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Blut an den Händen: Cassiopeiapress Thriller

Blut an den Händen: Cassiopeiapress Thriller

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Blut an den Händen: Cassiopeiapress Thriller

Länge:
497 Seiten
5 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
14. Juni 2019
ISBN:
9783743836969
Format:
Buch

Beschreibung

"Was passiert, wenn US-Agenten das Recht in die eigene Hand nehmen?"
Thriller von Steven W. Kohlhagen
Der Umfang dieses Buchs entspricht 417 Taschenbuchseiten.

In naher Zukunft wird Amerika einen dramatischen Anstieg terroristischer Überfälle erleben --- von Dschihadisten, weißen Rassisten und mexikanischen Kartellen. Angesichts des Scheiterns der U.S.Geheimdienste und der Strafverfolgungsbehörden ist sehr schnell eine Szene aus Bürgerwehren, aus Vigilanten entstanden. Und was überrascht, diese geheimnisvolle und mörderische Gruppe von Vigilanten wird offensichtlich angeführt von einer Person in einer leitenden Stellung innerhalb der Terrorabwehr. Der Präsident ruft eine Task Force zusammen, deren Mitglieder der Öffentlichkeit nicht bekannt sind. Ihre Aufgabe ist es, eine Untersuchung zu betreiben, wer der Verräter innerhalb der eigenen Reihen ist. Arbeitet er für die CIA? Ist er ein FBI-Spezialagent, dessen Aufgabe die Terrorabwehr ist? Oder ist er innerhalb der Army zu suchen, wo er ebenfalls mit der Terrorabwehr befasst ist? Der Präsident besetzt die Task Force mit leitenden Personen aus allen drei Bereichen und hofft, dass dadurch der oder die Schuldigen gefunden werden können. Der sich immer weiter drehenden Spirale aus Gewalt und Chaos soll ein Ende gesetzt werden. Wird dieses Spiel das Morden beenden? Oder wird die Gewaltwelle gänzlich außer Kontrolle geraten? Und dann gewinnt die Geschichte an Fahrt. Immer mehr Anschlagsversuche werden unternommen, immer öfter unterbindet die Vigilantengruppe diese Versuche und schreckt nie vor Morden zurück. Doch der Leser, der Präsident, die unschuldigen Mitglieder der Task Force und auch der Spezialermittler des Präsidenten wissen nicht, wer die Anführer dieser geheimnisvollen und illegalen Bürgerwehr sind.
Je enger die Task Force den Kreis um den Verräter zieht, desto mehr steigt die Zahl der versuchten terroristischen Anschläge und der Interventionen durch die Vigilanten. Der Präsident steht vor der Frage: Was geschieht in Amerika, wenn die Öffentlichkeit Wind davon bekommt, dass hier Mörder am Werk sind? Und was wird der Präsident unternehmen, wenn die Vigilanten erst einmal gefunden worden sind?
Steven W. Kohlhagen, Bestsellerautor von "Wo man dich begräbt" und "Häuptling der Diebe", hat neue Maßstäbe gesetzt für aktions- und temporeiche Thriller und für Romane zu einem Thema unserer Zeit: dem Terrorismus. Das müssen Sie gelesen haben!
Herausgeber:
Freigegeben:
14. Juni 2019
ISBN:
9783743836969
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Blut an den Händen - Steven W. Kohlhagen

München

Blut an den Händen

„Was passiert, wenn US-Agenten das Recht in die eigene Hand nehmen?"

Thriller von Steven W. Kohlhagen

Der Umfang dieses Buchs entspricht 417 Taschenbuchseiten.

In naher Zukunft wird Amerika einen dramatischen Anstieg terroristischer Überfälle erleben --- von Dschihadisten, weißen Rassisten und mexikanischen Kartellen. Angesichts des Scheiterns der U.S.Geheimdienste und der Strafverfolgungsbehörden ist sehr schnell eine Szene aus Bürgerwehren, aus Vigilanten entstanden. Und was überrascht, diese geheimnisvolle und mörderische Gruppe von Vigilanten wird offensichtlich angeführt von einer Person in einer leitenden Stellung innerhalb der Terrorabwehr. Der Präsident ruft eine Task Force zusammen, deren Mitglieder der Öffentlichkeit nicht bekannt sind. Ihre Aufgabe ist es, eine Untersuchung zu betreiben, wer der Verräter innerhalb der eigenen Reihen ist. Arbeitet er für die CIA? Ist er ein FBI-Spezialagent, dessen Aufgabe die Terrorabwehr ist? Oder ist er innerhalb der Army zu suchen, wo er ebenfalls mit der Terrorabwehr befasst ist? Der Präsident besetzt die Task Force mit leitenden Personen aus allen drei Bereichen und hofft, dass dadurch der oder die Schuldigen gefunden werden können. Der sich immer weiter drehenden Spirale aus Gewalt und Chaos soll ein Ende gesetzt werden. Wird dieses Spiel das Morden beenden? Oder wird die Gewaltwelle gänzlich außer Kontrolle geraten? Und dann gewinnt die Geschichte an Fahrt. Immer mehr Anschlagsversuche werden unternommen, immer öfter unterbindet die Vigilantengruppe diese Versuche und schreckt nie vor Morden zurück. Doch der Leser, der Präsident, die unschuldigen Mitglieder der Task Force und auch der Spezialermittler des Präsidenten wissen nicht, wer die Anführer dieser geheimnisvollen und illegalen Bürgerwehr sind.

