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Drei Strand Krimis Juni 2017

Drei Strand Krimis Juni 2017

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Drei Strand Krimis Juni 2017

Länge:
402 Seiten
4 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
10. Juli 2019
ISBN:
9783743816558
Format:
Buch

Beschreibung

  Drei Strand Krimis von A. F. Morland & Alfred Bekker & Klaus Tiberius Schmidt
 Krimis der Sonderklasse - hart, actionreich und überraschend in der Auflösung. Ermittler auf den Spuren skrupelloser Verbrecher. Spannende Romane in einem Buch: Ideal als Urlaubslektüre. Mal provinziell, mal urban. Und immer anders, als man zuerst denkt.
Der Umfang dieses Buchs entspricht 400 Taschenbuchseiten.
 
Dieses Buch enthält folgende Krimis:
A.F. Morland: Sein Job war Mord
Alfred Bekker: Falsche Heilige
Klaus Tiberius Schmidt: Bount Reiniger und der Mann im Dunkel
 
 
Alfred Bekker ist ein bekannter Autor von Fantasy-Romanen, Krimis und Jugendbüchern. Neben seinen großen Bucherfolgen schrieb er zahlreiche Romane für Spannungsserien wie Ren Dhark, Jerry Cotton, Cotton reloaded, Kommissar X, John Sinclair und Jessica Bannister. Er veröffentlichte auch unter den Namen Neal Chadwick, Henry Rohmer, Conny Walden, Sidney Gardner, Jonas Herlin, Adrian Leschek, John Devlin, Brian Carisi, Robert Gruber und Janet Farell.
 
Herausgeber:
Freigegeben:
10. Juli 2019
ISBN:
9783743816558
Format:
Buch

Über den Autor

Über Alfred Bekker: Wenn ein Junge den Namen „Der die Elben versteht“ (Alfred) erhält und in einem Jahr des Drachen (1964) an einem Sonntag geboren wird, ist sein Schicksal vorherbestimmt: Er muss Fantasy-Autor werden!  Dass er später ein bislang über 30 Bücher umfassendes Fantasy-Universum um  “Das Reich der Elben” schuf, erscheint da nur logisch. Alfred Bekker wurde am 27.9.1964 in Borghorst (heute Steinfurt) geboren und wuchs in den münsterländischen Gemeinden Ladbergen und Lengerich auf. Schon als Student veröffentlichte Bekker zahlreiche Romane und Kurzgeschichten und wurde Mitautor zugkräftiger Romanserien wie Kommissar X, Jerry Cotton, Rhen Dhark, Bad Earth und Sternenfaust und schrieb eine Reihe von Kriminalromanen.   Angeregt durch seine Tätigkeit als Lehrer wandte er sich schließlich auch dem Kinder- und Jugendbuch zu, wo er Buchserien wie 'Tatort Mittelalter', ‘Ragnar der Wikinger’,  'Da Vincis Fälle - die mysteriösen Abenteuer des jungen Leonardo’', 'Elbenkinder', 'Die wilden Orks', ‘Zwergenkinder’, ‘Elvany’, ‘Fußball-Internat’, ‘Mein Freund Tutenchamun’, ‘Drachenkinder’ und andere mehr  entwickelte. Seine Fantasy-Zyklen um 'Das Reich der Elben', die 'DrachenErde-Saga' ,die 'Gorian'-Trilogie, und die Halblinge-Trilogie machten ihn einem großen Publikum bekannt.  Alfred Bekker benutzte auch die Pseudonyme Neal Chadwick,  Henry Rohmer, Adrian Leschek, Brian Carisi, Leslie Garber, Robert Gruber, Chris Heller und Jack Raymond. Als Janet Farell verfasste er die meisten Romane der romantischen Gruselserie Jessica Bannister. Historische Romane schrieb er unter den Namen Jonas Herlin und Conny Walden.  Einige Gruselromane für Teenager verfasste er als John Devlin. Seine Romane erschienen u.a. bei Lyx, Blanvalet, BVK, Goldmann,, Schneiderbuch, Arena, dtv, Ueberreuter und Bastei Lübbe und wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt., darunter Englisch, Niederländisch, Dänisch, Türkisch, Indonesisch, Polnisch, Vietnamesisch, Finnisch, Bulgarisch und Polnisch.


