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Arik der Schwertkämpfer 2: Kampf um Samara: Cassiopeiapress Fantasy Serie/ Edition Bärenklau

Arik der Schwertkämpfer 2: Kampf um Samara: Cassiopeiapress Fantasy Serie/ Edition Bärenklau

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Arik der Schwertkämpfer 2: Kampf um Samara: Cassiopeiapress Fantasy Serie/ Edition Bärenklau

Länge:
246 Seiten
3 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
17. Okt. 2017
ISBN:
9783736877009
Format:
Buch

Beschreibung

Der Umfang dieses Ebooks entspricht 258 Taschenbuchseiten.
Die Truppen von König Keron haben Kh´an Sor verlassen und ziehen nach Samara. Am Vorabend der entscheidenden Schlacht stehen sich die feindlichen Heere vor den Toren der Stadt gegenüber, während Orcon Drac, der Ritter der Finsternis, bereits weitere verhängnisvolle Pläne schmiedet. Die dunklen Götter waren ihrem Ziel noch nie so nahe, in diese Welt einzudringen und sie zu vernichten.
Aber auch Arik hat mittlerweile erkannt, welche Rolle er in dieser schicksalhaften Auseinandersetzung zwischen Licht und Finsternis spielt. Denn die alten Schriften haben prophezeit, dass ein Sterblicher das entscheidende Zünglein an der Waage sein wird ...
Cover: Steve Mayer
Herausgeber:
Freigegeben:
17. Okt. 2017
ISBN:
9783736877009
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Arik der Schwertkämpfer 2 - Alfred Wallon

München

Arik der Schwertkämpfer

Götter, Helden und Dämonen

Band 2

Kampf um Samara

von Alfred Wallon

© dieser Digitalausgabe by Alfred Bekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

www.alfredbekker.de

postmaster@alfredbekker.de

EDITION BÄRENKLAU, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius

Kampf um Samara – Die große Fantasy-Saga von Alfred Wallon & Marten Munsonius © by Alfred Wallon und Edition Bärenklau, 2015

Cover © by Steve Mayer 2015

Der Umfang dieses Ebooks entspricht 258 Taschenbuchseiten.

Die Truppen von König Keron haben Kh´an Sor verlassen und ziehen nach Samara. Am Vorabend der entscheidenden Schlacht stehen sich die feindlichen Heere vor den Toren der Stadt gegenüber, während Orcon Drac, der Ritter der Finsternis, bereits weitere verhängnisvolle Pläne schmiedet. Die dunklen Götter waren ihrem Ziel noch nie so nahe, in diese Welt einzudringen und sie zu vernichten.

Aber auch Arik hat mittlerweile erkannt, welche Rolle er in dieser schicksalhaften Auseinandersetzung zwischen Licht und Finsternis spielt. Denn die alten Schriften haben prophezeit, dass ein Sterblicher das entscheidende Zünglein an der Waage sein wird ...

Erstes Buch

Kampf um Samara

Dichter Morgennebel hing über dem Land jenseits der Todeswüste von Esh. Die Sonne war gerade erst über den roten Sandsteinfelsen aufgegangen, aber ihr Licht wurde von den milchigen Schleiern verschluckt, die es noch nicht einmal zuließen, dass man die weite Ebene sehen konnte. Es war die Jahreszeit, in der solch dichter Nebel von einer Stunde zur anderen auftrat und dann für Stunden das Land verschluckte, bis sich schließlich die helle Sonne doch ihren Weg durch die dichten Schleier bahnen konnte.

„Ich kann nichts erkennen!, schimpfte der Mann, der sich mit seinen Gefährten hier oben in den Felsen postiert hatte und schon seit Stunden darauf wartete, dass sich jenseits des Horizontes endlich das feindliche Heer aus Kh’an Sor zeigte. „Bei dem mächtigen Parr – was ist, wenn wir nicht rechtzeitig bemerken, dass diese Bastarde im Anmarsch sind?

Seine Kinnmuskeln mahlten unaufhörlich.

