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Zur Lokalisierung des historischen Aduatuca - Caesars Winterlager in der Nordeifel: Lebten einst die Kimbern mit den Ambronen, Ambiorix mit den Eburonen, Odin mit den Asen und Siegfried mit den Nibelungen an den Flüssen Inde, Rur, Urft und Erft?

Zur Lokalisierung des historischen Aduatuca - Caesars Winterlager in der Nordeifel: Lebten einst die Kimbern mit den Ambronen, Ambiorix mit den Eburonen, Odin mit den Asen und Siegfried mit den Nibelungen an den Flüssen Inde, Rur, Urft und Erft?

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Zur Lokalisierung des historischen Aduatuca - Caesars Winterlager in der Nordeifel: Lebten einst die Kimbern mit den Ambronen, Ambiorix mit den Eburonen, Odin mit den Asen und Siegfried mit den Nibelungen an den Flüssen Inde, Rur, Urft und Erft?

Länge:
717 Seiten
6 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Mar 22, 2019
ISBN:
9783749438471
Format:
Buch

Beschreibung

Die Eburonen-Fliehburg Aduatuca spielte in Cäsars "Gallischem Krieg" eine sehr wichtige Rolle. Inzwischen wird die Lage des Lagers von verschiedenen Forschern in der Nordeifel vermutet. Barg Aduatuca den sogenannten Schatz der Kimbern, den Cäsar offensichtlich nicht fand, wohl aber Jahrhunderte nach ihm "Siegfried"? Wurde daraus der legendäre Nibelungenschatz?

Schon viele suchten danach. Die Kimbern und Teutonen brachten ihn in die Eifel, die Atuatuci bewachten ihn und der Fürst der Eburonen "Ambiorix" verbarg ihn. Die Merowinger erzählten davon, dass Siegfried - ein Schmied - ihn einst besessen hat. Und bereits seit dem 16. Jahrhundert wird jener Goldhort in der Nordeifel verortet.

Daher durchforschte Kaiser Napoleon der III. das östliche Belgien nach ihm, worauf der König von Preußen Nachforschungen in der Nordeifel anstellte. Doch erst die geschlossene Betrachtung aller Disziplinen führte nun auf die Blutspur von Cäsars verlorenem Legionsadler und somit auf die Spur des Nibelungenhorts.

Unglaublich? Nein, aber die Geschichte Niedergermaniens und somit die Wurzel der europäischen Lande erscheint in diesem Buch in einem ganz neuem Licht.
Herausgeber:
Freigegeben:
Mar 22, 2019
ISBN:
9783749438471
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Zur Lokalisierung des historischen Aduatuca - Caesars Winterlager in der Nordeifel - Michael Peter Greven

Titelbild¹:

Fafnir, Miðgarðsormr,

Weltenschlange, Jörmungand;

Sie windet sich um Midgard und ist die Tochter der

Riesin Angrboda und Loki.

Sie ist beteiligt am „Schicksal der Götter"

zur Endzeit, Weltuntergang, Ragnarök.

Sie beißt sich selbst in den Schwanz, um sich zu erneuern.

Das Ende ist der Anfang.

Die Midgardschlange zeugt, ehelicht, befruchtet und tötet sich selbst.

St. Michael verwies den großen Drachen auf die Erde;

die griechische Mythologie kennt den Gott Pan,

die römische den Luzifer.

Apollo tötet die Schlange Python und

Herakles kämpfte gegen die Lernäische Hydra;

Thor gegen die Miðgarðsormr;

Ambiorix und Arminius besiegten einen Heerwurm;

Siegfried den Fafnir.

Zur Zeit der Kreuzzüge wird

St. Georg als Drachentöter besungen.


¹ Theodoros Pelecanos, Ouroboros, 1478; Wikipedia; mehr siehe Abbildungsindex;

Zur Lokalisierung des historischen Aduatuca

Caesars Winterlager in der Nordeifel

oder

lebten einst die Kimbern mit den Ambronen,

Ambiorix mit den Eburonen,

Odin mit den Asen und

Siegfried mit den Nibelungen

an den Flüssen Inde, Rur, Urft und Erft?

4. Ausgabe²

von Michael Peter Greven, Nideggen

im Januar 2019


² Erstveröffentlichung in DER BERNER, Mai und August 2007, Red. R. Schmoeckel, http://www.thidrekssaga-forum.de/

Einen herzlichen Dank an all jene, die mich bei

dieser Arbeit unterstützt haben.

Somit ist dieser Beitrag eigentlich nicht nur das Werk eines Editors,

sondern das vieler Helfer.

Der größte Dank allerdings gebührt der Geduld

meiner lieben Familie.

Über eine Empfehlung an Gleichgesinnte

sage ich gerne Danke!

„Oberster Grundsatz der Aduatuca–Forschung muss sein: Weg von der Maas, hin zur Rur.

(B.G. Buch V, Kap. 24,4; Buch V, Kap. 29,3; Buch V, Kap. 38,1). Sonst wird die historisch und philologisch beinahe ausgelaugte Frage nach dem Kastell Aduatuca ungelöst bleiben." ³

Pfarrer Andreas Pohl, Blens


³ Pfarrer Andreas Pohl, Der Flurname „die Bade", Blatt III; Neue Forschung zur Eifler Geschichte, Wo lag Cäsars Kastell Aduatuca?

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Spekulationen um den Nibelungenschatz

Caesar und die Eburonen

Keltenfliehburgen im Land der Eburonen

3.1 Theorie nach Pfarrer Josef Fischer

3.2 Theorie nach Pfarrer Andreas Pohl und Heinrich Fischer

3.3 Theorie nach Prof. Dr. Reiner Müller

3.4 Theorie nach Ferdy Hake

3.5 Die Suche nach dem römischen Winterlager

Nordvolk

4.1 Waren die Kimbern und Teutonen in der Eifel?

4.2 Keltogermanische Völker

4.3 Ortung der Völkerleere an der Rur

4.4 Das Volk der Sunucer

Straßen und Siedlungen der Germania II

5.1 Sehr alte Straßen und Wege

5.2 Signalfeuer der Vorzeit

Die untergegangene Stadt Gressión

Der mythische Siegfried und die Vorzeit

Der finstere Hagen „von Tronje" war kein Schurke!

Der Ursprung der nordeuropäischen Mythologie

Germania II und die Götterdämmerung?

