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Sophienlust 209 – Familienroman: Carinas Entschluß

Sophienlust 209 – Familienroman: Carinas Entschluß

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Sophienlust 209 – Familienroman: Carinas Entschluß

Länge:
93 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
Aug 28, 2018
ISBN:
9783740933395
Format:
Buch

Beschreibung

Denise von Schoenecker verwaltet das Erbe ihres Sohnes Nick, dem später einmal, das Kinderheim Sophienlust gehören wird.

Mit einer liebevollen Geste strich die alte Frau dem zotteligen Mischlingshund über den Kopf und kraulte ihn hinter den Ohren. "Was soll nur aus dir werden, Romeo?" fragte sie. "Es wäre so schön, wenn du bei den Kindern bleiben könntest. Aber ich fürchte, das wird nicht möglich sein. Vielleicht hast du Glück und findest ein gutes neues Zuhause. Ich wünsche es dir." Berta Fahrenholtz seufzte. Sie hatte ein bewegtes und nicht immer ganz leichtes Leben hinter sich. Doch selten hatte sie sich so hilflos gefühlt wie jetzt. Ihre Sorge galt den drei Nachbarskindern, der vierzehnjährigen Carina Steiner und deren kleinen Geschwistern, den Zwillingen Patrik und Sonja, die gerade erst acht Jahre alt waren. Vor zwei Monaten waren die Eltern der Kinder mit ihrem Segelboot in einen Sturm geraten und gekentert. Die Küstenwache hatte die beiden Leute nur noch tot bergen können. Carina, Sonja und Patrik waren ohne Eltern aus dem Urlaub an der Nordsee zurückgekehrt. Das Jugendamt hatte den Fahrenholtz' gestattet, sich vorläufig um die drei Waisen zu kümmern. Bis eine endgültige Lösung gefunden worden war, sollten die Kinder in der Wohnung der Eltern bleiben und von Berta Fahrenholtz versorgt werden. Auch Romeo, der Mischling aus Pudel und Schnauzer, war auf die Hilfe der Nachbarin angewiesen. "Könnten wir nicht wenigstens den Hund behalten?" fragte Gustav Fahrenholtz seine Frau. "Das wäre eine Beruhigung für die Kinder.
Herausgeber:
Freigegeben:
Aug 28, 2018
ISBN:
9783740933395
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Buch

Über den Autor


Ähnlich wie Sophienlust 209 – Familienroman

Titel in dieser Serie (309)

Buchvorschau

Sophienlust 209 – Familienroman - Ursula Hellwig

Sophienlust

– 209–

Carinas Entschluß

Als sie für ihre kleinen Geschwister alles aufs Spiel setzte

Ursula Hellwig

Mit einer liebevollen Geste strich die alte Frau dem zotteligen Mischlingshund über den Kopf und kraulte ihn hinter den Ohren.

»Was soll nur aus dir werden, Romeo?« fragte sie. »Es wäre so schön, wenn du bei den Kindern bleiben könntest. Aber ich fürchte, das wird nicht möglich sein. Vielleicht hast du Glück und findest ein gutes neues Zuhause. Ich wünsche es dir.«

Berta Fahrenholtz seufzte. Sie hatte ein bewegtes und nicht immer ganz leichtes Leben hinter sich. Doch selten hatte sie sich so hilflos gefühlt wie jetzt. Ihre Sorge galt den drei Nachbarskindern, der vierzehnjährigen Carina Steiner und deren kleinen Geschwistern, den Zwillingen Patrik und Sonja, die gerade erst acht Jahre alt waren. Vor zwei Monaten waren die Eltern der Kinder mit ihrem Segelboot in einen Sturm geraten und gekentert. Die Küstenwache hatte die beiden Leute nur noch tot bergen können. Carina, Sonja und Patrik waren ohne Eltern aus dem Urlaub an der Nordsee zurückgekehrt. Das Jugendamt hatte den Fahrenholtz’ gestattet, sich vorläufig um die drei Waisen zu kümmern. Bis eine endgültige Lösung gefunden worden war, sollten die Kinder in der Wohnung der Eltern bleiben und von Berta Fahrenholtz versorgt werden. Auch Romeo, der Mischling aus Pudel und Schnauzer, war auf die Hilfe der Nachbarin angewiesen.

»Könnten wir nicht wenigstens den Hund behalten?« fragte Gustav Fahrenholtz seine Frau. »Das wäre eine Beruhigung für die Kinder. Sie wissen, daß er es bei uns gut getroffen hätte.«

Berta schüttelte traurig den Kopf. »Es geht nicht, so gern ich den kleinen Kerl auch mag. Nächsten Monat werde ich siebzig, und du bist noch zwei Jahre älter als ich. So ein Hund braucht viel Bewegung. Im Augenblick macht es uns noch nicht viel aus, die drei Etagen zu steigen und mehrmals am Tag einen Spaziergang zu unternehmen. Aber wie lange können wir das noch? Vergiß nicht, daß Romeo erst zwei Jahre alt ist. Er hat noch zehn Jahre oder mehr zu leben. Es ist für uns beide keine erschreckende Neuigkeit, daß Menschen nicht ewig leben können. Wenn wir vor Romeo gehen, muß er sich wieder an andere Leute gewöhnen, und wenn wir das Treppensteigen nicht mehr schaffen, müssen wir uns auch von ihm trennen. Das wäre schrecklich für uns und den Hund. Es ist besser, wenn jetzt eine Familie gefunden wird, die ihn aufnehmen und für ihn sorgen kann. Ein junger Hund kann sich noch umgewöhnen.«

