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Kampf gegen die Mafia: Drei Krimis: Cassiopeiapress Spannung

Kampf gegen die Mafia: Drei Krimis: Cassiopeiapress Spannung

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Kampf gegen die Mafia: Drei Krimis: Cassiopeiapress Spannung

Länge:
348 Seiten
4 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
20. Juli 2019
ISBN:
9783739643748
Format:
Buch

Beschreibung

Der Umfang dieses Buchs entspricht 300 Taschenbuchseiten.

Roberto Tardelli, der einsame Mafia-Jäger, ist wieder unterwegs. Im Auftrag der Justiz kämpft er gegen das organisierte Verbrechen und wandelt dabei auf einem schmalen Grat. Drei Fälle mit dem unerschrockenen Ermittler enthält dieses Buch. 

Dieses Buch enthält folgende drei Krimis:
Heiße Fracht nach Washington
Ein Toter kam nach Baltimore
Ein Kandidat für die Todesstrafe
Herausgeber:
Freigegeben:
20. Juli 2019
ISBN:
9783739643748
Format:
Buch

Über den Autor

A. F. Morland schrieb zahlreiche Romane und ist der Erfinder der Serie Tony Ballard.


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Buchvorschau

Kampf gegen die Mafia - A. F. Morland

München

Kampf gegen die Mafia: Drei Krimis

Drei spannende Krimis von A. F. Morland!

Der Umfang dieses Buchs entspricht 300 Taschenbuchseiten.

Roberto Tardelli, der einsame Mafia-Jäger, ist wieder unterwegs. Im Auftrag der Justiz kämpft er gegen das organisierte Verbrechen und wandelt dabei auf einem schmalen Grat. Drei Fälle mit dem unerschrockenen Ermittler enthält dieses Buch. 

Dieses Buch enthält folgende drei Krimis:

Heiße Fracht nach Washington

Ein Toter kam nach Baltimore

Ein Kandidat für die Todesstrafe

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author

© dieser Ausgabe 2016 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

Heiße Fracht nach Washington

von A. F. Morland

Der Mafiajäger Roberto Tardelli nimmt den Kampf gegen das organisierte Verbrechen auf, nachdem er zufällig Zeuge eines brutalen Überfalls in einer Bar wurde. Es sind eiskalte, skrupellose Gangster, die die Geschäftsleute in einem Washingtoner Stadtteil erpressen.

Und als noch Waffengeschäfte, die in New York abgewickelt werden sollen, mit ins Spiel kommen, spitzt sich die Lage mörderisch zu.

1

Roberto Tardelli saß auf dem Barhocker und genoss es, einmal nichts zu tun zu haben. Viel zu selten kam das vor.

Der junge, gutaussehende Mafiajäger hatte ein Glas Bourbon vor sich stehen. Leise Musik schwebte durch den Raum und schmeichelte angenehm dem Ohr.

Plötzlich ein Missklang!

Die Eingangstür flog auf und krachte gegen die Wand. Vier Männer stürmten in das Lokal. Sie waren maskiert und hielten die Gäste mit Maschinenpistolen der Marke UZI in Schach.

„Der erste, der sich bewegt, rief der Anführer der Gangster, „wird von uns über den Jordan geschickt! Der Mann spaßte bestimmt nicht, das verriet der scharfe Klang seiner Stimme. Es war nicht verwunderlich, dass den Anwesenden ein kalter Schauer über den Rücken lief ...

Graham Scott, der Besitzer der Bar, hob langsam die Hände. Kleine Schweißtröpfchen glänzten auf seiner hohen Stirn.

Er war schmal und drahtig. Verzweiflung und Hilflosigkeit lagen in seinem Blick. Er merkte, wie sein Mund und die Kehle langsam trocken wurden.

Sein Herz hämmerte aufgeregt gegen die Rippen. Er hatte zum ersten mal in seinem Leben echte Todesangst.

Ein scheußliches Gefühl, das Graham Scott seinem ärgsten Feind nicht gönnte. Jetzt, wo die vier Maskierten ihn in die Mündung ihrer automatischen Waffen blicken ließen, wusste er, dass er einen schwerwiegenden Fehler gemacht hatte.

