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Unstillbare Sehnsucht: Vampire Romance
Unstillbare Sehnsucht: Vampire Romance
Unstillbare Sehnsucht: Vampire Romance
eBook68 Seiten45 Minuten

Unstillbare Sehnsucht: Vampire Romance

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Über dieses E-Book

Die junge Vampirin Anne lebt unauffällig in London und trauert noch immer um ihre große Liebe William. Als der mächtige und unverschämt gutaussehende Vincent ihr Revier beansprucht, fühlt sie sich sofort zu ihm hingezogen.
Doch das Andenken an William schwebt wie ein düsterer Schatten über ihrer aufkeimenden Liebe und Vampirfürst Vincent hütet mehr als ein finsteres Geheimnis ...

"Unstillbare Sehnsucht" ist auch in der Erotik-Edition "Lust in London (Verzehrendes Verlangen)" mit expliziten Sex- und Gewaltszenen verfügbar.
SpracheDeutsch
HerausgeberBookRix
Erscheinungsdatum12. Okt. 2018
ISBN9783743843097
Unstillbare Sehnsucht: Vampire Romance
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    Unstillbare Sehnsucht - Maria King

    München

    Unstillbare Sehnsucht

    Unsere erste Begegnung war für mich wie ein Schock. Wie kalte Wassertropfen, die dir den Rücken herunterlaufen. Wie Schritte im Dunkeln. Zuerst hatte ich so eine Ahnung, bei der sich die Nackenhaare aufstellen und die Haut anfängt zu kribbeln. Ich blickte mich um – und da sah ich ihn.

    Wir können die Präsenz der Anderen fühlen. Je älter wir sind, desto stärker ist diese Fähigkeit bei uns ausgeprägt. Da ich mit meinen dreihundertdreißig Jahren jedoch vergleichsweise jung bin, hatte er mich natürlich schon längst vor mir entdeckt.

    Er stand auf der anderen Seite des an jenem Freitag Abend mit Menschen vollgestopften Piccadilly Circus und starrte mich an.

    „Das ist jetzt mein Revier, Kleine, dröhnte seine Stimme in meinem Kopf. „Du haust besser ab, sonst wirst du es bereuen.

    Seine Worte trafen mich wie ein Donnerschlag. Ich taumelte und wäre sicher gefallen, wenn er sich nicht so schnell, wie er in meinen Geist gedrungen war, wieder zurückgezogen hätte. Keuchend lehnte ich mich an das Schaufenster hinter mir und starrte hinüber zur leuchtenden Reklamewand, unter der er gestanden hatte.

    Doch er war nicht mehr zu sehen. Spurlos verschwunden. Als ob er sich in Luft aufgelöst hatte.

    Langsam kam ich wieder zu mir. Er musste viel älter als ich sein. Auch wenn er natürlich nicht so aussah. Wie einfach er in meinen Kopf eingedrungen war ... Was mochte er alles über mich herausgefunden haben in diesem Moment? Offenbar genug, um mich nicht direkt anzugreifen. Schon einmal ein gutes Zeichen. Vermutlich hielt er mich für zu unwichtig, um mich zu vernichten. Wir Anderen mögen Unseresgleichen nicht sonderlich. Als Einzelgänger teilen wir unser Revier nur, wenn es sein muss – oder wenn wir uns etwas davon versprechen. Treffen zwei von uns zusammen, stirbt in der Regel einer von uns.

    Gut. Ich war noch am Leben. Wenn man es so nennen wollte. Doch was jetzt?

    Er hatte mir unmissverständlich befohlen, aus seinem Revier zu verschwinden. Doch wo mochte das sein? Gut, ich würde nicht mehr zum Piccadilly Circus zurückkehren. Aber was, wenn er auch Belgravia für sich beanspruchte? Oder ganz London?

    Das ist jetzt mein Revier, hatte er gesagt. Offenbar war er noch nicht lange hier, beabsichtigte aber wohl, sich hier niederzulassen. Verdammt.

    „Kann ich dir helfen?"

    Ich zuckte zusammen. Ein deutliches Zeichen, wie sehr mich die Begegnung mit dem Anderen mitgenommen hatte. Normalerweise bringen mich Menschen nicht aus dem Konzept. Ein junger Mann mit Hut und dicker Hornbrille trat auf mich zu. „Alles in Ordnung?" Er stank nach Alkohol.

    „Mir geht’s gut", wehrte ich unwirsch ab. Und dann torkelte ich los, die Piccadilly Street entlang Richtung Green Park. Es dauerte ewig. Ich hatte das Gefühl, nicht vom Fleck zu kommen. Doch mit dem Bus oder gar mit der Tube wollte ich nicht fahren. Ich fühlte mich ein bisschen schwach. Wenn wir uns schwach fühlen, haben wir uns nicht mehr unter Kontrolle. Und ein Blutbad in einem öffentlichen Verkehrsmittel war das letzte, was ich brauchen konnte. Da konnte ich mir gleich einen Pflock ins Herz bohren.

    Ich schleppte mich am Green Park entlang bis zum Wellington Arch und dann nach Hause. Belgravia war die ideale Wohnstätte für mich. Das teure Botschaftsviertel stand zum größten Teil leer, die teuren weißen Häuser dienten Investoren und reichen Scheichs als Geldanlage – und als kostspieligen Zweit-, Dritt- oder Viertwohnsitz, an dem sie einmal im Jahr ein Wochenende verbrachten. So auch mein Haus nahe dem Belgrave Square.

    Als ich endlich die Haustür mich zitternden Händen aufsperrte, begab ich mich sofort in den Keller und legte mich in die alte Holztruhe, die ich aus Nostalgie bezogen hatte. Der Geruch nach dem Jahrhunderte alten Holz beruhigte mich allmählich.

    Da ich schon über dreihundert Jahre alt bin, brauche ich eigentlich keine langen Ruhephasen mehr. Doch gerade in dieser Nacht tat es unglaublich gut.

    Meine Hände hörten irgendwann auf zu zittern. Aber sein Bild verfolgte mich. Diese großen dunklen Augen, das scharf geschnittene Gesicht mit der spitzen Nase. Ständig sah ich ihn vor mir.

    Auch noch, als ich Stunden später wieder aus der Truhe kroch und durch das Haus wandelte. Meine Hände streiften die verstaubten Plastikhüllen, die die antiken Stühle vor dem Verfall schützen sollten. Der Scheich, dem das Haus eigentlich gehörte, liebte antike Einrichtung. Oder vielleicht war er auch nie dazu gekommen, neue Möbel auszusuchen. In den letzten fünf Jahren war er lediglich dreimal dagewesen. Ich hatte mir nicht einmal die Mühe gemacht, auszuziehen. Kein einziges Mal hatte sich der Scheich, eines seiner Kinder oder gar ein Dienstbote bei seinen Besuchen in den Keller zu meiner Holztruhe verirrt.

    Wie immer, wenn ich aufgewühlt war, setzte ich mich an das Klavier und begann, zu spielen.

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