Genießen Sie diesen Titel jetzt und Millionen mehr, in einer kostenlosen Testversion

Nur $9.99/Monat nach der Testversion. Jederzeit kündbar.

Die wunderbaren Abenteuer des Liebesgottes: Cassiopeiapress Literatur/ Edition Bärenklau

Die wunderbaren Abenteuer des Liebesgottes: Cassiopeiapress Literatur/ Edition Bärenklau

Vorschau lesen

Die wunderbaren Abenteuer des Liebesgottes: Cassiopeiapress Literatur/ Edition Bärenklau

Länge:
110 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
Jun 17, 2019
ISBN:
9783736881495
Format:
Buch

Beschreibung

Der Umfang dieses Ebook entspricht 97 Taschenbuchseiten.
Die wunderbaren Abenteuer des Liebesgottes
Heitere Variationen über ein Thema von Platon
Als Liebesgott hat man's wahrhaftig nicht leicht. Nicht nur, dass man wegen der Eifersucht der beiden Mütter, der leiblichen und der Adoptivmutter, abwechselnd als Junge und als Mädchen auftreten muss.
Denn zwar lieben Eros (fast) alle Götter und Göttinnen, weil er so besonders hübsch ist; überdies verzaubert er alle mit seinen Späßen und erregt unter ihnen stets "unauslöschliches Gelächter". Aber einige Göttinnen gibt es, die haben der Fleischeslust abgeschworen – "verklemmte alte Jungfern" nennt sie Eros' Mentor, der Jagdgott Ares, in deren Augen ein "verdammenswerter Wüstling". Und diese hassen Eros.
Eine dieser "verklemmten alten Jungfern" ist Hera, die Gemahlin des Göttervaters Zeus, der seine Liebe dem sterblichen Knaben Ganymedes schenkt. Diesem pflanzt Eros die Liebe zu Zeus ein. Das schlägt für besagte "Jungfern" dem Fass den Boden aus. Und jetzt geht es Zeus und Eros an den Kragen ...
Herausgeber:
Freigegeben:
Jun 17, 2019
ISBN:
9783736881495
Format:
Buch

Über den Autor


Ähnlich wie Die wunderbaren Abenteuer des Liebesgottes

Mehr lesen von Karl Plepelits

Ähnliche Bücher

Buchvorschau

Die wunderbaren Abenteuer des Liebesgottes - Karl Plepelits

München

Die wunderbaren Abenteuer des Liebesgottes

Roman von KARL PLEPELITS

IMPRESSUM

© dieser Digitalausgabe 2015 by Alfred Bekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

www.alfredbekker.de

postmaster@alfredbekker.de

EDITION BÄRENKLAU, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius

Die wunderbaren Abenteuer des Liebesgottes © by Karl Plepelits und Edition Bärenklau, 2015

Cover © Nach einem Motiv von Miramiska/123RF

Der Umfang dieses Ebook entspricht 97 Taschenbuchseiten.

Die wunderbaren Abenteuer des Liebesgottes

Heitere Variationen über ein Thema von Platon

Als Liebesgott hat man‘s wahrhaftig nicht leicht. Nicht nur, dass man wegen der Eifersucht der beiden Mütter, der leiblichen und der Adoptivmutter, abwechselnd als Junge und als Mädchen auftreten muss.

Denn zwar lieben Eros (fast) alle Götter und Göttinnen, weil er so besonders hübsch ist; überdies verzaubert er alle mit seinen Späßen und erregt unter ihnen stets „unauslöschliches Gelächter. Aber einige Göttinnen gibt es, die haben der Fleischeslust abgeschworen – „verklemmte alte Jungfern nennt sie Eros‘ Mentor, der Jagdgott Ares, in deren Augen ein „verdammenswerter Wüstling". Und diese hassen Eros.