Er suchte mit den Augen ratlos seine Frau Pippa. Sie servierte die Drinks, trug ein enges Kleid in babyrosa, tief ausgeschnitten, damit die Gäste auch in dieser Beziehung auf ihre Kosten kamen.

Sie hatte ihr Haar rot gefärbt, und die langen Wimpern waren aufgeklebt. Doch sie sah auch ohne ihr leicht übertriebenes Make up nicht übel aus.

Graham Scott hatte sich glücklich geschätzt, als sie ihm vor fünf Jahren das Ja-Wort gegeben hatte.

Jetzt stand sie wie vor den Kopf geschlagen da. Das blinkende Serviertablett hielt sie in der rechten Hand. Ihre Augen waren Furcht geweitet.

Sie schien Wurzeln im Boden geschlagen zu haben.

Wenn aus den verborgenen Lautsprechern nicht immer noch die sanfte Musik gesickert wäre, hätte man in diesen Augenblicken eine Nadel zu Boden fallen hören können.

Die vier Gangster trugen schwarze Wollmasken, die ihren ganzen Kopf umhüllten. Aus zwei Löchern funkelten eiskalte Augen.

Graham Scott bebte innerlich vor Angst. Er hatte sich zu viel zugemutet, hatte sich eingeredet, dass es so schlimm schon nicht kommen würde.

Doch nun zeigte sich, dass er sich verkalkuliert hatte. Wie hoch würde die Rechnung sein, die ihm die Verbrecher jetzt präsentieren würden?

Der Anführer der Gangster machte mit seiner MPi ein unmissverständliches Zeichen. „Komm hinter dem Tresen hervor!", befahl er dem Barbesitzer.

Scott hatte Schwierigkeiten, sich zu bewegen.

„Wird’s bald?", herrschte ihn der Gangster an.

Scott schlich hinter dem Tresen hervor. Die Spannung wurde unerträglich. Er konnte nicht mehr länger den Mund halten.

„Bitte!, presste er heiser hervor. „Bitte, macht nichts kaputt!

„Jetzt hast du Angst, was?, höhnte der Anführer der Maskierten. „Das hättest du dir früher überlegen müssen!

Der Gangster gab einem seiner Komplizen ein Zeichen. Daraufhin flankte dieser über den Tresen, schlug mit dem UZI-Kolben alles, was auf dem Flaschenregal stand, kurz und klein, zertrümmerte den Spiegel dahinter und machte das Telefon mit einem kraftvollen Hieb unbrauchbar.

Bei jedem Klirren, Krachen und Splittern zuckte Graham Scott heftig zusammen. Es schien, als würde man ihm körperliche Schmerzen zufügen.

Nachdem hinter dem Tresen alles in Trümmer lag, ging der Maskierte, der dazu den Auftrag erhalten hatte, an die Tageskasse.

Er plünderte sie restlos. Den allerletzten Cent schob er in seine Tasche, während die anderen Verbrecher dafür sorgten, dass sich die Anwesenden weiterhin ruhig verhielten.

Roberto Tardelli hatte das Gefühl, auf glühenden Kohlen zu sitzen. Er war wütend.

Es schmeckte ihm nicht, untätig auf dem Hocker zu sitzen und Zusehen zu müssen, wie übel diese Verbrecher dem Barbesitzer mitspielten.

In seinem Schulterholster steckte die Luger. Ob die Gangster damit rechneten, dass einer der Gäste bewaffnet war?

Vielleicht schlossen sie diese Möglichkeit nicht aus. Aber rechneten sie auch damit, dass jemand den Mut aufbringen würde, trotz der drohend im Anschlag gehaltenen Maschinenpistolen, seine Waffe zu ziehen?

Mit kühlem Kopf wog Roberto seine Chancen ab, während die Maskierten ihre Show fortsetzten.

„Und nun begeben wir uns in dein Büro!", knurrte der Anführer.

Graham Scott zuckte wie unter einem Peitschenhieb zusammen. Sein Gesicht nahm einen weinerlichen Ausdruck an.