Je enger die Task Force den Kreis um den Verräter zieht, desto mehr steigt die Zahl der versuchten terroristischen Anschläge und der Interventionen durch die Vigilanten. Der Präsident steht vor der Frage: Was geschieht in Amerika, wenn die Öffentlichkeit Wind davon bekommt, dass hier Mörder am Werk sind? Und was wird der Präsident unternehmen, wenn die Vigilanten erst einmal gefunden worden sind?

Steven W. Kohlhagen, Bestsellerautor von Wo man dich begräbt und Häuptling der Diebe, hat neue Maßstäbe gesetzt für aktions- und temporeiche Thriller und für Romane zu einem Thema unserer Zeit: dem Terrorismus. Das müssen Sie gelesen haben!

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author

© Titelbild/Illustration: With Courtesy of Steven W. Kohlhagen, 2017

© dieser Ausgabe 2017 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

Dank

Ich möchte Joe Kiehl danken, der lange unserem Land gedient hat und der mir wichtige Einsichten und Informationen vermittelt hat. Er kennt die Geheimdienste, die sich mit der Terrorabwehr befassen. Ohne seine Kenntnisse und Tipps wäre das Buch leider nur ein phantastisches Märchen geworden.

Ich möchte auch den Lektoren und dem Verlagsleiter von Edition Bärenklau danken, ohne deren Unterstützung dieses Werk niemals hätte fertiggestellt werden können. Und ich möchte auch meinem Freund Manfred Quintus danken, der immer wieder meine Romane ins Deutsche überträgt und dadurch zur Verbreitung und zur Vergrößerung meiner Leserschaft beigetragen hat. Zudem hat durch ihn meine Arbeit und die Geschichte meiner aus Deutschland stammenden Familie eine größere Würdigung erfahren.

Darüber hinaus möchte ich May Kung danken, dass sie mir ihren Namen für eine der handelnden Personen im Roman geliehen hat. Ihre ständige Unterstützung in einer meiner früheren beruflichen Tätigkeiten und das zweistündige militärische Training an einem Nachmittag in den Wäldern von North Carolina brachten mich dazu, eine Person nach ihr zu benennen. Natürlich entspricht die May Kung im Buch nicht der wahren May.

Und mein Dank geht auch an Charles O’Reilly, dessen Kommentar tausend Worte wert waren.

Wie bereits erwähnt, ist Blut an den Händen ein Werk der Fiktion. Ich möchte Ron Star und seinem Team bei Arnold und Porter dafür danken, dass sie immer wieder verhindert haben, dass beim Schreiben Pannen passiert sind. Für alle Fehler, die trotz der Hilfe der oben genannten Personen aufgetreten sind, bin ich alleine verantwortlich. Alle Ähnlichkeiten mit realen oder fiktiven Ereignissen oder Personen (lebenden oder toten) sind nicht beabsichtigt und sind Teil des vorliegenden Werkes der Fiktion.

Und natürlich möchte ich Gale danken, der ich dieses Buch gewidmet habe. Sie hat mich ein Jahr lang zu Samms und den Mördern in ihrer Bürgerwehr entlassen. Vielen Dank dafür. Und außerdem, vielen Dank für alles.

Cover der amerikanischen Originalausgabe

Teil I

Die Paladine

Kapitel 1

Sie fühlte den Adrenalinkick und ihr Herz schlug schneller, weil sie wusste, was sie hinter der Ecke erwartete. Sie verlangsamte auf 80 Meilen, als sie spürte, wie der alte Chevy abbog.

Sie griff nach unten und drehte den Lautsprecher auf. „A Thousand Miles from Nowhere" dröhnte aus den Lautsprechern.

Und da stand er. Mit ausgestrecktem Daumen. Rucksack auf dem Rücken. Kapuze bis fast über die Augen heruntergezogen. Sie bremste unvermittelt, glitt mit quietschenden Bremsen zur gelben Mittellinie hin und musste lachen, weil sie ganz gewohnheitsmäßig nach ihrer Glock 17 gegriffen hatte. Die würde sie auch noch brauchen. Sie schob sie zurück ins Holster, das sie auf dem Rücken und in ihren Jeans trug.

Sie fuhr auf den Seitenstreifen und beobachtete im Rückspiegel, wie der Junge, der ihr als Abdul bekannt war, seinen Rucksack packte und neben der Straße zu ihrem Wagen lief.

Sie drehte die Lautstärke wieder herunter und öffnete das Fenster neben dem Beifahrersitz.

„Und wohin?"

„Boise."

Mist.

„Das sind aber zehn Stunden von hier. Was hast du in Laramie gemacht?"

„Eigentlich bin ich in Chicago losgefahren."

„Und irgendwer hat dich hier auf der Straße raus gelassen? Hier, wo nichts ist?"

Er zuckte mit den Schultern. „Der Typ war irre. Ein richtiger Jerk. Er sprach das englisch Wort „Jerk wie „herk" aus, aber sein spanischer Akzent und seine Aussprache des Wortes waren alles andere als überzeugend.

