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Wen Gott prüft: Heimatroman

Wen Gott prüft: Heimatroman

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Wen Gott prüft: Heimatroman

Länge:
120 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
Feb 21, 2018
ISBN:
9783739628684
Format:
Buch

Beschreibung

Heimatroman von A. F. Morland


Der Umfang dieses Buchs entspricht 91 Taschenbuchseiten.

"Herr Pfarrer! Herr Pfarrer!", kam es gedämpft durch die Tür. Johannes Breitebner griff nach dem Lichtschalter. Klopfen. "Herr Pfarrer!" Der Geistliche stand auf und schlüpfte in seinen Schlafrock. Vor seiner Tür stand seine Haushälterin, ein nervöses Flackern in den Augen. Sie hatte ihren Morgenrock übergeworfen, und ihr braunes Haar war nicht mehr hochgesteckt. "Was gibt's denn?", fragte er. "Ich habe ein Geräusch gehört. Unten. An der Haustür. Mir war so, als wollte jemand herein. Wir sollten nachsehen, wer... Aber alleine getraue ich mich nicht." - "Du bleibst hier. Ich sehe nach." - "Aber seien Sie vorsichtig." - "Einem Priester tut man nichts." - "Darauf würde ich mich nicht verlassen", stieß die Haushälterin heiser hervor. Der Pfarrer entfernte sich. Als er die Haustür fast erreicht hatte, vernahm er ein dumpfes Poltern und blieb stehen. Jetzt war ein Knurren und Grunzen zu hören. Der Priester ging weiter, schloss die Tür auf, und als er sie öffnete, fiel ein Körper gegen seine Beine...
Herausgeber:
Freigegeben:
Feb 21, 2018
ISBN:
9783739628684
Format:
Buch

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Wen Gott prüft - A. F. Morland

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Wen Gott prüft...

Heimatroman von A. F. Morland

Der Umfang dieses Buchs entspricht 91 Taschenbuchseiten.

Herr Pfarrer! Herr Pfarrer!, kam es gedämpft durch die Tür. Johannes Breitebner griff nach dem Lichtschalter. Klopfen. Herr Pfarrer! Der Geistliche stand auf und schlüpfte in seinen Schlafrock. Vor seiner Tür stand seine Haushälterin, ein nervöses Flackern in den Augen. Sie hatte ihren Morgenrock übergeworfen, und ihr braunes Haar war nicht mehr hochgesteckt. Was gibt's denn?, fragte er. Ich habe ein Geräusch gehört. Unten. An der Haustür. Mir war so, als wollte jemand herein. Wir sollten nachsehen, wer... Aber alleine getraue ich mich nicht. - Du bleibst hier. Ich sehe nach. - Aber seien Sie vorsichtig. - Einem Priester tut man nichts. - Darauf würde ich mich nicht verlassen, stieß die Haushälterin heiser hervor. Der Pfarrer entfernte sich. Als er die Haustür fast erreicht hatte, vernahm er ein dumpfes Poltern und blieb stehen. Jetzt war ein Knurren und Grunzen zu hören. Der Priester ging weiter, schloss die Tür auf, und als er sie öffnete, fiel ein Körper gegen seine Beine...

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author

© dieser Ausgabe 2015 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

EDITION BÄRENKLAU, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius

Roman © by Autor und Edition Bärenklau, 2015

Cover © by pxabay & Steve Mayer, 2015

1

Pfarrer Breitebner saß in seinem schwarzen Habit auf der Bank vor dem Pfarrhaus und rauchte seine geliebte Pfeife. Er genoss diese stillen, friedlichen Abende, während seine Haushälterin die letzten Handgriffe tat, bevor sie ihn zu Tisch rief. Diese Zeit der Ruhe und Entspannung war für ihn ein Geschenk des Himmels, das er dankbar und demütig annahm. Eine kleine Schwebefliege stand vor ihm in der Luft und sah ihn sich sehr genau an.

Na, du, sagte der sechzigjährige Priester lächelnd. Bist du zufrieden mit dem, was du siehst?

Er zog wieder an seiner Pfeife. Der Rauch vertrieb das sympathische Insekt. Fünf Minuten später rief Julia Birkner den Pfarrer ins Haus. Johannes Breitebner erhob sich. Er ächzte dabei leise. Ihm taten die Knie weh. Er würde sie vor dem Zu-Bett-Gehen mit der übelriechenden Tinktur einreiben, die Julia für ihn nach einem altbewährten Rezept zusammengebraut hatte, und von der er lieber nicht wissen wollte, was da alles drin war. Hauptsache das Zeug half. Wenn es einen so intensiven Gestank verströmte, dass die Fliegen von der Wand fielen, war das kein Problem. Pfarrer Breitebner hatte sein Schlafzimmer ja für sich allein und brauchte auf niemandes Nase Rücksicht zu nehmen.

Was gibt's denn heute Gutes?, erkundigte sich der Pfarrer.