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Drei Strand Krimis Juni 2017 - Alfred Bekker

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Drei Strand Krimis Juni 2017

  Drei Strand Krimis von A. F. Morland & Alfred Bekker & Klaus Tiberius Schmidt

 Krimis der Sonderklasse - hart, actionreich und überraschend in der Auflösung. Ermittler auf den Spuren skrupelloser Verbrecher. Spannende Romane in einem Buch: Ideal als Urlaubslektüre. Mal provinziell, mal urban. Und immer anders, als man zuerst denkt.

Der Umfang dieses Buchs entspricht 400 Taschenbuchseiten.

Dieses Buch enthält folgende Krimis:

A.F. Morland: Sein Job war Mord

Alfred Bekker: Falsche Heilige

Klaus Tiberius Schmidt: Bount Reiniger und der Mann im Dunkel

Alfred Bekker ist ein bekannter Autor von Fantasy-Romanen, Krimis und Jugendbüchern. Neben seinen großen Bucherfolgen schrieb er zahlreiche Romane für Spannungsserien wie Ren Dhark, Jerry Cotton, Cotton reloaded, Kommissar X, John Sinclair und Jessica Bannister. Er veröffentlichte auch unter den Namen Neal Chadwick, Henry Rohmer, Conny Walden, Sidney Gardner, Jonas Herlin, Adrian Leschek, John Devlin, Brian Carisi, Robert Gruber und Janet Farell.

Sein Job war Mord

von A. F. Morland

Der Umfang dieses Buchs entspricht 98 Taschenbuchseiten.

Töten war für ihn nichts als Routine - aber dann übernahm er einen „Auftrag", der ihm Bount Reiniger auf den Hals hetzte …

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker.

© by Author

© dieser Ausgabe 2016 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

Die Hauptpersonen des Romans:

Pat de Luis — Der Mord an Alan Schatzberg ist für ihn eine glatte Sache, aber dann fangen die Schwierigkeiten an.

Vito Cagney — Man nennt ihn die „Ratte". Er hat seine Finger in vielen schmutzigen Geschäften. Deshalb bleibt es nicht aus, dass sich Bount Reiniger an seine Fersen heftet.

Nadim Waterman — Als man seinen Freund und Partner umbringt, engagiert er den besten Mann: Bount Reiniger.

Boney Barnes, Mortimer Thaw, Dennis Palmer — Die beiden Kriegsveteranen und ihr junger Freund begeben sich auf private Killerjagd und bleiben dabei beinahe selbst auf der Strecke,

Bount Reiniger ist Privatdetektiv.

June March ist Bounts Assistentin und hilft ihm beim Lösen der Fälle.

1

„Wie viel?", fragte Pat de Luis. Ihn interessierte immer zuerst, was ein Job einbrachte. War es zu wenig, so winkte er gleich desinteressiert ab. Er arbeitete nicht für ein Almosen. Früher, als er am Beginn seiner Laufbahn gestanden hatte, hatte er hin und wieder weit unter seinem Wert gearbeitet, um ins Geschäft zu kommen. Heute war er bekannt, und er suchte sich die Aufträge aus, die er übernehmen wollte.

„Zehntausend", sagte Vito Cagney. Er fungierte in dieser Angelegenheit als Kontaktmann.

„Welche Zahlungsmodalitäten?", wollte de Luis wissen.

„Die Hälfte, nachdem du ja gesagt hast. Den Rest, wenn Alan Schatzberg tot ist."

De Luis, der Berufskiller, nickte bedächtig. „Einverstanden. Wann soll’s passieren?"

„Je eher, desto besser."

„Und wo?"

„Das bleibt dir überlassen. Schatzberg hat gerade Besuch von seiner Nichte aus Boston. Er wird sich mit ihr heute Abend auf den Rummelplatz von Coney Island begeben. Ich will dir in deine Arbeit nicht drein reden, aber wäre das nicht eine günstige Gelegenheit, den Knaben fertig zu machen?"

