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Im Nebel kam der schwarze Graf

Im Nebel kam der schwarze Graf

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Im Nebel kam der schwarze Graf

Länge:
135 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
Jan 16, 2019
ISBN:
9781386912705
Format:
Buch

Beschreibung

Sarah O'Keef und Juliet Summers machen kurz entschlossen einen Trip in die schottischen Higlands, um endlich mal etwas auszuspannen. Hätten sie geahnt, was sie dort erwartet, wären sie sicherlich umgekehrt und in den Süden Englands gefahren.

Auf ihrer Fahrt geraten sie plötzlich in den dicksten Nebel, den man sich nur vorstellen kann, der alle Geräusche verschlingt und jeden Baum, jeden Strauch und auch die Steine unheimlich erscheinen lässt. Und als könnte es sie nicht schlimmer treffen, streikt der Motor ihres Wagens, und sie bleiben mitten im Niemandsland liegen. Da kommt aus dem Nebel eine Kutsche auf sie zu und bringt sie auf die nahe gelegene Burg – ihre Rettung, wie sie hoffen – doch weit gefehlt. Sie glauben nicht an Geister, die nachts durch die Gänge spuken und auch nicht an die unheimlichen Schauergeschichten, die man sich erzählt, und doch …

Herausgeber:
Freigegeben:
Jan 16, 2019
ISBN:
9781386912705
Format:
Buch

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Im Nebel kam der schwarze Graf - Rolf Michael

Im Nebel kam der schwarze Graf

von Rolf Michael

Unheimlicher Thriller

IMPRESSUM

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© Roman by Author

© Cover: unsplash mit Kathrin Peschel, 2019

Lektorat/Korrektorat: Kerstin Peschel

© dieser Ausgabe 2019 by Alfred Bekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

Klappentext:

Sarah O’Keef und Juliet Summers machen kurz entschlossen einen Trip in die schottischen Higlands, um endlich mal etwas auszuspannen. Hätten sie geahnt, was sie dort erwartet, wären sie sicherlich umgekehrt und in den Süden Englands gefahren.

Auf ihrer Fahrt geraten sie plötzlich in den dicksten Nebel, den man sich nur vorstellen kann, der alle Geräusche verschlingt und jeden Baum, jeden Strauch und auch die Steine unheimlich erscheinen lässt. Und als könnte es sie nicht schlimmer treffen, streikt der Motor ihres Wagens, und sie bleiben mitten im Niemandsland liegen. Da kommt aus dem Nebel eine Kutsche auf sie zu und bringt sie auf die nahe gelegene Burg – ihre Rettung, wie sie hoffen – doch weit gefehlt. Sie glauben nicht an Geister, die nachts durch die Gänge spuken und auch nicht an die unheimlichen Schauergeschichten, die man sich erzählt, und doch ...

DER NEBEL WAR WEICH und weiß und nicht zu fassen, aber doch irgendwie unwirklich und beängstigend. Schemenhafte weiße Hände schienen nach unserem kleinen Wagen zu greifen und uns zum Anhalten bewegen zu wollen. Die Bäume am Rand der schmalen, einspurigen Straße bedrückten mich. Ich erwartete jeden Augenblick Märchengestalten vorbeihuschen zu sehen und fürchtete mich davor, mich umzudrehen und plötzlich entdecken zu müssen, dass die Straße hinter mir verschwunden war.

Meine Phantasie drohte mit mir durchzugehen, und ich rief mich gewaltsam zur Ordnung. Es war nur Nebel wie er im schottischen Hochland beileibe nicht ungewöhnlich war. Trotzdem hatte mich ein unheimliches Gefühl beschlichen, denn dieser weiße, weiche, alle Geräusche verschluckende Nebel war zwei Minuten vorher noch nicht dagewesen. Im Gegenteil, als wir gerade auf dem Hügel entlanggefahren waren, war das Land um uns herum noch in das rot-goldene Licht der untergehenden Sonne getaucht, deren letzte Strahlen uns geblendet hatten. Von einer Sekunde zur anderen waren wir in diese Wand geraten.

Ich warf einen vorsichtigen Blick zur Seite, wo Sarah hinter dem Steuer unseres Wagens saß und mit gerunzelter Stirn und zusammengekniffenen Augenbrauen das Gefährt durch den Nebel chauffierte. Sie nagte mit den Zähnen an ihrer Unterlippe, und daran erkannte ich, dass auch ihr dieser plötzlich Umschwung nicht ganz geheuer war.

