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Alle Jahre wieder?

Alle Jahre wieder?

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Alle Jahre wieder?

Länge:
74 Seiten
49 Minuten
Herausgeber:
Freigegeben:
Dec 5, 2018
ISBN:
9783748136798
Format:
Buch

Beschreibung

Zu den vielen Bräuchen zur Weihnachtszeit gehört der Besuch des Weihnachtsmarktes, das Schmücken des Tannenbaums, an Heiligabend versammelt sich die Familie am reich gedeckten Tisch.
Dies alles trägt zu jener harmonischen Grundstimmung bei, die diesen Moment am Ende des Jahres so einzigartig macht.
Das Gegenüber wird denselben Zeitraum aufgrund der Menge an Vorbereitungen für ein "schönes Weihnachten" oftmals als hektisch und belastend empfinden.
Ebenso kann sich durch die immer gleichen Abläufe, das Weihnachtsfest zu begehen, eine sinnentleerte Routine einstellen. Hier bietet eine Veränderung des Gewohnten die Möglichkeit, das Fest einmal in anderer Form zu feiern.
Die Texte dieses neuen Bandes der Autorengruppe LITERA sind lyrisch und erzählend, ebenso nachdenklich wie heiter. Das Buch beschäftigt sich auf sehr vielfältige Weise mit der Tradition "Weihnachten" - und wie diese neu begangen werden kann.
Mit Beiträgen von Beate Kranz, Frank Siebel, Regina Lehrkind, Carsten Wunn und Nuri Ortak.
Herausgeber:
Freigegeben:
Dec 5, 2018
ISBN:
9783748136798
Format:
Buch

Über den Autor

Vor bereits 20 Jahren gründete sich die Autorengruppe unter dem Namen "Tintenfass". Derzeit gehören rund 6 Autoren "LITERA" an. Die Gruppe veröffentlicht jährlich Anthologien der eigenen Texte - zuletzt im Sommer 2018 unter dem Titel "Wicklungen".


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Buchvorschau

Alle Jahre wieder? - LITERA Autorengruppe

Inhaltsverzeichnis

Alle Jahre wieder – Frank Siebel

Ich bin ein - Carsten Wunn

Rezension Pro – Frank Siebel

Rezension Contra – Carsten Wunn

Die ewige Wiederkehr – Nuri Ortak

Leitfaden Weihnachtsmarkt – Nuri Ortak

Ein kariertes Blatt Papier– Regina Lehrkind

Oh Du konsumorientierte … – Regina Lehrkind

Blick versunken – Regina Lehrkind

Der Gedankenstrom – Regina Lehrkind

Nachts – Regina Lehrkind

Besinnung – Regina Lehrkind

Wintertag – Regina Lehrkind

Erinnerungen … – Regina Lehrkind

Und dann fiel Weihnachten aus – Beate Kranz

Alle Jahre wieder

-Frank Siebel-

Januar und Oktober sind Mist. Bei dem einen frierst du dir den Arsch ab, bei dem anderen kriegst du Grippe. Aber ich hasse den Dezember. Wenn ich was zu sagen hätte, würde man den aus dem Kalender streichen, wobei ich mich aufrichtig bei all denjenigen entschuldige, die da Geburtstag haben – ihr könnt ja nichts dafür.

Ja, schon gut, ist natürlich nicht alles schlecht: Silvester kannst du dir ganz offiziell die Kante geben, und den immer gleichen abgeschmackten Weihnachtsmarkt die Wochen davor hältst du nüchtern auch nicht aus.

Überhaupt sind die vier Glühwein-Schuss abends nach Feierabend in Willis Glühweinhütte der einzige Grund, der dieses Grauen im Advent für mich erträglich macht. Von wegen schönstes Fest des Jahres und Zeit der Liebe und Besinnlichkeit. Der Typ, der mit diesem Quatsch zum ersten Mal um die Ecke kam, muss den drei Weisen aus dem Morgenland den Sack Weihrauch geklaut und sich die Dröhnung als größten Joint im Römischen Imperium durch den Schädel gezogen haben.

Denn Weihnachten nervt: Du überlegst, denkst nach, zermarterst dir stundenlang die Birne, was du Leuten schenkst, die du noch nicht einmal leiden kannst, dann die Übelkeit bei der Vorstellung, an den Feiertagen die bucklige Verwandtschaft besuchen zu müssen, was nur getoppt wird von der Aussicht, dass diese Brut zu dir nach Hause kommt. Deutsche Weihnachtslieder im Discofox-Rhythmus, gesungen von Wolfgang Petry, was ja wohl eindeutig gegen die UN-Menschenrechtskonvention verstößt, und ständig der gleiche Schrott im Fernsehen, wobei ich auch nach tausendmal Guckenmüssen nicht kapiere, was der bekloppte Prinz an dieser eingebildeten Drei - Nüsse-für Aschenbrödel-Schnalle findet.

Doch das alles ist ein Kindergeburtstag gegen das, was meine Katrin abzieht, wenn sie einen Tannenbaum für uns haben will. Und sie will immer einen. Ehrlich, hätte der Pastor damals bei der Hochzeit gesagt, willst du Katrin lieben und ehren und jedes Jahr mit ihr den Tannenbaum aussuchen, hätte ich mir das Ganze noch mal überlegt.

Jedes Mal sage ich zu ihr: „Hör mal, Kleine, wollen wir nicht mal ʼne künstliche Tanne holen? Die nadelt uns nicht das Wohnzimmer voll und wir sparen ʼne Menge Zeit und Geld, und Karin antwortet: „Nein. Außerdem, sag nicht Kleine zu mir, ich bin drei Zentimeter größer als du, was leider stimmt. Aber ich darauf: „Dafür bin ich stärker, und sie: „Deswegen trägst du auch den Baum. Was soll man da machen?

Dabei hatte Katrin früher nie so richtig was mit Weihnachten am Hut gehabt: Selbst gebastelte Adventskalender, Zimtsterne und Spekulatius Backen am Sonntag, dämlich grinsende Rentiere als Fensterbilddekoration – das alles kannte sie von zu Hause und fand es furchtbar spießig und langweilig. Aber gleich nach der Geburt unseres ersten Kindes fing sie auch damit an, und da meinen Schwiegereltern auch heute noch ausschließlich Tanne Natur in die Bude kommt, kann ich jetzt jedes Jahr zusehen, wie ich diese stachligen Monster drei Etagen nach oben in unsere Wohnung kriege. Denn eins achtzig muss der Baum schon haben. Er muss also mindestens so groß sein wie ich - und genau so schwer; jedenfalls kommt es mir so vor, nachdem ich das Teil schwitzend und fluchend bis zu unserem Stockwerk gehievt habe. Meine Hände sind zerstochen von diesen verfluchten Nadeln und das klebrige, stinkende Harz kriege ich nie wieder aus meiner Jacke raus, aber beim Anblick der Tanne freuen sich die Kinder und Katrin lächelt mich zufrieden an. Eben so richtig „Wir warten aufs Christkind", aber ich habe schlechte Laune und haue ab auf den Weihnachtsmarkt in Willis Glühweinhütte. Und so endet traditionell der stressigste Tag im Advent; Quatsch, im ganzen Jahr!

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