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Verruchte Spiele: Steele Security, Band 1

Verruchte Spiele: Steele Security, Band 1

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Verruchte Spiele: Steele Security, Band 1

Länge:
437 Seiten
9 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Feb 1, 2019
ISBN:
9781547558667
Format:
Buch

Beschreibung

Sie arbeitet an der Story ihres Lebens – einer, von der Investigativreporter träumen.

Aber die Spur der belastendenden Beweise führt zu dem einzigen Mann, den sie je geliebt hat.

Als sie ihren Flug verpasst, sieht sie, wie die Maschine in der Luft explodiert, und sie weiß, dass die Bombe an Bord dazu bestimmt war, sie zum Schweigen zu bringen.

Wem kann sie vertrauen?

Er ist nicht mehr derselbe, seit er sie verloren hat.

Dann überrascht er einen Eindringling in seinem Haus, nur um herauszufinden, dass seine seit Langem totgeglaubte Geliebte noch am Leben ist.

In seinem Innern tobt ein Kampf zwischen Verlangen, Liebe, Verrat und Loyalität.

Betrug, Täuschung und Gefahr bedrohen sie.

Wenn ein unbekannter Feind alle Karten in der Hand hält, wie können sie diese verruchten Spiele überleben?

Herausgeber:
Freigegeben:
Feb 1, 2019
ISBN:
9781547558667
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Verruchte Spiele - A.D. Justice

1

KAPITEL 1

Fünf Jahre zuvor

„M om! Ich kann meine Sonnenbrille nicht finden!", schrie Brianna aus ihrem Zimmer.

Diane blieb in der Tür stehen. „Du hast sie hochgeschoben."

Briannas Hände flogen zu ihrem Haar. Als sie die Sonnenbrille berührte, grinste sie verlegen. „Oh. Da ist sie ja."

„Entspann dich, Schatz. Dein Vater hat dafür gesorgt, dass du gut bewacht wirst, während du fort bist. Du wirst von den besten Soldaten unserer Armee umgeben sein." Diane versuchte, ihre Tochter zu beruhigen, obwohl sie selbst innerlich alles andere als glücklich über deren Entscheidung war.

„Ich weiß. Brianna ließ sich auf ihr Bett fallen. „Es ist nur … Es wird solch eine gewaltige Umstellung sein. Ich kann nicht mehr einfach in ein Geschäft gehen und kaufen, was ich brauche. Es gibt keinen Lieferservice für Essen. Ich lasse so viel zurück, was ich jetzt als selbstverständlich betrachte.

„Dein Lebensrhythmus wird sich sicher verändern", stimmte Diane zu und setzte sich auf die Bettkante.

Evan, Briannas Vater, trat ins Zimmer, lehnte sich an den Türrahmen und betrachtete seine älteste Tochter. Es kam ihm so vor, als wäre es erst gestern gewesen, dass sie geboren wurde. Wenn er auf die letzten paar Monate zurückblickte, war er erstaunt, wie gut ihre Überredungskunst bei ihm gewirkt hatte. Irgendwie hatte sie es geschafft, ihn davon zu überzeugen, dass es ihre wahre Berufung war, als investigative Journalistin zu arbeiten – und zwar im Mittleren Osten.

Evan und Diane Tate waren Eigentümer einer landesweiten Kette von Luxushotels. Ihre Heimat und ihr Hauptsitz befand sich in der Gegend von Atlanta, aber Evan reiste oft nach Washington, D.C., um Verträge abzuschließen, über Kosten zu verhandeln und die Sicherheitsfreigabe für seine Hotels zu behalten, sodass auch bekannte Persönlichkeiten unbedenklich dort absteigen konnten. Während dieser Aufenthalte hatte er viele Freunde gewonnen, die Kontakte zu allen erdenklichen Regierungsstellen hatten.

Als Brianna ihm zum ersten Mal berichtete, dass sie beantragt hatte, Soldaten der Delta Force, der Eliteeinheit der Armee, in einer geheimen Militärbasis im Mittleren Osten interviewen zu dürfen, fürchtete Evan, dass sie eine unreife und übereilte Entscheidung getroffen hatte. Doch als er beobachtete, wie sie packte, Punkte auf ihrer Liste abhakte und alles erneut überprüfte, sah er, dass er eine reife und entschlossene junge Frau vor sich hatte.

Dennoch war er immer noch ihr Vater und machte sich Sorgen über ihre Sicherheit. „Pass auf, dass ich das nicht bedauern werde, junge Dame", ermahnte er sie.

„Das wirst du nicht, Daddy. Sie lächelte ihn strahlend an. „Das ist die Reise und die Chance meines Lebens!

„Ich kann nicht fassen, dass du uns in ein paar Tagen verlässt und sechs Wochen lang unterwegs sein wirst", klagte Evan.

„Die Zeit wird wie im Flug vergehen und ehe du dich versiehst, bin ich schon wieder zurück. Das garantiere ich dir", erwiderte Brianna zuversichtlich. Ihre eigenen Ängste, weil sie die Bequemlichkeit und Sicherheit ihres gewohnten Lebens vorübergehend aufgeben musste, verbarg sie.

