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Raue Männer - 9 Western Romane: Cassiopeiapress Spannung/ Edition Bärenklau

Raue Männer - 9 Western Romane: Cassiopeiapress Spannung/ Edition Bärenklau

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Raue Männer - 9 Western Romane: Cassiopeiapress Spannung/ Edition Bärenklau

Länge:
1.083 Seiten
15 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
14. Juni 2019
ISBN:
9783736881914
Format:
Buch

Beschreibung

Der Umfang dieses Ebook entspricht 1111 Taschenbuchseiten.
Niemand vermochte den Wilden Westen so authentisch zu beschreiben wie Pete Hackett. Er schuf ein einzigartiges Werk von atemberaubender Dramatik.
Harte Männer im Kampf um Recht und Rache - Dramen, wie sie nur vor der Kulisse der amerikanischen Pionierzeit denkbar sind.
Dieses Ebook enthält folgende neun Romane:
Stern im Schatten des Galgen
Die Verschollene der Grand Mesa
Der harte Trail der Rache
Männer im Fegefeuer
Walker, der Verfemte
Die Todesfalle am Rio Grande
Wenn Corinna hasst...
Und der Teufel schlug den Takt
Santa Fe Express
Herausgeber:
Freigegeben:
14. Juni 2019
ISBN:
9783736881914
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Raue Männer - 9 Western Romane - Pete Hackett

München

Raue Männer – 9 Western Romane

von Pete Hackett

Ein CassiopeiaPress E-Book

© by Author

© 2015 der Digitalausgabe by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

www.alfredbekker.de

postmaster@alfredbekker.de

Der Umfang dieses Ebook entspricht 1111 Taschenbuchseiten.

Dieses Ebook enthält folgende neun Romane:

Stern im Schatten des Galgen

Die Verschollene der Grand Mesa

Der harte Trail der Rache

Männer im Fegefeuer

Walker, der Verfemte

Die Todesfalle am Rio Grande

Wenn Corinna hasst...

Und der Teufel schlug den Takt

Santa Fe Express

Stern im Schatten des Galgens

„He, Deputy!"

James Lockwood blieb mitten auf dem Gehsteig stehen und drehte sich langsam um.

Neben der Tür des General Stores stand ein großer hagerer Fremder.

„Meinen Sie mich?", fragte Lockwood.

Der Fremde grinste feindselig.

„Wen denn sonst? Oder gibt es noch einen anderen verdammten Deputy in diesem verdammten Nest?"

James Lockwood spürte, dass dies der gefährlichste Mann war, dem er je gegenübergestanden hatte,

„Okay, Mister. Was wollen Sie?"

„Ich bin Cole Sanders. Matt ist mein kleiner Bruder. Heute wird der Richter ein Urteil über ihn fällen. Du warst es, der ihn geschnappt und wie ein Tier eingesperrt hat. Das war ein Fehler, den du noch bitter bereuen wirst, Deputy. Aber erst werde ich dafür sorgen, dass Matt freikommt."

Das war eine unverhüllte Drohung, aber dagegen konnte der Deputy nichts machen. Von gewaltsamer Gefangenenbefreiung hatte Cole Sanders nichts gesagt, und außerdem konnte man niemanden für eine Drohung bestrafen. Dafür war kein Gericht zuständig.

Und gegen Cole Sanders lag nichts vor, um ihn verhaften zu können. Er konnte sich überall frei bewegen.

„Ihr Bruder ist wegen Mordes angeklagt, sagte James Lockwood eisig. „Er hat Alvin Meacham erschossen. Der Mann war unbewaffnet.

„Er hat Matt angegriffen."

„Ja, mit den Fäusten. Aber vorher hatte ihn Matt gereizt. Und Matt hat ihn eiskalt niedergeknallt. Es war Mord, Sanders."

Cole Sanders zeigte die Zähne. „Ich lasse nicht zu, dass ihr meinen Bruder aufknüpft. Ich habe fünf Männer mitgebracht. Wir sind ein halbes Dutzend, und wenn es sein muss, reißen wir dieses Drecknest nieder oder zünden es an allen vier Ecken an."

„Wir fürchten Sie nicht, Sanders, sagte James. „In dieser Stadt gibt es genügend Männer, die das Herz haben, Kerlen wie Ihnen und Ihresgleichen mit der Waffe in der Faust gegenüberzutreten.

Er wollte sich abwenden, als eine Horde Reiter in die Stadt fegte. Es waren über ein Dutzend Männer in Weidereitertracht. Die Pferdehufe rissen Staubwolken in die heiße Luft. Passanten brachten sich vor dem Pulk in Sicherheit.

James sagte kehlig: „Da kommt Keith Meacham mit seiner Mannschaft, Sanders. Er hat ein ausgesprochenes Interesse daran, dass der Mörder seines Sohnes baumelt. Darum wird er höllisch aufpassen, dass Ihr Bruder nicht wie ein Vogel davonflattert."

Cole Sanders zeigte sich unbeeindruckt. Kalt antwortete er: „Diese Kuhtreiber fürchte ich nicht. Jeder meiner Männer nimmt es mit dreien von ihnen gleichzeitig auf."

Er sprach es mit einer Überzeugung, die bei James ein seltsames Kribbeln zwischen den Schulterblättern verursachte. Er ahnte, dass mit Cole Sanders und seinen Männern ein Rudel zweibeiniger Wölfe in Coyote Wells eingebrochen war. James schluckte trocken.

Cole Sanders hakte gelassen die Daumen in seinen Patronengurt. Tief an seinem rechten Oberschenkel hing der schwere 45er. Der Knauf stand etwas ab und war ziemlich abgegriffen. Von den Zügen Sanders' war nicht abzulesen, was hinter seiner Stirn vorging. Sie waren hart und kantig. Mit helläugiger Reglosigkeit starrte er den Reitern entgegen.

Die Reiter näherten sich. Keith Meacham entdeckte den Deputy. Er lenkte sein Pferd auf ihn zu, der Pulk folgte. Vor James kamen sie zum Stehen. Meacham legte die Hände übereinander auf das Sattelhorn, beugte sich ein wenig nach vorn und rief rau: „Heute wird es sich zeigen, Lockwood, wie weit es her ist mit der Gerechtigkeit in unserem Lande. Du weißt, was ich geschworen habe. Bis zum Richterspruch halte ich mich zurück und überlasse alles dem Gesetz. Wenn mir aber der Spruch nicht gefällt, dann fälle ich das Urteil über Matt Sanders. Und wie das lautet, brauche ich dir nicht zu sagen, schätze ich."

James' Schultern strafften sich. „Sheriff Murray, ich und noch ein paar vereidigte Männer werden schon dafür sorgen, dass mit Matt Sanders nichts geschieht, was nicht vom Richter angeordnet wurde, Meacham. Die Zeiten der Selbstjustiz sind vorbei. Ihre Drohungen können Sie sich schenken. Er wies mit dem Kinn auf Sanders. Fast ironisch erklärte er: Das ist Matt Sanders' großer Bruder, Meacham. Während Sie geschworen haben, Matt eigenhändig den Strick um den Hals zu legen, hat er sich fest vorgenommen, die Haut seines Bruders zu retten."

Keith Meachams Kopf zuckte halb herum. Seine Brauen schoben sich finster zusammen. Die Linien und Kerben in seinem Gesicht vertieften sich. „Ihr Bruder ist ein niederträchtiger Killer, Sanders. Er hat meinen Sohn kaltblütig ermordet. Auf Mord aber gibt es in diesem Land nur eine Antwort: den Strick! Ihr Bruder wird hängen! Und jeder, der es verhindern will, fährt mit ihm in die Hölle."

Cole Sanders lachte klirrend auf, drehte sich wortlos herum und schritt davon. Seine Absätze knallten auf den Gehsteigbohlen.

Sein Ziel war der Saloon, in dem die Verhandlung gegen seinen Bruder stattfinden sollte.

James zog noch einmal an der Zigarette, schleuderte sie in die Fahrbahn und meinte nachdenklich, indes er versonnen hinter Cole Sanders herschaute: „Er ist nicht zu unterschätzen, Meacham. Und er ist nicht allein. Die Sorte ist nicht auf die leichte Schulter zu nehmen."

„Es sind Banditen!, knirschte der Rancher verächtlich. „Dreckiges Gesindel. Bist du nicht für derlei Gelichter zuständig, Deputy?

„Noch werden Cole Sanders und seine Kumpane nicht vom Gesetz verfolgt", erwiderte James etwas gereizt und wandte sich ab.

Er ging zum Sheriff's Office. Sheriff Steve Murray stand am staubblinden Fenster und starrte hinaus. Es waren noch vier Männer anwesend, an deren Hemden Sterne befestigt waren. Murray hatte sie zu Deputies ernannt. Sie trugen Revolver in den Futteralen und hielten Gewehre in den Fäusten. Murray drehte sich zu James herum und murrte verdrossen: „In der Stadt ist der Teufel los, wie? Die Neugierigen kommen von überall her. Bis von La Belle Well und Bradford Well herunter haben sie den Weg nicht gescheut, um den Prozess hautnah zu erleben."

James rückte sich den Stetson aus der Stirn. „Ein Wagen voll Männer ist sogar von Alamo Spring heraufgekommen. Doch dieser Run war zu erwarten. All diese Menschen treibt die Sensationsgier in unsere Town. Soeben hat sich mir aber ein Hombre in den Weg gestellt, und er ist aus ganz anderen Beweggründen hier. Sein Name ist Cole Sanders."

Der Name schlug ein wie eine Granate. In den Gesichtern arbeitete es plötzlich. Der Sheriff kniff die Lider zusammen. „Matt Sanders' Bruder?", entrang es sich ihm betroffen.

