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Das traurige Kind: Cassiopeiapress Arztroman

Das traurige Kind: Cassiopeiapress Arztroman

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Das traurige Kind: Cassiopeiapress Arztroman

Länge:
139 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
7. Juli 2019
ISBN:
9783743866713
Format:
Buch

Beschreibung

Arztroman von A. F. Morland

Der Umfang dieses Buchs entspricht 115 Taschenbuchseiten.

Sie ist noch keine sechs Jahre alt – und kennt schon mehr Leid und Einsamkeit als mancher Erwachsener. Sandra ist ein Kind, das die Mutter niemals haben wollte. Und weil sich Sandra nach Zuwendung und Mutterliebe sehnt, die sie aber nie bekommt, wird sie krank. So schwer krank, dass eines Tages eine Nachbarin aufmerksam wird und Dr. Kayser alarmiert. Was der engagierte Arzt feststellt, als er Sandra untersucht, ist traurig und erschütternd …
 
Herausgeber:
Freigegeben:
7. Juli 2019
ISBN:
9783743866713
Format:
Buch

Über den Autor

A. F. Morland schrieb zahlreiche Romane und ist der Erfinder der Serie Tony Ballard.


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Das traurige Kind - A. F. Morland

München

Das traurige Kind

Arztroman von A. F. Morland

Der Umfang dieses Buchs entspricht 115 Taschenbuchseiten.

Sie ist noch keine sechs Jahre alt – und kennt schon mehr Leid und Einsamkeit als mancher Erwachsener. Sandra ist ein Kind, das die Mutter niemals haben wollte. Und weil sich Sandra nach Zuwendung und Mutterliebe sehnt, die sie aber nie bekommt, wird sie krank. So schwer krank, dass eines Tages eine Nachbarin aufmerksam wird und Dr. Kayser alarmiert. Was der engagierte Arzt feststellt, als er Sandra untersucht, ist traurig und erschütternd …

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author

© dieser Ausgabe 2018 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

1

„Rejen Se sich nich uff, Herr Trojan, sagte Schwester Gertrud streng. „Bei uns jeht es immer hübsch der Reihe nach.

„Und wieso ging die Dame mit ihrem Mann dann vor mir zum Herrn Doktor rein?, ärgerte sich der magersüchtige Patient.

Die gewichtige Arzthelferin strafte ihn mit einem kühlen Blick. „Schon mal wat von ’nem Notfall jehört?"

„Notfall, dass ich nicht lache!"

Schwester Gertrud zuckte gleichgültig die Schultern. „Lachen Se jetrost, mich stört det nich."

„Was fehlt der Frau denn?", wollte Heimo Trojan wissen. Er war als Nörgler bestens bekannt und das nicht nur in der Grünwalder Arztpraxis. Jeder, der ihn kannte, wusste, dass er z jenen Menschen gehörte, denen man nichts recht machen konnte.

Gertrud Giesecke spitzte ihre Bleistifte. „Erstens bin ick keen Arzt ..."

„Und zweitens?"

Die korpulente Vierundsechzig-jährige zeigte ein breites, unergründliches Lächeln. „Schon mal wat von ’nem Arztgeheimnis jehört, Herr Trojan? Det wird bei uns janz jroß jeschrieben, wissen Se?"

„Ich setz’ hier langsam Moos an."

„Is besser als Schimmel", konterte die schlagfertige Perle von der Spree, während hinter der gepolsterten Sprechzimmertür Dr. Kayser seine langjährige Patientin Renate Schellander untersuchte.

Die Frau war dreiundvierzig, mittelgroß, schlank, aber nicht mager. Sie war in ihrem Haus die Kellertreppe hinuntergestürzt, und da sie danach über starke Bauchschmerzen geklagt hatte, hatte ihr Mann sie kurz entschlossen in seinen Wagen gesetzt und war mit ihr schnellstens zu Dr. Kayser gefahren.

Ein tiefes, schmerzhaftes Stöhnen entrang sich der Kehle der Patientin.

