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Entscheidung am Apachenpass: Cassiopeiapress Western

Entscheidung am Apachenpass: Cassiopeiapress Western

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Entscheidung am Apachenpass: Cassiopeiapress Western

Länge:
132 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
Nov 12, 2018
ISBN:
9783736894020
Format:
Buch

Beschreibung

Der Umfang dieses Buchs entspricht 125 Taschenbuchseiten.

Wer um 1870 mit der Postkutsche nach Tucson reist, nimmt ein beträchtliches Risiko auf sich. Die einzige Route dorthin führt über den Apachenpass – der aber wird von den Kriegern des Häuptlings Cochise kontrolliert, die mit blitzartigen Überfällen immer wieder für Angst und Schrecken sorgen. Als der Postkutschenbetrieb endgültig zu erliegen droht, beschließt ein Mann, das Unmögliche zu wagen und mit den Apachen in Verhandlungen zu treten. Tom Jeffords, ehemals selbst Leiter einer Poststation, bricht alleine in die Dragoon Mountains auf, wo sich der Unterschlupf des berüchtigten Häuptlings Cochise befinden soll…
Herausgeber:
Freigegeben:
Nov 12, 2018
ISBN:
9783736894020
Format:
Buch

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Entscheidung am Apachenpass - Timothy Kid

München

ENTSCHEIDUNG AM APACHENPASS

Aus dem Leben des Häuptlings Cochise

von Timothy Kid

IMPRESSUM

© dieser Digitalausgabe by Alfred Bekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

www.alfredbekker.de

postmaster@alfredbekker.de

EDITION BÄRENKLAU, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius

Entscheidung am Apachenpass © by Timothy Kid und Edition Bärenklau, 2015

Cover © by Steve Mayer & David Marc/Maryville,Tennessee und Pixabay

Der Umfang dieses Buchs entspricht 125 Taschenbuchseiten.

Wer um 1870 mit der Postkutsche nach Tucson reist, nimmt ein beträchtliches Risiko auf sich. Die einzige Route dorthin führt über den Apachenpass – der aber wird von den Kriegern des Häuptlings Cochise kontrolliert, die mit blitzartigen Überfällen immer wieder für Angst und Schrecken sorgen. Als der Postkutschenbetrieb endgültig zu erliegen droht, beschließt ein Mann, das Unmögliche zu wagen und mit den Apachen in Verhandlungen zu treten. Tom Jeffords, ehemals selbst Leiter einer Poststation, bricht alleine in die Dragoon Mountains auf, wo sich der Unterschlupf des berüchtigten Häuptlings Cochise befinden soll…

1

Die Strahlen der Mittagssonne tauchten das karge Land in gleißende Helligkeit, als die von einem Sechsergespann gezogene Concord-Kutsche die Straße entlangrollte, die sich zwischen kahlen Steilhängen aufwärtswand. Inmitten der Wildnis aus Felsen, Sand und Kakteen wirkte das Gefährt wie ein Fremdkörper.

Lance Atkins saß steif wie eine Statue auf dem Kutschbock. Seine die Zügel umklammernden Hände waren nass vor Schweiß, unverhohlene Furcht flackerte in seinen rauchgrauen Augen.

Die Kutsche überquerte soeben den Apachenpass – und wenn es auf der Strecke nach Tucson zu Indianerüberfällen kam, so fanden sie stets hier statt. Manche Kutschen hatten den Pass zwar überquert, ohne auch nur die Federspitze eines Kriegers zu Gesicht bekommen, aber gerade das verstärkte noch Lance Atkins Unbehagen. Niemand konnte vorhersagen, was die Apachen planten, sicher war nur eines: An dem Pass führte kein Weg vorbei, es gab für eine Kutsche nur diese Route nach Tucson.