Als hätte sie meinen Blick gespürt, warf sie mir einen kurzen Blick zu und lächelte, um sofort wieder auf die kaum noch erkennbare Straße zurückzusehen.

„Das ist richtig unheimlich, nicht?" In ihrer Stimme erkannte ich Nervosität. Der Nebel war genau das, was uns noch gefehlt hatte. Jetzt würden wir wahrscheinlich endgültig die Orientierung verlieren. Ich hatte ohnehin den Verdacht, dass wir längst an der Abzweigung zu dem kleinen Dorf mit diesem unaussprechlichen Namen, bei dem sich sogar jeder Schotte die Zunge brechen würde, verfehlt hatten.

Sarah und ich hatten vor einigen Tagen ganz spontan beschlossen, einen Urlaubstrip quer durch die schottischen Highlands zu machen. Uns lockte die wildromantische Natürlichkeit dieser Gegend, die freie, unberührte Natur und das Urtümliche, das man hier auf Schritt und Tritt spürt.

Mit Sarahs kleinem Austin, in dessen Kofferraum zwei Schlafsäcke und zwei Reisetaschen verstaut waren, hatten wir vor drei Tagen unseren Ausflug begonnen. Wir fuhren einfach drauflos und sahen uns erst gegen Nachmittag nach einer Übernachtungsmöglichkeit um. Die Schlafsäcke hatten wir für den Fall mitgenommen, dass wir irgendwann einmal kein Quartier mehr bekamen.

„Ich hoffe nur, dass uns niemand entgegenkommt!", hörte ich Sarah murmeln.

„In dieser Gegend? Ich lachte kurz und nervös auf. „Soll das ein Witz sein?

„Rechnen muss man mit allem!", kam es zurück. Sie hatte die Scheinwerfer eingeschaltet. Viel Sinn hatte das allerdings nicht, denn das Licht wurde regelrecht aufgesaugt. Man konnte so gut wie nichts mehr erkennen. Selbst die Bäume am Straßenrand verschwammen. Die ganze Atmosphäre ängstigte mich sehr.

Sarah bemerkte es und lachte leise. „Was ist los, hast du Angst?, fragte sie mich. „Ich denke, du liebst es schaurig!

Meine Vorliebe für unheimliche und gruselige Geschichten und Filme war ihr nur zu gut bekannt. Etwas verlegen rieb ich mir die Nase.

„Na ja, weißt du, etwas zu lesen oder als Zuschauer zu sehen ist eine Sache. Aber selber in so einer Situation sein – vielen Dank!"

„Feigling!", zog sie mich auf.

„Lieber feige als ..." Weiter kam ich nicht, denn in diesem Moment begann der Motor des Austin verdächtig zu stottern.

„Was ist denn jetzt los?" Etwas in Sarahs Stimme sagte mir, dass sie hier nicht irgendeine Show abzog, um mir einen Schrecken einzujagen. Mit angehaltenem Atem saß ich neben ihr, während der Austin immer langsamer wurde, zu hoppeln begann, als hielt er sich für ein Kaninchen, und schließlich ganz stehen blieb.

Sarah drehte den Zündschlüssel. Nichts passierte. Sie versuchte es noch einmal, dann noch mal – aber der Austin wollte nicht mehr.

Ich setzte mich gerade hin. „Und was jetzt?"

Sarah zuckte die Schultern. „Frag mich bitte etwas Leichteres! Sie starrte nach draußen. „Hast du eigentlich zufällig eine Ahnung, wo wir sind?

„Irgendwo im schottischen Hochland im Nebel, und in einem Auto, das keine Lust mehr hat, uns weiterzufahren!"

Wir schwiegen beide. Nichts war zu hören außer unserem leisen Atem und dem Knacken des abkühlenden Motors. Ansonsten herrschte Totenstille. Keine Tierstimmen oder -geräusche, kein Rascheln von Gras oder Knarren von Ästen.

Die dichte weiße Masse dort draußen verschluckte jeden Ton, und ich bekam immer mehr das Gefühl, vollständig von der Welt abgeschnitten zu sein. In meiner Magengegend begann es zu kribbeln. Ich schloss die Augen, um den Nebel nicht mehr sehen zu müssen.

Nebel habe ich noch nie gemocht. Er ist mir unheimlich. Ich hasse es, wenn jedes Geräusch nur noch gedämpft und unwirklich verzerrt zu hören ist, wenn ich Gestalten oder Gegenstände nur noch schemenhaft erkennen kann. Nebel verbirgt mir zu viel. Wie viele Verbrechen sind schon bei Nebel begangen worden!