10.1 Die Sugambrer

10.2 Die Wälsungen

10.3 Die Franken

10.4 Sicambria

10.5 Dispargum im Lande der Thoringer?

10.6 Waffenhilfe für Rom

10.7 Die Walküren

10.8 Erdbrand im Kohlenwald

Den „Nibelungen" auf der Spur

Etymologie

12.1 Drove – Versuch einer Namensdeutung

Format eines römischen Winterlagers

Als die Römer frech wurden

14.1 Theorie nach H. J. Gross und Prof. Dr. Axel Hausmann

14.2 Ältester Ortsname Deutschlands gesucht

14.2.1 Theorie nach Prof. Dr. F. L. Ganter

14.2.2 Theorie nach Dr. Henning Kaufmann

14.2.3 Theorie nach Dr. Richard Spessart

14.2.4 Theorie nach Walter Kaemmerer

14.2.5 Theorie nach Prof. Dr. Ludwig Drees

14.2.6 Theorie nach Pfarrer Josef Fischer

14.2.7 Theorie nach Pfarrer Andreas Pohl

14.2.8 Theorie nach Prof. Dr. Reiner Müller

14.2.9 Theorie nach Heribert van der Broeck

14.2.10 Gedanken zur Namensdeutung

Taucht Aduatuca aus dem Dunkel wieder auf?

Die Peutinger-Tafel und die Lageranordnung

Die Schlachttaktik gegen Varus

Der Begriff „Eifel"

Die Neffel in alter Zeit

Ist Aduatuca gefunden?

Der Kronzeuge

Der Drachenhort auf der Gnitaheide

Der Schatz des Ambiorix

Der Schlüssel zum Goldhort

Zusatzinformationen:

25.1 Die römische Wasserleitung bei Soller

25.2 Die römischen Steindenkmäler

25.3 Die Deae Ardbinnae aus Gey

25.4 Der Matronentempel zwischen Blens und Abenden

25.5 AD VATVCAM und die Runensteine

25.6 Zweitausend Jahre Bergbau bei Nideggen

25.7 Ein Odinshain am geheimnisumwitterten Badewald?

25.8 Münzfunde als Datierungshilfe

25.9 Caesars geographische Expeditionen an der Maas

25.10 Die Sage von den Zwergen, Jungfrauen und dem Ochsen

25.11 Die brutalen Narten – gierig und gnadenlos

25.12 Die Trojamär und ein paar Fakten

Die Blutspur zum Adlerhorst

Schlusswort

Literaturverzeichnis

Indexverzeichnis, Abkürzungen

29.1 Abbildungsindex

29.2 Abkürzungen und Zeichen

29.3 Wortindex

Wo aber lag dieses Kastell? Seit mehr als vier Jahrhunderten läßt diese Frage Archäologen und Philologen nicht zu Ruhe kommen, auch die im Aachener Lande nicht. Doch alle Theorien, die die Odvacka der Kimbern und Teutonen an der Maas suchen und noch immer das ,oppidum', d. h. die Stadt Aduatuca mit dem ,castellum Aduatuca' verwechseln oder nach Tongern, dem ,Aduaga Tungrorum ' gehen, lassen die klaren Cäsartexte und die Topographie und Geographie der drei Orte völlig außer Acht.

Pfarrer Andreas Pohl, Blens

„Auch die Höhenlinien-Karten-Theorie von Prof. Müller wird deshalb ebensowenig wie die Dreieckstheorie von Gölers und die Zirkeltheorie Dr. Spessarts das Winterlager Cäsars im Lande der Eburonen beweisen können."

Nein! „Ad Vatucam" lag am Badewald bei Nideggen!

„Doch was meine mehrfache Bitte an das Landesmuseum, im Badewald den Spaten anzusetzen, nicht vermochte, was der ,Waldteufel' bei der ersten Rodung im Badewald im Jahre 1934 nicht aus dem Boden holte, das brachte jetzt bei der zweiten Rodung die ,Waldhexe' fertig. Sie lüftete den erdigen Mantel der Geschichte am Badewald und es kamen schwere Blöcke und Platten ans Tageslicht. Möge das rheinische Landesmuseum in Bonn bald ,in der Bade' den Spaten ansetzen und den ,erdigen Mantel der Geschichte' lüften."

Pfarrer Andreas Pohl, Blens

Vorwort

Die Eburonen-Fliehburg Aduatuca spielte in Caesars „Gallischem Krieg eine sehr wichtige Rolle. Inzwischen wird die Lage des Lagers von verschiedenen Forschern in der Nordeifel vermutet. Barg Aduatuca den sogenannten Schatz der Kimbern, den Caesar offensichtlich nicht fand, wohl aber Jahrhunderte nach ihm „Siegfried? Wurde daraus der legendäre Nibelungenschatz?

Siegfried trug in den nordischen Versionen dieser Sage den Namen „Sigurd" und entsprang dem Geschlecht der Wälsungen⁴. Im dem altenglischen Epos „Beowulf wird er erstmals als Nachkomme des Waels erwähnt. Er ist der Drachentöter der Vorzeit und gehört laut einem norwegischen Skaldengedicht aus dem 10. Jahrhundert zu den großen Helden um Odin. In einer Vorstufe des Nibelungenliedes, dem lateinischen „Waltharilied aus dem 9. Jahrhundert, sind erstmals nibelungische Franken als „Franci nebulones⁵ vermerkt, welche in der Edda „Hniflunga genannt werden.

Im Jahre 1924 stellte sich Prof. Dr. Reiner Müller die Frage, ob zwischen 410 und 443 n. Chr. in der Nähe von Mündt (Mundiacum) bei Jülich ein Burgunderreich existiert haben könnte. Als schließlich Dr. Heinz Ritter in den 1960er Jahren die Thidrekssaga untersuchte, fand er viele Geländebeschreibungen aus der Sage in den Fluren am Neffelbach bei Nideggen wieder.

Die Aufgabe der Nachrichten- und Geschichtsübermittlung wurde in alter Zeit von den im Volk und bei Hofe sehr angesehenen Barden, Skops bzw. Minne- und Bänkelsängern übernommen. Genau wie heute verschmolzen auch damals aktuelle, sowie historische Begebenheiten und Persönlichkeiten miteinander und wurden zudem über Jahrhunderte nur mündlich überliefert. Die menschliche Angewohnheit, alles festlegen zu müssen, verführt uns allzu oft dazu, die Historie in ein festes zeitliches Gerüst zu ordnen und das für unwichtig zu erachten, was nicht mit nackten Zahlen belegbar ist. Und gerade darum liegt die Zeit der Völkerwanderung auf der Schattenseite der Chroniken!

Um den fast undurchdringlichen Nebel der Vergangenheit zu durchbrechen, muss der objektive Forscher alles das zusammentragen, was die Archäologie sowie die Sagen- und Sprachwissenschaft zu liefern hat. Sogar Flur- und Ortsnamen müssen analysiert werden. Erst die geschlossene Betrachtung aller Disziplinen kann die beinahe ausgelaugte Frage nach dem vermutlich ältesten Ort Deutschlands glaubhaft belegen.