Mit ihren zweiundzwanzig Jahren hatte sie gerade einen zweifachen Bachelorabschluss in Kommunikationswissenschaften und Journalismus erworben und sie hatte große Karrierepläne. Als sie noch auf dem College war, hatte sie sich in ihr Studium gestürzt, zusätzliche Kurse belegt und sich viel abverlangt, damit sie so schnell wie möglich in die Welt und ins Leben hinausziehen konnte. Dieses Projekt als Sprungbrett für ihre Karriere zu benutzen, war ein Wagnis, doch sie glaubte fest, dass es für sie das Richtige war. In ihrem tiefsten Innern wusste sie: Die Spannung, eine solche Geschichte zu recherchieren, das wahre Leben kennenzulernen, sich in der Praxis zu behaupten – das brauchte sie.

Am folgenden Abend organisierten Briannas Schwestern Missy, Jessie und Ashley eine Überraschungs- und Abschiedsparty für sie, um ihr erstes großes Vorhaben und ihr erstes freiberufliches Projekt seit ihrem Collegeabschluss zu feiern. Missy war gerade einundzwanzig geworden und stand Brianna in jeder Beziehung am nächsten. Da der Altersunterschied nicht einmal zwei Jahre betrug, hatten sie in ihrer Kindheit alles geteilt, angefangen bei der Kleidung über Spielzeug bis hin zu Freunden. Es war Missys Aufgabe, Brianna zur Party zu bringen, ohne die Überraschung zu verraten.

„Mach dich fertig, Schwesterherz! Ich lade dich auf einen Drink ein – oder zehn. Wir müssen noch etwas zusammen machen, bevor du losdüst in diese gottverlassene Wüste, rief Missy, als sie in Briannas Zimmer platzte. „Du raubst mir sechs Wochen gemeinsame Zeit, also erwarte ich von dir, dass du mich heute Abend dafür entschädigst.

„Einverstanden. Aber nur, weil ich weiß, dass du mich nicht in Ruhe lassen wirst, bis ich nachgebe", antwortete Brianna lächelnd.

„Du kennst mich so gut!"

Sobald sie im Auto saßen, plauderten Missy und Brianna entspannt, bis sie ihr Ziel erreichten. Brianna war hellauf begeistert, als sie ihre Lieblings-Sportbar betraten, und schwatzte lebhaft mit Missy über ihre anstehende Reise. Dadurch entging ihr völlig, dass der Raum voller Menschen war, die sich versammelt hatten, um sie zu verabschieden.

„Überraschung!", rief die Menge im Chor.

Brianna fuhr zusammen, stieß einen Schrei aus und schlug die Hände vor den Mund. Ihre Augen waren weit aufgerissen, die Überraschung stand ihr ins Gesicht geschrieben und sie war im wahrsten Sinne des Wortes sprachlos. Missy schlang ihren Arm um Briannas Schulter, lehnte sich zu ihrem Ohr und flüsterte: „Habe ich das gut gemacht? Oder habe ich das gut gemacht?"

Brianna nickte, bevor sie erwiderte: „Das hast du definitiv gut gemacht. Ich hatte keine Ahnung!"

Endlich bewegte sie ihre Füße und schlenderte im Raum umher, um jeden Gast persönlich zu begrüßen. Praktisch jeder, den sie kannte, war da, um ihr alles Gute zu wünschen. Die Party war bald in vollem Gange, auf der Tanzfläche drängten sich Menschen und der Alkohol floss in Strömen. Am Ende des Abends hatte Brianna den Überblick verloren, mit wie vielen Drinks sie ihre Dankesschuld bei Missy abgetragen hatte.

Als Evan sich ihr näherte, verrieten seine Augen die Sorge über ihre Pläne. Er streckte seine Hände aus und sie lief für einen letzten Vater-Tochter-Tanz zu ihm hin, bevor die Bar zumachte. Als sie sich langsam in den Armen ihres Vaters wiegte, fühlte Brianna sich wieder wie ein kleines Mädchen. Sie konnte sich nicht vorstellen, dass er nicht mehr an jedem Tag ihres Lebens bei ihr sein würde, aber der Ruf der Freiheit und Unabhängigkeit war wie Sirenengesang. Sie konnte ihn nicht überhören und ihm nicht widerstehen.

An einem Tag der darauffolgenden Woche fuhren Evan und Diane Brianna frühmorgens zu einem gesicherten Militärflugplatz. Mit Tränen in den Augen umarmte Diane ihre Tochter ganz fest und ein bisschen länger als bei einem normalen Abschied.

„Ich weiß, dass du in guten Händen bist, aber nicht in meinen", sagte sie, als sie Brianna losließ und sich über die Augen wischte.

„Mach dir keine Sorgen, Mom. Brianna lächelte beruhigend. „Ich bin erwachsen. Ich kann auf mich selbst aufpassen.

„Ganz gleich, wie alt du bist, junge Dame, für mich bleibst du immer mein Baby, erwiderte Diane. „Zieh nicht auf eigene Faust los. Bleib bei deinem Begleitschutz. Pass auf dich auf. Tu nichts Unüberlegtes.

Brianna nickte schmunzelnd. „Das hast du mir heute Morgen schon an die fünfzig Mal gesagt und die Sonne ist noch nicht einmal aufgegangen. Nicht, dass ich eine andere Wahl hätte, aber ich werde nah bei meinem militärischen Geleitschutz bleiben und mich nicht auf eigene Faust auf den Weg machen. Ich werde zurück sein, ehe du es dich versiehst."

