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Eon - Das letzte Zeitalter - Band 6: Die Segregation

Eon - Das letzte Zeitalter - Band 6: Die Segregation

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Eon - Das letzte Zeitalter - Band 6: Die Segregation

Länge:
141 Seiten
2 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Jan 17, 2019
ISBN:
9783958343313
Format:
Buch

Beschreibung

Die Evolved haben die Kontrolle über die Aggregation erlangt - zumindest an der Oberfläche. Ihr Plan ist es, dort eine Basis zu errichten, um sich allen Gefahren, die der Knotenwelt von der Cave Miner Cooperation drohen, entgegen zu stellen. Die Crew der EON hat sich ihnen angeschlossen - und hat keine Ahnung, worauf sie sich einlässt...
Als es zu einer unverhofften Begegnung zwischen Bar Eon und einem alten Bekannten kommt, wird der an sein früheres Leben als Descender im Dienste des Konsortiums erinnert. Wahrheiten kommen ans Licht, die Reb über seinen Vater noch nicht kannte. Plötzlich wird der abstrakte Kampf um die Existenz aller Dimensionen für die Familie Eon zu etwas ganz Persönlichem...

Dies ist das Finale der Reihe "Eon - Das letzte Zeitalter"
Herausgeber:
Freigegeben:
Jan 17, 2019
ISBN:
9783958343313
Format:
Buch

Über den Autor


Buchvorschau

Eon - Das letzte Zeitalter - Band 6 - Sascha Vennemann

Table of Contents

»Die Segregation«

Vor 37 Jahren – In einer anderen Wirklichkeit

Gegenwart – In der Höhle des Wächters – Aggregation

Digger-Plattform EON – Niemandsland

Kuppelsaal – Traumebene

Primärgebäude der Cave Miner Cooperation, Rovzath

Digger-Plattform EON – Niemandsland

In der Traumebene

Digger-Plattform EON – Niemandsland

Station PASSAGE, Südpol

Gegenwart – In der Höhle des Wächters – Aggregation

Auf der Traumebene

Vor 35 Jahren

Gegenwart – In der Aggregation

Epilog

Nachwort

Impressum

Eon - Das letzte Zeitalter

Band 6

»Die Segregation«

von

Sascha Vennemann

Vor 37 Jahren – In einer anderen Wirklichkeit

Bar Eon hastete eine Schneedüne hinauf und sah hinter sich. »Na los, komm schon!«, rief er lachend und sah seinem Partner Ben Sanito dabei zu, wie er Anlauf zu nehmen versuchte, aber immer wieder an der eisglatten Stufe abrutsche, die zum nächsten Plateau des Schneewalls hinaufführte.

Der junge Descender fluchte leise, nahm seine Schultertasche ab und warf sie Bar zu. »Halt das mal! Das Ding ist schwer. Damit komme ich hier nie rauf.«

Bar fing die Tasche auf und legte den Gurt um seine freie Schulter. Über der anderen befand sich der seiner eigenen Tasche. Auch sie war prallvoll mit Gegenständen gefüllt, die sie den Erryl abgenommen hatten – jenem Volk, das in der Eiswüste dieses Planeten lebte und in nomadenförmigen Stämmen durch die Gegend zog.

Die kleinen, kaum 1,20 Meter großen Wesen erinnerten entfernt an aufrecht gehende Maulwürfe, was vor allem an ihren schaufelförmigen Händen und Füßen lag, mit denen sie sich durch den Schnee zu wühlen pflegten. Sie waren äußerst geschickt darin, Eishöhlen anzulegen und iglu-artige Behausungen zu errichten, waren mit dichtem, ockerfarbenen Fell besetzt und besaßen zwei eng beieinanderstehende, ölig schwarze Augen.

Und sie waren jähzornig. Vor allem, wenn man ihnen ihre Kultgegenstände aus der Schamanenhöhle klaute, was Bar und Ben vor nicht einmal einer halben Stunde getan hatten. Dummerweise hatte der Schamane des Stammes sie dabei beobachtet, und nun folgte ihnen ein Großteil der Horde nach.

Je mehr Zeit sie durch Bens nicht vorhandene Kletterkünste beim Erklimmen der Schneewehe verloren, desto mehr holten die knapp drei Dutzend Maulwurfswesen auf. Mit ihren schwarzen Kutten hoben sie sich gut von der weißen, fast konturlosen Landschaft ab.

Bar war froh, dass die CMC ihnen Tarnoveralls für diese Dimension mitgegeben hatte. Der Weißton der Kleidung hatte sich dem des Schnees angepasst, und so verschmolzen sie optisch beinahe mit der Umgebung. Ihre Spuren im Schnee konnten sie allerdings nicht kaschieren. Und die Erryl waren gute Fährtenleser – mussten es in dieser Umgebung auch sein, um überleben zu können. Das alles wusste Bar aus den anthropologischen Aufzeichnungen, mit denen sie das Konsortium vor ihrem Aufbruch hierher gebrieft hatte.