„Genau der, nickte James. „Und er ist nicht allein. Eine Horde Sattelfalken begleitet ihn. Cole Sanders scheint ein Mann zu sein, der hält, was er verspricht. Und wenn seine Gefährten von seinem Schlag sind, dann kann es verdammt rauchig werden.

„Gütiger Gott, flüsterte einer der Deputys. „Matt Sanders hat also nicht übertrieben, als er uns mit seinem Bruder und dessen Freunden drohte.

„Wie erwartet, ist auch Keith Meacham mit den härtesten Burschen seiner Crew eingetroffen, berichtete James weiter. „Ich denke, dieser Tag bringt unserer schönen Stadt noch eine ganze Reihe böser Überraschungen.

Die Augen der Deputies auf Zeit blickten plötzlich unruhig. Unsicherheit griff nach ihnen. Sie vermieden es plötzlich, den Sheriff und James anzusehen.

Murray und James nahmen es wahr. Und sie wussten es zu deuten. Jeder dieser Männer hatte Familie.

Über der Stadt ballte sich wie eine schwarze Gewitterwolke das Unheil zusammen. Egal, wie das Urteil gegen Matt Sanders aussah: einer der Parteien würde es nicht gefallen. Und sie würde ihrer Meinung mit Pulver und Blei Ausdruck verleihen.

Sheriff Steve Murray zog seine Uhr aus der Westentasche, warf einen Blick darauf und sagte: „Zehn vor zwölf. Um zwölf Uhr beginnt die Verhandlung. Geh in den Saloon, James, und halte die Augen offen. Wir bringen in zehn Minuten den Gefangenen."

James ging zum Gewehrschrank, entnahm ihm eine abgesägte Greener, prüfte die Ladungen in den Doppelläufen und legte die Shotgun in seine Armbeuge. „Diese Stadt gleicht einem Pulverfass, an dem die Lunte schon glimmt, Steve", murmelte er und verließ das Office. Hinter ihm klappte die Tür zu.

Der Sheriff wandte sich an seine vier Gehilfen auf Zeit.

„Noch habt ihr Zeit, auszusteigen. Wenn euch die Sache zu heiß wird, legt den Stern auf den Schreibtisch und geht nach Hause. Ich halte keinen."

Sie hatten plötzlich Angst. Dem Sheriff war es nicht entgangen. Zwingend fixierte er sie der Reihe nach.

Sie zogen die Köpfe zwischen die Schultern, drucksten herum und wanden sich geradezu unter seinem Blick.

In ihnen klaffte ein tiefer Zwiespalt zwischen Verstand und Gefühl. Schwer trugen sie an ihrer Unschlüssigkeit. Schließlich fasste sich einer ein Herz. Fast beklommen kam es über seine Lippen:

„Mit Matt Sanders' Bruder rechneten wir nicht, als wir den Stern nahmen. Keith Meacham fürchteten wir nicht, weil es nur einen Richterspruch geben kann, nämlich Tod durch den Strang. Es schien alles ganz einfach. Aber jetzt können wir nicht mehr zurück. Wir würden unser Gesicht verlieren. Sollen unsere Söhne sich unsretwegen schämen?"

Die anderen nickten zustimmend, wenn auch widerwillig.

Sie fürchteten um ihr Ansehen in der Stadt und im ganzen Umland. Ihr Stolz war stärker als ihre Furcht. Noch …

Sheriff Murray stieß die Luft durch die Nase aus. „Well, grollte sein Organ, „holen wir Sanders.

*

James Lockwood betrat den Saloon durch die Hintertür. Der Schankraum war zum Bersten mit Neugierigen gefüllt. Die Bar war während der Verhandlung geschlossen. Unterhalb der Bühne stand der Richtertisch. Zwei Stuhlreihen an der Längswand waren für die Jury vorgesehen. An einem Tisch sollte der Gefangene mit einem Bewacher Platz nehmen. Ein anderer Tisch war für den Sheriff als öffentlichen Ankläger vorgesehen.

Die Menschen standen Schulter an Schulter, drängelten, schoben und traten sich gegenseitig auf die Füße.

James blieb bei der Hintertür stehen. Er wurde kaum beachtet. Bei der Pendeltür brandete entrüstetes Geschrei auf, als Keith Meacham und seine Reiter sich ohne viel Federlesens Zutritt in den Saloon verschafften. Es geriet Bewegung in die Menge. Eine Lady mit grellroten Lippen und Ohrgehängen, die ihr fast bis auf die Schulter reichten, zeterte wütend, weil sie einfach auf die Seite geräumt wurde. Ihre Kraftausdrücke prallten an den Männern von der K.M.-Ranch ab. Sie bauten sich an der Längswand hinter den Stuhlreihen für die Jury auf.

Der Deputy sah sich um und machte Cole Sanders aus. Er stand in der Meute, die den Tresen belagerte. Wieder beschlich James ein mulmiges Gefühl. Sein Blick schweifte über die Gesichter, und viele von ihnen waren ihm unbekannt. Es konnte sich um harmlose Zuschauer handeln, aber auch um Cole Sanders' Gunslinger. James nahm sich vor, auf der Hut zu sein.

Draußen brüllte jemand: „Sie bringen Sanders! Lasst sie durch, damit es endlich losgehen kann."

Schlagartig kehrte im Saloon Ruhe ein. Draußen dröhnten Schritte über den Vorbau, dann wurde Matt Sanders durch die Tür dirigiert. Seine Hände waren vor dem Leib mit Handschellen gefesselt. Das schwarze Haar hing ihm wirr in die Stirn. Er war bleich, in seinen dunklen Augen flackerte die Erregung, die in ihm tobte wie ein Sturm. Die vielen Schaulustigen machten ihn beklommen. Er war ein Mörder, und er ahnte, dass das Urteil gegen ihn bereits feststand. Man würde ihn ins Jail zurückbringen, und dann würde sich ein Großteil der Versammelten betrinken. Keith Meacham würde das Feuer des Hasses schüren, und dann kam sehr schnell der Ruf nach einem Strick …

Sheriff Murray ging voraus. Er hielt ein Gewehr in den Fäusten. Die vier blassen Deputys hatten Matt Sanders in die Mitte genommen. Auch sie trugen schussbereite Gewehre. Sanders wurde auf den für ihn vorgesehenen Stuhl gedrückt. Ein Gehilfe nahm neben ihm Platz. Die anderen drei drängten die Schaulustigen etwas zurück. Der Sheriff nahm seinen Platz ein, und dann kamen aus einem Hinterzimmer der Richter und die Jurymitglieder.

Es war Punkt zwölf Uhr, als der Richter mit seinem Holzhammer auf den Tisch schlug und die Verhandlung für eröffnet erklärte.

Murray verlas die Anklage. Bald kamen die Zeugen zu Wort. Matt Sanders schwieg sich aus. Der Richter schloss die Beweisaufnahme. Steve Murray beantragte mit Donnerstimme die Höchststrafe. Die Jury verschwand im Hinterzimmer, um sich zu beraten.

Schon bald kam sie mit einem Schuldspruch zurück. Der Richter sprach das letzte Wort. Das Urteil lautete lebenslänglich Zuchthaus. Der Richter ordnete an, dass Matt Sanders nach Yuma zu überführen sei, um dort seine Strafe zu verbüßen.

Lebenslänglich Yuma - das war schlimmer als ein Todesurteil. Denn Yuma war die Hölle. Dort starb ein Mann den Tod auf Raten.

Während der Urteilsverkündung hatte James Cole Sanders beobachtet. In dessen Zügen zuckte kein Muskel. Es sah fast so aus, als triumphierte er.

Keith Meachams Gesicht hingegen verdunkelte sich vor Wut. Seine Zähne knirschten übereinander, seine Kiefer mahlten. Eine Reihe von Gemütsbewegungen drückte sich in seinen wettergegerbten Zügen aus.

Wieder ertönte das trockene Klopfen des Holzhammers. Der Richter rief: „Die Verhandlung ist geschlossen. Er verließ den Schankraum, die Jurymitglieder drängten hinter ihm her. Im Saloon brach heilloser Tumult los. Die Männer brüllten nach Bier und Brandy. Jemand schrie überschnappend: „Lebenslänglich! Wenn das kein Hohn ist. Der Bastard gehört an den Galgen!

Das Stimmengewirr nahm an Vehemenz zu. Die Atmosphäre im Saloon war plötzlich explosiv. Cole Sanders drängte sich nach vorn, legte die Hand auf die Schulter seines Bruders und zischte: „Keine Sorge, Matt, wir holen dich raus."

Der Sheriff war mit zwei schnellen Schritten neben ihm.

„Weg von dem Verurteilten!, knurrte er und hielt die Winchester auf Cole Sanders angeschlagen. „Nehmt Sanders wieder in die Mitte, und klopft jedem auf die Finger, der sie nach ihm ausstreckt. Hoch mit dir, Sanders. Er stieß den Gefangenen mit dem Gewehrlauf an.

Matt Sanders stemmte sich am Tisch in die Höhe. Er starrte seinen Bruder an, und dieser senkte kurz die Lider.

Keith Meacham setzte sich ruckhaft in Bewegung. Er stampfte näher wie ein zorniger Bulle. Murray hatte es plötzlich eilig. „Vorwärts, Sanders!" Er drückte dem Gefangenen die Gewehrmündung gegen die Niere.

