Millionen Exemplaren ist Pete Hackett (alias Peter Haberl) einer der erfolgreichsten lebenden Western-Autoren. Für den Bastei-Verlag schrieb er unter dem Pseudonym William Scott die Serie Texas-Marshal und zahlreiche andere Romane. Ex-Bastei-Cheflektor Peter Thannisch: Pete Hackett ist ein Phänomen, das ich gern mit dem jungen G.F. Unger vergleiche. Seine Western sind mannhaft und von edler Gesinnung.

Hackett ist auch Verfasser der neuen Serie Der Kopfgeldjäger. Sie erscheint exklusiv als E-book bei CassiopeiaPress.

Ein CassiopeiaPress E-Book

© by Author  www.Haberl-Peter.de

© der Digitalausgabe 2013 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

www.AlfredBekker.de

Der Name des Mannes, auf dessen Spur McQuade ritt, war John Prewitt. Prewitt hatte in der Nähe von Tucson zwei Cowboys in einer Weidehütte überfallen, um ein Pferd zu stehlen, und dabei einen der beiden erschossen. Für seine Ergreifung – tot oder lebendig – war eine Prämie von fünfhundert Dollar ausgesetzt.

Die Fährte führte nach Douglas, in die südöstlichste Ecke des Arizona-Territoriums also. Der Kopfgeldjäger ritt alleine. Gray Wolf, der graue Wolfshund, der für ihn zu einem treuen und zuverlässigen Partner geworden war, musste in Tucson zurückbleiben, denn er war von einer Kugel getroffen worden und bedurfte der Ruhe.

Douglas war eine wilde Grenzstadt, ein Schmelztiegel, eine Mischung aus mexikanischem und amerikanischem Baustil. In der Stadt lebten viele Mexikaner. Neben drei Saloons gab es eine Bodega und eine Pulqueria.

McQuade spürte die bösen Impulse, die diesen Ort durchzogen, fast körperlich. Es berührte ihn wie fauliger Atem. Jetzt, um die Mittagszeit, waren die Main Street und die Plaza, in die sie mündete, wie ausgestorben. Die Menschen hielten Siesta. Auf der Straße und dem großen Platz mit dem Brunnen in der Mitte ballte sich die glühende Hitze. Die Sonne stand senkrecht über Douglas. Die Luft flirrte und ließ die Konturen verschwimmen.

Erst am Abend würde die Stadt zu bösem Leben erwachen. Es war ein Hexenkessel voller Lasterhaftigkeit, schamloser Ausgelassenheit und sündiger Aktivität. Der Colt saß locker, ein Menschenleben war nichts wert.

Beim Brunnen hielt McQuade an. Als er vom Pferd stieg, rieselte Staub von den Schultern seines langen, braunen Mantels und der Krempe seine schwarzen Stetsons mit der flachen Krone. Im hohlwangigen Gesicht des Texaner wucherte ein tagealter Bart. Staub und Schweiß verklebten seine Poren, seine Augen waren entzündet und rotgerändert. Seit Tagen saß er auf dem Pferderücken, die Nächte hatte er zwischen Fels- und Buschgruppen verbracht.

Über dem Brunnen mit der aus Feldsteinen gemauerten Einfassung war ein Galgen errichtet, von dem an einer rostigen Kette ein Ledereimer hing und der mit einer Winde versehen war. McQuade ließ den Eimer in die Tiefe, hörte, wie er auf dem Wasser aufschlug, er wartete ein wenig, dann hievte er ihn wieder in die Höhe. Die Winde quietschte und knarrte. Der Kopfgeldjäger stellte den vollen Eimer auf den Brunnenrand, hängte seinen Hut ans Sattelhorn, trank aus den hohlen Händen, dann wusch er sich Staub und Schweiß aus dem Gesicht. Danach tränkte er den Falben.

Er schaute sich um. Ein riesiges Holzschild am Querbalken eines hohen Tores wies ihm den Weg zum Mietstall. Sein Blick glitt über die Fassaden der Gebäude. Eine ganze Reihe war aus Adobeziegeln errichtet, aus den Wänden ragten die Sparren der Dächer. Andere waren aus Holz gebaut, sie wiesen meistens überdachte Vorbauten auf. Auf manchen Fensterbänken standen hölzerne Blumenkästen mit roten, verstaubten Geranien.

Rund um die Plaza waren die Amüsierbetriebe angeordnet. Neben den Saloons und den beiden mexikanischen Kneipen gab es einen Spielsalon und eine Tanzhalle, und es gab ein Freudenhaus. Zwei grell geschminkte Ladies, die aus den Fenstern schauten und die viel von ihren Brüsten zeigten, ließen keinen anderen Schluss zu. Eine von ihnen winkte jetzt in McQuades Richtung, doch er ignorierte sie.

Städte wie Douglas waren nicht seine Welt.

Er nahm den Falben am Zaumzeug und führte ihn über die staubige Plaza zum Mietstall. Die Hufe rissen kleine Staubwolken in die kochende Luft. Die Gebisskette klirrte, die Sporen des Kopfgeldjägers klingelten leise, das brüchige Leder seiner verstaubten Stiefel knarrte.