Diane tupfte ihre feuchten Augen erneut ab und tat einen zitternden Atemzug, während sie beobachtete, wie Soldaten an Bord des riesigen Militärflugzeuges gingen. Evan trat vor, zog Brianna in eine feste Umarmung und wisperte ihr ins Ohr: „Kehre sicher und unversehrt zu uns heim. Ich liebe dich, mein kleines Mädchen."

„Ich dich auch, Daddy, antwortete sie mit zittriger Stimme. „Ich gehe jetzt besser.

Er ließ sie los und Evan und Diane sahen zu, wie sie in ein C-17 Militärtransportflugzeug stieg, das von Atlanta zu einem geheimen Stützpunkt im Mittleren Osten flog. Ein starkes Gefühl von Furcht ergriff Evan. Er sorgte sich so schon genug um seine Töchter, aber dass er nicht genau wusste, wo sich Brianna in den folgenden sechs Wochen aufhalten würde, bereitete ihm beinahe körperliche Schmerzen.

Als Brianna an Bord kam, wurde ihr sofort bewusst, dass die Tage, in denen sie verhätschelt worden war und im Komfort gelebt hatte, abrupt zu Ende gegangen waren. Ein neuer Respekt für die Männer und Frauen der Armee wuchs in ihr. Sie beschloss, Nutzen daraus zu ziehen und diese Hochachtung an jede Nachrichtenagentur weiterzugeben, die ihre Story nehmen würde. Sie ignorierte die Kopfschmerzen, die ihr die Reise zu erschweren drohten, zog ihren Block heraus und begann, sich Notizen zu den Themen zu machen, über die sie schreiben wollte.

Soldaten der Delta Force operieren so im Verborgenen, dass die Regierung noch nicht einmal ihre Existenz bestätigt. Deshalb hatte Brianna die Genehmigung für ihr Vorhaben nur erhalten, weil der Kontaktmann ihres Vaters im Verteidigungsministerium früher selbst bei der Delta Force gewesen war. Er legte Wert darauf, dass die Truppe die Anerkennung erhielt, die sie verdiente. Er hatte ihr bereits eine Liste mit Themen gegeben, über die nicht mit Zivilpersonen gesprochen werden durfte. Sie wusste, wenn sie nach irgendetwas fragte, was als geheim eingestuft war, würde ihr sowieso niemand antworten. Er versuchte bloß, ihr ein wenig Mühe und Frust zu ersparen und ihr zu helfen, einen guten Anfang zu machen.

Brianna ließ sich für den zwanzigstündigen Flug auf dem unbequemen Sitz nieder, nahm Ohrhörer aus ihrer Tasche und steckte sie sich in die Ohren. Da die Maschinen bekanntermaßen ziemlich laut waren, hatte sie sich über die besten Methoden informiert, wie sie den langen Flug gut überstehen konnte. Viele der Sitze waren entfernt worden, um Platz für die Fracht zu schaffen, die ausgeliefert werden sollte. Dies erlaubte es den paar Dutzend Leuten an Bord, sich auszubreiten. Einige hatten Luftmatratzen und Schlafsäcke mitgebracht, um die Zeit nach dem Start besser herumzubekommen.

Brianna war so sehr auf ihre Aufgabe konzentriert und auf die Frage, wie ihr Artikel aufgenommen werden würde, wenn sie nach Hause zurückkehrte, dass sie jetzt nicht schlafen konnte. Sie dachte darüber nach, was die Öffentlichkeit wohl über die Truppe wissen wollte. Ihr war wichtig, den Soldaten die Anerkennung zu zollen, die sie verdienten – für ihre Fähigkeiten, für das intensive Training, das sie absolviert hatten, und die improvisierten Mittel und Wege, mit denen sie ihre Leistungen auf dem höchsten Stand hielten. Sie plante, die wenig wünschenswerten Bedingungen zu beschreiben, unter denen sie so weit weg von ihrer Heimat lebten, und den Mangel an Annehmlichkeiten, die für die meisten Menschen selbstverständlich waren.

Aber am meisten kam es ihr darauf an, den Leuten in dem Artikel klarzumachen, dass die kampferprobten Soldaten letztendlich immer noch Menschen waren. Mut bedeutete nicht, dass sie keine Furcht hatten, sondern dass sie trotz ihrer Furcht weitermachten. Sie hatten Träume und ein Leben außerhalb der Armee. Sie hatten Familien, Ehefrauen, Freundinnen und Freunde, von denen sie über lange Zeitabschnitte getrennt waren.

Als die Maschine ihre Flughöhe erreichte, begannen einige Passagiere, provisorische Betten auf dem Boden herzurichten und es sich bequem zu machen. Begierig, anzufangen, erwog Brianna kurz, sich woanders hinzusetzen und mit den Soldatinnen und Soldaten ein Gespräch zu beginnen, doch sie änderte ihre Meinung, als sie feststellte, dass allein der Lärm der Motoren eine längere Unterhaltung unmöglich machen würde.