Doch er hatte kein Mitleid zu erwarten. „Vorwärts!", kommandierte der Anführer der Maskierten.

„Himmel, nein ..."

„Soll ich dir Beine machen?"

„Sie haben doch schon alles Geld aus der Kasse genommen."

„Ich will mehr."

„Sie ruinieren mich."

„Das ist mir egal. Du hattest Gelegenheit, ein vernünftiges Geschäft mit uns zu tätigen, zogst es aber vor, unsere Forderungen unbeachtet zu lassen. Ist doch klar, dass wir uns das nicht bieten lassen. Dein Beispiel könnte Schule machen. Dann würden uns alle Ärger machen, die bisher schweigend ihren Obolus entrichtet haben."

„Ich ... ich werde von nun an ..."

„Halt keine Volksreden. Du gehst jetzt in dein Büro. Aber ein bisschen plötzlich, sonst pumpe ich dich mit Blei voll!"

Graham Scotts verzweifelter Blick streifte seine Frau. Sie schaute ihn vorwurfsvoll an, als wollte sie sagen: Das hast du nun von deinem Starrsinn. Habe ich dir nicht geraten, die geforderte Summe zu bezahlen? Aber du wolltest davon nichts wissen. Hast sogar mit mir gestritten. Ich wusste, dass es so schlimm kommen würde. Und ich dir gesagt ...

Der Anführer der Maskierten trat zwei schnelle Schritte auf Scott zu. Die Maschinenpistole zuckte vor.

Als Scott den Lauf an seinem Körper spürte, wich alles Blut aus seinem Gesicht. „Sie ... Sie werden doch nicht..."

„Glaub ja nicht, dass es mir auch nur das geringste ausmachen würde, dich umzulegen, Freundchen. Geh vor mir her!"

Scott drehte sich zitternd um. Mit schleppenden Schritten ging er auf eine Tür zu, die die Aufschrift PRIVAT trug.

Eine Vielzahl von Gedanken wirbelten durch seinen Kopf. Er dachte vor allem an den Revolver, der in seinem Safe lag.

Wenn es ihm gelang, die Waffe an sich zu bringen ... Wenn er den Anführer der Maskierten niederschoss ... Was würden dann die anderen tun?

Würden sie abhauen oder würden sie in der Bar ein schreckliches Blutbad anrichten? Scotts zitternde Hand legte sich auf den Türknauf.

Gleich darauf betrat er sein Büro. Der Maskierte war knapp hinter ihm. Scott spürte ständig den Druck der MPi in seinem Rücken.

„Zum Safe!", befahl der Gangster.

Graham Scott stakste an seinem Schreibtisch vorbei. Die Aufregung machte ihn schwindelig. Er blieb kurz stehen und atmete mehrmals kräftig durch.

Der Maskierte versetzte ihm daraufhin einen schmerzhaften Stoß. „Wie lange willst du mich noch hin halten, he? Ich kann mir vorstellen, wie ungern du dich von deinen Moneten trennst, aber daran lässt sich nun nichts mehr ändern. Also finde dich damit ab!"

Scott stolperte nach dem Stoß bis zum Wandsafe.

„Öffnen!", befahl der Gangster schneidend.

Scott drehte am Kombinationsrädchen. Der Schweiß rann ihm in breiten Bächen über das starre Gesicht.

Sollte er es wagen? Konnte er den Verbrecher überrumpeln? Oder kam es einem Selbstmord gleich, wenn er nach dem Revolver griff?

Langsam öffnete er die Panzertür.

Seine Nerven vibrierten. Jetzt musste er sich entscheiden. Ihm war, als würde sein Herz hoch oben im Hals schlagen.

Ich kann es nicht, dachte er verzweifelt. Ich bin zu feige dazu! Ich hänge zu sehr an meinem Leben!

Auf dem Schreibtisch stand Scotts lederner Aktenkoffer. Ein Weihnachtsgeschenk von Pippa. Sie hatte ihm damit sehr viel Freude gemacht.

Der Gangster drückte Scott den schwarzen Koffer in die Hand und verlangte: „Tu alles Geld da hinein. In einer Minute müssen die Verschlüsse zuschnappen, sonst..."