Ben Sanito schnaufte vernehmlich, stieß sich mit beiden Beinen gleichzeitig vom rutschigen Boden ab und robbte, den Oberkörper vorwärtsschiebend, über die Stufenkante.

Bar rannte zu ihm und reichte ihm die Hand. Mit einem letzten Ruck zog er seinen Partner hinauf, in der Hoffnung, dass die kleineren Wesen den Wall nicht so einfach überwinden konnten.

Ben verlor keine Zeit, richtete sich auf und klopfte sich den Schnee vom Overall. »Los, weiter!«, zischte er. »Ich habe keine Lust, einen ihrer Speere in den Hintern zu bekommen.« Er deutete hinter sich auf die sich weiter nähernde Gruppe der Erryl.

Die Maulwurfswesen stießen trillernde Pfiffe aus, schüttelten die Wurfwaffen in ihren Händen und rannten weiter. Bei jedem ihrer Schritte schleuderten ihre Schaufelfüße Eis nach hinten. Die aufstiebende Nebelwolke aus Schnee war weithin zu sehen.

Bar schätzte ihren Vorsprung auf maximal vier Minuten, und der schwand sekündlich. Wenn sie es rechtzeitig zum Tor schaffen wollten, mussten sie sich wirklich beeilen. Der diesseitige Riss zwischen den Welten befand sich in einer kleinen Senke auf der Rückseite des Walls. Den größten Teil der Reststrecke würden sie auf dem Hinterteil sitzend und in die Tiefe rutschend hinter sich bringen. Der Nachteil war nur: die Erryl konnten das auch. Gewonnen hatten sie damit also nichts.

Als Bar Ben seine Tasche zurückgab, hielt dieser einen Moment inne und sah zurück auf ihre Verfolger. Er kicherte vergnügt. »Mann, die sind ganz schön sauer!«

Bar klopfte auf seinen Beutel. »Kein Wunder. Wir haben einen Teil ihres Schneegottes geklaut.«

»Das war nur eine kleine Statue aus gepresstem Dreck!«, antwortete Ben. »Wie kann man sich deswegen nur so aufregen!«

»Weil«, antwortete Bar, »sie diese Statue als wahrhaftige Teil-Manifestation ihres Gottes ansehen. In dieser Einöde ist selbst ein Dreckklumpen eine Offenbahrung einer höheren Macht. Sag mal, hast du die Missionsprotokolle nicht gelesen?«

Ben zuckte mit den Achseln. Sein langes blondes Haar hatte er auf dem Hinterkopf zu einem Dutt zusammengedreht. Sein Atem kondensierte in der kalten Luft, deren Temperatur nur kurz über dem Gefrierpunkt lag. »Ich lasse mich gerne überraschen«, rief er und rannte wieder los, auf den Kamm der Schneewehe zu. »Und außerdem, so macht es auch viel mehr Spaß, oder nicht?«

Bar schüttelte lachend den Kopf. Sein Partner war einfach unverbesserlich. Wie viele Abenteuer hatten sie schon zusammen erlebt? Er hatte aufgehört zu zählen. Aber wenn es um den Job ging, konnte er sich auf Ben verlassen. Und was das Aufspüren von Artefakten und Gegenständen in anderen Dimensionen anbelangte, hatten sie beide ein ausgesprochen glückliches Händchen – und liebten es, etwas dafür zu riskieren.

Der Schneegott der Erryl würde ihnen eine fette Prämie einbringen, so viel stand fest. Und je mehr Credits sie anhäuften, desto eher konnten sie über eine Zukunft nachdenken, die vielleicht sogar etwas mehr für sie bereithielt, als das Konsortium ihnen bieten konnte.

Bar presste die Lippen aufeinander und hastete seinem Partner hinterher. Bis sie eventuell etwas gemeinsam auf die Beine stellen konnten, würde jedenfalls noch ein bisschen Zeit vergehen. Das Konsortium sorgte gut für sie, aber es diktierte ihnen auch jede Menge Regeln, wie sie ihren Job zu tun hatten. Je länger sie für die CMC arbeiteten, desto mehr wurde ihnen das bewusst. Und das ging ihnen immer mehr gegen den Strich. Nun, zumindest Bar empfand es so.

