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Magie und Ritual III - Heilung: Die Götter der Germanen - Band 64c

Magie und Ritual III - Heilung: Die Götter der Germanen - Band 64c

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Magie und Ritual III - Heilung: Die Götter der Germanen - Band 64c

Länge:
422 Seiten
3 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Jan 29, 2019
ISBN:
9783748162407
Format:
Buch

Beschreibung

Die Reihe

Die 87 Bände umfassende Reihe "Die Götter der Germanen" stellt die Gottheiten und jeden Aspekt der Religion der Germanen anhand der schriftlichen Überlieferung und der archäologischen Funde detailliert dar.
Dabei werden zu jeder Gottheit und zu jedem Thema außer den germanischen Quellen auch die Zusammenhänge zu den anderen indogermanischen Religionen dargestellt und, wenn möglich, deren Wurzeln in der Jungsteinzeit und Altsteinzeit.
Daneben werden auch jeweils Möglichkeiten gezeigt, was eine solche alte Religion für die heutige Zeit bedeuten kann - schließlich ist eine Religion zu einem großen Teil stets der Versuch, die Welt und die Möglichkeiten der Menschen in ihr zu beschreiben.


Das Buch

Heilungen bestehen bei den Germanen wie auch bei den Indogermanen allgemein aus drei Teilen: die Heilung mit Kräutern, die Heilung mit dem Messer (Operationen) und die Heilung mit Worten (Magie).
Daneben finden sich bei den Germanen aber auch noch deutliche Ansätze zu einer einfachen Form der Homöopathie, also der Grundsatz "Gleiches heilt Gleiches". Dies ist eine Anwendung des Grundsatzes der Analogie-Magie: "Gleiches wirkt auf Gleiches". Es gibt eine Vielzahl kleinerer Heilungs-Zaubersprüche, aber es sind auch einige längere Zaubersprüche überliefert worden, deren Bilder z.T. eine beeindruckende Stärke haben.
Herausgeber:
Freigegeben:
Jan 29, 2019
ISBN:
9783748162407
Format:
Buch

Über den Autor

I was born in 1956 and have been intensively involved in magic, religion, meditation, astrology, psychology and related subjects for 45 years now. Meanwhile I have written about 190 books and about 50 articles for various magazines. Since 2007, I have expanded my decades-long avocation and am now a full-time life coach. This includes the actual consultations, but also the interpretation of horoscopes, healings, rituals, sweat lodges, firewalkings, help with haunted houses and other "magical problems", training in meditation and Feng Shui and much more. On my website www.HarryEilenstein.de you can find some of my articles and also a detailed curriculum vitae.


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Die Entwicklung der indogermanischen Religionen (700 S.)

Wurzeln und Zweige der indogermanischen Religion (224 S.)

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Der Chiemsee-Kessel (76)

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Das Geheimnis des inneren Friedens (252 S.)

Das Beziehungsmandala (52 S.)

Gefühle und ihre Verwandlungen (404 S.)

einsgerichtet (140 S.)

Liebe und Eigenständigkeit (216 S.)

Von innerer Fülle zu äußerem Gedeihen (52 S.)

Die Symbolik der Krankheiten (76 S.)

Kunst

Herz des Tanzes – Tanz des Herzens (160 S.)

Drama

König Athelstan (104 S.)

Die Themen der einzelnen Bände der Reihe „Die Götter der Germanen"

Die Entwicklung der germanischen Religion

Lexikon der germanischen Religion

Der ursprüngliche Göttervater Tyr

Tyr in der Unterwelt: der Schmied Wieland

Tyr in der Unterwelt: der Riesenkönig Teil 1

Tyr in der Unterwelt: der Riesenkönig Teil 2

Tyr in der Unterwelt: der Zwergenkönig

Der Himmelswächter Heimdall

Der Sommergott Baldur

Der Meeresgott: Ägir, Hler und Njörd

Der Eibengott Ullr

Die Zwillingsgötter Alcis

Der neue Göttervater Odin Teil 1

Der neue Göttervater Odin Teil 2

Der Fruchtbarkeitsgott Freyr

Der Chaos-Gott Loki

Der Donnergott Thor

Der Priestergott Hönir

Die Göttersöhne

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Die Liebesgöttin: Freya und Menglöd

