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Der Weg zum Licht
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eBook325 Seiten2 Stunden

Der Weg zum Licht

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Über dieses E-Book

Christa Unnasch trat nach ihrer Flucht aus Danzig im Geleitschiff der Wilhelm Gustloff im Alter von knapp 17 Jahren dem Roten Kreuz in Lübeck bei. Dort wurde sie zunächst Vorschülerin, dann Lernschwester und nach ihrem Examen Schwester. Es folgten viele ereignisreiche Jahre in verschiedenen Krankenhäusern in Lü+beck und Hamburg. In 1960 entschied sie sich, alleine und ohne Englischkenntnisse nach Australien auszuwandern. Sie schildert über ihre Seereise, Arbeit in dem neuen Land, Heirat, Familie und dem Aufbau einer Transportgesellschaft mit all den Dramen, die damit verbunden waren. Viele Personen- und Landschaftsbilder machen die Geschichte lebendig und anschaulich.
SpracheDeutsch
HerausgeberXinXii
Erscheinungsdatum16. Jan. 2019
ISBN9783943360486
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    Buchvorschau

    Der Weg zum Licht - Christa Unnasch

    Island

    Bibliografische Informationen der Deutschen Bibliothek:

    Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über dnb.d-nb.de abrufbar.

    Impressum

    © 2018/2019 literates-Verlag

    Alle Rechte, auch auszugsweise, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form ohne schriftliche Genehmigung des Verlags reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

    Die Aufgabe des Verlags bestand in der Gestaltung, Formatierung und Konvertierung des Manuskripts sowie dem Druck. Der Verlag war nicht am Lektorat, bei der Zusammenstellung der Informationen und sonstigen Inhalte beteiligt und ist für den Inhalt nicht verantwortlich.

    Druck: literates Verlag GbR Brüggen, www.literates-verlag@online.de

    Umschlagbild: Christa Unnasch, Lake Eyre in Süd Australien

    Alle Bilder des Inhalts, soweit nicht anderweitig bezeichnet, stammen aus den privaten Archiven von Christa Unnasch.

    Printed in Germany

    ISBN 987-3-943360-48-6 (print)

    ISBN 978-3-943360-73-8 (ebook)

    E-Book Distribution: XinXii

    www.xinxii.com

    Einleitung

    Hier nun ist meine Lebensgeschichte beginnend in 1950 mit meinem Alter von 17 Jahren bis zum heutigen Tag. Es war oft ein schwerer Lehrgang. Aber wenn alles verloren schien, folgte ich meinem Instinkt und wurde am Ende belohnt. ‚Der Mensch denkt und Gott lenkt’. Ich glaube nicht an Zufall und finde, dass dieser Weg des Schicksals für mich vorgeschrieben wurde.                                                     

    In meinem ersten Teil ‚Danzig-Gdansk 1989’ beschrieb ich unsere Familienerlebnisse von WW I und WW II. Dieser Teil schildert die Erfahrungen während und nach meiner Ausbildung und meine Auswanderung nach Australien mit den unendlich vielen bebilderten Abenteuern, Erlebnissen und Begebenheiten.

    In 1945 war ich als 11jährige mit meiner Mutter und kleinem Bruder über die Ostsee nach Schleswig-Holstein geflüchtet. Wir endeten in dem kleinen Dorf St. Annen bei Heide in Holstein. Dort folgten viele schwere gedemütigte Jahre und der Bescheid, dass mein Vater nie wieder zu uns zurückkehren würde.

    Nach meiner Schulausbildung bewarb ich mich schriftlich beim Roten Kreuz in Lübeck, wurde akzeptiert und befand mich eines Tages als knapp 17-jährige auf dem Weg nach Lübeck.

    Für meinen Vater der in 1945 in Russland sein junges Leben verlor:

    Wolgalied [Franz Lehar.]

    ‚Es steht ein Soldat am Wolgastrand

    Hält Wache für sein Vaterland.

    In dunkler Nacht allein und fern

    Es leuchtet ihm kein Mond, kein Stern.

