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Tinnitus und Co
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eBook139 Seiten1 Stunde

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Über dieses E-Book

Das neueste Buch über die Entstehung von Ohrgeräuschen, deren Diagnostik und die seriösen Behandlungsmöglichkeiten. Tinnitus ist nicht nur ein Problem des Ohres und des Hörsystems. Das "Leiden" an Tinnitus entsteht, wenn verschiedene Hirnzentren in die pathologische Verarbeitung dieses unerwünschten "inneren" Signales involviert werden. Deshalb sind Erkenntnisse aus der Physiologie, der Hirnforschung und der Psychologie in den Ausführungen verarbeitet. Da nach neueren Untersuchungen bis über 60% aller Ohrgeräusche ursächlich in Zusammenhang mit pathologischen Veränderungen an der Halswirbelsäule und/oder dem Kiefergelenk stehen oder/und von diesen Organen getriggert werden, ist erstmalig diesem besonderen sog. Somatosensorischen Tinnitus eine umfangreiche Beschreibung gewidmet. Als eBook kann der Leser quasi online das Wissen vertiefen, weil interessante Artikel und Darstellungen direkt verlinkt sind. So werden die LeserInnen zum Experten "ihres" Tinnitus.
SpracheDeutsch
HerausgeberHuka Traunstein
Erscheinungsdatum6. Dez. 2017
ISBN9783958499911
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    Buchvorschau

    Tinnitus und Co - Dr. med. Eberhard Biesinger

    zitiert

    Vorwort

    Wenn Sie dieses E-Book gelesen haben, sind Sie Spezialist für das Thema Tinnitus – für Ihren Tinnitus! Es geht mir nicht nur darum, Ihnen Wissen zu vermitteln, um besser zu sein als Ärzte und andere Therapeuten. Vielmehr geht es in diesem Buch darum, dass Sie sich aus der Fülle an Informationen das herauspicken, was für Ihre Situation am wichtigsten ist. Natürlich bekommen Sie ganz nebenbei eine ganze Menge an Wissen, das als Experten-Wissen definiert werden kann. Dieses E-Book als Mittel der heutigen Kommunikation hilft in didaktischer Weise durch die mögliche Verknüpfung mit dem Internet, dieses Wissen so aufzubereiten, dass es mehr wird als ein Buch: ein visuelles Erlebnis.

    Tinnitus als Krankheitsbild betrachtet verursacht enorme Kosten für unser Gesundheitssystem; nicht nur durch den Konsum von Medikamenten (die meist sinnlos sind), durch zahlreiche Therapien (die häufig eher pathologisierend und nicht spezifisch sind), sondern auch durch Beanspruchung des Sozialsystems wegen Krankheitstagen, Auftauchen von anderen Krankheiten, durch den Verlust an Lebensqualität.

    Es lohnt sich also, dass Sie zum Experten werden. Nicht nur als Betroffener, sondern auch und gerade als Spezialist, der sich diesem Thema seriös widmen möchte.

    Viel Spaß und viel Erfolg dabei!

    Tinnitus: Ein Phänomen des Gehirns?

    Zu gerne würden wir Ärzte Tinnitus mit Medikamenten behandeln können oder gar operieren. Aber wo soll ein Medikament wirken, wo das Skalpell ansetzen? Wir wissen es nicht. Noch nicht!

    Viele Wissenschaftler definieren Tinnitus gar nicht als Krankheit, sondern als Phänomen, als Wahrnehmung eines Geräusches, das außerhalb des Betroffenen nicht wahrgenommen wird. Der Nicht-Betroffene kann also die „Krankheit weder sehen noch hören – nur die Auswirkungen, wenn die betroffene Person nicht mehr dieselbe ist wie vor dem Tinnitus, sich über die fehlende Stille beklagt, über Schlaflosigkeit, Ängste, depressive Verstimmung, Verlust der Lebensfreude usw. Und diese Klagen sind individuell unterschiedlich; nicht jeder leidet unter dem „inneren Geräusch und nicht jeder gleich ausgeprägt. Hängt das Leiden von der Lautstärke des Ohrgeräusches ab? Könnte man meinen – ist aber nicht so! Viele Untersuchungen haben gezeigt, dass Personen mit einem leisen Ohrgeräusch unter Umständen viel mehr leiden als Personen mit einem lauten Ohrgeräusch, die oft gar nicht leiden! Die Frage stellt sich, was genau sind diese „Umstände" und wie funktionieren sie? Sind sie so weit beeinflussbar, damit es ein ungestörtes Leben mit Tinnitus geben kann?