Wenig später betrat er das Stallgebäude. Der penetrante Geruch von Pferdeausdünstung, Urin und Kot, Heu und Stroh schlug ihm entgegen. Es war düster im Stall. In den Ecken hingen verstaubte Spinnennetze voll toter Fliegen. Durch die Ritzen in den Wänden fiel in schrägen Bahnen grelles Sonnenlicht. Staubpartikel tanzten in den Lichtbahnen. Das Stampfen, Schnauben und Prusten der Pferde in den Boxen verschmolzen ineinander.

Der Stallmann, ein junger Mexikaner, kam aus einer der Boxen. „Hola, Señor."

„Buenos Tardes, Chico, grüßte McQuade. „Hast du einen Platz für mein Pferd? Außerdem habe ich eine Frage an dich.

„Si, Señor, einen Platz für das Tier habe ich. Sieht ziemlich mitgenommen aus. Dennoch rate ich Ihnen, weiterzureiten. Im Moment ist es nicht ratsam, sich längere Zeit in Douglas aufzuhalten. Schätzungsweise fliegen hier bald die Kugeln."

Diese Aussage erregte McQuades Interesse. „Kannst du dich deutlicher Ausdrücken, Chico?"

Der unruhige Blick des Jungen huschte zum Tor, als fürchtete er unliebsamen Besuch oder jemand, der lauschte. „In den nächsten Tagen kommt Tex Hammond nach Douglas zurück, sprach er mit gedämpfter Tonlage. „Er war fünf Jahre in Yuma, weil er Vieh von den Weiden stahl und es in Mexiko verkaufte. Er hat geschworen, Matt Straughan in die Hölle zu schicken. Einige seiner Kumpane sind schon in der Stadt eingetroffen. Es sind Kerle, denen ich bei Nacht nicht alleine begegnen möchte.

„Gehört dieser Hombre dazu?, fragte McQuade und zog einen zusammengefalteten Steckbrief aus der Manteltasche. Er reichte ihn dem Peon, der faltete ihn auseinander und heftete seinen Blick darauf. In seinem Gesicht arbeitete es. Dann murmelte er: „Ja, der ist vor drei Tagen eingetroffen und hat sofort mit Bud Bonham und den anderen Strolchen, die seit einigen Tagen die Stadt in Atem halten, Freundschaft geschlossen.

Der Stallbursche reichte McQuade den Steckbrief, der Texaner legte ihn zusammen und steckte ihn in die Tasche des zerschlissenen Staubmantels. Er war also am Ziel.

Der Junge sprach weiter: „Sie haben Matt Straughan brutal zusammengeschlagen. Bonham sagte, dass dies nur ein harmloser Vorgeschmack auf das sei, was Tex Hammond mit ihm anstellen werde, wenn er nach Douglas kommt. Er werde ihm die Haut streifenweise abziehen."

„Wer ist dieser Matt Straughan?"

„Der Sheriff. Er hat Tex Hammond damals überführt und angeklagt. Hammond hat blutige Rache geschworen. Er wird in zwei oder drei Tagen mit der Stagecoach in Douglas eintreffen. Er hat auch den Männern, die damals in der Jury saßen und ihn für schuldig befanden, Vergeltung versprochen. In Douglas geht die Angst um. Die Menschen wagen sich kaum noch auf die Straße."

„Vertritt Straughan in Douglas ohne jede Hilfe das Gesetz?", fragte McQuade, indes er seine Satteltaschen abschnallte.

„Jacob Stine, der Deputy, hat den Stern im Sheriff’s Office auf den Schreibtisch gelegt und seinen Job schriftlich gekündigt. Er meint, es wäre Selbstmord, derzeit in Douglas einen Stern zu tragen und zu versuchen, den Kerlen Einhalt zu gebieten."

„Du nanntest den Namen Bonham, Chico."

„Si. Bud Bonham. Er führt das hartbeinige Rudel an, das in die Stadt eingebrochen ist wie Wölfe in einen Schafpferch. Bei den anderen drei Kerlen handelt es sich um mexikanische Banditen. Einer heißt Pablo, ein anderer Pepe. Ihre Nachnamen kenne ich nicht. Und wie der dritte dieser Kerle heißt, weiß ich auch nicht. Es sind Männer, denen die Verkommenheit in die Gesichter geschrieben steht."

McQuade hängte sich die Satteltaschen über die Schulter und zog die Henry Rifle aus dem Scabbard. „Wo halten sich die Kerle gewöhnlich auf?"

„Im Silver Moon Saloon. Sie haben sich dort eingenistet, und Jesse Vaugham, dem der Saloon gehört, hat nach ihrer Pfeife zu tanzen. Von Zeit zu Zeit holen sie sich ein paar Girls aus Madame Leclerc’ Laden. Ans Bezahlen denkt natürlich keiner dieser Banditen."

„Gibt es in Douglas ein Hotel?"

Der Stallbursche beschrieb dem Kopfgeldjäger den Weg.

MCQUADE MIETETE SICH im Hotel ein. Der Owner wagte kaum, ihm in die Augen zu blicken. „Haben Sie Angst?", fragte McQuade.

Der Mann zuckte zusammen, als hätte der Kopfgeldjäger nach ihm geschlagen. Er schluckte würgend, räusperte sich, dann murmelte er: „Ich - nun ja, es ist so, dass ..."

Er brach ab und strich sich mit einer fahrigen Geste seiner Linken über das Gesicht.

„Sie fürchten sich vor Tex Hammond und seinem Anhang, stimmt’s?"