    Regungslos die Steppe schweigt.

    Eine Träne ihm ins Auge steigt.

    Und er fühlt wie’s im Herzen frisst und nagt

    Wenn ein Mensch verlassen ist

    Und er klagt, und er fragt:

    ‚Hast du dort droben vergessen auch mich

    Es sehnt doch mein Herz nach Liebe sich.

    Du hast im Himmel viel Engel bei dir

    Schick doch einen davon auch zu mir’.

    ***

    War es Vorbestimmung?

    Als ich in 1950 alleine nach Lübeck fuhr, um meinen zukünftigen Beruf zu beginnen wurde mir mein Leben somit aus meinen Händen genommen. Wie gerne wäre ich dort auf dem Bauernhof bei meiner Mutter, Bruder und Oma geblieben. Aber das war nicht möglich, denn das Leben steht nicht still. Lehrer Schmidt hatte mir ein besonders gutes Zeugnis ausgestellt, aber hier auf dem Lande gab es keine Zukunft für meine wissbegierige Natur, und so bewarb ich mich als knapp 17-jährige schriftlich bei dem Roten Kreuz in Lübeck um als Vorschülerin aufgenommen zu werden. So ganz alleine war ich dort nicht, denn meine 4 Jahre ältere Schwester arbeitete dort bereits als Krankenschwester in Krankenhaus Süd. Aber ich musste zunächst als Vorschülerin im Mutterhaus wohnen, arbeiten und zwischendurch zur Berufsschule gehen.

    Meine Schwester holte mich vom Lübecker Bahnhof ab, brachte mich zum Mutterhaus in der Marlistraße 10, klingelte und verschwand. Und so begann für mich die Ausbildung, die mehr mit meinen lebenserfahrenen Mitschülerinnen zu tun hatte.

    Ein junges Mädchen öffnete die Tür und leitete mich zu dem Schwesternbüro. Dort sah ich viele ältere Schwestern in ihren festlich aussehenden blauen Uniformen, die von ihrem höheren Stand sprachen. Ich wurde der noch jungen Oberin Erika Gerstung vorgestellt und mein Abenteuer begann.

    Dasselbe Mädchen, das mich empfangen hatte führte mich über den Hof und ein paar Treppen hinauf zu meinem Schlafplatz. Sie hatte es eilig und sagte, dass ich mich fertigmachen und dann sobald der Gong ertönte schnell zum Speisesaal zum Abendessen kommen sollte. Als ich diesen hörte, eilte ich los und konnte den Speisesaal nicht finden. Wo war der? Ich landete zunächst in der Küche, von wo aus mich jemand dorthin wies.

    Ich war eine der letzten. Dort waren drei lange Tische, zwei Seite bei Seite. Links, neben der Wand für die Oberin und ihrem Gefolge, der andere für junge Schwestern und der quer von denen am Ende für Vorschülerinnen. Dort hatte ich meine erste peinliche Erfahrung.

    Am Tisch saßen 10 Vorschülerinnen, die Oberschwester Annemarie an einem Ende und ich als neue am anderen. Sie löffelte Suppe für jede von uns aus und sagte ihr mitzuteilen wie viel wir wollten. Als ich an der Reihe war, wusste ich nicht was zu sagen. Mein Magen war sowieso verkrampft. Aber als sie nicht aufhörte zu löffeln, rief ich in großer Panik sehr laut: ‚Halt’ und eine Totenstille folgte im ganzen Saal. Als die Schwester sich etwas gefangen hatte, erklärte sie mir mit sanfter Stimme nur: ‚Danke’ zu sagen.

    Und somit begann meine Lehrzeit. Später erfuhr ich, dass hier normaler Weise nur 10 Vorschülerinnen aufgenommen wurden, aber es dieses Mal 11 waren. Sieben von uns wurden mit mir in zwei Zimmern über der abseits stehenden Waschküche einquartiert, von denen das hintere Zimmer vier, und das vordere drei Betten hatte mit einem eigenen dazugehörigen Badezimmer, das vor den Zimmern gelegen war. [Dieses war einst der Grund einer nicht geringen Sensation als eine der Vorschülerinnen das Bad überlaufen ließ und das Wasser lustig wie ein Wasserfall die Treppe herunterfloss.]

