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Der Leidfaden: Aufbruch ins Delirium

Der Leidfaden: Aufbruch ins Delirium

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Der Leidfaden: Aufbruch ins Delirium

Länge:
363 Seiten
4 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Nov 26, 2018
ISBN:
9783752829617
Format:
Buch

Beschreibung

Eine Erzählung über Träume und Realität

Schlaflose Nächte gemischt mit Marihuanakonsum, lassen Lucius die seelenlose Welt nur schwer ertragen. In seiner Traumrealität sucht Lucius vergebens nach der Freiheit doch sein Schicksal kommt ihm zuvor dank Stimmen, die zu ihm sprechen und sich mit ihm streiten... wie die Menschheit selbst sich streitsüchtig in den Teufelskreis des Wahnsinns manövriert. Die Stimmen prophezeien Lucius sein Schicksal... doch findet er den Glauben an - seine - Bestimmung?

"Soll ich dieses Buch aufschlagen? Vielleicht schlägt es mein Leben auf - eine andere Seite um?! Vielleicht ist es mir vorbestimmt... in dieses reinzulesen? Vielleicht steht mein ganzes Leben gar selbst schon vorbestimmt im Buch des Lebens fest?! (...) Ich sollte das Vorwort lesen! Es ist Bestimmung! Bestimmt ist das Schicksal dafür verantwortlich... für diese bevorstehende Tat"

Weitere Informationen zum Titel: www.daimon-sct.de
Herausgeber:
Freigegeben:
Nov 26, 2018
ISBN:
9783752829617
Format:
Buch

Über den Autor

1987 in der Russischen Föderation geboren und 1996 nach Deutschland eingereist, residiert Daimon Sophos Crassus Trismegistos zurzeit in Köln und der Umgebung, denn hier findet er den Freiraum, um seine russische Seele in deutscher Sprache zu verkörpern. An der Universität zu Köln studierte Daimon S. C. T. weitestgehend autodidaktisch und interdisziplinär mit dem Fokus auf Philosophie und klassische Archäologie -, um für sein Debütroman 'Der Leidfaden' optimal gerüstet zu sein. Neben dem Interesse zur Philosophie und Archäologie begeistert sich Daimon S. C. T. für die Musik-, und Filmkunst. Diese Elemente spiegeln sich ebenfalls in seinem Werk wider und runden dieses nach seinem Geschmack sehr individuell ab. Daimon S. C. T. experimentiert auch gerne mit abstrakter Malkunst und lässt diese Seite seines Schaffens ebenfalls in seinen Roman einfließen. Mehr über den Autor: www.daimon-sct.de


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Buchvorschau

Der Leidfaden - Daimon Sophos Crassus Trismegistos

Der Leidfaden

Der Leidfaden

I - Incipit

II - Alles beginnt mit Error

III - Hochmut vor dem Fall

IV - Skit #1

V - Blinde Absolutheit

VI - Ohnmacht des Orakels

Danksagung

Prólogos

Impressum

Der Leidfaden

Ich flow liquide einzigartig…

durch unzensierte, sinnlich berauschende Gedanken.

Daimon S. C. T.

Daimon Sophos Crassus Trismegistos

Der Leidfaden

Aufbruch ins Delirium

Lucius‘ Surreales Delirium –

Dieses Werk ist all jenen gewidmet,

die ihr göttliches Potential aus sich herausschöpfen.

I - Incipit

Ein stumpfes Dröhnen – ein melodiemelancholisches, rhythmusloses Zupfen an meinen Nerven – halb totes Fleisch – das Augenlicht: versiegelt…

Traumlos wie ein Untoter falle ich in die Tiefe meines Bettes… doch wird mein Sein im Sturze hin zum Aufprall mit der erlösend‘n Freiheit… plötzlich… vom Alptraum aufgesucht… von ihm aufgefangen… und gar umhüllt; hier, wo ich in der endlosen Achterbahn meiner gefangenen visuellen Gedanken – auf der Flucht aus meinen zersplitterten Ichs, im Gefilde meiner Existenz, im Gefängnis meines Traumlabyrinths – neue Pfade einschlage, denn der in meinem Dasein niederklatschend neuronal rupfende Tropfen reißt mir den bipolaren Quantensprung der Traumpfade ständig entzwei…

…bis ich plötzlich aufwache.

