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Der Onkel Doktor macht mich bald gesund: Arztroman
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Der Onkel Doktor macht mich bald gesund: Arztroman
eBook139 Seiten1 Stunde

Der Onkel Doktor macht mich bald gesund: Arztroman

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Über dieses E-Book

Arztoman von Glenn Stirling

Der Umfang dieses Buchs entspricht 121 Taschenbuchseiten.

Hanna wollte eigentlich Richterin werden, doch dann wurde sie schwanger. Als sie Andreas geboren hatte, war klar, dass Andreas' Vater sie nicht heiraten würde. Sie zog wieder zu ihren Eltern und musste sich täglich anhören, dass sie eine Schande und ihr Kind ein 'Bankert' sei.
Doch eines Tages wird der kleine Andreas schwer krank. Kann der Doktor ihn gesund machen?
SpracheDeutsch
HerausgeberBookRix
Erscheinungsdatum11. Juli 2019
ISBN9783739670003
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    Buchvorschau

    Der Onkel Doktor macht mich bald gesund - Glenn Stirling

    München

    Der Onkel Doktor macht mich bald gesund

    Arztoman von Glenn Stirling

    Der Umfang dieses Buchs entspricht 121 Taschenbuchseiten.

    Hanna wollte eigentlich Richterin werden, doch dann wurde sie schwanger. Als sie Andreas geboren hatte, war klar, dass Andreas' Vater sie nicht heiraten würde. Sie zog wieder zu ihren Eltern und musste sich täglich anhören, dass sie eine Schande und ihr Kind ein 'Bankert' sei.

    Doch eines Tages wird der kleine Andreas schwer krank. Kann der Doktor ihn gesund machen?

    Copyright

    Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

    © by Author

    © dieser Ausgabe 2016 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

    Alle Rechte vorbehalten.

    www.AlfredBekker.de

    postmaster@alfredbekker.de

    1

    „Der Hund frisst Gras, es gibt Regen", sagte Großvater und stopfte sich die Pfeife. Dabei blickte er hinaus durchs Fenster auf den Mühlbach, die Holzplatzwiese und auf den Setter, der dort wie eine Ziege Gras fraß.

    Die korpulente Frau Bachmeier blickte vom Herd zu ihrem Schwiegervater hin und sagte mit schriller, ein wenig hysterisch anmutender Stimme: „Das schöne Grummet! Ich sag’s ja immer, aber auf mich hört ja hier keiner. Warum musste es Dreis erst vorgestern mähen? Sie setzte den Backtrog ab, den sie ausgeputzt hatte, stemmte die Hände in die Hüften und rief dem grauhaarigen Fünfundsiebzigjährigen zu: „Und du hast ihm noch gesagt, dass es Zeit hätte. Die Brachwiese hättet ihr schon immer zuletzt gemäht. Du hast...

    Großvater unterbrach ihr Gekeife und sagte schroff: „Die Hanna kommt. Und sie hat Andreas auf dem Arm. Irgendwas ist mit dem Buben!"

    Frau Bachmeier blickte den Alten überrascht an. „Die Hanna? Ich denke doch, die ist zur Genossenschaft?"

    Großvater achtete nicht mehr auf die erregte Frau Bachmeier. Auf ihre Worte hatte er sowieso nie viel gegeben, und jetzt bedeuteten sie ihm noch viel weniger. Er ging humpelnd nach draußen. Ein Mann, der das Alter in allen Knochen zu spüren begann nach einem arbeitsreichen Leben. Aber daran dachte er im Moment nicht. Er sah nur seine Enkeltochter Hanna mit ihrem fünfjährigen Jungen, den sie wie einen Säugling in den Armen trug. Das Kind sah bleich aus wie ein Leinentuch.

    Hanna hingegen wirkte aufgeregt, hatte ein dunkles Gesicht vor Anstrengung und Angst. Das sah Großvater auf einen Blick. Jetzt kümmerten ihn die dunklen Wolken nicht, die sich von Südwesten heranschoben und ein drohendes Gewitter ankündigten. Er sah nur die zweiundzwanzigjährige, junge Frau, deren blondes Haar zerzaust vom aufkommenden Wind war. Hübsch war Hanna eigentlich nicht. Sie konnte eher als eine herbe, etwas aparte Schönheit bezeichnet werden. Sommersprossen bedeckten Wangen und Nase. Sie war auch nicht sehr groß, eher klein für eine junge Frau ihrer Generation.

