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Ist es denn wirklich Krebs?: Arztroman

Ist es denn wirklich Krebs?: Arztroman

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Ist es denn wirklich Krebs?: Arztroman

Länge:
134 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
8. Nov. 2017
ISBN:
9783743836563
Format:
Buch

Beschreibung

Arztroman von Glenn Stirling
 
Der Umfang dieses Buchs entspricht 125 Taschenbuchseiten.
 
Eva fühlt sich von ihrem Mann, einem weltweit bekannten Fotojournalisten, alleingelassen und weiß mit sich selbst nichts anzufangen. Doch dann erhält sie eine schreckliche Diagnose: Es könnte sich um Brustkrebs handeln. Die sensible Frau geht durch alle Tiefen der Angst, bis ihr Mann endlich wieder an ihrer Seite ist und gemeinsam den Kampf mit ihr aufnehmen will.
 
Herausgeber:
Freigegeben:
8. Nov. 2017
ISBN:
9783743836563
Format:
Buch

Über den Autor


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Ist es denn wirklich Krebs? - Glenn Stirling

München

Ist es denn wirklich Krebs?

Arztroman von Glenn Stirling

Der Umfang dieses Buchs entspricht 125 Taschenbuchseiten.

Eva fühlt sich von ihrem Mann, einem weltweit bekannten Fotojournalisten, alleingelassen und weiß mit sich selbst nichts anzufangen. Doch dann erhält sie eine schreckliche Diagnose: Es könnte sich um Brustkrebs handeln. Die sensible Frau geht durch alle Tiefen der Angst, bis ihr Mann endlich wieder an ihrer Seite ist und gemeinsam den Kampf mit ihr aufnehmen will.

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker.

© by Author

© dieser Ausgabe 2017 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

1

Eva Hoesch presste die Stirn an die kühle Scheibe und starrte aus glanzlosen Augen auf ihren herrlichen Garten. Die bunte Zauberwelt der Blumen sah sie nicht. Es war, als blicke sie durch alles hindurch. Der sonnige Tag konnte sie nicht aus dem Zimmer locken. Ihr hübsches Gesicht wirkte verzweifelt. Das an sich so schöne, dunkelblonde Haar machte einen ungepflegten Eindruck. Obgleich es schon früher Nachmittag war, befand sich Eva Hoesch noch im Morgenrock. Sie hatte auch keine Lust, daran etwas zu ändern.

Sie blickte zum Tor hin. Durch die Gitter des Tores konnte sie die Straße sehen. Kinder spielten da draußen, lachten. Sie hörte das Gelächter und die schrillen Rufe bis hierher in den Raum. Zwei Frauen gingen vorbei. Die eine schob einen Kinderwagen. Aber es war, als sähe Eva Hoesch all das wie auf einer Bühne. Es bedeutete ihr nichts. Sie gehörte nicht dazu. Sie lebte hier in diesem Haus und in diesem Garten wie auf einer Insel; eine Insel, die sich inmitten eines Dorfes befand, das eine andere Welt als die darstellte, aus der Eva Hoesch gekommen war.

Die Einsamkeit brachte Eva Hoesch zur Verzweiflung.

Sie trat einen Schritt zur Seite, wandte sich um und blickte in den Spiegel, der dort stand. Sie versuchte zu lächeln, streckte sich dann in einer Geste des Übermuts die Zunge heraus, aber es machte sie nicht fröhlicher, sondern eher traurig. Dann ließ sie ihren Blick im Zimmer umherschweifen. Es war schön eingerichtet, gut und teuer. Ewald hatte nicht gespart. Das ganze Haus war so. Es fehlte nichts. Wirklich nichts?