Blumenkohlauflauf, antwortete Julia Birkner. Man sah ihr ihre achtundfünfzig Jahre nicht an. Ihr braunes Haar, das sie stets locker hochgesteckt trug, war nur von wenigen grauen Strähnen durchzogen. Verziehen Sie jetzt bloß nicht das Gesicht, Herr Pfarrer. Blumenkohl ist äußerst gesund.

Ich habe nichts gesagt.

Julia Birkner musterte ihn argwöhnisch. Da ist so ein Ausdruck in Ihren Augen...

Ich bitte um Vergebung, wenn er dir nicht gefällt.

Ich weiß, was Sie denken, schließlich bin ich seit einer Ewigkeit bei Ihnen im Dienst. Da Julia seit Anbeginn Johannes Breitebner den Pfarrhaushalt führte, erlaubte sie sich ihm gegenüber schon mal ein offenes Wort. Man kann nicht immer nur Schnitzel essen.

Habe ich gesagt, dass ich das möchte?

Die Woche besteht auch nicht nur aus Sonntagen, erklärte Julia Birkner, als habe Pfarrer Breitebner nichts erwidert. Man muss gesundheitsbewusst leben.

Ich bin ganz deiner Meinung.

Wenn Julia Birkner erst mal in Fahrt war, ließ sie sich nicht so leicht abstellen, deshalb fuhr sie leidenschaftlich fort: Und wenn im eigenen Garten - völlig ungespritzt und ganz natürlich gedüngt - ein so prächtiger Blumenkohl wächst, wäre es eine Sünde, ihn nicht zu essen.

Ich freue mich auf deinen Blumenkohlauflauf, behauptete Pfarrer Breitebner.

Na - ich weiß nicht...

Heiliger Dingsbums...!, rutschte es ihm heraus.

Julia Birkner hob rügend den Zeigefinger. Herr Pfarrer, Herr Pfarrer!

Entschuldige, aber du kannst einen manchmal ganz schön aus der Fassung bringen. Ich liebe alles, was du kochst, weil du die Speisen immer ganz hervorragend zubereitest - ob es sich nun um ein ganz einfaches Gericht oder um einen Festtagsbraten handelt. Bist du mit dieser Aussage zufrieden?

Sie war es anscheinend, denn sie wechselte das Thema. Wo nur unser Kaplan bleibt. Er weiß doch, wann bei uns Essenszeit ist.

Draußen näherte sich das Brummen eines Motorrades und verstummte.

Da ist er schon, sagte der grauhaarige Pfarrer.

Kaplan Justus Fellner stieg von seiner Maschine. Euro für Euro hatte er gespart, um sie sich kaufen zu können, und er war sehr stolz auf sein chromblitzendes Prachtstück. Allmählich gewöhnte sich Johannes Breitebner daran, dass viele den dreißigjährigen Kaplan in seiner schwarzen Lederkluft und mit dem Sturzhelm eher für einen Rocker denn für einen Pfarrer hielten. Justus Fellner unterstützte ihn hervorragend, und wenn es mal galt, Hochwürden ein paar Tage zu vertreten, machte der junge blonde Mann seine Sache wirklich nicht schlecht. Dass er mit seinen unkonventionellen Methoden bei Dienstherren und Kirchengemeinderäten oft aneckte, schrieb Johannes Breitebner der Jugend des Kaplans zu. Pfarrer Breitebner war zuversichtlich, dass Justus Fellner sich im Laufe der Jahre abschleifen und ein wertvoller Nachfolger sein würde.

Der Kaplan kam mit dem Sturzhelm unter dem Arm herein. Grüß Gott.

Julia Birkner warf ihm einen strengen Blick zu.

Ich weiß, ich bin ein bisschen spät dran, sagte er. Aber ich habe eine Entschuldigung, die Sie gelten lassen müssen, schmunzelte der junge Kaplan, dem die Haushälterin nie ernstlich böse sein konnte. Ich wurde von Polizeihauptmeister Tillinger aufgehalten.

Haben Sie eine Verkehrssünde begangen?, fragte Julia.

Ich doch nicht. Ich fahre stets sehr diszipliniert. Wir haben uns über die Entschärfung einer gefährlichen Kurve zwischen St. Kathrein und Höbersberg unterhalten.

Ich würde jetzt gern mal was in meinen leeren Magen kriegen, brummte Pfarrer Breitebner.

Oh, Entschuldigung, sagte Kaplan Fellner. Ich ziehe mich nur ganz schnell um. Was gibt's denn?,

Blumenkohlauflauf, antwortete Johannes Breitebner, und Julia duldet keinen scheelen Blick.

2

Nach dem Essen spendierte Pfarrer Breitebner jedem ein Gläschen von seinem selbst angesetzten, köstlichen Beerenwein. Der Blumenkohlauflauf war ein Gedicht, Julia, lobte er seine Haushälterin.

Schön weich, sagte Justus Fellner. Man brauchte nicht zu beißen, konnte alles mit der Zunge zerdrücken. So richtig was für dritte Zähne.

Julia Birkner kniff die Augen zusammen. Wenn das eine Kritik sein soll...

"Aber nein, im Gegenteil. Sie wissen doch, dass ich Ihre leicht verdauliche, gesunde Kost sehr schätze. Man hat zwar

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