Genießen Sie von Millionen von eBooks, Hörbüchern, Zeitschriften und mehr - mit einer kostenlosen Testversion

Nur $11.99/Monat nach der Testversion. Jederzeit kündbar.

Normen und Variation
Normen und Variation
Normen und Variation
eBook334 Seiten3 Stunden

Normen und Variation

Bewertung: 0 von 5 Sternen

()

Über dieses E-Book

Der Sprachgebrauch, insbesondere im schulischen Umfeld, steht immer im Spannungsfeld von Normen bzw. Normierungen. Gerade in der Schule entscheidet normgerechte Sprachverwendung häufig (auch) über Bildungserfolg. Inwiefern individuelle, von Normen abweichende Sprachverwendung in verschiedenen Kontexten akzeptiert wird oder ob sprachliche Normierung als Mittel der Machtausübung verstanden wird, zeigt sich insbesondere in Situationen der Leistungsbeurteilung, aber auch in der Sprach- und Varietätenverwendung in der alltäglichen schulischen Kommunikation. Der Deutschunterricht ist insofern gefordert, als ihm sowohl die Aufgabe obliegt, Normen zu vermitteln, diese aber auch kritisch zu beleuchten. In diesem ide-Heft sollen sprachliches Handeln und soziale Festschreibungen hinterfragt und der Bedeutung von Variation nachgespürt werden, wobei auch subversive sprachliche Strategien ausgelotet werden.
SpracheDeutsch
HerausgeberStudienVerlag
Erscheinungsdatum7. Dez. 2018
ISBN9783706559614
Normen und Variation
Vorschau lesen

Ähnlich wie Normen und Variation

Titel in dieser Serie (19)

Mehr anzeigen

Ähnliche E-Books

Ähnliche Artikel

Rezensionen für Normen und Variation

Bewertung: 0 von 5 Sternen
0 Bewertungen

0 Bewertungen0 Rezensionen

Wie hat es Ihnen gefallen?

Zum Bewerten, tippen

Die Rezension muss mindestens 10 Wörter umfassen

    Buchvorschau

    Normen und Variation - StudienVerlag

    ursula.esterl@aau.at

    Ludwig M. Eichinger

    Norm und Variation:

    »Überlegungen zum heutigen Deutsch«

    Keiner spricht so, als wäre er es nicht.

    (Blumenberg 1998, S. 186)

    Die Normen des »Hochdeutschen« sind entstanden als Festlegungen für eine geschriebene öffentliche Sprachform. In den letzten Jahrzehnten richten sich die Sprecherinnen und Sprecher auch im Mündlichen an dieser Norm aus. Gleichzeitig gibt es dadurch mehr Situationen, in denen standardnahes Sprechen als normal gilt. Damit das angemessen bewältigt werden kann, muss diese Sprachform typische Merkmale des Sprechens aufweisen, Merkmale, die traditionell zum Beispiel eher in regionaler Form vorlagen. Um den beiden Bedingungen – Standardnähe und gesprochene Natürlichkeit – gerecht zu werden, entwickelt sich ein Gebrauchsstandard, der durch eine Bandbreite von (auch regionalen) Optionen gekennzeichnet ist. Um diesen Gebrauchsstandard, seine Randbedingungen, seine Ausgestaltung, aber auch seinen theoretischen Status geht es in dem vorliegenden Beitrag.

    Vernünftigerweise folgen wir den Normen, auf die wir uns in der schriftsprachlichen Praxis unserer Sprache geeinigt haben, und das Hineinwachsen und das Lernen dieser Normen ist das Hineinwachsen in eine kulturell geprägte Sprachwelt, in der komplexe Dinge auf verständliche und angemessene Weise verhandelt werden können. Diesem Zweck dient die Existenz von Standardformen in Sprachen mit einer ausgebauten schriftlichen Tradition. Sie werden wirksam als implizite Normen für den erwartbaren, angemessenen und regelgerechten Umgang mit Texten – in der Produktion wie in der Wahrnehmung. Gerade auch für die Schriftsprache mit ihrer für das Deutsche doch recht langen Tradition der Schriftsprachentwicklung sind sie zum Teil explizit gemacht oder ausführlich beschrieben. Interessant ist das im jetzigen Zustand des Deutschen insofern, als die Entwicklung der gesprochenen Sprache sich einerseits an die schriftsprachlich erreichten Übereinkünfte annähert, während sie andererseits mit einer Phase verstärkter gesellschaftlicher Ausdifferenzierung und Individualisierung zusammenfällt: »So gibt es denn standardnahe Variation allerorten, ja vielleicht ist gerade im Hinblick au