„Alles fehlt mir", murmelte Eva. „Ich bin allein, immerzu allein und hier auf dem Lande. Die Menschen verstehe ich nicht, und sie verstehen mich nicht. Ich bin anders als sie. Ich habe niemanden. Natürlich, ich hab‘ den kleinen Wagen und könnte in die Stadt fahren. Das sagt Ewald ja immer. Aber auch dort ist die Zeit weitergegangen. Ich bräuchte eine Freundin, einen Freund, mit dem ich sprechen kann. Stattdessen hocke ich hier alleine herum.‟

Resignierend trat sie wieder ans Fenster, blickte hinaus ... Und da sah sie den Wagen. Sie hätte ihn unter Hunderten wiedererkannt. Es war Beates Wagen. Er hielt direkt vor dem Tor. Ein Irrtum war ausgeschlossen. Die Frau, die ausstieg, die in ihrem weißen Sommerkleid mit den dunklen Punkten, mit schwingendem Schritt auf das Tor zuging, deren blondes Haar im Wind wehte, das war Beate.

Sie muss jetzt dreißig sein, dachte Eva. Natürlich, ich bin neunundzwanzig, sie ist dreißig. Und mit einem Male war Eva so voll Freude und Begeisterung über diesen Besuch erfüllt, dass sie wieder in den Spiegel blickte, entsetzt sah, dass sie weder ihr Haar gekämmt, noch sich angekleidet hatte. Um Himmels Willen, dachte sie, aber ich kann mich jetzt nicht erst noch anziehen, ich muss sie erst mal hereinlassen. Und schon stürmte sie zur Tür. In diesem Augenblick schlug der Gong an. Sie öffnete sofort. Und draußen stand Beate in ihrer herben Schönheit, oder, wie Ewald immer sagte, die Schönheit einer Intelligenzbestie.

Aber Eva dachte jetzt nicht mehr an Ewalds spöttische Bezeichnung, sondern breitete die Arme aus und rief jubelnd: „Wie herrlich, dass du einmal gekommen bist, Beate!"

Dann lagen sie sich in den Armen. Eva roch das Parfüm ihrer langjährigen Freundin und spürte, wie ihr Beate sanft übers Haar strich.

„Du siehst nicht gut aus, murmelte ihr Beate ins Ohr. „Du siehst so verzweifelt aus. Bist du krank?

Sie lösten sich voneinander. Eva schüttelte den Kopf. „Nein, sagte sie ernst, „krank bin ich nicht. Aber schließ erst einmal die Tür. Wir können ja drinnen über alles reden. Ich muss mich noch anziehen. Sie versuchte ein Lachen. „Ich habe furchtbar gefaulenzt. Ewald ist natürlich mal wieder nicht da."

„Und wo ist er jetzt?", fragte Beate.

„In Japan. Seit fünf Wochen. Sie wurde wieder ernst. „Man könnte es fast nicht mehr eine Ehe nennen. Ich weiß nicht mehr, was ich machen soll. Ich komme hier um. Jetzt war sie den Tränen näher als der Freude. Sie musste sich abwenden.

Mit einem Schritt war Beate neben ihr, legte ihr den Arm um die Schultern, zog sie sanft an sich. „Wir müssen über alles sprechen. Ich habe es irgendwie geahnt, dass mit dir was nicht in Ordnung ist."

Eva lächelte schmerzlich. „Ich werde mich erst mal anziehen und kämmen. Du musst ja Wunder was von mir denken."

„Ich denke, dass du mich brauchst. Das denke ich nicht nur, das weiß ich sogar. Nun geh schon! Ich warte."

„Kann ich dir irgend etwas anbieten?, fragte Eva, als sie das Wohnzimmer betraten. „Aufgeräumt habe ich wenigstens. Es wird hier keine Unordnung. Ich bin ja immer alleine. Immer alleine! Ich hatte sogar eine Putzhilfe. Ich will sie nicht. Sonst habe ich überhaupt nichts mehr zu tun. Mein Gott, und ich hatte früher so viel Interessen. Alles verwahrlost, alles verschimmelt. Ich möchte tausend Dinge tun und tue nichts.

„Nun geh endlich! Nachher reden wir. Ich geh’ inzwischen in die Küche und koche uns etwas Kaffee. Einverstanden?"

Eva lächelte. „Du hast dich überhaupt nicht verändert. Du siehst so gut aus. Dieses Kleid steht dir. Attraktiv warst du schon immer. Aber in diesem Kleid ..."

„Keine Komplimente! Putz dich, kämm dich, wasch dich schön! Und du wirst genau so aussehen wie ich. Komm, lauf!"