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Die Korngöttin Sif

Die Apfel-Göttin Idun

Die Hügelgrab-Jenseitsgöttin Hel

Die Meeres-Jenseitsgöttin Ran

Die unbekannteren Jenseitsgöttinnen

Die unbekannteren Göttinnen

Die Nornen

Die Walküren

Die Zwerge

Der Urriese Ymir

Die Riesen

Die Riesinnen

Mythologische Wesen

Mythologische Priester und Priesterinnen

Sigurd/Siegfried

Helden und Göttersöhne

Die Symbolik der Vögel und Insekten

Die Symbolik der Schlangen, Drachen und Ungeheuer

Die Symbolik der Herdentiere

Die Symbolik der Raubtiere

Die Symbolik der Wassertiere und sonstigen Tiere

Die Symbolik der Pflanzen

Die Symbolik der Farben

Die Symbolik der Zahlen

Die Symbolik von Sonne, Mond und Sternen

Das Jenseits

Seelenvogel, Utiseta und Einweihung

Wiederzeugung und Wiedergeburt

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Die Einrichtung des Tempels

Priesterin – Seherin – Zauberin – Hexe

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Rituelle Kleidung und Schmuck

Skalden und Skaldinnen

Kriegerinnen und Ekstase-Krieger

Die Symbolik der Körperteile

Magie und Ritual

Gestaltwandlungen

Magische Waffen

Magische Werkzeuge und Gegenstände

Zaubersprüche

Göttermet

Zaubertränke

Träume, Omen und Orakel

Runen

Sozial-religiöse Rituale

Weisheiten und Sprichworte

Kenningar

Rätsel

Die vollständige Edda des Snorri Sturluson

Frühe Skaldenlieder

Mythologische Sagas

Hymnen an die germanischen Götter

Inhaltsverzeichnis

Der Band 64 über „Magie und Ritual" ist so umfangreich geworden, daß er in drei Teile zerlegt werden mußte:

I Heilung in der germanischen Überlieferung

Wortschatz

Heilung

Zusammenfassung

Das Streben nach Gesundheit

Havamal

Havamal

Zusammenfassung

Krankheiten

Jakob Grimm: Deutsche Mythologie

Zusammenfassung

Genesungs-Orakel

Völsungen-Saga

Hrolf Kraki und seine Berserker

Jakob Grimm: Deutsche Mythologie

Zusammenfassung

Präventiv-Medizin

Die sehr hilfreichen Aussprüche des Weisen

Die sehr hilfreichen Aussprüche des Weisen

Die sehr hilfreichen Aussprüche des Weisen

Gesta danorum

Kormak-Saga

Zusammenfassung

Die Krankheits-Göttin

Sonnenlied

Zusammenfassung

Krankheits-Riese

Runen-Zauberspruch von Canterbury

Sigtuna-Amulett

Zusammenfassung

Krankheits-Geister

Jakob Grimm: Deutsche Mythologie

Zusammenfassung

Krankheits-Zauber

Bandaman-Saga

Die Saga über Thorstein Viking-Sohn

Die Saga über Sturlaug den Mühen-Beladenen

Högstena-Amulett

Jakob Grimm: Deutsche Mythologie

Zusammenfassung

Heiler

Die sehr hilfreichen Aussprüche des Weisen

Jakob Grimm: Deutsche Mythologie

Zusammenfassung

Heilerinnen

Jakob Grimm: Deutsche Mythologie

Zusammenfassung

Erlernen des Heiler-Berufs

Jakob Grimm: Deutsche Mythologie

Zusammenfassung

Heilverfahren

Morkinskinna

Zusammenfassung

Kräuter und Salben

Faröische Heldenlieder: Ismael-Lied

Gesta danorum

Völsungen-Saga

Der hürne Siegfried

Heimskringla: Saga über Harald Hart-Rat

Jakob Grimm: Deutsche Mythologie

Pflanzen und Götter

Jakob Grimm: Deutsche Mythologie

Zusammenfassung

Wund-Verband u.ä.