     Die anderen vier Vorschülerinnen lebten im Schwesternhaus neben den alten Schwestern, die sich nun im Ruhestand befanden. Danach wurde mir der Arbeitsplan gezeigt zu dem wir wöchentlich umschichtig, oft zu zweit eingeteilt wurden.

    Waschküchendienst              [2 von uns]

    Speisesaaldienst                    [2 von uns]

    Küchendienst                         [2 von uns]

    Telefondienst                        [1 von uns]

    Stadtdienst                             [1 von uns]

    Hausdienst                             [1 von uns]

    Mir gefiel alles, nur nicht der Waschküchendienst. Dort regierte eine Schwester vor der wir alle Angst hatten. Nichts war ihr schnell genug. Wäsche aufhängen, runternehmen, mangeln oder bügeln, zusammenlegen. Schnell, schnell, schnell.

    Speisesaaldienst verlangte, dass der Parkettfußboden makellos gehalten und gebohnert werden, Tischdecken gewechselt, Tische gedeckt und abgedeckt und ein Tischgebet gelernt werden musste. Wir hatten ein Buch mit Gebeten aber einige waren zu lang und wir hatten bald kein Material mehr. Wiederholungen waren nicht gerne gesehen. Eine von uns aber ließ sogar den Atem unserer Oberin versagen. Niemand hatte sich zuvor an das kürzeste Gebet gewagt: ‚Wer Christum hat, der isst sich satt’, erklang es plötzlich. Die Oberin wartete mit gebeugtem Haupte, aber da war nicht mehr. Das Mädchen bekam sicher hinterher eine Lektion. Der jeweilige Haupttischdienst musste am Sonntag vor allen Anwesenden ein Gedicht aufsagen von denen ich eine Reihe kannte weil meine Mutter mir oftmals einige deklamierte. [Mein Lehrer Schmidt rief einst seinen Hilfslehrer ins Klassenzimmer, mich anzuhören. Mir war das damals sehr peinlich und als ich zu meinem Sitz zurück ging streckte ich unsichtbar zu den beiden meine Zunge aus. Die Jungs, die ich damals in meiner bevorzugten Position oft an die Tafel schrieb riefen sofort: ‚Sie hat die Zunge ausgestreckt’, sicher hoffend, dass mir mal die Leviten gelesen wurden. Aber die Lehrer reagierten nicht darauf.]

    Der Speisesaal erforderte auch viel Instandhaltung von uns. Die vielen Fenster, die auf den Rasen und die Wakenitz blickten, mussten von uns geputzt, und der Parkettfußboden manchmal gespänt, gewachst und täglich mit dem schweren Bohnerbesen gebohnert werden. Aber ich liebte diesen Raum. Dort stand auch ein Klavier, das ich zu gerne gespielt hätte, wenn ich gewusst hätte wie. Einmal als ich mich sicher glaubte, versuchte ich es. Auf einmal kam Schwester Annemarie hereingestürzt und wollte wissen was ich denn da so klimperte.

    Küchendienst war anstrengend aber gefiel mir sehr. Hier wurde für die Schwestern und ebenfalls für das nebenan liegende dazugehörige Privatkrankenhaus gekocht. Die ‚Neuen’ mussten meist den ganzen Tag Kartoffel schälen, Gemüse putzen und abwaschen. Handschuhe durften wir nicht tragen und meine Hände sahen bald erbärmlich aus sodass meine Schwester sich für mich schämte. Aber die Küchenschwester war eine ganz liebe. Sie war Ende Dreißig, klein, hager und nicht was man hübsch nennen könnte. Sie überraschte uns später, als sie sich den sehr beliebten jungen Hausarzt Dr. Ausländer geschnappt hatte und heiratete. Oh! Oh! Oh! Das verstieß gegen alle Regeln! Schwestern durften sich nicht mit Ärzten einlassen! Niemand hätte gedacht, dass sie sich jemals gegen die Gebote vergehen würde. Natürlich musste sie gehen, und kurz darauf ging auch leider unser geliebter Doktor.