Der Maskierte sprach die Drohung nicht zu Ende. Es war nicht nötig. Graham Scott wusste auch so, woran er war.

Der Barbesitzer räumte gehorsam den Safe aus. Den Revolver im Hintergrund berührte er nicht einmal mit den Fingerspitzen.

Nachdem alles Geld im Koffer war, lachte der Maskierte leise. „Ich denke, das wird dir für die Zukunft eine Lehre sein, Buddy."

Graham Scott senkte den Blick. „Ich werde Ihnen von nun an keinen Ärger mehr machen."

„Das ist sehr vernünftig."

Scott musste mit dem Gangster das Büro verlassen. Im Gastraum der Bar war die Situation unverändert.

Jeder befand sich noch auf seinem Platz. Reglos wie in einem Wachsfigurenkabinett saßen die Gäste auf ihren Plätzen.

Nur ihre furchtglänzenden Augen verrieten, dass sie lebten und keine Puppen waren.

Der Anführer der Maskierten rempelte Graham Scott zur Seite. Der Barbesitzer taumelte bis zu seiner Frau, blieb neben ihr stehen.

„Ab!", rief die Nummer eins der Verbrecher.

Das war der Moment, wo Roberto Tardelli zur Waffe griff.

2

Der Mafiajäger hatte sich die Sache reichlich überlegt. Es widerstrebte ihm, diese Gangster ungeschoren mit dem Geld des Barbesitzers abziehen zu lassen. Wenn sie öfter mal auf Widerstand stoßen würden, würden sie bestimmt nicht so brutal auftreten, sagte sich Roberto.

Er wollte, dass das Geld da blieb, wo es hingehörte und dass die Maskierten dorthin kamen, wo sie hingehörten nämlich hinter Gitter.

Mit einem Überraschungsangriff hoffte Roberto, dieses Ziel erreichen zu können. Er war für solche Kämpfe geschult.

Man hatte ihn in den diversen Ausbildungscamps von COUNTER CRIME jener geheimen Dienststelle des Justizministeriums, die das organisierte Verbrechen zu bekämpfen hatte, aufs Überleben getrimmt.

Vier Gangster gegen einen Mann, das war zwar nicht gerade das erfolgversprechendste Verhältnis, doch Roberto Tardelli baute auf den Effekt des Überraschungsmoments, mit dem er die Maskierten überrumpeln wollte.

Als der Anführer der Verbrecher den Befehl zum Verlassen des Lokals gab, handelte der COUNTER CRIME-Agent.

Jetzt! befahl sich Roberto Tardelli im Geist.

Blitzschnell zuckte seine Hand zur Luger. Er war ein wahrer Meister im

schnellen Ziehen. Diese Fähigkeit hatte ihm bereits einige Male, wenn sein Leben nur noch an einem seidenen Faden hing, über die Runden geholfen.

Mit dem Daumen entsicherte er die Luger. Er richtete die Pistole auf den Anführer der Gangster.

„Stop!, schrie er, „lass fallen!

Aus den Augenwinkeln sah er, wie einer der Verbrecher die Situation retten wollte. Der Mann hob den Lauf seiner MPi.

Roberto machte eine Rolle rückwärts, ließ sich hinter den Tresen fallen. Und dann brach die Hölle los.

Die Maschinenpistole fing zu hämmern an. Unzählige Kugeln sausten über Robertos Kopf hinweg und hackten in die Spiegelwand.

Eines der Projektile prallte unglücklicherweise gegen das Eisen des zertrümmerten Flaschenregals.

Ein Querschläger jaulte auf und Roberto Tardelli wusste instinktiv, dass dieser Abpraller ihn treffen würde.

Gleichzeitig spürte er einen harten Schlag an der rechten Schläfe. Als hätte ihn ein Hammer getroffen.

Er merkte noch, dass er herumgerissen wurde und die Luger verlor. Dann wurde ihm schwarz vor den Augen.

Was weiter passierte, bekam der Mafiajäger nicht mehr mit.