„Es – es gibt in der Stadt momentan kein Gesetz, murmelte der Hotelier. „Wer – wer hat Ihnen von Tex Hammond erzählt?

„Der junge Mexikaner im Mietstall. Keine Sorge, Mister, ich gehöre nicht zu dem Verein. Die Stadt scheint vor Angst ja regelrecht zu zittern. Waren Sie etwa damals Mitglied der Jury, der Hammond blutige Rache geschworen hat?"

Der Owner nickte krampfhaft. In seinen Mundwinkeln begann es zu zucken. „Er bewirtschaftete eine heruntergekommene Ranch nördlich von Douglas. Als von den Weiden der umliegenden Ranches immer wieder Vieh abgetrieben wurde, hatte man sehr schnell Hammond in Verdacht. Tex Hammond legte sich auf die Lauer und erwischte ihn auf frischer Tat. Als Sheriff war er auch Ankläger. Das Gericht schickte Hammond für fünf Jahre nach Yuma. Und in den nächsten Tagen soll er nach Douglas zurückkommen, denn die fünf Jahre sind um."

„Seine Freunde haben den Sheriff übel zusammengeschlagen", gab der Kopfgeldjäger zu verstehen.

„Straughan liegt halbtot in seinem Haus am westlichen Stadtrand. Ann Snyder, seine Verlobte, pflegt ihn. Möglicherweise haben sie ihn für alle Zeit zerbrochen. Kein Mann übersteht solche Prügel unbeschadet."

McQuade hatte genug gehört. Er konnte sich von den derzeitigen Verhältnissen und Gegebenheiten in Douglas ein Bild machen. Ihm war klar, dass er John Prewitt zwar eingeholt, aber noch lange nicht gestellt hatte. Prewitt hatte vier Freunde gefunden, die wahrscheinlich von seinem Schlag waren, und wenn Tex Hammond aufkreuzte, waren es fünf Kumpane, die mit Sicherheit nicht auf die leichte Schulter genommen werden durften.

Der Texaner brachte seine Satteltaschen aufs Zimmer, dann begab er sich in den Barber Shop, um sich rasieren zu lassen und ein Bad zu nehmen. Danach ging er in die Pulqueria, aß einen Teller Chili con Carne und trank dazu einen Krug voll Wasser.

Anschließend suchte er das Haus des Sheriffs auf. Nachdem er an die Haustür geklopft hatte, öffnete ihm eine dunkelhaarige, hübsche Frau von etwas dreißig Jahren. Sie musterte ihn kühl, ihm entging nicht der herbe Zug um ihren sinnlich geschnittenen Mund, und als sie sprach, klang ihre Stimme kalt und abweisend. Sie stieß hervor: „Matt ist noch nicht soweit, dass ihr niederträchtigen Banditen ihm einen Kampf aufzwingen könnt. Oder wollt ihr einen Mann zusammenknallen, der sich ohne fremde Hilfe nicht auf den Beinen halten kann?"

McQuade lüftete etwas den Stetson, dann gab er ruhig zu verstehen: „Mein Name ist McQuade. Ich bin erst seit zwei Stunden in Douglas, und ich gehöre nicht zu Tex Hammonds höllischem Verein. Ich kam auf der Fährte eines Mannes nach Douglas, der wegen Mordes vom Gesetz gesucht wird. Im Mietstall und im Hotel berichtete man mir von den Zuständen in der Stadt."

Die Kälte in ihrem Blick milderte sich etwas. „Sie tragen keinen Stern, McQuade."

„Den brauche ich nicht, um irgendwelche Mörder, Räuber, Brandstifter und Vergewaltiger zur Strecke zu bringen. Meine Legitimation sind die Steckbriefe dieser Kerle."

Der Schimmer des Begreifens huschte über ihr ebenmäßiges Gesicht. „Sie sind Prämienjäger. Von Ihrer Sorte hat Matt keine besonders hohe Meinung. Ich denke, Sie sind hier, um mit Matt zu sprechen. Kommen Sie herein, McQuade."

Ann Snyder gab die Tür frei und der Texaner betrat das Haus. In der Schlafkammer lag Matt Straughan auf dem Bett. Sein Gesicht war zur Unkenntlichkeit verschwollen, die Augen waren nur noch schmale Schlitze, die Schwellungen waren blau unterlaufen, die Lippen verkrustet.

McQuade war geschockt. Das Aussehen des Sheriffs ließ vermuten, mit welcher brutalen Härte und Erbarmungslosigkeit er zusammengeschlagen wurde. Den Schlägern schien jede Art von Menschlichkeit abhanden gekommen zu sein. Das waren nur noch den niedrigsten Trieben gehorchende Bestien.

Ann Snyder sprach es aus: „Sie haben ihn zusammengeschlagen, und als er am Boden lag, traten sie auf ihn ein. Und niemand in dieser feigen Stadt half ihm. Nicht mal die Männer, die Tex Hammond genauso fürchten müssen wie er. Diese Stadt ist eine Rattenburg. Die Ratten haben sich in ihren Löchern verkrochen und harren zitternd der Ankunft Tex Hammonds. Ich wollte Matt aus der Stadt bringen. Aber er weigerte sich, zu fliehen. Er meint, dass er wieder auf den Beinen ist, wenn Hammond nach Douglas kommt. Planmäßig kommt die Postkutsche übermorgen. Manchmal verspätet sie sich allerdings."

