Genießen Sie diesen Titel jetzt und Millionen mehr, in einer kostenlosen Testversion

Kostenlos für 30 Tage, dann für $9.99/Monat. Jederzeit kündbar.

Die Geschichte von dem heißen Typen, etwas Glühwein und total verheulten Augen

Die Geschichte von dem heißen Typen, etwas Glühwein und total verheulten Augen

Vorschau lesen

Die Geschichte von dem heißen Typen, etwas Glühwein und total verheulten Augen

Länge:
150 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
Jun 21, 2019
ISBN:
9783743844612
Format:
Buch

Beschreibung

Eigentlich wollte Clara mit ihrem Freund Philipp einen romantischen Weihnachtsurlaub erleben, doch der betrügerische Mistkerl vergnügt sich lieber in einem anderen Bett.
Bitter enttäuscht lässt sie ihre Wut am Wagen seiner Geliebten aus – bis sie ein Unbekannter überwältigt und zum Aufhören zwingt.
Der Anblick des attraktiven Mannes schickt ihr Blitze ins Herz und von dort aus ins Höschen. Clara ist überzeugt, sich an dem augenscheinlichen Macho ein weiteres Mal die Finger zu verbrennen, und will schleunigst verschwinden. Doch ein Schneesturm zwingt sie, Weihnachten in seinem Haus zu verbringen.

Winterlicher Liebesroman mit Witz, Herzschmerz und Happy End
Herausgeber:
Freigegeben:
Jun 21, 2019
ISBN:
9783743844612
Format:
Buch

Über den Autor


Ähnlich wie Die Geschichte von dem heißen Typen, etwas Glühwein und total verheulten Augen

Buchvorschau

Die Geschichte von dem heißen Typen, etwas Glühwein und total verheulten Augen - Sara-Maria Lukas

München

1

„Okay, das kann so bleiben. Zufrieden nickte ich beim Blick auf das lange Regal mit den Koffern. Herrenportemonaies mussten nachbestellt werden und diese neuen Rucksäcke taugten nichts. Seufzend betrachtete ich den offenen Karton in der Ecke des Abstellraums. „Hoffentlich denkt die Lutter daran, die Reklamationen abzuschicken.

Ich atmete tief durch. Bald konnte es mir egal sein, woran die Lutter dachte oder auch nicht. Nächstes Jahr noch nicht, aber vielleicht übernächstes. „Yeah!"

„Wie bitte?"

Ups. Hatte ich mal wieder laut gedacht? „Nichts, Entschuldigung. Legst Du bitte der Lutter heute Abend noch einen Zettel auf den Schreibtisch, damit sie Montag an die Rücksendung der Reklamationen denkt. Bei den neuen Rucksäcken sind die Nähte unsauber und platzen auf. Die müssen alle zurück."

Yvonne nickte, während ihre Finger routiniert die Kassenrolle wechselten. „Okay, kein Problem."

„Gut. Dann mache ich jetzt Feierabend. Kommst Du den Rest des Tages allein zurecht?"

„Na klar, liebste Clara. Schönen Urlaub und erhol Dich gut! Du hast es Dir redlich verdient nach den tausend Überstunden in den letzten Monaten."

„Danke. Wir sehen uns nächstes Jahr. Schöne Weihnachten mit deiner Familie!"

Yvonne strahlte. „Ich freu mich so, meine Brüder endlich wiederzusehen. Und du, genieß mit deinem Lover jede Minute in diesem Nobelhotel. So einen Hauptgewinn kriegst du nie wieder!"

„Zu Befehl, beste Kollegin." Ich zwang mich zu einem gequälten Lächeln. Meinetwegen bräuchten Philipp und ich nicht in dieses Hotel fahren. Wir hätten uns auszahlen lassen, oder die Reise auf EBay verkaufen können. Schließlich planten wir unser eigenes Studio und legten dafür seit zwei Jahren jeden Cent zurück. Da wäre das Geld ein dickes Plus auf dem Sparkonto geworden. War der Traum verwirklicht, konnten wir uns für den Rest unseres Lebens noch genug teure Ferien leisten. Aber Philipp hatte den Urlaub bei irgendeinem Preisausschreiben gewonnen und wollte diese Reise unbedingt, also hatte ich mich überreden lassen.

