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Arik der Schwertkämpfer 1: Die Schmiede der Götter: Cassiopeiapress Fantasy Serie/ Edition Bärenklau

Arik der Schwertkämpfer 1: Die Schmiede der Götter: Cassiopeiapress Fantasy Serie/ Edition Bärenklau

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Arik der Schwertkämpfer 1: Die Schmiede der Götter: Cassiopeiapress Fantasy Serie/ Edition Bärenklau

Länge:
244 Seiten
3 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
14. März 2019
ISBN:
9783736875272
Format:
Buch

Beschreibung

Der Umfang dieses Ebooks entspricht 251 Taschenbuchseiten.
Der Schwertkämpfer Arik hat sich eines Tages entschieden, die Eisländer des Nordens zu verlassen, um sich als Söldner anheuern zu lassen. Auf dem Weg dorthin stößt er auf den Nachtherzog Arian, der mit seinen Geisterkriegern in der Bergregion ein Regime des Schreckens und Terror errichtet hat und ein abgelegenes Dorf niederbrennt. Bei einem Aufeinandertreffen wird Ariks Schwert Valnir zerstört, und er muss fliehen. Von einem überlebenden Bewohner erfährt Arik von der sagenumwobenen Schmiede der Götter, die sich auf dem höchsten Gipfel des Bergmassivs befindet. Sein Weg führt ihn dorthin, denn dies ist die einzige Möglichkeit, um sein Schwert neu schmieden zu lassen. Zu diesem Zeitpunk ahnt Arik jedoch noch nicht, dass die Götter schon längst über sein weiteres Schicksal entschieden haben und er dieser Bestimmung nicht mehr entfliehen kann.
Herausgeber:
Freigegeben:
14. März 2019
ISBN:
9783736875272
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Arik der Schwertkämpfer 1 - Alfred Wallon

München

Arik der Schwertkämpfer

Götter, Helden und Dämonen

Band 1

Die Schmiede der Götter

von Alfred Wallon

© dieser Digitalausgabe by Alfred Bekker/CassiopeiaPress

www.alfredbekker.de

postmaster@alfredbekker.de

EDITION BÄRENKLAU, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius

Die Schmiede der Götter – Die große Fantasy-Saga von Alfred Wallon & Marten Munsonius

© 2 Erzählungen in einem Band by Alfred Wallon und Edition Bärenklau, 2015

Cover © by Steve Mayer 2015

Der Umfang dieses Ebooks entspricht 251 Taschenbuchseiten.

Der Schwertkämpfer Arik hat sich eines Tages entschieden, die Eisländer des Nordens zu verlassen, um sich als Söldner anheuern zu lassen. Auf dem Weg dorthin stößt er auf den Nachtherzog Arian, der mit seinen Geisterkriegern in der Bergregion ein Regime des Schreckens und Terror errichtet hat und ein abgelegenes Dorf niederbrennt. Bei einem Aufeinandertreffen wird Ariks Schwert Valnir zerstört, und er muss fliehen. Von einem überlebenden Bewohner erfährt Arik von der sagenumwobenen Schmiede der Götter, die sich auf dem höchsten Gipfel des Bergmassivs befindet. Sein Weg führt ihn dorthin, denn dies ist die einzige Möglichkeit, um sein Schwert neu schmieden zu lassen. Zu diesem Zeitpunk ahnt Arik jedoch noch nicht, dass die Götter schon längst über sein weiteres Schicksal entschieden haben und er dieser Bestimmung nicht mehr entfliehen kann.

Erstes Buch

„... wo die Eisgebirge in den Himmel ragen

und der Nordwind durch die Pässe pfeift –

hoch über unzugänglichen Pfaden

hebt sie sich dunkel und geheimnisvoll empor!

Die Schmiede der Götter –

der Hort, wo Thunor der Donnerer herrscht.

Wenn Blitze am Himmel zucken,

dann zürnt der mächtige Donnergott,

und sein Fluch richtet sich gegen diejenigen,

die mit den Mächten der Finsternis paktieren.

Denn der Kampf zwischen der Macht des Lichts

und den Kräften der Finsternis –

er wird solange anhalten, bis die Welt stirbt ....