Eine dieser „verklemmten alten Jungfern ist Hera, die Gemahlin des Göttervaters Zeus, der seine Liebe dem sterblichen Knaben Ganymedes schenkt. Diesem pflanzt Eros die Liebe zu Zeus ein. Das schlägt für besagte „Jungfern dem Fass den Boden aus. Und jetzt geht es Zeus und Eros an den Kragen ...

1

Als auf dem vielgipfeligen Olymp die Göttin Aphrodite das Licht der Welt erblickte, wurde dieses glückselige Ereignis im Palast ihres Vaters Zeus mit einem Festmahl ohnegleichen gefeiert. Fast alle Unsterblichen nahmen daran teil, unter ihnen der göttliche Reichtum, nicht aber, bescheiden, wie sie ist, die göttliche Armut. Das Fest war schon zu Ende gegangen, da wagte diese sich zumindest bis zum Eingang des Palastes, um von den herausströmenden Gästen Brosamen zu erbetteln.

Bei weitem nicht so bescheiden ist der Reichtum. Er kennt kein Maß im Dünkel, kein Maß im Essen, kein Maß im Trinken. Und darum war er mittlerweile nicht nur mehr als satt, sondern auch voll des süßen Nektars. Ohne der bettelnden Armut Beachtung zu schenken, wankte er an ihr vorbei, lenkte seine Schritte in den von betäubendem Blütenduft erfüllten Garten des Zeuspalastes und warf sich hinter einer der zu Ehren des Götterkindes aufgeblühten Rosenhecken ins weiche Gras, um seinen Rausch auszuschlafen. Dort, so hoffte er, würde ihn niemand sehen.

Ihn sah jedoch die Armut. Empört über seine Hartherzigkeit und zugleich angezogen von seiner stattlichen Gestalt, war sie ihm nachgeschlichen. Sie sagte sich: Er ist reich. Ich bin arm. Ich will ein Kind von ihm. Es soll Arm und Reich ausgleichen.

Sie legte sich zu ihm, schmiegte sich an ihn. Er erwachte, spürte ihren wohlriechenden Atem, ihren weichen weiblichen Körper, enthüllte sie, enthüllte sich selbst, erkannte sie. Sie gab sich hin und wurde schwanger, und des Göttervaters Segen ruhte auf ihrem Kind.

Nun war die Armut schon mit dem göttlichen Jäger Orion verlobt. Doch er war gerecht und wollte sie nicht bloßstellen. Und so beschloss er, sich in aller Stille von ihr zu trennen. Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm Zeus im Traum und sagte: „Orion, fürchte dich nicht, die Armut als deine Frau zu dir zu nehmen. Denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Reichtum und soll dazu beitragen, Arm und Reich auszugleichen. Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Eros geben. Denn er wird der Welt die Liebe bringen." Als Orion erwachte, tat er, wie ihm Zeus befohlen hatte, und nahm die Armut zu sich. Doch erkannte er sie nicht, bis sie ihren Sohn gebar. Und er gab ihm den Namen Eros.

Da jubelten die Unsterblichen, jedenfalls die meisten, und frohlockten, weil endlich die Liebe in die Welt kommen sollte; und zum Zeichen dessen verliehen sie dem Neugeborenen ein Paar goldener Flügel. Die Liebe gab es damals ja noch nicht. Man kannte Zuneigung, Sympathie, Gewogenheit. Man kannte Sex. Liebe, nämlich süße, himmelstürmende, sinnverwirrende, Herz und Geist ergreifende Liebe ist unendlich mehr als all dies zusammen.

Das Kind wuchs heran, nahm zu an Weisheit und an Wohlgestalt und wurde so schön, dass man es leicht für ein Mädchen hätte halten können. Voller Heiterkeit und kindlichem Charme war Eros. Jung und Alt bezauberte er. Aber er war auch voller Übermut und zügelloser Spielfreude. Sein liebstes Spiel war das Bogenschießen, und da ihm nicht nur Orion, sondern auch Ares, der Gott der Jagd, als Lehrmeister beistand, hatte er es darin bald zur Meisterschaft gebracht. Und Mutter und Ziehvater hatten (neben mancherlei Kummer) ihre Freude an ihm.

