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Dark Pleasure – Von ihm gefesselt

Dark Pleasure – Von ihm gefesselt

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Dark Pleasure – Von ihm gefesselt

Länge:
275 Seiten
2 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
May 31, 2019
ISBN:
9783739680811
Format:
Buch

Beschreibung

Eine zweitklassige Horrorschauspielerin. Ein geheimnisvoller Verehrer. Eine Entführung.

Als Horrordarstellerin in B-Movies und Klassikern wie "Octopussys des Grauens", "Die Werwolfmumie" und "Zombiefrühstück" wurde ich zwar von den Fans geliebt, doch das große Geld verdiente ich damit nicht. Da mein Text außerdem nur aus Schreien und röchelndem Sterben bestand, war mein Job keine Herausforderung.
Mein trister Alltag langweilte mich – bis ich Mason in einem Chatroom traf. Er bot mir eine willkommene Zuflucht mit seinen heißen Sexfantasien und wilden E-Mails.

Vermutlich hätte ich ihm keine Videos von meiner Pussy schicken sollen.
Vermutlich hätte er mich nicht entführen dürfen, um mich zu seiner perfekten Sexsklavin zu erziehen.
Vermutlich sollten mich seine Berührungen unter solchen Umständen nicht erregen - oder?

Dark Romance. Düstere Themen. Eindeutige Szenen. Deutliche Sprache. In sich abgeschlossen.
Herausgeber:
Freigegeben:
May 31, 2019
ISBN:
9783739680811
Format:
Buch

Über den Autor


Buchvorschau

Dark Pleasure – Von ihm gefesselt - Mia Kingsley

Mia

Kapitel 1

Dark

Ich legte den Kopf in den Nacken und saugte gierig die kalte Nachtluft ein. Es war das erste Mal seit 4 037 Tagen, dass ich außerhalb des Kentucky-State-Gefängnisses war.

Zwei weitere tiefe Atemzüge gönnte ich mir, bevor ich den Dodge auf dem Parkplatz suchte. Es würde nicht lange dauern, bis auffiel, dass Phillips nicht von seinem üblichen Rundgang zurückgekehrt war, weil ich ihn bewusstlos geschlagen hatte, wie wir es vereinbart hatten. 256 Tage hatte ich mit der Planung des Ausbruchs zugebracht. Trotzdem konnte ich noch nicht glauben, dass ich wirklich draußen war.

Jeden Abend vor dem Schlafengehen hatte ich darüber nachgedacht, was ich als Erstes machen würde, wenn ich wieder draußen war. Einen richtigen Burger essen vielleicht oder eine Nutte besuchen – aber stattdessen kreiste mein ganzes Denken um die Schlampe, die mich hinter Gitter gebracht hatte.

Ich wollte sie finden und töten, nachdem sie ordentlich bereut hatte, was sie getan hatte. Mehr als 11 Jahre meines Lebens hatte sie mich gekostet, weil ich auf ihre großen, wunderhübschen Augen hereingefallen war.

Jede Nacht hatte ich diese Augen vor mir gesehen, wenn ich die Lider gesenkt hatte, um zu schlafen. Bald hatte ich an nichts anderes mehr denken können, als aus diesem Loch rauszukommen, sie zu finden und zuzusehen, wenn das Lebenslicht in ihren Augen erlosch.

Mein Zellenkamerad hatte mir einmal zu oft gesagt, dass ich besessen von ihr war. Nachdem ich mit ihm fertig war, hatte er gar nichts mehr gesagt, und ich bekam endlich meine eigene Zelle.

Ob ihr Haar noch genauso roch wie früher? Ob sie stark gealtert war?

Der Dodge war ein relativ neues Modell und ließ sich mit der Fernbedienung öffnen, die ich Phillips abgenommen hatte. Sogar die Scheinwerfer gingen an. War das neue Technik oder hatten das die Autos schon damals gemacht, als ich in den Knast gekommen war? Ich wusste es nicht – aber ich hatte auch noch nie so einen schönen, neuen Wagen besessen.