    Der Junge war ihr wie aus dem Gesicht geschnitten, hatte allerdings dunklere Haare als Hanna. Frau Bachmeier pflegte immer zu sagen, dass er die von seinem „Herrn Erzeuger, diesem Halodri" hätte.

    Großvater nannte ihn Purzel, und bis auf Hanna sagten alle anderen Andi zu ihm. Hanna aber hatte schon immer nur Andreas gesagt. Trotzdem hing sie an nichts auf dieser Welt so sehr wie an ihrem Jungen.

    Aber jetzt war etwas mit ihm. Diese Blässe! Großvater lief schneller, obgleich sein steifes Bein ihm Schmerzen beim Gehen bereitete.

    „Hanna, was ist mit Purzel?", rief er mit seiner stets ein wenig heiseren Altmännerstimme.

    „Er hat gebrochen, und schlecht ist ihm Mit Dreis auf dem Trecker ist er gefahren..."

    „Hanna! Dreis hat Schädlingsmittel gespritzt!"

    Hanna blieb entsetzt stehen, starrte den Großvater fassungslos an und begriff in diesem Augenblick die ganze fürchterliche Wahrheit.

    Der Junge wimmerte jetzt, dass ihm der Bauch weh täte.

    „Hast du davon getrunken?", fragte Großvater... er schrie es fast.

    Der Junge zuckte ängstlich zusammen und starrte den alten Mann furchtsam an. Dann endlich schüttelte er den Kopf.

    Großvater trat dicht an den Jungen heran, roch an dessen dunklem Haarschopf und sagte: „Es riecht nach dem Zeug. Stark riecht es. Er muss es eingeatmet haben. So ein Kind! Los, ins Haus! Er schob Frau Bachmeier beiseite, die ihm im Weg stand und fuhr sie an: „Hol den Thomas! Los, lauf!

    „Was is’ denn? Was schreist du denn?, erwiderte sie empört. Nun sah sie auf den Jungen. „Verkühlt wird er sich haben, mehr ist doch nicht. Steck ihn ins Bett, Hanna. Es ist eben ein Unglückswurm. Vorige Woche der Zeh, und jetzt... Großvater war schon im Haus und telefonierte. Draußen tauchte jetzt der hemdsärmelige, über und über von Sägemehl bestäubte Thomas Bachmeier auf, ein bulliger Mann mit gewaltigen Fäusten. Er strich sich eine Strähne seines schon etwas schütter werdenden Haares aus der Stirn und rief seiner Frau zu, die gerade hinter Hanna und dem Kind ins Haus wollte:

    „Was schreit ihr denn herum? Was ist denn passiert?"

    Frau Bachmeier gab ihm keine Antwort, winkte nur ab und verschwand ins Haus.

    Ein dürrer, schlaksiger junger Bursche war von der Gattersäge her dem Kreuzmüller gefolgt und stierte jetzt mit einfältigem Blick auf seinen Herrn und Meister.

    Aus dem Kuhstall, der im rechten Winkel zum Wohnhaus den Hof zum Wald hin abschloss, trat jetzt die dralle Agnes, die vom Stallfenster alles mitangesehen und gehört hatte. Schön war sie wirklich nicht, das fand der vitale Kreuzmüller Bachmeier auch jetzt wieder. Aber sie war nun schon seit zwanzig Jahren auf der Kreuzmühle. Ein Stück Inventar sozusagen.

    Die rotblonde Agnes kam angewatschelt, fuchtelte aufgeregt mit den Händen herum, und der dürre Schlaks, der hinter dem Kreuzmüller stand, kicherte albern.

    Bachmeier drehte sich um, entdeckte den Burschen und fuhr ihn barsch an: „Scher dich ans Gatter! Stell den Motor ab! Nun lauf!"

    Der Bursche tat, als hätte er nicht eine Silbe verstanden.

    Zornig schnauzte Bachmeier: „Hörst du nicht, Bratfisch?"