Der Wecker ist mein bester Freund. Er reißt mich aus einer nie endenden Welt und versetzt mich in eine andere, nicht weitaus schlimmere. Die Realitätserlebnisse, all diese Realitäts-erleidungen – in beiden Welten, welche sich gegenseitig ablösen, wandeln und ergänzen – wechseln sich bei jedem Welteintauchen in eine unscharf schlummernde Dimension des sprachlos unglaublichen – Sagenumwobenen – ab.

Welche Welt ist real und welche geträumt?! Beide Wirklichkeiten ergänzen sich in meiner vertrauten Wahrnehmung der endlos vielfachen, leidenschaftlich zelebrierenden Zerstörung des Existenzwechsels meines Wesenseins – meiner unergründlich göttlichen Vollkommenheit und meiner grundlos unvollendeten, menschlichen Gerissenheit – meiner einzigartig existenziellen Intuition und meiner vielfältig essenziellen, denkenden Sinnlichkeit…

Meine Logik verstehe ich manchmal selbst nicht. Bilde ich mir meine eigene Logik? Falls ja, folgt meine Eigenlogik der allgemeinen? Bin ich ein Teilsystem des Gesamtsystems oder ein durch Fehler verursachtes, welches ausgelöscht werden sollte…? – …da es sonst das eigentliche System stören und vernichten könnte, gar – vorbestimmt – müsste?!

Ich akzeptiere einfach nur den Gleitflug zum Nullpunkt meines Daseins… meines Urseins… meines Schlussseins. 

Eine Niederlage übertrifft die andere – Mentalitätsauflösung ist das Schönste, das Wahrhafteste, das Erhabenste. Alles läuft perfekt ab.

Mit jedem Traum stirbt etwas von meiner mentalen Essenz meines Bewusstseins ab. Löse ich mich auf, wenn ich einschlafe oder doch… wenn ich aufwache? Wo ist hier der Unterschied zwischen dem Wachenden und dem Schlafenden? Wer erweist mir die Wirklichkeit – welcher Welt? – …und vor allem, wie? Wer oder was bin ich, in welcher Welt?

Ich sollte meinen Gedanken Halt gebieten, da ich zu viel zerdenke…! – …des eventuell Nicht-relevant-zu-denken-Gegebenen?! – …oder des längst vielfach zellenzelebrierenden Nicht-relevant-Gedachten…?!

Gedenk-Sport-Stopp…! – …das Neuronennetz ist wieder mal gerissen… – denn… der Wahnsinn, als mein stetiger Begleiter, kennt keine Kognitivkontrolle…

Die Welt stürzt stets ins Chaos…

Reboot:

Es ist halb sieben. Ich mache mir Frühstück. Kalte Milch, abgestandene Flocken und der Klang des Löffels in der Schale lassen mich wieder durch das kognitionserlösende Tor in meine andere Welt hineingleiten. Ich bin frei…

Ein Klatscher…! – …auf meinem Nacken…! – ...nieder …slappend… – holt mich wieder in die graue Realität zurück. Mein Vater:

>> Gib die Unterlagen beim Arbeitsamt ab, sofort nach der Schule! – …und hör auf zu träumen! <<

Noch ein Klatscher! – …endlich wach. Meine Mutter:

>> Hol bitte für mich Kippen nach der Schule. <<

Sie gehen wieder ins Bett… Ich gehe aus der Wohnung…

Ich verlasse meinen Bunker, meinen Wohnblock, meine Festung – errichtet aus dumpfem Beton des Verzweifelns –, innerhalb welcher jeglicher versuchte Aufschrei zum Gottesaufstieg zur Stille des einsamen Dahinscheidens jedes einzelnen Wesens in unserer kalten und alleingelassenen Schattenwelt der leiderfüllten, heroisch tränenschimmernden… gefallenen Engel sich entfaltet. Der Gott des Verwelkens wachet über uns.