Das Innere roch nach Leder und ich stellte den Rückspiegel ein. Shit. Die Falten in meinen Augenwinkeln waren verdammt tief, meine Wangen juckten und brannten, weil ich mich zum ersten Mal seit Jahren wieder rasiert hatte. Das Gefängnis war mir nicht gut bekommen.

Nur der Gedanke, es der Bitch irgendwann heimzahlen zu können, hielt mich am Leben. Ich startete den Wagen und freute mich über das satte Brummen. Der Tank war voll und bis Sullivan waren es vierzig Meilen. Ich klappte das Handschuhfach auf und fand die versprochene Pistole.

Als das Auto vom Parkplatz rollte, kam es mir fast zu leicht vor.

Mit einem Grinsen dachte ich: Baby, ich komme.

Kapitel 2

Pleasure

Zarte Finger liebkosten meinen Nacken, strichen über meine Schläfen, hinunter über die Wange, bis sie meine Unterlippe berührten und mich weckten.

Als ich meine Augen öffnete, erwartete ich, sein Gesicht und sein verführerisches Lächeln vor mir zu sehen. Stattdessen starrte ich in die unbarmherzige Neonröhre, die an der Decke des Trailers flackerte.

Erschrocken richtete ich mich auf, meine Halswirbelsäule knackte mit lautem Protest. Schon wieder war ich während der Drehpause mit einem heißen Tagtraum eingeschlafen, statt mich mit dem Skript zu beschäftigen. Aber wem machte ich etwas vor? Meine Rolle in dem drittklassigen Horrorfilm war nicht so fordernd, dass ich meinen Text hätte noch einmal lesen müssen. Ich musste im Grunde nur schreien, sobald das Kunstblut spritzte.

Verlegen presste ich meine Schenkel zusammen und ignorierte das heiße Pulsieren. Vielleicht würde ich gleich eine kleine Pause einlegen, mich auf die Damentoilette schleichen und …

»Grace, kommst du heute Abend mit?«, fragte Jeanie quer durch den Raum.

Zusammen mit ihr musterte mich die gesamte Mädelsclique, als würde ihr Glück von meiner Entscheidung abhängen. Es war Freitag, und wie jedes Wochenende würden die Schauspielerinnen ihr Bestes geben, um sich gegenseitig unter den Tisch zu trinken, One-Night-Stands zu haben, für die sie sich am Montag schämen würden, und dann den Rest der Woche jammerten, dass das Wochenende viel zu schnell herumging. Diejenigen, die noch Hoffnung hatten, glaubten, dass sie vielleicht dabei einen vielversprechenden Produzenten trafen, der ihnen zu einer neuen Rolle verhalf – oder dem langersehnten Durchbruch. Diese Närrinnen.

Ich schob meine Brille – eine Requisite – nach oben und kniff die Augen angestrengt zusammen. »Leider kann ich nicht, aber danke.«

Unter meinem grauen Pullover wurde mir warm, während ich betete, dass sie nicht weiter nachfragte. Das Kunstblut klebte unangenehm auf meiner Haut, und auch der Schlamm sorgte nicht dafür, dass ich mich besser fühlte.

»Weißt du, Grace, du bist seit zwei Jahren Single. Wenn du dich weiterhin ständig weigerst, mit uns zu gehen, werden daraus schnell zwanzig.« Jeanie fixierte mich wie ein Schakal, während mir die Röte in die Wangen stieg. Warum ließ sie mich nicht einfach in Ruhe?

Dank ihr wusste jetzt das ganze Set von meiner Flaute. Am liebsten hätte ich meinen heißen Lockenstab nach ihr geworfen. Stattdessen schob ich erneut die Brille meine Nase hoch. »Bedaure«, murmelte ich, bevor ich meinen Blick wieder auf das Skript heftete.