„Wir werden es bemerken, Trish, erwiderte einer der Soldaten, die neben ihm standen und ebenfalls hinaus in den Nebel blickten. Sie fühlten sich alle überhaupt nicht wohl dabei. „Denn ein Heer kommt nicht lautlos heran. Wir müssen eben nur warten, bis Loon sie hierher führt – erst dann können wir zuschlagen und sie alle töten.

„Sie hätten aber schon längst hier sein müssen, gab der Soldat namens Trish zu bedenken. „Du bist es doch gewesen, der Loon zuletzt draußen in der Wüste getroffen hat, Imerkan. Was hat er dir denn gesagt?

„Er hat mir nur berichtet, dass König Keron ihm vollkommen vertraut und nichts davon ahnt, dass Loon das gesamte Heer in eine tödliche Falle führen wird, antwortete Imerkan. „Sie haben einen langen und harten Weg hinter sich, der viel Kraft kosten wird. Niemand wird ahnen, dass am Ende dieses Weges der Tod lauert. Er lachte gehässig bei den letzten Worten.

„Loon ist ein mächtiger Magier, sagte Trish gedankenverloren. „Es ist gut, dass er in den Diensten unseres Fürsten steht. Ohne seine Hilfe würde es wahrscheinlich eine Schlacht zwischen den Heeren aus Kh’an Sor und Samara geben, die viele Menschenleben kosten wird.

„Womit du mehr als recht hast, pflichtete ihm sein Kamerad bei. „Und jetzt zerbrich dir nicht mehr unnötig den Kopf über Loons Ausbleiben. Er wird schon bald kommen, und bis dahin bleibt uns eben nichts anderes übrig als abzuwarten. Vergiss nicht, wie viel davon abhängt, dass die Feinde ahnungslos in die Falle tappen. Umso schneller wird der Krieg zwischen Kh’an Sor und Samara beendet sein.

Trish nickte nur bei diesen Worten. Trotzdem wäre es ihm lieber gewesen, wenn sich der Nebel verzogen und er einen klaren Blick über das vor ihm liegende Gelände gehabt hätte. Die Felsenlandschaft südwestlich von Samara war ziemlich zerklüftet und unübersichtlich dazu. Zahlreiche Schluchten und Wege kennzeichneten dieses Gelände. Hinter ihnen befand sich nur wenige Stunden entfernt die Hauptstadt des Fürstentums, und vor ihnen in nordwestlicher Richtung erstreckte sich die Todeswüste von Esh, ein dürrer Streifen Landes, das nur ein Verrückter allein durchquerte. Hitze, Sand und Wüstenstürme machten einem Reisenden das Leben zur Qual. Ganz zu schweigen von den wenigen Quellen, die es dort gab und die einen zum Tode verurteilten, wenn man sie nicht rechtzeitig erreichte. Und ein Heer, das die Todeswüste durchquerte, würde sicherlich ziemlich entkräftet sein, wenn es diesen Landstrich erst einmal hinter sich gebracht hatte. Zumal es ja Loons Absicht gewesen war, das Heer nicht direkt bis hierher zu führen, sondern auf Umwegen!

Fürst Dion hatte eine schlagkräftige Streitmacht hier in den Sandsteinfelsen postiert, die der Armee aus Kh’an Sor dann so zusetzen sollte, dass es anschließend ein leichtes sein würde, sie endgültig zu besiegen. Es waren mehr als hundert Soldaten, die in den zerklüfteten Felsen Posten bezogen hatten und ihre Waffen bereithielten, um dann auf Kommando sofort losschlagen zu können. Unter ihnen befanden sich zwanzig gute und treffsichere Bogenschützen, die sich unmittelbar am Rande des Abgrundes aufhielten, von wo aus sie den gefiederten Tod den Soldaten aus Kh’an Sor entgegenschicken würden, sobald diese in Sicht kamen und dem Weg folgten, der durch eine enge Schlucht führte.

Andere Soldaten wiederum hatten etwas weiter drüben Posten bezogen und schon seit Stunden Felsen und lockeres Gestein aufgehäuft und dann mittels eines Holzgestelles dort aufgetürmt. Diese Felsbrocken würden sofort in die Tiefe fallen, sobald die Soldaten die Stricke kappten, mit denen die Holzgestelle verbunden waren. Eine Felsenlawine würde dann in die Schlucht stürzen und dem Heer den Rückweg versperren. Dann blieb nur noch der Weg nach vorn, und das war dann der Moment, wo die Bogenschützen und Lanzenwerfer eingreifen würden. Zuletzt blieb dann nur noch der Kampf Mann gegen Mann, und wer hier der Sieger sein würde – daran hatte keiner der Soldaten aus Samara ernsthafte Zweifel.