Du hast nichts kapiert, Abdul.

„Wie heißt du denn?"

„Jose. Jose Gonzalez." Er wollte wie ein harmloses mexikanisches Kerlchen wirken.

Sie unterdrückte ein Lächeln. „Ich bin Bobbi Sammons. Aber überall heiße ich nur Samms. Mit Doppel-m."

Sie sah ihn durchs Fenster an. „Ich kann dich ein Stück des Wegs mitnehmen. Ich fahre in deine Richtung, biege aber dann in Pocatello ab."

Abdul, der sich als Jose ausgab, sah sich um und fuhr mit der Zunge über seine Lippen.

„Du musst nicht mitkommen. Du kannst entweder auf den nächsten Irren warten oder einsteigen. Wie du willst."

Er öffnete die Hintertür und wollte sich auf die Rückbank schieben.

„Ne, Ne!, sagte sie. „Vorne, oder du wartest auf die nächste Mitfahrgelegenheit.

Er sah sie drohend an und benahm sich einen Augenblick lang gar nicht mehr wie ein verschüchterter Mexikaner. Aber sein Gesicht verriet, dass er sich die Sache doch anders überlegte und dass er lieber die Rolle des scheuen Jose spielen wollte. Er legte sein Gepäck auf die Rückbank, schloss die Tür und stieg neben ihr ein.

„Sicherheitsgurt!" kommandierte sie, als er die Tür schloss. Sie drehte die Musik von Dwight Yokum wieder auf und beschleunigte den Wagen auf 90 Meilen.

Aus den Augenwinkeln heraus konnte sie beobachten, dass Abdul jetzt weder den scheuen Mexikaner spielte noch sein wirkliches Ich zeigte, den bösartigen jungen Mann voller Selbsthass. Er sah so aus, wie jemand, der sich verzweifelt fragte: „Warum fährt diese Frau wie eine Irre?"

Sie warf einen Blick nach hinten auf sein Gepäck und wusste, was sich darin befand. Abdul wollte morgen in Hanford, Washington, seinen Partner treffen und er transportierte eine Bombe. In Hanford wollten die beiden einen Anschlag auf das Lager mit nuklearen Abfällen durchführen.

Sie blickte auf das Display ihres Handys und drückte auf „Senden: „Auftrag ausgeführt … bis in fünf Minuten.

„Darf man das?, fragte Abdul. „Texten beim Fahren? Der spanische Akzent war verschwunden, er sah sie genauer an und lächelte etwas unbeholfen.

„Es ist nicht verboten, eine ungewollte Nachricht zu löschen oder einen Finger beim Fahren einzusetzen, Jose. Du kannst jederzeit auch wieder aussteigen."

Er zuckte nur mit den Schultern, dann drehte er sich zu seinem Rucksack um, griff nach hinten und richtete ihn so auf, dass er an der Rückseite des Sitzes lehnte.

Samms riss das Lenkrad nach rechts und dann nach links, als er sich nach hinten lehnte. Sie beobachtete, wie er gegen das Armaturenbrett geworfen wurde.

„Was willst du denn in Boise machen, Jose? Mit etwas spöttischem Unterton betonte sie „Jose, damit er seinen Namen nicht vergaß.

„Freunde. Er zögerte, dann fügte er hinzu: „Amigos aus Mexico City.

„Und was tun die in Boise?"

„Studenten. Sie gehen in Boise aufs College."

„Wie heißt denn das College, Jose?", fragte sie und erhöhte den Druck auf ihn. Jetzt spielte sie mit ihm, quälte ihn sogar.

Er zog die Augenbrauen hoch, wollte etwas sagen, schwieg aber dann.

„Welches College, Jose?"

„Mit einer fremden Frau will ich nicht über meine Freunde sprechen."

„Ich bin aber keine fremde oder merkwürdige Frau. Alle meine Freunde halten mich für normal. Langweilig, aber normal."

Er verzog sein Gesicht zu einer Grimasse und schien sich zu überlegen, wie er aus der Geschichte mit der Verrückten herauskam.

„Warum fahren Sie nach Pocatello?", fragte er.

„Das geht dich nichts an. Aber ich besitze mehrere Reinigungsunternehmen. Es gibt Niederlassungen in jeder Stadt. Kennst du jemanden, der Motels und Häuser in Boise reinigt? Wir beschäftigen häufig illegale Mexikaner."

Er warf ihr einen raschen fragenden Blick zu. „Nein, ich kenne niemanden. Können Sie die Musik etwas herunter drehen?"

„Nein. Soll ich anhalten und dich raus lassen?"

Er antwortete nicht.

„Ich kenne viele Mexikaner in Boise, Jose. Aber keiner davon studiert. Bist du dir sicher, dass niemand von denen in Boise für mich arbeitet? Häuser oder Motels reinigt?"

Er schüttelte den Kopf.

„Vielleicht wollte es das Schicksal ja, dass wir uns heute treffen. Willst du einen Job und in Boise illegale Mexikaner bei der Arbeit kontrollieren, Jose?"

Jedes Mal, wenn sie den falschen Namen „Jose" benutzte, wurde ihre Stimme lauter. Sie betonte ihn, und sie quälte ihn damit.