Der keine Pulk drängte zum Ausgang. Die Deputies fühlten sich nicht wohl in ihrer Haut. Das war offensichtlich. Sie schoben sich mit dem Banditen durch das Spalier, das die Gaffer bildeten, gefolgt vom bedrohlichen Gemurmel derjenigen, die mit dem Urteil nicht zufrieden waren. Jemand spuckte Matt Sanders an. Der Sheriff trieb den Burschen mit dem Gewehr zurück.

Keith Meacham holte die kleine Gruppe ein. Er stellte sich ihr in den Weg, stemmte die Arme in die Seiten und stieß hervor: „Der Richter hat dich lebenslänglich hinter Zuchthausmauern geschickt, Sanders. Ich aber habe dich zum Tod verurteilt. Du siehst das Zuchthaus nicht von innen. Dafür garantiere ich. Du stirbst am Strick, Mörder, und keine Macht der Welt kann es verhindern."

Grimmig schnaubte der Sheriff: „Aus dem Weg, Meacham! Sie sind weder Richter noch Henker. Das Urteil ist gesprochen, und Sie haben es zu akzeptieren."

In Meachams Miene wütete tödlicher Hass. „Auch du kannst es nicht verhindern, Murray", prophezeite er.

Sie bugsierten Matt Sanders den Vorbau hinunter, um ihn zurück ins Jail zu bringen.

James Lockwood blieb noch auf dem Gehsteig stehen.

Im Saloon rief Meacham mit dröhnender Stimme: „Das Urteil ist ein Witz. Mein Sohn ist tot. Sein Mörder aber soll leben. Das darf nicht sein! Matt Sanders' Bruder Cole ist mit seiner Bande in der Stadt. Bis Yuma sind es hundert Meilen. Cole Sanders bieten sich also tausend Möglichkeiten, seinen Bruder zu befreien. Darum darf der Mörder diese Stadt nicht lebend verlassen."

Grölender Beifall brandete auf. Jemand übertönte das tosende Stimmengewirr mit heiserem Gebrüll: „Holen wir ihn aus dem Jail und hängen wir ihn auf. So wird der Gerechtigkeit Genüge getan, und wir alle kommen auf unsere Rechnung."

Der Lärm im Saloon nahm zu. James ging los, um dem Sheriff zu sagen, was sich anbahnte ...

*

Als James das Sheriffs Office betreten wollte, traten die vier Deputies, die Murray auf Zeit verpflichtet hatte, aus der Tür. Verunsichert schauten sie sich um, wurden rot unter James' fragendem Blick, und der Deputy begriff. Sie nickten ihm verbissen zu und eilten davon. Er ging hinein und schloss die Tür. Die vier Sterne, die auf dem Schreibtisch lagen, stachen ihm sofort in die Augen.

„Die Ratten verlassen das sinkende Schiff, empfing ihn der Sheriff. „Dabei weiß ich nicht, wen sie mehr fürchten. Cole Sanders oder Keith Meacham. Wir sind alleine, James.

Murray ging hinter seinen Schreibtisch und ließ sich schwer auf den Stuhl fallen. Das Möbel ächzte unter seinem Gewicht. James schritt zum Fenster und schaute hinaus. Nur schwach vernahm er den Lärm aus dem Saloon.

„Wir sitzen sozusagen zwischen zwei Mühlsteinen, sagte er. „Das hat jedoch auch seinen Vorteil. Denn zunächst werden sich Cole Sanders und Keith Meacham in die Haare geraten. Sanders und seine Strolche werden über das Jail mit Argusaugen wachen. Und wenn die von Meacham aufgestachelte Meute aufkreuzt, fliegen die Fetzen.

„Sollen sie sich von mir aus gegenseitig zerfleischen", platzte es aus dem Sheriff heraus.

„Eine Partei aber wird am Ende Sieger sein. Und die haben wir dann gegen uns, James."

„Yeah. Und weil das so ist, muss Matt Sanders so schnell wie möglich auf den Trail nach Yuma gebracht werden. Wenn er erst mal aus der Stadt draußen ist, glätten sich hier die Wogen schnell wieder."

„Wer soll ihn nach Yuma überführen?"

James kratzte sich am Kinn. „Da kommt nur einer von uns beiden in Betracht", erklärte er dann.

„Würdest du es dir zutrauen?"

„Heavens, du verlangst, dass ich meine Haut zu Markte trage?"

„Wenn es einer schafft, dann bist du es, James. Ich werde hier die Stellung behaupten. Vielleicht kann ich Sanders und Meacham solange hinhalten, bis du einen ausreichenden Vorsprung hast."

„Das kann verdammt ins Auge gehen. Wenn sie merken, dass sie genarrt wurden, nehmen sie den Laden auseinander. Meacham ist in seinem Hass unberechenbar, er wird auf deinen Stern spucken. Und Sanders - nun, auch er scheint keinen großen Respekt vor dem Stern zu haben. Mich hat er schon auf seine Abschussliste gesetzt."

„Mach dir meinetwegen keine Gedanken, murmelte der Sheriff. „Auf deiner Fährte werden sie kleben wie Bluthunde, wenn sie merken, dass du mit Matt Sanders auf den Trail gegangen bist.

James befeuchtete sich mit der Zungenspitze die Lippen. Von einem Augenblick zum anderen entschloss er sich. „Ich mache es, Steve. Aber ich muss die Nacht abwarten."

„Ich wusste es, murmelte der Sheriff erleichtert. „Leg dich noch einige Stunden aufs Ohr. Du musst fit sein, denn es wird kein Spaziergang, was vor dir liegt. Ich passe hier auf.

James stellte die Shotgun in den Gewehrschrank und begab sich in den Zellentrakt. Sofort kam Matt Sanders ans Gitter, seine Hände umklammerten zwei der soliden Eisenstäbe. „Mein Bruder holt mich raus aus diesem Loch, Lockwood!, zischte er. „Du aber fliegst mit der Nase in den Dreck.

Ohne jede Gemütsregung versetzte James: „Vielleicht holt dich auch Keith Meacham raus, Sanders. Die Schlinge, die er dir um den Hals legt, ist gewiss schon geknüpft."

„Das wird mein Bruder zu verhindern wissen!", fuhr ihn der Bandit an.

„Auch dein Bruder ist nicht gegen ein Stück Blei gefeit, Amigo, gab James kalt zurück. Er ging in eine leere Zelle und legte sich auf die Pritsche. „Und jetzt halt die Klappe, Sanders. Ich muss schlafen. Auch du solltest schlafen.

Der Bandit war jetzt an der Trennwand der Zellen. „Die Hölle verschlinge dich!", knirschte er.

James drehte ihm den Rücken zu.

*

Die Sonne war untergegangen. Ihr Widerschein färbte den Himmel im Westen purpurn. Die Schatten verblassten, die Abenddämmerung schlich ins Land. Krachend flog die Saloontür auf. Keith Meacham und seine Mannschaft strömten auf die Straße. Eine ganze Horde angetrunkener Männer folgte ihnen. Die Rotte setzte sich in Richtung Sheriff's Office in Bewegung.

Steve Murray sah sie kommen. Er lief in den Zellenanbau und weckte James. Dieser fuhr schlaftrunken hoch. In der Nebenzelle lag Matt Sanders auf der Pritsche. Murrays Worte rissen ihn regelrecht in die Höhe.

„Meacham ist mit einer halben Hundertschaft im Anmarsch."

James schwang die Beine von der harten Lagerstatt.

Matt Sanders stand geduckt, wie sprungbereit, mitten in seiner Zelle, in seinem Gesicht zuckten die Muskeln, seine Augen flackerten rastlos.

James und der Sheriff beachteten ihn nicht. Sie rannten zurück ins Office. James bewaffnete sich mit der Shotgun. Während er sich am offenen Fenster postierte, ging der Sheriff hinaus. Auf dem Gehsteig erwartete er die hängelüsterne Meute.

Der Mob kam zum Stehen. Bedrohliches Gemurmel erhob sich. Steve Murray hielt das Gewehr im Hüftanschlag.

„Verschwinde, Murray!, dröhnte Keith Meachams Organ. „Du kannst es nicht aufhalten. Er wird gehängt!

„Möchten Sie sich auf eine Stufe mit dem Mörder Ihres Sohnes stellen, Meacham?, rief der Sheriff rau. „Sanders kommt nach Yuma. Daran gibt es nichts zu rütteln. Yuma ist schlimmer als der Tod, Meacham. Denken Sie darüber nach, und Sie kommen zu dem Schluss, dass ein schneller Tod am Strick für Sanders eher eine Gnade wäre. Ihr anderen geht nach Hause. Lasst euch nicht vor Meachams Karren spannen!

„Du stehst auf verlorenem Posten, Murray!, peitschte Meachams Stimme. „Wir kommen jetzt und holen Sanders aus dem Bau!

Die Situation spitzte sich zu. Die Atmosphäre war drückend, gefährlich und kaum noch zu ertragen. Keith Meacham ignorierte alle Warnungen. Er war sich seiner Starke bewusst. Sein Gesicht war eine Maske wilder Entschlossenheit, und seine Reiter zögerten nicht, ihm zu folgen. Die angetrunkene Meute drängte hinterher.

Steve Murray musste blitzschnell seine Entscheidung fällen. Er brüllte wild: „Ich schieße Sie nieder, Meacham! Nehmen Sie Vernunft an!"

Der Rancher stockte nicht einmal im Schritt. Er war noch etwa zehn Meter vom Sheriff entfernt. Dessen Schultern strafften sich, er jagte einen Schuss aus dem Lauf. Das Blei pfiff über die Köpfe hinweg.

„Die nächste Kugel fährt Ihnen zwischen die Augen, Meacham!", drohte der Sheriff.

Die Rotte hatte wieder angehalten. Meacham rief grollend: „Okay, Murray, du willst es nicht anders. Gebt es ihm, Leute!"