Pat de Luis lächelte hündisch. Er hatte pechschwarzes Haar, das glatt auf seinem Kopf lag. Sein Blick war kalt. Liebe war ein Fremdwort für ihn. Er konnte an manchen Tagen nicht einmal sich selbst ausstehen. Mit seinen zweiunddreißig Jahren blickte er auf eine bewegte Vergangenheit zurück. Er hatte schon vielen Menschen den Tod gebracht, und er hatte dabei noch kein einziges Mal so etwas wie Reue verspürt.

Er war ein aalglatter Typ, kräftig, durchtrainiert und zäh. Was die Polizei auch unternommen hatte, um ihm etwas nachzuweisen, es hatte nicht geklappt. Deshalb hielt sich der Killer der Polizei gegenüber für überlegen, und er glaubte nicht, dass man ihn jemals erwischen würde.

„Coney Island, sagte er und nickte. „Ich war lange nicht mehr dort. Wird Zeit, dass ich mir den Rummelplatz wieder einmal ansehe. Wann kann ich die fünftausend Lappen haben?

„In einer Stunde, sagte Vito Cagney mit dem Spitznamen die „Ratte. Erstens, weil seine langen Schneidezähne ihm das Aussehen eines Nagetiers verliehen, und zweitens, weil sein Wesen dem einer Ratte entsprach - er verkroch sich gern unter dem Abfall der menschlichen Gesellschaft.

„Wer überbringt das Geld?", fragte de Luis.

„Ich", sagte Cagney.

Die beiden saßen in einer kleinen Bar in der 48. Straße West. Die „Ratte" hatte einen Bourbon vor sich stehen. De Luis trank Campari-Wodka.

„Okay, sagte der Killer. „In einer Stunde bin ich wieder hier. Er erhob sich.

Gagney blickte schief grinsend zu ihm hoch. Er rieb Daumen und Zeigefinger aneinander. „Springt für mich wieder eine kleine Provision heraus?"

De Luis tätschelte die Wange der „Ratte. „Ich bin sicher, du holst dir von meinem Auftraggeber schon was. Und gleichzeitig hältst du auch bei mir die Hand auf. Auf diese Weise kassierst du doppelt.

„Wenn du es für unverschämt hältst, dass ich auch ein bisschen an mich denke, dann vergiss es, Pat. Ich möchte nicht, dass du auf mich sauer bist."

„Du kriegst hundert Bucks für die Vermittlung."

Die Augen der „Ratte leuchteten. „Oh, danke, Pat. Du bist verdammt großzügig.

„Es gibt zwei Sprüche, nach denen ich lebe. Der eine lautet: Leben und leben lassen."

„Und der zweite?"

Pat de Luis grinste kalt. „Leben und sterben lassen. Ist doch klar."

Er verließ die Bar.

2

Eine Stunde später kam er wieder. Sein schwarzer Thunderbird stand auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Er ließ den Blick durch das Lokal schweifen. Eine Blondine glitt sofort vom Hocker und ging mit rotierenden Hüften auf ihn zu. Sie wollte ihn für sich interessieren, mit ihm ins Geschäft kommen. Ihr Angebot umspannte die ganze Palette der käuflichen Liebe, unterstützt von rasiermesserscharfen Hardcore-Filmen, die sie für ihren Kunden zu Hause in ihrem Apartment abgespult hätte. Doch de Luis schüttelte nur den Kopf und sagte: „Schwirr ab!"

Der Blick, den er ihr dabei zuwarf, erschreckte sie. Ihre Menschenkenntnis sagte ihr, dass sie bei diesem Mann keine Chancen hatte, und sie wusste, dass ihr allerhand hätte zustoßen können, wenn sie ihm weiter auf die Nerven gegangen wäre.

„Verzeihung", murmelte sie und kehrte zum Tresen zurück.

Und dann traf Vito Cagney ein.

De Luis musterte ihn mit kalten Augen. „Hast du’s?"

Die „Ratte" klopfte dorthin, wo sich seine Brusttasche befand.

Sie setzten sich an denselben Tisch, an dem sie schon vor einer Stunde gesessen hatten. Cagney holte einen Umschlag aus der Jacke und schob ihn über den Tisch. „Es stimmt auf den Cent. Du kannst nachzählen, Pat."

De Luis grinste. „Junge, ich traue dir doch."

„Das ehrt mich."

„Soll ich dir verraten, warum?"

„Lass hören."