Schweiß lief jetzt über seine Stirn. Er schüttelte den Kopf wieder. Sein ganzer Körper wollte sagen: „Wie komme ich hier raus?"

Eine Raststätte tauchte vor ihnen auf, gerade als sie um einen Hügel gefahren waren. Ein einzelnes Auto stand an den Tanksäulen.

Abdul schaute auf die Raststätte und deutete mit dem Finger dort hin.

„Ich muss mal, außerdem muss ich nachtanken", sagte Samms, bremste unvermittelt und bog zur Raststätte ab. Sie wusste, dass es hinter Laramie keine weiteren mehr gab. Andere Gebäude in der Nachbarschaft waren nicht zu sehen.

Mit kreischenden Bremsen hielt sie vor der Toilettentür an und stieg aus. „Geh auch mal lieber zu el bano, Jose. Wir haben in den nächsten vier Stunden keine Gelegenheit mehr dazu."

Sie öffnete die Tür, stieg aus und ging vorne um den Wagen herum zur Damentoilette. Während sie einen Augenblick ihre Schritte verlangsamte, um die Türe aufzudrücken, nahm sie aus den Augenwinkeln heraus wahr, dass er etwas zögerte und einen Blick auf seinen Rucksack warf.

Dann öffnete auch er die Beifahrertür, stieg aus, blickte immer noch etwas unentschlossen auf sein Gepäck, ging dann die zehn Yards hinüber zur Herrentoilette und drückte die Tür auf.

*

Der Mann auf dem Fahrersitz des Wagens an der Pumpe beobachtete sie beide genau. Er warf einen Blick auf das junge Mädchen hinter der Theke des Tankstellenshops. Die beiden Reisenden, die zu den Toiletten gegangen waren, hatte sie so wenig beachtet wie ihn selbst. Er stand mit seinem Wagen an der Pumpe, benutzte sie aber nicht. Er rührte sich nicht. Er saß nur im Wagen und beobachtete, was vor sich ging. Das Mädchen blätterte in einem Modemagazin. Er saß nur da und sah zu.

*

Als Abdul in den Toilettenraum eingetreten war, setzte Samms hinter der offenen Tür der Damentoilette den Schalldämpfer auf ihre Glock und trat dann aus dem Schutz heraus, den die Tür geboten hatte.

Dann stand sie vor dem Herrenklo, dessen Tür sich hinter Abdul ganz langsam schloss. Mit einem Blick vergewisserte sie sich, dass niemand in der Nähe war.

Sie sah niemanden außer dem einsamen Auto an der Zapfsäule und dem Fahrer darin.

Mit ein paar Schritten erreichte sie die Tür, riss sie wieder ganz auf und stieß gegen Abduls Rücken, als der sich gerade umdrehen wollte. Er fiel gegen die Wand neben dem Urinal.

„Als Mexikaner bist du nicht überzeugend, Abdul!"

Verwirrt sah er sie an, dann packte ihn Panik angesichts der auf ihn gerichteten Pistole.

Zu spät.

Die ersten beiden Kugeln töteten ihn sofort, als sie in seinen Körper einschlugen.

Dann beugte sie sich über ihn und feuerte ein drittes Geschoss in seine Stirn.

Anschließend warf sie eine Karte auf die blutige Masse, die einmal sein Kopf gewesen war, verließ die Herrentoilette, warf im Vorübergehen einen Blick auf das Gepäck auf dem Rücksitz, legte im Vorbeigehen ihre Schlüssel und die Glock in den Wagen und begab sich zu den Zapfsäulen.

Dort öffnete sie die Beifahrertür, sah den Fahrer an und sagte: „Jose, was für ein blöder Name!"

‚Man muss schon ehrlich sein‘, dachte sie, während sie sich auf dem Sitz niederließ. ‚Mein Name ist ja auch nicht Bobbi Sammons. Und auch nicht Samms.‘

*

Drei Stunden später läutete ein Telefon im FBI-Hauptquartier in Washington.

Der Beamte, der den Anruf entgegennahm, hörte, wie die Stimme eines Mannes sagte: „Sie hat es wieder getan."

„Sie sind sicher, dass sie es war?"

„Sie hat eine Karte zurückgelassen."

„Was stand darauf?"

„Dasselbe wie immer. ‚Samms’."

„Sonst noch was?"

„Ein paar Buchstaben auf der Rückseite. ‚BOBS‘."

„Bob, wie der Name?"

„‚BOBS‘, wie in vielen Männernamen."

„Wer könnten die Bobs sein?"

Aber er hörte nur, wie aufgelegt wurde.

Kapitel 2

„Ich brauche die Erlaubnis dafür, dass ich die zwei Drecksäcke erledigen kann", sagte der Ex-Navy-Seal, der früher einmal als Andy Teeter bekannt gewesen war. Er hatte sein TAC-338, ein Gewehr für Scharfschützen, auf sein Ziel gerichtet.

„Du hast die Erlaubnis, Cheese", sagte die Stimme in seinem Ohr.

„Das reicht mir nicht. Keine Erlaubnis vor dir, Tom. Wenn ich Samms Stimme nicht höre, schieße ich nicht."

„Das entspricht aber nicht den Regeln."

„In dem Falle sind das eben meine neuen Regeln", antwortete er und hielt das Gewehr auf sein Ziel gerichtet.