3

Der Gangster mit der Maschinenpistole stieß einen Fluch aus. Er hetzte zum Tresen, sprang auf den Hocker, auf dem Roberto Tardelli vor wenigen Augenblicken gesessen hatte, und richtete die Waffe auf den Reglosen.

„Dich mach ich fertig, du Bastard!", schrie er.

Doch bevor er den Stecher seiner Waffe noch einmal durchziehen konnte, rief der Anführer der Maskierten: „Lass das! Wir hauen ab!"

Der jähzornige Gangster ließ eine UZI widerwillig sinken. Er sprang vom Hocker und setzte sich mit den anderen ab.

Draußen stand ihr Wagen, ein frisierter 79er Chrysler. Taubengrau und unauffällig. Die Gangster falteten sich in das Fahrzeug und ab ging’s.

Der Chrysler bog an der nächsten Straßenkreuzung rechts ab. Die Verbrecher zogen die heißen Wollmasken von den Köpfen.

„Verdammt, Larry!, beschwerte sich der Mann, der Roberto Tardellis Lebenslicht hatte auspusten wollen. Er hieß Horace McGinty, war grobknochig und hatte brutale Züge. „Warum hast du mich den Kerl nicht mit Blei vollpumpen lassen?

Larry Waiden rümpfte verstimmt die Nase. „Wir waren uns einig, nur dann zu killen, wenn’s unbedingt nötig ist."

„War es denn nicht nötig?"

„Nein."

„Der Typ hat doch ne Kanone gezogen!"

„Danach ging er aber hinter dem Tresen auf Tauchstation und kam nicht wieder zum Vorschein."

„Er hätte uns in den Rücken ballern können", sagte McGinty.

Waiden saß neben dem Fahrer, dessen Name Brian Lark war. Er wandte sich zu Horace McGinty um. „Wann wirst du endlich begreifen, dass es niemals gut ist, eine Leiche zurückzulassen? Die muss weggeräumt werden und das tut für gewöhnlich nicht die Müllabfuhr. Die Bullen kümmern sich um nen Toten ..."

„Na wenn schon. Uns können sie nichts anhängen."

„Solange es keine Leiche gibt, können wir die Polizei weitgehend aus unseren Angelegenheiten raushalten, du Idiot. Die Leute, die wir zur Kasse bitten, sind eingeschüchtert genug, um sich nicht an die Bullen zu wenden..."

„Okay, okay. Ich bin mal wieder im Unrecht."

„Richtig. Und ich warne dich, Horace. Wenn du dich in Zukunft nicht mehr zusammenreißt, bist du raus aus meiner Crew. Dann suche ich mir einen Mann, der nicht so ein Hitzkopf ist wie du."

McGinty knirschte mit den Zähnen und ballte wütend die Hände. Verflucht, er liebte es nicht, wenn einer so mit ihm redete.

Auch Larry Waiden sollte sich einen solchen Ton nicht herausnehmen. So etwas schluckte er nicht gern.

Noch dazu vor allen anderen. Waiden sollte sich vorsehen. Er war kein Herrgott. Man konnte ihn jederzeit entthronen.

Horace McGintys Blick streifte den Mann, der neben ihm saß. Simon Angels grinste von Ohr zu Ohr. Ihm gefiel es, wenn McGinty eins auf den Hut bekam.

„Verdammt, Simon, wenn du nicht sofort zu grinsen aufhörst, schmeiße ich dich aus dem fahrenden Wagen!", machte sich McGinty Luft.

„Shit!", stieß plötzlich Brian Lark beunruhigt hervor.

„Was ist los?", fragte Larry Waiden sofort. Er sah gut aus, hatte scharf geschnittene Züge und tiefschwarzes Haar.

Lark blickte in den Rückspiegel. „Da ist jemand hinter uns her!"

„Irrtum ausgeschlossen?", fragte Waiden.

„Das wird sich gleich herausstellen", brummte Lark.

Larry Waiden wandte sich auf dem Beifahrersitz um. Seine Augen verengten sich. Er sah ein Scheinwerferpaar, konnte das Fabrikat des Verfolgerwagens jedoch nicht erkennen.