Nur der Nebel, der vor der Morgendämmerung plötzlich aufgetreten war – damit hatte niemand gerechnet. Deshalb waren die Worte der Soldaten und zahlreichen Wachposten nun gänzlich verstummt. Stattdessen versuchte jeder der Männer, die vertrauten Geräusche von Hufschlägen zu erkennen. Oder das Klirren von Sattelleder und das Quietschen von Wagenachsen. Alles, was darauf schließen ließ, dass ein Heer im Anmarsch war.

Aber immer noch blieb alles still, und es erschien den Soldaten fast so, als seien sie die einzigen Lebewesen auf der Welt. Samara, die prächtige Stadt am Rande der Wüste, lag hinter ihnen jenseits des Horizontes, und dort wartete man schon sehnsüchtig darauf, dass die Soldaten dem Fürsten schon bald meldeten, dass der Plan des Magiers aufgegangen und das Heer König Kerons vernichtet worden war.

Trish zuckte zusammen, als er plötzlich irgendwo drüben am Eingang der Schlucht einen Laut vernahm. Unwillkürlich blickte er in diese Richtung, konnte aber natürlich aufgrund des dichten Nebels nichts erkennen.

„Was ist?, wollte sein Kamerad Imerkan von ihm wissen. „Hast du etwas gehört?

Trish zögerte mit einer Antwort.

„Ich weiß nicht, erwiderte er unsicher. „Im ersten Moment dachte ich, da wäre etwas gewesen. Aber jetzt ... Er zuckte nur mit den Schultern, bevor er fortfuhr. „Dieser Nebel macht mich noch ganz verrückt."

„Bleib ruhig", sagte Imerkan daraufhin, hielt dann aber auch plötzlich inne, als auch er einen leisen Laut zu hören glaubte. Ein Scharren, wie wenn Fußsohlen auf loses Gestein traten. Dieses Geräusch kam seltsamerweise aber nicht aus der Richtung, von wo sie den Feind erwarteten, sondern von weiter oben in den Felsen.

„Du hast auch was gehört, nicht wahr?", sagte nun Trish, als er den Blick seines Kameraden bemerkte. Imerkan kam jedoch nicht mehr dazu, darauf etwas zu erwidern, denn plötzlich erfüllte ein leises Sirren die morgendliche Stille. Nur Sekundenbruchteile später bohrte sich ein Pfeil in die Kehle des Soldaten aus Samara und stieß ihn nach hinten. Imerkan spürte einen grässlichen Schmerz, und seine Augen nahmen einen ungläubigen Ausdruck an.

Er wollte um Hilfe rufen, aber über seine Lippen kam nur ein krächzendes Gurgeln, bevor er schließlich zusammenbrach und starb.

Gellende Kriegsschreie erfüllten die Luft, als sich weiter oben in den Felsen plötzlich die Umrisse von Männern abzeichneten, die den Soldaten aus Samara weitere Pfeile entgegenschickten. Und gar mancher von ihnen traf sein Ziel schon mit dem ersten Schuss.

Trish war im ersten Augenblick wie gelähmt, als er Imerkan sterben sah. Aber dann wurde auch ihm mit einem mal bewusst, was das zu bedeuten hatte. Nicht sie waren es, die die Soldaten aus Kh’an Sor in eine Falle gelockt hatten – sondern es war stattdessen der Feind, der nun den Spieß umgedreht und sich unbemerkt in den Rücken der Samaraner geschlichen hatte!