Er hörte ein Läuten. Es wurde unterbrochen. Es läutete wieder, brach dann ab, begann zum dritten Mal. Das war das Notsignal an Samms.

*

Der Präsident betrat den Konferenzraum des Weißen Hauses und schloss die Tür hinter sich.

„Guten Morgen an alle", sagte er in die Stille hinein.

Alle Anwesenden nickten.

Anwesend waren der Kommandeur der JSOC (des Kommandos für Spezialoperationen) und die Direktoren der Antiterrorismus-Einheit des Weißen Hauses, des FBI, des DHS (des Heimatschutzes)und der CIA. Jede dieser fünf Behörden war angewiesen worden, den jeweiligen Chef der Abteilung, die sich mit Terrorismusabwehr befasste, zu entsenden. Diese fünf Abteilungsleiter sollten auf Dauer der Task Force zugeteilt werden, die sich mit dieser bestimmten Aufgabenstellung, nämlich dem Kampf gegen den Terrorismus, befasste. Der Sicherheitsberater des Präsidenten war ebenfalls anwesend. Zehn Männer und zwei Frauen hatten sich in dem Saal versammelt. Eine von ihnen war Samms.

„Alle sind unterrichtet worden, sagte der Präsident. „Nur um es noch einmal klar zu machen, der Direktor der Nationalen Nachrichtendienste und wir zwölf in diesem Besprechungsraum sind die einzigen Menschen in der Welt, die wissen, warum wir zusammengekommen sind und welche Aktionen wir beschließen. Klar?

Noch mehr Kopfnicken.

„Nur ich kann das ändern. Jede Terrorismusabwehrabteilung soll ihren Chef vorstellen, falls Sie sich untereinander noch nicht kennen."

Überall Gelächter.

Er bat Ted Noose, den Chef der Abwehrabteilung des Weißen Hauses, die Tagesordnung vorzustellen. Diese spezielle Task Force des Weißen Hauses war vom ersten Tag an scherzhaft WTF! genannt worden. Den Namen von Ted Noose hatte man zu „Moose" abgewandelt.

„Wie Sie wissen, und da setze ich voraus, dass Sie das Dokument entschlüsseln konnten, stehen wir vor einem ziemlich ungewöhnlichen Problem." Moose blickte von seinen Notizen auf und kicherte, sah aber nur unbewegte Gesichter vor sich.

Er schaute wieder auf seine Notizen und warf einen Blick in die schweigende Runde.

So ein Blödmann, dachte Samms. Sie sah sich die vier anderen Abteilungsleiter an und konnte mit ziemlicher Sicherheit sagen, was in ihren Köpfen vor sich ging. Vor allem war es wohl die allgemeine Ablehnung Moose gegenüber. Die Existenz und die Genauigkeit der vorliegenden Dokumente hatten sie überrascht, deshalb wusste sie, dass sie ein Schock für all die sein mussten, die keine Kenntnis davon hatten, mit was sie und die anderen sich beschäftigt hatten. Es war vermutlich unvermeidlich gewesen, dass irgendjemand alle diese Aktivitäten einmal zusammenfassen würde. Dann war es also jetzt geschehen. Ob heute oder irgendwann, das spielte keine Rolle.

„Im Verlauf der letzten sieben Monate, fuhr Moose fort, „sind siebenundachtzig Menschen, die von Ihnen oder Ihren Behörden im Rahmen der Terrorabwehr als Gefährder eingestuft worden sind, ermordet worden.

„Waren Leute von uns daran beteiligt?", fragte der CIA-Direktor.

„Uns sind keine Täter bekannt, antwortete der Präsident. „Und nach meiner Kenntnis ist niemand berechtigt, Mordanschläge in unserem Lande zu verüben. Sollte jemand in unserer Runde etwas darüber wissen, wäre das jetzt der geeignete Zeitpunkt für einen Bericht dazu.

Er sah sich in der Runde um, aber wie erwartet schüttelten die Anwesenden nur die Köpfe.

Unautorisierte Mordanschläge im Inland. Die Herren werden enttäuscht sein, wenn sie die Meinung des Präsidenten über ihre Aktionen erfahren.

„Es ist die Aufgabe des NCSC, die Maßnahmen zur Terrorismusabwehr zu leiten und zu unterstützen, sagte der FBI-Direktor. „Sind Sie sich sicher, dass das Büro des Direktors der Nationalen Sicherheitsdienste (ODNI) keine Erkenntnisse weitergegeben hat? Und wenn ja, warum nicht?

Moose sah den Präsidenten an und der nickte ihm bestätigend zu.

„Wir sind uns sicher, dass im Zentrum für Nationale Sicherheit und Gegenspionage (NCSC) niemand mit diesen Anschlägen zu tun oder davon Kenntnis hat, erklärte Moose. „Es wird Teil meiner Arbeit sein, den Direktor der Nationalen Sicherheitsdienste (DNI) täglich über unsere Bemühungen zu informieren. Wir sind überein gekommen, die Informationen über unsere Aktivitäten auf die dreizehn Anwesenden hier zu beschränken. Sollte der NCSC von unserem Tun erfahren, muss dem Direktor sofort darüber berichtet werden und wir werden wissen, dass etwas schiefgelaufen ist.

