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Der Hudson River brennt: N.Y.D. - New York Detectives

Der Hudson River brennt: N.Y.D. - New York Detectives

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Der Hudson River brennt: N.Y.D. - New York Detectives

Länge:
131 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
Jul 27, 2017
ISBN:
9783743800601
Format:
Buch

Beschreibung

Krimi von Franc Helgath

Der Umfang dieses Buchs entspricht 108 Taschenbuchseiten.

Ador Gruber hatte eine blendende Geschäftsidee entwickelt: Er kauft marode Firmen auf Leibrentenbasis, lässt dann Feuer legen und kassiert die Versicherungssumme, während die monatlichen Zahlungen - laut Kleingedrucktem - bei Brand nicht mehr bezahlt werden müssen. Eine recht erträgliche Einnahmequelle. Bevor ihre Fabrik ebenso in Rauch aufgeht, beauftragt Fen Braily den Privatdetektiv Bount Reiniger, den dubiosen Käufer zu durchleuchten. Der Detektiv geht von einer harmlosen Ermittlung aus – und gerät dabei gewaltig unter die Räder ...
Herausgeber:
Freigegeben:
Jul 27, 2017
ISBN:
9783743800601
Format:
Buch

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Der Hudson River brennt - Franc Helgath

München

Der Hudson River brennt: N. Y. D. - New York Detectives

Krimi von Franc Helgath

Der Umfang dieses Buchs entspricht 108 Taschenbuchseiten.

Ador Gruber hatte eine blendende Geschäftsidee entwickelt: Er kauft marode Firmen auf Leibrentenbasis, lässt dann Feuer legen und kassiert die Versicherungssumme, während die monatlichen Zahlungen - laut Kleingedrucktem - bei Brand nicht mehr bezahlt werden müssen. Eine recht erträgliche Einnahmequelle. Bevor ihre Fabrik ebenso in Rauch aufgeht, beauftragt Fen Braily den Privatdetektiv Bount Reiniger, den dubiosen Käufer zu durchleuchten. Der Detektiv geht von einer harmlosen Ermittlung aus – und gerät dabei gewaltig unter die Räder ...

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author

© dieser Ausgabe 2017 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

Die Hauptpersonen:

Ador Gruber - versteht sein Geschäft. Als White-Collar-Gangster weiß er perfekt, wie man Leute prellt.

Fen Braily - verspricht ein fettes Honorar und sich selbst als hochwillkommenes Trinkgeld.

Gundula Brombach - sieht aus wie eine Walküre, doch als germanische Rachegöttin geht sie baden.

Rick Houston - trägt mit Vorliebe eine Baskenmütze. Sie ist das einzige Gemütliche an ihm.

Fred Mallow - will mit dem Kopf durch die Wand. Doch im Central Park rennt er sich den Schädel ein.

June March - ist Bounts Assistentin und hilft ihm bei seinen Fällen.

Bount Reiniger - ist Privatdetektiv.

1

Isi Kuchinsky packte die letzte Brotzeit seines Lebens aus. Mira, seine Frau, hatte ihm Schinken in die Stullen gelegt, fett gebuttert, genau wie er es liebte. Sie war eine Seele von einem Menschen, seine Mira. Durch dick und dünn waren sie gegangen, und Isi Kuchinsky dachte voller Zärtlichkeit an sie.

In einem Ruderboot waren sie aus Polen geflohen vor langer, langer Zeit. Ein schwedischer Frachter hatte sie aufgebracht. Jetzt lebten sie schon seit mehr als zwanzig Jahren in den Staaten.

Nahe dem Wärterhäuschen züngelten Flammen hoch. Schwarzer Qualm schlich lautlos aus der Halle herüber in den winzigen Vorraum. Draußen tutete ein Nebelhorn auf dem Hudson River. Isidor Kuchinsky blieb der Bissen in der Kehle stecken, und er würgte.

Das Sandwich fiel ihm aus der Hand. Das Brötchen klappte auf, der Schinken verteilte sich über den gebohnerten Boden. Selbst wenn die Fabrik zurzeit stillstand, so hatte er doch ständig darauf geachtet, den einzigen verbliebenen Arbeitsplatz sauber zu halten.

Er kannte es nicht anders.

Dass er trotz allem Fleiß in Armut lebte, bedeutete für ihn nicht, dass er sich deshalb gehenließ oder in seiner Disziplin wankend wurde. Isidor Kuchinsky, von seiner Frau auch nach fünfzig erfüllten Ehejahren immer noch liebevoll Isi gerufen, mochte sich nicht schämen.

Mit diesem Job als Nachtwächter besserte er die karge Rente auf. Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten hatte ihm außer einer gewissen persönlichen Freiheit nichts gebracht. Und trotzdem fühlte er eine tiefe und ehrliche Dankbarkeit für dieses Land in sich. Isidor Kuchinsky hatte Bescheidenheit nie verlernt.

Jetzt starrte er aus dem Fenster seines engen Verschlags und konnte es nicht fassen, dass hier ein Feuer ausgebrochen sein sollte. Was sollte schon brennen in einer kleinen Fabrik, die voller alter Maschinen stand, auf denen bis vor wenigen Monaten Werkzeuge des täglichen Bedarfs hergestellt worden waren? Hammer, Schraubenzieher, Haushaltssägen und Schraubenschlüssel.

