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N.Y.D. - Abserviert von zarter Hand (New York Detectives): Cassiopeiapress Spannung

N.Y.D. - Abserviert von zarter Hand (New York Detectives): Cassiopeiapress Spannung

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N.Y.D. - Abserviert von zarter Hand (New York Detectives): Cassiopeiapress Spannung

Länge:
195 Seiten
2 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
21. Aug. 2018
ISBN:
9783739616193
Format:
Buch

Beschreibung

Der Umfang dieses Buchs entspricht 162 Taschenbuchseiten.
 
Erst liebte sie ihn – aber als sie endlich sein schmutziges Spiel durchschaute, verurteilte sie ihn zum Tode ...

Ein rasanter Action Krimi um den smarten Privatdetektiv Bount Reiniger, dessen Fälle auch von Alfred Bekker und Alfred Wallon geschildert wurden.
In den Straßenschluchten New Yorks oder an Schauplätzen in aller Welt ist Bount Reiniger auf der Jagd nach skrupellosen Verbrechern. 

Titelbild: Firuz Askin
Herausgeber:
Freigegeben:
21. Aug. 2018
ISBN:
9783739616193
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

N.Y.D. - Abserviert von zarter Hand (New York Detectives) - A. F. Morland

München

Abserviert von zarter Hand

von A. F. Morland

Der Umfang dieses Buchs entspricht 162 Taschenbuchseiten.

Erst liebte sie ihn – aber als sie endlich sein schmutziges Spiel durchschaute, verurteilte sie ihn zum Tode ...

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author/ Titelbild: Firuz Askin

© dieser Ausgabe 2015 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

1

Er war einer von denen, die wussten, wann eine Sache verloren war. Bount Reinigers Automatik wies auf seine breite Brust, und er wäre verrückt gewesen, zu denken, da wäre noch ein Blumentopf zu gewinnen. Mit einem überheblichen Grinsen, wie nur er es zustande brachte, ließ er die Beute fallen. Sie befand sich in einem schwarzen Stoffsack: zwanzigtausend Dollar und noch ein paar Zerquetschte aus dem Safe der gegenüberliegenden Bar, der Dandy Moreno einen nächtlichen Besuch abgestattet hatte.

Seit einem Monat war Bount Reiniger hinter diesem raffinierten Kriminellen her. Endlich war es ihm gelungen, Dandy Moreno auf frischer Tat zu ertappen.

Über ihnen rollte der spärliche Nachtverkehr über den Stelzen-Highway, der den Hudson River begleitete. Moreno hob langsam die Hände, als wollte auch er das Betonband dort oben stützen. Bount wies mit den Augen nach rechts.

„Mein Wagen steht dort drüben, Dandy."

Moreno bedachte ihn mit einem frostigen Blick. „Wohin fahren wir?"

„Centre Street. Nur ein paar Blocks."

„Okay. Gehen wir."

Reiniger winkte den gefährlichen Burschen mit dem Lauf seiner Kanone nach links. „Drei Schritte, Dandy. Der Gangster zählte sie grinsend ab: „Eins, zwei, drei. Recht so?

„Ich bin zufrieden", gab Bount zurück. Er hob den Sack mit den Dollars auf. Mit einem neuerlichen Wink veranlasste er Moreno zu gehen. Sie erreichten den Mercedes. Bevor der Verbrecher einstieg, schenkte er Bount Reiniger ein mitleidiges Lächeln. Seine Augen sagten: Du armes Würstchen, was hast du denn schon Großartiges erreicht?

Und sein Mund formte die Frage: „Meinen Sie, dass sich die Mühe wirklich gelohnt hat?"

Bount grinste breit. „Ich denke schon."

„Was werde ich kriegen? Sieben Jahre. Wenn ich mich gut führe, bin ich in fünf Jahren wieder frei. Fünf Jahre, Reiniger. Was ist das schon? Die sitz‘ ich doch auf einer Backe ab."

Fünf Jahre. Es war eine Rechnung. Sie ging auf.

Nach genau fünf Jahren – und keinem Tag länger – öffneten sich für Dandy Moreno die Gefängnistore wieder. Er war jetzt siebenundzwanzig ... und voller neuer Pläne.