Brianna kam zu dem Schluss, dass detaillierte Aufzeichnungen über alles, was sie auf ihrer Reise sah, hörte, fühlte und erlebte, ihr helfen würde, den Artikel so anschaulich zu schreiben, wie sie konnte. In diesem Sinne begann sie mit der mühseligen Arbeit, sich zu jedem Gedanken, jeder Entscheidung, jedem Gespräch ausführliche Notizen zu machen – zu allem, was zu diesem Vorhaben geführt hatte.

Während sie den größten Teil der Reisezeit damit zubrachte, die leeren Seiten mit ihren Gedanken und Gefühlen zu füllen, und die Worte nur so aufs Papier flossen, entstand eine Geschichte in ihrem Kopf. Als ihr die Augen zufielen und sie den Stift nicht länger mit ihrer verkrampften Hand halten konnte, klappte sie die Rückenlehne so weit zurück, wie es ging, und verschlief den Rest des Fluges.

Die Stimme des Piloten, die durch die Bordsprechanlage schallte, und die blinkenden Lichter, die die Mannschaft auf die bevorstehende Landung hinwiesen, weckten sie. Sie sammelte ihre Sachen zusammen und steckte sie in ihren Rucksack. Ihre Beine kribbelten vor nervöser Energie, während sie darauf wartete, dass ihr aufregendes Abenteuer begann. Als das Flugzeug zum Stehen kam und sie von Bord ging, konnte sie die gespannte Erwartung kaum noch aushalten.

Da sie Zivilkleidung trug, konnte ihr Geleitschutz sie in der Menge leicht erkennen. „Miss Tate?", sprach sie einer der jungen Soldaten an.

„Ja, ich bin Brianna Tate." Sie lächelte.

„Kommen Sie mit, Ma’am. Wir haben die strenge Anweisung, Sie sofort abzuliefern."

Sie sah, dass er links die Armbinde und das Abzeichen der Militärpolizei trug. Auf seinem Namensschild stand Roberts. „Okay, Lieutenant Roberts, gehen Sie vor."

Er lächelte höflich, während drei weitere Militärpolizisten sich vor und hinter sie positionierten und sie zu dem wartenden Humvee führten. Sobald sie sicher darinsaß, verband ihr einer der Männer die Augen mit einem schwarzen Tuch. „Tut mir leid, Ma’am. Befehl."

„Schon in Ordnung. Man hat mich bereits auf die Sicherheitsmaßnahmen hingewiesen." Sie lächelte erneut.

Brianna versuchte, aufmerksam auf die leisen Geräusche, die Bewegungen des Fahrzeugs und die steifen Gespräche im Wageninneren zu achten. Sie merkte sich alles, was sie in ihrem Tagebuch dokumentieren wollte. Nach einer Fahrt von einigen Minuten rollte der Wagen aus und sie hörte, wie drei Türen geöffnet und geschlossen wurden. Sie musste bewusst gegen die drohende Panik ankämpfen, als sie in unmittelbarer Nähe noch mehr Männerstimmen hörte, aber niemand sie direkt ansprach.

Lieutenant Roberts’ Stimme ließ sie zusammenfahren, als er nahe an ihrem Ohr sagte: „Miss Tate, ich hole Sie nun aus dem Fahrzeug heraus und setze Sie in ein anderes. Weiter darf ich Sie nicht begleiten. Diese Jungs werden sich von nun an gut um Sie kümmern."

„Okay", antwortete sie in dem Bewusstsein, dass sie keine andere Wahl hatte.

Nachdem sie umgestiegen und eine weitere Stunde gefahren war, merkte sie, dass das Fahrzeug endlich wieder stehen blieb und der Motor abgestellt wurde. Eine Person, die sie nicht sehen konnte, öffnete die Tür und half ihr beim Aussteigen.

Als man ihr das Tuch abnahm, blendete sie kurzzeitig das grelle Sonnenlicht. Sie schirmte ihre Augen mit der Hand ab, während sie geistesabwesend die Sonnenbrille aus ihrer Tasche fischte. Bewegungslos stand sie einen Moment da, um ihre Umgebung in sich aufzunehmen. Ihr erster Eindruck war, dass das Gelände an die alte Fernsehserie MASH erinnerte, nur dass hier die Zelte sandfarben waren und nicht grün, wie sonst in der Armee üblich.

Große Zelte standen auf dem gesamten Stützpunkt verstreut. Humvees, Jeeps und schwere Lastwagen fuhren langsam durch die Straßen. Soldaten verteilten sich in Gruppen von drei bis fünf Mann über das Gelände und jedes Team hatte andere Aufgaben, damit alles in der Miniaturstadt reibungslos funktionierte.

Die Sonne stand hoch und unglaublich heiß am Himmel, heißer, als es jemals in Atlanta war. Schweißtropfen drangen aus ihren Poren. Sie holte einen Notizblock aus ihrem Rucksack und begann, sich damit Luft zuzufächeln, um in der starken Hitze etwas Kühlung zu finden. Eine ihrer ersten Fragen an die Männer, die mit einem Interview einverstanden waren, hatte sie schon im Kopf: Wie bereiten Sie Ihren Körper darauf vor, diese extreme Hitze auszuhalten?

„Hier geht es lang, Ma’am, instruierte sie der Private, der ihr Gepäck trug. „Da Sie unser Gast sind, haben Sie ein Zelt für sich. Es steht gleich dort drüben.