Als ich erwachte, konnte ich nichts sehen. Es war für gewöhnlich dunkel in meinem Schlafzimmer, aber nicht dermaßen finster. Erst als ich die Hand hob und über mein Gesicht strich, bemerkte ich, dass meine Augen verbunden waren.

Mein Herz begann zu rasen, noch bevor ein herber Duft meine Nase kitzelte. Es war so lange her, dass ich männlichen Besuch in meinem Haus gehabt hatte – ich konnte es mir unmöglich nur einbilden. Panik flackerte in mir auf.

Doch ehe ich etwas unternehmen konnte, umfasste jemand meine Arme mit festem Griff und führte sie nach oben über meinen Kopf. Weiches Material legte sich um meine Handgelenke, und plötzlich war ich außerstande, sie zu bewegen.

Ein leises Wimmern stieg in meiner Kehle auf, als auch meine Beine gefesselt wurden. Im Gegensatz zu meinen Armen waren sie weit gespreizt, und ich erschrak, als ich einen kühlen Lufthauch an meiner entblößten Pussy spürte.

Wer war in meinem Schlafzimmer und was hatte er mit mir vor? Aus der Kraft des Griffs, der mich gehalten hat, schloss ich, dass es ein Mann sein musste. Ein Mann, vor dessen Nase ich nun nackt und gefesselt lag.

Der Gedanke schickte einen eiskalten Schauer über meinen Rücken, und ich öffnete den Mund, um zu schreien.

»Sch! Nicht!«, wisperte eine Stimme so dicht an meinem Ohr, dass ich den heißen Atem spüren konnte. »Niemand kann dich hören.« Eine Hand legte sich über meine Lippen, erstickte jeden Protest im Keim.

Vermutlich hätte ich wahnsinnig werden müssen vor Angst, doch die ruhige Stimme färbte auf mich ab. Trotzdem unternahm ich einen Versuch und zerrte an den Fesseln, wand mich auf dem Bett.

Beobachtete er mich? Erregte es ihn, wie ich hier zappelte?

Seine Hand verschwand, und gerade, als ich durchatmen wollte, ersetzte er sie durch seine Lippen. Der Kuss war wild und leidenschaftlich, fühlte sich auf eine merkwürdige Art vertraut an.

Als er auf mich kletterte, um mich mit seinem Körper zum Stillhalten zu zwingen, spürte ich seine Erektion. Hart drückte sie gegen meinen Schenkel und meine Gegenwehr erstarb. Stattdessen nahm ich zum ersten Mal wahr, wie erregt ich war.

Meine Möse zog sich immer wieder krampfartig zusammen, gierte danach, ausgefüllt zu werden. Ich wusste, dass ich nass und bereit war. Aber ich würde eher sterben, als es zuzugeben.

Ich tröstete mich mit dem Gedanken, dass es nur ein Traum war.

Trotzdem fühlte es sich vollkommen realistisch an, als er zwei Finger in meine hungrige Fotze schob und mich stimulierte. Überrascht bäumte ich mich auf, hörte beschämt mein eigenes Stöhnen. Bis zum Anschlag hatte er sie hineingeschoben und drehte sie langsam vor und zurück, erkundete jeden Millimeter von mir.

Ich zuckte, wollte ihm mein Becken entgegenheben, doch meine Scham hielt mich zurück. Sollte ich diese Art der Behandlung wirklich genießen?

Immer schneller bewegte er seine Finger vor und zurück, bis ich wimmerte. Umso überraschter war ich, als er verschwand. Sofort wünschte ich seine Berührung zurück.

Er umfasste meinen Unterkiefer, drückte zu, bis ich meinen Mund aufsperrte. Als ich meinen eigenen Geschmack kostete, wusste ich, dass er dabei zusehen wollte, wie ich meinen eigenen Saft von seinem Finger leckte. Brav tat ich es, ließ keinen Knöchel aus.

Seine Hände fanden meine Brüste, kneteten sie fest. Ich bog den Rücken durch und keuchte, als er immer brutaler wurde. Das Bett sank zwischen meinen Beinen ein, und ich schrie auf, als ich das vertraute Gefühl einer Eichel spürte, die über meinen pochenden Kitzler rieb.