„Wer sind Sie?", fragte Matt Straughan mit einer Stimme, die schwächer anmutete als ein Windhauch.

„Mein Name ist McQuade. Ich kam auf der Fährte eines steckbrieflich gesuchten Mörders nach Douglas. Prewitt, das ist der Kerl, auf dessen Spur ich geritten bin, scheint sich dem Wolfsrudel angeschlossen zu haben, das im Moment in der Stadt für Furore sorgt. Außer mit dem Peon im Mietstall habe ich mit dem Hotelier gesprochen. Er gehörte damals zur Jury. Der Mann stirbt fast vor Angst."

„Ich habe schon von Ihnen gehört, McQuade, ächzte der übel zugerichtete Sheriff. Das Sprechen bereitete ihm mit den aufgeschlagenen Lippen Mühe. „Normalerweise bin ich gegen Männer eingestellt, die für Geld andere jagen. Aber Sie haben einen guten Ruf.

„Danke. Mrs. Snyder hat mir erzählt, dass Sie sich geweigert haben, die Stadt zu verlassen", sagte McQuade.

„Jemand muss sie vor diesen Banditen schützen, nuschelte der Sheriff. „Ich kann die Männer, die damals den Schuldspruch fällten, den Schuften nicht schutzlos ausliefern. Ich trage den Stern in Douglas, und ich habe einen Schwur geleistet.

„Und für diesen Eid bist zu bereit, in die Grube zu fahren!, stieß Ann Snyder hervor, und ihre Stimme klang ausgesprochen herb. „Es ist dein verdammter Stolz, Matt, der dich daran hindert, dem Verstand zu folgen und zu fliehen. Es ist nur dein Stolz – dein falscher Stolz.

„Ich denke, wir verfolgen gemeinsame Interessen, erklärte der Texaner, als der Sheriff verbissen schwieg. „Darum werde ich in der Stadt bleiben und die Ankunft von Tex Hammond abwarten. In der Zwischenzeit ... McQuade brach ab und zuckte mit den Achseln. An die Frau gewandt sagte er: „Geben Sie ihm einen Revolver in die Hand, Ma’am. Gegebenenfalls muss er sich verteidigen können. Und dann bitte ich Sie, mir die Namen der Männer aufzuschreiben, die damals in der Jury saßen."

„Hören Sie McQuade, röchelte der Sheriff. „Sie müssen nicht für mich Ihre Haut zu Markte tragen. Niemand muss das. Ich bin morgen oder übermorgen wieder soweit, dass ich ...

„Das glauben Sie ja doch wohl selber nicht, Sheriff, schnitt McQuade Matt Straughan das Wort ab. „Außerdem will ich den Weg von Tucson herunter nicht umsonst gemacht haben. Ich bin durch eine Hölle von Hitze, Staub, Durst und Hunger geritten, um Prewitt einzuholen. Und nichts auf der Welt wird mich davon abhalten können, dem Treiben dieses Banditen ein Ende zu setzen.

Als McQuade fünf Minuten später das Haus verließ, trug er eine Liste mit den Namen der Jurymitglieder bei sich. Außerdem hatte er sich bei Ann Snyder erkundigt, wo er Jacob Stine, den Deputy, der seinen Stern zurückgegeben hatte, finden könne.

Die Frau warf McQuade einen ausgesprochen dankbaren Blick zu, er sich von ihr verabschiedete.

JACOB STINE WOHNTE zusammen mit seiner Mutter in einem kleinen Haus dicht bei der Grenze nach Mexiko. Der Mann war Ende zwanzig, mittelgroß und schmächtig. McQuade sah ihn, und wusste, dass er keinen Kämpfer vor sich hatte. Unruhig, mit flackernden Augen fixierte Stine den Besucher. Das Herz schlug ihm bis zum Hals hinauf, er atmete stoßweise und knetete seine Hände.

„Ich habe mit der ganzen Sache nichts zu tun. Damals, als Hammond verurteilt wurde, war ich noch Gehilfe im General Store. Lassen Sie mich aus dem Spiel, Mister. Den Stern habe ich zurückgegeben."

„Du musst dich vor mir nicht fürchten, Jacob, erklärte McQuade. „Denn ich gehöre nicht zu dem Rudel zweibeiniger Wölfe, das die Stadt in Angst und Schrecken versetzt und ihr im Moment ihren Stempel aufdrückt. Danach erklärte der Texaner, was ihn nach Douglas getrieben hatte. Er endete mit den Worten: „Du hast einen Eid geschworen, als du den Stern genommen hast, Jacob. Und wenn du jetzt kneifst, wird in dieser Stadt kein Hund mehr ein Stück Wurst von dir annehmen."

„Das hat nichts mit Feigheit zu tun, McQuade. Ich folge nur dem gesunden Menschenverstand. Und der sagt mir, dass ich mich des geleiteten Eides wegen nicht von ein paar Halsabschneidern zusammenknallen lassen muss."

„Dein Vorgesetzter, Matt Straughan, will sich den Banditen stellen, murmelte McQuade. „Dabei ist er wahrscheinlich nicht mal halbwertig. Wenn sie ihn anpusten, fällt er um. Willst du zusehen, wie sie ihn in Stücke schießen, Jacob?