Sie ging zielstrebig auf die Stelle zu, die ihr Begleiter ihr gezeigt hatte, und fühlte sich zugleich dankbar und schuldig, dass sie eine Sonderbehandlung erfuhr. Sie begann, sich geistig darauf vorzubereiten, wie sie sich der Schar der Soldaten nähern könnte, die so schwer zu fassen waren. Angehörige der Delta Force waren als die stillen Profis bekannt. Sie brüsteten sich niemals mit ihren Missionen. Sie wurden mit den extremsten Situationen fertig, indem sie in ein Gefahrengebiet eindrangen und es wieder verließen, ohne dass jemand überhaupt erfuhr, dass sie dort gewesen waren.

Als sie um ein Zelt herumgingen, blieb Brianna unwillkürlich stehen und sog den Anblick der Männer direkt vor ihr in sich auf. Einer saß auf einem Klappstuhl. Er trug eine Soldatenmütze, eine Oakley Sonnenbrille, kein Hemd und eine Camouflagehose, die er bis zu den Knien hochgerollt hatte. Er wollte sich offensichtlich bräunen, und sie konnte den Blick nicht von seiner Brust wenden, die wie gemeißelt wirkte, und von den Muskeln an seinen Schultern, seinen Armen und … oh, wow, seinem Waschbrettbauch. Sie war froh, dass sie ihre Sonnenbrille aufhatte, denn sie zweifelte nicht daran, dass ihre Augen so groß wie Untertassen waren.

Wenn man von dem ausging, was sich unter seinen Hosenbeinen abzeichnete, waren seine Oberschenkel offenbar genauso ansprechend geformt wie die obere Hälfte seines Körpers. Briannas Augen wanderten hinauf zu seinem Gesicht und sie wurde augenblicklich noch röter, als sie es von der sengenden Hitze schon war. An seinem 1000-Watt-Lächeln erkannte sie, dass er bemerkt hatte, wie sie bei seinem Anblick beinahe angefangen hatte, zu sabbern.

„Sind Sie unser neuer Rekrut?", neckte er sie. Ein Lächeln schwang in seiner tiefen Stimme mit und er war sichtlich erfreut, dass ihr gefiel, was sie sah.

„Ähm … Ich bin … äh … Brianna." Sie konnte nicht einen zusammenhängenden Gedanken fassen. Sie wusste noch nicht einmal, wie sie diese Wörter miteinander verknüpft hatte.

Er lächelte weiter, als er aufstand. Sie konnte ihr Erstaunen nicht verbergen und sog scharf die Luft ein. Der Mann war riesig. Seine Muskeln wölbten sich überall und er ragte hoch über ihre 1,68 Meter auf. Er musste mindestens 1,95 Meter groß sein und jeder Zentimeter war reine Muskelmasse.

Er hatte kurzes schwarzes Haar, eine ausgeprägte, kantige Kinnpartie und hohe Wangenknochen. Obwohl sie seine Augen nicht erkennen konnte, spürte sie, dass sein Blick sie durchbohrte. Wie sie so dastand und ihn anstarrte, wirkte sie bestimmt wie eine Idiotin, aber sie hatte im wahren Leben tatsächlich noch nie so jemanden gesehen wie ihn.

So viel dazu, einen guten ersten Eindruck zu machen, dachte sie kläglich.

„Also, Brianna, fuhr er immer noch lächelnd fort, „schön, Sie kennenzulernen. Ich bin Reaper.

Reaper – der Sensenmann, dachte sie unwillkürlich.

„Und das ist der Rest der Truppe, fuhr Reaper fort und wies auf die anderen Männer, die auf klapprigen Stühlen außen um das Zelt herumsaßen. „Das ist Rebel. Und das Bull. Shadow hier wird nicht umsonst ‚Schatten‘ genannt, also hüten Sie sich vor ihm – und der da hat den Beinamen Judge, der Richter.

Jeder der Männer nickte lächelnd, als Brianna Hallo sagte, nachdem Reaper sie einzeln vorgestellt hatte.

Sie schaute sich in der Gruppe um und lächelte. „Schon kapiert. Keine richtigen Namen."

„Vielleicht können wir die behalten, Reaper, bemerkte Shadow. „Wäre nett, wenn du heute nicht schon wieder eine Leiche verstecken müsstest.

„Der Tag ist noch jung. Möglicherweise muss er mir schon bald helfen, Ihre Leiche zu verstecken", gab Brianna mit einem schalkhaften Lächeln zurück.

„Oh ja, die behalten wir, antwortete Rebel lachend. „Sie weist Shadow schon in seine Schranken. Das gefällt mir.

Sie lachten miteinander und das Eis zwischen ihnen schien schnell gebrochen. Nur für einen Mann galt das nicht. Bull war der Ruhigste in der Gruppe und er zeigte keine Regung. Brianna spürte, dass es schwierig für sie werden würde, seinen Panzer zu durchdringen, doch sie nahm sich vor, sein Vertrauen zu gewinnen und ihn zum Reden zu bringen, bevor sie das geheime Lager verließ.

Als sie die Männer um sich herum betrachtete, fiel ihr auf, dass jeder von ihnen wie ein Linebacker in einer American-Football-Mannschaft gebaut war. Jeder Zentimeter von ihnen war muskelbepackt. Sie waren groß, hatten einen kräftigen Körperbau und schienen sich in dieser unwirtlichen Umgebung vollkommen zu Hause zu fühlen.