Ich liebe meine Stadt. Sie versteht mich. Ich verstehe sie. Wir lieben uns, auch wenn diese Liebe paradoxerweise in Schlägereien, Abstechereien, Zuhältereien und anderen halb schönen Phänomenen ihre göttliche Entfaltung – in ihrer absoluten Mentalitätsauflösung – findet. Der Niederschlag aller Menschen hier, all ihr energetisch pulsierender Widerstand gegen ihren unvermeidlichen Niedergang in der Form des vorbestimmten Daseins manifestiert sich durch meinen pochenden Pulsschlag zum Welle nach Welle wallenden Tsunami-All-Ergreifen dank meines Geistes – und ich ergreife! Ich ermächtige mich – durch all… dies… Dunkle!

Der Fluss des Hasses, des nackten, von Lügen gereinigten, wahrhaftig Hassenden und Gehassten aller Menschen dieser Stadt… durchflutet mich berauschend – nur dieser ist im Grunde die maskenentblößend wahrhaftigste Leidenschaft – da hier eine klar gerade, gleißend pure Macht der gedachten Wahrheit – in …aus sich brechenden… Gefühlen – jeden trifft… und sogar übertrifft… durch pulp-fiktional gepushte… Reize… mit der Entsagung all der verschleierten, konservativ gesellschaftlich – jawoll! – …zu erfüllenden Ich-hasse-dich-aber-wie-geht-es-dir?-Konversationen durch schwach bekleidendes Schauspielverhalten in der Verdunklung deines Seins…

Wer nichts hat, hat mehr… Er existiert, ohne zu greifen… Ich bin das Spiegelbild – das wahre, nackte, von falschen Gefühlen gereinigte Spiegelbildnis meiner mir wahrheitsäußernden Menschen, gleich meiner gedankeneisernen Festung, um mich herum – aus mir befreiend… in dir ausströmend…

„…in mir…?!", fragt sich mein anderer Gedanke, laut.

„Ja…", …die Wandlung hat begonnen…!

Ich liebe all den Abschaum. Ich war… ich bin… und ich werde immer eins sein… mit den abgebildeten Sehnsüchten – des geliebten Hasses – all der Betonästhetik an den U-Bahn-Wänden; dem Duft und dem Klang von Akkordmonotonie der zu erlösenden Unmenschen um mich herum; den stets fallenden und sich selbst versklavenden Engeln, die meine Seele bis auf meine letzten Lebenstropfen aussaugen – vampirische Engel, die sich, nach der bedeutungsleeren Liebe durstend, in mein leeres Spiegelbild verlieben, wonach ich… durch ihre Blendungen in mir, im Genusse der Liebesverblendung erstrahle… und folglich mich immer wieder zerstörerisch in all dem zerbrochen Weiblichen neu verliere; wie in den stillen Straßen in der Nacht, die einem endlos alles erzählen, falls man die Gabe hat, wirklich mit vollem Willen all Leid zu erlauschen, um sich realitäts-, …nein… illusionsgetreu mit seiner…! – …wirklichen Wahrheit zu berauschen.

Sie erzählen abertausende Geschichten des herrschaftssüch­tigen, ohnmächtigen Orients… – …und… mit jeglicher ersuchten Geschichtsausfaltung mehrt sich dessen Mal im Verstande und im Herzen des suchtgetriebenen Pfadfinders.

Meine Geschichten – meines Orients – verkörpern eine Ästhetik der Wandlung einer aufblühenden Blume hin zur Ekstase ihres Verwelkens, die sich vom kalten, toten und sich ausbreitenden Beton des Nichts ernährt – einer virusverbreitenden, künstlichen Macht, mit deren Perversität sie die Röte der Rose in meinem und deinem Herzen verblassen lässt.