Brian Lark umrundete den nächsten Block. Als das Scheinwerferpaar danach immer noch hinter ihnen war, konnte er als sicher annehmen, sie wurden verfolgt.

„Bullen?", fragte Horace McGinty beunruhigt. Seine Finger schlossen sich sogleich um die UZI, die er auf den Knien liegen hatte.

„Bullen würden Rotlicht und Sirene benützen", sagte Simon Angels.

„Ich tippe auf die Kaimans!", sagte Lark.

Larry Waiden nickte zustimmend. „Da ist was dran, Junge. Komm, Brian. Zeig’s ihnen! Häng sie ab!"

Dieser Befehl gefiel Lark. Er war stolz auf seine Fahrkünste. Er war es auch gewesen, der den Motor frisiert hatte.

Jetzt bekam er endlich die Gelegenheit, zu zeigen, was er konnte und wie wertvoll er war. Seine Miene verfinsterte sich.

Konzentriert saß er hinter dem Lenkrad, das er mit seinen sehnigen Händen festhielt. Mit Gefühl drückte er aufs Gaspedal.

Der Chrysler beschleunigte. Die Insassen wurden in die Polster gepresst.

„Ich hab ne Rakete aus dem Wagen gemacht", sagte Brian Lark.

„Hoffentlich steigen wir damit nicht auf", murmelte Horace McGinty. Er war kein Feigling. Aber wenn Brian Lark so richtig voll aufdrehte, brach ihm stets der kalte Schweiß aus allen Poren.

Lark fuhr nach Norden. Die Rushhour war längst vorbei. Es herrschte das übliche Verkehrsaufkommen in den Straßen Washingtons.

Lark überholte die Fahrzeuge, die unterwegs waren, mal links, mal rechts. Er ließ den Chrysler durch das enge Straßengewirr der Altstadt schwänzeln, raste den Loopverteiler des nächsten Highways hoch und versuchte, den Verfolgern auf dem breiten Betonband zu entkommen.

Doch es klappte nicht.

Der Wagen der Kaimans holte auf. Brian Lark konnte das nicht verstehen.

„Sie sind immer noch da!", sagte McGinty.

„Das sehe ich!", knirschte Lark wütend.

„Wie gibt’s denn das?", wollte Angels wissen.

„Sie müssen den stärkeren Motor haben", sagte Lark.

„Unserer ist doch frisiert."

„Das ist ihrer bestimmt auch, sagte Lark. Er warf Waiden einen gehetzten Blick zu. „Ich kann sie nicht abhängen. Was machen wir?

„Runter vom Highway!", entschied Larry Waiden.

„Und was weiter?"

„Fahr zum Potomac River. Da ergibt sich dann schon etwas."

Brian Lark verließ den Highway bei der nächsten Gelegenheit. In

spitzem Winkel strebte der Chrysler danach auf den Potomac River zu.

Lark ließ den Wagen eine schlechte Straße entlangrasen. Zahlreiche Frostaufbrüche marterten die Stoßdämpfer.

Waiden hielt indessen nach einem geeigneten Ort Ausschau, wo sie sich den Kaimans stellen konnten.

Er wies auf das riesige Gelände einer Baustoffgroßhandlung. „Da hinein!", befahl er dem Fahrer.

Lark tupfte kurz auf die Bremse. Dann zog er den Chrysler von der Straße. Die Scheinwerfer schickten ihr Licht in die rabenschwarze Dunkelheit.

Baumaterialien aller Art türmten sich auf dem weitflächigen Areal. Es gab unzählige Möglichkeiten, sich zu verstecken.

Larry Waiden sagte dem Fahrer, wo er den Chrysler stoppen sollte. Dann stieß er hastig hervor: „Raus aus dem Karren, Freunde! Er öffnete die Tür auf seiner Seite. „Und vergesst die Kugelspritzen nicht!

„Ich leg sie alle um!", stellte Horace McGinty grimmig fest.

Waiden nickte. „Diesmal habe ich nichts dagegen."

4

Die Zeit reichte gerade, um sich auf die Lauer zu legen. Dann blieb der Wagen der Kaimans mit kreischenden Pneus auf dem Gelände stehen.