    Ich aber lernte dort viel, was Gerichte für die Privatpatienten anbelangte und billigen, wunderbaren Schneeschaum mit Grießbrei zu machen. Dafür hatten wir eine besonders große Metall-Schüssel. Der dünne heiße Grießbrei kam hinein und wir mussten mit einem riesigen Schaumschläger draußen vor der Tür sitzen und solange schlagen bis der Brei kalt und sehr schaumig war. Ich lernte auch wie Kohl, Gurken und Soleier in den großen Holztonnen eingelegt wurden.

    Nur die Wasserratten waren dort eine große Plage. Morgens schauderte ich, als erste dort zu sein, wenn die Ratten noch wild oben auf den Rohren herumrannten, jedoch bald nach unserem Gepolter verschwanden. Aber einst hatte sich eine hinter dem riesigen Schrank versteckt und wir alle mussten mit aller Kraft und mit gewaltigem ‚Hauruck’ den Schrank an die Wand drücken um sie zu zerquetschen, und danach das Ding heraus angeln. Lübeck war und sicher ist noch ein Wasserrattenparadies, weil es von Wasserwegen umgeben liegt.

    Aber auch von Mäusen wurden wir manchmal heimgesucht. Im Speisesaal hatte sich mal eine Maus verirrt und erregte viel Tumult. Wir alle versuchten sie durch die Balkon Tür hinaus zu scheuchen was nicht klappte. Aber mir gelang es die Maus mit meiner Hand zu schnappen und weil ich nicht wusste was ich damit anfangen sollte, musste sie dann leider auch töten, indem ich sie mit aller Macht auf den Zementboden des vorm Speisesaal liegenden Balkons schleuderte. Jedenfalls war es besser und schneller als in einer Falle gequält zu werden.

    Telefondienst machte Spaß und war nicht anstrengend. Das war nur für eine von uns, da sich dort nur eine eingeglaste Kabine befand. Ich verstand es bald die verschiedenen Stöpsel zu bedienen und die dort wartenden Besucher zu Besuchszeiten herein zu lassen. Einst hatte Dr. Ausländer diese Besuchszeit verpasst. Er hatte in der Wakenitz gebadet und erschien auf einmal nur in Badehose und Handtuch bei mir. Um die Besucher zu vermeiden flüchtete er sich in meine Kabine, wo er sich hinter dem Telefonschrank versteckte bis die Luft für ihn rein war. An der anderen Seite der Kabine befand sich das Büro von dem Buchführer des Krankenhauses, der mir beibrachte wie ich Gespräche belauschen konnte. Auf diese Weise lernte ich allerhand Geheimnisse kennen.

    Aber die Ratten fanden ihren Weg auch hierher. Einst jagten wir dort eine Ratte bis zum Klo wo sie im Klobecken verschwand. Wir schlossen die Tür und holten Dr. Ausländer. Der öffnete brav die Tür, aber die Ratte war und blieb weg. Es war daher kein Wunder, dass wir später in Krankenhaus Süd mal ein Kind eingeliefert bekamen, das Bettnässer war. Unser besonders beliebter Kinderarzt Hannes Brockhaus, den alle Kinder anbeteten, machte geduldig ausfindig wieso und schrieb dann seine professionelle Diagnose so wie das Kind es ihm Wort für Wort gesagt hatte und danach im gesamten Krankenhauskomplex unter den professionellen Ärzten wie ein Lauffeuer die Runden machte:

    [‚Ich habe Angst aufs Klo zu gehen, weil mir vielleicht eine Ratte in den Mors beißen kann’.]