Ich sah mich ein letztes Mal in meiner Abteilung um. Alles bestens. Die Regale ordentlich sortiert, die neue Werbung aufgehängt, das Lager bis unters Dach gefüllt. Ich wusste, wie ich meinen Job zu erledigen hatte. Nur würdigen tat das niemand in diesem scheiß Kaufhaus. Die Umsätze gingen zurück und wer bekam die Schuld? Natürlich wir Abteilungsleiter. Wir sollten unsere Mitarbeiter mehr motivieren, hieß es süffisant beim letzten Monatsmeeting in der Chefetage. Wie denn, bei den Gehältern? Ich war froh, so motivierte Kolleginnen wie meine Stellvertreterin Yvonne zu haben. Würde ich Druck machen, anstatt im Team miteinander zu arbeiten, wäre die Atmosphäre vergiftet und der Umsatz noch mieser. Wer strengt sich schon gerne an, wenn er nur kritisiert wird? Sollten die Chefs doch mal darüber nachdenken, warum die Internethändler so viel mehr verkauften, anstatt uns die Schuld zu geben!

Unwillig schüttelte ich den Kopf. Nein. Jetzt, in diesem Moment, begann mein Urlaub und den wollte ich mir nicht mit Gedanken an nervigen Firmenärger vermiesen.

Zum Glück bildete der Grundstock unserer gemeinsamen Sparsumme die fünfundzwanzigtausend Euro, die ich von meinen Großeltern geerbt hatte. Wenn wir konsequent jeden Cent zurücklegten, brauchten wir nur noch vierzehn, vielleicht achtzehn, Monate. Dann konnten wir genug Eigenkapital vorweisen, um den Rest mit Krediten zu finanzieren. Das hatten wir alles sorgfältig kalkuliert. Ich fieberte dem Tag entgegen, an dem die Bosse der Kaufhauskette mir den Buckel runterrutschen konnten. YES!

Der Tag, an dem wir unser Studio eröffneten, würde der schönste meines Lebens werden. Wir wollten es P&C Fitness nennen, nach unseren Vornamen Philipp und Clara. Ich sah das breite Schild, die gläserne Tür und den Eingangsbereich vor meinem inneren Auge. Wir wussten bereits ganz genau, wie wir es einrichten würden. Fast jeden Abend wälzten wir Kataloge und verglichen Preise. Endlich nicht mehr für Andere schuften, sondern nur noch für das eigene Portemonnaie.

„Nun geh!, schimpfte Yvonne und machte eine imaginäre Schubsbewegung in meine Richtung. Ich winkte ab. „Bin schon weg.

Als ich im Aufenthaltsraum meinen Mantel aus dem Spind zerrte, fiel mein Blick in den kleinen Türspiegel. Hätte ich diese Woche doch noch zum Friseur gehen sollen? Schließlich fuhren wir in ein Nobelhotel, zwar nicht nach Kitzbühel, sondern nur in den Harz, aber immerhin hatte der Schuppen fünf Sterne und die Bilder im Prospekt vermittelten einen entsprechend luxuriösen Eindruck. Da sollte Frau wohl eher nicht wie ein Waldschrat auftreten. Kritisch drehte ich den Kopf hin und her und verdrehte die Augen. Es war sowieso zu spät, noch darüber nachzudenken, denn am Samstagnachmittag würde ich keinen Friseurtermin mehr bekommen. Außerdem war ich hübsch genug. Nicht überkandidelt, aber seriös, ordentlich und zeitlos elegant, wie ich es als Leiterin der Lederwarenabteilung gewohnt war. Die Haare hatten genau die richtige Länge bis knapp auf die Schultern, um glatt herabzuhängen, ohne aufwendig frisiert zu werden. Das sparte morgens sehr viel Zeit. Zum Glück mochte Philipp mich, wie ich war. Hohlköpfige Modepüppchen laufen mir genug hinterher, sagte er immer, du bist nicht nur wunderschön, so wie du bist, sondern unsere Interessen passen auch zusammen. Das ist es doch, worauf es in einer Beziehung ankommt.