Gott – es war so lange her! Zu lange!

Er hatte meine Hüften gepackt und zwang mich, stillzuhalten, während seine lange Härte immer wieder über meine Spalte fuhr. Sein Schwanz musste längst mit meinem Saft überzogen sein.

»Gedulde dich, meine Schöne. Du gibst hier nicht das Tempo vor.« Er drückte mich nach unten und folterte mich weiter mit den unbefriedigenden Berührungen. Das Brennen meines Unterleibs trieb mich fast in den Wahnsinn.

Warum fickte er mich nicht endlich?

Seine Finger umkreisten meine Nippel, bis er so fest hineinkniff, dass ich aufschrie. Weiße Lichter explodierten hinter meinen Lidern. Ich schnappte nach Luft, strampelte mich frei.

Schweißgebadet richtete ich mich im Bett auf, das fahle Mondlicht fiel durch den schmalen Spalt zwischen den Vorhängen und tauchte das Schlafzimmer in gespenstisches Licht.

Ich konnte nichts erkennen und tastete nach der Nachttischlampe. Das schwarze Männerunterhemd, das ich stets nachts trug, war hochgerutscht und enthüllte meine rosafarbenen Brustwarzen, die wie kleine Kiesel zusammengezogen waren. Meine Brüste spannten, und als ich mich zurücklehnte, bemerkte ich, dass mein Höschen feucht war.

Schon wieder einer dieser unglaublich lebhaften, erotischen Träume, die mich verwirrt und aufgegeilt zurückließen.

Ich musste mir wirklich abgewöhnen, abends so lang mit Mason zu chatten. Unruhig rutschte ich auf dem Bett umher. Wenn das so weiterging, musste ich vielleicht doch auf sein Angebot eingehen, ihn zu treffen.

Vor etwas über zwei Jahren hatte ich ihn in einem erotischen Chat kennengelernt. Obwohl meine Kollegen mich für ein spießiges Mäuschen hielten, besaß ich eine sehr dunkle, sehr abartige Fantasie.

Mason hatte es schnell geschafft, meine Abgründe zu erforschen und mir jede noch so kleine Perversion zu entlocken. Zuerst hatten wir uns vollkommen normal unterhalten und langweiligen Cybersex gehabt, bis er plötzlich vermutete, dass mir das möglicherweise nicht genug war.

Am nächsten Tag fand ich eine erotische Fantasie in meinem E-Mail-Postfach, in der er sehr eindringlich beschrieb, was er mit mir tun würde, wenn er nachts in mein Haus einbrechen und mich nackt auf dem Bett finden würde. Ich hatte mich mit einer ähnlich heißen Schilderung revanchiert und unser Spielchen hatte seinen Lauf genommen.

Vor sechs Monaten hatte mich der Übermut gepackt, und nachdem ich allein eine billige Flasche Rotwein vom Pizza-Lieferdienst geleert hatte, war mir eine Idee gekommen.

Ich hatte das Licht im Schlafzimmer gedimmt, mir Masons letzte Nachricht ausgedruckt und hatte ein kleines versautes Filmchen für ihn gedreht.

Im Grunde war nur meine nasse Fotze zu sehen gewesen. Ich hatte mit gedämpfter Stimme seine Geschichte gelesen und dazu masturbiert. Bevor ich es mir anders überlegen konnte, hatte ich die Aufnahme abgeschickt und ängstlich seine Antwort abgewartet.

Diese bestand aus einer noch heißeren Fantasie und ich drehte ein noch heißeres Video. Obwohl Mason nicht mein Gesicht kannte und mich stets nur »Schöne« nannte, wusste er ziemlich genau, wie meine Pussy und mein Anus aussahen.

Unwillig wälzte ich mich auf die Seite und rieb mir über das verschwitzte Gesicht. Als ich versuchte, die Uhrzeit auf meinem Wecker zu erkennen, fiel mein Blick auf meine Handgelenke.