„Weil du weißt, dass du ’ne Leiche bist, wenn du versuchst, mich zu bescheißen, sagte der Killer, und die „Ratte fasste sich unwillkürlich mit der Hand an die Kehle und schluckte. De Luis klopfte auf den Umschlag. „Ist ein Foto von Schatzberg drinnen?"

„Ja."

„Und hast du dir die hundert Mäuse schon genommen?"

Vito Cagney riss erschrocken die Augen auf und hob abwehrend die Hände. „Ich würde mir nie erlauben, dein Geld anzufassen."

„Brav, lobte de Luis. „Schön, dass man sich auf dich verlassen kann. Er öffnete den Umschlag, fingerte hundert Dollar heraus und stopfte sie der „Ratte" dorthin, wo elegante Leute ein Stecktuch tragen.

Die Blondine sah das, und ihre Augen nahmen sofort einen verklärten Glanz an. Der Killer wies mit dem Kopf grinsend in ihre Richtung und sagte zu Cagney: „Nimm dich vor der Puppe in acht, die ist monetengeil. Wenn du dich bei der nicht vorsiehst, bist du den ganzen schönen Zaster gleich wieder los."

„Ehe ich dafür bezahle, lebe ich lieber keusch wie Josef, meinte die „Ratte.

„Richtig so, lobte de Luis. Er blickte auf seine Uhr. Draußen fing es allmählich zu dämmern an. „Wird Zeit für mich, Geld zu verdienen, sagte er und stand auf. „Du hörst wieder von mir."

„Wann?"

„Heute noch", antwortete der Killer und ging. Als er die Tür erreichte, sah er, wie die Blondine wieder ihr Glück versuchte. Grinsend trat er auf die Straße. Er überquerte die Fahrbahn, setzte sich in seinen schwarzen Thunderbird und brachte die Anzahlung für den Mord beim Autoschalter seiner Bank vorbei.

Danach fuhr er nach Coney Island.

3

Alan Schatzberg war einundfünfzig. Ein untersetzter Mann mit schweren Knochen, unübersehbarem Doppelkinn und weit nach vorn gewölbtem Bauch. Sein dunkles Haar war mit vielen Silberfäden durchzogen. Die Augen waren verhältnismäßig klein in seinem großen Gesicht, und wenn er herzlich lachte, füllten sie sich stets mit Tränen.

Seit einer Stunde amüsierte er sich mit seiner Nichte auf dem Rummelplatz, und die neidvollen Blicke anderer Männer, die das hübsche brünette Mädchen für seine Geliebte hielten, wärmten sein Herz.

Das Round-up - eine Art Zentrifuge, die sich so schnell im Kreis drehte, dass einen die Fliehkraft an die Wand presste - hatte Schatzberg ganz schön zu schaffen gemacht Er wollte es sich nicht anmerken lassen, aber sein Inneres schien völlig durcheinandergeraten zu sein. Seine Knie zitterten, als stünde ihm ein Schwächeanfall bevor.

Tessa, der Tochter seiner Schwester, schien die Zentrifuge überhaupt nichts ausgemacht zu haben. Das Mädchen war voller Leben und Übermut, und Alan Schatzberg seufzte lächelnd: „Ach Gott, man müsste noch einmal zweiundzwanzig sein."

„Man ist so alt, wie man sich fühlt, Onkel Alan", sagte das quirlige Mädchen.

„Dann bin ich nach der Fahrt im Round-up eben hundert geworden."

Tessa May lachte girrend. „Du hast doch nicht etwa schon genug, Onkel Alan? Jetzt geht es doch erst richtig los."

„Der Himmel stehe mir bei!"

Tessa schleppte ihn zu einem Schießstand. Dort musste er ihr drei rote Papierrosen schießen. Er wunderte sich darüber, dass er nur achtmal daneben ballerte. Er hatte eigentlich damit gerechnet, dass er überhaupt nicht treffen würde.

Vom Schießstand ging’s weiter zur Achterbahn. Schatzberg sah, wie die Wagen zu Tal donnerten, und hörte, wie die Leute schrien.

„Ich hoffe, das mutest du deinem hundertjährigen Onkel nicht zu, Tessa", sagte er und sträubte sich, seiner Nichte, die ihn zur Kasse ziehen wollte, zu folgen.