Seit seiner Kindheit, so behauptet der deutsche Kaufmann und Archäologe Heinrich Schliemann, träumte er von der Entdeckung Trojas. Er glaubte fest an Homers Epos „Ilias. Und wahrlich gelang es ihm „Troja, samt einem trojanischen Goldschatz dem Erdreich zu entreißen.


⁴ Wölsungen, Welsungen, Völsungar;

⁵ Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, Band V;

1. Spekulationen um den Nibelungenschatz

Vor einiger Zeit begann ich damit, mich mit der Nibelungensage zu beschäftigen. Nach kurzer Zeit wurde ich auf die Theorie eines „Niflungen-Reichs" bei Nideggen von Dr. Heinz Ritter aufmerksam.⁶ In einem Buch des Thidrekssaga – Forums stieß ich auf den Hinweis, dass sich in „Badua" bei Nideggen einst der Nibelungenschatz befunden haben soll.⁷

Wenn die Niflungen (Nibelungen) wirklich existierten und einen solch enormen Schatz gefunden haben, müsste dieser dann nicht auch einen realen Ursprung gehabt haben? Als historische Grundlage für den Nibelungenschatz könnten Beuteschätze der Römer, Kelten oder Germanen in Betracht kommen.

In unserer Region siedelte das Volk der Eburonen⁸; später kamen die Römer, Sunucer und Ubier hinzu. Hat eines dieser Völker einen Schatz besessen, den Siegfried dann später fand? Die Eburonen werden bereits mit den Beuteschätzen der Kimbern und Römern in Verbindung gebracht. Den wichstigsten Platz der Eburonen findet man in Caesars Aufzeichnungen unter dem Namen „Aduatuca".

Das historische Aduatuca⁹ der Eburonen ist laut dem Wikipedia-Lexikon¹⁰ sowie dem Ergänzungsband zum Reallexikon der Germanischen Altertumskunde 1 (Berlin 1986)¹¹ ¹² noch nicht zweifelfrei lokalisiert. Lange wurde vermutet, dass Aduatuca mit dem Ort Tongern identisch sei, doch in den letzten Jahren rückt man immer weiter von dieser These ab. Tongern liegt westlich der Maas. Caesar teilt aber mit, dass sein „castellum Aduatuca" etwa in der Mitte des Eburonen-Reichs zwischen Maas und Rhein lag.¹³ Im „De Bello Gallico (B.G.)" Buch V, Kap. 24 berichtet Caesar, dass Aduatuca am Beginn eines langen Tals lag. Der Name Aduatuka, Aduka, Aduakka wurde nach Dr. Johannes Krudewig¹⁴ des Öfteren bei den Germanenstämmen verwendet, es ist ein Begriff für Schutzburgen.¹⁵ Somit ist eine reine Nennung des Namens noch kein klarer Beweis für das Aduatuca aus Caesars Berichten und eben nur dieses Aduatuca der Eburonen steht ja in unserem Interesse. Die im Jahr 15 v. Chr. gegründete Stadt Atuatuca Tungrorum wurde von den Tungerern bewohnt, die laut Tacitus¹⁶ Germanen waren. Nun vermutet man heute, dass es sich bei den Tungerern um Nachkommen der Atuatuci handeln könnte. Des Weiteren waren die Eburonen laut Caesar die Nachbarn der Atuatucer (Atuatuci), der Nervier (Nervii) und die der Treverer an der Mosel. Der Geograph Strabo, der zur Zeit des Kaisers Augustus lebte, erwähnte die Bewohner des Ardennenwaldes vermutlich als letzter namentlich als „Eburonen". Man sucht Aduatuca daher heute mehr in Richtung Kölner Bucht bis hin zur Nordeifel.¹⁷ Das Oppidum Aduatucorum und das „castellum Aduatuca" hatten beide den Namen von den Atuatucern.¹⁸

Die Suche nach Aduatuca in dieser Region ist aber nicht neu. Schon vor 100 Jahren berichtete der Archivar und Oberlehrer Dr. August Schoop über das Aduatuca der Eburonen an der Rur. Sogar Albert Forbiger schreibt schon 1848 von einer Theorie, wonach Aduatuca mit der Stadt Gressión in Verbindung gebracht wird.¹⁹ Dass sich dies in der Zwischenzeit auch in Fachkreisen durchgesetzt hat, zeigte sich recht schön im Rheinischen Landesmuseum Bonn in der Ausstellung „Krieg und Frieden – Kelten, Römer, Germanen".²⁰ Nach dieser Ausstellung lag das Zentralgebiet der Eburonen an der Inde, Rur, Urft und Erft. Aus diesem Aspekt heraus muss man wohl sein Augenmerk auf die Gegend zwischen Maas und Rhein konzentrieren.

Diese Theorien warfen wiederum Fragen auf, die man auch nach der Durcharbeitung zahlreicher Literatur nicht eindeutig beantworten konnte. Einige Forscher verschweigen zum Beispiel, dass man den Stamm der Atuatucer mit dem Stamm der Eburonen einfach gleichsetzte.

Kann man heute überhaupt noch feststellen, wo die Eburonenfestung Aduatuca stand und wo Caesar²¹ seine größte Niederlage auf keltischem Boden hinnehmen musste?²²

Eine Antwort hierauf erscheint mir heute fast möglich!

Um all diesen Fragen auf den Grund zu gehen, wurde von mir zuerst der Ursprung aller Spekulationen, das berühmte Buch Caesars „de bello gallico"²³ auf brauchbare Hinweise untersucht.

Bei der nötigen Beweisführung handelt es sich allerdings nur um einen Indizienprozess, der sich über Jahre hinziehen wird und bei dem ein abschließendes Urteil wohl kaum zu erwarten ist. Wenn man aber die vielen von mir hier vorgebrachten zum Teil kleinsten Indizien (die wohl nur der lokal vertraute Heimatkundler erkennen kann) für einen Standort Aduatucas im Raum Nideggen, Kreis Düren, genauer betrachtet, so wird einem Erstaunliches offenbart, vor dem man die Augen nicht verschließen darf. Die renommierte Forschung hat in meinen Augen die Aufgabe und die Verpflichtung, solchen Vermutungen und Spekulationen nachzugehen, um sie entweder zu belegen oder aber endgültig zu entkräften.