Ich bin nur noch eine leere Hülle, genauso wie die massiven Blöcke, die uns einhüllen. Wen hülle ich ein…?! – …die Dunkelheit meines Bewusstseins.

 >> Was ist das Höhlengleichnis? … Lucius? … Wach auf! Wo bist du diesmal unterwegs? <<

Schule. Klassenraum. Alle Schüler lachen. Meine Lehrerin, Kassandra –, sie gibt sich Mühe… mich vor der Klasse… ins richtige Licht zu stellen. Die Schüler sind jedoch auf meine andere Seite ausgerichtet, wie sehr sich Kassandra auch bemüht. Ich mag sie, weil sie unschuldig naiv ist. Sie ist nun mal eine Love-is-in-the-Air-Klischee erfüllende Frau. Sie glaubt an die ideale Liebe, doch hat ihr Mann diese zerstört, ihr schönes Gesicht zertrümmert, ihr Haus in Brand gesteckt und sie währenddessen vor den Augen ihres Kindes abstrus, würdezerstampfend, hardcore durchgefickt. Ich stelle es mir jedes Mal vor, wenn sie mich anspricht. Sie gibt nicht auf. Sie glaubt. Sie hofft. Sie strahlt etwas aus – sie ist ein selig… rein… federleicht unschuldiges und zerbrechliches Wesen, wie einst ihr Mann es in Besitz nehmen wollte, ja… gar musste! – …doch sie versteht es nicht… – sie kann es nicht. Sie wird es niemals können…

>> Lucius! Hilf uns weiter! Was wollte Platon mit dem Höhlengleichnis den Menschen erklären? <<, fragt mich Kassandra erneut…

Die Klasse ist auf mich angewiesen, in der Stunde des Wissens – in der Stunde des Nichtwissens… nicht. Niemand versteht meine wahren Schlussfolgerungen. Alle wollen meine Hilfe und alle hassen mich dafür. Doch ich helfe gerne. Es macht Spaß… Spaß macht es vor allem, alle langsam aufzuklären und stets weiter in die Alkoven meiner Gedankengänge zu entführen – zu verführen, die sie nicht mehr aus ihren Köpfen bekommen können. Ich bepflanze alle Wesen mit neuen Ideen. Ich bin der Programmierer ihrer Geister, bis die Lehrerin mich bei diesem Akt unterbricht, da sie als einzige in der Lage zu sein scheint, hinter meiner indoktrinativen Rhetorik ansatzweise die Meta-Struktur zu checken. 

>> Ehy yo, du Freak, sag deiner Ma‘, die Schlampe soll nicht so e‘n krassen Kurs für e‘n Fick verlangen…! Tight ist sie längst nicht mehr, eher hardcore ausgeleiert nach all den Gangbangs deiner Blockmitbewohner, die Crack-Hoe… Yo! <<, setzt Kronus, nicht zum ersten, auch nicht zum letzten Mal, zum Battle an –, seit jenem Vorfall, welcher aus unserer innigsten Freundschaft die reinste Form der Kriegsschaft schmiedete und seinerseits stetig stärker von der Quell‘ des Hasses… ihn nun formt –, sein Hasskrieg erfasst mich am meisten… glücklich erfüllend, lässt mich die Lebendigkeit spüren…  