2

Bount Reiniger ließ seinen silbergrauen Mercedes 450 SEL vor der beeindruckenden Villa ausrollen. Es war ein Tag mit allem Drum und Dran: akzeptable Temperatur, blauer Himmel, lachende Sonne, Windstille. Ein Tag zum Angeln, zum Faulenzen, zum Menschsein. Aber wer nahm darauf schon Rücksicht. Es gab Klienten, die scherten sich nicht um die Schönheit eines Tages. Sie hatten andere Probleme. Probleme, die Bount für sie lösen sollte.

Reiniger stieg aus dem Wagen. „Da wären wir", sagte er zu seiner Sekretärin June March.

Das hübsche Mädchen klappte die Tür auf der anderen Seite zu. „Von so einer Villa träume ich manchmal, sagte sie bewundernd. „Muss herrlich sein, in so was zu wohnen.

Bount grinste. „Träumst du bei der Gelegenheit auch von der Miete, die dafür Monat für Monat hinzulegen ist?"

„Ich werde mich hüten. Es soll ja kein Albtraum sein."

Sie hörten Arbeitsgeräusche: das Ächzen einer Zugsäge, die schrillen Töne einer hochtourigen Bohrmaschine, Hämmern ...

Die herrschaftliche Villa ragte beeindruckend zwischen hohen Pappeln hervor. Es gab einen breiten Balkon, hohe Fenster, Säulen vor dem protzigen Eingang, auf den Reiniger gleich darauf mit seiner Assistentin zuschritt. Ein Mann mit Schnapsnase lief ihnen über den Weg. Er trug ein Brett. Wohl nur, um den Schein zu wahren.

Bount hielt ihn auf. Der Bursche setzte sofort das Brett ab. Bloß keine Kräfte vergeuden. „Was kann ich für Sie tun?", fragte er Bount, aber seine Augen waren auf June March gerichtet, denn die gefiel ihm scheinbar viel besser.

„Zu Mrs. Amanda Carr, sagte Reiniger. „Wo finden wir sie?

Der Schnapsmann schürzte die Unterlippe. „Mrs. Carr? Ich glaube, die ist im Augenblick im Obergeschoss."

„Diese Auskunft werde ich Ihnen nie vergessen", sagte Bount grinsend. Er schob seinen Arm unter den von June und strebte der Treppe zu, die nach oben führte. Widerwillig nahm der Handwerker sein Brett wieder auf. Er trottete durch die Räume des Erdgeschosses und rollte mit den Augen, als sich einer seiner Kollegen nach ihm umwandte.

„Da hab‘ ich jetzt ‘ne blonde Puppe gesehen ... Mann, war die klasse."

Im Obergeschoss wurden Trennwände in sämtlichen Räumen aufgestellt. Die saalähnlichen Zimmer wurden zu kleinen Labyrinthen umgebaut. Männer standen auf hohen Leitern und bohrten Löcher in die Decke. Andere tapezierten die Kunststoffwände. Der Parkettboden wurde mit Sisalläufern ausgelegt. June March zog überall bewundernde Blicke auf sich.

Amanda Carrs Stimme war schon von Weitem zu hören. Sie diskutierte mit dem Elektriker, weil sie an seiner Arbeit etwas auszusetzen hatte. Als sie den Mann mit einer unwilligen Handbewegung entließ, betraten June und Bount den Raum.

June stellte fest, dass Mrs. Carr eine unwahrscheinlich attraktive Frau war. Schätzungsweise fünfundvierzig Jahre alt, elegant, unglaublich gut aussehend. Ihr Teint war sauber, die Figur durch sorgfältige Diät bezaubernd, sylphidenhaft. Sie besaß jene Art von reizvoller Überschlankheit, die Fotomodellen ihren besonderen Charme verleiht. Ihre Züge waren von sanfter Weichheit. Und das mit fünfundvierzig. Mehr als beachtlich. Amanda Carr trug ein einfaches, kaum dekolletiertes Kleid, dem man eine gewisse Eleganz nicht absprechen konnte. Ihr kastanienbraunes Haar war locker und gut geschnitten.

Als sie die Schritte hörte, drehte sie sich halb um. Ihre ärgerliche Miene verflog. Ein freundliches Lächeln hieß Bount Reiniger und seine Assistentin herzlich willkommen.