Kurt Schellanders Gesicht verzog sich in großer Sorge. „Mein Gott, Herr Doktor ...", kam es voller Angst über seine Lippen. Er strich sich mit der Hand nervös über das schüttere Haar, und sein fragender Blick versuchte Dr. Kaysers angespannte Miene zu erforschen.

Sven schwante nichts Gutes. Es war wohl besser, die Patientin in die Seeberg-Klinik einzuweisen. Als er den beiden das eröffnete, riss Kurt Schellander entsetzt die Augen auf.

„Um Himmels Willen, Herr Doktor, was fehlt meiner Frau?", fragte er voller Angst.

Dr. Kayser erklärte, er könne innere Verletzungen nicht mit Sicherheit ausschließen. Kurt Schellander wurde blass. Er schwankte, und seine Frau stöhnte die nächste Schmerzwelle heraus.

„Verdammt, Renate, wie oft habe ich dir gesagt, du sollst diese blöden Pantoffel nicht mehr anziehen?"

Schellander wandte sich an Dr. Kayser. „Ein Geschenk von Simon, erklärte er. „Mindestens zwei Nummern zu groß. Sie konnte nie richtig damit gehen, aber weil sie sie von unserem Sohn bekommen hatte, trug sie sie. Mütter … Sie brechen sich für ihre Kinder sogar den Hals. Die meisten von ihnen jedenfalls.

Beim nächsten gequälten Stöhnlaut sagte Kurt Schellander hastig: „Ja, Renate, beiß die Zähne zusammen, halte durch. Ich bringe dich jetzt gleich in die Seeberg-Klinik."

„Ich halte es für besser, wenn Ihre Frau liegend transportiert wird, Herr Schellander, erklärte Dr. Kayser, läutete Schwester Gertrud und sagte: „Wir brauchen einen Krankenwagen, Icke.

„Jeht klar, Chef."

Kurt Schellander schluckte trocken. Sein Blick ging zwischen seiner Frau und Dr. Kayser hin und her. „Liegend?! Allmächtiger, was befürchten Sie, Herr Doktor?"

„Eine reine Vorsichtsmaßnahme", erwiderte Sven Kayser.

Gemeinsam mit Schwester Gertrud und Schwester Marie-Luise bettete er die Patientin im Nebenraum vorsichtig auf eine Liege. „Machen Sie sich keine Sorgen, Frau Schellander, sagte er aufmunternd. „Es wird alles wieder gut.

Kurt Schellander setzte sich auf einen Stuhl, nahm die Hand seiner Frau und sagte: „Ich bin bei dir, Renate, mein Schätzchen, mein Engel." Es war lange her, dass er solche Kosenamen verwendet hatte

Sie sah ihn dankbar und mit feuchten Augen an.

Dr. Kayser kehrte an seinen Schreibtisch zurück und bat Schwester Gertrud, den nächsten Patienten hereinzuschicken. Das war dann Heimo Trojan.

„Guten Tag, Herr Trojan, begrüßte Sven den Magersüchtigen. „Tut mir leid, dass Sie so lange warten mussten …

„Aber ich bitte Sie, Herr Doktor, erwiderte der Mann und wirkte wie ausgewechselt. „Für so etwas hat man doch Verständnis.

Schwester Gertrud hörte es und ging kopfschüttelnd hinaus.

„Jeder Mensch muss froh sein, wenn er selbst nicht zum Notfall wird", tönte Heimo Trojan und ließ sich auf dem Patientenstuhl nieder.

„Nun, Herr Trojan, was führt Sie diesmal zu mir?", erkundigte sich Dr. Kayser.

„Mein Magen gibt endlich Ruhe."

„Ist doch erfreulich, nicht wahr?"

Heimo Trojan wiegte dennoch unzufrieden den Kopf. „Ja, doch nun bin ich auf einmal so lustlos. Nichts freut mich. Alles hängt mir irgendwie zum Hals raus, mein ganzes Leben."

„Aber, aber, Herr Trojan."

Der Patient machte ein saures Gesicht und klagte über Vergesslichkeit, Konzentrationsschwäche, verminderte Leistungsfähigkeit. Darmträgheit und allgemeine Muskelschwäche.

„Hört sich nach einer Überfunktion der Schilddrüse an", meinte Dr. Kayser.