Nials-Saga

Die Saga über Kampf-Thordr

Die Saga über König Sverri von Norwegen

Die Saga über Kampf-Thordr

Die Saga über Halfdan Eysteinn-Sohn

Die Saga über Viglund den Blonden

Die Saga über Hromund Greip-Sohn

Kormak-Saga

Zusammenfassung

Zaubersprüche

1. Merseburger Zauberspruch

2. Merseburger Zauberspruch

Jakob Grimm: Deutsche Mythologie

Lacnunga

Lacnunga

Lacnunga

Lacnunga

Lacnunga

Lacnunga

Lacnunga

Angelsächsisches Kräuterbuch

Angelsächsisches Kräuterbuch

Angelsächsisches Kräuterbuch

Lacnunga

Lacnunga

„With Färstice aus dem „Lacnunga

Neunkräuter-Zauberspruch aus dem „Lacnunga"

Lacnunga

Erd-Heilungszauber aus dem Buch „Lacnunga"

Kräuterbuch aus dem 12. Jahrhundert

Heilstab von Ribe

„Zauber gegen Ohnmacht und Krankheit beim Vieh"

Zusammenfassung

Heil-Runen

Odins Runenlied

Das erste Lied über Sigurd Fafnir-Töter

Sigdrifa-Lied

Sigdrifa-Lied

Das Lied des Rigr

Kvennagaldur

Die Saga über Egil Skallagrimsson

Die Saga über Egil Skallagrimsson

Die Rune „Not"

Das Runenlied aus dem Havamal: die Rune „Ur"

Zusammenfassung

Krankheiten auf ein Tier übertragen u.ä.

Jakob Grimm: Deutsche Mythologie

Zusammenfassung

Homöopathie

Loddfafnir-Lied

„liknar-galdr"

altnordische Homöopathen und Homöopathinnen

Angelsächsisches „Kräuterbuch"

Die Saga über Grettir den Starken

Lacnunga

Jakob Grimm: Deutsche Mythologie

Zusammenfassung

Heilmittel umbinden u.ä.

Jakob Grimm: Deutsche Mythologie

Zusammenfassung

Heilende Skulpturen

Jakob Grimm: Deutsche Mythologie

Zusammenfassung

Heilende Hände

Sigdrifa-Lied

Njals-Saga

Gesta danorum

Zusammenfassung

Heilungs-Göttin

Gylfis Vision

Fiölswinn-Lied

Jakob Grimm: Deutsche Mythologie

Zusammenfassung

Heilungs-Gott

Die Schädel-Inschrift von Ribe

angelsächsischer Zauberspruch gegen einen Zwerg

Gesta danorum

Gesta danorum

Gesta danorum

Zusammenfassung

Ahnen

Jakob Grimm: Deutsche Mythologie

Zusammenfassung

Heilung = Jenseitsreise

Jakob Grimm: Deutsche Mythologie

Zusammenfassung

Heilsteine

Kormak-Saga

Lachstal-Saga

Der Siegstein

Jakob Grimm: Deutsche Mythologie

Zusammenfassung

Krankenhäuser

Die Saga über Sturlaug den Mühen-Beladenen

Zusammenfassung

Geburt

Fafnir-Lied

Fiölswinn-Lied

Oddruns Klage

Jakob Grimm: Deutsche Mythologie

Zusammenfassung

Tote wiederbeleben

Skaldskaparmal

Ragnarsdrapa

Odins Runenlied: Tyr-Rune

Zusammenfassung

Zusammenfassung

Heilung bei den Indogermanen

West-Indogermanen

Kelten

Germanen

Süd-Indogermanen

Hethiter

Ost-Indogermanen

Inder

Perser

Griechen

Indogermanen

Heilung bei den Nicht-Indogermanen

Themenverzeichnis

I Heilung in der germanischen Überlieferung

Heilung ist ein sehr komplexer Vorgang, der hier nicht mit all seinen physischen, psychologischen, astrologischen und magischen Aspekten umfassend dargestellt werden kann.