„Mir scheint das Ganze kein Problem zu sein, Moose, sagte Samms, die Chefin der Terrorismusbekämpfung innerhalb der CIA. „Das ist eine günstige Gelegenheit für uns. Wir sollten das Beste daraus machen!

„Nun, entgegnete Moose, „ Linda und ich könnten trefflich streiten über das Für und Wider von Bürgerwehren und Kopfgeldjägern, aber ich nehme an, dass wir alle einer Meinung sind. Wir müssen unbedingt herausfinden, wie diese Menschen, wer auch immer sie sein mögen, Zugang zu geheimen Informationen über Terroristen im Inland bekommen haben. Das betrifft auch Ihre Behörden.

Er sah die Behördenleiter an.

„Informieren Sie uns doch bitte einmal darüber, wo diese Morde begangen wurden und welcher Art die geheimen Erkenntnisse darüber waren", erkundigte sich der Nationale Sicherheitsberater.

„Natürlich. Das ist nicht schwer. Die Morde wurden überall im Land begangen. Die Mörder scheinen nicht an einem bestimmten Ort zu leben. Sie sind mobil und wirklich sehr gut. Mit Sicherheit ehemalige Soldaten. Mir wäre es lieber, wenn es wirklich Ehemalige wären, nicht Aktive."

„Gibt es irgendein Vorgehensmuster?, fragte der FBI-Chef. „Könnten es auch Zufallsmorde sein?

„Wir haben hochspezialisierte Techniker damit beauftragt herauszufinden, ob es eine ganz spezielle Vorgehensweise gibt. Aber es blieb alles im Dunkeln. Ein Handlungsmuster oder bevorzugte Zeiten für die Morde lassen sich nicht erkennen."

„Mörder?, fragte Nancy Moffat, die Chefin der Terrorismusabwehr des FBI. „Ist es mehr als einer? Wissen wir, wie viele beteiligt sind? Sie nahm zwei M&M-Erdnüsse aus einer der stets um sie herumliegenden gelben Tüten. Sie waren rot und blau und verschwanden in ihrem Mund.

„Es kann nicht nur eine Person sein, antwortete Moose. „Dafür ist alles zu gut organisiert und die Vorgehensweisen zu unterschiedlich. Da ist Ihre Frage zuvor: Die Informationen über die Mordopfer stammen wohl aus all Ihren Behörden. Mal aus dieser, mal aus jener. Sie sind zu unterschiedlichen Zeitpunkten gehackt worden. Oder es gibt undichte Stellen.

„Aber die Hacker haben keine Spuren hinterlassen?", fragte der Präsident.

„Um es kurz zu machen, wir nehmen an, dass die Taten von einem Insider verübt werden."

Verblüfftes Schweigen war die Reaktion auf diese Vermutung.

„Also dann, stellte der JSOC- Kommandeur fest, „ dann hat jemand in einer der Sicherheitsbehörden die Erkenntnisse zu den Terroristen im Inland von uns allen abgeschöpft, sie irgendwo zusammengeführt und dazu benutzt, mutmaßliche Terroristen auszuschalten.

„Tja, antwortete Moose nachdenklich, „das Vertrackte daran ist, dass man diese Ermordeten nicht so sehr als bloß verdächtig bezeichnen kann. Sie waren unmittelbar davor, Terrorhandlungen zu verüben.

„In einigen Fällen standen wir kurz vor der Festnahme, führte der Präsident aus. „Einige der Mordopfer wurden geradezu vor den Augen unserer Beamten getötet.

„Die Verhaftung stand unmittelbar bevor, sagen Sie?", fragte Colonel Tom Edwards, Leiter des Kommandos für Spezialoperationen.

„Nein, antwortete Moose. „In allen Fällen hatten die Beamten noch keinen Haftbefehl. Bei einigen hätte es nicht mehr lange gedauert, aber in keinem der Fälle lag bereits genug vor, um eine Verhaftung vornehmen zu können.

„Dann ist Ihr Insider vermutlich ein sehr hochgestellter Beamter", vermutete der CIA-Direktor.

„Warum sagen Sie das?", fragte Moffett.

„Keiner der rangniedrigeren IT-Spezialisten oder eine ganze Gruppe dieser Leute könnten so viele Informationen zusammentragen und sie dann in einem zeitlich so enggesteckten Rahmen verwenden. Das kann nur jemand mit einer sehr hohen Stellung tun oder eine Gruppe solcher Leute. Nur die haben Zugang zu den Informationen und können sie in dieser effizienten Weise einsetzen."

„Dazu kommen die exakt ausgeführten Ermordungen, fügte Moose hinzu. „Das sind keine Täter, die von einer Behörde aus am Schreibtisch agieren. Die verstehen was von Waffen. Sehr viel sogar. Diese Bürgerwehrangehörigen hatten ein militärisches Training.

Samms musste wiederwillig einräumen, dass die Anwesenden ihre Hausaufgaben gemacht hatten. Darin sind sie jedenfalls besser als vermutet.

„Und jetzt müssen wir mit den fünf Chefs der Antiterrorabteilungen sprechen", sagte der Präsident und sah die fünf Leute vor sich an.

*

„Ja?", sagte Samms im Ohr von Cheese.