Trish wollte sich hastig zurückziehen, aber es war schon zu spät dazu. Der Angriff der Feinde aus Kh’an Sor war so plötzlich gekommen, dass viele Samaraner nicht mehr rechtzeitig reagierten. Die Pfeile der Söldner aus Kh’an Sor brachten den Tod, bevor die Samaraner überhaupt begriffen, wie ihnen geschah. Auch Trish wurde getroffen, bevor er einen schützenden Felsen erreichen konnte. Er schrie auf, als er den heftig brennenden Schmerz im Rücken spürte, der sich schließlich über den ganzen Körper ausbreitete und ihn lähmte. Er sah nur noch ganz undeutlich die Gegner, die nun immer näher kamen und seine sich verzweifelt wehrenden Kameraden in arge Bedrängnis brachten. Sekunden später war Trish auch schon tot.

*

Arik hielt Valnir, die Götterklinge, hoch empor, als er zusammen mit den Kriegern seiner Legion in den Rücken der Feinde fiel. Der Plan hätte nicht besser sein können. Die Samaraner waren so überrascht von der Tatsache, dass sich die Söldner aus Kh’an Sor unbemerkt in ihren Rücken geschlichen hatten, dass sie im entscheidenden Augenblick viel zu spät reagierten. Ein erster Pfeilhagel forderte bereits schon viele Opfer, denn in Ariks Legion befanden sich viele sehr gute Bogenschützen. Deshalb hatte er gerade die Hyrkenier so postiert, dass viele Samaraner den tödlichen Pfeilen nicht mehr entgehen konnten. Und noch während diese Soldaten sterbend oder schwerverletzt zusammenbrachen, hatten die anderen Krieger bereits ihre Schwerter gezogen, verließen dann ihre Deckung und stürmten auf die Samaraner zu.

Gellende Kampfschreie erfüllten die Luft. Nur wenige Augenblicke später begann ein harter und gnadenloser Kampf Mann gegen Mann. Die Samaraner versuchten sich so gut wie möglich zu wehren, aber angesichts der herben Verluste, die sie schon erlitten hatten, war das alles andere als leicht.

Arik war einer der ersten, die die Gegner jetzt erreicht hatten. Er schwang sein gewaltiges Schwert und drosch damit auf einen der samaranischen Soldaten ein, der natürlich versuchte, diesen Hieb mit seiner eigenen Klinge noch abzuwehren. Aber Ariks Arm führte Valnir so gut, dass der Soldat nicht dagegen ankam. Das Schwert wurde ihm aus den Händen gerissen, und nur wenige Atemzüge später bohrte sich Valnir dann in den Magen des Samaraners, der mit einem grässlichen Schrei zurücktaumelte.

Arik riss die Klinge aus der Wunde des Sterbenden und schenkte dem zusammenbrechenden Soldaten keinerlei Beachtung mehr. Denn er stand zwei anderen Gegnern gegenüber, die ihn jetzt auf ihn zustürmten.

Arik parierte den heftig geführten Hieb des ersten Soldaten sofort und versetzte dem anderen Angreifer dann einen Tritt, der diesen zur Seite stieß. Diese kurze Zeitspanne war ausreichend genug für Arik, um dem Soldaten, der ihn zuerst angegriffen hatte, den Todesstoß zu versetzen. Noch während der Unglückliche fiel und sein Leben aushauchte, wirbelte der Schwertkämpfer auch schon herum.

Gerade noch rechtzeitig, denn in der Zwischenzeit war der zweite Soldat nicht untätig gewesen. Denn er war näher an Arik herangekommen als dieser vermutet hatte. Deshalb streifte die Klinge des Gegners Arik an der Seite und hinterließ dort einen blutigen Streifen, der Arik im ersten Moment zusammenzucken ließ. Dann aber verbiss der Schwertkämpfer den Schmerz und drang stattdessen auf den Gegner ein. Mit zwei kräftigen Hieben der Götterklinge gelang es ihm, den Soldaten aus Samara wieder zurückzudrängen.

Der Soldat stieß einen grässlichen Fluch aus, weil er schon geglaubt hatte, Arik mit dem ersten Hieb so geschwächt zu haben, dass dieser unweigerlich diesen Kampf verlieren würde. Allerdings kannte der Soldat nicht den zähen Willen und die Entschlossenheit des Schwertkämpfers, der sich nicht das erste Mal in so einer Schlacht befand und deshalb wusste, worauf es ankam. Auch wenn die Wunde, die ihm der Soldat aus Samara zugefügt hatte, ziemlich schmerzte, so zeigte er keinen einzigen Moment lang Schwäche. Er holte vielmehr zu einem weiteren Hieb aus, der den Gegner an der Schulter traf. Der Soldat stieß einen lauten Schrei aus und zögerte im entscheidenden Moment. Arik setzte sofort nach und besiegte den Soldaten dann mit einem gut geführten Hieb, der mitten ins Leben traf. Dann brach der Samaraner zusammen.

