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Der Vigilante-Effekt (Vigilante 2)

Der Vigilante-Effekt (Vigilante 2)

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Der Vigilante-Effekt (Vigilante 2)

Länge:
244 Seiten
2 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
30. Nov. 2018
ISBN:
9783864026478
Format:
Buch

Beschreibung

Sein Name ist Mark Jedediah Vigilante. Er war Agent beim United States Secret Service, bis er nach einem Komplott gegen die amerikanische Regierung als Sündenbock auf die Straße gesetzt wurde. Jetzt verdient er sein Geld als Troubleshooter, privater Ermittler und Schlichter. Wenn diplomatische Lösungen versagen, Krisen unausweichlich sind und militärische Konflikte die einzigen Alternativen zu sein scheinen, ruft man Vigilante.
Sein zweiter Auftrag führt ihn nach Mailand, wo Cheyenne Buckingham, die Tochter eines Waffenmagnaten, entführt wurde. Man befürchtet, dass Scorpio-Kartell will diesen unter Druck setzen, um an die Pläne einer intelligenten Waffe zu kommen.
Die zwielichtige Bordellchefin Madame Dunoire beauftragt Vigilante mit der Befreiung Buckinghams Tochter. Als er in Mailand landet, muss er jedoch feststellen, dass auch die Bundesbehörde DARPA mitmischt und ein Black-Ops-Kommando beauftragt hat, die Entführer ihres Druckmittels zu berauben.
Während Vigilante und seine Schutzbefohlene von feindlichen Agenten und Söldnern unter Beschuss genommen und quer durch Mailand gejagt werden, bekommt Vigilante über Dunoire unerwartete Hilfe von einer Hackerin namens Sentinel …
Herausgeber:
Freigegeben:
30. Nov. 2018
ISBN:
9783864026478
Format:
Buch

Über den Autor


Ähnlich wie Der Vigilante-Effekt (Vigilante 2)

Buchvorschau

Der Vigilante-Effekt (Vigilante 2) - Martin Kay

www.atlantis-verlag.de

Vorwort statt eines Nachworts

Liebe Leserinnen und Leser,

herzlichen Dank! Dafür, dass Sie meinen ersten Roman Das Vigilante-Prinzip gekauft und gelesen haben und nun bei dem zweiten Abenteuer unseres ehemaligen Secret-Service-Agenten dabei sind.

Leider hat es aus hauptberuflichen Gründen diesmal etwas länger gedauert, eine neue Story zu verfassen. Ich hoffe, dass Sie sich in der Zwischenzeit mit dem Eileen-Hannigan-Universum vertraut gemacht haben und Kalte Spuren, Geheimcode Misty Hazard und Die Generäle lesen konnten, denn dies sind die drei Romane, mit denen alles anfing, ehe Mark Jedediah Vigilante das Licht der Welt erblickte.

Auch wenn die Romanreihe um Eileen Hannigan unabhängig von den Vigilante-Romanen läuft, erlaube ich es mir, den einen oder anderen Wink oder Querverweis in die Geschichte einzubauen. Für Kenner des Komplettpakets sicherlich ein amüsanter Aha- und Wiedererkennungseffekt. Doch ganz gleich, ob Sie Eileen Hannigan kennen oder nicht, mit dem vorliegenden Roman entführe ich Sie in ein Abenteuer, bei dem Sie sich wieder anschnallen dürfen, und hoffe, Sie genießen den höllischen Ritt beim Lesen genauso sehr wie ich beim Schreiben.

Mein Dank gilt an dieser Stelle wieder den »üblichen Verdächtigen«, die mir während des Schreibens und bei der Nachbearbeitung hilfreich zur Seite standen. Danke an meinen Sohn Joshua für wertvollen Input bei der Weiterentwicklung der Story. Danke an Christin Exner und Dimitri Gette, meine lieben Kollegen aus der Buchhaltung, die sich einen Platz in diesem Roman ergattert haben, ebenso wie Basti Höfer, der sich hier genauso wiederfinden wird. Wie immer gilt mein Dank Guido Latz vom Atlantis-Verlag, der überhaupt erst eine Veröffentlichung möglich macht und das nötige Vertrauen in mich steckt, und natürlich André Piotrowski, ohne dessen Lektorat ich völlig aufgeschmissen wäre.