(aus den Chroniken von Kh’an Sor)

Der eisige Wind sang sein durchdringendes Lied, während er einzelne zerfetzte Schneeflocken heftig vor sich hintrieb. Dunkle Wolken hingen am grauen Himmel, und die spärlich scheinende Sonne zeigte sich schon seit einigen Stunden nur als fahles Licht. Ein stetiges Heulen des Nordwindes erfüllte die eiskalte Winterluft, die sich allmählich in einen handfesten Sturm verwandelte.

Der einsame Reiter, der die schneebedeckten Hochebenen von Andustan durchquerte, hatte große Mühe, sein Pferd unter Kontrolle zu halten. Denn das Tier scheute immer mehr, je stärker der Wind wurde und ihn am Vorwärtskommen in der weißen Felsenwildnis hinderte. Aber der Reiter riss das Tier umso härter an den Hanfzügeln und zwang es, sich weiter seinen Weg zu suchen, obwohl das Pferd mit den Vorderläufen schon sehr tief im Schnee einsank.

Der Mann auf dem Rücken des kräftigen Pferdes war groß, fast schon ein Hüne von Gestalt. Der Wind wirbelte die langen blonden Haare hin und her. Der Reiter musste die Augen zu schmalen Schlitzen zusammenkneifen, weil ihm der Wind eine Schneewolke ins Gesicht blies. Deshalb hielt er sein Haupt gesenkt, um dem Sturm so wenig Angriffsfläche wie möglich zu bieten.

Ein dickes Bärenfell umhüllte seinen Körper und schützte ihn vor der schlimmsten Kälte. Aber er fror dennoch, da er mit so einer entsetzlichen Witterung hier oben nicht gerechnet hatte. Er war von den Bewohnern drüben auf der anderen Seite der Berge ausdrücklich gewarnt worden, zu dieser Jahreszeit den Pass zu überqueren. Denn in den Bergen wusste jedes Kleinkind die Anzeichen eines bevorstehenden Sturmes zu deuten. Die dunklen Wolken und der immer stärker werdende Wind waren die Vorboten gewesen, und jetzt hatte der Himmel seine Schleusen geöffnet und das Land mit Schnee überzogen!

Trotzdem kehrte der Reiter nicht um. Er war zu allem entschlossen. Sein Ziel waren die Ebenen von Kh’an Sor, die sich jenseits des Eisgebirges erstreckten, und dieses Ziel wollte er so schnell wie möglich erreichen. Weder Schnee noch Eis konnten ihn davon abhalten. Deshalb hatten ihn die Bewohner des kleinen Dorfes kopfschüttelnd in Richtung des Eispasses davon reiten sehen.

Der Name des Reiters war Arik. Er war ein Krieger aus den Eisländern des fernen Nordens. Er stammte aus einer Welt, in der Schnee und Eis ein fester Bestandteil des tagtäglichen harten Lebens war. Nur deshalb hatte er nicht gezögert, den Weg über das Eisgebirge einzuschlagen.

Auf seiner Reise durch die westlichen Länder hatte er mehrmals von verschiedenen Leuten gehört, dass der König des Steppenreiches von Kh’an Sor einen Feldzug gegen das benachbarte Fürstentum plante. Söldner wurden gesucht, und deswegen zog es Arik auf die andere Seite der Berge, wo ihn der Kampf, das Abenteuer und reiche Beute lockten.

Arik hatte seine ferne Heimat verlassen, um die fremden Länder des Südens kennen zu lernen. Seit er im Besitz des Götterschwertes Valnir war, hatte er zahlreiche Kämpfe ausfechten müssen. Bis jetzt hatten ihn die Götter immer beschützt – und seine feine Klinge. Das stärkte und ermutigte ihn, diese abenteuerliche Reise ins Unbekannte fortzusetzen.

Und deshalb trieb er das ermüdete Pferd unbarmherzig weiter durch den dichten Schnee, obwohl der eisige Wind Pferd und Reiter Tausende von kleinen scharfen Eiskristallen ins Gesicht schleuderte. Der Ritt durch die einsame Winterwelt war eine Qual für Mensch und Tier, doch der Krieger aus den Norden gab nicht auf. Er trotzte Wind und Schnee, die ihn am Vorwärtskommen zu hindern versuchten. Aber er kannte sein Ziel, und das trieb ihn voran.