Gut 100 Jahre vor der Zeitenwende sollen die Kimbern und Teutonen eine „Gutwache"²⁴ ²⁵ ²⁶ ²⁷ in der Stärke von ca. 6.000 Mann samt dazugehörigem Schatz im Raum Nideggen zurückgelassen haben. Nachkommen dieser Kimbern und Teutonen können die im Land der Belger lebenden Stämme der Atuatuci und der Eburonen gewesen sein. Wenn Aduatuca wirklich in der Nordeifel zu suchen wäre, dann sind die Hochkoppel (Hemgenberg)²⁸ in der Gemeinde Kreuzau und die Region um den Oberlauf des Neffelbaches genauer zu untersuchen. Allerdings muss man in Betracht ziehen, dass in dichter besiedelten Regionen Spuren aus solch alten Zeiten durch die intensive Bodenbewirtschaftung der letzten Jahrhunderte abgebaut wurden, und somit für die heutige Forschung leider nicht mehr zur Verfügung stehen. Die vielen Funde rund um Nideggen konnten diesem Schicksal zu einem großen Teil entgehen und ziehen sich somit durch viele Jahrhunderte.

Der engagierte und ortskundige Heimatkundler findet bereits in der isländischen Edda²⁹ erste, auffällige Texte. Hier steht geschrieben, dass schon Niflheimr³⁰ (ein Niflunge?) aus dem kalten Nebelgebirge einst an Hvergelmirs³¹ Quelle (die Neffelbachquelle?) lebte, dort wo eine der drei Wurzeln der Weltenesche Yggdrasil³² entspringt und wo der Neiddrache (Nideggen?) Nidhogg³³ (Nidhöggr) an deren Wurzeln nagt.

Die zweite Wurzel der Weltenesche befindet sich an der Quelle der Urd³⁴ (die Urft?, Urd-apa, Urdefa(1075), Orfft(1419), Oyrfft(1503)).³⁵ Unter dem Weltenbaum entspringt die Urquelle der Weisheit, dort wo das Wesen Mimir (Mime der Schmied?) lebt. Mimirs Brunnen (Pütz, lat. puteus) liegt im Land der Riesen und Zwerge bei Jötunheim³⁶ (Jakobwüllesheim?)³⁷. Die dritte und letzte Wurzel befindet sich in der Nähe von Asgard, der Heimat der nordischen Götter (Asen³⁸).

Mehrfach spricht die Edda von einer Person namens Erp. Das ist sicherlich als auffällig einzustufen, da es im Erftkreis einen Ort gibt, der genau diesen Namen trägt (18 km von Nideggen entfernt). Den Namen Odins³⁹ (Nachkomme Niflheimer und zugleich Göttervater der Asen) findet man mehrfach in den Flurnamen des Rurtals, wie Odenbeuel, Odwacht, Odenwinkel, Odengarten, Üdingen und Abenden wieder.

Unter ihrem Fürsten Ambiorix lieferten die Eburonen in der Vergangenheit nicht nur die Vorlage für die Comicserie „Asterix & Obelix"⁴⁰. Mittlerweile vermutet man zwischen den realen Volksstämmen der Eburonen und dem der Kimbern Verbindungen zu den sagenhaften Städten Badua und Gressión. Sogar zu den Nibelungen wird ein ernsthafter Bezug vermutet.

Die genaue Ortung der Völkerleere (der menschenleeren Gegend) zeigt, wo die durch Caesar veranlasste Ausrottung der Eburonen am stärksten betrieben wurde. Zudem ist die Tatsache, dass in der fränkischen Zeit der Ardennen-Gau bis an die Mündung des Kallbachs in die Rur (bei Nideggen) reichte, für mich ein klares Indiz für ein Land der Eburonen bei Nideggen!

Nur durch diese Völkerleere konnte es zu einem Vorstoß der Merowinger (Franken) und die spätere Ansiedlung der Burgunder kommen. Die Regionen um Nideggen zählten einst zum Land der Belger, durch deren Nachbarschaft die plündernden Burgunder zogen. Ich bin davon überzeugt, dass die Handlungsorte der Nibelungensage noch viel enger regional um Nideggen zu suchen sind, als dies bis dato vermutet wird.

Abb. 1-1: Darstellung des Eburonenfürst Ambiorix⁴¹

Bei all diesen Indizien für ein Niflungenreich in der Nideggener Region ist die sagenhafte Stadt Gressión noch gar nicht erwähnt worden. Diese Stadt soll ähnliche Flächenmaße wie Köln gehabt haben und zählte somit selbstverständlich zu den wirtschaftlichen und kulturellen Zentren jener Zeit. Um die alte Stadt Gressión ranken einige Sagen, in denen Zwerge in ihren unterirdischen Bergwerken nach Erzen suchten. Berücksichtigt man weiterhin, dass die Stadt an einer uralten Straße lag, die schon in der Steinzeit zum Transport von Feuerstein genutzt wurde, so wird wieder einmal deutlich, dass in jeder Sage ein wahrer Kern stecken kann.

Weiteren hiesigen Sagen zufolge überstand die Stadt Gressión sogar den verheerenden Sturm der durchziehenden Hunnen. An einem der sicher zahlreichen Stadttore siedelte später ein Pfalzgraf mit Namen Ezzo, dessen ehemaliger Adelssitz sich im heutigen Ortsnamen Echtz⁴² bei Langerwehe manifestiert hat. Ein anderer Ort um Gressión, der heute Merödgen genannt wird, wurde vom Grafen von Merode gegründet und lag in der Nähe des Dorfes Lamersdorf bei Langerwehe.

Als ein weiteres Tor zur Stadt Gressión muss Dederichswilre (Dietrichshof, heute Derichsweiler)⁴³ angesehen werden. Die damalige Bedeutung des Hofes wird offensichtlich, wenn man erfährt, dass schon der Karolinger Karl der Große ihn persönlich besuchte. Bedenkt man weiterhin noch, dass der Name der Stadt Düren⁴⁴ ⁴⁵ im Grunde nichts anderes als „Türe" oder „Tor" bedeutet, so könnte man noch ein zusätzliches Tor zur sagenhaften Stadt Gressión gefunden haben.

In der Nibelungensage ist immer wieder vom Rhein die Rede. So prüfte Sigurd (Siegfried) im Nibelungenlied sein Schwert an einer Wollflocke, die in der Strömung des Rheins trieb. Wie den meisten bekannt sein dürfte, wird der Rhein von den Urkölnern liebevoll meist nur der „Rhing bzw. Ring" genannt. Überlegt man sich nun, wie oft das Epos in der Vergangenheit umgeschrieben, erweitert und dadurch sicherlich auch verfälscht wurde, darf man durchaus bezweifeln, dass hier ursprünglich wirklich der Rhein gemeint war.

Bei Obermaubach, unweit der Hochkoppel (ca. 2 km südwestlich) fließt, ein Bach, „die Rinne"⁴⁶ genannt, aus dem Ösling-Wald kommend in die Rur. Südlich der Rinne verlief über viele Jahrhunderte eine wichtige militärische Zone. Spätestens an der oben schon erwähnten Mündung des Kallbachs, der in direkter Nachbarschaft zum Rinnebach liegt, stießen der Jülichgau, der Zülpichgau und der Ardennengau zusammen.⁴⁷ Somit müssen die Kall und die Rinne als Grenzflüsse angesehen werden.