Ihr wurde schnell klar, dass diese speziell geschulten Kämpfer wegen des überaus harten Trainings, das sie absolvieren mussten, in der Lage waren, sich überall anzupassen, wo sie auch hingingen. Diesen Männern war es offensichtlich sehr ernst damit, Sport zu treiben und fit zu bleiben, wenn man von ihrem Aussehen ausging.

Der Private räusperte sich und erinnerte Brianna so daran, dass er immer noch mit ihren Sachen wartete. Sie bedauerte sofort, dass sie ihn vergessen hatte, und beendete schnell ihre eigene Vorstellung: „Wie gesagt, ich bin Brianna Tate. Ich habe die Erlaubnis erhalten, Sie hier zu interviewen. Ich möchte beleuchten, was Sie für Ihr Land tun, warum Sie es tun und wie Ihr Leben hier draußen aussieht. Ganz allgemein will ich erreichen, dass Sie mehr Wertschätzung in der Öffentlichkeit erfahren. Ich packe kurz meine Sachen aus und dann können wir direkt anfangen, wenn es Ihnen recht ist."

„Klingt gut", antwortete Reaper. Er nickte dem Private kurz zu und Brianna beobachtete, dass dieser sich umdrehte und ihr Gepäck schnell in ihrem Zelt abstellte, ohne dass er einen ausdrücklichen Befehl erhalten hatte.

Ihr Vorhaben würde die ganzen sechs Wochen in Anspruch nehmen und sie plante, den größten Teil der Zeit damit zu verbringen, eine Menge Fragen zu stellen und jeden Soldaten zumindest oberflächlich kennenzulernen. Sie schienen ihr Projekt zu verstehen und auch zu glauben, dass sie ihnen aufrichtige Anerkennung für ihre Arbeit zollen wollte.

Dreißig Minuten später kam sie zu ihnen zurück. Abgesehen von Bull waren alle noch da.

„Also, wer möchte als Erster?", fragte sie lächelnd.

„Ich. Reaper nahm seine Sonnenbrille ab und schenkte ihr sein perfektes Lächeln. „Lassen Sie uns dort hinübergehen, da haben wir es bequemer.

Brianna und Reaper steuerten auf eine Art Picknicktisch zu, der an einer schattigen Stelle des Lagers stand. Der Platz war weit genug entfernt von den anderen, sodass sie ungestört bohrende Fragen stellen konnte, ohne jemanden in Verlegenheit zu bringen. Sie hoffte, dies würde auch zu ausführlicheren Antworten von ihren Gesprächspartnern führen.

„Also, Reaper – das bedeutet ‚Sensenmann‘ oder ‚Tod‘, nicht? Wie sind Sie an diesen Spitznamen gekommen?", fragte sie, als sie sich setzten.

„Die Spitznamen in meiner Einheit beziehen sich auf unsere Persönlichkeiten und auf das, was wir besonders gut beherrschen", antwortete er ausweichend.

„Und damit können Sie auch Ihre Identität geheim halten, besonders zwischen Einsätzen, habe ich recht?", fragte Brianna.

„Ja, das stimmt."

„Wird es schwer für mich sein, Sie kennenzulernen?" Brianna versuchte, ihn zu überrumpeln.

Fehlanzeige!

Sein Lächeln breitete sich langsam auf seinem Gesicht aus. Seine weißen Zähne blitzten sogar im Schatten, zusammen mit der Heiterkeit in seinen braunen Augen. „Höchstwahrscheinlich."

„Ich nehme an, Sie führen diese Schwadron?"

„Das stimmt, bestätigte er. „Wir sind alle Offiziere, aber ich bin der ranghöchste. Wenn Sie das irgendjemandem erzählen, werde ich es abstreiten und Sie dann im Schlaf umbringen.

„Ihr Geheimnis ist bei mir gut aufgehoben. Brianna legte eine Hand auf ihre Brust. „Es besteht keine Notwendigkeit, mir Angst einzujagen.

Reaper lachte und entspannte sich ein wenig. „Ihr Berufsrisiko."

„Ich habe im wahrsten Sinne des Wortes keine Vorstellung von dem Leben hier. Darum bin ich gekommen. Selbstverständlich gibt es Dinge, die Sie mir nicht erzählen können, aber ich würde anderen Menschen sehr gern etwas über Sie und den Rest des Teams berichten, damit sie verstehen, welche Opfer Sie bringen", entgegnete Brianna ernsthaft.

Reaper beobachtete sie genau, er nahm jede Einzelheit ihres Gesichts, ihrer Haltung und Körpersprache wahr. Sein Training und seine praktische Erfahrung in der Terrorismusabwehr, Gegenspionage und Deutung von Mikromimik hatten ihn gelehrt, eine Person im Rekordtempo zu durchschauen und einzuschätzen. Seinem Urteil nach war sie eine vertrauensselige, ehrliche und naive junge Dame, die den aufrichtigen Wunsch hatte, bei ihrem ersten Projekt gute Arbeit zu leisten.