Ich zwinkerte mehrfach, doch die deutlich sichtbaren Abdrücke der Fesseln wollten einfach nicht verschwinden.

Eine Gänsehaut, wie ich sie noch nie hatte, kroch über meinen Rücken. Während ich meine Finger in das Bettlaken krallte, starrte ich ins Dunkle meines Schlafzimmers. In jedem Schatten lauerte mit einem Mal Gefahr.

War er hier? War Mason tatsächlich in mein Haus eingebrochen und hatte mich gefesselt?

Nein. Das war absurd. Das hätte ich doch gemerkt und wäre wach geworden – oder?

Eine ganze Weile hockte ich zitternd auf dem Bett, bevor ich schließlich aufstand und alle Zimmer durchsuchte. Mein Magen war zu einem harten Klumpen verkrampft, meine Beine zitterten und mein Puls jagte wie verrückt.

Ich fand die Hintertür unverschlossen vor, dabei war ich mir sicher, sie vor dem Zubettgehen abgeschlossen zu haben. Mit einem Schaudern drehte ich den Schlüssel um, zog ihn ab und verstaute ihn in der Küchenschublade, bevor ich wieder ins Bett krabbelte.

Statt zu schlafen, lauschte und starrte ich in die Dunkelheit, bis die Dämmerung einsetzte.

Kapitel 3

Dark

Frustriert hängte ich den Hörer ein. Dann entschied ich mich anders, hob ihn wieder ab und schmetterte ihn so oft, wie ich konnte, gegen den Metallkörper des Telefons. Irgendwann splitterte der Hörer mit einem befriedigenden Knacken.

Doch das beruhigende Gefühl hielt nicht lange an.

Ich konnte die Bitch nicht finden. Seit Tagen strich ich durch die Stadt, dabei wurde mein Aufenthalt hier langsam heiß, denn mein Ausbruch war nicht unbemerkt geblieben. Doch egal, wen ich anrief, keiner hatte sie gesehen oder wusste, wo sie war.

Die frischeste Spur war acht Jahre alt. Ich widerstand dem Impuls, meine Faust so lange gegen den Apparat zu schmettern, bis meine Wut verrauchte. Verdammte Scheiße!

Genervt ließ ich den Hörer fallen und verließ die Telefonzelle. Meine Nasenlöcher blähten sich auf, als ich tief einatmete.

Eine der Nutten, die hier am Straßenrand entlanglief, kam näher und schenkte mir ein Lächeln, das ihre schlechten Zähne enthüllte.

»Na, Süßer«, gurrte sie und legte eine Hand auf meinen Arm. Offensichtlich gefiel ihr mein Bizeps, denn sie drückte ihn und spitzte die Lippen. »Ganz allein hier unterwegs?«

»Mhm.«

»Wir könnten uns die Zeit ja ein bisschen gemeinsam vertreiben«, schlug sie vor und streichelte weiter meinen Arm.

Ich beäugte ihre Handtasche. Vermutlich hatte sie ein bisschen Geld dabei, vielleicht sogar ein paar Drogen. Für ein paar Stunden von der Straße zu verschwinden, konnte bestimmt nicht schaden – bis ich einen neuen Plan hatte, der mich näher an meine Rache brachte.

Wenn wir erst mal im Hotel waren, konnte ich bestimmt darüber hinwegsehen, dass sie nicht mein Typ und viel zu alt war. Auf der anderen Seite war ich nicht wählerisch, weil ich schon ewig keine Pussy mehr gehabt hatte. Als wäre ich unschlüssig, hakte ich die Daumen in meine Hosentaschen und wippte auf meinen Füßen vor und zurück. »Keine Ahnung. Kennst du denn ein nettes Plätzchen?«

Ein Funke glomm in ihren Augen auf. Sie witterte Geld und war sich sicher, den Fisch an der Angel zu haben. »Klar. Die Straße runter gibt es ein Hotel, in dem noch auf Privatsphäre geachtet wird. Keine Kamera, nur Cash und dem Besitzer ist alles scheißegal.«

»Klingt gut.«

Das war glatt untertrieben, das klang exzellent. Hoffentlich war das Ding halbwegs sauber, denn ich wollte die Nacht dort verbringen. Allein. Aber das musste ich ihr nicht sagen.