Die Waffen der Weidereiter flirrten hoch. Da brüllte an ganz anderer Stelle ein Gewehr auf. Keith Meacham wurde herumgewirbelt, schrie auf, wankte und fiel gegen einen seiner Männer, der ihn auffing und sanft zu Boden gleiten ließ.

Sekundenlang herrschte Atemlosigkeit. Einige der Cowboys beugten sich über ihren Boss. Die anderen senkten die Waffen. Durch die Meute ging plötzlich ein Raunen. Auch Murray und James waren sekundenlang wie erstarrt. Aus ihrer Lethargie wurden sie gerissen, als dumpfer Hufschlag heransickerte. Er steigerte sich zu einem rasenden Trommeln und entfernte sich nach Westen.

Murray rannte plötzlich los. Er hetzte mit langen Sprüngen die Straße hinunter. James behielt seinen Platz am Fenster bei. Jetzt, da der Rancher hinterrücks niedergeknallt worden war, konnte die Stimmung der Weidereiter leicht überkochen. Denn jedem war klar, dass der hinterhältige Schuss auf das Konto von Cole Sanders ging.

John Collins, der Vormann der K.M.-Ranch, brüllte mit sich überschlagender Stimme: „Den Doc, schnell, verdammt, hole jemand den Doc. Er hat die Kugel in der Brust und verliert Blut ..."

Auf der Straße kehrte Ernüchterung ein. Die Meute scharte sich in einem Halbkreis um das Sheriff's Office. Die Kerle reckten sich die Hälse aus. Sie hatten eine neue Sensation.

Keith Meacham röchelte. Er hatte die Augen geschlossen. Seine Lider flatterten. Der Blutfleck auf seinem Hemd wurde schnell größer. Langsam, aber unaufhaltsam entfloh das Leben dem Körper des Ranchers. Er hatte Wind gesät und Sturm geerntet.

„Collins, flüsterte er. Der Name fiel wie ein Windhauch. „Collins -räche - Alvin. Er - war - dein - Freund. Ich - ich ...

Ein Blutfaden rann aus seinem Mundwinkel, Keith Meacham bäumte sich auf, ein Gurgeln kämpfte sich in seiner Brust hoch, mit einem verlöschenden Seufzen fiel er schwer zurück. Die Leere des Todes trat in seine Züge.

Der Doc kämpfte sich durch die Masse der Gaffer. Er kniete bei Meacham nieder, untersuchte ihn nur kurz, dann sah er zu Collins in die Höhe und schüttelte den Kopf. „Nichts mehr zu machen. Die Kugel sitzt zu nahe beim Herzen. Er ist innerlich verblutet."

Der Doc richtete sich auf und griff nach seiner Tasche, die er in diesem Fall nicht mehr zu öffnen brauchte. „Es tut mir leid", murmelte er.

John Collins hörte ihn gar nicht. Er starrte auf den Leichnam hinunter, und plötzlich knirschte er zwischen den Zähnen. „Ich räche Alvin, Boss. Und auch deinem Mörder werde ich eine blutige Rechnung präsentieren. So wahr wie du hier tot vor mir liegst."

Es war ein Schwur. Eine schlimme Verheißung ging von dem Vormann aus. Er heftete seinen brennenden Blick auf das Fenster, an dem sich James postiert hatte, und rief klirrend: „Es hat sich nichts geändert, Lockwood. Wir machen dort weiter, wo Keith Meacham aufzuhören gezwungen wurde. Wir kommen wieder."

Der Sheriff kehrte atemlos zurück. Durch das Fenster sagte er zu James: „Sie haben schon am Nachmittag ihre Pferde aus dem Mietstall geholt und irgendwo bereitgestellt. Ich sah sie gerade noch über einen Hügel verschwinden. Es waren fünf."

„Dann befindet sich noch einer der Schufte in der Stadt, erklärte James. „Das heißt, dass Sanders und seine Komplizen nicht allzu weit geflohen sind. Sie kehren sicher auf Schleichwegen zurück, um jederzeit eingreifen zu können, falls diese Narren von der K.M.-Ranch und ihr betrunkener Anhang noch einmal verrückt spielen.

Murray nickte zustimmend.

Auf der Straße schnarrte John Collins. „Jackson, du bringst mit einigen Männern den Boss auf die Ranch. Bahrt ihn auf, wie es sich gehört. Wir begraben ihn, wenn Sanders in der Hölle schmort. Ewers, Curtis, Bronson und Battey, ihr bleibt mit mir in der Stadt. Einmal müssen sie Sanders herausbringen. Und dann kommt unsere Stunde."

Auf dem Vorbau des Saloons lehnte ein dunkelgekleideter Bursche an einem Stützpfosten. Sein linkes Auge war von einer schwarzen Klappe verdeckt. Das hatte ihm den Namen „One Eye" eingetragen. Sein richtiger Name war Brad Parker. Er hatte von Cole Sanders den Auftrag, hier alles zu beobachten.

*

In Coyote Wells war wieder Ruhe eingekehrt. Es war finster. Das Mond- und Sternenlicht versilberte die Dächer. Hinter vielen Fenstern brannten Lichter. Auch im Sheriff's Office. Tiefe Ruhe lag über der Stadt - eine trügerische Ruhe, die an den Nerven zerrte.

„Collins, Ewers, Curtis und Bronson hocken im Saloon, knurrte Murray. „Tom Battey treibt sich irgendwo in der Nähe herum, um das Office zu beobachten. Wahrscheinlich hat Collins Lunte gerochen.

„Soll ich mal nachsehen?, fragte James. „Ich will gegen Mitternacht aufbrechen, und es wäre nicht gut, wenn ich von der ersten Minute an die K.M.-Narren im Nacken sitzen habe.

„Da ist auch noch der sechste Mann der Sanders-Gang, der mir Kopfzerbrechen bereitet, murmelte der Sheriff. „Wenn er deinen Wegritt beobachtet, dann hast du ein noch viel gefährlicheres Rudel als die K.M.-Reiter auf der Fährte.

„Wenn ich eine Chance haben will, muss ich mir den Weg aus Coyote Wells freimachen. Anders läuft es nicht", sagte James.

Er lüftete den Colt im Holster, rückte sich den Stetson zurecht und ging zur Hintertür.

„Pass auf dich auf", raunte ihm der Sheriff zu, der ihm durch den Korridor folgte.

„Sicher", knurrte James, dann glitt er hinaus in den stockfinsteren Hof. Leise drückte Murray hinter ihm die Tür ins Schloss. Ein Riegel knirschte rostig.

Tief sog James die schwüle Nachtluft in seine Lungen. Im Schlagschatten der Umfassungsmauer schlich er zum Tor, nahm den Balkenriegel aus der Halterung und zog den einen Flügel gerade soweit auf, dass er hinausschlüpfen konnte. Er befand sich in einer engen Gasse, die neben dem Office in die Main Street mündete.

Lautlos setzte er einen Fuß vor den anderen. Seine Augen hatten sich an die Finsternis gewöhnt. Schemenhaft konnte er die Dinge unterscheiden. Er erreichte eine Scheune und verharrte vornübergeneigt. Das Knarren von Stiefelleder erreichte sein Gehör. Die Anspannung in ihm wuchs, er staute den Atem.

Seine überreizten Sinne hatten ihm keinen Streich gespielt. Er vernahm das leise Knirschen von Staub unter Stiefelsohlen. In der Gassenkreuzung hinter dem Hof des Blacksmith nahm er eine flüchtige Bewegung wahr. Ein gepresster Aufschrei erklang, ein ersterbendes Röcheln, ein dumpfer Fall.

James riss den Colt heraus und stürmte los. Während er rannte, spannte er den Hammer. Ein Schemen huschte davon.

„Stehen bleiben!", brüllte James und gab einen Warnschuss in die Luft ab.

Der Bursche wurde eins mit der Nacht. Er rannte wie von Furien gehetzt stadtauswärts.

James stolperte fast über den Mann, der am Rand der Gasse am Boden lag. Er feuerte blindlings noch zwei Schüsse hinter dem Fliehenden her, dessen gehetzte Schritte auf dem hartgebackenen Untergrund hallten.

Von der Main Street her ertönte raues Geschrei. Die Schritte in der Gasse verklangen.

James kniete bei dem am Boden Liegenden nieder. Seine Hand tastete über dessen Körper hinweg und fühlte einen Messergriff, der zwischen seinen Schulterblättern aus seinem Rücken ragte. Das Stimmendurcheinander von der Main Street näherte sich. Lichtschein huschte heran, und dann tauchten Männer auf. Jetzt konnte James den Mann am Boden erkennen. Es war Tom Battey von der K.M.-Ranch. Er war tot.

Die Männer umringten James und den Toten. Er erhob sich, strich sich über die Augen und stieß bitter hervor: „Das ist der Preis für den Wahnsinn, den Meacham angezettelt hat und den Collins fortführen will."

Er schaute in die bleichen Gesichter und sah nur Bürger der Stadt. Heißer Schreck durchfuhr ihn. Eine dumpfe Ahnung stieg in ihm auf, und kaum dass sie Form annehmen konnte, begannen auf der Main Street Gewehre zu knattern.

Er stieß sich ab, schleuderte einige Männer zur Seite und stürzte davon. Er erreichte die Ecke vom Haus des Blacksmith und spähte in die Straße.

Auf der dem Office gegenüberliegenden Straßenseite blitzte es an verschiedenen Stellen auf. Armlange Mündungsfeuer zerschnitten die Finsternis. Die Schützen hatten hinter Wasserfässern, Kistenstapeln, in Haustürnischen und in den Gassenmündungen Stellung bezogen und schossen die Rohre heiß. Die Geschosse meißelten den Putz vom Sheriff's Office, ließen die Fensterscheiben zerplatzen und zerfetzten die Türfüllung. Das Office lag im Finstern. Nur vereinzelte Schüsse fielen aus einem der Fenster.