Der Bursche trat von einem Bein auf das andere. In ihm stritten sich die Gefühle, ein klaffender Zwiespalt war in ihm aufgebrochen. Das Gefühl sagte ihm, dass er sich den Stern wieder anstecken und den Banditen, die den Terror nach Douglas gebracht hatten und noch mehr Terror bringen wollten, mit der Waffe in der Hand gegenüber treten musste. Der Verstand hingegen hämmerte ihm ein, dass er sich den Wölfen zum Fraß vorwarf, wenn er es tat. Es war ihm von der Stirn abzulesen, was dahinter vorging. Schließlich siegte der Verstand und Jacob Stine presste zwischen den Zähnen hervor: „Es ist nicht mein Kampf, McQuade. Sie sollten nicht versuchen, in mir ein schlechtes Gewissen zu erzeugen. Ich fühle mich elend, aber meine Angst vor diesen Halunken, denen nichts heilig ist und die vor keiner Niedertracht zurückschrecken, ist größer als mein Stolz. Das hat nichts mit Ehrgefühl zu tun. Ich möchte ganz einfach nur leben. In dieser Angelegenheit ist sich jeder selbst der Nächste. Ich bin lieber ein lebender Feigling als ein toter Held."

McQuade war klar, dass Jacob Stine Worten nicht zugänglich war. Bevor er sich zum Gehen umwandte, stieß er hervor: „Als sie dir den Stern angesteckt haben, hast du eine Verantwortung übernommen. Jetzt, wo du dieser Verantwortung gerecht werden sollst, kneifst du. Ein Mann sollte zu etwas gut sein auf der Welt, er sollte seine Überzeugung mit Nachdruck vertreten und gegebenenfalls auch Risiken eingehen. Macht er das nicht, taugen entweder er oder seine Überzeugungen nichts."

Dann ließ er Jacob Stine stehen und stiefelte davon. Er empfand nur Verachtung.

„Verdammt, McQuade, rief Stine hinter ihm her. „Meine Mutter braucht mich. Kannst du das denn nicht verstehen?

Der Kopfgeldjäger ging weiter und blieb Jacob Stine die Antwort auf seine Frage schuldig.

Er suchte drei der Männer auf, die Tex Hammond fürchten mussten. Alle drei lehnten es mit fadenscheinigen Erklärungen ab, eine Waffe in die Hand zu nehmen und der Bande Paroli zu bieten. McQuade gab auf. Es waren erbärmliche Feiglinge – Ratten, wie es Ann Snyder treffend ausgedrückt hatte.

Er marschierte durch eine Gasse, die etwa dreißig Schritte weiter in die Plaza mündete. McQuade war verbittert und enttäuscht, und er sagte sich, dass man für Kerle wie Jacob Stine und all jene, die sich vor Angst in die Hosen machten, die aber nicht den Schneid besaßen, eine Waffe in die Hand zu nehmen, nicht einen Finger krumm machen sollte. Er sagte sich aber auch, dass es ihm im Endeffekt gar nicht darum ging, diese Feiglinge zu schützen. Fakt war, dass einige hart gesottene, skrupellose Banditen in dieser Stadt Recht und Ordnung den Todesstoß versetzen wollten. Durfte er das zulassen? War er nicht über hundert Meilen geritten, um John Prewitt zu stellen und ihm der Gerechtigkeit zuzuführen? Er konnte die Augen nicht vor der bitteren Realität verschließen.

Plötzlich vernahm er Geschrei. Es erklang auf der Plaza. McQuade beschleunigte seine Schritte. Und schließlich konnte er sehen, was sich auf dem weitläufigen, staubigen Platz abspielte. Ein Reiter jagte auf seinem Pferd in Richtung Main Street, die von Osten her in die Plaza mündete. Er schleifte an einem Lasso einen Mann hinter sich her. Der Mann lag auf dem Bauch und umklammerte mit beiden Händen das Seil. Sein Körper zog eine tiefe Furche in den feinen Sand. Staub wölkte.

Am Rand der Plaza zog der Reiter das Pferd um die linke Hand und spornte es wieder an. Der Körper des Mannes am Lasso wurde herumgeschleudert, überrollte sich einige Male, der Mann verlor einen seiner Schuhe, und dann wurde er wieder mitgerissen, als das Pferd zurück in Richtung Brunnen stob. Da standen vier Kerle und johlten, als wollten sie den Burschen auf dem Pferd noch anfeuern.

Die Gebäude ringsum muteten an wie ausgestorben.

Die Stadt schien den Atem anzuhalten. Wahrscheinlich schlugen die Herzen der Menschen in den Häusern höher.

McQuade riegelte eine Patrone in den Lauf und schoss in die Luft. Der Reiter riss brutal das Pferd auf die Hinterhand. Das Tier stieg und vollführte mit den Vorderbeinen einen wahren Trommelwirbel in der Luft. Helles Wiehern erhob sich, dann krachten die Hufe auf die Erde zurück.

Der Mann, den der Bursche über die Plaza geschleift hatte, lag reglos da. Der aufgewirbelte Staub senkte sich. Die vier Kerle beim Brunnen hatten sich McQuade zugewandt. Ihre Hände hingen dicht bei den abstehenden Knäufen ihrer Revolver, ihre stechende Blicke schienen den Texaner zu durchbohren und zeigten eine unheimliche Drohung.

McQuade hatte die Henrygun sofort wieder repetiert und hielt sie nun mit beiden Händen schräg vor der Brust. Etwas breitbeinig stand er in der Gassenmündung, seine Augen lagen im Schatten der Hutkrempe, sein Mund war zusammengepresst und bildete nur noch eine harte Linie in seinem gebräunten Gesicht.