Die Einkerbung am höchsten Punkt der Anhöhe kam näher und näher, wuchs immer größer vor Lance Atkins empor. Seine Augen saugten sich förmlich an dem Bergübergang fest, der genau ins Tiefblau des Himmels zu führen schien und plötzlich eine stumme Drohung ausstrahlte, die den Mann auf dem Kutschbock völlig in ihren Bann zog. Lance Atkins hörte nicht mehr das gleichmäßige Tacken, das die Hufe seiner Pferde aus dem harten Boden schlugen, er hörte nicht das Knarren des hölzernen Wagenkastens hinter ihm, und er hörte nicht das Rattern der Räder, die eine graue Staubwolke hinter sich herzogen. Er hoffte nur noch inständig, dass er möglichst rasch jene Wegstrecke hinter sich lassen konnte, die überall im südwestlichen Arizona als »Apachenpass« bekannt war, weil sie sich im Herzen jenes Gebietes befand, das die Chiricahuas für sich beanspruchten, der größte und kriegerischste Stamm der Apachennation.

Seit die Route der transkontinentalen Post-Passagier-Gesellschaft durch Arizona führte, setzten sich die Apachen gegen die Zerschneidung ihres Lebensraumes erbittert zur Wehr. Immer wieder kam es blitzartigen Postkutschenüberfällen, und stets fanden diese Überfälle in der Nähe des Apachenpasses statt, der deshalb eine schaurige Berühmtheit erlangt hatte. In Tucson und den anderen Städten des Südens kursierten die blutrünstigsten Geschichten über diesen Bergübergang – und immer spielte in ihnen Cochise eine bedeutende Rolle, der Häuptling der Chiricahuas und eigentliche Herrscher über die Wüsten und Gebirge Arizonas. Er galt seit Jahren als der Kopf des indianischen Widerstandes, alle Versuche der Armee, ihn zu schnappen, waren erfolglos geblieben. Gesehen hatten den berühmten Häuptling erst die wenigsten – und die konnten davon nichts berichten, weil sie die Begegnung nicht überlebt hatten.

All das ging Lance Atkins durch den Kopf, während der Schweiß in Strömen über sein lederhäutiges Gesicht rann. Und Lance wusste genau, dass dieses Schwitzen nicht nur von der Hitze herrührte. Es war Ausdruck seiner quälenden Ungewissheit, ob er den Apachenpass unbeschadet überqueren konnte. Nun, bald würde er wissen, was das Schicksal für ihn bereithielt...

»Du wirkst nervös, Lance«, riss der Klang einer vertrauten Stimme den Kutscher aus seinen Gedanken. Er wandte kurz den Kopf und sah seinem Begleitfahrer Eric Cole tief in die Augen.

»Ich bin auch nervös, verdammt!«, knurrte Atkins. »Du weißt ganz genau, dass wir uns gerade am Apachenpass befinden. Ich brauche dir wohl nicht erst zu erklären, was es mit diesem Ort auf sich hat.«

»Dass wir dieses Risiko bei unserem Job auf uns nehmen, haben wir von Anfang an gewusst«, erwiderte Cole, dessen roter Vollbart mit einer grauen Staubschicht gepudert war. »Umsonst werden wir von der Postgesellschaft nicht so gut bezahlt. Außerdem haben wir den Apachenpass schon etliche Male überquert, ohne auch nur einem einzigen Indianer zu begegnen – genauso wie zahllose andere Kutschen. Und wenn die Rothäute es doch einmal versuchen sollten, werden wir sie gebührend empfangen.« Cole strich fast zärtlich über den Kolben der Winchester, die auf seinen Knien lag.

»Du vergisst zu erwähnen, dass manche Kutschen dieses Glück nicht hatten«, beharrte Atkins. »Erst vor einem Monat kam in Tucson eine mit Pfeilen gespickte Kutsche an. Von den beiden Fahrern und den Passagieren fehlte jede Spur – bis auf die Blutflecken auf der Polsterung der Kutsche! Nein, Eric, ich mache das nicht mehr länger mit! Jedes Mal aufs Neue um seinen Skalp zittern zu müssen, das hält auf Dauer kein Mensch aus. Für mich wird das die letzte Fahrt nach Tucson. Sobald wir wieder in der Zentrale der Overland Express Company sind, kündige ich den Job!«

»Wenn du erst in Tucson am Tresen eines Saloons stehst und dir einen Whisky in die Kehle gekippt hast, sprichst du bestimmt wieder anders«, erwiderte Cole. »Dann wirst du über deine Angst nur noch lachen.«