»Du hast recht«, gab Gustav zu. »Für die Kinder wird es natürlich schwer werden, sich von ihrem Hund trennen zu müssen. Wann kommt denn der Beamte vom Jugendamt, der gestern angerufen hat?«

»Heute nachmittag. Die Kinder wissen noch nichts davon. Er hat gesagt, daß er sich zunächst allein mit uns unterhalten will. Vielleicht ist das besser so. Die Kinder erfahren noch früh genug, daß sie nicht dauerhaft in ihrer Wohnung bleiben können. Ich möchte nicht…«

Die alte Frau verstummte, als sie hörte, wie die Eingangstür aufgeschlossen wurde. Carina, die einen Schlüssel für die Wohnung der Fahrenholtz besaß, kam herein. Patrik und Sonja folgten ihr. Es war in den letzten Wochen zur Gewohnheit geworden, daß Carina mit ihren Geschwistern nach der Schule bei dem alten Ehepaar zum Mittagessen erschien.

Romeo sprang von seinem Sessel und eilte den drei von ihm heißgeliebten Menschen entgegen. Winselnd warf er sich vor ihren Füßen auf den Rücken und ließ sich den Bauch kraulen.

»Tag, Tante Berta, Tag, Onkel Gustav«, begrüßte Carina die beiden alten Leute und umarmte sie. Anschließend deckte sie den Tisch im Wohnzimmer.

»Was gibt es denn heut?« erkundigten sich die Zwillinge, nachdem sie Romeo genug begrüßt hatten.

»Spaghetti Bolognese«, teilte Berta mit, worauf die Augen der Zwillinge zu leuchten begannen. Es handelte sich um ihre Leibspeise, bei der sie wenig später tüchtig zulangten.

Nach dem Mittagessen zogen die Kinder sich in die Wohnung ihrer Eltern zurück, um ihre Hausaufgaben zu erledigen. Es dauerte immer eine geraume Weile, bis sie damit fertig waren und zurückkehrten, um ihre Hefte vorzuzeigen. Berta war froh, daß die Kinder beschäftigt waren. So konnte sie sich ungestört mit dem Beamten des Jugendamtes unterhalten, der bald eintreffen mußte.

*

»Jetzt haben wir unsere Zeichenblöcke in der Schule vergessen«, klagte Sonja. »Was machen wir denn nun? Für Religion müssen wir doch ein Bild vom Paradies malen, mit Adam, Eva und der Schlange im Apfelbaum.«

»Das ist kein Problem«, beruhigte Carina ihre kleinen Geschwister. »Tante Berta hat vor ein paar Tagen neue Zeichenblöcke gekauft. Sie liegen drüben bei ihr. Ich hole sie für euch.«

Die Vierzehnjährige ging hinüber zu der Nachbarwohnung. Leise öffnete sie die Eingangstür. Sie wußte, daß Berta und Gustav Fahrenholtz sich nach dem Mittagessen oft ein Stündchen hinlegten. Um sie nicht zu stören, schlich sie auf Zehenspitzen durch die Diele. Dort stand ein kleiner Schrank, in dem die Schulsachen aufbewahrt wurden. Carina wunderte sich, als sie Stimmen aus dem Wohnzimmer hörte. Das war ungewöhnlich. Die Fahrenholtz’ bekamen nur sehr selten Besuch. Als sie vernahm, wie ihr Name genannt wurde, horchte sie neugierig auf. Die Zimmertür war nur angelehnt, so daß sie jedes Wort verstehen konnte.

»Wenn unsere Wohnung nicht so klein wäre, würden wir die Kinder gerne behalten«, sagte Berta.

»Es scheitert nicht nur an der Größe der Wohnung«, erwiderte eine fremde Männerstimme. »Ich will Sie nicht verletzen, aber Sie müssen Ihr Alter berücksichtigen. Mit drei Kindern, die noch jahrelang umsorgt werden müssen, wären Sie überfordert. Sie haben wirklich mehr als genug getan. Jetzt ist es Sache des Jugendamtes, für ein geregeltes Leben der Kinder zu sorgen. Wir haben zwei Pflegefamilien gefunden, bei denen die Waisen untergebracht werden können. Sie müssen also nicht in ein Heim.«

»Wieso zwei Pflegefamilien?« fragte Gustav. »Heißt das, daß die Kinder getrennt werden sollen?«

»Es geht leider nicht anders. Wir sind froh, daß wenigstens die Zwillinge zusammenbleiben können. Carina ist schon groß und vernünftig. Sie wird verstehen, daß sie nicht gemeinsam mit ihren Geschwistern in derselben Familie leben kann. Ab und zu werden die drei sich gegenseitig besuchen können. Die Verbindung muß nicht völlig abreißen.«

»Ich bin nicht sicher, ob ihnen das reichen wird«, warf Berta ein. »Die Kinder hängen sehr aneinander. Außerdem bleibt die Frage offen, was aus ihrem Hund wird. Sie lieben Romeo über alles. Wird er mit ihnen gehen können?«

»Nein, beide Pflegeeltern möchten keinen Hund haben. Das Tier wird in ein Tierheim gebracht und dort vermittelt. Ich bin sicher, daß sich bald ein gutes Plätzchen findet.«

»Als ob es nicht schlimm genug wäre, daß die Kinder ihre Eltern verloren haben«, knurrte Gustav. »Nun sollen sie auch noch ihren besten Freund hergeben.«

»Wann wird es soweit sein?« erkundigte Berta sich. »Ich meine, wann werden Sie die Kinder abholen

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