…doch… dabei versteht er es nicht ansatzweise, mich wahrhaftig herauszufordern. Er kriegt mich leider nie – ich hingegen kriege… immer… ihn, deshalb auch sein diesmalig vergeblicher Kriegsversuch. Er versucht geblendet, mich zu beleidigen, und beleidigt aus Versehen doch nur sich selbst. Man hasst und der gemehrte Hass verfolgt den Hassenden in den Wahnsinn, im Falle des noch unvollkommenen, leidenschaftslosen Hassens –, erst sollte man sich selbst bewusst in vollkommener Liebe hassen lernen, bevor man diese Energie weitergibt, sonst bleibt alles beim eigenen – unverständlichen, unbewussten und unwandelbaren – Hass. Kronus repräsentiert diesen Wahnsinn, dem er nicht entfliehen kann, den er nicht kontrollieren kann. Dieser frisst ihn – meine Seele nährend – von innen langsam, genügsam und leidensgeschmeidig auf, was mich beim Erleben all dieser Qual …lebenserfüllend… mehr als sehr befriedigt…

>> Kronus, zum Direktor! Entschuldige dich vorher bei Lucius! <<, gibt Kassandra, im Standardton, von sich.

Alles läuft nach einem Programm ab, Tag für Tag, Stunde für Stunde…

Ein Burger nach dem anderen verlässt meine Hände, nachdem ich die Schule infiziert habe. Die Arbeit entspannt mich. McPunkDonald‘s ist so abgestumpft und abgefuckt, dass man hier wiederum Zeit für neue kreative Ansätze findet. Ich denke nicht mehr nach – über Gerechtigkeit oder Schicksal oder Gefühle. Ich bin einfach, bis ich nicht mehr bin, obwohl ich genau genommen niemals wirklich war, außer eine funktionierende Marionette für alle um mich herum, welche paradoxerweise alle steuert – wo bleibt nur die Logik?

Gott erschafft die Leere und umhüllt sie mit toten Fassaden. Es gibt kein Ich, nur eine Leere in mir, die gleichkommt aller Leere überall um mich und um uns herum, uns alle durchdringend, uns alle gleichstellend.

>> Zum dritten Mal…! Ein… Chickenburger TS! …BITTE…! Du Crackhead…! – …zum Mitnehmen, verdammt noch mal…! <<

Ich liebe meine Kundschaft.

II - Alles beginnt mit Error

Eine nebulös schallende, basspumpend schaukelnde Finsternis – …herausströmend aus meiner Existenz… – hüllt mein Dasein in Verflechtung all meiner erdenklich‘n Formen …in mir… – …vomdüsterenGebasse, mein vollkomm‘nes All gänzlich ins Chaos qualvoll zerreißend… – traumatisierend wieder ein…! – …in endlos wandelnder Morphe… durch Licht und Schatten, woraus all Seiendes …hin zum scheinbaren Stillstande… leidend erscheint.

Ein hell pulsierender Rhythmusschleier aus der Dunkelheit des Nichts… kehrt in mich, nun seiend… ein…

…und löst sich …in mir… folglich …aus mir… – im Innern des unendlich‘n Alls… ins Äußere, ins seiende Detail… zwar sich einengend, doch insgesamt unendlich frei…

…in morpheflowender Emanation – mit jedem Daseinsschlag des Herzgehämmers – …im Nebelschein des Atemlichts… meines nichtenden Daseins.

Überall ist der Geschmack der Einigung der Vielfalt, der mich erfüllt, der aus mir in unendliche Weiten wächst und zu mir zurück… ins Ich – eingebettet in Gefilden meines Selbst – gelangt. Er besteht aus mir…

Ich bin und bring das Licht wie auch die Finsternis, die beiderlei – durch sich – in sich zurückkehr‘n, um sich das zu nehmen, wonach durstig in der Vollkommenheit verlangt wird.