Gute Unterhaltung wünscht Ihr

Martin Kay

When the night gets cold

And the lights go out

The sun is gone behind the clouds

When you feel lost, then I’ll reach out

To guide you home with my lighthouse

(G.R.L., Lighthouse)

Prolog

In der Kanalisation

Keine Zeit zu sterben. Das klang einfach, war aber der Gedanke, der sie nicht resignieren ließ. Im Moment war der Tod ihre geringste Sorge, denn er war unausweichlich. Was sie jedoch fürchtete, waren die Schmerzen und Qualen, die sie davor erleben würde.

Cheyenne Annabelle Buckingham rüttelte an den Gittern, doch sie gaben um keinen Deut nach. Mit einem Fluch auf den Lippen wandte sie sich um und rannte den feuchten, matschigen Gang zurück, durch den sie hierhergehetzt war. Ihre Knie taten weh. Die Fersen brannten. Sie hatte die Absätze ihrer Lederstiefel abgebrochen, nachdem sie zweimal im Matsch ausgerutscht war und beinahe der Länge nach hingefallen wäre. Um das teure Gucci-Schuhwerk machte sie sich keine Gedanken. Es war ersetzbar. Genauso wie die Jeans von Cavalli oder die Alexander-McQueen-Bluse. Selbst auf die Ohrringe von Bronchetty, die immerhin einen Marktwert von knapp achttausend Euro hatten, verzichtete sie liebend gern, wenn sie heil aus dieser Nummer herauskommen könnte.

Eine Sache war unbezahlbar.

Ihr Leben.

Brackwasser spritzte hoch, als Cheyenne durch den Tunnel lief. Sie hielt an der Gabelung etwa zwanzig Meter vom Gitter entfernt an und lauschte. Das aufgewühlte Wasser wollte sich nur langsam beruhigen. Unter das Geräusch mischte sich ein Blubbern und Plätschern. An dem Gitter hatte sie den Gestank ob des Hoffnungsschimmers, endlich entkommen zu können, ignoriert. Doch hier schlug er ihr wieder mit atemberaubender Schärfe in Gesicht. Urin. Kot. Schimmel. Und Gerüche, die sie nicht einmal ansatzweise definieren konnte.

Sie hörte Schritte.

Und wandte sich nach rechts. Lief durch den Tunnel in die entgegengesetzte Richtung, aus der sie geflohen war. Das Stapfen von schweren Stiefeln, die durch Wasser hetzten, wurde überlaut. Sie rannte schneller. Das Geräusch toste in ihren Ohren. In Panik warf sie einen Blick zurück und erwartete, ihre Verfolger direkt hinter sich zu erspähen.

Doch dort war niemand.

Während ihr klar wurde, dass die Schritte, die sie hörte, ihre eigenen waren, trat sie zu weit nach vorn, rutschte aus, verlor den Halt und schlug im Kloakenschlamm auf.

»Mist!« Der Fluch floh von ihren Lippen und sie biss sich auf die Zunge.

Wasser drang rasch durch ihre Kleider, der Schlamm verklebte sie. Der scharfe Gestank war nun nicht mehr nur um sie herum, sondern auch an ihr.

Cheyenne blieb liegen und rührte sich nicht.

Sie hörte ein leises Geräusch, das wie das Wimmern eines Tieres klang.

Als sie merkte, dass sie es selbst war, die diese Töne von sich gab, schluchzte sie und begann zu weinen. Kälte kroch in ihre Glieder. Die Tränen liefen ihr in Sturzbächen aus den Augen über die Wangen und von dort in die Kloake der Kanalisation von …

Wo war sie eigentlich? Nicht einmal das wusste sie.

Die Shoppingtour in Mailand sollte ein einmaliges Erlebnis für sie und ihre beste Freundin sein. Bei dem Gedanken an Lindsey Adams schrak Cheyenne hoch. Sie legte den Kopf in den Nacken und sah nach vorn. Der Tunnel führte noch etwa vierzig Schritt geradeaus, ehe er einen Knick nach rechts machte.

Lindsey! Was war aus ihr geworden? Hatten die Typen sie auch erwischt?

Wie Cheyenne hergekommen war, lag im Nebel. Sie erinnerte sich nur an den Bummel durch die Corso Buenos Aires, die größte Einkaufsmeile der Stadt und mit eine der größten in ganz Europa. Danach … nichts mehr.

Alles leer.

Wie ausgelöscht.