    Da duckte sich der Junge wie unter Schlägen und hastete zurück zu den Schienen, auf denen die Lore das Holz hinauf zur Gattersäge schleppte. Er rannte den Rampenhang zum Gatterhaus empor und sah nur einmal scheu über die Schulter zurück. Doch der Kreuzmüller hatte sich längst Agnes zugewandt, die aufgeregt berichtete, was sie wusste.

    Aber schon tauchte Großvater wieder auf, humpelte auf seinen Sohn zu, der noch ganz der dreißigjährigen Magd Agnes zuhörte und Großvater noch gar nicht wahrgenommen hatte.

    „Thomas, nimm den Wagen und bring den Jungen ins Krankenhaus! Gebrochen hat er ja schon. Ich glaube, jetzt kann ihm nur noch ein Arzt helfen. Der alte Doktor ist nicht zu erreichen."

    Bachmeier sah seinen Vater an. „Den Wagen hat doch der Michel. Der ist doch mit dem durchgebrannten Anker weg. Wir müssen den Motor für die Saumsäge bis morgen haben."

    „Die Saumsäge spielt jetzt keine Rolle, Thomas. Es geht um den Jungen. Wenn ich Dr. Ebersbach nicht erreichen kann ..."

    „Aber da ist doch der Doktor in Felden, meinte Agnes. „Die Kreuzmüllerin sagt zwar, der taugt nichts, aber in der Wallmühle haben sie gesagt, er wäre sehr tüchtig.

    „Wallmühle? Seit wann zählt, was man dort sagt?, brauste Bachmeier auf. „Die machen doch alles, um uns zu schaden.

    „So ein Unsinn! Als wenn das jetzt eine Rolle spielte. Ich rufe sofort an", sagte der Alte.

    „Wieso ist denn der alte Doktor nicht zu erreichen?", brüllte ihm Bachmeier nach.

    „Bin ich Hellseher? Du redest und redest! Aber dass Dreis den Jungen auf dem Trecker hatte, als er gespritzt hat, das war dir egal, wie?"

    „Ja, aber ich kann doch nicht überall sein, Vater! Mehr, als es ihm verbieten, kann ich nicht. Zum Teufel, immer machst du einem Vorwürfe. Denkst du denn, alles, was du tust, ist richtig?"

    Großvater gab darauf keine Antwort mehr. Er ging ins Haus hinein. Drinnen in der großen Wohnküche hatten sie Andreas auf Großvaters Sofa gelegt und Frau Bachmeier wollte ihm gerade Milch einflößen.

    „Keine Milch!, rief Großvater. „Keine Milch!

    Frau Bachmeier hielt inne, richtete sich auf und sah Großvater böse an. „Milch ist da immer gut."

    „Weil du nicht lesen kannst! Es steht überall auf den Packungen von den Spritzmitteln, dass man keine Milch geben darf. Kohle, habt ihr keine Kohletabletten?"

    Da kam Hanna vom Schlafzimmer der Eltern in die Küche. „Hier sind sie, ah, Mama, hast du ihm doch Milch gegeben? Du darfst doch nicht, das habe ich doch gesagt!", rief sie aufgebracht, als sie das Milchglas in der Hand der Mutter erblickte.

    „Unsinn, ich bin gerade noch zurecht gekommen. Ich rufe jetzt den jungen Doktor an." Großvater ging zum Telefon, das an der Wand hing. Ein altmodischer Apparat, den die Post schon öfters umtauschen wollte, aber weder Bachmeier noch sein Vater waren damit einverstanden gewesen.

    „Wie heißt eigentlich dieser junge Doktor in Felden? Zum Donnerkeil, wo ist eigentlich meine Brille? Großvater suchte auf dem Regal über dem Telefon, aber da war schon Hanna da. „Ah, du hast sie ja! Danke, Kind!

    Hanna lächelte trotz aller Sorge dankbar. Großvater war der einzige Mensch, mit dem sie sich hier im Haus gut verstand, abgesehen von Andreas natürlich. Seit sie damals schwanger geworden und in ihrer Ausweglosigkeit nach Hause gekommen war, hatte sich hier alles wie zu einer Hölle mit täglicher Marter entwickelt.

    Andreas war ein uneheliches Kind. Klaus, sein Vater, war Student gewesen wie sie selbst

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