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Bruder Martin und Teufel Luther: Die Geschichte einer Wende
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eBook92 Seiten1 Stunde

Bruder Martin und Teufel Luther: Die Geschichte einer Wende

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Über dieses E-Book

Dieses Drama schildert die Tage, die das alte Europa völlig verändern sollten. Martin Luthers Erscheinen und Auftreten vor dem Wormser Reichstag im April 1521.  Im Zentrum des Stückes stehen die politischen Folgen der theologischen Kritik Luthers und seiner Verbündeten. Die Äußerungen Luthers und seiner Gegner werden im Kontext heutiger politischer Umstände und Herausforderungen betrachtet und gewertet. 
SpracheDeutsch
HerausgeberBookRix
Erscheinungsdatum15. Nov. 2017
ISBN9783743841048
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    Buchvorschau

    Bruder Martin und Teufel Luther - Frank Tenner

    München

    1. Aufzug

                                                                Bruder Martin und Teufel Luther

                                                             DRAMA in zwei Aufzügen  von  Frank Tenner

                                                                                1. Auflage 2017

                                                               Published and Copyright by Frank Tenner

                                                                            www.frank-tenner.net

    Die Handlung dieses Theaterstückes ist fiktiv, beruht aber auf den überlieferten Geschehnissen in Worms. Die im Stück vorkommenden Personen sind den realen Protagonisten nachempfunden. Fast alle Luther-Äußerungen sind nachweislich aus seinem Mund oder seiner Feder.

    Akteure

    Martin Luther, Professor in Wittenberg und Kirchenkritiker

    Nikolaus von Amsdorf, Freund und Vertrauter Luthers

    Georg Spalatin, Sekretär Friedrich des Weisen, Freund Luthers

    Hieronymus Aleander, Gesandter des Papstes, Sonderinquisitor

    Kurfürst Friedrich der Weise, Landesherr Luthers

    Karl V., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches

    Jean Glapion, Beichtvater des Kaisers

    Johann von Eck, Sekretär und Verhörführer

    Herzog Georg von Sachsen, Gegenreformator

    Hans, Herbergsvater

    Elisabeth, seine Tochter

    Ulrich von Hutten, Dichter und Ritter

    Katharina von Bora, eine entlaufene Nonne

    Eine geheimnisvolle Maskierte

    Ein geheimnisvoller Maskierter

    Erster Bürger und Zweiter Bürger

    Kaspar Sturm, kaiserlicher Herold

    Ein Dominikanermönch, Bote des Papstes

    Erster Mönch und Zweiter Mönch

    Erster Ritter und Zweiter Ritter

    Erster Sekretär Aleanders

    Fritz, Hofnarr Friedrich des Weisen

    Fürsten, Bischöfe, Ritter, Bürger, Sekretäre, Gardisten

    Worms im April 1521 

                       1.AUFZUG

    SZENE

    Herrlicher Frühlingstag. Auf einem Feldweg. Ein zweirädriger Pferdewagen, auf dem zwei Mönche sitzen, begleitet von einigen Bewaffneten. Einer der Mönche steigt vom Wagen.

    Luther: Herr Sturm, lasst uns bitte noch einmal rasten!

    Sturm: Herr Luther, die Spitzen des Domes sind schon sichtbar. In weniger als zwei Stunden haben wir Worms erreicht.

    Luther: Ich weiß. Aber so eilig dürfte es der Scheiterhaufen nicht haben. Der brennt auch morgen noch.

    Sturm: Ihr habt den Geleitbrief des Kaisers. Er ist ein Ehrenmann. Euch wird nichts geschehen. Und Ihr habt viele Freunde in Worms, die auf Euch achten werden. Außerdem denkt an die unzähligen Bürger, die Euch auf dem Weg hierher begrüßt und gefeiert haben. Kein Römer oder Spanier oder Franzmann kann das deutsche Volk ignorieren. Aber - wenn Ihr noch eine Rast einlegen möchtet, gut. Wir können und werden warten.

    Gibt seinen Männern ein Zeichen. Diese setzen sich ins Gras. Luther betrachtet die Feldblumen, geht dann zum Wagen und entnimmt einem Proviantbeutel einen Apfel. Betrachtet diesen intensiv. Der andere Mönch gesellt sich zu ihm.

    Amsdorf: Noch ist es Zeit umzukehren, Martin. Die Teufel warten sicher schon in Worms auf dich.

    Luther: Wenn der Kaiser ruft, ist dies, als ob mich Gott selber rufen würde. Ich habe diesem Rufe Folge zu leisten. Ich werde Worms betreten und seien dort so viele Teufel, wie Ziegel auf den Dächern. Wir wollen dort einziehen allen Pforten der Hölle und den Mächten der Lust zum Trotz. Bin ich erst da, wollen wir sehen, was zu tun ist, dass wird den Satan nicht etwa aufblähen, wir wollen ihn vielmehr schrecken und verachten.