Die ehemalige militärische Bedeutung dieses Tals zeigt sich auch an den beiden Trutzburgen Nideggen⁴⁸ und Berenstein⁴⁹ ⁵⁰ ⁵¹, die sich drohend zu beiden Seiten des Tales erhoben.

Bereits zur Keltenzeit wurde in dem Gebiet des Öslinger Waldes⁵², rund um die heutige Hochkoppel, ein intensiver Abbau von Blei, Zink und Kupfer betrieben. Was liegt näher, als zu vermuten, dass in direkter Nähe zum Abbaugebiet auch eine Weiterverarbeitung der Erze in Form einer Schmiede angesiedelt war. Diese Vermutung wird durch mehre Fundstellen uralter keltischer Eisenerzverhüttungen im Rurtal, bei Nideggen belegt.

Nach einem anderen Eddalied, dem „Älteren Atlilied"⁵³ (Atlak-vidha) lebte Gunnar (Gunther) mit seinen Getreuen an „des Rheines Rotgebirg"⁵⁴. Bedenkt man nun weiter, dass die Hochkoppel am nördlichen Ende des Rurtals auf dem Rücken eines durch schroff abfallenden roten Sandsteinfelsen begrenzten Hochplateaus liegt, lassen sich erneut interessante Übereinstimmungen mit der Nibelungensaga erkennen. Besonderes Gewicht erhält diese Erkenntnis durch die Tatsache, dass der rote Sandsteinfels eine geologische Besonderheit ist, die nur an sehr wenigen Orten in Europa vorkommt.⁵⁵

Abb. 1-2: Lagebeschreibung von Gressión und Badua⁵⁶

Letztendlich noch ein Puzzlestück: Im alten „Sigurdlied"⁵⁷ heißt es „Erschlagen ward Sigurd südlich vom Rhein (Anm. des Verf., des Rinnebachs?')". Das würde nicht nur geographisch für einen Abschnitt des Rurtals bei Heimbach (Hengebach⁵⁸ = Hagenbach?), sondern auch für den dort liegenden „Meuchelberg"⁵⁹ sprechen.⁶⁰

Die einzige Möglichkeit, einen gesicherten Standort für Aduatuca zu belegen, ist meiner Meinung nach, das Auffinden des „castellum Aduatuca" oder aber des besagten Schlachtortes. Hierzu werde ich in den nächsten Kapiteln einen Lokalisierungsversuch wagen.


⁶ http://www.wisoveg.de/wisoveg/artikel/art-nibelungen.html, Abruf 12.05.2010

⁷ Rudolf Patzwaldt, Forschungen zur Thidrekssaga, Band 1, 2002, Ein Niflungenreich in der Voreifel?, S.99+110; http://www.wingarden.de/wing/germanen/art-nibelungen2.html, Abruf 09.08.2008

⁸ http://de.wikipedia.org/wiki/Eburonen, Abruf 09.08.2008

⁹ Die Atuatuci (Aduatucos) sind ein Volksstamm, Aduatuca ist eine Keltenfliehburg und das „castellum Aduatuca" ist ein Römerlager in der Nähe von Aduatuca.

¹⁰ http://de.wikipedia.org/wiki/Aduatuca, Abruf 09.08.2008

¹¹ Prof. Dr. Harald von Petrikovits, Germani Cisrhenani, in: H. Beck – H. Jankuhn – R. Wenskus (Hrsg.), Ergänzungsbände zum Reallexikon der Germanischen Altertumskunde 1 (Berlin 1986), S.92 f.

¹² http://www.novaesium.de/glossar/eburones.htm, Abruf 09.08.2008

¹³ B.G.Buch VI, Kap. 23, 3 f.

¹⁴ Archivar Köln, Euskirchen 1921

¹⁵ B.G. VI, 32, „Aduatucam contulit, id castelli nomen est.", (germ. Wort für „castellum").

¹⁶ Germania, 2

¹⁷ Oftmals bezeichnet als Aduatuca II. bei Köln, Aduatuca des Caesar bzw. der Eburonen.

¹⁸ A. von Cohausen, Die Lage des Oppidum Aduatucorum und des Castells Aduatuca, Bonner Jahrbücher, Nr. 43-44, 1868, S.17; (Atuatucer = Aduatuker)

¹⁹ Albert Forbiger, Handbuch der alten Geographie, Leipzig, 1848, §.115. Gallia, S.257

²⁰ Neben anderen Funden ist dort der „Goldschatz von Hambach" und der „Würfelturm aus Froitzheim" zu besichtigen.

²¹ Caesar = Gaius Iulius Caesar = Gaius Julius Caesar II.

²² Prof. Dr. Schötteler suchte Aduatuca bei Rheinbach;

²³ B.G. = „De bello gallico", Deutsche Übersetzung nach Anton Baumstark, Stuttgart (Metzler), 1854, http://www.gottwein.de/Lat/caes/caes001.php, Abruf 23.04.2012 und Jan Jansen, http://juliuscaesar.altervista.org/it/bellogallico.html, Abruf 23.04.2012

²⁴ Gutwache = Hort = Depot = Grabschatz = Schatz = vergleichbar mit dem Nibelungenhort

²⁵ http://de.wikipedia.org/wiki/Hort, Abruf 09.08.2008

²⁶ http://de.wikipedia.org/wiki/Nibelungenhort, Abruf 09.08.2008

²⁷ http://de.wikipedia.org/wiki/Depotfund, Abruf 09.08.2008

²⁸ Rosa Schubert, Hemgenberg, ein untergegangenes Dorf in der Gemeinde Kreuzau, Jahrbuch des Kreises Düren, Jahrgang 1979, S.124-127

²⁹ http://de.wikipedia.org/wiki/Edda, Abruf 09.08.2008

³⁰ http://de.wikipedia.org/wiki/Niflheim, Abruf 09.08.2008

³¹ http://de.wikipedia.org/wiki/Hvergelmir, Abruf 09.08.2008

³² http://de.wikipedia.org/wiki/Yggdrasil, Abruf 09.08.2008

³³ http://de.wikipedia.org/wiki/Nidhogg, Abruf 09.08.2008

³⁴ http://de.wikipedia.org/wiki/Urd, Abruf 09.08.2008

³⁵ http://de.wikipedia.org/wiki/Urft_(Fluss), Abruf 25.03.2012 Der Ort Urft leitet seinen Namen von dem Fluss Urft ab. Dr. Wilhelm Kaspers, Die Ortsnamen der Dürener Gegend, 1949, S.19 Urdefa (1079), Ourthe – ein Nebenfluss der Maas – ist belegt als Urta (893);

³⁶ http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%B6tunheim, Abruf 09.08.2008

³⁷ Im Jahre 931 wird der Ort Wulesheim und im Jahre 1342 Wilwisheim genannt. Im Jahre 1174 wird dort eine Kapelle als Villa St. Jacobi bezeichnet.