„Cheese schießt nicht ohne dein Einverständnis", antwortete Tom.

„Cheese?"

„Eines der Ziele ist eine wunderschöne Frau, Samms."

„So eine bin ich auch, Cheese. Hast du gedacht, dass alle deine Ziele nur miesepetrige alte Dschihadisten wären?"

„Auf den Bildern, die ich von ihr habe, sieht sie jedenfalls anders aus. Ich brauche deine persönliche Autorisierung, oder ich schieße nicht."

„Ist der Mann bei ihr dein anderes Ziel? Der vom mexikanischen Drogenkartell?"

„Ja. Eindeutig."

„Könnte die Frau bei ihm diejenige sein, die wir als die Leiterin eines Kindersexringes in Phoenix identifiziert haben? Schau genau hin, Cheese?"

Cheese tat das. „Stimmt. Sie ist es. Unsere Bilder zeigen sie nicht so genau."

„Dann töte sie beide, Cheese!"

Er ahnte, dass sie die Verbindung nicht abbrechen würde. Er konnte sogar ihren leisen Atem hören.

Er atmete aus und betätigte den Abzug. Atmete ein. Dann atmete er wieder aus und schoss zum zweiten Mal.

Er hörte genau, wie ihr Atmen auf jeden seiner beiden Schüsse reagierte.

„Beide tot. Ich komme zurück."

Er hörte, wie Samms die Verbindung abbrach.

„Dann zählt mein Wort also nicht mehr, Cheese?", fragte Tom.

„Bis morgen, Tom. Das überstehst du schon. Ich werde dir bei der nächsten Besprechung vor allen einen großen dicken Kuss geben."

*

Fünf Stunden später waren Nancy Moffat, FBI, und Colonel Tom Edwards im „Gibson, ihrer Lieblingskneipe, und nahmen noch ein Glas zu sich. Edwards war im vierten Jahr beim Kommando für Spezialoperationen. Ihm unterstanden alle Aktivitäten, die mit der Terrorismusbekämpfung zu tun hatten, und seine Behörde trug die harmlose Bezeichnung „Operationsstudiengruppe.

Die beiden waren dreiundvierzig Jahre alt und seit ihrer gemeinsamen Schulzeit in El Paso, Texas, wie Bruder und Schwester. Nancy war damals die erfolgreichste Schülerin gewesen. Tom hingegen erzählte seinen Freunden immer, dass er das High School-Abschlusszeugnis nur mit Mühen bekommen habe. In Wahrheit waren sie in Schulzeiten stets die Leistungsträger gewesen und auch die besten Schützen am College in der Ausbildung zum Reserveoffizier. Später dienten sie gemeinsam in der Army.

Ihre Freundschaft war so eng, dass sie sogar der Wahl des Ehepartners des jeweils anderen zugestimmt hatten und ihren Dienst in der Army am selben Tag begonnen hatten.

Eigentlich hatten sie immer wie Bruder und Schwester gelebt, bis Nancy eines Tages vorgeschlagen hatte, dass man ein gemeinsames Wochenende am Strand verbringen könne. Aber dort war ihnen aufgegangen, dass ein Liebesverhältnis zwischen ihnen nicht funktionieren würde.

Seit jenen beiden Nächten waren sie bloß Freunde.

Das Wissen um diese enge Freundschaft hatte so manchem Regierungsbeamten ziemliches Kopfzerbrechen bereitet, nachdem sie die Army verlassen hatte und er immer höhere Dienstränge bei den Spezialeinheiten bekleidete. Aber jedes Mal konnten beide die Sorgen um eventuelle Konflikte entkräften. Man kannte sie und ihre wahre Beziehung, und das wurde mittlerweile in den Sicherheitsbehörden akzeptiert.

„Du fängst an, sagte Nancy. „Ich sage dir die Wahrheit, wenn du mir zuerst zeigst, welchen Eindruck du hast.

Sie lachte.

Er nicht.

„Machen wir mal einen großen Schritt in die Vergangenheit, begann er. „Sie …

„Wer sind ‚sie‘?"

„ ‚Sie‘ eben. Die Regierung. Der Präsident. Dein Direktor. Mein Kommandeur. ‚Sie‘ eben. Er nippte an seinem Cocktail. „Sie verdächtigen Linda, dich oder mich, Samms zu sein und eine ganz geheime landesweit operierende inoffizielle Bürgerwehr zu lenken.

„Glaubst du wirklich, dass sie jemals das Weiße Haus verdächtigen würden oder die Clowns von der Inneren Sicherheit, die sie heute zu uns geschickt haben? Sie griff nach ihrer Tüte mit den M&M-Erdnüssen. „Wenn dem so wäre, meinte er, „dann hätte derjenige, der die Liste zusammengestellt hat, schlampig gearbeitet. Wie du und Linda den beiden ziemlich deutlich erklärt haben, hatte niemand das Wissen, das Training oder die logistischen Fähigkeiten, solche verdeckten Antiterroroperationen durchzuführen. Weder zu beruflichen Zwecken noch aus persönlichen Motiven."

„Und es wurde auch niemand umgebracht."

„Genau."

„Nun, darum geht’s. Vielleicht hielten sich der Präsident, Moose und die Direktoren für Superdetektive?"