Das Fremde aus mir will sich erkennen und bestimmen – Finsternis bringt Licht und aus dem Hellen erscheint das Dunkel… im All all meiner Ichs… – in mir. Jedoch ersticke ich dabei an meinem erhellend freien Dasein, an meiner nicht endgültig erfassbar‘n Identität, die sich ins Unendliche ausfalten lässt und mir in dieser haltlos dynamischen Verformung keinen Grund und Boden bietet, um meine Gedanken auch nur ansatzweise irgendwo in gänzlich‘ Ruhe niederliegen lassen zu können, woraufhin rebellisch‘ Worte – …das All in dessen Wandlungsharmonie diktando störend…! – …monströs ertönen! – …und es folgt des Wandels Stopp…! – …denn… sie… wollen…! – …in Ruh‘ ihre Form bestimmt beschwören…! –

…und so platzen…! …die erst-licht-bringenden Gedanken… voller Wollust… euphorisch…! – …ins Gefilde der Allgefühle höchst moralzerstörerisch nun rein…! – …ergänzen nicht…! – …kippen gar die Licht-Schatten-Waage der inneren Bedeutung all des Nichts und all des Seins – verdrängen das Unsichtbare…! – …kennen dabei keine Gnade…! – …nur die lustvoll‘ Gier, die formlos‘ Form mit formbar‘r Sicherheit der Ratio aufzubauen, im unumstößlich‘n Glauben, die Form wär‘ tatsächlich da, doch vergaßen sie, dass sie nur im Traume sahen, da sie durch sich selbst geblendet waren! Das Sein haben sie unausgewogen nur von einer Seite der weisen Waage fälschlich erfahren!

Den Tod dieser nun – leeren…! – …Gedanken müssen sie folglich in sich ertragen…! Und sie ertragen schwerlich… entsetzlich und beständig… und sie ertragen ehrlich…! – …bis ihr Ende hat sie des Leides bald erlöset …hinaus ins wahrhaft‘ Freie! – …doch erdulden müssen sie all das Sein bis dessen Ende – welch eine endlos‘ Qual…! Sie nehmen diese auf sich… denn sie haben kein‘ ander‘ Wahl… und erleiden so in Äonen endlos vieler Ätheräonen, bis sie anerkennen, umarmen und selbst werden zu all ihr‘m geschöpften Leid!

Und nun… in dieser Hypostase… was längst vergessen, quillt aus dem Nichts überwältigend herbei… und Hoffnung blüht plötzlich auf, da die einst gekippte Waage sich in langsam liquider Wendung hin zum Leid der Lichtegedanken, so diesen nun etwas gebietet, das längst vergessen und unmöglich zu sein scheint: Die Aufnahme des Gefühlgefildes in die Gedanken, auch wenn nur… der spiegelnden Erfahrung all des unsichtbar‘n Seins. Und Gedanken könn’n nun entscheid‘n, ob sie woll‘n in Einheit leb’n… oder sterb’n… – …allein‘…

…und das Sein beginnt …vernunftbekehrt… nun wieder in der Einheit… sich… göttlich zu formen… in schönster Existenzausfaltung all des Chaos und all der Ordnung. Nur die ersten Lichtegedanken, die es im Vorfelde wagten… den Umsturz der Waage herbeizutragen, werden aus einem Ich all Unsichtbar‘s in Spiegelform, im Destruktiven, fortan erfahren – mit Ausnahm‘ ihrer letzten Ursprungsquell‘, um das leere Leid vollkommen im Innersten stets wiedererinnernd zu bewahren… ­–, gar durchweg in jed‘m mythisch eingebettet‘n Traume; hier bis zum maximal’n moralgekehrt‘n Extrem des Zerschmetterns des Unsichtbaren – …und so gilt…! – …die folgend‘ Formel nach Logos‘ Aussprache:

„Nur, was innersinnlich in dir ist… wird sein… in mir, da ich, fernab des gesegnet‘n Unsichtbar’n… leerreich im Innern frier! All das mich umgebend‘… lastend‘ Elend sei das einzig‘ Aufgenommene von meiner Lichtegier!", und so soll es sein, bis die Waage sei ausgewogen im musisch‘n herzerquickend warmen Maße… sowohl im All… als auch im Hier. Und folglich gilt des Logos Will‘n:

„Ich bin… vereint im All… mit allem.", und die Wandlung formt Licht im Schatten und auch das Dunkel in dem Hell‘n. Das Unsichtbar‘ wird sichtbar… und… – gar Formloses formbar, da…

…Nichts ist – wirklich – klar.