Vor seinen Augen tanzten Schneewirbel, und er fühlte sich wie in einem endlosen Nebelmeer das keine Umrisse kannte. Er konnte nur wenige Schritte weit sehen. Arik musste sich deshalb ganz auf den Instinkt seines Pferdes verlassen.

Plötzlich wieherte das Tier laut auf. Schon einen Atemzug später geriet es ins Taumeln. Arik riss an den Zügeln, versuchte das Schlimmste zu verhindern, doch das Pferd gehorchte ihm nicht mehr. Stattdessen spürte er, wie die Vorderhufe einbrachen. Das Tier strauchelte. Arik versuchte sich im Sattel festzuhalten, doch es misslang ihm. Das Pferd wieherte nochmals, bevor es dann weiter einknickte und Arik nach vorn gerissen wurde.

Der stürzende Körper des Pferdes vermischte sich mit einer gigantischen Schneewolke. Arik selbst fiel so unsanft vom Pferd, dass er von Glück reden konnte, dass er sich bei diesem harten Sturz nicht einige Knochen gebrochen hatte. Für eine winzige Ewigkeit spürte er Schneemassen auf seinem Körper, ruderte deshalb wild mit den Armen, um sich Luft zu verschaffen. Es gelang ihm auch, aber wirklich im letzten Augenblick!

Schließlich versuchte er sich wieder zu erheben und stöhnte leise, als er den Schmerz an der Hüfte verspürte. Zumindest eine Prellung schien er sich doch zugezogen zu haben. Und noch immer schneite es unaufhörlich.

Irgendwie weiter vor sich im Sturm hörte Arik das schrille Wiehern seines Pferdes. Panik erfasste den Schwertkämpfer, als er daran dachte, dass das Tier sich bei diesem plötzlichen Sturz vielleicht verletzt hatte. Dann war er wirklich in einer schlimmen Lage. In diesem heftigen Schneesturm würde er nicht lange überleben ...

Arik kämpfte sich vorwärts in die Richtung, wo er das Wiehern vernommen hatte. Wenig später erkannte er die Konturen des Pferdes im wirbelnden Schnee. Sofort griff er nach den Zügeln, während er mit der anderen Hand das Tier zu beruhigen versuchte. Er murmelte einige Worte dicht am Ohr de Pferdes, aber sie wurden vom heulenden Wind fast vollständig verschluckt. Er hatte es nur seinen Händen zu verdanken, dass sich die Panik des Pferdes nicht noch mehr steigerte Indem er dem Tier über Nüstern und Ohren strich, beruhigte er es schließlich soweit, dass es nicht die Flucht ergriff.

Es war Wahnsinn gewesen, bei diesem Wetter die sicheren Täler zu verlassen und in die Berge zu reiten. Arik begriff das jetzt, und deshalb überlegte er fieberhaft nach einer Möglichkeit, diesem höllischen Sturm so schnell wie möglich zu entfliehen. Alles was er brauchte, war ein sicherer und trockener Unterschlupf, wo Arik so lange ausharren konnte, bis wenigstens dieser Eiswind nach ließ.

Arik stieg wieder in den Sattel und überließ es diesmal dem Pferd, sich den richtiger Weg zu suchen. Er trieb das Tier auch nicht mehr an, denn das war wohl die Ursache dafür gewesen, dass es gestürzt war.

Er hob die rechte Hand, um sich vor den wirbelnden Eiskristallen wenigstens etwas zu schützen. Der Eispass lag noch in weiter Ferne, aber irgendwo in diesem bizarren Landstrich, der so einzigartig markante Felsmassive hervorbrachte, musste es Schutz vor dem Schneesturm geben.

Er lenkte das Pferd noch tiefer zwischen die Felsen, weg von der Ebene und spürte, dass nun das Heulen des Windes wenigstens etwas abflaute. Trotzdem blieb die eisige Kälte des Winters, und Arik spürte, wie sehr er sich nach einem warmen Feuer sehnte.