»Lin…« Beim Klang der eigenen Stimme zuckte Cheyenne zusammen und gab sich einen Ruck. Sie drückte sich mit den Armen hoch, zog ein Knie an und hockte für zwei, drei Sekunden in der Kloake. Nein, sie durfte jetzt nicht aufgeben. Wenn schon nicht für sich selbst, dann musste sie wenigstens für Lindsey weitermachen.

Cheyenne Buckingham stand auf.

Für Lindsey. Mom. Dad.

Sie setzte einen Fuß nach vorn. Die Kälte lähmte sie. Der Gestank. Die nassen, verklebten Klamotten. All das wollte sie an Ort und Stelle festklammern. Sie zurückschicken ins Warme, Trockene. Ihren Entführern in die Arme treiben.

»Nein!«

Cheyenne lief. Im selben Moment hörte sie Stimmen hinter sich. Die Schritte waren nun weder Einbildung noch ihre eigenen. Ein Lichtkegel stach durch die schummerige Beleuchtung des Tunnels und streifte an ihr vorbei. Irgendjemand rief etwas auf Italienisch.

Sie haben mich gefunden!

Sie schaute nach vorn. Irgendwo hob sich vom diffusen Licht im Tunnel ein matter Schein ab. Vielleicht der Ausgang. Cheyenne beschleunigte ihre Schritte und rannte, so schnell sie konnte, durch das knöchelhohe, schmutzige Wasser, darauf bedacht, nicht wieder zu stolpern.

Hinter ihr die Schritte.

Und Rufe.

Vor ihr das Licht.

Hoffnung.

Die jäh zerschlagen wurde, als sie um eine Biegung des Tunnels hetzte und aus den Schatten eine Gestalt wuchs, die sich direkt vor ihr aufbaute. Cheyenne schrie, doch eine Hand legte sich blitzschnell über ihren Mund, eine andere verdrehte ihr einen Arm auf den Rücken und zog sie brutal zur Seite. Sie wurde von einem schweren Körper gegen die Tunnelwand gedrückt. Ihre Wange rieb an feuchtem Stein, schürfte daran entlang. Der moderige Gestank schnürte ihr den Atem ab.

Das war es also. Das Ende.

Kapitel 1

Der Auftrag

48 Stunden vorher

An Bord der Belle Aire II über dem Atlantik

Die Beine der Schwarzhaarigen waren atemberaubend lang und wurden durch den ultrakurzen Ledermini und die 12-Zentimeter-Absätze ihrer Stilettos optimal zur Geltung gebracht. Ein wenig anzüglicher Hüftschwung, eine bis zum Brustansatz geöffnete Bluse, ein freundliches Lächeln und der dezente Duft von Obsession konnten so manchen Mann um den Verstand bringen.

Mark Jedediah Vigilante bezeichnete sich vielleicht nicht als so mancher Mann, aber die Auswirkungen waren quasi die gleichen.

Ein Räuspern brachte ihn aus dem Reich der dunklen Fantasien in die Wirklichkeit zurück. Er riss seinen Blick gewaltsam von der davonschlendernden Hostess namens Tamara, sah verlegen in sein Whiskeyglas und nippte an dem 16 Jahre alten Lagavulin, den er selbstverständlich pur und nicht auf Eis trank.

»Das Angebot steht noch«, sagte die Stimme, die sich zuvor geräuspert hatte.

Vigilante blickte hoch und direkt in die dunkelbraunen Augen einer attraktiven Frau, deren Alter er nur schwer einschätzen konnte. War sie Mitte vierzig? Oder zehn Jahre älter? Oder zwanzig? Ein paar Fältchen kräuselten sich um ihre Augenpartien, sogenannte Krähenfüße. Wenn sie lächelte, bildeten sich Grübchen um die Lippen. Doch das taten sie auch bei vielen Dreißigjährigen, die Vigilante kannte. Madame Dunoire, oder Madam Black, wie sie sich zuweilen auch nannte, war ihm bisher ein Rätsel geblieben. Viel wusste er nicht über sie, nur dass sie sich in hohen Regierungskreisen und der High Society in und außerhalb der Vereinigten Staaten bewegte, jede Menge nützliche Kontakte besaß und vor allen Dingen eines war: diskret.