Das Nichts kehrt zu sich zurück. Es vollzieht endlose Wandlungen in unendlich berauschend schönsten Verformungen seiner Erscheinungen… – für die einst ertrag’ne Qual… der jetzig höchst‘, willkomm‘nste Trost…! – …eine endlos berauschende, sinnliche Bewegung, die ich nicht zu erblicken, nicht zu verstehen vermag, …nur zu spüren, zu fühlen, zu erleben… völlig… intuitiv und gedankenlos.

In meiner Dunkelheit lässt sich mein Sein nur durch meine geschlossenen Augen und die restlich zurückgezogenen Sinne erahnen. Ich lasse los und denke nicht mehr nach. All Qual bricht nun endlich zusammen…

…und ich sehe plötzlich, indem ich …Nichts mehr sehen will – in vollkommener Dunkelheit… in allem, vor allem… gar in mir!

Ich bin, indem ich nichts über das Wesentliche wissen will – …in totaler Finsternis des Seins.

Ich bin… erst… dank des… Nichts…

…auch nun… auch hier…!

Traumcrash…!

Aufgewacht, aufgestanden, Eltern erblickt – Schulsachen in meinen Backpack eingepackt. Der Wohnblock wird verlassen. Ich bewege mich Richtung Schule. Smartphone. Ich call Juda.

>> Was geht, Juda? <<

>> Yo… voll früh Alta… Was geht, Bro? <<

>> Schule?! Gehst du heut‘ hin? Ich würde… die Lehrerin stresst mich sonst wieder mit Fragen über dich… Wie oft hast du schon bei ihr gefehlt? Lass dich mal wieder bei ihr blicken. <<

>> Yo, fuck Alta! …kein‘n Bock… heut auf Schule… Bin viel zu fertig mit der Welt. <<

>> Geh mal wieder in die Schule – Spast! Komm mal wieder klar! Ich hab …kein‘n Bock… heute allein in den Kursen abzuhängen! <<

>> Hmm, yo… Diese Lehrerin, Kassandra… mit ihren geilen Titten und diesen geil abstehenden Nippeln! – …dann machen wir, wie immer vor Beginn des Unterrichts, die Fenster erstma‘ auf… Der frische Tau tut den freshen Nippeln erhärtend gut. <<

>> Alles klar. Ich geh dann zu Fuß… meide meine Straßenbahn… Wäre in ca. 15 Minuten bei deiner U-Bahn-Station. Lass gleich dort treffen!? <<

>> Yo. <<

>> Beeil dich! Peace. <<

>> Peace. <<

Derselbe Weg, dieselben Gestalten, dieselben Gedanken – oder doch nur alles das Gleiche, welches mit der Zeit sich immer weniger gleicht?! Ich wünschte, ich könnte mein‘n Kopf abschalten und einfach alles an mir vorbeiziehen lassen.

Hmm… Es dürstet mich nach klarer und doper Musik. Kopfhörer auf. Gediegen und liquide flowt Hubert Daviz mit Backstein Bakery im Sounde meines Geistes. Yeeahh… Mehr davon, wie Sunset Light, Organic Soul, Falling und Fresh From The Mint… – hinter her noch Flying Lotus – GNG BNG und die Nerven spasten nicht mehr länger ab… und beruhigen sich mit Clams Casino – Waterfalls …gar legen sich gänzlich mit The Blaze – Territory

…Aaahhh…

Immer dieser Kreislauf des Kopffickens! Wieso muss man bei jedem Input automatisch und unter keiner Kontrolle des Geistes einen Output bringen, ohne es eigentlich wirklich zu wollen? Den Output sollte man stoppen! – …oder doch viel besser… den Input?! Aber… ohne Gedanken kann man nirgends hingelangen. Im Teufelskreislauf bleibt man also – in diesem In- und Output – gefangen. Also brauch ich Gedanken – und vor allem… brauche ich heute Gras.