„Ach, komm doch, Onkel Alan, drängte Tessa ihn. „Sei kein Spaßverderber. Es wird dir bestimmt gefallen.

Er blickte zum nächsten Wagen hoch, der soeben steil abkippte. „Da fährt einem der Magen ja geradewegs in die Gurgel."

„Das ist ja das Schöne daran."

„Ein Glück, dass ich zu Mittag zum letzten mal gegessen habe."

„Na also. Dann kann ja gar nichts passieren, sagte Tessa lachend, und einen Augenblick später stand sie schon an der Kasse und kaufte zwei Tickets. „Jetzt gibt es kein Zurück mehr, sagte sie belustigt. „Nun musst du beweisen, dass du ein mutiger Mann bist."

„Kann ich das nicht, indem ich mir dort drüben beim Zoo eine Pythonschlange um den Hals hängen lasse?"

„Keine Ausflüchte, sagte Tessa energisch. Sie ergriff seine Hand und zog ihn mit sich. „Jetzt wird hier gefahren!

Er seufzte. „Es ist manchmal bei Gott nicht laicht, Onkel zu sein. Wer hätte sich das träumen lassen."

Sie setzten sich mit anderen Leuten in den engen Stahlrohrwagen. Die Öl- und Dreck verkrustete Transportkette packte zu und schleppte den Wagen rasselnd nach oben.

Die Fahrt begann.

Für Alan Schatzberg sollte es eine Fahrt in den Tod werden!

4

Es herrschte viel Betrieb auf dem Rummelplatz. Lichter flirrten. Lautsprecher dröhnten. Ansager versuchten mit haarsträubenden Behauptungen Neugierige in Zelte und Buden zu locken. In der Todeskugel rasten wagemutige Männer auf ihren knatternden Feuerstühlen kreuz und quer.

Es schien fast unmöglich zu sein, einen bestimmten Menschen in diesem Trubel zu finden, aber Pat de Luis hatte damit keine Schwierigkeiten. Er entdeckte Schatzberg, als dieser mit seiner Nichte, ein bisschen bleich um die Nase, das Round-up verließ.

Von diesem Moment an heftete der Killer sich an die Fersen seines Opfers. Er beobachtete aus sicherer Entfernung, wie sich Schatzberg - größtenteils vergeblich - bemühte, die drei roten Rosen zu treffen, und er folgte dem Mann und dem Mädchen zur Achterbahn.

Hier schien die Gelegenheit für einen Mord günstig zu sein.

Der Achterbahn gegenüber befand sich eine Rutschbahn, die noch nicht ganz fertiggestellt war. Holzlatten versperrten den Eingang.

BETRETEN DER BAUSTELLE VERBOTEN!, stand auf einem Schild, doch der Killer kümmerte sich nicht darum. Schon nach wenigen Schritten umfing ihn Dunkelheit. Er öffnete seine knielange Jacke, in deren Futter sich Taschen befanden, die alles aufzunehmen vermochten, was de Luis für sein makabres Handwerk benötigte.

Es würde einer von den leichten Jobs sein.

Der Killer erwartete keine Schwierigkeiten.

In welchem Beruf hätte er so leicht zehntausend Dollar verdienen können? Er brauchte nichts weiter zu tun, als den Finger zu krümmen. Jedes Kind konnte das. Okay, man musste auch gut schießen können, aber das konnte de Luis. Er wäre bei jedem Wettbewerb unter den Besten gewesen. Das war ein angeborenes Talent, und er hatte das Glück gehabt, es rechtzeitig zu erkennen und zu nützen.

Seine Augen gewöhnten sich rasch an die Dunkelheit.

Er entdeckte eine Leichtmetalltreppe und stieg sie hoch.

So kam er bis auf das Dach der Rutschbahn.

Drüben löste Tessa May soeben die Tickets. Pat de Luis hatte noch massenhaft Zeit. Er überstürzte nichts. Nacheinander entnahm er seiner Jacke die Teile eines Präzisionsgewehrs, die er mit oft geübten Griffen zusammensetzte, ohne sich zu beeilen.

Nachdem er das Zielfernrohr auf die Waffe montiert hatte, versah er sie mit einem klobigen Schalldämpfer.