Wahrscheinlich hatte er es nur Odan, seinem Schutzgott, und dem natürlichen Instinkt des Pferdes zu verdanken, dass er schließlich auf den schmalen Einschnitt im Felsmassiv stieß.

Als er noch näher heran ritt, erkannte er schließlich den Eingang zu einer Höhle. Arik zögerte keine Sekunde mehr. Er stieg vom Rücken des Pferdes und zog dann Valnir aus der Scheide, denn er wusste nicht, ob in dieser Höhle ein wildes Tier lebte. Er würde es aber gleich erfahren. Mit dem mächtigen Götterschwert in der Rechten stapfte er durch den kniehohen Schnee zum Eingang der Höhle. Das Pferd zog er mit der Linken am Zügel mit sich. Das Tier spürte, dass sein Herr einen schützenden Unterschlupf gefunden hatte und folgte ihm willig.

Augenblicke später ließ das Toben des Sturmes fast ganz nach, als Arik die Höhle betrat. Er wartete ab, bis auch das Pferd in Sicherheit war und schüttelte dann erst den Schnee ab, der sich in seiner Kleidung festgesetzt hatte.

Die Höhle war zwar nicht groß, aber dafür umso höher. Sie lag in einem finsteren Zwielicht, aber es reichte aus, um Arik erkennen zu lassen, dass sich kein weiteres Lebewesen in dieser Höhle aufhielt. Reiter und Pferd waren somit vorerst sicher.

Er wollte gerade das Pferd absatteln, als ein merkwürdiger Ton an seine Ohren drang, der irgendwo von draußen zu kommen schien und ihn zusammenzucken ließ. Es klang so, als wenn jemand kräftig in ein Horn stieß, um auf diese Weise ein Signal von sich zu geben.

Der blonde Krieger hielt in seinem ursprünglichen Vorhaben inne und wandte sich stattdessen wieder zum Eingang der Höhle. Draußen fiel immer noch dichter Schnee, und er musste seine Augen gewaltig anstrengen, um in dieser weißen Hölle irgendetwas erkennen zu können.

Dann erblickte er die Gestalten in den wirbelnden Schneeflocken! Ein ganzer Reitertrupp war es. Arik sah die dunklen Helme und Brustpanzer, die alle Reiter trugen und ihnen ein geheimnisvolles Aussehen verlieh. Die Helme bedeckten vollständig die Köpfe der Reiter. Nur der klirrende Trab drang zu ihm hinüber – die Reiter dagegen schwiegen, als sie nur wenige Schritte von seinem Unterschlupf entfernt vorbeiritten. Arik erkannte nun auch, woher dieser lang gezogene Laut stammte, den er eben gehört hatte. Der erste der Reiter setzte jetzt nämlich wieder ein Horn an den Mund und blies hinein. Erneut erklang dieser merkwürdige Laut, der Arik frösteln ließ – und diesmal trug die Kälte des Winters keine Schuld daran!

Bevor Arik noch weitere Einzelheiten ausmachen konnte, waren die geheimnisvollen Reiter auch schon wieder seinen Blicken entschwunden. Der Schwertkämpfer wischte sich über die Augen. War das ein Spuk der Götter gewesen? Diese dunklen Reiter hatten auf ihn wie Wesen aus einer anderen Welt gewirkt. Vielleicht war es sein Schicksal gewesen, dass er kurz vorher die Höhle gefunden hatte, denn sonst wäre er mit den Reitern zusammengestoßen.

Arik erinnerte sich in diesem Moment daran, dass man sich über das Hochland von Andustan merkwürdige Dinge erzählte. Dieser einsame Landstrich war nur schwach besiedelt und stellte somit ein Paradies für Halunken und Plünderer dar, die auf Reisende lauerten, um ihnen dann den Garaus zu machen. Es war gut möglich, dass auch diese Reiter Finsteres im Schilde führten ...

Mit gemischten Gefühlen ging er wieder ins Innere der Höhle, zurück zu seinem Pferd. Für die nächste Zeit würde er besser hier bleiben und das Ende des Sturms abwarten. Hoffentlich hielt dieses dichte Schneetreiben aber nicht noch Tage an, denn Arik hatte nicht viele Vorräte dabei. Schließlich hatte er nicht damit gerechnet, wie unbarmherzig der Winter hierzulande war.