Das musste sie auch, denn Madame Dunoire unterhielt ein fliegendes Nobelbordell an Bord des umgerüsteten Airbus A380 an dessen Außenwänden der Name Belle Aire II prangte. Ein Mitflug und der Service der edlen Hostessen kostete den Interessierten ein kleines Vermögen von 20 000 Dollar. Die Maschine hob nur voll ausgebucht ab und im Preis mit inbegriffen war die Verschwiegenheit, dass sich keine der Gäste über den Weg liefen. Das an Bord installierte System aus Séparées, Ruhezonen und Wellnessbereich war für jeden Gast individuell angelegt und garantierte, dass der CEO einer namhaften New Yorker Bank auf keinen Fall das Gesicht eines saudi-arabischen Prinzen, eines amerikanischen Senators, eines deutschen Kabinettsmitglieds oder eines römischen Kardinals zu sehen bekam. Ja, auch von letzterer Sorte zählte Madame Dunoire einige zu ihrer Klientel.

Vigilante blickte Tamara hinterher und schürzte die Lippen. Er war bereits einmal mit den Diensten einer von Madame Dunoires Damen belohnt worden. Unglücklicherweise stellte diese sich im Nachhinein als Spionin und Attentäterin heraus. Die Erinnerung daran war zwar noch frisch, aber Vigilante unterstellte Dunoire einfach, dass sie danach ihre Einstellungskriterien von Hostessen überdacht und verschärft hatte.

»Und?«, hakte die Bordellchefin nach, als Vigilante nicht antwortete.

Er schüttelte den Kopf. »Tammy ist nicht mein Typ. Vielleicht komm ich später auf Ihr Angebot zurück, solange Sie mir nicht wieder jemanden wie Zabette an die Seite stellen.«

Dunoire legte den Kopf schief. In ihren Augen mischte sich ein Ausdruck echten Bedauerns. »Das mit Zabette konnte niemand ahnen.«

Zabette. Die Spionin und Verräterin.

Schnee von gestern, dachte Vigilante und schluckte dabei hart. Rasch spülte er mit Lagavulin nach. »Vielleicht sollten wir jetzt zum geschäftlichen Teil kommen.«

Madame Dunoire nickte und schlug ein Bein über das andere. Dadurch rutschte ihr ohnehin knapp vor dem Knie endender Rock ein Stück weit zu hoch und gab mehr Bein preis, als es schicklich war. Vigilante ertappte sich dabei, wie er den Blickfang schamlos ausnutzte. Madame Dunoire bemerkte natürlich, welche Aufmerksamkeit sie auf sich zog, und lächelte wissend, während Vigilante rot anlief.

»Tut mir leid.«

»Keine Ursache, Jed. Ist nur menschlich.«

Männlich hatte sie sicherlich sagen wollen und Vigilante kam sich in diesem Moment ziemlich dämlich vor.

Dunoire öffnete einen weißen Umschlag im Letter-Format und zog einige Fotos von Briefpapiergröße hervor. Das erste legte sie mit der Bildseite nach oben auf den Tisch. Es zeigte eine junge Frau mit langem, kastanienfarbenem Haar, rehbraunen Augen und einer spitzen Nase.

»Das ist Cheyenne Annabelle Buckingham«, sagte Madame Dunoire. »Tochter von Lennox Evan und Patricia Buckingham.«

Der Name sagte Vigilante etwas. Zumindest hatte er ihn irgendwo einmal gehört und brachte ihn nicht unbedingt mit einem britischen Herzog oder dem Regierungssitz in Verbindung.

»Helfen Sie mir auf die Sprünge, Ma’am.«

Dunoire drehte ein zweites Foto um: ein Mann; vielleicht Mitte fünfzig; grauer Fünftagebart; lockiger, wirrer Haarschnitt; wässrige blaue Augen, die von Alkohol aufgedunsen wirkten.

»Lennox Buckingham.« Dunoire schnalzte mit der Zunge. »Ein Kunde von mir. Vorstandsvorsitzender und Eigner von Buckingham & Lloyd Enterprises, einer Investmentfirma, die unter anderem Colt unterstützt.«

»Den Colt?«, hakte Vigilante nach und wusste sofort, dass der amerikanische Waffenhersteller gemeint war.