    Amsdorf: Woher nimmst du nur deine Kraft und deinen Mut? Du musst doch

    Angst haben?

    Luther: Ich habe Angst. Wie du weißt, hat ein jeglicher Christenmensch eine zweifache Natur: eine körperliche und eine geistige. Mein Körper ist schwach und die Haut blass vor Angst. Aber mein Geist steht über der Angst. Und es ist jetzt nicht die Zeit sich zu fürchten, sondern laut zu rufen, wo immer unser Heiland verraten wird!

    Amsdorf: Was würdest du tun, wenn du sicher wärst, dass man dich morgen in Worms verbrennen würde?

    Luther: Selbst wenn morgen die ganze Welt verbrennen würde, ich würde heute noch ein Apfelbäumchen wie dieses hier pflanzen. Die Schöpfung ist unvergänglich. Und sie zu ehren heißt, über den Tod hinaus zuschauen. Siehst du die bunten Feldblumen? Ist es nicht ein Wunder? Auf diesem dürren Erdreich so grüne, gelbe, blaue, braune Farben. Selbst Meister Cranach könnte diese Farben nicht so strahlend auf seine Leinwand zaubern. Gott ist der vollkommene Künstler.(Beißt in den Apfel und kaut genüsslich) Und nehme ich einen Kern dieses Apfels und gebe ihn ins Erdreich, verwandelt er sich allzu bald in ein Pflänzchen und wird zu einem Baum. Wer dieses Wunder sieht und nicht an die Schöpfung glaubt, der muss blind sein.

    Amsdorf: Du hast sicher recht. Aber unser Glaube an die Schöpfung bannt nicht die Gefahr, in die du dich begibst. Wenn du den Tod auch gering achtest, du solltest an deine Freunde und Anhänger denken. Alle brauchen dich. Das einfache Volk braucht einen Führer.

    Luther: Einmal muss doch gestorben werden. Die meisten machen zu viel Aufhebens davon. Und besser für eine heilige Sache gewaltsam sterben, als an einem Darmverschluss im Bette verenden. Wenn ich zu Grunde gehe, wird von der Welt nichts verloren gehen. Meine Freunde in Wittenberg haben Gott Lob schon so viel gelernt, dass sie meiner nicht mehr bedürfen.

    Amsdorf: Nein, du bist Herz und Kopf der Reformbewegung. Wir brauchen dich, als geistigen Führer und auch als Freund.

    Luther: Danke Nikolaus. Als Freund vielleicht, aber als Führer braucht Ihr nur das Wort Gottes.

    Amsdorf: Ich werde beten, dass du uns erhalten bleibst. Und viele mit mir. Ich weiß, du hast andere Dinge im Kopf. Aber eines liegt mir noch sehr am Herzen. Die Schwester unseres alten Kaplans hat einen Sohn ohne Arme geboren. Sie ist verzweifelt und unser alter Freund mit ihr. Er hat mir geschrieben und erwartet deinen Rat.

    Luther: Armer Mann. Eine große Herausforderung. Aber es ist offensichtlich: ein Werk des Teufels. Die Schwester soll ihn ins Wasser bringen.  Gott wird ihr ein neues, ein gesundes Kind schenken.

    Amsdorf: Sie wird es verstehen. Und deinem weisen Rat Folge leisten. Der Glaube wird ihr die nötige Kraft verleihen, das Geschöpf des Teufels zu entfernen.

    Luther: Ich werde für sie beten.

    Kniet auf dem Feld nieder und betet. Luther schaut andächtig in die Sonne. Geht dann zurück zum Wagen und steigt auf.

    Sturm: Erhebt Euch, Männer. Aufsitzen und im Trab nach Worms. Je eher wir dort sind, je eher können wir uns an einem kühlen Bier laben.

    2. SZENE

    Ein Gesandter des Papstes, in Dominikanerkutte und mit der üblichen Tonsur, betritt den Raum. Aleander steht sinnend am Fenster, dreht sich um.

    Mönch: Eure Exzellenz. Ich habe eine Botschaft des Papstes.

    Aleander: Sprecht!

    Mönch: Der Heilige Vater hat nach einem Gespräch mit seinen treuesten Kardinälen seine Auffassung bekräftigt, dass Luther ein verstockter Ketzer sei. Ihr habt die Vollmacht, diesen Sohn der Bosheit und seine Gefolgsleute zu unterdrücken, ihn gefangen zu setzen, auch mit der höchsten Strafe zu belegen und der weltlichen Gerichtsbarkeit zu übergeben. Ihr sollt mit allen Mittel

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