»Ich hoffe nur, man tischt mir dort nichts von dem Gesöff auf, das dieser Vertreter mit sich herumschleppt, der selbst sein bester Kunde ist«, knurrte Atkins. »Der Kerl geht mir auf die Nerven, seit ich ihn das erste Mal gesehen habe!«

Atkins letzter Satz bezog sich auf Henry Ratcliff, einen der vier Passagiere, die heute Morgen die Kutsche bestiegen hatten und seither mit einer Geschwindigkeit von sieben Meilen pro Stunde Richtung Tucson befördert wurden. Sieben Meilen pro Stunde – das hieß mit jeder Meile mehr Staub, der durch die Fenster drang, sich auf die Polsterung der Sitzbänke und die Kleidung der Reisenden legte und in ihren Kehlen kratzte.

Ratcliff bekämpfte dieses Kratzen nun auf seine ganz persönliche Weise: Der Vertreter einer Whiskyfabrik, die sich in den Saloons von Tucson ein glänzendes Geschäft erhoffte, spülte sich den Staub mit Alkohol aus der Kehle – mit jenem Whisky, den er in einem Musterkoffer mit sich führte. Seinem Aussehen nach zu urteilen, hätte Ratcliff allerdings eher Vertreter für Schweinefleisch sein müssen.

Sein fülliger Körper steckte in einem geradezu lächerlich wirkenden karierten Anzug, über seinen gewaltigen Bauch spannte sich ein weißes Hemd, das jeden Moment zu platzen drohte. Das Doppelkinn des Mannes wabbelte bei jeder Unebenheit der Straße, seine kleinen Äuglein verschwanden fast unter den Fettpolstern seines Gesichts. Schweiß schimmerte auf seiner spiegelglatten Glatze.

Wie sehr Ratcliff von der Qualität seiner Produkte überzeugt war, verriet die rötliche Färbung seiner Nase ebenso wie der wässrige Glanz seiner Augen, mit denen er die ausgetrunkene Flasche in seiner Rechten mit einem wehmütigen Blick bedachte.

»Leer bis auf den letzten Tropfen«, stellte er bedauernd fest. »Verdammte Hitze!«

Er schleuderte die Flasche zum Fenster hinaus, und noch während sie an einem Felsen am Wegrand zerschellte, wurde Ratcliff gegen die Seitenwand der Kutsche geschleudert, die soeben in eine Kurve einbog. Gleich darauf sank sein schwerer Körper mit solcher Wucht zurück auf die Sitzbank, dass die Polsterung ächzend protestierte.

»Kann der Kutscher denn nicht besser Acht geben?», schimpfte Ratcliff und drückte seinen Musterkoffer fest an sich. »Wenn das so weitergeht, komme ich in Tucson mit einem Haufen Scherben an!«

»Wenn Sie weiterhin so unmäßig trinken, ist von Ihrer Ware in Tucson sowieso nichts mehr übrig«, meinte nun John Harris, der Ratcliff gegenübersaß. Er war groß und schlank, besaß energisch wirkende Gesichtszüge und hatte dichtes blondes Haar. Die Schulterspangen auf seiner Uniform wiesen ihn als einen Captain der US-Kavallerie aus, und in dieser Eigenschaft sollte er auch seinen Dienst in Fort Mescalero antreten, das einige Meilen westlich von Tucson lag.

Ratcliff warf dem Mann einen bitterbösen Blick zu.

»Kümmern Sie sich besser um Ihre Angelegenheiten«, fuhr er den Captain an. »Ich habe meine Ware bisher noch immer sicher ans Ziel gebracht, Ihrer unfähigen Armee hingegen ist es bis heute nicht gelungen, Cochise zu schnappen! Wie lange soll dieser Wilde denn noch die Gegend um den Apachenpass unsicher machen? Ich wüsste schon, wie...«

Der Whiskyvertreter verstummte jäh in seinem Redefluss, als die Kutschte über eine Unebenheit des Weges rumpelte. Er blähte die Backen wie ein Hamster, riss die Augen weit auf und stieß im nächsten Moment ein lautes Rülpsen aus.

»Diese verdammte Straße!«, fluchte Ratcliff nur, ohne sich für sein Benehmen zu entschuldigen. »Bei jedem Schlagloch kommt einem der Magen hoch! Und so etwas schimpft sich nun Zivilisation!

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