Ich schloss den Spind und schlüpfte in den Mantel.

Es regnete mal wieder Bindfäden, wie man so schön sagt, und ich fröstelte, obwohl es fünf Grad plus waren. Statt stilvoller weißer Schneeflocken, tropfte dreckiges Wasser von der Weihnachtsdeko in der sowieso ständig schmuddeligen Fußgängerzone von Gelsenkirchen. Mist, ich hatte keinen Schirm dabei. Mit gesenktem Kopf hetzte ich zur Bushaltestelle, um mich dort unterzustellen, bis meine Linie kam.

Unser Studio wollten wir in einem der besseren Stadtteile von Köln eröffnen. Dort kosteten Immobilien zwar das Dreifache, aber wer will schon sein ganzes Leben in Gelsenkirchen verbringen? Vielleicht würden sogar Fernsehpromis bei uns Mitglied werden, schließlich hatten einige Sender ihre Aufnahmestudios und Büros in Köln.

Statt Lederwaren aus dem Lager zu schleppen und ins Regal zu stapeln, würde ich eigene Kurse geben, zum Beispiel Zumba, Yoga und Jazzdance. Fit genug war ich. Dafür trainierte ich jeden Morgen vor der Arbeit in dem Fitnessstudio, in dem Philipp zurzeit noch angestellt war. Hier hatten wir uns kennengelernt. Schon beim ersten Date erzählte er von seinem Traum, sich als Fitnesstrainer selbstständig zu machen. Nach wenigen Wochen bot ich ihm an, mich mit meinem Erbe zu beteiligen, und ruckzuck beschlossen wir, gemeinsam ein Studio zu eröffnen.

Nachdem ich die gewohnten drei Stationen mit dem Bus gefahren war, musste ich nur fünf Minuten laufen, um zum Studio zu gelangen. Mein alter schwarzer Golf stand auf dem Parkplatz. Da Philipp unregelmäßigere Arbeitszeiten hatte, als ich, ließ ich ihm meist das Auto und fuhr mit der Bahn in die City. Er nutzte es, um vor allem Banken, Ämter und Makler wegen unseres Businessplanes zu besuchen.

Ich ging hinein. Philipp stand neben der Empfangstheke und unterhielt sich mit einer Kundin. Er war zwar schon umgezogen, trug eine enge Jeans und ein schwarzes Hemd, schien aber noch im Arbeitsmodus zu kleben. Er erklärte ihr ganz offensichtlich die Lage der Muskeln im oberen Rückenbereich, denn er berührte erst ihre Oberarme und drückte anschließend ihre Schultern leicht zurück, während er redete. Sie nickte und lächelte mit glänzenden Augen zu ihm auf. PAH! Sie flirtete mit ihm! Keine Chance, Goldstück, der gehört mir.

Grinsend schlenderte ich näher. „Hi Schatz."

Der attraktivste aller Männer drehte den Kopf, zwinkerte mir zu und beendete seine Anatomiedemonstrationen, um mir einen Begrüßungskuss zu geben. Mmh ... frisch nach dem Duschen duftete er herrlich nach diesem herben Männerparfüm, das er immer kaufte. Die kleinen Sprühflakons kosteten zwar ein Vermögen, waren aber definitiv jeden Cent davon wert. Sobald ich es schnupperte, vibrierte es tief in meinem Bauch.