James atmete auf. Murray hatte sich nicht überrumpeln lassen. Wahrscheinlich hatte er die Angreifer mit seinen Kugeln sogar zurückgetrieben, und nun hielt er sie auf Distanz.

Eiskalt hatte John Collins die Verwirrung genutzt, die die Schüsse hinter den Häusern verursacht hatten. Er konnte nicht ahnen, wer geschossen hatte. Aber er rechnete damit, dass die beiden Gesetzeshüter abgelenkt worden waren und dass zumindest einer das Office verlassen hatte, um nachzusehen.

Hass, Erschütterung und Rachsucht ließen kein klares Denken bei dem Vormann zu. Doch er erkannte sehr bald, dass seine Rechnung einen tödlichen Fehler aufwies. Denn nun eröffnete James von oberhalb das Feuer. Einer der Kerle, die das Office belagerten, taumelte in die Fahrbahn und brach zusammen wie vom Blitz getroffen. Sofort konzentrierte sich das wütende Feuer auf James.

Der Lärm steigerte sich zu einem höllischen Crescendo. Die Detonationen vermischten sich, verdichteten sich zu einem einzigen, lauten Knall, rüttelten an den Häuserwänden und ließen die Fensterscheiben klirren. Querschläger jaulten mit grässlichem Quarren in die Nacht hinein.

Plötzlich aber brach das rasende Feuer ab. Nur aus dem Office, fielen noch zwei Schüsse, dann trat bleierne Stille ein. Schattenhafte Gestalten glitten in die Finsternis hinein, und plötzlich war der Spuk vorbei.

James wartete ab. Still und reglos lag die einsame Gestalt am Rand der Fährbahn. Heiser rief James zum Office hinüber: „Steve, he, Steve, bist du in Ordnung?"

„Ja, rief der Sheriff. „Warst du es, der geschossen hat, James?

„Yeah. Einer von Cole Sanders' Höllenhunden hat Tom Battey von der K.M.-Ranch erstochen. Leider schoss ich vorbei. - Gib acht, Steve, ich komme jetzt auf die Straße. Da drüben liegt noch einer, der diesen Wahnsinn mit dem Leben bezahlte. Ich will ihn mir mal ansehen."

„Sei vorsichtig."

James rannte geduckt über die Main Street. Kein Schuss fiel. Er beugte sich über den Toten. Er kannte ihn nicht. Er gehörte nicht zur K.M.-Crew. James sagte sich, dass es einer der vielen Auswärtigen war, die an diesem Tag nach Coyote Wells gekommen waren und sich für ein paar Gläser Schnaps Keith Meacham angeschlossen hatten.

James richtete sich. auf. Der Geruch von Pulverdampf stieg ihm in die Nase. Sie hatten das reinste Feuerwerk veranstaltet, und es war windstill. Kaum Geräusche drangen aus dem Saloon. Das Licht jedoch, das aus der Tür fiel, umriss scharf die Konturen eines hoch gewachsenen Mannes.

Es war John Collins, der Vormann.

James knurrte einen Fluch und ging auf ihn zu.

*

Gelassen erwartete Collins den Deputy. Ausdruckslos starrte er James an. Dieser hielt noch den Sechsschüsser in der Faust. Die Mündung wies jedoch auf den Boden.

„Es ist in die Hose gegangen, Collins!, presste James grimmig hervor. „Ein weiterer Mann ist tot. Tom Battey liegt mit einem Messer zwischen den Schulterblättern hinter den Häusern. Die beiden gehen auf dein Konto. Darum verhafte ich dich. Schnall deinen Gurt ab und geh vor mir her zum Office.

Kehlig erwiderte der Vormann: „Du kannst mir nichts am Zeug flicken, Lockwood. Ich war die ganze Zeit über im Saloon. Tom Battey konnte sich frei bewegen in diesem Rattennest. Ich bin mit Sicherheit nicht der Hüter meiner Männer. Du kannst mich auch nicht dafür verantwortlich machen, dass einige Spinner versucht haben, das Jail zu stürmen. Ich habe diese Narren nicht losgeschickt. Oder sehe ich aus wie einer, der sich sein eigenes Grab schaufelt?"

Zuletzt hatte ein ironischer Unterton in der Stimme von John Collins gelegen, eine Art bissiger Hohn, und es brachte James' Blut zur Wallung. Er schnaubte: „Ich habe dich bisher immer für einen aufrechten und geradlinigen Mann gehalten, Collins, einen Mann, der zu seinen Handlungen steht. Ich habe mich getäuscht, gründlich getäuscht. Na schön. Du lügst das Blaue vom Himmel herunter. Das ist dein Recht. Murray und ich werden den Vorfall untersuchen müssen. Und bis zum Abschluss unserer Ermittlungen wanderst du hinter Gitter. Darum wirst du jetzt abschnallen, die Pfoten heben und vor mir her zum Jail marschieren. Widersetzt du dich, ist das Widerstand gegen das Gesetz, und ich werde von der Waffe Gebrauch machen."

Der drohende Unterton in seiner Stimme war nicht zu überhören. Er hatte mit Nachdruck gesprochen, und er unterstrich seine Aufforderung damit, dass er den Colt auf Collins richtete. Es knackte trocken, als er den Hammer spannte.

Der Wortwechsel war im Saloon vernommen worden. Drei Männer kamen ins Freie. James erkannte Jim Ewers, Ed Curtis und Ken Bronson von der K.M.-Ranch.

„Gibt es Probleme, John?, schnappte Jim Ewers. „Verliert der Sternschlepper die Nerven? Oder hat er die Hosen voll?

Ein anderer kicherte.

John Collins knirschte: „Er will mich unter einem billigen Vorwand aus dem Verkehr ziehen. Ohne mich, denkt er, kehrt Ruhe ein."

„Aaah, er versteckt sich hinter seinem Stern und denkt, sich Kraft seines Amtes durchzusetzen. Ed Curtis lachte spöttisch auf. „Sollen wir ihm das Stück Blech vom Hemd reißen, John, und ihn aus der Stadt jagen wie einen räudigen Straßenköter?

„Euer Freund Tom Battey ist tot, stieß James unerschrocken hervor. „Er wurde in der Gasse hinter dem Haus des Blacksmith erstochen. Beim Sheriff's Office liegt ein weiterer toter Mann. Meint ihr nicht auch, dass genug Blut geflossen ist? Müssen noch weitere Männer sterben?

Die Nachricht vom Tod Batteys traf Ewers, Curtis und Bronson. Ungläubig starrten sie James an. Dieser hielt den Colt unverrückbar auf Collins gerichtet. Er wollte sich hier durchsetzen. Unter allen Umständen.

„Wer - wer hat Battey umgebracht?", entrang es sich schließlich Jim Ewers.

„Einer von Cole Sanders' Banditen, nehme ich an, antwortete James. „Er entkam mir. Sicher aber ist er noch in der Stadt. Keiner kennt den Burschen, den Sanders zurückgelassen hat nach dem Mord an eurem Boss. Die Schießerei wird auch Sanders und den Rest zurückgelockt haben. Würde mich nicht wundern, wenn sie bereits auf uns zielen.

Wie auf ein geheimes Kommando glitten sie aus dem Lichtschein. Ihre Hände fuhren zu den Colts.

„Lasst euch von ihm nicht ins Boxhorn jagen!, rief Collins heiser. „Sanders wird sich hüten, in die Stadt zurückzukehren.

„Du bist ein Narr, Collins!, herrschte ihn James an. „Glaubst du denn wirklich, dass er weit geflohen ist? Denkst du, er lässt es darauf beruhen, dass er Meacham umgelegt hat? Er setzt alles daran, um seinen Bruder rauszuhauen. Und du kommst jetzt mit, damit du nicht noch mehr Unheil anrichtest

Collins nestelte an der Schnalle seines Revolvergurts, öffnete sie und reichte Jim Ewers den Gürtel.

„Und nun zu uns beiden, Deputy, grollte er düster. „Du willst mich verhaften. Da ich nicht freiwillig mit dir komme, musst du mich zwingen.

Er stampfte zur Treppe und sprang in die Fahrbahn, hob die Fäuste und winkelte die Arme an.

„Vorwärts, Deputy. Oder willst du kneifen?"

„Ich nehme deine Herausforderung nicht an, Collins!, brach es über James' Lippen. „Sie kommt zum falschen Zeitpunkt, verstehst du? Zwing mich nicht, auf dich zu schießen.

„Feigling!", zischte Collins und setzte sich in Bewegung.

*

James wich zurück. Seine Gedanken drifteten auseinander. In ihm tobte ein heftiger Kampf. Er hatte das Recht, Collins niederzuschießen. Aber da war die Hemmschwelle, die er nicht zu überschreiten vermochte.

„Stehen bleiben, Collins!, warnte er. „Oder ich garantiere für nichts.

Der Anflug von Wildheit in Collins' Zügen zeigte an, dass er nicht daran dachte, dem Befehl nachzukommen. „Ich schlage dich aufgeblasenen Affen jetzt in Stücke. Und anschließend knöpfen wir uns Murray vor. Und dann holen wir Matt Sanders aus dem Bau und hängen ihn."

James hielt unvermittelt an. Er senkte den Colt, um Collins eine Kugel ins Bein zu jagen, aber er zögerte noch, und Collins sprang ihn an, einen wilden Schrei auf den Lippen.