Mit ausgestreckten Händen ging sie auf Reiniger zu. „Bount! Freut mich, Sie wiederzusehen."

„Die Freude ist auf meiner Seite, Amanda, erwiderte Reiniger höflich. Er deutete eine kleine Verneigung an. „Darf ich Ihnen meine Sekretärin vorstellen? Miss June March. June, das ist Mrs. Amanda Carr. Eine der reichsten Frauen von Boston.

Amanda winkte lachend ab. „Nun übertreiben Sie nicht, Bount. Ich bin nicht reich. Mein Mann ist es."

„Kommt das nicht auf dasselbe heraus?", fragte Reiniger.

„Nur, solange die Ehe gutgeht."

„Das tut sie bei euch doch, oder?"

„Ich kann nicht klagen."

„Das freut mich", sagte Bount. Die beiden Frauen musterten einander mit jenem undefinierbaren Blick, den sie immer für eine Konkurrentin parat haben. Ein paar Teilchen Neugier, ein wenig harte Kritik, eine Prise Missgunst, ein Schuss Neid und vielleicht auch noch etwas Misstrauen. Von Bewunderung konnte Bount weder bei June noch bei Amanda etwas entdecken. Er grinste. Das alte Spiel. Jede Frau spielt es. Jede beherrscht es. June und Amanda waren in dieser Disziplin sogar Meisterinnen. Etwas unterkühlt reichten sie sich die Hände.

„Sie sind also die gute Fee von Bount Reiniger", stellte Amanda lächelnd fest.

„Und Sie sind diejenige, die Bount in einem Atemzug nennt, wenn er von Boston spricht. Sie scheinen großen Eindruck auf ihn gemacht zu haben, Mrs. Carr."

Mrs. Carr lachte hell auf. „Das hoffe ich, hoffe ich wirklich." Sie schickte einen dankbaren Blick an Bounts Adresse. Es freute sie, dass er sie noch nicht vergessen hatte.

Mrs. Carr war sie. Die Frau von Lui C. Carr, dem vermögendste Mann von Boston. Es gab kaum ein gewinnträchtiges Unternehmen, in dem er seine Goldfinger nicht drinnen hatte. Lui C. Carr, gewiss ein Mann, zu dem man aufblicken konnte. Und es gab viele Frauen, die Amanda um den Platz an seiner Seite beneideten. Er war ein netter Bursche, hatte kaum Allüren, überhäufte seine Frau mit Geschenken, las ihr jeden Wunsch von den Augen ab. Lui war fünfundfünfzig.

Das Hämmern und Bohren riss Amanda aus ihren Erinnerungen.

Die Umbauarbeiten, die an der Villa vorgenommen wurden, gehörten zu den umfangreichen Vorbereitungen, die die bevorstehende Wanderausstellung erforderlich machte.

„Sie haben sich in den drei Jahren, die wir uns nicht gesehen haben, nicht verändert, Bount", sagte Amanda lächelnd.

„Das Kompliment kann ich reinen Gewissens zurückgeben. Auch an Ihnen sind die letzten drei Jahre spurlos vorübergegangen", erwiderte Bount.

June seufzte leise. Liebe Güte, wie charmant er sein kann, dachte sie. Bei mir hält er sich in der Beziehung weitgehend zurück. June kannte die Geschichte, wie Bount das Ehepaar Carr kennengelernt hatte. Die beiden waren in Florida in eine üble Rauschgiftaffäre verwickelt worden. Bount hatte damals gerade in dieser Gegend zu tun gehabt. Lui C. Carr engagierte ihn vom Fleck weg. Bount erledigte seine Arbeit mit Auszeichnung. Und von da an war er in unregelmäßigen Abständen gern gesehener Gast bei den Carrs in Boston.

„Wir sind mit den Umbauten ein wenig in Verzug, erklärte Amanda Carr. Sie nahm Bount und June mit auf den Balkon. Vor ihnen dehnte sich die endlose Weite eines gepflegten Parks aus. „Aber wir werden es schaffen, die Wanderausstellung zum festgesetzten Termin zu eröffnen.

Bount wies auf die Villa. „Sie haben sich dafür den prachtvollsten Rahmen ausgesucht."