Sie machte eine abweisende Handbewegung. „Ich vermute fast, dass sie einen von uns dreien für verdächtig halten, aber mit ihren eigentlichen Vermutungen noch hinter dem Berge halten."

„Ich glaube immer noch, es wurde schlampig gearbeitet."

„Warum sollte nur einer von uns verdächtig sein und nicht wir zwei oder gar wir alle drei? Sie nippte an ihrem Martini. „Und ich habe immer angenommen, die Regierung wären wir.

„Das waren wir einmal. Wir können es wieder sein, wenn sich herausstellt, dass die wahren Schuldigen nicht du und ich sind. Wenn sie allerdings vermuten, da könnten mehr Leute dahinterstecken und nicht nur einer, dann wird der Verdacht auf dich und mich fallen. Sonst würde keiner von den neun Leuten, die heute dem Präsidenten während der Konferenz gegenübersaßen, jemals mit den anderen an solch einem Problem zusammenarbeiten. Sie sind aber die Behördenleiter, der Präsident hat sie beauftragt und will Ergebnisse sehen."

„Hoover hat immer geheime Aktionen durchgeführt und den Präsidenten nie um Erlaubnis gebeten."

„Trotzdem wusste der Präsident immer Bescheid", antwortete er und schien auf ihren Widerspruch zu warten.

Sie wirkte nachdenklich, ging auf seine Bemerkung aber nicht ein.

„Könnten diese Morde vielleicht sogar vom Präsidenten befohlen worden sein?, fragte sie. „Und der Einsatz von uns dreien soll so aussehen, als ob für Aufklärung gesorgt würde?

„Nein." Er schüttelte den Kopf.

„Glaubst du, dass sie uns gar nicht verdächtigen und dass das Ganze nur ein behördlich veranstaltetes Scheinmanöver ist, wo wir die Trottel sind?"

„Kaum. Dann würde sich der Präsident nicht darum kümmern. Zweitens, man ist ja gar nicht auf uns drei losgegangen. Wenn sie wirklich keinen von uns verdächtigen würden, dann hätten sie den INS eingeschaltet. Die Abwesenheit der TSA und der NSA deutet an, dass sie zumindest ein wenig bei der Auswahl der Anwesenden nachgedacht haben."

„Bei der Transortsicherheitsbehörde und der NSA gibt es niemanden, der gut genug wäre, so etwas zu Wege zu bringen."

„Denen fehlt es am militärischen Training und am Problemverständnis. Außerdem würde bei denen nichts geheim bleiben."

Ihr Kellner unterbrach sie mit der Frage, ob sie noch etwas trinken möchten. Sie hatten ihn immer in dem Glauben gelassen, dass sie ein freundliches Washingtoner Ehepaar wären, das in irgendeiner Behörde arbeiten würden. Beide nickten ihm zu und bestellten noch zwei Drinks.

„Okay, sagte Nancy. „Ich verstehe schon, warum der Präsident, der DNI, der Kommandeur, die Direktoren und der Nationale Sicherheitsberater auf uns beide gekommen sind. Wir sind kampferprobt, sind immer im Training geblieben, waren in vielen Einsätzen. Heute haben wir Zugang zu den allergeheimsten Erkenntnissen im Antiterrorkampf. Wir bekleiden hohe Posten und kennen uns seit ganz langer Zeit. Unsere Verbindung erstreckt sich mittlerweile auf zwei Behörden. Alles passt zueinander. Sollte es sich um einen Insidejob mit zwei oder mehr Beteiligten handeln, dann sind wir diejenigen, die zuerst für verdächtig gehalten werden. Und man darf meinen persönlichen Einsatz für unsere Aufgabe nicht unterschätzen.

Er streckte ihr den Mittelfinger entgegen.

„Nachdem der Verdacht auf uns gefallen ist, fuhr sie fort, „musste man nur noch nach weiteren Personen suchen, auf die die Kriterien, die uns verdächtig erscheinen lassen, auch zutreffen. Linda hat einen ähnlichen Werdegang hinter sich und wie wir auch Zugang zu den Geheimdokumenten. Zudem hat sie mit uns ein Nahkampftraining absolviert. Andererseits kann sich alles ganz anders verhalten. Vielleicht verdächtigen sie vor allem Linda und wir sollen sie überführen.

„Uns beide in der Task Force einzusetzen ist einleuchtend, solange einer von uns verdächtigt wird, sagte er. „Aber wenn Linda die Hauptverdächtige sein sollte, heißt das noch lange nicht, dass wir beide in der Task Force aufgenommen werden.

Ihr Martini und sein Jack & Ginger kamen.

„Was soll denn die Serie von Visitenkarten mit Samms‘ Namen darauf?"

„Sie will gefasst werden?"

„Oder er."

„Das kann natürlich ein gefälschter Hinweis sein, sagte er. „Oder es steckt mehr als eine Person dahinter.

„Stimmt. Ich glaube nicht, dass sie gefasst werden wollen. Sie werden schon wissen, dass das früher oder später passieren kann, aber ich bezweifle, dass sie geschnappt werden wollen."

„Aber warum die Karten und neuerdings die Initialen?" fragte Tom.

„Ich nehme an, dass derjenige – wer

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