Als er zwölf Jahre alt geworden war, beendete er unverhofft sein Wachstum und blieb für alle Zeiten ein verspielter, übermütiger Zwölfjähriger, erfüllt von der Weisheit eines Greises.

Dass er sein Wachstum, sein Älterwerden beendete, ist durchaus nichts Ungewöhnliches. Ungewöhnlich war der frühe Zeitpunkt. Aber dass die Unsterblichen irgendwann aufhören, älter zu werden, ist absolut die Regel. So sollte Aphrodite ihr Älterwerden mit vierundzwanzig beenden. Andere wieder erreichten ein reiferes Alter, ehe sie aufhörten, älter zu werden, so der Göttervater Zeus.

Und warum durfte Eros nicht älter werden?

2

An Aphrodites dreizehntem Geburtstag gab ihr Vater Zeus erneut ein großes Fest. Zugleich sollte nämlich ihre Verlobung mit Hephaistos, dem krummbeinigen göttlichen Schmied und Kunsthandwerker, gefeiert werden. Dass Eros eingeladen wurde, war eine Selbstverständlichkeit, nicht nur, weil er sich durch seine übermütigen Späße bei Jung und Alt so beliebt gemacht hatte, und auch nicht nur wegen seines hübschen Anblicks und seines wahrhaft betörenden Wesens, sondern vor allem, weil er als der kommende Liebesgott die Verbindung zwischen den Brautleuten segnen und festigen sollte. Und diesmal vergaß man nicht, seine Eltern, genauer, Mutter und Ziehvater, mit ihm zusammen einzuladen.

Aphrodite sah ihn jetzt zum ersten Mal und war so entzückt von ihm, dass sie in jugendlicher Unbekümmertheit spontan erklärte, ihn als Sohn adoptieren zu wollen. Zu vermuten ist zwar, dass dieser Gedanke nicht von selbst in ihr gekeimt war, sondern ihr vom Reichtum eingepflanzt wurde. Auch dieser sah ihn jetzt zum ersten Mal und war ergrimmt darüber, der Armut einen so wohlgeratenen und wohlgelittenen Sohn geschenkt zu haben. Er neidete Orion die Ehre und das Glück, ihn aufziehen zu dürfen. Jedenfalls hatte man beobachtet, wie er und Aphrodite die Köpfe zusammensteckten, bevor sie sich mit diesem Wunsch an ihren Vater wandte.

Dieser lachte zunächst wie über einen guten Scherz. Sie sei wohl noch zu jung, um als Eros' Mutter aufzutreten.

Und was wusste sie auf seinen Einwand zu erwidern?

„Oh, nichts leichter als das, liebster Papa. Lass ihn doch ganz einfach sein Wachstum jetzt schon beenden, und meines beendest du, wenn ich doppelt so alt bin."

Und da Zeus seiner liebreizenden Tochter noch nie einen Wunsch hatte abschlagen können, willigte er nach einigem Zögern ein.

Sie sprang auf, stürzte auf Eros zu und sprach die geflügelten Worte: „Du bist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe."

Und sie drückte ihm einen feierlichen Kuss auf die Lippen. Damit nicht genug, erklärte sie feierlich, mit ihrem Adoptivsohn zusammenarbeiten und wie er für die Liebe zuständig sein zu wollen.

Begeisterter Applaus brach los und wollte, so schien es, nicht mehr enden.

Sie haben das Ende dieser Vorschau erreicht. Registrieren Sie sich, um mehr zu lesen!
Seite 1 von 1

Rezensionen

Was die anderen über Die wunderbaren Abenteuer des Liebesgottes denken

0
0 Bewertungen / 0 Rezensionen
Wie hat es Ihnen gefallen?
Bewertung: 0 von 5 Sternen

Leser-Rezensionen