Zwei Herzschläge lang stand James wie gelähmt, als hätte ihn eine unsichtbare Macht hypnotisiert. Erst als Collins gegen ihn prallte, schüttelte er den Bann ab. Aber da flog er bereits in den Staub. Ein Schuss löste sich aus seinem Colt, aber die Kugel schwirrte zum Himmel. Ein eisenharter Tritt prellte ihm das Eisen aus der Hand. Und mit dem nächsten Atemzug knallte Collins' Stiefel unbarmherzig gegen seine Rippen.

„Ich zertrete dich wie einen Wurm!", hechelte der Vormann außer sich. Er gehorchte in diesen Augenblicken nur noch den niedrigsten Trieben, seine Leidenschaft kannte keine Zugeständnisse, keine Versöhnung, er war besessen von dem Gedanken, zu zerschlagen, zu zerstören, zu vernichten.

Der Schmerz von dem gemeinen Tritt zuckte bis unter James Hirnschale. Er spürte Übelkeit in sich aufsteigen, und vor seinen Augen tanzten grelle Lichter. Instinktiv, nur noch vom Selbsterhaltungstrieb geleitet, rollte er herum. Dort, wo er eben noch gelegen hatte, prallte Collins' Fuß auf die Straße.

Der Vormann prellte sich das Bein, aber er ignorierte es. Mit einem bösen Grollen in der Kehle folgte er James. Dieser kam auf die Knie. Collins' Fäuste flogen auf seinen Kopf zu. Er ließ sich einfach nach vorn fallen, und die Schwinger zischten über ihn hinweg. Vom eigenen Schwung getrieben, stolperte Collins über James und flog der Länge nach auf den Bauch. Aufbrüllend wälzte er sich herum.

Gleichzeitig kamen sie wieder hoch. Ansatzlos stieß Collins sich ab. Wie von einem Katapult geschleudert, schnellte er auf James zu. Dieser tauchte gedankenschnell zur Seite weg. Der Vormann taumelte ins Leere. Mit einer Verwünschung auf den Lippen fuhr er herum. Aus der Drehung heraus ließ er seine Rechte fliegen.

James sah die Faust kommen und blockte den Schlag ab. Sein rechter Arm stach kerzengerade nach vorn, und er traf Collins am Kinn. Der Kopf des Vormannes flog in den Nacken. Er grunzte. Und er ließ seine Fäuste wie Schmiedehämmer wirbeln. James duckte sich geistesgegenwärtig, spürte den Luftzug der Schläge an seinem Kopf und glitt leichtfüßig aus dem Gefahrenbereich.

John Collins setzte ihm nach. James holte einen Schwinger aus der Hüfte, knochentrocken landete seine Faust erneut am breiten Kinn des Vormannes. Und dieser Schlag zeigte Wirkung. Collins wurde zurückgetrieben, stolperte über seine eigenen Beine und setzte sich auf die Straße. Er schüttelte den Kopf, um die Benommenheit zu vertreiben, japste nach Luft und stierte James aus unterlaufenen Augen an.

James' Blick suchte die drei Weidereiter. Noch hielten sie sich raus. Er hielt Ausschau nach seinem Colt. Er lag halb versunken im Staub, drei Schritte von ihm entfernt. James sprang hin, riss die Waffe an sich und war im nächsten Augenblick wieder bei dem angeschlagenen Vormann.

Die drei Schießer griffen nach ihren Colts, doch da hatte James den Vormann schon von hinten gepackt und setzte ihm die Mündung auf den Rücken.

Collins rang nach Luft. An ihm vorbei richtete James die Kanone auf die Weidereiter, die jetzt ihre Eisen in den Fäusten hatten.

„Die Colts weg!", gebot James mit klirrender Stimme.

Er drückte die Mündung gegen John Collins' Rippen. Die drei ließen die Sechsschüsser sinken und zerkauten einige Flüche. Rückwärtsgehend setzte James sich in Bewegung. Der Vormann röchelte und röhrte. Er kam gar nicht richtig zum Denken. James zerrte ihn die Straße hinunter.

„Zur Hölle mit dir, Lockwood!", krächzte er und wand sich in James' Umklammerung.

Ewers, Curtis und Bronson verließen den Vorbau. Langsam folgten sie James und seinem Gefangenen.

„Zurück!", rief James scharf.

Je klarer Collins wurde, desto heftiger begann er sich zu widersetzen. Er warf sich nach vorn, stemmte die Beine gegen den Boden, und James' Griff lockerte sich ein wenig. Collins trat nach hinten und traf James gegen das Schienbein. Die Zähne des Deputys knirschten übereinander, der Schmerz trieb ihm die Tränen in die Augen. In seinen Schläfen pochte der Zorn. Der Druck der Revolvermündung an Collins' Seite verschwand. Der Vormann rammte den Ellenbogen nach hinten. James knickte seitlich ein, der Ellenbogen stieß ins Leere, und dann knallte der Revolverlauf auf Collins' Schädel. Der schwere Körper erschlaffte. James schlug den Colt auf die Cowboys an. Er hatte Mühe, den Besinnungslosen mit einem Arm zu schleppen.

Unbeirrt folgten ihm die Weidereiter. Aber sie hielten immer die gleiche Distanz zu ihm ein. Zehn Schritte etwa.

Sie gelangten in die Nähe des Office. James' linker Arm, in dem der bewusstlose Vormann hing, begann taub zu werden. Aber da erschallte Steve Murrays drohende Stimme. „Verschwindet, ihr drei Narren! Noch einen Schritt, und es knallt."

Jetzt hielten die drei an. Im Unterton des Sheriffs hatte etwas gelegen, das keinen Zweifel darüber offen ließ, dass Murray am Ende seiner Geduld angelangt war.

Murray rief: „Wen bringst du da, James?"

„John Collins."

„Fein. Im Knast hat er Gelegenheit, darüber nachzudenken, was falsch und was richtig ist."

Der Sheriff öffnete die Tür. Er blieb in der Finsternis, die im Office herrschte. Keuchend schleifte James den Besinnungslosen an ihm vorbei.

Murray warf die Tür zu und verriegelte sie. Sie brachten Collins in den Zellentrakt, und jetzt zündete der Sheriff eine Laterne an. Sie sperrten den Vormann in die leere Zelle.

In Matt Sanders' bleichem Gesicht zeigte sich noch immer der Schock, in den ihn die Schießerei versetzt hatte. Er fürchtete nichts so sehr wie den Strick, den ihm der lynchwütige Mob um den Hals legen wollte. Nervös rief er: „Es waren die Meacham-Leute, nicht wahr, die eben den Feuerzauber veranstalteten? Wie lange soll das so weitergehen? Es macht mich verrückt. Irgendwann überrennen sie euch, und dann ..."

„Dann baumelst du!, vollendete James ungerührt. „Deinem Bruder bleibt dann nur noch, dich vom Strick abzuschneiden und dich unter die Erde zu bringen.

Murray löschte die Lampe aus. Sie verließen den Zellentrakt. Wild rüttelte Matt Sanders an den Gittern.

*

Die Meacham-Cowboys und ihre Anhänger verschwanden von der Straße. Irgendwo in der Stadt kläffte ein Hund, ein anderer stimmte ein.

James stand in der Dunkelheit neben dem zerschossenen Fenster und beobachtete die Main Street. Vom Schreibtisch her fragte der Sheriff bitter.

„Was werden diese Narren wohl noch alles aushecken in dieser Nacht?"

James erwiderte gepresst: „Wenig Erfreuliches, schätze ich. Seine Hand tastete nach der Beule an seinem Kopf, die an John Collins' eisenharte Faust erinnerte. Er verzog das Gesicht. „Wie spät ist es, Steve?, fragte er dann.

„Kurz nach elf."

„Okay, murmelte James. „Um halb zwölf gehe ich in den Mietstall und mache die Pferde reitfertig. Eine Viertelstunde später etwa komme ich, um Sanders zu holen.

„Ich gehe und sattle für dich die Pferde, erklärte der Sheriff mit Bestimmtheit. „Das ist das mindeste, was ich noch für dich tun kann, James. Er kam heran und legte dem Deputy die Rechte auf die Schulter. „Es müsste mehr Männer von deiner Sorte geben, murmelte er. „Dann wäre es nicht so schlecht um Recht und Ordnung in unserem Lande bestellt.

Er sprach es, machte kehrt und ging zur Hintertür.

Für James begann wieder das Warten. Verschwommen wehten die Geräusche aus dem Saloon heran. Eine Viertelstunde verging. Im Zellenanbau wurde es laut, da John Collins, der wieder zu sich gekommen war, zu randalieren anfing. Es splitterte und krachte, als er den Hocker zertrümmerte, der neben der Pritsche das einzige Mobiliar der Zelle darstellte.

Soll er sich austoben, dieser Narr, durchzuckte es James. Irgendwann hört er von selbst auf.

Zwanzig Minuten etwa waren vergangen, seit Murray das Office verlassen hatte. Noch dachte James sich nichts dabei. Als aber weitere zehn Minuten verstrichen waren, begann er sich Sorgen zu machen. Dunkle Ahnungen beschlichen ihn.

Noch einmal vergingen zehn Minuten, dann waren draußen hastige Schritte zu vernehmen. Derjenige, der kam, vermied es, sich auf dem Plankengehsteig zu bewegen, als fürchtete er, dass seine Tritte auf den Bohlen das Böse, das die Stadt beherrschte, auf ihn aufmerksam machte. Eine schmale Gestalt erschien am Fenster, eine ängstliche Stimme flüsterte: „Lockwood, hören Sie mich?"