„Hi, Sonnenschein, wie war dein Tag?", fragte er mit dieser unnachahmlichen dunklen, weichen Stimme. Er sprach leise und dicht an meinem Ohr, sodass ich seinen Atem über meinen Hals wehen spürte. Ich liebte es, wenn er in der Öffentlichkeit auf diese Art eine intime, persönliche Atmosphäre schaffte. Ich sah zu ihm auf und kämmte mit den Fingern seine blonden Haare zurück, die ihm mal wieder halb über die Augen fielen. Philipp trug einen lässigen Kurzhaarschnitt. Das stand ihm gut. Es gab seinem ebenmäßigen Gesicht, mit dem leicht gebräunten Teint, dieses gewisse Etwas, auf das meine Libido seit unserer ersten Begegnung zuverlässig herrlich kribbelnd reagierte ...

Nicht nur meine, die Hälfte der weiblichen Mitglieder hier flirtete ganz offen mit ihm, obwohl es allgemein bekannt war, dass er zu mir gehörte.

Ich machte mir deswegen keine Sorgen. Nach einer Reihe von Nieten hatte ich aus dem großen Lostopf des Lebens endlich einen Gewinn gezogen. Diesem Mann vertraute ich. Er würde mich niemals betrügen. Schließlich arbeiteten wir daran, uns eine gemeinsame Zukunft aufzubauen.

Arm in Arm schlenderten wir zu meinem Wagen. Ich stockte, als mein Blick durch die Scheibe auf die Rückbank fiel. „Hast du eingekauft?"

Philipp zuckte mit den Schultern, während er um das Auto herumging, um auf der Fahrerseite einzusteigen. „Ich brauchte noch ein paar ordentliche Klamotten, schließlich fahren wir nicht in eine Billigabsteige. Wer weiß, er zwinkerte mir über das Autodach hinweg zu, „vielleicht läuft uns in dem Nobelschuppen ein Investor über den Weg und unser Traum kann im Januar schon starten.

Mit einem dumpfen Grummeln im Bauch ließ ich mich auf den Beifahrersitz fallen. Die Markennamen auf den Einkaufstüten verrieten, dass er viel Geld ausgegeben haben musste. War das notwendig? Waren meine Klamotten gut genug? Er hatte ja Recht, wir verbrachten vierzehn Tage in einem Domizil, bei dem die Suite, die zum Gewinn gehörte, achthundert Euro pro Nacht kostete. Andererseits hatten wir uns gegenseitig fest versprochen, jeden Cent zu sparen, den wir nicht zum Lebensunterhalt benötigten. Seufzend lehnte ich mich zurück. Was soll's. Morgen war Sonntag und Abreise. Ich würde mir nicht den ersten Urlaub seit fünf Jahren vermiesen, indem ich übers Geld nachdachte.

„Was ist, Sonnenschein? Lächelnd drehte Philipp mir kurz das Gesicht zu und legte seine Hand auf mein Bein. „Gab‘s mal wieder Ärger im Kaufhaus?

Ich straffte mich und atmete tief durch. „Nein. Alles in Ordnung. Ich freue mich auf unseren Urlaub."

*

Der Wecker klingelte um sechs Uhr. Und das am Sonntag. Zehn Minuten noch. Stöhnend drückte ich auf Schlummern, drehte mich zur anderen Seite und zog die Decke über den Kopf. Im Halbschlaf begann mein Gehirn zu arbeiten. Wieso hatte ich den Wecker aktiviert? Was lag an? Nach kurzer Orientierungslosigkeit fiel es mir wieder ein. Urlaub. Wir feierten Weihnachten in einem Luxushotel im Harz und heute, gegen elf Uhr, wollten wir losfahren. Vorher mussten die Koffer gepackt und die Wohnung saubergemacht werden.

Zeit zum Aufräumen und Staubsaugen plante ich vor einer Reise immer mit ein, denn ich

Sie haben das Ende dieser Vorschau erreicht. Registrieren Sie sich, um mehr zu lesen!
Seite 1 von 1

Rezensionen

Was die anderen über Die Geschichte von dem heißen Typen, etwas Glühwein und total verheulten Augen denken

0
0 Bewertungen / 0 Rezensionen
Wie hat es Ihnen gefallen?
Bewertung: 0 von 5 Sternen

Leser-Rezensionen