    Während die Frage nach einem Tinnitusmedikament oder einer Tinnitusoperation mit einem klaren „Nein beantwortet werden muss, wird diese Frage mit einem klaren „Ja beantwortet! Ja, wir können den Tinnitus noch nicht direkt beeinflussen, aber die individuelle Reaktion darauf! Das Problem dabei ist, dass die therapeutischen Empfehlungen „Hör einfach nicht hin oder „Du musst damit leben nicht funktionieren. An genau diesem Problem zeigt sich aber die Funktionsweise unseres Gehirnes: Über unser bewusstes Denken kommen wir nicht in die tieferen Schichten, dort wo die Emotionen sitzen, dort wo unbewusste – ganz individuelle – Reaktionsmuster ihr Heil oder auch Unheil anrichten. Im Klartext: Wir können unserem Gehirn nichts, aber auch gar nichts „befehlen, wir können Reaktionsweisen und Gefühle nur über Umwege beeinflussen. Dazu ein Beispiel: Sie kennen alle die Foltermethode mit dem steten Tropfen. In der Stille stresst uns ein einzelnes Geräusch enorm (so kann Tinnitus sein!). Wir können nicht einfach „weghören. Dies gelingt aber mit einem Trick, wir müssen ein zweites Geräusch, eines das uns natürlich möglichst nicht stört, hinzufügen. Dann können wir das Tropfen des Wasserhahnes ignorieren. Genauso ist es auch mit unseren negativen Gedanken und Gefühlen. Die Empfehlung „denk positiv!" funktioniert nicht. Im Gegenteil, es klappt nicht und wir sind dann noch frustrierter. Wie beim Beispiel mit dem Wassertropfen geht die positive Veränderung unserer Gefühlswelt nur über einen Umweg: Positive Erlebnisse kreieren, insbesondere mit anderen Menschen Erfreuliches erleben und tun. „Genusstraining" nennen die Psychologen diese Vorgehensweise und nur dies zieht eine positive Umstrukturierung unseres Gehirnes nach sich. Machen Sie sich dies gleich am Anfang dieser Lektüre bewusst: Das bedeutet – zum Teil hartes – Training! Also wichtig: Diese Umstrukturierung unseres Gehirns funktioniert nur mit Lernen und dem damit verbundenen Training. Natürlich bietet die Medizin und Pharmakologie eine Unmenge an Stimmungsaufhellern an. Diese können zwar dazu führen, dass ein funktionsgestörtes Gehirn wieder lernen kann, das Lernen und Training selbst können sie aber niemals ersetzen! Das wäre, als ob man eine rostige Stelle am Auto einfach übertünchen würde. Leider wird dieser Umstand von vielen Therapeuten nicht wahrgenommen. Deshalb hier gleich ein wichtiger Rat: Antidepressiva nie ohne Psychotherapie!

    Solange wir nicht die „Tinnituspille" haben, spielen psychologische Ratschläge (Tinnitusberatung, oft Tinnitus-Counseling genannt) und definierte psychologische Behandlungsmaßnahmen eine Hauptrolle bei der seriösen Tinnitustherapie. Streng wissenschaftlich gesehen ist derzeit nur für die psychologischen Tinnitustherapien, insbesondere verhaltenstherapeutische Verfahren, eine Wirksamkeit nachgewiesen. (http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/14651858.CD005233.pub3/abstract)

    Das heißt aber nicht, dass Tinnitus nur „psychisch ist! Ein solches Denken hieße, den Betroffenen zu psychopathologisieren. Die optimale medizinische Abklärung eines Tinnitus steht an erster Stelle. Und daraus ergeben sich oft Möglichkeiten zu helfen!       Die medizinische Welt ist einem Orchester vergleichbar: Es gibt führende erste Stimmen, das Musikstück kann aber erst im Zusammenspiel mit allen anderen Instrumenten erklingen. Übertragen auf uns Menschen müssen schlussendlich alle „Baustellen beachtet werden – die körperlichen und die seelischen –, um helfen zu können.

    Die Kunst des verantwortungsbewussten Therapeuten besteht darin, die körperliche und die geistig-seelische Welt des von Tinnitus Geplagten zu betrachten und mit ihm eine Lösung des Problems zu erarbeiten.

    Wie wir hören

    Ludwig van Beethoven war verzweifelt, als sein Gehör nachließ und er schließlich ertaubte. Dabei war das Schlimmste an der

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