Dunoire nickte und drehte ein weiteres Foto um. Es zeigte eine äußerst attraktive Mittvierzigerin mit lang gelocktem, schwarzem Haar, hohen Wangen und vollen Lippen. Ihr klarer Blick hatte etwas Elektrisierendes. Vigilante ging davon aus, dass es sich bei der Frau um Patricia Buckingham handelte. Interessanterweise waren auch ihre Augen blau, wie die ihres Mannes. Ungewöhnlich, dass die der Tochter einen Braunton aufwiesen. Entweder eine genetische Spielerei oder jemand trug farbige Kontaktlinsen.

»Patricia Buckingham«, bestätigte Dunoire Vigilantes Vermutung. »Persönliche Assistentin von Senator Bridges im Verteidigungsausschuss.«

Vigilante hob eine Braue. »Jetzt wird es interessant.«

»Noch nicht.« Dunoire drehte noch ein Foto um: eine weitere Frau, in etwa in Cheyennes Alter; blond; Stupsnase; ein Muttermal auf der linken Wange.

»Ah, Barbie spielt auch mit«, sagte Vigilante, murmelte jedoch sofort ein »Entschuldigung« als er Dunoires strafenden Blick einfing.

»Das ist Lindsey Adams.« Die Bordellchefin schob das Foto über den Tisch in Vigilantes Richtung. »Den Eltern zufolge Cheyennes beste Freundin.«

Der Ex-Secret-Service-Agent nickte und fuhr sich mit der Zunge über die Lippen. »An welcher Stelle komme ich ins Spiel?«

»Cheyenne und Lindsey sind in Mailand entführt worden. Sie erpressen die Buckinghams um 100 Millionen Dollar, andernfalls töten sie die Mädchen.«

Vigilante pfiff durch die Zähne. »100 Millionen? Das ist eine stolze Summe. Buckingham wird so viel sicher nicht in der Portokasse haben, oder?«

»Doch, hat er. Und er ist bereit zu bezahlen.«

»Was?«

Dunoire nickte. »Er hat die italienischen Behörden nicht informiert. Ebenso wenig das FBI oder Interpol. Er will zahlen.«

»Und warum hat er sich an Sie gewandt?« Vigilante beugte sich über die Fotos und sortierte sie in der Reihenfolge Lennox, Patricia, Cheyenne. Dann schob er Lindseys Konterfei zur Seite. Sie gehörte nicht zur Familie und war im schlimmsten Fall Kollateralschaden. Vigilante sah hoch und blickte Madame Dunoire an. »Oder hat er das gar nicht, sondern seine Frau?«

Die Dunkelhaarige schüttelte den Kopf. »Nein, es war schon Lennox, der sich an mich gewandt hat, um die Sache schnell, diskret und sicher zu erledigen.«

Vigilante lehnte sich in dem Sessel zurück und breitete die Arme aus. »Okay. Warum sitze ich dann in diesem Flugzeug mit all den Reichen, die sich gerade in den Séparées mit Ihren Mädchen vergnügen? Sie wollen mich doch engagieren, um Buckinghams Tochter und ihre Freundin dort rauszuholen.«

»Nein, Jed. Ich will die Sache schnell … diskret … und vor allen Dingen sicher für Lennox Buckingham erledigen. Und da kommen Sie ins Spiel, mein Lieber. Sie sollen den Geldkurier spielen.«

Vigilante verschluckte sich an dem Whiskey, stellte mit Mühe das Glas auf dem Tisch ab und hustete.

»Ich soll einen Botenjob übernehmen? Bei allem Respekt, aber dafür brauchen Sie mich doch nicht, Ma’am.«

Dunoires Lächeln wirkte einschmeichelnd und tadelnd zugleich. »Glauben Sie wirklich, Jed, ich würde Sie wegen eines gewöhnlichen Jobs anheuern lassen? Lennox Buckingham ist bereit zu bezahlen und hat mich gebeten, die Übergabe zu arrangieren. Gleichzeitig habe ich einen Auftrag von seiner Frau erhalten. Sie konnte wohl gegenüber Senator Bridges nicht ihre Klappe halten und hat von der Entführung erzählt. Ein Senator im Verteidigungsausschuss und die Politik des Landes, weder mit Terroristen noch mit Geiselnehmern zu verhandeln, vertragen sich sehr gut miteinander. Bridges hat Patricia Buckingham unmissverständlich zu verstehen gegeben, dass kein Geld an die Entführer fließen darf, und drängt sie auf Einbeziehung des FBI.«

Vigilante verlagerte sein Gewicht im Sessel und stützte einen Ellbogen auf der Lehne

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