Das Knarren von Sarahs Sitz, als sie sich bewegte, riss mich aus meinen Gedanken. Unwillkürlich war ich zusammengezuckt.

„Juliet, du bist ein ziemlicher Angsthase!, stellte Sarah fest. „Da draußen ist nichts und niemand, der dir was tun will!

„Das weißt du, und das weiß ich – aber ich hoffe, der, die oder das da draußen weiß das auch!" Ich spürte, dass mein Lächeln ziemlich verunglückte. Sie hatte schon recht.

Ich bin ein ziemlicher Feigling, und ich bin mir dessen sehr wohl bewusst. Im krassen Gegensatz dazu steht meine Vorliebe für alles Unheimliche und Phantastische. Irgendwie bin ich sehr paradox veranlagt. Ich komme an solchen Büchern oder Filmen einfach nicht vorbei. Der Schauer, der einem beim Lesen oder Sehen über den Rücken läuft, hat etwas Angenehmes, weil man weiß, dass einem nichts passieren kann. Ich meine, ich weiß, dass es keine Vampire oder Werwölfe gibt, oder schleimige Ungeheuer, die unter meinem Bett liegen und nach mir greifen, wenn mein Fuß unter der Bettdecke hervorsieht. Aber ich weiß auch, dass mich das Ungeheuer nicht kriegen kann, wenn ich meinen Fuß richtig zudecke ...

Das klingt ziemlich verrückt, ich weiß. Vielleicht werde ich eines Tages zu einem Psychiater gehen und mir für eine Menge Geld erzählen lassen, dass das alles unverarbeitete Kindheitserinnerungen sind.

„Was schlägst du vor, was wir jetzt tun sollten?", fragte Sarah.

„Hier übernachten und morgen früh bei Sonnenschein losgehen und Hilfe holen!", schlug ich hoffnungslos vor.

Ich kannte Sarah zu lange und zu gut, um zu wissen, dass das für sie überhaupt nicht in Frage käme. Sie war, im Gegensatz zu mir, viel zu tatendurstig und unternehmungslustig.

„Das habe ich mir gedacht!, spottete sie auch prompt gutmütig. „Ich habe einen anderen Vorschlag. Wir nehmen unsere Siebensachen huckepack und versuchen, das Dorf zu finden.

„Bei diesem Nebel?, wandte ich ein. „Wir werden uns hoffnungslos verlaufen.

„Wir bleiben auf der Straße!, entgegnete sie. „Wenn wir zurückgehen, müssten wir irgendwann zu dieser Abzweigung kommen. Und dann sind es nur noch ein paar Schritte bis zu diesem Dorf.

Ich schüttelte den Kopf. „Du bist verrückt!, sagte ich. „Wenn wir bis morgen früh hierbleiben, haben wir weitaus mehr Chancen ...

„... unsere Knochen nicht mehr bewegen zu können und halb erfroren zu sein!, fiel sie mir ins Wort. „Erstens wird es heute Nacht ziemlich kalt werden – und hast du schon mal in einem Austin übernachtet?

Ich schüttelte den Kopf.

„Aber ich! Sie schnitt eine Grimasse. „Einmal und nie wieder!

Sie öffnete die Tür und stieg aus.

„Was ist?, fragte sie. „Kommst du nun mit – oder möchtest du hier allein übernachten?

Wenn ich ehrlich sein sollte – mir gefiel keine der beiden Alternativen besonders gut. Aber da mir klar war, dass ich Sarah nicht mehr von ihrem Entschluss abbringen konnte, wählte ich das kleinere Übel. Den Marsch durch den Nebel.

„Also gut!, gab ich seufzend nach. „Ich komme mit.

„Ich wusste, du würdest vernünftig sein!", stellte Sarah zufrieden fest. Wir holten unsere Taschen und die Schlafsäcke aus dem Kofferraum, bevor wir den Austin so weit als möglich an den Straßenrand schoben. So abgelegen und einsam diese Gegend war – wenn der Wagen mitten auf der Straße stehenblieb, kam bestimmt jemand vorbei.

WIE LANGE WIR DURCH den Nebel gingen, weiß ich nicht. Ich verlor jedes Zeitgefühl. Um uns herum war Schweigen, nur unterbrochen durch unsere Schritte und das leise Tropfen von Wasser, das von

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