*

Irgendwann ließ das dichte Schneetreiben nach. Die dunklen Wolken am Himmel machten den ersten zögernden Sonnenstrahlen Platz. Auch der Wind war abgeflaut, und das Unwetter hatte sich verzogen.

Arik riskierte einen Blick hinaus ins Freie. Ein erleichtertes Lächeln huschte über seine markanten Gesichtszüge. Es sah ganz danach aus, als wenn er nun seinen Weg zum Eispass fortsetzen konnte. Deshalb sattelte er rasch sein Pferd und verließ die Höhle.

Die wärmenden Strahlen der Sonne taten ihm gut. Die furchtbare Kälte der letzten Stunden hatte seinen Körper ziemlich geschüttelt, aber jetzt fühlte er sich sichtlich wohler, als er hinauf zum blauen Himmel sah.

Während der letzten Stunden war ziemlich viel Schnee gefallen. Das erschwerte natürlich das Vorwärtskommen, aber das Pferd hatte ebenfalls neue Kräfte gesammelt. Arik gab ihm die Zügel frei, und das Tier suchte sich weiter seinen Weg durch den Schnee. In der Ferne zeichneten sich die hohen bizarren Gipfel des Eisgebirges ab, und genau die waren Ariks Ziel. Er hatte keine andere Wahl, wenn er rechtzeitig zum beginnenden Feldzug in Kh’an Sor sein wollte. Er durfte sich einfach keinen weiteren Umweg erlauben, denn das kostete ihn nur unnötige Zeit.

Die Ebenen von Andustan lagen weit hinter ihm zurück. Es schien eine Ewigkeit vergangen zu sein, seit er zum letzten Mal eine menschliche Ansiedlung gesehen hatte. Dieses Land war öde und menschenleer. Wenn ihm hier etwas zustieß, dann war sein Schicksal besiegelt.

Der Pfad hinauf in die Berge war schmal. Zerklüftete schneebedeckte Felsen erhoben sich zu beiden Seiten des engen Weges. Der Boden war hart vom Frost und glatt noch dazu. Das Pferd hatte große Mühe, vorwärts zu kommen, so dass Arik schon sehr bald absteigen und das Tier am Zügel hinter sich herziehen musste. Noch ein weiteres Plateau musste er überwinden, dann hatte er das Eisgebirge erreicht – und wenn er Glück hatte, so konnte er in zwei Tagen auf der anderen Saite der Berge und somit am Ziel sein.

Als er den steilsten Teil des Pfades hinter sich und somit das erste Plateau erreicht hatte, saß er wieder auf. Das war der Augenblick, wo er plötzlich wieder diesen lang gezogenen Ton vernahm, der ihn bereits während seines Aufenthaltes in der Höhle aufgeschreckt hatte. Diesmal klang er wieder nicht weit entfernt. Arik beschloss, diesen Dingen nun auf den Grund zu gehen, denn sein Gefühl sagte ihm, dass es nun endgültig aus und vorbei war mit der Ruhe und Einsamkeit der abgeschiedenen Berge.

*

Die Reiter verharrten auf der Anhöhe und blickten hinunter in die Senke, in der sich das kleine Dorf befand. Schweigen herrschte unter den dunkel gekleideten Männern. Nur das Schnauben der Pferde und das Knarren des Sattelleders durchbrach die Stille.

Die unheimlichen Reiter erschienen wie eine apokalyptische Vision der Finsternis. Mitleidlose leere Augen starrten aus dem schmalen Visieren der geschlossenen Helme hinunter in die Senke. Die Hände befanden sich in der Nähe der Lanzen und Schwerter, und es bedurfte nur noch eines weiteren Signales, bis sie angriffen. Sie waren gekommen, um den Tod in das Bergdorf zu bringen, und die unschuldigen Bewohner ahnten nichts davon.

Der Mann, der den Reitertrupp anführte, trug ebenfalls eine schwarze Rüstung. Seine breitschultrige Gestalt wurde ebenfalls von einem schwarzen Umhang verhüllt. Siegessicher blickte er hinunter auf das kleine Dorf, das das Ziel seiner finsteren Pläne war.