Außerdem hatte er ausführliche Hintergrundinformationen über sie erhalten, schon ehe sie in Atlanta an Bord des Flugzeugs gegangen war. Er kannte bereits jede Einzelheit über sie und jeden, mit dem sie flüchtig bekannt war. Es stand zu viel auf dem Spiel, als dass es anders sein könnte. Es ging um Menschenleben, um das Leben seiner besten Freunde, und er würde nicht zulassen, dass irgendjemand diese einem unnötigen Risiko aussetzte.

„In Ordnung, Brianna, gegen Ihr Vorhaben ist nichts einzuwenden. Ich nehme an, Sie wurden informiert, worüber wir nicht sprechen können, dennoch werden wir Ihnen bei Ihrem Artikel so viel wie möglich behilflich sein. Ich werde dafür sorgen, dass die anderen Jungs in meiner Einheit sich ebenfalls aktiv beteiligen. Wir müssen den Text jedoch lesen und genehmigen, bevor er gedruckt wird."

„Ich danke Ihnen so sehr! Sie können sich gar nicht vorstellen, wie viel mir das bedeutet", rief sie überschwänglich und strahlte ihn an.

Als Reaper Briannas Blick begegnete, war ihm seine eigene Reaktion völlig fremd. Er blieb ruhig und gefasst, wenn ein Feind mit einem Hochleistungsgewehr auf ihn schoss. Er konnte im Alleingang mehrere Terroristen bei einer Geiselnahme unschädlich machen, ohne mit der Wimper zu zucken und ohne dass eine einzige Geisel dabei zu Schaden kam.

Doch Briannas Lächeln, das ihre ehrliche Anerkennung ausdrückte, raubte ihm den Atem. Sein Puls beschleunigte sich und wurde unregelmäßig, sein Herz flatterte wie ein Vogel in seiner Brust. Wärme breitete sich in seinem ganzen Körper aus und er spürte ein merkwürdiges Prickeln. Sie war definitiv anders als alle Menschen, denen er zuvor begegnet war.

„Ich freue mich darauf, Sie in den nächsten Wochen sehr viel besser kennenzulernen, Miss Tate." Reaper kreuzte seine muskulösen Arme über der Brust.

Ihre Augen folgten dieser Bewegung. Sie war fasziniert von der Größe und dem Spiel seiner Muskeln. Mit der Zungenspitze benetzte sie flink ihre Lippen, während ihre Augen zuerst zu seinem Mund wanderten und dann seinem Blick begegneten. Sie sog scharf die Luft ein, als sie diesen fast wie eine physische Berührung wahrnahm.

„Ich dachte, ich würde hier das Interview führen", wandte sie ein. Es kam kaum lauter heraus als ein Wispern.

„Nun, das werden wir noch sehen. Nicht wahr?"

2

KAPITEL 2

Die erste Woche in der Wüste war die härteste in Briannas Leben. Die hohen Temperaturen von um die vierzig Grad am Tag sanken nachts kaum unter dreißig Grad. Es fiel ihr schwer, sich an die starke Hitze zu gewöhnen. Ihre Hochachtung für die Männer und Frauen, die sich nicht den Luxus gönnen konnten, ihrem Körper Zeit für die Anpassung an diese unterschiedlichen klimatischen Verhältnisse zu lassen, stieg noch mehr.

Den größten Teil der Woche verbrachte sie damit, Reaper wie sein persönlicher Schatten zu folgen. Sie lief auf dem Stützpunkt mit ihm herum, machte sich Notizen über seine Tätigkeiten, Verhaltensweisen und Reaktionen und versuchte, ein Persönlichkeitsprofil von ihm zu erstellen. Sie wusste, dass sie seinen Spitznamen in ihrem Artikel nicht verwenden durfte, aber sie konnte ein Pseudonym gebrauchen und ihn für die Leser genau beschreiben.

Er war beliebt bei allen, denen sie begegneten. Abgesehen von seinem Kampfanzug, den er gelegentlich trug, war er nie in voller Uniform. Nachdem sie mehrere Tage lang beobachtet hatte, wie er damit gegen die üblichen Militärdienstvorschriften verstieß, brachte sie endlich den Mut auf, es ihm gegenüber anzusprechen.

„Reaper, warum tragen Sie nicht die Standarduniform?"

„Mein Job verlangt das nicht. Unsere Regeln sind lockerer als die des Durchschnittssoldaten wegen der Aufgaben, die wir erfüllen sollen. Wenn ich schnell aufbrechen müsste, um auf einen Vorfall in einer Metropole zu reagieren, wäre es notwendig, dass ich in die Stadt hineinkomme und sie wieder verlassen kann, ohne meine wahre Identität preiszugeben", erklärte er achselzuckend.

„Welche weiteren Vorschriften brauchen Sie nicht zu beachten?", fragte sie interessiert.

Reaper warf ihr einen schnellen Blick zu und überlegte, was er antworten sollte, bevor er schließlich sagte: „Fast alle. Was immer erforderlich ist, um den Job zu erledigen."

Sie wusste bereits, dass Reaper der Führer der Schwadron war. Sie glaubte an einen glücklichen Zufall, als sie hörte, wie ein Soldat ihn als Captain bezeichnete. Leider setzte er jedoch nicht den Nachnamen hinzu und Reaper verhinderte schnell, dass er ihn noch einmal mit diesem Rang ansprach.

„Ich hoffte schon, ich hätte Glück bei Ihnen", platzte Brianna heraus.