Amanda atmete schwer aus. „Hat viel Zeit gekostet, das richtige Haus zu finden."

„Der Aufwand hat sich gelohnt", meinte Bount.

Amanda blickte ihm so fest in die Augen, dass sich June March beinahe überflüssig vorkam. Sie grollte innerlich.

„Ich danke Ihnen, dass Sie sofort hierhergekommen sind, Bount."

Reiniger grinste. „Sag‘ ich nicht immer: ,Anruf genügt, komme ins Haus!‘?"

„Mein Mann hat eine halbe Million Dollar in sein neues Hobby gesteckt", erzählte Amanda.

Bount ließ einen anerkennenden Pfiff hören. „Kleinlich kann man ihn wirklich nicht nennen."

„Er hat innerhalb eines Jahres die besten Bilder zeitgenössischer Maler aufgekauft. Ein namhafter Kunstexperte war ihm dabei behilflich. Lui versteht nicht allzu viel von diesen Dingen, aber er bemüht sich, laufend dazuzulernen."

Bount lächelte. „Lui C. Carr, der Philanthrop. Es sieht ihm ähnlich, dass er nicht bloß Bilder kauft und sie dann in seinem Haus versteckt ..."

Amanda nickte. „Lui findet, es ist nicht richtig, dass schöne Gemälde einem Menschen allein gehören. Sie sollen viele Menschen erfreuen. Deshalb hat er diese Wanderausstellung ins Leben gerufen. Er will die Kunstwerke einer breiten Publikumsschicht zugänglich machen."

„Eine vernünftige Ansicht", sagte Bount.

„Wir haben uns mit einer bekannten Bostoner Werbeagentur zusammengetan, die in jeder Stadt, die wir besuchen, für uns die Reklametrommel rührt."

Bount nickte. „Ich hab‘ die Plakate schon gesehen."

„Wie gefallen sie Ihnen?"

„Grafische Kunstwerke. Geschmackvoll gestaltet, trotzdem nicht zu übersehen", erwiderte Bount.

„Lui will am Eröffnungstag eine Pressekonferenz geben. Rundfunk und Fernsehen werden über unsere Ausstellung berichten. Wir rechnen mit einer hohen Besucherzahl."

,,Die Leute werden bestimmt kommen", meinte Reiniger.

June March hatte es langsam satt, das fünfte Rad am Wagen zu sein. Amanda hatte kaum einen Blick für sie.

Es war Zeit, dass sie sich in die Unterhaltung einschaltete, damit die beiden wieder auf sie aufmerksam wurden. Sie fragte: „Wann treffen die Gemälde in New York ein, Mrs. Carr?"

„Ach, bitte, nennen Sie mich doch Amanda, ja?"

„Okay ... Amanda."

„Und ich darf June zu Ihnen sagen?"

„Warum nicht?"

„Sie sind süß, June."

„Sie auch", sagte June, aber wenn sie ganz ehrlich zu sich war, meinte sie es nicht so, wie sie es gesagt hatte. Sie hatte nichts gegen Amanda. Es war nur diese dumme Eifersucht, die es eigentlich nicht geben durfte, weil sie kein Recht auf Bount Reiniger hatte. Aber wer kann schon raus aus seiner Haut, die manchmal so eng ist wie eine Zwangsjacke. Wäre Amanda alt und hässlich gewesen, hätte sich June garantiert besser in ihrer Nähe gefühlt. So aber ...

„Die Gemälde treffen in einer Woche hier ein, sagte Amanda. „Bis dahin muss in der Villa alles getan sein. „Kommen die Bilder aus Boston?", wollte June wissen.

Amanda schüttelte den Kopf. „Wir waren damit schon in zehn Städten: San Francisco, Los Angeles, Phoenix, Houston, Dallas, Memphis, Washington, Baltimore, Philadelphia, Chicago."

„Die Gemälde reisen von Chicago hierher?", fragte June.

„Ja."

„Warum ist New York erst die Nummer elf?", erkundigte sich June.

Amanda lächelte nervös. „Das ist eine gute Frage, June. Ich will versuchen, Ihnen darauf eine gute Antwort zu geben. Mein Mann fürchtet

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