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Inspector Ferguson ermittelt #2: Die letzte Zeugin schweigt

Inspector Ferguson ermittelt #2: Die letzte Zeugin schweigt

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Inspector Ferguson ermittelt #2: Die letzte Zeugin schweigt

Länge:
166 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
16. Apr. 2018
ISBN:
9783739649139
Format:
Buch

Beschreibung

Inspector Ferguson ermittelt - Fall 2
von A. F. Morland

Der Umfang dieses Buchs entspricht 129 Taschenbuchseiten.

Ein Rasiermesser-Mörder, der es auf blonde Mädchen abgesehen hat, indem er ihnen die Kehle aufschlitzt, treibt in London sein Unwesen. Vier Opfer gibt es bereits – und es sollen noch mehr werden! Detective Inspector Rod Ferguson und sein Sergeant Bill McKay, das "Dreamteam" des Sonderdezernats IV von Scotland Yard, tappen im Dunkeln und ihr Vorgesetzter macht Druck. Kann ein blonder Lockvogel helfen, den Täter dingfest zu machen …?
Herausgeber:
Freigegeben:
16. Apr. 2018
ISBN:
9783739649139
Format:
Buch

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Inspector Ferguson ermittelt #2 - A. F. Morland

München

DIE LETZTE ZEUGIN SCHWEIGT

Inspector Ferguson ermittelt - Fall 2

von A. F. Morland

Der Umfang dieses Buchs entspricht 129 Taschenbuchseiten.

Ein Rasiermesser-Mörder, der es auf blonde Mädchen abgesehen hat, indem er ihnen die Kehle aufschlitzt, treibt in London sein Unwesen. Vier Opfer gibt es bereits – und es sollen noch mehr werden! Detective Inspector Rod Ferguson und sein Sergeant Bill McKay, das »Dreamteam« des Sonderdezernats IV von Scotland Yard, tappen im Dunkeln und ihr Vorgesetzter macht Druck. Kann ein blonder Lockvogel helfen, den Täter dingfest zu machen …?

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker.

© by Author

© dieser Ausgabe 2016 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

1

»Nicht, Ken!«, flüsterte Dawn McCormick. Sie war hübsch, blond und jung. Gerade erst achtzehn geworden. Und immer noch Jungfrau. »Das ist nicht fair von dir«, fügte sie hinzu, während sie Kens Hände im Zaum zu halten versuchte.

Sie war betrunken. Er hatte ihr auf der Party viel Whisky eingeflößt. Nun waren sie hier, irgendwo außerhalb Londons, waren beide beschwipst und befanden sich in der Ruine eines uralten Hauses, das kein Dach mehr hatte und aus dessen Mauerritzen das Gras wuchs.

»Du hast mir versprochen ...«, keuchte Dawn und entwand sich Ken Russels festem Griff.

»Was ist denn schon dabei, Dawn?«, knurrte der Junge unwirsch. »Ich liebe dich. Ich bin verrückt nach dir. Warum sträubst du dich so gegen die natürlichste Sache der Welt?«

»Es ist das erste Mal, Ken!«

»Jedes Mädchen hat einmal damit angefangen.«

»Aber nicht in einer Ruine, mitten in der Nacht. Es ist unheimlich hier. Bitte, lass uns gehen!«

»Ich möchte erst noch ...«

»Ken, bitte! Hörst du? Ich bitte dich, es nicht zu tun. Ich möchte nüchtern sein, wenn es geschieht. Das ist doch sicher nicht zu viel verlangt. Ich will später einmal sagen können, dass ich es mit vollem Bewusstsein getan habe. Gib mir noch einen Tag, Ken. Morgen ...«

Ken Russel schüttelte unwillig den Kopf. »Morgen! Morgen! Immer sagst du morgen! So hältst du mich schon eine ganze Weile hin. Verdammt noch mal, soll’s denn so ewig weitergehen.«

»Ken!«

»Ich habe doch wirklich lange genug mit dir Geduld gehabt, Dawn.«

»Ist es denn so furchtbar wichtig für dich, Ken?«

»Es gehört einfach dazu, wenn man sich wirklich liebt.«

Dawn verzog das Gesicht. Am tintigen Nachthimmel hing eine bleiche Mondsichel. Und genauso bleich war Dawn McCormicks Gesicht.

»Mir ist schlecht«, stöhnte sie und stemmte sich von der bröckeligen Mauer ab.