Eine Loslösung und ein Aufkündigen der Partnerschaftsverträge kostete aber jede Menge Geld. Credits, die sie im Moment nicht besaßen und die sich nur langsam auf ihren Konten ansammelten. Riskantere Einsätze, wie dieser hier, brachten sie ihrem Ziel zwar etwas schneller näher, aber noch war es nicht an der Zeit, konkrete Pläne für einen Ausstieg zu schmieden.

Es war ein Traum, aber einer, der auf der Schwelle dazu stand, Realität werden zu können, wenn sie noch eine Zeitlang durchhielten. Also würden sie weitermachen: Auftrag für Auftrag, Tag für Tag.

Zwei Speere sausten seitlich an Bar vorbei. »Achtung!«, brüllte er, aber Ben hatte die Schneedüne bereits überwunden, und die Wurfwaffen verfehlten ihn um Haaresbreite. Das Jauchzen, das vom Kamm des Walls her erklang, hieß wohl, dass Ben sich bereits auf seine Rutschmatte gesetzt hatte und in die Tiefe rodelte.

Während der letzten Schritte sah sich Bar noch einmal um. Die Maulwurfswesen hatten den Eisabsatz erreicht und bildeten auf breiter Linie Räuberleitern, um die Barriere zu überwinden. Da die Düne steil anstieg, ließen sie sich auf alle viere nieder und frästen mit hoher Geschwindigkeit durch den Schnee nach oben.

Bar nestelte die Rutschmatte aus seinem Rucksack, faltete sie auseinander und setzte sich auf sie. Mit den Händen grub er sich in den Schnee und verschaffte sich so genug Schwung, um in die Senke hinabgleiten zu können. Die Rutschpassage dauerte nur Sekunden, während der sich winzige Eiskristalle auf seiner Schutzbrille und in seinem Bart verfingen.

Weiter unten, in etwa dreißig Schritt Entfernung, befand sich das Dimensionstor, das sie zurück auf die Heimatwelt führen würde. Von dieser Seite betrachtet wirkte es wie ein dunkler, breiter Blitz, der mitten in der Luft erstarrt war und auf einem kleinen, natürlich entstandenen Eissockel ruhte.

Ben hatte seine Utensilien bereits wieder verstaut und winkte ihm zu. »Komm schon, lass uns hier verschwinden. Hast du die biologischen Artefakte in den Containern gesichert?«

Bar ächzte, als er sich von seiner Matte erhob, sie zusammenrollte und unachtsam in seinen Rucksack stopfte. »Na sicher«, rief er. »Sonst war die ganze Aktion hier doch umsonst!«

Um nichts in der Welt hätte Bar den Schneegott zurückgelassen. Er bestand zwar hauptsächlich aus anorganischen Elementen, aber er wusste nicht, ob nicht auch ein paar tierische oder pflanzliche Dinge in der Statuette verarbeitet worden waren. Solche Materialien konnten das Tor nicht passieren und wären in dieser Realität zurückgeblieben, wenn man sie nicht in spezielle Behältnisse verpackte – einer der seltsamen Effekte, mit denen diese Tore einhergingen. Dazu gehörte auch, dass sie als Descender von der Herkunftswelt das Tor wahrnehmen und in beide Richtungen durchqueren konnten – die Wesen aus dieser Dimension allerdings konnten beides nicht; oder nur unter bestimmten Voraussetzungen, da war sich die CMC noch nicht ganz sicher. Sie forschte in dieser Richtung mit speziellen Teams, die sich allein auf das Rätsel der Weltendurchlässe konzentrierten. Nichts, worum Bar und Ben sich einen Kopf machen mussten.

Bars Armbandscanner piepte kurz, als er sich mit der Datenbarke der CMC verband, die sich einige Meter entfernt verborgen unter dem Eis befand. Die Aufzeichnungen, die Bar und Ben während ihres Beutezugs gemacht hatten, wurden dort automatisch eingespeichert: Umweltdaten, Audio- und Videoaufzeichnungen und die Feldnotizen, die sie sich beim Ausspähen der Erryl gemacht hatten. Von ihnen konnten spätere Besucher dieser Welt noch profitieren und bekamen – entsprechende Zugriffsrechte vorausgesetzt – ein detailliertes Protokoll der letzten Missionen auf dieser Welt auf ihre eigenen Auslesegeräte überspielt.

Die Pfiffe der Maulwurfswesen drangen vom Dünenkamm herüber. Die Erryl hatten ihn erreicht, fiepten ihre Wut in die klare Luft und warfen sich dann, einem Haufen lebensmüder Nager gleich, den Hang hinab. Einige von ihnen gerieten in eine Rollbewegung, während andere auf dem Rücken rutschten und dabei mit ihren Klauenhänden steuerten.

Bar beeilte sich, zu Ben aufzuschließen. Dieser hatte sich bereits auf den Absatz des Tores begeben und reichte ihm die Hand.

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