Jetzt erkannte James ihn. Es war Flint Masters, der Stallbursche. Der Magen krampfte sich dem Deputy zusammen. Yeah. Was ist? Schickt dich der Sheriff?

Er fragte es, obwohl ihm schwante, dass etwas geschehen war, das all seine Pläne über den Haufen warf.

„Dieser Cole Sanders und einer seiner Kumpane haben den Sheriff im Mietstall erwischt, wisperte Flint. „Sie haben ihn auf ein Pferd gelegt und mit ihm die Stadt verlassen. Ihnen soll ich bestellen, dass sie Murray die Kehle durchschneiden, wenn bis spätestens morgen früh Sanders' Bruder nicht in Freiheit ist.

James hatte plötzlich das Gefühl, von einem tonnenschweren Gewicht erdrückt zu werden. Die Stimme des Jungen erreichte ihn noch einmal. Flint raunte: „Noch etwas hat mir Sanders aufgetragen, Deputy. Sie sollen sich auf ihn einstellen. Er will sich Ihren Skalp holen, sobald sein Bruder frei ist. Das waren seine Worte."

James registrierte die Drohung kaum. „Sagte er auch, dass er den Sheriff laufen lässt, wenn Matt freikommt?"

„Ich habe Ihnen alles übermittelt, was er Ihnen ausrichten ließ, Deputy."

Flint Masters verschwand.

James war wie betäubt. Im Zellenanbau begann John Collins zu brüllen wie ein Wahnsinniger. Es erreichte nur den Rand von James' Bewusstsein.

*

James befand sich in einer furchtbaren Stimmung. Er wusste sich keinen Rat. Unruhig schritt er im Office auf und ab. So sehr er sich auch das Gehirn zermarterte, das Ergebnis war immer das gleiche: Steve Murrays Leben war keinen Pfifferling mehr wert, wenn bis zum Morgen Matt Sanders das Jail nicht als freier Mann verließ.

Im Zellenanbau war es jetzt ruhig. John Collins hatte sich ausgetobt und eingesehen, dass sein Wutausbruch nichts einbrachte.

Einem jähen Impuls folgend, griff sich James die Greener und verließ das Office. Sorgfältig schloss er die Tür hinter sich ab. Er stapfte zum Saloon. Wie das Rauschen eines Wasserfalles trieb ihm das Stimmendurcheinander aus dem Schankraum entgegen. Er wusste, dass er sich in die Höhle des Löwen begab, aber er zögerte nicht einen Lidschlag lang.

Als er eintrat, wurde es schlagartig still - still wie auf einem Boothill nach dem Jüngsten Tag. Stechende Augen musterten ihn. Knarrend schwangen hinter ihm die Batwings aus. Er blickte in die vom Alkohol geröteten, glasigen Augen der Gäste, spürte Widerwillen in sich hochkriechen beim Gedanken daran, dass diese Meute geradezu verrückt darauf war, einen Mann am Ende eines Strickes baumeln zu sehen. Er konzentrierte sich auf Jim Ewers, Ed Curtis und Ken Bronson.

Die drei Cowboys standen am Tresen. Sie hatten Front zu ihm eingenommen und fixierten ihn feindselig.

Rau stieg es aus James' Kehle: Es sieht so aus, als wäre es Cole Sanders gelungen, seinen Willen durchzusetzen. Er hat den Sheriff als Geisel und droht, ihm den Hals durchzuschneiden, wenn ich seinen kleinen Bruder nicht freilasse. Er will uns in die Knie zwingen, Leute. Mich, diese Stadt und auch euch von der Meacham-Ranch.

„Weshalb erzählst du uns das, Lockwood?, presste Jim Ewers unbeeindruckt hervor. „Was interessiert uns Murray? Was wir wollen, weißt du!

Langsam näherte sich James den dreien. Die Shotgun trug er am langen Arm. Fast körperlich spürte er die Welle der Ablehnung, die ihm entgegenschlug. Aber die Angst um Steve Murray ließ ihn seinen Stolz überwinden. Er war sogar bereit, sich demütigen zu lassen. Es ging um Leben und Tod.

Drei Schritte vor ihnen blieb er stehen. Seine Lippen sprangen auseinander: „Während wir uns gegenseitig heißes Blei servierten, hat sich Cole Sanders einen Plan von teuflischer Perfektion zurechtgelegt. Und jetzt sitzen wir sozusagen in einem Boot, Ewers. Begraben wir das Kriegsbeil und wenden wir uns gemeinsam gegen den Terror, den Cole Sanders nach Coyote Wells gebracht hat."

„Sieh an, sieh an!, ließ sich Ed Curtis vernehmen, und es klang boshaft, unversöhnlich und gleichzeitig triumphierend. „Der aufrechte, unerschrockene James Lockwood bettelt um Hilfe. Wenn das kein Hohn ist.

Und Ken Bronson ergänzte sarkastisch: „Hättet ihr uns Matt Sanders gleich überlassen, dann würdest du keine Probleme mehr haben, Lockwood. Ihr allerdings habt uns sozusagen den Krieg erklärt. Keith Meacham musste dran glauben, ebenso Tom Battey. Du hast unseren Vormann zusammengeschlagen und eingesperrt. Und jetzt verlangst du, dass wir das alles einfach vergessen und so tun, als wäre alles in Butter. Nicht mit uns, Lockwood."

Hinter James war Geschiebe und Gedränge. Ein Halbkreis aus Männern schloss ihn plötzlich ein. Hämisches Grinsen schlich sich in die Mienen der drei K.M.-Reiter. Und da erkannte James, dass er einen tödlichen Fehler begangen hatte, als er sich hierher begab. Er wirbelte herum und riss die Shotgun in den Anschlag. Ehe er aber die Hähne spannen konnte, bohrte sich ihm eine Coltmündung in den Rücken. Frostig sagte Jim Ewers: „Es wird uns ein müdes Lächeln kosten, Matt Sanders aus dem Jail zu holen und aufzuknüpfen. Schreib es deiner Dummheit zu, Lockwood."

Vor James schien die Welt in Flammen aufzugehen, als etwas gegen seinen Kopf donnerte. Die Gestalten vor ihm verloren ihre Konturen, und dann senkte sich undurchdringliche Dunkelheit vor seine Augen. Den Aufschlag am Boden spürte er schon nicht mehr.

„Der Weg ist frei!, schrie Jim Ewers und holsterte seinen Colt. „Folgt mir!

Der Mob drängte aus dem Saloon. Grölend schob sich die Meute die Main Street hinunter auf das Sheriff's Office zu. Die Tür wurde eingetreten. Die K.M.-Reiter und noch einige andere Kerle verschwanden in dem Gebäude.

Ewers fand die Zellenschlüssel. Sie betraten den Zellentrakt. Lichtschein fiel auf die beiden Männer in den Zellen.

Während John Collins sofort an die Gitterwand herantrat, wich Matt Sanders mit dem Ausdruck des namenlosen Entsetzens im kreidebleichen Gesicht bis zur Außenwand zurück. Eine unsichtbare Hand begann ihn zu würgen.

„Na endlich!, röhrte Collins' Organ. „Mach auf, schnell! Wie ist es euch gelungen ...

Während Jim Ewers die Schlüssel ausprobierte, berichtete er mit knappen Worten.

Der dritte Schlüssel passte. Die Gittertür schwang auf, und Collins trat in den Korridor vor den Zellen. Sofort übernahm er das Kommando.

„Holt Sanders aus der Zelle, damit wir das Urteil vollstrecken, das Keith Meacham gefällt hat."

Wieder klirrten die Schlüssel an dem eisernen Ring. Die Tür quietschte leise in den Scharnieren. Abwehrend streckte Matt Sanders seinen Henkern die Hände entgegen. Seine Lippen formten tonlose Worte. Seine Stimmbänder versagten. Er sah die Mordgier in den glitzernden Augen, und plötzlich warf er sich mit dem Mut der Verzweiflung den Kerlen entgegen. Seine Fäuste fanden drei-, viermal ein Ziel, dann wurde der Bandit niedergerungen.

Einige brutale Schläge trafen ihn, er wurde getreten und schließlich auf die Beine gezerrt. Eisenharte Hände packten seine Arme und drehten sie nach hinten.

Er brüllte wie am Spieß. Handschellen, die jemand aus dem Office geholt hatte, klickten um seine Gelenke, er wurde ins Office bugsiert und auf die Straße getrieben. Ein derber Stoß warf ihn in den Staub. Er wimmerte und wand sich am Boden.

Unbarmherzig wurde er hochgerissen, und dann schleppte ihn die enthemmte Rotte zum Ende der Stadt, wo eine alte Korkeiche mit knorrigen, ausladenden Ästen stand.

Geisterhaft huschte der Lichtschein über die Fassaden der Häuser. Die Menge johlte und grölte. Aus den Häusern kamen Männer und Frauen und schlossen sich dem makabren Zug an.

Matt Sanders hatte keine Chance. Er war nur noch ein schlotterndes Bündel, dem Irrsinn brutaler Gewalt hoffnungslos ausgeliefert. Eine Schlinge flog über einen der starken Äste, jemand schleppte eine Kiste heran. Kräftige Arme hoben Matt Sanders hinauf, die Schlinge wurde über seinen Kopf gestreift und zugezogen. Es nützte ihm nichts, dass er den Köpf hin und her warf. Das Seil straffte sich. Der raue Hanf scheuerte am Hals des Outlaws, Sein Mund klaffte auf zu einem Schrei, der jedoch im Ansatz erstickte, als mit einem Ruck die Kiste unter den Füßen des Banditen weggezogen wurde. Noch einige Male zuckten seine Beine unkontrolliert im letzten Aufbäumen seiner Lebensgeister, dann hing er schlaff am Seil.