Erneut wirbelte der Schwertkämpfer herum, reckte die Klinge empor und hielt Ausschau nach weiteren Gegnern, die es zu besiegen galt. Aber im Augenblick war er sicher davor. Denn wenn es wirklich noch jemanden gab, der mit dem Gedanken gespielt hatte, sich mit dem blonden Hünen auf einen Kampf einzulassen, so war er in den letzten Augenblicken eines Besseren belehrt worden. Denn in dieser Zeit hatte Arik bereits drei Gegner besiegt, und weitere würden folgen, falls es diese wagten, in die Reichweite seiner Klinge zu kommen!

In der Zwischenzeit waren auch die übrigen Männer seiner Legion recht erfolgreich gewesen. Der kleine Polt kämpfte wie ein Berserker, und sein Gefährte Jerc, der nur wenige Schritte neben ihm gerade einen Feind bezwungen hatte, stand ihm an Tapferkeit wirklich nichts nach. Die Söldner aus Kh’an Sor drangen mit einer solchen Entschlossenheit auf die Soldaten aus Samara ein, dass selbst der letzte, noch vorhandene Kampfeswille schon bald im Keim erstickt wurde. Denn nun befanden sich die Samaraner in der Minderzahl, und das schwächte mit jedem verstreichenden Moment ihre Kampfstärke.

Schließlich gaben die wenigen, noch am Leben gebliebenen Samaraner auf. Sie warfen ihre Waffen weit von sich, streckten ihre Arme in den Himmel und erflehten die Gnade des Siegers. Das war durchaus ein riskantes Unterfangen, denn in diesen harten und unsicheren Zeiten hatten sich beide Seiten nichts zu schenken. Aber die Samaraner hatten mehr als nur Glück, dass es Arik war, der diese Legion anführte. Denn er beschloss, dass die Samaraner am Leben blieben und hielt deshalb einige hasserfüllte Söldner davon ab, die waffenlosen Feinde jetzt hinzurichten.

„Genug!, erschallte seine Stimme jetzt. So laut, dass es jeder hören konnte. „Hört auf!

Das gab den Ausschlag und rettete die restlichen sieben Samaraner vor dem Tod durch die Klingen der Söldner aus Kh’an Sor. Mit angsterfüllten Augen starrten die Besiegten nun auf den blonden Krieger und erwarteten ihr weiteres Schicksal, während einige der Männer aus Ariks Legion sich nun auf die Leichen der gefallenen Samaraner stürzten, um diese zu plündern. Arik hielt sie nicht zurück, denn die Männer hatten gut gekämpft und sollten deshalb auch Beute machen können.

„Gnade!, erklang nun die vor Angst zitternde Stimme eines Samaraners, als Arik mit der vom Blut geröteten Klinge sich den waffenlosen Männern näherte. Seine Blicke waren eine Mischung aus Verachtung und Abscheu, als er den Söldner um sein Leben betteln hörte. „Lasst uns am Leben!

Obwohl Arik wusste, dass keiner der Samaraner gezögert hätte, jeden Besiegten sofort hinzurichten, blieb er bei seiner Entscheidung, das Töten jetzt und hier zu beenden. Denn er wollte die Überlebenden zu König Keron bringen, damit dieser Gelegenheit hatte, die Feinde auszufragen. So würde man ganz sicher vieles erfahren können, was half, die Stadt möglichst rasch zu erobern.

„Ihr werdet leben!, sagte Arik. „Zumindest solange, bis ihr vor König Keron steht. Was dann geschieht, hat er zu entscheiden. Bindet diese Hunde!, befahl er dann zweien seiner Männer, die unmittelbar neben ihm standen. Diese beeilten sich sofort, den Befehl ihres Hauptmanns auszuführen. Sie fesselten die Soldaten aus Samara mit Stricken aus Hanf, die zur Ausrüstung vieler Söldner aus Kh’an Sor gehörten. Dabei gingen sie nicht gerade zimperlich vonstatten, so dass der eine oder andere der Samaraner voller Schmerz aufstöhnte. Aber Arik ließ seine Männer jetzt gewähren und blickte stattdessen zurück zu den Felsen.