Sein Name war Arian. In den Bergen von Andustan kannte man ihn unter dem Namen Nachtherzog. Finstere Gerüchte umgaben diesen Mann. Die Menschen in den Bergdörfern sprachen seinen Namen nur unter vorgehaltener Hand aus und beteten in stürmischen Nächten zu ihren Göttern, dass sie von den schwarzen Reitern des Nachtherzogs verschont wurden. Arian und seine unheimlichen Krieger – seelenlose Kreaturen der Finsternis, die nur durch seine Magie lebten – waren eine schlimme Plage.

Jetzt stand ein weiterer Vernichtungsschlag gegen ein Bergdorf bevor. Noch wussten die Menschen da unten nicht, dass sich ihr Schicksal schon längst entschieden hatte. Noch fühlten sie sich ganz sicher im Schutze dieses abgelegenen Tales. Aber gegen den Nachtherzog und seine Kreaturen der Hölle gab es keinen wirksamen Schutz!

Arian lächelte grausam. Er sah einige der Bewohner, die zwischen den einfachen Hütten ihrer Tätigkeit nachgingen. Keiner von ihnen rechnete jetzt mit einem Überfall. Der Nachtherzog drehte sich nun um zu seinen Reitern. Zehn an der Zahl waren es, die mit ihm die Drachenburg verlassen hatten und mit ihm auf Beutejagd gegangen waren. Zehn reichten auch aus, um dieses Dorf in Schutt und Asche zu legen. Die schwarzen Reiter blieben stumm und warteten auf seinen Befehl. Sie hatten keinen eigenen Willen, denn nur Arians Zauberkräfte hielten sie am Leben, hauchten ihnen dämonische Kräfte ein. Der Nachtherzog war ein mächtiger Magier, der seine Stärke aus dem Reich der Finsternis schöpfte.

„Blast zum Angriff!, rief er den Reitern zu. „Brennt das Dorf nieder!

Diese Worte verfehlten ihre Wirkung nicht. Mit monotonen Bewegungen riss eine von Arians Kreaturen das Horn an die eiskalten Lippen. Der durchdringende Ton wurde wenig später von den Felswänden als verzerrtes Echo zurückgeworfen.

Arian trieb als erster sein Pferd an, und die zehn Reiter folgten ihm. Schnee stob unter den wirbelnden Hufen der Pferde auf, als die schwarzen Reiter hinunter in die Senke ritten. Und der Tod war ihr Begleiter!

*

Mara setzte den Korb ab und wischte sich den Schweiß aus der Stirn. Zu dieser Stunde herrschte in dem kleinen Dorf ein emsiges Treiben, denn nach dem heftigen Sturm galt es, die schlimmsten Schäden rasch auszubessern. Da musste eben jeder mithelfen. Auch das schlanke Mädchen mit den schwarzen Haaren trug ihren Teil dazu bei.

Sie wollte den Korb gerade wieder hochheben, als ihr Blick wie von einer Laune des Schicksals gelenkt plötzlich hinauf zur Anhöhe schweifte. Mara wurde leichenblass, und der Korb entglitt ihren Händen, als sie die schwarzen Reiter sah. Ein gellender Schrei kam ihr über die Lippen, als sie das Hornsignal hörte.

„Der Nachtherzog!, schrie sie voller Panik. „Die Reiter der Finsternis kommen!

Nun erkannten es auch die anderen. Entsetzt und im ersten Moment wie gelähmt richteten sich die Blicke der Menschen auf die apokalyptischen Reiter, die jetzt ihre Pferde antrieben und los preschten. Mara sah sich um, aber sie erkannte nur angstverzerrte Gesichter.

Die Dorfbewohner rannten jetzt umher wie aufgescheuchte Hühner. Eine einzige Stimme forderte die anderen auf, zu den Waffen zu greifen und sich zu wehren. Doch dieser Ruf verhallte ungehört. Zu groß war die Furcht vor dem Nachtherzog, der die Mächte der Finsternis auf seiner Seite hatte.

Mara überwand ihren

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