»Eine neue Ausrede, was?«, murrte Ken Russel verärgert.

»Nein, Ken. Mir ist wirklich schlecht.«

Dawn drückte ihn zur Seite. Sie streifte den Pulli glatt, brachte den Rock in Ordnung und ging mit unsicherem Schritt die Mauer entlang.

Gleich darauf war sie um die Ecke verschwunden.

Ken atmete mehrmals kräftig durch. Die Nachtluft war kalt. Es begann ihn zu frieren, obwohl er eine Menge Whisky im Blut hatte.

Er tastete seine Taschen ab und brachte die Zigaretten zum Vorschein. Er brannte sich umständlich ein Stäbchen an und kämpfte gegen die Flamme des Streichholzes einen wilden Kampf, weil sie nicht verlöschen wollte.

Er hörte, wie Dawn sich gleich um die Ecke würgend übergab. Er schüttelte den Kopf. Wahrscheinlich hatte er des Guten doch zu viel getan. Er hätte ihr nicht so viel Whisky zu trinken geben sollen.

Sie lehnte vornübergebeugt an der Mauer. Sie hatte die Beine gegrätscht, damit sie sich nicht auf die neuen Schuhe spie.

Endlich ließ die Übelkeit ein wenig nach. Sie tupfte sich den Speichel von den Lippen.

Mit einem Mal hatte sie das untrügliche Gefühl, dass sie von jemandem beobachtet wurde. Nicht von Ken. Von einem Fremden.

Sie richtete sich auf. Da sah sie die Gestalt.

Sie war ein blondes Mädchen, trug einen roten Lackmantel und ein weißes Kleid und stand mitten in der Ruine wie eine geisterhafte Erscheinung.

Ihre Augen verhießen den Tod. Ebenso das scharfe blitzende Rasiermesser in ihrer rechten Hand.

Dawn war schlagartig nüchtern. Das fremde Mädchen mit den gefährlich funkelnden Augen kam langsam auf sie zu.

Dawn wollte vor ihr zurückweichen, doch sie schien im Boden Wurzeln geschlagen zu haben. Sie wollte schreien, doch eine eiskalte Faust umschloss ihren schlanken Hals und drückte ihn so fest zu, dass sie keinen Ton hervorbrachte.

Schon war das unheimliche Mädchen da.

Sie hob blitzschnell die Hand mit dem Rasiermesser. Es sauste im gleichen Moment nieder. Dawn spürte einen kräftigen Schlag an der Kehle.

Sie wusste, dass ihr das fremde Mädchen soeben das Messer über die Kehle geritzt hatte, doch sie spürte keinen Schmerz.

Sie fiel um.

Wenige Sekunden später war sie tot.

2

Ken Russel holte die schmale Brustflasche heraus, die er sich vor dem Verlassen der Party noch mit Bourbon angefüllt hatte.

Er setzte sie an die Lippen, nachdem er den Drehverschluss abgeschraubt hatte, und trank mehrere gurgelnde Schlucke. Dann schraubte er den Verschluss wieder auf die Flasche und ließ sie in die Innentasche seines Jacketts rutschen.

Er rauchte wieder.

Dawn hatte zu brechen aufgehört. Er nickte sich selbst zu. Sicher brachte sie ihr Gesicht nun wieder einigermaßen in Ordnung.

Er rauchte die Zigarette zu Ende und schnippte die Kippe dann in die Dunkelheit. Die Glut überschlug sich in hohem Bogen mehrmals, fiel auf einige Steine, Funken stoben auseinander, dann verschwand die Kippe in irgendeiner Ritze.

Ken holte wieder die Flasche hervor. Noch einen kleinen Schluck. Dann wollte er mal nach Dawn sehen. Sie war nun schon ein wenig zu lange weg.

Wieder verschwand die Brustflasche. Ken wischte sich über den feuchten Mund.

»Dawn!«, rief er. Doch er bekam keine Antwort. »Dawn!« Wieder nichts.

Das machte ihn stutzig. Vielleicht ist sie einfach abgehauen, dachte er. Ich hätte mich besser beherrschen müssen.

Mürrisch stapfte er los. »Verrückte Weiber!«, brummte er. »Was wäre denn schon dabei gewesen? Wir lieben uns doch ... Dawn? Dawn! Geht’s dir nicht gut, Dawn? Komm her! Wir wollen vergessen, was ich gesagt habe. Komm! Wir setzen uns in den Wagen und fahren schön brav nach Hause. Ist das ein Vorschlag von einem richtigen Gentleman, hm?«

Dawn schwieg.