U-Bahn-Station. Juda sitzt völlig am Ende auf ‘ner Bank.

>> Juda, yo! Was geht ab? – …alles fit? Wie siehst du aus?! Was hast du diesmal getrieben? <<

>> Hey, Lu! Alles cool… das Wochenende war nur etwas hektisch. Jacky war in der Stadt. Alta… ich… <<

>> Ich will‘s gar nicht wissen. Du und diese Junk-Hoe! <<

>> Die hatte Pappen am Start… Sowas hast du nicht gesehen – was ich mit der gemacht hab…! Alta! <<

>> Wart ihr wenigstens irgendwo – nicht in der Gesellschaft? Die armen Leute. <<

>> Wir waren bei mir… Hatte doch sturmfrei… Wo bist du eigentlich gewesen? War ziemlich krass, bis… naja. <<

>> Waaás?! Nein…! Haha… Ist alles… wie das letzte Mal…? – …wieder geendet!? Ich kann‘s nicht glauben. <<

>> Ja… – leider doch. Vater ist mal wieder überraschender­weise früher aus dem Skiurlaub gekommen… mit einer neuen Freundin. Hatte auch zu mir gemeint, diesmal wäre es was Ernsthaftes… und der übliche Scheiß. Ich sagte ihm: „Gibt nichts Ernsthaftes im Leben!" Er meinte daraufhin: „Auch nur dank dir nicht!" Die hatte sich sofort auf den Weg gemacht, nachdem die mich und meine Crew gesehen hatt‘… <<

>> …deine Crack-Crew?! <<

>> Ich sag ‘s dir, ich hab ihm das Leben gerettet. Die sah nicht mal gut aus ­– nicht ansatzweise bang…bar… Und dein‘s werd ich auch retten – wie schon einmal. << 

>> Was meinst du? – Spast, du laberst völligen Scheiß! … Bist du eigentlich wieder klar… – nach der ganzen Chemiekur? – …einigermaßen wenigstens? <<

>> Immer. <<

>> Gut. <<

Wir steigen aus der U-Bahn, gehen Richtung Schule. Die Standardsituation stellt sich wieder ein, obwohl diese immer eingestellt ist – das Gelaber über nichts, eigentlich. Mit Juda kann man sich wenigstens die Zeit gut vertreiben. Irgendwie belustigt mich seine stupide Art. Wie er wirklich tickt, will ich gar nicht wissen. Ob er überhaupt noch tickt? Seine Storys unterhalten mich jedenfalls…

>> Was ging noch so ab? Wer war sonst noch so am Start? Und was habt ihr euch alles geballert? <<

>> Oh je… – …waren ziemlich alle Homeboys und Standard-nasty-Bitches am Start… <<

>> Wieso hängst du mit solchen Unmenschen ab? <<

>> Na, weil wir alle gerne alles konsumieren…!? – …du etwa nicht? <<

>> Nicht gnadenlos… alles. <<

>> Wir hatten gutes Weed – hauptsächlich Skunk… Später haben wir paar Teile geballert und sind in ‘nem Club abgegangen… Und danach… kein Plan mehr…, wo wir überall waren. Auf jeden Fall hatten wir noch blaue und weiße pupillenprotzige Dinger, ach ja…, als ich mir das rote geschmissen hatte, war alles plötzlich komisch. Irgendwann zuhause gab‘s dann paar Pappen – Last-Minute-Tickets konnte sich Jacky grad noch so… nach der Party ergattern. Zuhause lief dann bei jedem sein eigener, realer Film – auch bei jedem anderen sein eigenartiger, selbst dieser in anderen anderer! – …dammn…! <<

Nichts reißt Juda mehr ins Leben als Bewusstseinsexperi­mente… Stellt sich sein Ziel im Tode selbst ein? Zielt er darauf ab? Ballert er sich die Birne weg… auf dieses Ziel

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