„Was bist denn du für einer?", rief der Reiter grollend.

McQuade war sich sicher, dass es sich um Bud Bonham handelte. Denn einer der vier Kerle beim Brunnen war John Prewitt, und die anderen drei waren unverkennbar mexikanischer Abstammung.

Einem jeden dieses Quartetts standen Niedertracht, Verworfenheit und skrupellose Brutalität ins Gesicht geschrieben. Ein unstetes Leben jenseits von Recht und Ordnung hatte darin unübersehbare Spuren hinterlassen. McQuade wusste Bescheid. Er hatte diese Sorte zur Genüge kennen gelernt. Sie war tödlich wie die Pest im Mittelalter.

„Mein Name ist – Sturgess, log der Kopfgeldjäger. „James Sturgess.

„Lebst du in diesem Nest?"

„Nein. Ich bin vor wenigen Stunden hier angekommen. Warum schleifst du diesen Mann am Pferd hinter dir her?"

„Ich glaube nicht, dass dich das etwas angeht, Sturgess."

„Dieser Meinung bin ich auch!, rief einer der Kerle am Brunnen wild und unbeherrscht. „Verschwinde, Hombre, oder müssen wir dir Beine machen?

Es war John Prewitt.

Prewitt war dreißig Jahre alt, dunkel, etwa sechs Fuß groß und hager. Er verfügte über ein knochiges Pferdegesicht mit listigen, kleinen Augen, in denen jetzt eine wilde Vorfreude flackerte.

McQuade heftete seinen Blick auf ihn. „Willst du mir Beine machen?", fragte er ruhig. Er zeigte sich furchtlos und unerschrocken. Seine Haltung veränderte sich nicht.

Der Bursche auf dem Pferd lachte schallend auf und rief dann: „Jetzt kannst du gleich zeigen, was du auf dem Kasten hast, John. Blas das Großmaul auf den Mond."

Die Mexikaner ließen McQuade nicht aus den Augen. Es waren lauernde, heimtückische Blicke, die sich regelrecht an ihm verkrallt hatten.

Die Situation war brisant, ein Hauch von Gewalttätigkeit lag in der Luft, die Atmosphäre war angespannt und gefährlich. Die Stille, die über der Plaza hing, mutete an wie die Ruhe vor dem Sturm.

JOHN PREWITT ZÖGERTE einen Moment, aber dann gab er sich einen Ruck und setzte sich in Bewegung. Mit kurzen, abgezirkelten Schritten näherte er sich dem Kopfgeldjäger. Sein Gesicht war wie aus Granit gemeißelt, das Handgelenk seiner Rechten streifte bei jedem seiner Schritte den Knauf des Revolvers. Zehn Schritte vor McQuade hielt er an. Eine absolut tödliche Distanz. Er nahm die Beine etwas auseinander und beugte den Oberkörper leicht nach vorn, als suchte er einen festen Stand, um gegebenenfalls einer Kugel zu trotzen.

„In Ordnung, Großmaul!, zischte Prewitt. „Ich lasse dir noch eine halbe Minute Zeit für ein Gebet. Wenn die Zeit um ist, erschieße ich dich.

„Ich bete nie", versetzte McQuade kalt.

„Dann fahr zur Hölle!", blaffte der Bandit und seine Hand fuhr wie der zustoßende Kopf einer Klapperschlange zum Revolverkolben. Er brachte den Sechsschüsser in die Waagrechte, und es gelang ihm sogar, den Hahn zu spannen. Zum Schuss jedoch kam er nicht. McQuade hatte die Henrygun gedankenschnell an die Seite gezogen und gefeuert. Die Kugel traf den Banditen ins Herz. Der peitschende Knall würde über ihn hinweggeschleudert, doch er hörte ihn schon nicht mehr. Wie eine Marionette, deren Schnüre man loslässt, brach er haltlos zusammen und begrub den Revolver unter sich.

McQuade hatte sofort durchgeladen. Die Patronenhülse, die ausgeworfen wurde, versank halb im Staub. Der Texaner hatte sich den Kolben unter die Achsel geklemmt, seine Linke umklammerte den Schaft des Gewehres, der Zeigefinger seiner Rechten krümmte sich um den Stecher.

Die Kerle, die nach dem kurzen Augenblick, der zwischen Begreifen und Reagieren lag, zu den Revolvern greifen wollten, erstarrten, denn McQuades stählern klingende Stimme erschallte: „Wer will der Nächste sein?"

Die Mündung pendelte über die drei Mexikaner beim Brunnen hinweg und zeigte schließlich auf Bud Bonham, der ihn unter zusammengeschobenen Brauen hervor finster musterte. „Der Name James Sturgess sagt mir nichts, presste er zwischen den Zähnen hervor. „Wer bist du wirklich, Hombre? Einer, der so schießt wie du und derart kompromisslos tötet, ist sicher kein Unbekannter im Territorium. Also sag mir deinen richtigen Namen.

„Ich heiße James Sturgess."

Bonham nahm die Hand vom Revolver und legte die Hände übereinander auf das Sattelhorn. „In Ordnung, Sturgess. Es ist gut. Mein Name ist Bonham – Bud Bonham. Prewitt gehörte noch nicht richtig zu uns. Deshalb haben wir auch keinen Grund, seinetwegen einen höllischen Reigen anzufangen. Hast du ein besonderes Ziel? Wirst du irgendwo erwartet?"