Isidor Kuchinsky bekreuzigte sich. Seine Lippen murmelten automatisch ein Gebet in einer Sprache, die er nie verlernt hatte. Automatisch auch der Griff zum Feuerlöscher an der Wand.

Tot blieb das Telefon. Seit der Schließung der Werkstätten gab es keinen Anschluss mehr unter dieser Nummer. Der neue Chef sparte an allen Ecken und Enden, und es war wohl billiger, einen Wächter zu beschäftigen, als höhere Versicherungsprämien zu bezahlen.

Doch an Ador Gruber dachte der alte Pole nur sehr flüchtig. Er hatte den Mann nur einmal gesehen, und das war vielleicht schon einmal zu viel gewesen. Ador Gruber war kein guter Mensch. Er hatte das gespürt.

Ein Bojar. Ein gefühlloser Apparatschik mit der Seele einer Schlange. Vor solchen Leuten war er einst aus seiner Heimat geflohen.

Kuchinsky kickte den Plastikknopf der knallroten Löschtüte auf das Pflaster vor der Pförtnerloge. Er brauchte sich nicht erst mit der Bedienungsanleitung zu beschäftigen. Er kannte seine Pflichten, hatte sie schon vorher studiert in den vielen einsamen Nächten in der geschlossenen Fabrik in Hoboken, am Rande des Verladebahnhofs nördlich der Piers. Es war eine schmutzige Gegend, und der Lohn war schmal. Doch was sollte ein ungelernter Immigrant von knapp siebzig sonst schon tun?

Weißer Schaum sprühte aus der Düse. Noch glaubte Isi Kuchinsky an einen kleinen Brand, über den er selbst Herr werden konnte, denn in der Halle gab es ja nun tatsächlich nichts, was von sich aus ein Raub der Flammen hätte werden können. Brandstiftung kam ihm gar nicht in den Sinn, denn er war ein aufrechtes, ein anständiges Mitglied der Gesellschaft. Ein Mann ohne Arg.

Doch als er mit den Füßen die Flügeltür aufstieß, sah er sich plötzlich dem Höllenfeuer eines Hochofens gegenüber, einer wabernden, rot und gelb lohenden Flammenwand. Sein Gehör hatte doch schon recht nachgelassen in der letzten Zeit. Auch jetzt nahm er das überlaute Prasseln und Knistern nur wie durch Watte wahr.

Aber da leckten die Feuerzungen schon nach ihm. Der weiße Schaum zerstob nutzlos. Genauso gut hätte Kuchinsky versuchen können, sich einer Springflut mit einem Regenschirm entgegenzustellen.

Als erstes versengte es ihm die Brauen, und schon fingen die Haare und sein grauer Vollbart Feuer. Sein Kopf glich in Sekundenschnelle einer Fackel.

Er ließ den Feuerlöscher lallen, die Flammen griffen auf seine Strickjacke und die Hose über. Mira hatte immer darauf geachtet, dass er nur Schaf- oder Baumwolle trug, weil das gesünder war und freundlicher zur Haut.

Nicht weil Baumwolle besser brannte als die Kunststofffasern.

Der alte Mann wandte sich um, taumelte ins Freie. Die Kälte einer diesigen Novembernacht schlug ihm entgegen. Doch die spürte er nicht mehr. Isidor Kuchinsky torkelte auf den Fluss zu, der schwarz und nass jenseits des Parkplatzes lag.

Er sollte den Hudson River nie erreichen.

2

»Wie lange ist das nun her?«, vergewisserte sich Bount Reiniger. Er saß in seinem Büro an der 57th Street West. Es war acht Uhr früh und June March noch nicht zugegen. Er hatte nach diesem Anruf vor einer halben Stunde selbst geöffnet.

»Eine Woche«, antwortete die Frau und zupfte nervös an ihrem Rock herum.

Trotz der Tageszeit sah Fen Braily frisch und ausgeruht aus, was Reiniger von sich lieber nicht behaupten wollte. Er war nachts wieder mal auf Tour gewesen. Ein reicher Daddy vermisste seine lernbegierige Tochter und vermutete, die Studentin der Soziologie wollte Feldstudien betreiben. Ihre Magisterarbeit handelte von der Diskrepanz zwischen der durchaus bürgerlichen Herkunft mancher Damen vom horizontalen Gewerbe und ihrem Hang, sich als Callgirls Geld zu verdienen, das sie eigentlich gar nicht brauchten.

Spaß an der Freud?

Bount fasste sich. Er wollte nicht länger an diese kapriziöse Linda Strauss denken. Sein Gegenüber machte ihm das relativ leicht.

Fen Braily war eine Augenweide. Mitte der Zwanzig, mit einer haargenau an den richtigen Stellen ausgebeulten Figur. Sie duftete nach einem Parfüm, das es nicht in jedem Drogeriemarkt zu kaufen gab, der Pagenschnitt ihres schwarzen, lackglänzenden Haars wirkte wie eine Kappe. Ihr graues, mit Silberfäden durchwobenes Jersey-Kostüm war von einer raffinierten Schlichtheit. Den weißen Gabardinemantel hatte sie über die Lehne eines Sessels der Sitzgruppe in der Ecke gelegt. Ihr Mund war eine Spur zu dünnlippig und von einem hellen Rosa der Lippenstift, den sie benutzte. Groß leuchteten die mascaraumrandeten, umbrafarbenen Augen aus einem blassen, ovalen Gesicht mit hoch angesetzten Wangenknochen.

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