Larry Waiden und seine Männer waren bis an die Zähne bewaffnet. Sie besaßen nicht nur ihre UZIs, sondern jeder von ihnen hatte auch noch mindestens einen Revolver im Gürtel stecken.

Außerdem waren sie im Besitz von Schlagringen und Messern und somit wesentlich besser ausgerüstet als die Kaiman-Bande, die es offensichtlich darauf anlegte, ihnen ihre Beute abzujagen.

Waiden stießen die Kaimans schon seit geraumer Zeit sauer auf. Die verdammten Kerle nahmen sich von Mal zu Mal mehr heraus.

Es war an der Zeit, sich diese Typen vom Hals zu schaffen. Am besten für immer. Sie waren in letzter Zeit zu einem unliebsamen Störfaktor geworden. Waiden befürchtete, dass die Kaimans eines Tages über sich hinauswachsen und ihm und seinen Männern wirklich gefährlich werden konnten.

Man musste deshalb beizeiten mit ihnen aufräumen, um den Rücken wieder freizubekommen.

Die Kaimans waren zu fünft.

Larry Waiden lag auf einem hohen Stapel aus Betonsteinen. Er konnte die Kaimans gut beobachten.

Sie sprangen aus ihrem Fahrzeug und suchten sofort in der Nähe Deckung. Ein Mitglied der Kaiman-Gang huschte geduckt durch die Dunkelheit.

Sein Ziel war der Wagen, in dem Larry Waiden noch vor wenigen Minuten mit seinen Freunden gesessen hatte.

Waiden grinste eiskalt. „Trottel!, presste er zwischen den Zähnen hervor. „Denkst du im Ernst, wir hätten den Zaster im Auto liegengelassen? Er befindet sich hier. Hier neben mir., Waiden legte seine Hand auf den Koffer. „Wenn du ihn haben möchtest, komm und hol ihn dir. Du wirst dein blaues Wunder erleben."

Der Mann erreichte den Chrysler.

Er steckte den Kopf in das Fahrzeug, verschwand gleich darauf ganz darin. Als er wieder zum Vorschein kam, fielen die ersten Schüsse.

Natürlich hatte Horace McGinty sie abgegeben. Er konnte sich einfach nicht mehr länger beherrschen.

Die Feuerstöße waren von einem hellen Wetterleuchten der Mündungsblitze begleitet. Darauf schossen sich die Kaimans mit ihren Pistolen sofort ein, während der Mann, der sich im Chrysler umgesehen hatte, im Zickzack zu seinen Komplizen zurücklief.

Jetzt eröffneten auch Brian Lark und Simon Angels das Feuer. Die Nacht war erfüllt vom ohrenbetäubenden tack tack der Maschinenpistolen.

Die Kaimans schwärmten aus.

Der Kerl, der sich um den Chrysler gekümmert hatte, war noch drei Schritte von der nächsten Deckung entfernt.

Larry Waiden legte die UZI auf ihn an.

Die MPi fing zu hämmern an. Waiden wurde von den Rückstößen geschüttelt. Seine Garbe erwischte den Gegner im Sprung.

Der Mann hatte hinter einen Stapel aus Fertigschornsteinen hechten wollen. Doch er schaffte es nicht mehr.

Einer der Kaimans schrie: „Melvyn! Es hat Melvyn erwischt!"

Daraufhin griffen die Kaiman-Gangster im Sturmlauf an. Wie Selbstmörder rannten sie gegen den Kugelhagel an, den ihnen Larry Waiden und seine Männer entgegen jagten.

Schon nach wenigen Yards stockte ihr Angriff. Die Kaimans waren gezwungen, sich zurückzuziehen. Wagemut allein reichte nicht aus gegen MPi’s.

Als Waiden sah, dass sich die Kaimans zurückzogen, sprang er auf und brüllte: „Los, Jungs! Gebt es ihnen!"

Das ließ sich Horace McGinty nicht zweimal sagen. Er federte aus seiner Deckung hoch und jagte einen Feuerstoß nach dem anderen durch den Lauf seiner UZI.

Lark und Angels beteiligten sich an diesem Höllenzauber. Larry Waiden deckte die

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