³⁸ http://de.wikipedia.org/wiki/Ase, Abruf 09.08.2008

³⁹ http://de.wikipedia.org/wiki/Odin, Abruf 09.08.2008

⁴⁰ http://de.wikipedia.org/wiki/Asterix, Abruf 09.08.2008

⁴¹ Denkmal des Ambiorix in Tongern, 09.07.2008; Bildhauer Jules Bertin; Fotograf Michael Schreiter († 16.07.2010); mehr siehe Abbildungsindex;

⁴² http://www.genealogie-mittelalter.de/liudolfinger_ottonen/ottonen/mathilde_pfalzgraefin_von_lothringen_1025_liudolfinger_ezzonen/mathilde_pfalzgraefin_von_lothringen_+_1025.html, Abruf 09.08.2008

⁴³ http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%BCren-Derichsweiler, Abruf 09.08.2008

⁴⁴ http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_der_Gro%C3%9Fe, Abruf 09.08.2008

⁴⁵ Duna villa (747), Duria (748), Dura (758), Duron (889), Duira, Duriq (941), Duriam (1085), Durin (1225), Duren (1234), Duren (1445), Düyren (1491), Deuren (1533), Düern (1715); MARCODURUM (P. Cornelius Tacitus, Historiae, Libri IV, 28; 70 n.Chr.); Günter Breuer, Die Ortsnamen des Kreises Düren, Shaker Verlag, 2009, S.44-55;

⁴⁶ Seinen Namen erhält der Rinnebach vom Rinnebachtal, in dem er auch entspringt. Im Mittelalter wird an gleicher Stelle noch ein Bach namens „Molbach" genannt, vermutlich ist der Name „Rinne" aber der ältere. Der Name Molbach könnte auf den alten Mühlbach verweisen, der dort von der Rur abgezweigt wurde.

⁴⁷ Heinrich Tichelbäcker, Die Reichsburg Berenstein – Bergstein, S. 6

⁴⁸ http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Nideggen, Abruf 09.08.2008

⁴⁹ Doris & Franz-Josef Brandenburg, Burg Bergstein & Burg Neideck, Nideggener Sagenschatz, 1998, 4 .Auflage

⁵⁰ http://de.wikipedia.org/wiki/Burgberg_(Bergstein), Abruf 09.08.2008

⁵¹ Heinrich Tichelbäcker, Die Reichsburg Berenstein – Bergstein, S.16

⁵² http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sling, Abruf 09.08.2008

⁵³ http://de.wikipedia.org/wiki/Atlilied, Abruf 09.08.2008

⁵⁴ Prof. Dr. Franz Josef Schweitzer, Forschungen zur Thidrekssaga, Band 1, 2002, Ein Niflungenreich in der Voreifel?, Die ältesten literarischen Quellen zum rheinischen Burgunderreich und das Mundiacum-Problem, S.60

⁵⁵ Die so genannte Maubach-Mechernicher Sandsteinplatte.

⁵⁶ DER BERNER, Red. Dr. Reinhard Schmoeckel, 2006; mehr siehe Abbildungsindex; ⁵⁷ http://de.wikipedia.org/wiki/Sigurdlied, Abruf 09.08.2008

⁵⁸ http://de.wikipedia.org/wiki/Heimbach_%28Eifel%29, Abruf 09.08.2008

⁵⁹ Georg Andreas Bachem, Kelto-romanisch im Gau Köln-Aachen, Köln, 1968, S.43,47; moishel-beeresh heute Meuchelberg, westlich von Heimbach, gäl. Maoile = die Kahlheit, bask. Moisal = rosse, Mähre; Die Kuppe trägt den Namen „steene-man"; Die Bevölkerung spricht Heimic, Heymich, Haymich. Das „h" wird nicht betont. Ein „-bach" ist nicht zu hören, zumal die Bäche hier auf „-bish" enden. Das gäl. ainmig, aimhel, aimhleass mit mh=v=b könnte zu Heimbach passen. Dies würde dann für Unglück, Zerstörung und Mord stehen. In der Römerzeit spielte Heimbach keine Rolle.

⁶⁰ Hermann Zschweigert, Forschungen zur Thidrekssaga, Band 1, 2002, Ein Niflungenreich in der Voreifel?, Wo lag der Jagdwald, in dem Siegfried von Hagen erschlagen wurde?, S. 88

2. Caesar und die Eburonen

Der Begriff „Badua" steht für die Flur "in de Bad" bei Berg vor Nideggen, oberhalb von Nideggen-Abenden, in der Nähe der Neffelbachquelle. Verschiedenen Sagen zur Folge soll in dieser Flur zu grauer Vorzeit eine Stadt gestanden haben.⁶¹

Armin Renker⁶² beschreibt bei seiner Untersuchung des Geländes, wie er im „Badewald" Gewölbeteile eines uralten Gebäudes mit hinab führenden Treppen gefunden hat.⁶³ Ob dieser Ort nun zu „Aduatuca", einem „römischen Winterlager" oder zu einem Matronen-Tempel gehört, ist nicht ganz klar. Eine genaue Untersuchung des gesamten Geländes steht, trotz zahlreicher Berichte und Spekulationen über Badua und Aduatuca, nach meinem Wissen immer noch aus.⁶⁴

Aber beginnen wir am Anfang und erkunden, was Caesar selbst dazu schreibt.

Nach der Regentschaft des mächtigen Kelten Königs Diviciacus⁶⁵, der über große Teile Galliens und Britanniens herrschte, begann der Widerstand der Belger gegen Caesar. In dem von ihm selbst verfassten Buch „de bello gallico" werden die Atuatuci neben den Eburonen, Caerosern und Caemanen erstmalig erwähnt. Die Nervii an der Maas standen schon mit Caesar im Kampf, als die Atuatuci mit ihren Schutzbefohlenen, den Eburonen, zur Hilfe eilten.⁶⁶ ⁶⁷ Als sie jedoch die Nachricht von der verzweifelten Schlachtlage erreichte, kehrten diese in ihre Heimat zurück.