Von dort waren sie gekommen, nachdem sie zuvor einen großen Bogen geschlagen hatten, um unbemerkt in den Rücken des Gegners zu gelangen. Denn das Spiel des finsteren Loon, der König Kerons Heer hier in eine Falle hatte führen wollen, war aufgedeckt worden, und deshalb wusste Keron, was ihn und seine Söldner in der Felsenwildnis erwartete. Er hatte Arik und die mutigsten Männer seiner Legion losgeschickt, und die Soldaten hatten ganze Arbeit geleistet. Auf ihrer Seite hatte es trotz des heftigen Kampfes nur zwei Tote gegeben – aber die Samaraner waren vernichtend geschlagen worden. War das nicht ein gutes Omen für die bevorstehende Eroberung der Stadt? Denn wenn die Feinde so leicht zu besiegen waren, dann würde dieser Krieg ganz schnell beendet sein. Denn schließlich hatte Fürst Dion seinen gefährlichsten Mann verloren – nämlich Loon, den finsteren Magier!

„Reiten wir zurück zum Heer!, befahl Arik dann seinen Söldnern. „König Keron soll nicht unnötig warten müssen!

„Bewegt euch, ihr feigen Hunde!", schrie nun auch Jerc, der einigen der eingeschüchterten Soldaten aus Samara Tritte versetzte, als sich diese nicht schnell genug sputeten. Dabei handelte er sich einen strengen Blick Ariks ein. Was Jerc dann dazu veranlasste, die Besiegten nicht weiter zu peinigen.

Die gefangenen Soldaten wurden nun von den Söldnern aus Kh’an Sor zu der Stelle der Felsen dirigiert, wo sie ihre Pferde zurückgelassen hatten. Natürlich nahmen sie auch die Tiere der Samaraner an sich und ließen nichts am Kampfesort zurück. Nur wenig später saßen Arik und seine Männer auf und ritten los. Zurück blieben die Leichen der getöteten Soldaten, und bereits jetzt schon zeigten sich die ersten Vögel am Himmel, die sichere Beute witterten.

*

Auch wenn die Sonne die letzten Schleier des Morgennebels erst vor wenigen Stunden verdrängt hatte, so war bereits jetzt schon etwas von der Hitze des bevorstehenden Tages zu spüren. Der Wind war ganz abgeflaut, und am Himmel zeigte sich keine einzige Wolke. Der Vormarsch des Heeres aus Kh’an Sor war nordöstlich der Felsenwildnis, die die Grenze zwischen der Todeswüste von Esh und Samara bildete, zum Stehen gekommen. Und während Hauptmann Arik mit einem Trupp seiner Männer weiter geritten war, um den Hinterhalt der samaranischen Söldner zu zerschlagen, warteten König Keron und der Rest des Heeres auf ihre Rückkehr.

Der Herrscher von Kh’an Sor hatte sich sehr verändert, seit sich die verhängnisvollen Ereignisse in der Todeswüste von Esh wie ein Schatten über seine Seele gelegt hatten. Er war mit jedem verstreichenden Tag immer mürrischer und wortkarger geworden, denn seit er seine Schwester Dania an eine uralte Macht verloren hatte, waren seine Gedanken voller Hass auf Fürst Dion, Samara und dessen Bewohner. Denn er schob die Schuld Dion und seinem Handlanger Loon zu, dass Dania dieses Schicksal ereilt hatte.

Und diese Gedanken verhärteten sein Herz. Er wurde unbeugsamer und entschlossener und duldete nicht die geringste Schwäche unter seinen Söldnern. Er trieb das Heer unbarmherzig an und nahm keinerlei Rücksicht auf die Krieger, denen die Erschöpfung des langen und gefahrvollen Marsches durch die Todeswüste in den Gesichtern geschrieben stand. Deshalb atmeten die

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