In diesem Augenblick bestieg Alan Schatzberg den Wagen der Achterbahn.

Der Killer entnahm seiner Jackentasche eine Patrone. Nur eine. Die würde reichen. Er lud die Waffe, brachte sie in Anschlag, atmete vollkommen ruhig. Keinen einzigen Schlag mehr tat sein Herz. Er arbeitete hier.

Der Wagen der Achterbahn erreichte den höchsten Punkt.

Pat de Luis hatte sein Opfer genau im Fadenkreuz.

Sein Finger suchte den Druckpunkt am Abzug, und als drüben die dicke Transportkette ausklinkte, zog der Mörder durch.

Der Schuss war nicht zu hören. Es war viel zu viel Lärm auf dem Rummelplatz. Außerdem schluckte der Schalldämpfer beinahe den gesamten Knall. Niemand sah das Mündungsfeuer auf flammen. Keinem fiel auf, dass Alan Schatzberg im Wagen der Achterbahn zusammensackte. Nicht einmal seine Nichte, die hinter ihm saß, bemerkte es.

Sie schrie mit den andern um die Wette, als der Wagen in die Tiefe sauste. Sie lachte begeistert und genoss die wahnwitzige Fahrt...

5

So flink, wie de Luis das Gewehr zusammengesetzt hatte, zerlegte er es auch wieder. Er verstaute die Einzelteile in den Taschen seiner Jacke und verließ die Baustelle, ehe der Achterbahnwagen, in dem ein Toter mitfuhr, zum Stehen kam.

Der Killer wandte sich sogleich nach rechts und entfernte sich von der Achterbahn. Es interessierte ihn nicht, was dort jetzt passierte. Er wusste, dass sein Opfer tot war, und das genügte ihm.

Neben einer Go-Kart-Bahn, über deren Betonpiste die kleinen Flitzer heulten, entdeckte de Luis eine Telefonzelle. Er durchstöberte seine Taschen nach einem Dime und steuerte auf die Box zu.

Ein unrasierter Kerl mit dem eingeschlagenen Nasenbein eines Raufboldes stieß ihn zur Seite und wollte die Telefonzelle vor ihm betreten.

„He!, sagte de Luis ungehalten. „Was sind denn das für Manieren?

Der Typ drehte sich sofort um. Er war größer als Pat de Luis. Seine Schultern waren breit, und seine Fäuste konnten garantiert eine Menge Schaden anrichten.

Es funkelte in seinen Augen. „Ist was, Kleiner?", fragte er lauernd. Er war - wie wahrscheinlich immer - gleich auf Streit aus.

Pat de Luis hatte keine Angst vor dem Schläger. Er traute sich zu, ohne weiteres mit dem Kerl fertig zu werden. Aber in seinem unterkühlten Gehirn liefen ein paar Gedankengänge ab, die es ihm angeraten erscheinen ließen, es hier auf keinen Kampf ankommen zu lassen.

Der Killer hatte allen Grund, auf dem Rummelplatz leise zu treten. Während eines Fights mit dem Raufbold hätten ihm Teile des Gewehrs aus den Taschen fallen können. Der Kampf hätte Neugierige angelockt. Vielleicht auch Bullen...

Das waren Überlegungen, die Pat de Luis veranlassten, sich höflich zu entschuldigen. „Sie können selbstverständlich vor mir telefonieren", sagte er.

Und er dachte: Der Teufel soll dich holen. Wenn wir beide an einem anderen Ort aneinandergeraten wären, hätte ich dich fertiggemacht.

„Na also!, knurrte der Schläger. Er rammte seinen Zeigefinger gegen de Luis’ Brustbein. „Nächstens sieh dir die Leute genauer an, bevor du die große Lippe riskierst.

„Es tut mir leid, was ich gesagt habe", entgegnete de Luis, während er spürte, wie die Wut in ihm nagte.

Treib’s nicht auf die Spitze, Junge, dachte er. Meine Geduld hängt an einem sehr dünnen Faden. Er könnte reißen!

Der Schläger musterte ihn mit einem geringschätzigen Blick und betrat dann die Telefonbox.

De Luis wartete in der Nähe, und er richtete es so ein, dass er mit dem Kerl nicht noch einmal zusammentraf, als dieser die Zelle verließ.