Die Atuatuci und ihre „Klienten" (Eburonen) verließen hierauf ihre befestigten Orte und brachten ihre gesamte Habe an einen einzigen Platz. Dieser Platz (Hort) war durch seine Lage hervorragend geschützt, ringsum fielen die Felsen steil ab und boten eine gute Fernsicht. Nur an einer Stelle ließen sie einen Zugang frei, der sanft abfiel und nicht mehr als 200 römische Fuß breit war.⁶⁸ Es ist anzunehmen, dass sich der besagte Hort im Land der Eburonen befand und schon um 103 v. Chr. als „Gutwache" genutzt wurde.⁶⁹

Abb. 2-1: Der Goldschatz von Niederzier bei Jülich,

um 51 v. Chr. vergraben⁷⁰

Die Atuatuci (die AtuAtucher; die Aachener?)⁷¹ versuchten sich zuerst dort zu halten, stimmten aber schnell einer Unterwerfung zu. Jedoch nur um einen nächtlichen Überfall gegen die Römer zu erwirken. Doch diese Unternehmung scheiterte und der Treuebruch wurde von Caesar mit furchtbarer Strenge geahndet. Die „Klienten" der Atuatuci wurden von den Römern für selbstständig erklärt, diese letzten kimbrischen Versprengten aber in Massen zu Gunsten des römischen Schatzes unter dem Hammer verkauft. Es schien, als ob das Verhängnis, das die Kimbern betroffen hatte, auch diesen letzten kimbrischen Splitter noch verfolgte. Bei den Eburonen begnügte sich Caesar durch die Auferlegung einer Entwaffnung und Geiselstellung.⁷² Und so befreite Caesar die Eburonen im Jahre 57 v. Chr. von dem Joch der benachbarten Atuatuci, dessen „Klienten" sie bis dahin waren.

Hierdurch wurden die Eburonen aber gegenüber dem römischen Volk tributpflichtig, zu dessen Föderaten sie von nun an zählten. Caesar wies die Eburonen den Germani Cisrhenani (d.h. Germanen diesseits des Rheins) zu⁷³, als deren bedeutendster Stamm sie galten. Sie waren verbündet mit den Treverern, die an der Mosel lebten.⁷⁴

Ambiorix war sicherlich der Anführer der Eburonen an der Rur, weitere Teile von ihnen führte Catuvolcus vermutlich nahe der Ahr.⁷⁵ ⁷⁶

Caesar schreibt, dass die tapfersten aller Gallier die Belger sind. Sie seien in ihrer Lebensweise den Römern so fremd, weil sie von den römischen Provinzen am weitesten entfernt leben. Das Gebiet der Belger liegt am nächsten zu den Germanen, die jenseits des Rheines (röm. Rhenus) wohnten. Mit diesen lägen sie ununterbrochen im Krieg.

Von den Remern – die zu den Belgern zählten – hörte Caesar, dass die meisten Belger Nachkommen der Germanen seien⁷⁷ und, dass jene als einzige die Kimbern und Teutonen 103 v. Chr. daran gehindert haben das Territorium der Belger zu verwüsten.⁷⁸ ⁷⁹ ⁸⁰ Das Gebiet der Belger begann an den äußersten Grenzen Galliens; es erstreckte sich bis zum unteren Verlauf des Rheins.⁸¹ Um das Jahr 55 v. Chr. lebten zwischen den Römern die Germanenvölker der Usipeter, Tenkterer (lat. Tencteri) und der Menapier (lat. Menapii).

Nach der schlechten Getreideernte im Jahr 55 v. Chr. entstanden Spannungen im Land der Belger. Hierdurch bedingt kam es zu den ersten Streitigkeiten mit den Römern.

Caesar ließ den Keltenfürsten Dumnorix⁸² töten, da er Zwietracht zwischen den Römern und den gallischen Stämmen brachte. Wegen den ständigen Getreideforderungen durch Caesars Heer rebellierten die Treverer an der Mosel ebenso wie die Eburonen an der Rur und die Condruser am Oberlauf der Maas. Die Eburonen fürchteten wohl damals schon die Rache der römischen Besatzung und suchten daher Verbündete bei den Treverern im Süden.⁸³ Um 54 v. Chr. lebte der Stamm der Eburonen südlich der Maas und nördlich der Ardennen.⁸⁴ ⁸⁵ Nach seinem zweiten Feldzug gegen Britannien sah sich Caesar wegen der Dürre des Jahres dazu genötigt, seine Legionen weiter voneinander entfernt in Winterlager zu legen, als er es sonst zu tun pflegte. Das nördlichste und zugleich auch das östlichste dieser Winterlager, lag in der Nähe der Eburonen-Fliehburg Aduatuca („Aduatuca id est nomen castelli").⁸⁶ Dort lagerte eine Legion und 15 Kohorten unter dem Befehl der Unterfeldherren Quintus Titurius Sabinus und Lucius Aurunculeius Cotta, die dort bis zum Frühjahr Quartier halten sollten.⁸⁷ ⁸⁸ ⁸⁹

Es waren ca. 15 Tage nach dem Empfang der Römer an den Stammesgrenzen vergangen, als eines Nachts die Eburonen, angestachelt durch Botschafter des Treverers Indutiomarus, das Winterlager der Römer bei Aduatuca angriffen. Aber der Angriff missglückte. Der Sturm, den die Eburonen versuchten, prallte machtlos an den römischen Verschanzungen ab. Daher bat Ambiorix die Römer zu Verhandlungen. Hierbei eröffnete er den römischen Befehlshabern, dass sämtlichen römischen Lager in Gallien an demselben Tage in gleicher Weise angegriffen und die Römer unzweifelhaft verloren seien, wenn diese sich nicht rasch vereinigten.

Ergeben beschwor hierauf Ambiorix die römischen Unterfeldherren Quintus Titurius Sabinus und Lucius Aurunculeius Cotta, ihr Winterlager aufzugeben und zum Lager des Quintus Tullius Cicero zu fliehen.⁹⁰ ⁹¹ Er teilte den Römern mit, dass er mit ihnen und Caesar tief verbunden sei, da man seinen Sohn und seinen Neffen den Atuatuci als Geisel entrissen habe. Er müsse sich aber einer gewaltigen gallischen Invasion — die in den nächsten Tagen bevorstehe — beugen. Zur Eile sei geboten, da auch die Germanen (vgl. Ubier, Mattiaker, Sueben) bereits den Rhein überquert hätten. Übermorgen würden diese hier eintreffen. Er habe sich dem Willen seines Volkes beugen müssen, sichere aber aus Freundschaft einen freien Abzug zu.