Unbeholfen nestelte ich an meiner Hosentasche und zog mein letztes Geld hervor. Ich gab mich schüchtern und tollpatschig, sie sollte sich immerhin sicher bei mir fühlen und mir nicht mit der alten Ich-ruf-nur-kurz-eine-Freundin-an-Nummer kommen. »Reicht das fürs Zimmer?«

»Klar.« Hastig griff sie nach dem Geld und stöckelte in den billigen weißen Lederstiefeln voraus. Ich setzte meine Kapuze auf und folgte ihr. Die Hälfte der Scheine steckte sie in ihre Tasche, aber das machte nichts – ich würde es ja gleich schon wiederbekommen.

Kapitel 4

Pleasure

Die Scheinwerfer glitten über den roten Teppich, und ich lächelte brav, obwohl das Blitzlichtgewitter in meinen Augen schmerzte. Aber das war nur ein weiteres Schmerz-Häppchen, das ich ertragen musste. Meine Füße steckten in engen High Heels, meine Wangen fühlten sich verkrampft an und aufgrund des engen Korsetts konnte ich kaum atmen. Der Preis für zehn Minuten Ruhm. Außerdem war es verdammt kalt, weil die Sonne schon lange untergegangen war.

Die Premiere eines Horrorfilms musste eben stilecht nach Einbruch der Dunkelheit erfolgen. Samuel, der Regisseur, hielt sich neben mir, seine Hand lag wie ein Fremdkörper auf meinem Rücken.

Aus Prestigegründen und um die Gerüchteküche anzuheizen, gaben wir uns seit exakt zweiundzwanzig Minuten als Liebespaar aus. In winzigen Trippelschritten bewegte ich mich von Mikrofon zu Mikrofon und flötete die auswendig gelernten Antworten für jeden, der sie hören wollte.

Der Film Demon Lady war vielversprechend und hatte das Potenzial, ein echter Klassiker unter den B-Movie-Horrorfilmen zu werden, trotzdem wollte in mir keine Feierstimmung aufkommen. Ich hasste dieses immer wiederkehrende Spektakel – dafür hatte ich es einfach schon zu oft mitgemacht. Mir war der Enthusiasmus der neuen Kolleginnen abhandengekommen.

Außerdem machte ich mir Sorgen darum, weil ich noch nicht bezahlt worden war. Das Geld hätte Anfang letzter Woche schon da sein müssen, trotzdem war ich ständig vertröstet worden. Dabei hatte ich mir sogar etwas dazuverdient, indem ich beim Schnitt und Nachvertonen geholfen hatte.

Einer der Scheinwerfer bewegte sich und strahlte mir direkt in die Augen, für einen Moment war ich absolut geblendet. Die Menge vor mir verschwamm zu einer schwarzen Masse, die auch direkt aus dem Alien-Invasion-Film hätte stammen können, in dem ich vor zwei Jahren mitgespielt hatte.

Zu sagen, dass ich eine Berühmtheit war, wäre übertrieben, aber in der Nische der B-Movies kannte man mich durchaus. Deswegen überraschte es mich nicht, dass der Bürgersteig mit Schaulustigen gefüllt war.

Manchmal stellte ich mir vor, dass Mason dort auf mich wartete und über mich herfiel, wenn ich nach der Vorstellung alleine nach Hause ging.

Samuel schob mich weiter und riss mich damit aus meinen Träumereien. »Wir müssen reingehen.«

»Ein Kuss! Gebt uns einen Kuss!«, rief einer der Reporter und zustimmendes Gejubel wurde laut. Ich lächelte abwehrend und hob die Hand, doch Samuel schien wesentlich weniger Hemmungen

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