„Weder das eine noch das andere."

„Entspannt euch, Muchachos!, rief Bonham in die Richtung der drei Mexikaner. Dann konzentrierte er sich wieder auf McQuade. „Wir warten hier in der Stadt auf einen guten Freund. Einen wie dich könnten wir gut brauchen. Was meinst du? Könntest du dir vorstellen, dich uns anzuschließen?

„Was treibt ihr denn so im Allgemeinen?", fragte McQuade.

„Komm mit hinüber in den Saloon, Sturgess. Im Sitzen und bei einem guten Whisky spricht es sich angenehmer."

Bonham knüpfte das Lasso von seinem Sattelhorn und ließ es achtlos in den Staub fallen. Dann zog er das Pferd herum und trieb es an. Das Tier trug ihn in Richtung Silver Moon Saloon.

„Nach euch, Amigos!", rief McQuade den drei Mexikanern zu. Es waren zweibeinige Wölfe. Einer hatte sich einen Patronengurt schräg vor die Brust geschnallt. Ein anderer trug eine Scheide auf dem Rücken, aus der der hölzerne Griff eines Wurfmessers über seine linke Schulter ragte. Er konnte es mit einem blitzschnellen Griff seiner Rechten ziehen und werfen.

Dieses Trio war mit Vorsicht zu genießen.

Sie eisten ihre Blicke von dem Texaner los und folgten Bud Bonham. McQuade ging, ohne das Gewehr aus dem Seitenanschlag zu nehmen, zu dem reglosen Mann im Staub hin. Er lag auf dem Rücken und hatte die Augen geschlossen. Sein Gesicht war blutüberströmt und staubverklebt, auch seine Hände waren zerschunden und bluteten. Seine Haare waren grau. Er war mit einer grauen Leinenhose und einem dunkelblauen Hemd bekleidet. Hemd und Hose waren an vielen Stellen zerrissen.

Er wimmerte leise.

„Sagen Sie mir Ihren Namen?", murmelte McQuade, indes er neben dem Mann auf das linke Knie niederging.

„Amos Baldwin", röchelte der Mann gequält.

„Waren Sie damals Mitglied der Jury?"

„Ja."

McQuade hob den Blick und schaute hinüber zum Saloon. Bud Bonham war vom Pferd gestiegen. Die vier Banditen beobachteten ihn. „Ich gehe jetzt mit den Kerlen in den Saloon, murmelte McQuade. „Um Sie wird sich gewiss jemand kümmern. Schicken Sie jemand zum Sheriff und lassen Sie ihm von McQuade bestellen, dass er an der Bande dran ist. Wenn Tex Hammond in Douglas ankommt, wird er ziemlich alleine dastehen. Haben Sie mich verstanden, Baldwin?

„Ja, ja", keuchte der Mann. Seine Hände wischten fahrig durch den Sand.

Der Kopfgeldjäger drückte sich hoch und stakste in Richtung Saloon davon. Nach wie vor hielt er das Gewehr im Seitenanschlag, doch die Mündung wies jetzt schräg zu Boden. Er traute den Banditen nicht.

„Was hast du mit dem alten Dummkopf gesprochen?", empfing ihn Bonham. Sein Gesicht war scharf geschnitten, um seinen dünnlippigen Mund lag ein brutaler Zug. Die eisblauen Augen erinnerten an die Augen eines Reptils.

„Nichts Besonderes, antwortete McQuade. „Ich habe ihm nur klar gemacht, dass er künftig besser in seinen vier Wänden bleibt. Warum hast du ihn am Lasso hinter deinem Pferd hergeschleift?

„Er ist einer von den aufgeblasenen Drecksäcken, die meinen Freund Tex vor über fünf Jahren in die Steinbrüche geschickt haben. Weißt du, was es heißt, fünf Jahre in Yuma eingesperrt zu sein? Ein Mann ist dort lebend begraben."

„Ist es Tex, auf den ihr wartet?"

„Ja, Tex Hammond. Er kommt mit der nächsten Stagecoach. Und dann räumen wir richtig auf hier."

„Aha. Von mir aus. Gehen wir hinein."

„Willst du gar nicht wissen, was sich damals ..."

„Du wirst es mir drin sicherlich erzählen, Bonham. Außerdem kann ich mir aus dem Wenigen, das du eben erwähnt hast, einen Reim machen. Hammond will einigen Leuten in Douglas eine blutige Rechnung präsentieren."

„Sie werden heulen und mit den Zähnen knirschen", knurrte Bud Bonham.

ES WURDE FINSTER. MCQUADE sagte: „Ich habe einen langen Ritt hinter mir und bin höllisch müde. Was dagegen, wenn ich mich verabschiede?"

Bonham lachte kehlig. „Wer sollte was dagegen haben, Sturgess. Ein unausgeschlafener Mann ist nur die Hälfte wert. Leg dich aufs Ohr und erhol dich."

McQuade erhob sich und nahm sein Gewehr. Nur er und Bonham hatten am Tisch gesessen. Die Mexikaner standen an der Theke und hatten ihm immer wieder hintergründige Blicke zugeschossen. Diese Kerle misstrauten ihm. Ein Leben jenseits von Recht und Ordnung hatte ihnen sicher eine Reihe von empfindlichen Lektionen erteilt und sie argwöhnisch werden lassen. Sie trauten wahrscheinlich nicht einmal ihrem eigenen Schatten.