Als er dann endlich telefonieren konnte, tauchten die ersten Patrol Cars der City Police auf. Mit heulenden Sirenen und zuckenden Rotlichtern fuhren sie an ihm vorbei - in Richtung Achterbahn.

Die Menschen blieben stehen. Sie blickten den Polizeifahrzeugen nach und sahen einander ratlos an. Neugier sprang in ihre Augen, und sie strebten dorthin, wohin die Patrol Cars gefahren waren.

„Es ist immer dasselbe, murmelte Pat de Luis. „Der Tod hat eine seltsame Faszination für die meisten Menschen.

Auf ihn traf das nicht zu. Er warf die Münze in den Automaten und wählte eine sechsstellige Nummer.

Das Freizeichen ertönte. Aber er musste fast eine Minute lang warten, bis am andern Ende des Drahtes abgehoben wurde.

„Ja?"

„Ich bin’s, Pat, sagte de Luis. „Die Sache ist gelaufen.

„Prima. Das geht ja ruckzuck bei dir."

„Hast du daran gezweifelt? Ich leiste eben was für mein Geld."

„Ich weiß. Ich habe den zuverlässigsten Mann empfohlen", sagte Vito Gagney am andern Ende.

„Apropos Geld, sagte de Luis. „Du kannst deinem Mann sagen, dass ich die zweite Hälfte des vereinbarten Betrages sehen möchte.

„Heute noch?"

„Was man hat, hat man", sagte der Killer und lachte.

„Okay, ich werd’s ausrichten. Wohin soll ich die Kohlen bringen? Wieder in die Bar?"

„Ist ein guter Treffpunkt."

„In Ordnung, sagte die „Ratte.

„Bis später."

„Bis später", echote de Luis und wollte einhängen.

Da rief Cagney: „Einen Moment noch, Pat."

„Ja?"

„Ich würde meinem Mann gern ein bisschen was erzählen, damit er das Gefühl hat, er kriegt etwas für sein Geld."

„Nicht am Telefon, sagte der Killer. „Dabei sind schon die verrücktesten Dinge raus gekommen. Es braucht sich bloß einer in unser Gespräch rein zu wählen, und wir haben schon die ärgsten Schwierigkeiten, wenn wir zu viel quasseln.

„Ist auch wieder wahr, pflichtete die „Ratte dem Killer bei.

„Dein Mann soll sich morgen die Zeitung kaufen. Da wird alles haarklein drinstehen, was ihn interessiert. Sogar mit Bildern."

„Ich werd’s ihm bestellen", sagte Vito Gagney und legte auf.

De Luis hängte den Hörer an den Haken und verließ die Telefonbox.

Ein zufriedenes Lächeln umspielte seine Lippen.

6

Manchmal beschreitet das Schicksal verschlungene Pfade. Überraschungen. Zufälle... Einer dieser Zufälle wollte es, dass Bount Reiniger ausgerechnet an diesem Tag auf der Suche nach Vito Cagney war, denn es gab da eine offene Rechnung, die ihm der Privatdetektiv, der in New York auch unter dem Namen Bount Reiniger bekannt war, präsentieren wollte.

Bount befand sich in einer wenig vertrauenerweckenden Gegend. Hier zeigte sich die Weltstadt New York von ihrer übelsten Seite. Hier waren Armut, Angst und Verbrechertum so stark komprimiert, dass viele Leute es nicht wagten, ihren Fuß in dieses Gebiet zu setzen.

Es war die Süd-Bronx.

Ein Trümmerhaufen der Wohlstandsgesellschaft. Ein Prüfstein, an dem die schwachen Menschen zerbrachen. Ein Gebiet, in dem eigene Gesetze herrschten. Hier hatte nur der Starke ein Recht. Der Schwache musste kuschen und sich fügen, wenn er überleben wollte.

Süd-Bronx. Ein Siedepunkt im Hexenkessel New York!

Hier gab es zahlreiche Wespennester, in die kaum jemand zu stechen wagte. Hier regierten die Rackets. Sie handelten mit geraubten Waren, mit Rauschgift, mit Waffen. Es gab nichts, was sie nicht zu Geld machten. Sie plünderten, vergewaltigten und terrorisierten.