Aus den folgenden Betrachtungen werden aber immerhin in deutlichen Konturen die Ansichten der Germanen über körperliche Leiden und ihre Vorgehensweisen bei der Heilung von Krankheiten und Verletzungen sichtbar. Diese germanische Tradition enthält durchaus auch einige unerwartete Elemente wie z.B. die Homöopathie.

I 1. Wortschatz

I 1. a) Heilung

Das zentrale Wort in Bezug auf die Heilung ist „heill, das eine recht umfassende Bedeutung hat und in jeder Hinsicht den „richtigen Zustand bezeichnet:

Auch der „falsche Zustand wird mithilfe des Wortes „heill gebildet:

Der angestrebte Zustand ist das „heil-Sein", was physisch die Gesundheit, psychisch das Glück und spirituell ein gutes Omen ist:

Interessanterweise ist es das Gehirn, das dieses „heil-Sein" erkennt bzw. was heil sein sollte:

Durch das Heilen wird der „richtige Zustand wiederhergestellt. Da dies auch ein magisch-spiritueller Vorgang ist, wurde das Wort „heilen in der frühchristlichen Phase in den Nordlanden, also ca. von 1000-1300 n.Chr., auch für „verzaubern und „behexen verwendet:

Die Qualität dessen, was heilt, d.h. das einen Menschen wieder in den „richtigen Zustand versetzt, ist „heilsam:

Für den Vorgang der Wiederherstellung der „richtigen Ordnung" werden Hilfsmittel benutzt. Dies ist zunächst das Wissen um die Krankheiten und um die Gesundheit, also die Diagnose und die Therapie:

Eine Person, die dieses Wissen hatte und anwenden konnte, war ein Heiler bzw. eine Heilerin:

Als nächstes werden spezielle Heilmittel benötigt, unter denen die Kräuter besonders wichtig waren:

Weitere Arzneien waren Tränke:

Heilsteine sind keine speziellen Steinarten, sondern spezielle einzelne Steine:

Zur Heilung gehörten auch Zaubersprüche, wobei das Wort „liknar („Gleichheit) zeigt, daß die Krankheiten von Dingen geheilt wurden, die der Krankheit ähnlich sind, und daß man bei der Heilung Zauberlieder („galdr") benutzt hat:

Auch das „Handauflegen", das vermutlich auch bei den Germanen als Übertragung von Lebenskraft angesehen wurde, war bekannt:

Die folgende Redewendung könnte man mit viel Wohlwollen als „Präventiv-Medizin" ansehen:

Es lag nahe, jemandem beim Gruß das „heil-Sein" zu wünschen:

I 1. b) Zusammenfassung

Gesundheit ist der physische Aspekt des „richtigen Zustandes", der sich auch auf die Psyche (Glück) und auf den magisch-spirituellen Bereich (gute Omen) bezieht.

Zur (Wieder-)Herstellung dieses „richtigen Zustandes" ist das Wissen über diesen heilen Zustand sowie die Kenntnis der passenden Hilfsmittel notwendig, die Kräuter, Tränke, Heilsteine, Zaubersprüche und heilende Hände umfassen.

Beim Gruß wünschte man einander diesen „heilen Zustand".

I 2. Das Streben nach Gesundheit

I 2. a) Havamal

Wie vermutlich alle Völker haben auch die Germanen die Gesundheit als eines der wichtigsten Dinge im Leben angesehen:

Feuer ist das Beste dem Erdgebornen,

Und der Sonne Schein;

Nur sei Gesundheit ihm nicht versagt

Und lasterlos zu leben.