Ken erreichte die Ecke.

»Dawn!«, rief er noch einmal. Diesmal halb zornig, weil sie nicht antwortete.

Da sah er, warum sie ihm nicht antwortete. Sie lag verkrümmt wie eine Krüppelfichte auf dem steinigen Boden. Blut glitzerte unter ihrem Kopf.

Ihr Anblick war so grauenvoll, so entsetzlich, dass es nun auch Ken den Magen umdrehte.

3

Die blonde Mörderin lief wieselflink durch das kleine dunkle Wäldchen, das sich an die Ruine anschloss.

Ab und zu ließ sie ein irres Kichern hören. Sie sprang über Wurzeln und über Gräben. Sie durchlief mit schnellen Schritten das Unterholz und erreichte eine schmale Straße.

Ringsherum lastete eine geisterhafte Stille. Der Wind strich mit unheimlichem Geheul über die urigen Baumwipfel. Dunkelgraue Wolken jagten über den rabenschwarzen Himmel, verdeckten ab und zu die Sichel des Mondes, um sie jedoch schon bald wieder erscheinen zu lassen.

Ein leises Brummen war zu hören.

Die Mörderin blieb stehen und wandte sich in die Richtung, aus der das Geräusch kam. Ein Scheinwerferpaar wippte leicht auf und ab.

Die gleißenden Milchfinger bohrten sich erfolgreich in die Dunkelheit.

Das Mädchen zögerte einen Augenblick lang. Dann trat es schnell auf die Fahrbahn. Der Wagen kam näher. Das Mädchen hob beide Hände, um den Wagen anzuhalten.

Der Fahrer reagierte sofort. Er bremste und brachte das blaue Fahrzeug noch vor dem Mädchen zum Stehen.

Er drehte das Seitenfenster herunter und rief: »Na, so allein, schönes Kind?«

Das Mädchen trachtete, so schnell wie möglich aus der Lichtflut der Scheinwerfer zu kommen.

»Wo um alles in der Welt kommen Sie ‘denn mitten in der Nacht her?«, fragte der Mann lächelnd.

»Ich hatte Streit mit meinem Freund«, erwiderte das Mädchen mit gepresster Stimme. »Könnten Sie mich ein Stück mitnehmen? Nur ein kleines Stück.«

Der Mann lachte. »Na, selbstverständlich tu’ ich das. Für Sie fahre ich bis nach Liverpool, wenn Sie wollen.«

Er stieß die Tür auf der Beifahrerseite auf. Das Mädchen kam und setzte sich schnell in den Wagen.

Durch das öffnen der Tür war die Innenraumbeleuchtung des Wagens aufgeflammt. Der Mann sah das Kleid, als der rote Lackmantel aufklaffte.

Er riss die Augen auf. »Himmel, Ihr Kleid!«, stieß er entsetzt hervor. »Es ist voll Blut!«

Das Mädchen blickte schnell nach dem Kleid und versuchte den Lackmantel hastig darüberzuziehen.

»Und Ihre Hände!«, stöhnte der Mann bestürzt. »Ebenfalls voll Blut!«

Das Mädchen versuchte die Hände vor den Blicken des Mannes rasch zu verbergen.

Der Fahrer wurde blass.

»Um Gottes willen! Sie haben Ihren Freund doch nicht etwa ... Das ist ja ...«

Die Mörderin wusste, dass sie nun handeln musste. Blitzschnell streifte sie das Kleid hoch. Sie riss das Rasiermesser aus dem Strumpfband, mit dem sie zuvor Dawn McCormick getötet hatte.

»Der Himmel steh mir bei!«, schrie der Mann entsetzt.

Er riss die Arme hoch. Das scharfe Rasiermesser flog auf seine Kehle zu. Den ersten Hieb konnte er mit Mühe abwehren. Er begann gellend um Hilfe zu schreien. Er konnte auch noch den zweiten Hieb abwehren. Zwei tiefe Schnittwunden klafften an seinem Unterarm.

Der dritte Hieb traf dann sein Ziel.

Ein anderer Wagen kam die nächtliche Straße entlang gefahren. Die Scheinwerfer erfassten den blauen Wagen, in dem sich

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