„Kommandiert hast du früher auch schon immer", meinte Eva, als sie ging.

Eine halbe Stunde später saßen sie sich gegenüber, im Erker am gedeckten Tisch. Beate hatte alles zurechtgemacht, als wäre sie hier die Hausfrau und nicht Eva. Sie tranken von dem Kaffee, sahen sich über die Tassen hinweg an und lächelten.

„Jetzt, wo du dich gekämmt hast und auch ein wenig zurechtgemacht, in diesem ärmellosen Kleid siehst du großartig aus, meinte Beate. „Dunkelblau steht dir. Du solltest um dieses Kleid noch eine weiße Schärpe tragen. Das würde den Kontrast erhöhen und sich sehr gut machen. Aber davon später. Schieß los! Du hast eine Menge auf dem Herzen. Du machst immer noch so traurige Augen. Dein Mund lacht, und deine Augen weinen. Rede also!

Eva seufzte. „Was gibt es viel zu reden? Du siehst doch, ich bin hier alleine auf diesem Dorf. Ewald fand es großartig, aufs Land zu ziehen. Er meinte, so ein Haus hätten wir in der Stadt nie bauen können. Und er sagte mal: Nimm den Wagen und fahr in die Stadt! Dann hast du alles. – Ich habe nichts. Ich gehe hier ein. Ich gehe ein wie eine Pflanze, die im falschen Boden gedeihen soll, in einem Boden, der nicht zu ihr passt."

„Und mit den Nachbarn hier kommst du nicht zurecht?", fragte Beate.

Eva zuckte die Schultern. „Was heißt zurechtkommen? Guten Morgen! Guten Abend! Heute scheint die Sonne. Morgen wird’s regnen. Mehr ist es nicht. Und es liegt wahrscheinlich an mir. Ich will mehr nicht haben. Ich ziehe mich immer in mein Schneckenhaus zurück. Am Anfang, da kamen sie schon. Aber ich habe mich so abgekapselt. Und nun … Sie lachte gereizt auf. „Du weißt doch, wie die Menschen sind. Wenn du sie nicht immer mit offenen Armen empfängst, dann halten sie dich für eingebildet. Vielleicht denken sie so von mir. Ich weiß es nicht. Ich will es auch gar nicht wissen. Alles, was ich will, ist eine Aufgabe. Ich möchte wieder eine Aufgabe haben.

„Und Ewald ist dagegen?", fragte Beate.

„Nein, das ist er nicht. Aber ich finde hier nichts, verstehst du? Hier auf dem Lande ist nichts. Ich möchte wieder im Funk arbeiten."

Beate schüttelte den Kopf. „Das ist auch nichts. So gut zahlen die nicht. Und das Fernsehen ... Otto und ich, wir können ein Lied davon singen. Wir haben jetzt einen Auftrag für eine ganze Serie. Du weißt doch, wir sind in Irland gewesen und haben Filme gedreht, die Texte geschrieben. Die Hälfte davon haben sie uns gestrichen und weggeschnitten. Otto ist empört darüber, aber er muss die Faust in der Tasche machen. Ein falsches Wort, und sie schmeißen die ganze Sache wieder hinaus."

„Und trotzdem wäre ich froh, wenn ich so etwas machen könnte. Kindersendungen! Das hat mir schon immer vorgeschwebt. Das habe ich damals im Funk immer gemacht. So etwas im Fernsehen!"

„Ja, im dritten Programm, da ist was. Du müsstest mit Meier-Bitterfeld sprechen."

„Meier-Bitterfeld? Ich kenne ihn nicht."

„Ich werde dich mit ihm zusammenbringen!, versprach Beate. „Du hast doch einen Wagen. Du fährst hin! Du machst so etwas! Und dann ...

„Es ist nicht nur der Beruf allein. Ich habe niemanden. Er ist wochenlang weg. Verstehst du mich nicht?"

Beate stand auf, ging um den Tisch herum und legte Eva die Hand auf die Schulter. „Aber mein Liebes, du hättest doch zu uns kommen können!"

„Ihr seid erst seit Kurzem wieder da. Ihr wart

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