I 2. b) Havamal

Ganz unglücklich ist niemand, auch wenn er nicht gesund ist:

Einer hat an Söhnen Segen,

Einer an Freunden, einer an vielem Gut,

Einer an trefflichem Tun.

I 2. c) Zusammenfassung

Gesundheit ist eines der wichtigsten Dinge im Leben.

I 3. Krankheiten

I 3. a) Jakob Grimm: Deutsche Mythologie

1. Namen für „Krankheit"

Unsere heutige, nicht aus dem volk hervorgegangne arzneigelehrsamkeit hat allmälich beinahe alle deutschen benennungen der krankheiten verdrängt und durch griechische oder römische wörter ersetzt. da jene oft noch auf vorstellungen des alterthums von den krankheiten und ihrer heilung führen, wird es nöthig sein wenigstens die bedeutendsten anzuführen.

Krank hat im Mittelalter nur den sinn von debilis, infirmus, althochdeutsch wanaheil, nicht von aeger, und für dieses gilt siech, gothisch siuks, neuhochdeutsch sioh; morbus wird folglich nicht durch krankheit ausgedrückt, sondern durch sucht, gothisch saúhts, althochdeutsch suht, altnordisch sôtt, während wir mit sucht jetzt den sittlichen begrif von hang, heftigem verlangen verbinden, und nur noch in den zusammensetzungen schwindsucht, gelbsucht u. a. seine alte bedeutung behalten.

Analog verhalten sich das altnordische þrâ (desiderium, aegritudo animi) und lîkprâ (lepra), vergleiche schwedisch trå, helletrå, dänisch traa, helletraa.

Allgemeine wörter, die auch den leiblichen schmerz des siechthums ausdrücken, sind althochdeutsch suero, mittelhochdeutsch swer, althochdeutsch und mittelhochdeutsch wê, wêtago, wêtage (wie siechtage).

Sonst heißt ein siecher auch althochdeutsch bettiriso (bettlägerig, clinicus); mittelhochdeutsch betterise; angelsächsisch beddrida, englisch bedridden; ein name zumal für alterschwache greise geeignet, ›der alte betterise‹, der sich nicht mehr vom lager erhebt. im Norden hieß diese schmerzlose alterskrankheit Ann sôtt, nach könig Ön eđr Ani, der durch das opfer seiner söhne das höchste lebensziel erreicht hatte und zuletzt gleich einem kinde wieder milch trank.

2. Ohnmacht

Die ohnmacht heißt unmaht: si kam in unmaht; vor unmaht si niderseic; in unmaht vallen (althochdeutsch: mir unmahtet); si vielen in unkraft; haer begaven al die lede, so dat si in onmacht sêch; therte begaf haer alte male, so dat si sêch in ommacht; viel in onmaht; viel in ommacht; von âmaht si niderseic; si kam in âmaht; diu âmaht vaste mit im ranc; âmaht; zwô âmehte si enpfienc; abkraft; viel in marmels; marmels hingeleit; si lâgen in unsinne; vergaz der sinne; dô verlôs ich alle mine sinne; unversunnen lac; si viel hin unversunnen; se pâmer, pasmer; se plasmet; plasmage (neuhochdeutsch: die sinne verlassen ihn); animus hanc reliquerat; si lac in einem twalme; daz im vor den ougen sînen vergie sunne unde tac; er viel vor leide in unmaht, ern weste ob ez waere tac oder nacht; er was ûz sîner gewalt; mir geswindet; daz ir geswand; ir was geswunden; im geswant; swinden; beschweimen (angelsächsisch svima deliquium; englisch: fell in a swoon; angelsächsisch: heáfodsvima; englisch: headswimming = schwindel, vertigo); wan in daz houbet diuzet von gesühte; ime entsweich; beswalt; ontmaect (ohnmächtig); Er kam suo sih; zuo im selben quam; zuo ir selber kam; zu ir selber kam; zo ime selvin bequam; biz er bequam; doe hi bequam; was vercomen weder (zu sich gekommen); sîn herze im widertrat (cor ei rediit); herze gewinnen (zu sich kommen, sich versinnen); sich widere versan; er wart verriht; kam ze gerechen; do si wart ze witzen (neuhochdeutsch: bei sich sein); sumne ego apud me?