Die Römer konnten sich nicht vorstellen, dass der kleine, von den Römern begünstigte Gau der Eburonen den Angriff auf eigene Hand unternahm. Man sah somit die große Gefahr für alle römischen Lager darin, isoliert in einzelnen Lagern aufgerieben zu werden.⁹² Nach langem Kriegsrat verließen die römischen Truppen schließlich ihr schützendes Lager und bewegten sich in Richtung des Winterlagers von Quintus Tullius Cicero. Als sie in ca. drei bis vier Kilometern Entfernung von ihrem Lager, ein dichtes Waldstück im Übergang zu einem schmalen, langen Tal⁹³ passierten, gerieten diese in einen Hinterhalt. Die Eburonen hatten durch die Nervier-Schlacht gelernt, sich den römischen Legionen nicht in offener Feldschlacht zu stellen. Daher hatten sie sich in zwei Heerhaufen geteilt und erwarteten die Römer nun hier versteckt im Wald. Bei diesem Überfall wurden die Eburonen unterstützt durch die Treverer. Die Bildung eines Karrees war umsonst, es war zu spät. Die Eburonen entsandten fortwährend Geschosse auf die umzingelten Römer, die keinen Ausweg mehr sahen. Wie verwirrt und als ob er Rettung vor dem Verrat bei dem Verräter suchte, begehrte Quintus Titurius Sabinus eine Zusammenkunft mit Ambiorix; sie wurde gewährt aber dann wurde er und die ihn begleitenden Offiziere erst entwaffnet und dann niedergemacht. Es gab kein Erbarmen für die römischen Soldaten und nach dem Fall des Befehlshabers warfen sich nun die Eburonen von allen Seiten zugleich auf die erschöpften und verwundeten Römer. So brachen ihre Reihen und die meisten Römer fanden den Tod; nur wenigen gelang der Rückzug in das alte Lager. Doch diese hatten keine Hoffnung mehr und stürzten sich noch während der folgenden Nacht in die eigenen Schwerter. So war der ganze Heerhaufen vernichtet.⁹⁴ Bei diesem Gemetzel starben schätzungsweise 6.000-7.000 römische Soldaten und 15 Kohorten. Das war Caesars größte Niederlage in Gallien. „Dies konnte Ambiorix nur durch List und Betrug gelingen", wird Caesar später zu berichten wissen.⁹⁵

Nach diesem Hinterhalt zogen die Truppen des Ambiorix mit Verbänden der Atuatucer und Nervii gegen das Lager des Cicero⁹⁶, das im Land der Nervii gelegen war.⁹⁷ Dieses Kastell lag ungefähr 75 km entfernt von Aduatuca.⁹⁸ Die Treverer zogen hierauf zur Belagerung gegen das Lager des Labienus.⁹⁹

Da beschrieben wird, dass die römischen Truppen ihr Lager bei Aduatuca im nördlichsten und zugleich auch im östlichsten Landesteil der Belger hatten, liegt die Vermutung für einen Standort zwischen Düren und Zülpich sehr nahe. Die Streckenangaben aus dem „de bello gallico" passen somit sehr genau auf die Wegstrecke zwischen Aduatuca bei Düren-Zülpich und Ciceros Lager an der Maas. Die Treverer belagerten das weiter entfernte Lager des Labienus, das somit in der Region des heutigen östlichen Belgien bis nach Luxemburg hinein zu suchen ist.

Durch einen gallischen Boten gelang es Cicero, Caesars Truppen zu benachrichtigen, die ihm auch sofort zur Hilfe eilten. Als weitere Truppen Caesars aufmarschierten und dadurch ein Sieg absolut ausgeschlossen war, kehrten die Eburonen der Schlacht den Rücken. Daraufhin durchzogen eburonische Boten das ganze Land und teilten allen Stammesmitgliedern mit, dass sich nun jeder selbst retten möge. Das Volk suchte daher Schutz in tiefen Wäldern, Schluchten und Sümpfen.

Doch Caesars Zorn war groß. Er wollte in einem Handstreich Aduatuca erneut nehmen und von dort aus die Eburonen zertreten. Die dort liegenden, von hohen Bäumen eingehüllten Dörfer, überzog ein Netz undurchdringlicher Hecken.¹⁰⁰ Daher sandte er dem Ambiorix den Lucius Minucius Basilus mit seiner gesamten Reiterei, durch den Ardennenwald entgegen. Der alte Catuvolcus starb durch Giftpfeile oder aber durch die direkte Einnahme von Taxus (Eibengift).¹⁰¹

Ambiorix wiederum entwischte ein weiteres Mal. Damit Ambiorix besser verfolgt werden konnte, teilte Caesar sein Heer auf und ließ die Gepäckwagen sämtlicher Legionen im verteidigten Lager bei Aduatuca zurück.¹⁰² Das „castellum Aduatuca"¹⁰³ lag fast in der Mitte des lang gezogenen Eburonengebietes („in mediis Eburonum finibus")¹⁰⁴. Dort hatten sich nun auch die Feldherren Titurius und Antunculeius zur Überwinterung einquartiert. Bis ins Jahr 53 v. Chr. führten Caesars Truppen nun Rachefeldzüge gegen die Eburonen durch.

Abb. 2-2: Gaius Iulius Caesar (*13.07.100 v. Chr., † 15.04.44 v. Chr.).¹⁰⁵

Zusätzlich gab er ihr Land zur Plünderung frei¹⁰⁶, worauf die Sugambrer und Usipeter auf der Höhe von Leverkusen (bzw. Bonn)¹⁰⁷ über den Rhein kamen, um dann plündernd durch die entvölkerte Region zu ziehen.¹⁰⁸

Die Sugambrer wandten sich allerdings mit ihren 2.000 Reitern schnell dem „castellum Aduatuca" zu, wo noch eine kleinere römische Besatzung stationiert war.¹⁰⁹ Die Sugambrer hofften wohl auf leichte Beute¹¹⁰ und belagerten hierauf das römische Kastell.

Es war nämlich zu den Sugambrern vorgedrungen, dass sich im „castellum Aduatuca" noch wertvolle Habe befindet, die zu erbeuten sich lohnen könnte. Als sich jedoch nach geraumer Belagerungszeit kein Erfolg einstellte und weitere Römertruppen nahten, zogen sich die Sugambrer zurück.

Die Römertruppen entkamen hierbei nur sehr knapp einer zweiten schmachvollen Niederlage im Land der Eburonen.¹¹¹ ¹¹²

Caesar, der die Eifel mindestens zweimal (vielleicht auch viermal; B.G., Buch II, Kap. 29 bis 33 und Buch VIII, Kap. 24 bis 28) selbst durchquerte, war mit der Region gut vertraut und liefert uns eine genaue Beschreibung über die Lage von Aduatuca. Der Ort lag inmitten des Eburonen-Reiches und war dort der einzige bedeutende Keltenplatz. Die Eburonen nannten sich Kelten, sahen aber schon sehr germanisch aus.¹¹³ Sie siedelten südlich der Maas und nördlich der Ahr, nicht ganz bis an den Rhein und nach Westen in Richtung Lüttich, bis an die „Arduenna silva („quorum pars maxima est inter Mosam ac Rhenum). Das Volk war eines der kleineren, aber zugleich auch bedeutendsten Keltenvölker in Gallien.

Caesar berichtet mehrfach davon, dass Ambiorix sich immer wieder der Ergreifung durch seine Legionen entziehen

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