    Dr. Ausländer’s Name kreierte manchmal ebenfalls komische Situationen. Er war immer äußerst höflich. Es kam manchmal vor, wenn er sich vorstellte, dass die Patienten wie dieses Mal verwirrt wurden. Er reichte dem Patienten die Hand und stellte sich vor: ‚Ausländer’. Dabei hob er seine Stimme, dass es wie eine Frage klang. Der Patient antwortete: ‚Nein ich stamme aus Lübeck’. Noch drolliger war eine andere Begebenheit als zwei unserer Ärzte bei der Beerdigung eines erlauchten Politikers, sich gegenseitig vorstellten. Der neue junge Doktor stellte sich vor mit: ‚Gotthelf’. - ‚Habedank’, sagte Dr. Habedank, die Nichte des Politikers.

    Vor dem Stadtdienst hatte ich zunächst große Angst. Straßenbahnen waren mir, dem Mädchen von dem abgelegenen Bauernhof, nicht bekannt und die Stadt war für mich nur ein Wirrwarr von Menschen und verwinkelten Straßen. Bruno nahm mich unter ihren Wing und stampfte in ihren schweren Bergschuhen los mich mit sich ziehend. Sie war sehr burschikos, die älteste unter uns und mit allen Wassern gewaschen. Ich weiß nicht wer ihr den Namen verlieh aber für uns war sie Bruno. Ihre prominente Familie lebte in Lübeck und sie kannte die Stadt wie ihre Tasche. Angstvoll hörte ich ihr zu wie sie ihren Stadtdienst beschrieb: ‚Zuerst zur Post, dann zur Bank, dann privates für die Schwestern erledigen was manchmal nicht leicht ist und dann als Belohnung noch schnell zum Museum’, um grade noch die für uns zeitlich bestimmte Straßenbahn zurückzubekommen, die man ja nicht verpassen durfte. Oh weh!

    Ich versuchte all ihre Anweisungen zu behalten, während sie mit mir durch die Stadt galoppierte und wir hinterher für kurze Zeit im Rathausmuseum landeten um dann zur Straßenbahn zu rasen. - Das würde ich nie im Leben kapieren!

    Am nächsten Tag war ich alleine auf mich angewiesen. Was es noch schlimmer machte war, dass eine alte Schwester mich in ihr Zimmer bat und beauftragte, für sie in ein bestimmtes Schuhgeschäft zu gehen um ein paar Schuhe zu kaufen. Sie sagte, dass die Verkäuferinnen schon wüssten was für Schuhe sie brauchte und gab mir Geld und einen Zettel mit dem Namen des Schuhgeschäftes. Ich weiß nicht wie, aber ich schaffte alles bis auf die Schuhe, die das Geschäft noch nicht hatte. - Danke Bruno! Du warst ein guter Lehrer. In späteren Tagen schaffte ich es auch noch das Museum einzuquetschen.

    Zum Hausdienst gehörte, dass wir die Tür für die verschiedenen Besucher öffnen mussten und je nachdem in das Büro verweisen und vorstellen mussten. Bald kannte ich die meisten Besucher bei Namen, weil es sich oft um Lernschwestern handelte die gesandt wurden um verschiedene Botschaften aus den drei verschiedenen Rote Kreuz Krankenhäusern zu bringen. Dazu gehörte auch, dass wir den großen Gong erschallen lassen mussten, der die Schwestern und Vorschülerinnen zu den Hauptmahlzeiten rief. Dafür hob man den Gong bei seiner Kordel die neben dem Treppengeländer hing, nahm den dazu gehörigen gepolsterten Gong und schlug den Gong unter Abständen einige Male. Das hatte ich bisher nur in orientalischen Büchern gesehen.

    Dort im Mutterhaus des Roten Kreuzes mussten wir das Pflicht-Haushaltsjahr ablegen ehe wir als Lernschwestern eingekleidet wurden. Meine Schwester hatte dieses bereits in Lunden [Lunden, da gibt’s mehr Spitzbuben als Hunden] bei der Arztfamilie Jantzen getan und war mir ein paar Jahre voraus. Aber ich hatte Glück im Mutterhaus akzeptiert zu werden und war später

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