„Der Schilddrüse? Mit der hatte ich doch noch nie Probleme, Herr Doktor. Wo sitzt die denn?"

„Sie befindet sich unterhalb des Schildknorpels auf der Luftröhre und hat die Form eines Schmetterlings, erklärte Sven Kayser. „Die Schilddrüse gehört zu den Drüsen mit innerer Sekretion.

„Aha, sagte Heimo Trojan, obwohl er nicht genau verstand, was der Grünwalder Arzt gesagt hatte. Aber er wollte sich keine Blöße geben. Er nickte fest. „Der inneren Sekretion, so, so.

„Ihr Gewicht beträgt bei einem erwachsenen Menschen etwa fünfundzwanzig Gramm."

„So schwer wiegt die. Trojan wiegte beeindruckt den Kopf. „Sieh einer an.

„Das gesunde Organ kann man normalerweise nicht tasten, fuhr Dr. Kayser mit seinen Ausführungen fort, „kommt es aber zur Funktionsstörungen, zeichnet sich die Drüse mehr oder weniger deutlich am Hals ab.

„Und das ist bei mir der Fall, wie?"

Dr. Kayser war aufgestanden und um den Schreibtisch herumgekommen. Er hatte den Patienten kurz untersucht und bestätigte nun: „Ja, Herr Trojan, das ist bei Ihnen der Fall. Das Schilddrüsengewebe besteht aus sogenannten kolloidbildenden Drüsenfollikeln, die das Hormon Thyroxin produzieren und unmittelbar in die Blutbahn abgeben."

„Ist ja hochinteressant, Herr Doktor."

„Es regt den Stoffwechsel und in der Jugend das Wachstum an", sagte Sven.

Trojan feixte. „Nun, die Jugend habe ich ja schon einige Jährchen hinter mir. Leider. War eine schöne Zeit. Nicht so hektisch wie heute. Ich hatte eine wunderbare Kindheit. Wir konnten noch auf der Straße Fußball spielen. Versuchen Sie das heute mal, da sind Sie gleich von zehn Autos überrollt."

Dr. Kayser hatte knotige Gewebeveränderungen getastet, aber das war medikamentös in den Griff zu bekommen. Er riet dem Patienten vor allem zu vegetarischer, vitaminreicher Kost.

Trojan verzog das Gesicht. „Und das mir, wo ich so gern Fleisch esse und mich über die Kaninchen unter den Menschen immer lustig gemacht habe. Nun werde ich selbst zum Kaninchen. Aber okay, wenn es unbedingt sein muss, ernähre ich mich von nun an eben hauptsächlich von Blättern und Halmen. Was tut man nicht alles, um gesund zu werden."

Sven Kayser verordnete dem Patienten ein Präparat, das seit vielen Jahren im Handel war und sich ausgezeichnet bewährt hatte. Heimo Trojan nahm das Rezept und verabschiedete sich.

Als er hinausging, sagte er zu Schwester Gertrud: „Und nächstes Mal lassen Sie mich nicht wieder so lange warten, ja?"

„Se könn’ ja um ’ne Privataudienz beim Herrn Doktor ansuchen, wenn Se keene fünf Minuten uff Ihren vier Buchstaben sitzen könn’", gab die korpulente Arzthelferin gleichmütig zurück. Leute wie Heimo Trojan konnten sie nicht aus der Ruhe bringen.

„Von wegen fünf Minuten. Eine geschlagene halbe Stunde habe ich gewartet."

Gertrud Gieseckes Lächeln war entwaffnend. „Aber mein lieber Herr Trojan, wat is denn schon ’ne halbe Stunde gemessen an der Ewichkeit?"

Trojan zog die Mundwinkel nach unten. „Das ist vielleicht ’ne Logik."

„Müssen Sie wiederkommen?", erkundigte sich Schwester Gertrud.

Trojan sah sie einen Moment verwirrt an. „Wiederkommen?"

„Hat der Herr Doktor jesagt, dat er Se noch mal sehen möchte?"

Trojan schüttelte den Kopf. „Hat er nicht, aber in zwei Wochen bin ich wieder hier."

„Darauf freu’

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