*

In dem Moment, als Matt Sanders sein Leben aushauchte, kam James zu sich. Der Druck in seinem Schädel schien sein Hirn einzuengen. Er fand sich nicht sogleich zurecht. Jemand beugte sich über ihn, und mit einem Schlag kam die Erinnerung. Er fuhr hoch, als wäre er von einem glühenden Draht berührt worden. Stechender Schmerz durchzuckte seinen Kopf, ihm wurde übel und schwindlig, doch dann erfasste er, dass sich außer ihm und dem Keeper kein Mensch mehr im Schankraum befand. Seine Züge verzerrten sich vor Schrecken. Das Begreifen kam mit qualvoller Schärfe.

„Haben sie ..."

Seine Stimme erstarb. Obwohl er die Antwort kannte, hing sein flackernder Blick voll gespannter Erwartung an den Lippen des Keepers. Ja, er kannte die Antwort, und dennoch traf ihn das Nicken des anderen wie ein harter Schlag. Er spürte plötzlich Gänsehaut.

Er kämpfte sich hoch. Das Stechen in seinem Kopf nahm er gar nicht wahr. Sein suchender Blick glitt über den Boden. Nirgends konnte er seine Schrotflinte entdecken. Jemand hatte sie an sich genommen. Auch sein Holster war leer. Auf weichen Knien wankte er zur Tür. Er stolperte die Stufen des Vorbaus hinunter und konnte nur im letzten Moment sein Gleichgewicht bewahren. Vom Stadtende her sickerte das Gejohle der Lyncher heran.

„Mörder!", krächzte James, und er dachte an Steve Murray.

Und der Hass kam bei ihm in rasenden, giftigen Wogen.

*

„Da kommt jemand!, warnte Tex Hookers raue Stimme. „Hölle, hört ihr auch das Geschrei in der Stadt? Was mag da los sein?

Nur schemenhaft war die Gestalt wahrzunehmen, die am Saum des Ufergebüsches entlang heran rannte. Der Bursche gab sich keine Mühe, leise zu sein. Er rief: „Ich bin es, Brad."

Die fünf Outlaws traten aus dem Schlagschatten. Keuchend hielt „One Eye Brad Parker bei ihnen an. Er hechelte: „Sie haben den Deputy überwältigt und Matt aus dem Jail geholt.

Rasselnd holte er Luft „Matt ist tot, Cole. Und jetzt ..."

Er verstummte erschrocken, weil Cole Sanders Fäuste ihn am Hemd packten. Sanders riss Parker dicht an sich heran. Der heiße Atem Sanders prallte in das Gesicht des Einäugigen. Cole Sanders knirschte: „Sag das noch mal, Brad! Sie haben ..." Seine Gestalt erzitterte. Die weiteren Worte blieben Cole Sanders im Hals stecken. Er begriff, und der Schock traf ihn mit aller Härte.

„Ja, Cole, sie haben deinen Bruder gelyncht. Und jetzt satteln sie ihre Pferde, um uns einzuheizen. Sie sind außer Rand und Band. Von Lockwood wissen sie, dass wir den Sheriff gekidnappt haben. Es interessiert sie nicht. Sie nehmen seinen Tod in Kauf. Sie haben Blut geleckt und wollen uns nun wegen des Mordes an Keith Meacham neben Matt hängen sehen."

Cole Sanders stieß Brad Parker zurück und wandte sich ab. Er entfernte sich ein Stück von den anderen und starrte mit brennenden Augen in die Finsternis hinein.

Matt ist tot! Aufgehängt! Sie haben ihn unter einen Baum geschleppt und ihm einen Strick um den Hals gelegt! Er ist tot - tot – tot ...

Er konnte nichts anderes denken. Und seine Gedanken waren wie ein Hammer, der den verzehrenden Hass wie einen giftigen Stachel tiefer und tiefer in sein Gemüt trieb.

In der Stadt wieherte ein Pferd. Es war wie ein Signal für Cole Sanders. Er schwang herum.

„Wir verschwinden! Vorher aber will ich zwei Dinge erledigen ..."

Sie zogen den Pferden die Sattelgurte straff.

„Reitet voraus", knurrte Cole Sanders und zückte sein Messer. Schwach schimmerte der polierte Stahl im Licht des Mondes und der Sterne. Die fünf Kumpane Sanders schwangen sich auf die Pferde. Sie setzten die Tiere in Bewegung. Im Schritt entfernten sie sich.

Cole Sanders ging zu Sheriff Steve Murray, der gefesselt am Rand des Buschgürtels lag und in den die Todesangst hineinkroch. Um ihn war das monotone Rauschen des Flusses, das Zirpen der Grillen, das leise Rascheln der Blätter. Er vernahm die Geräusche aus der Stadt und sah an dem Banditen in die Höhe. Dumpfer Hufschlag rollte heran.

„Du hast es gehört, Sheriff, presste Cole Sanders hervor, und seine Stimme hatte den Klang zerspringenden Glases. „Matt ist tot. Du weißt, was das für dich bedeutet.

Er beugte sich über Steve Murray. Kalt und tödlich blinkte die Dolchklinge.

„Tu's nicht!, ächzte der Sheriff, „Es ...

Glühend fuhr ihm der Stahl ins Herz. Cole Sanders kannte keine Gnade, kein Mitleid, keine Barmherzigkeit. Er befand sich wie in einem Rausch. Sein Herz war kalt und tot.

„Das war erst der Anfang", flüsterte er für sich, säuberte das Messer im Gras und verstaute es wieder im Stiefel.

Zwischen ihm und der Town lag mehr als eine halbe Meile. Die Rotte, die ausschwärmte, um auf Menschenjagd zu gehen, war nur zu hören, aber nicht zu sehen.

Cole Sanders war mit einem kraftvollen Sprung im Sattel. Mit einem Schenkeldruck trieb er den Braunen hinter seinen Komplizen her. Er holte sie ein und rief: „Führ mich zu dem Platz, an dem sie Matt gelyncht haben, Brad. Wir nehmen ihn mit."

In einem weiten Bogen umritten sie Coyote Wells. Brad Parker führte den Pulk zu der Korkeiche. Der Körper des Gehenkten hing still und schlaff am Seil. Cole Sanders drängte sein Pferd nahe an ihn heran, umfasste ihn mit dem linken Arm und trennte mit seinem Messer das Seil durch. Der Leichnam fiel vor ihm über den Pferderücken.

„Sie werden es büßen, Bruder, versprach er, und Besessenheit lag in seinem Tonfall. „Alle ...

„Verschwinden wir!, drängte Chris Davis. „Langsam wird es hier brenzlig für uns. Wir wollen doch nicht Matts Stelle am Ast einnehmen, oder?

„Yeah, verduften wir!, pflichtete ihm Jack Dundy bei. „Verlassen wir die Gegend für eine Weile, bis etwas Gras darüber gewachsen ist. Und dann kehren wir zurück - und keiner wird damit rechnen. Dann lassen wir hier den Teufel aus dem Kasten.

„Ein toter Rancher, ein toter Sheriff und ein Lynchmord, knurrte Gordon Hays, der letzte Mann des teuflischen Sextetts. „Das schlägt Wellen bis in die Hauptstadt. Bald werden im ganzen Land unsere Steckbriefe aushängen, und es würde mich nicht wundern, wenn hier ein U.S. Marshal aufkreuzte.

Ihre Pferde traten auf der Stelle, scharrten mit den Hufen und peitschten mit den Schweifen.

„Man wird uns jagen wie tollwütige Hunde!", schloss Gordon Hays.

Ruhig gab Cole Sanders zu verstehen: „Du hast recht, Gordon. Also trennen wir uns, und jeder für sich taucht für eine Weile unter. Heute ist der 14. Juli. In genau einem Monat finden wir uns hier wieder ein. Bis dahin spricht hier schon kein Mensch mehr von uns. Umso härter wird sie unsere Rückkehr treffen. Wir werden für Heulen und Zähneknirschen sorgen. Und ich hole mir Lockwood vor die Kanone. - Haut ab, Männer. Nehmt verschiedene Richtungen und achtet darauf, dass sie euch nicht erwischen."

„Wohin reitest du, Cole?", fragte der Einäugige.

„Ich will Matt irgendwo in den Bergen begraben. Dann reite ich nach Phönix. Dort lebt eine Schwester von mir."

„Okay, murmelte Tex Hooker. „Bis Mitte August also. Ich werde mir einen Vollbart wachsen lassen. Auch ihr solltet euer Äußeres verändern, Amigos. Bis dann - so long.

Er gab seinem Pferd die Sporen und stob davon. Nach und nach löste sich der Pulk auf. Der trommelnde Hufschlag erregte keinen Verdacht in der Stadt. Die Nacht war voll von Hufgeräuschen.

Während die Meute der Lyncher das Terrain im Westen durchkämmte, setzten sich die Banditen in die entgegengesetzte Richtung ab. Jeder für sich. Ihre Spuren liefen auseinander. Sie gingen kein Risiko ein. Aber sie hatten sich ein Versprechen gegeben.

Jeder von ihnen war entschlossen, sich in einem Monat in Coyote Wells einzufinden, um Terror und Tod in die Stadt zu bringen.

*

James hatte sein Pferd aus dem Mietstall geholt. Er wollte alles daransetzen, um Steve Murray aus den Klauen der Banditen zu befreien. Dicht hinter dem Lynchmob verließ er die Stadt. Und während die mordgierige Horde sich in Gruppen aufteilte und auseinanderschwärmte, ritt er am Ufer des Flusses entlang. Die

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Was die anderen über Raue Männer - 9 Western Romane denken

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