Reaper neigte den Kopf, seine Augen funkelten belustigt und ein Grinsen lag auf seinem Gesicht, während er sich eine Antwort überlegte. „Ich bin ziemlich sicher, dass das eigentlich meine Zeile gewesen wäre."

Ihre Wangen glühten vor Verlegenheit, sie schnappte nach Luft und vergrub ihren Kopf in den Händen. „Sie wissen, was ich meine. Ich dachte, er würde Ihren Namen verraten", stellte sie mit Nachdruck klar und schaute zu ihm auf.

Reaper schmunzelte und nickte. „Vielleicht kommen Sie ja irgendwann zum Zuge. Aber ich vermute, die Zeit ist noch nicht reif dafür." Er grinste.

Brianna starrte ihn an, solange sie das Lachen unterdrücken konnte. „Okay. Diese Runde geht an Sie. Aber ich werde ganz sicher noch zum Zuge kommen."

„Hoffen kann man immer." Reaper grinste breit.

„Jep. Sie bringen mich in Schwierigkeiten, so viel steht fest." Brianna schüttelte den Kopf, doch sie erwiderte sein Lächeln. Er war überaus charmant und schlagfertig und sie wusste bereits, dass sie ihm nicht widerstehen konnte.

„Es ist sexy, wenn Sie erröten. Besonders, wenn ich Sie dazu gebracht habe."

Sie wurde erneut rot und senkte das Kinn auf die Brust bei dem Versuch, sich das Lächeln zu verbeißen. Sein Lachen ließ seine Brust erbeben und zwang sie dazu, ihre Augen zu schließen, während es über ihren Körper rieselte. Reaper benötigte keine telepathischen Fähigkeiten, um zu wissen, was für Bilder ihr durch den Kopf schossen.

„Kommen Sie. Ich nehme sie heute mit", bot er an.

„Wirklich? Wohin?" Brianna spitzte sofort die Ohren. Ihre Augen weiteten sich, sie öffnete leicht die Lippen und ein Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus.

Sie stellte sich vor, sie würde ihn auf einem Sondereinsatz begleiten. Einem, bei dem sie sich hinter einem breiten, gepanzerten Wagen versteckte, wo sie geschützt war, und sich an einer Stelle befand, wo sie die Kampfhandlung aus der Vogelperspektive beobachten konnte. Wenn sie realistisch blieb, wusste sie, dass dies niemals geschehen würde, aber eine aufstrebende junge Journalistin durfte auch mal träumen.

„Wir gehen zur Schießanlage."

„Bei einem ersten Date? Das ist ein bisschen zu direkt, finden Sie nicht?, scherzte Brianna. „Ich wette, Sie nehmen alle Mädchen mit dorthin.

„Nee. Nur die, bei denen ich ziemlich sicher sein kann, dass sie mich nicht als Zielscheibe benutzen", sagte er mit todernstem Gesicht.

„Oh, Sie geben mir also vertrauensvoll eine Waffe in die Hand?"

„Haben Sie schon mal geschossen?" Reaper hob eine Braue, während seine Augen, denen nichts verborgen blieb, sie prüfend betrachteten.

„Nur als Kind mit einer Luftpistole", gab sie zu.

„Deshalb bin ich ziemlich optimistisch, dass Sie mich nicht erschießen werden. Ich glaube nicht, dass Sie treffen würden."

„Ach, Sie! Immer wenn ich gerade denke, dass Sie ganz nett sind, müssen Sie noch eins draufsetzen und alles wieder kaputtmachen." Sie lachte, während sie ihm zum Spaß gegen den Arm boxte.

„Kommen Sie. Ich bringe Ihnen das Schießen bei, damit Sie sich selbst beschützen können." Er legte den Arm um ihren Hals und zog sie mit sich fort.

Es war eine einfache Tatsache, dass Brianna die Zeit genoss, die sie mit Reaper verbrachte. Seine aufgeschlossene Persönlichkeit machte ihn sehr umgänglich, doch sie hatte auch schon seine dominante Seite kennengelernt und wusste, dass er über Leichen gehen konnte. Jeder, der diesem Teil von ihm in einer dunklen Gasse begegnete, tat ihr leid, denn nur eine Person würde mit heiler Haut davonkommen. Und das – davon war sie überzeugt – wäre Reaper.

„Warten Sie hier. Reaper ließ sie vor dem Eingang zum Kommandozelt los. „Ich hole die Schlüssel und bin sofort wieder da.

Als er zurückkehrte, hatte er außerdem ein langes, schwarzes Tuch dabei, mit dem er Brianna die Augen verbinden wollte.

„Im Ernst? Sie vertrauen mir immer noch nicht?" Sie machte ein enttäuschtes Gesicht, versuchte aber schnell, sich wieder zu fangen. Er warf ihr einen wissenden Blick zu und daran merkte sie, dass sie die Frustration, die auch in ihrer Stimme lag, nicht hatte verstecken können.

Reaper bedachte sie mit einem kurzen, verständnisvollen Lächeln. „Das bedeutet nicht, dass ich Ihnen nicht vertraue, Brianna. Aber wenn Sie dem Feind in die Hände fielen, könnte dieser die Lage des Camps aus Ihnen herausbekommen. Dann wäre das Leben eines jeden hier

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