Das war die Gegend, in der sich Bount Reiniger befand, denn er hatte den Tipp bekommen, dass sich Vito Cagney vor ein paar Monaten in einem Abbruchhaus nahe dem Mary’s Park eingenistet hatte.

Bount blieb an einer Hausecke kurz stehen. Er zündete sich eine Pall Mall an und blickte sich aufmerksam um. Man beobachtete ihn. Er fühlte es. Aber er konnte niemanden sehen.

Hier schienen sogar die Mauern Augen zu haben.

Bount Reiniger ließ den Rauch durch die Nasenlöcher sickern. Der Wind erfasste die dünnen Schwaden und zerfaserte sie. Dann setzte er seinen Weg fort. Vor einem düsteren Durchgang lungerte ein magerer Bursche herum.

Seine Wangen waren tief eingesunken. Unter den Augen lagen dunkelgraue Ringe. Der Blick war glasig. Ein Junkie, der sich vermutlich erst vor wenigen Augenblicken zur großen Glückseligkeit verholfen hatte.

Ein Wrack, dem niemand mehr helfen konnte. Er würde sich eines Tages eine Überdosis spritzen und daran zugrunde gehen. Einer der vielen Todeskandidaten, die man überall in New York antreffen konnte. Die Drogensucht war ein furchtbares Problem, mit dem die Behörden einfach nicht fertig wurden.

Bount beachtete den Junkie nicht weiter. Er überquerte die Straße und erreichte wenig später das Gebäude, das man ihm beschrieben hatte. Ein grauer Klotz, hässlich und deprimierend.

Hier sollte die „Ratte" wohnen, weil man in diesem Haus keine Miete zu bezahlen brauchte. Bount rümpfte unwillkürlich die Nase. Niemals hätte er in so etwas wohnen mögen. Dann schon lieber gleich unter einer Brücke.

Er schnippte die Pall Mall in die Gosse, zog den Reißverschluss seiner Windjacke ein Stück auf und ließ die rechte Hand hineingleiten. Er prüfte den Sitz seiner Automatic, die im Schulterholster steckte.

Er hatte nicht die Absicht, sie gegen Cagney einzusetzen. Wenn die „Ratte" sich ordentlich auf führte, würde es ohne Gewalt abgehen.

Eine höfliche Aufforderung - und Vito Cagney würde Bount folgen müssen. Vorausgesetzt, er war hier in diesem scheußlichen Bau anzutreffen.

Bount Reiniger ging auf das Haustor zu. Es stand sperrangelweit offen, hing schief in den Angeln, war nicht mehr zu bewegen.

Fauliger Geruch schlug dem Detektiv entgegen, als er das Gebäude betrat. Hier war die Welt schon lange nicht mehr in Ordnung, und Bount Reiniger fragte sich, wie man sich in einer solchen Behausung wohlfühlen konnte.

Man musste dafür geboren sein. Man musste eine „Ratte" sein, um dies hier als Zuhause betrachten zu können.

Das Straßenlicht erhellte den Flur nur schwach. Bount blieb stehen, bis sich seine Augen an die Beleuchtung gewöhnt hatten.

Unter Bounts Schuhen knirschte der Verputz, der teilweise von der Wand gebröckelt war. Er schritt vorsichtig einen Gang entlang. Rechts war eine halboffene Tür. Bount warf einen Blick in den dahinterliegenden Raum. Eine faulende Matratze lag auf dem schimmeligen Bretterboden.

An den Wänden standen ordinäre Sprüche, mit Lack hin gesprüht. Es gab obszöne Zeichnungen. Das Ganze erinnerte an Gefängniszellen und Toiletten.

Bount setzte seinen Rundgang fort. Obwohl das Haus einen leeren Eindruck machte, wurde Bount Reiniger das Gefühl nicht los, dass er sich nicht allein darin aufhielt Er hoffte, irgend jemandem zu begegnen, der ihm sagen konnte, wo Vito Cagney zu finden war.

Schon einen Augenblick später erfüllte sich seine Hoffnung - wenigstens teilweise!

Da waren plötzlich mehrere Kerle. Vier, fünf. In schwarzes Leder gekleidet. Von Kopf bis Fuß mit blitzenden Nieten bedeckt. Und sie fielen sofort über Bount Reiniger her.

7

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