Die Bezeichnungen „ohne Macht sein und „ohne Sinneswahrnehmungen sein beschreiben den Zustand von außen her, während „zu sich kommen den Vorgang von innen her darstellt: Bei der Ohnmacht verläßt die Seele (Astralkörper) den physischen Leib und kehrt am Ende der Ohnmacht wieder zu ihm zurück – „man kommt (ganz wörtlich) wieder zu sich zurück.

3. einzelne Krankheiten

Krampf (spasma, convulsio), bei kindern gewöhnlich freise, freisig, gefrais, fräsel. schäuerchen (zahnkrampf) niederdeutsch schürken, d. h. kleiner schauer, zuckung. doch bedeutet die freis, frais auch häufig epilepsie.

Leibweh, grimmen (neuniederländisch: krimmen, reißen). die obere grimme, mannsmutter, hachmutter, bärmund, bärmutter. ›die bermutter hat mich gebissen‹ (ich habe colik); östrreichisch bervater und bermutter; tvärmund. trîbe soll nach Hoffmanns erklärung auch colik bedeuten.

Ruhr (dysenteria), durchlauf, darmgicht ûzsuht, zuzsuht, aussucht (durchfall). rothe ruhr, der rothe schaden.

Lungensucht, angelsächsisch lungenâdl (pneumonia); schwinge oder lungesucht steht wol für schwinde? in Östreich der schwund, neuhochdeutsch schwindsucht; nach Abele greift sie alle jahr ein ellen därme an.

Seitenstechen, pleuritis. althochdeutsch stechido. mittelniederländisch lancevel von lanc, französisch flanc, althochdeutsch lancha ilia, lumbus, ein althochdeutsches lanchupil morbus ilium habe ich nicht gelesen. Seitenstechen ist altnordisch tac, altsächsisch stechetho. neuhochdeutsch darmwinde vergleiche litthauisch klynas, iliaca passio. miserere.

Wassersucht, althochdeutsch auch wazarchalp (hydrops); vergleiche mondkalb (mola, caro in utero nascens), engl. mooncalf (ungestalte misgeburt), wobei wol mythische vorstellungen obschweben, da sich auch sonnenkalb als eigenname findet, und aberkalb, afterkalb, eberkalb ein unechtes kind bezeichnet. schwedisch månadskalf, månkalf. vergleiche die sage vom frater salernitanus.

Abortus heißt misgeburt, fehlgeburt, miskram; abortieren: umschlagen, umstülpen, verschütten, umwerfen, umkeipeln. ›zy heft de kar omgeworpen‹, es ist ihr unrichtig gegangen, ›meinem weibe geht es unrichtig‹, geht ungerade, dänisch at giöre omslag (abortieren).

Richtig gebären heißt: das kind an die statt bringen. ehstnisch tüjad nurgad (leere ecken) mondkalb. ülle kätte minnema (über die hände gehn) gegensatz zu last pölwede peälet töstma (kind aufs knie heben, ordentlich gebähren). ›es lärmt‹, ›das haus knakt‹ (die geburtsstunde naht) ›das haus ist eingefallen‹ (die geburt ist erfolgt), ›der ofen fällt ein‹. mittelhochdeutsch ›diu kamer wart entlochen‹. bermutter, das von der kolik gebraucht wird, bezeichnet eigentlich die mutterkrankheit, und sie wird nicht nur als kröte, sondern auch

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