Der Kopfgeldjäger verließ den Saloon. Die Plaza lag im Mond- und Sternenlicht. Winzige Kristalle glitzerten im Sand wie kleine Diamanten. Es handelte sich um Glimmerschiefer, den die Erosion im Laufe der Jahrmillionen pulverisiert hatte. Amos Baldwin, der Bürger von Douglas, den Bonham am Lasso hinter sich hergeschleift hatte, war verschwunden. Die Spuren, die sein Körper im Sand hinterlassen hatte, waren deutlich zu sehen.

John Prewitt lag noch dort, wo er gestorben und sein Blut im Staub versickert war.

McQuade ging davon aus, dass ihn die vier Banditen durch eines der Fenster des Saloons beobachteten. Er marschierte zum Hotel und ging hinein, setzte sich in seinem Zimmer ans Fenster und ließ den Eingang des Saloons nicht aus den Augen. Keiner der Banditen ließ sich sehen.

Der Kopfgeldjäger wartete eine halbe Stunde. Dann verließ er das Hotel durch den Hinterausgang und begab sich zum Haus des Sheriffs. Ann Snyder ließ ihn ein. Sie sagte: „Baldwins Sohn war hier und hat uns bestellt, was Sie ausrichten ließen."

„Ich wollte nicht, dass Straughan einen falschen Eindruck von mir gewinnt. Ich weiß es jetzt, wie die Kerle vorzugehen gedenken, wenn Hammond eintrifft. Sie haben vor, die Männer, die für seine Verurteilung verantwortlich waren, zu hängen. Mit Aktionen wie heute, als sie Baldwin am Lasso über die Plaza schleiften oder als sie den Sheriff halbtot schlugen, wollen sie Angst erzeugen, den Menschen in der Stadt jeden Mut nehmen und sie mürbe machen."

„Großer Gott!, entfuhr es der hübschen Frau. „Was sind das für perfide Pläne?

„Eines kann ich Ihnen versprechen, Ma’am, sagte McQuade mit klarer und präziser Stimme. „Ich werde den Schuften in die Suppe spucken. Und zwar so, dass ihnen Hören und Sehen vergeht.

Sie gingen in die Schlafkammer. Ann Snyder trug eine Laterne, die am Drahtbügel leise quietschend schaukelte. Der Sheriff schlief nicht. Zwischen den Lidern seiner geschwollenen Augen glitzerte es. „Was Sie treiben, McQuade, ist ein Spiel mit dem Feuer. Wenn Ihnen die Kerle auf die Schliche kommen, ist Ihr Leben keinen rostigen Cent mehr wert."

„Ich habe nicht vor, so lange zu warten, Sheriff. Ich bin gekommen, damit Sie sich sicher sein können, dass ich kein falsches Spiel inszeniere."

„Sie sind ein bemerkenswerter Mann, McQuade, murmelte der Ordnungshüter. „Wahrscheinlich haben Sie verhindert, dass diese Hundesöhne Baldwin zu Tode schleiften, und Sie haben einen der Schufte in die Hölle geschickt. Es gibt nicht viele Männer, die über eine derart große Courage verfügen.

McQuade winkte ab. „Ich möchte, dass Sie zusammen mit Mrs. Snyder in dieser Stunde noch die Stadt verlassen. Dieses Anliegen ist der zweite Grund, der mich zu Ihnen geführt hat. Ich will die Bande erledigen. Sie aber stellen einen Risikofaktor dar, denn ich schließe nicht aus, dass die Kerle versuchen, Sie zu töten, wenn sie merken, dass es für sie eng wird."

„Man hat mir erzählt, dass Sie die ganze Bande auf der Plaza vor dem Lauf hatten. Warum haben Sie dem Schrecken kein Ende gesetzt?"

„Nachdem ich Prewitt erledigt hatte, waren es noch vier. Einen hätte ich vielleicht noch erwischt. Die anderen hätten mich wahrscheinlich aus den Stiefeln geholt. Selbst wenn ich ihren Kugeln entgangen wäre, wären sie gewarnt gewesen. So aber kann ich Ort und Zeitpunkt bestimmen. Und ich kann sie mir einzeln holen."

„Wenn ich die Stadt verlasse, dann ist das eine Flucht, presste Matt Straughan hervor. „Meinen Sie nicht, dass das ein Gesichtsverlust allererster Ordnung wäre?

„Nein, das meine ich nicht, Sheriff." McQuade sprach es mit Nachdruck in der Stimme.

„Es wäre kein Gesichtsverlust, Matt!, brach es geradezu beschwörend über die Lippen Ann Snyders. „Jeder in der Stadt weiß, dass du zu fünfundsiebzig Prozent kampfunfähig bist. Niemand erwartet, dass du dich opferst.

McQuade nickte.

Bei dem Sheriff lagen Gefühl und Verstand in zäher Zwietracht. Das war deutlich von seinem entstellten Gesicht abzulesen. Schließlich seufzte er und knurrte: „Ich gehe nur widerwillig, McQuade. Hier, sehen Sie ..." Er zog die Rechte unter der Bettdecke hervor. Sie umklammerte den Knauf eines schweren Coltrevolvers. „Ich könnte mich notfalls

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