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Geopolitik im Kriegsdienst: Die Aufsätze aus "Der Adler" 1942-1943, mit einer Einleitung neu herausgegeben von Alexander Glück.

Geopolitik im Kriegsdienst: Die Aufsätze aus "Der Adler" 1942-1943, mit einer Einleitung neu herausgegeben von Alexander Glück.

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Geopolitik im Kriegsdienst: Die Aufsätze aus "Der Adler" 1942-1943, mit einer Einleitung neu herausgegeben von Alexander Glück.

Länge:
130 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
Apr 23, 2019
ISBN:
9783749423675
Format:
Buch

Beschreibung

Acht Aufsätze aus der weitverbreiteten, aber selten gewordenen Luftwaffen-Propagandazeitschrift "Der Adler" in Textübertragung mit Abbildung der Originalseiten. Diese Beiträge stammen von Walther Jantzen, geb. 1904, der zu dieser Zeit an der zentralen Schaltstelle der NS-Schulreform tätig war. In diesen Beiträgen lieferte er geopolitische Propaganda sozusagen direkt an die Soldaten. Die seltenen Beiträge lassen sich dahingehend auswerten, daß hier eine andere Sprache und Gedankenführung dominiert und letztlich jede Darstellung in einer Kritik an der "US-Plutokratie", der britischen Außenpolitik oder anderen Gegnern des Hitler-Reichs kumuliert. Offensichtliche Zielsetzung dieser Texte war die Indoktrination der Soldaten und damit ein unmittelbarer Beitrag zur Erhöhung des Einsatzwillens in der Luftwaffe.
Herausgeber:
Freigegeben:
Apr 23, 2019
ISBN:
9783749423675
Format:
Buch

Über den Autor

Walther Jantzen wurde 1904 in Breslau geboren und starb 1962 in Kronberg/Ts. Im Dritten Reich arbeitete er in exponierter Position an der Umgestaltung des Schulwesens mit (u. a. Zeitschrift "Erziehung und Unterricht", Buchprüfer, Schulleiter, Herausgeber von Schulbüchern). In der Nachkriegszeit wirkte er als prägende Persönlichkeit auf der Jugendburg Ludwigstein.


Buchvorschau

Geopolitik im Kriegsdienst - Walther Jantzen

Inhaltsverzeichnis

Erdkunde und Propaganda

Walther Jantzen und die deutsche Geopolitik

Japan – Volk ohne Raum

Ein bevölkerungspolitischer Überblick

Geschäfte mit einem Paradies

Insulinde im Netz der Weltwirtschaft

Im Spinnennetz der USA

Sorgen um das amerikanische Mittelmeer

Ceylon – geopolitische Mitte des Indischen Ozeans

Schleichwege durch das Nordmeer

Murmansk wartet auf amerikanische Geleitzüge

Iran

Pufferzone zwischen Sowjets und Briten

Mit Zuckerbrot und Peitsche

US-Imperialismus in Südamerika

Kuba

Das Korkstückchen im Karibischen Meer

Erdkunde und Propaganda

Walther Jantzen und die deutsche Geopolitik

Walther Jantzen (1904–1962), dessen Name vor allem mit der deutschen Jugendbewegung der Nachkriegszeit in Verbindung gebracht wird, trat im Dritten Reich nicht nur durch die hier zusammengestellten Beiträge in der Luftwaffen-Illustrierten „Der Adler in Erscheinung, aber diese Beiträge können einen bestimmten Aspekt seiner nationalsozialistischen Arbeit veranschaulichen, nämlich den der Kriegspropaganda. Der Autor war von Beruf Gymnasiallehrer für Deutsch, Erdkunde und Sport. Als Mitarbeiter des Zentralinstituts für Erziehung und Unterricht und Schriftleiter wie auch rühriger Autor der führenden pädadogischen Fachzeitschrift des Dritten Reichs, „Weltanschauung und Schule, verwendete er wesentliche Kräfte auf die Durchsetzung der nationalsozialistischen Ideale in der Bildungspolitik, wie sie insbesondere in der NS-Schulreform von 1938 formuliert wurden. Er prüfte Schulbücher auf ihre Eignung für die neue Schule nationalsozialistischen Zuschnitts, leitete Lehrerlager, in denen unter anderem die neu geforderte soldatische Haltung und politische Anschauung vermittelt wurde, und veröffentlichte Beiträge über Schul- und Erziehungsfragen und andere Themen des Schulwesens.

Er tritt dabei als bildungspolitischer Stratege in Erscheinung, der nicht nur den Geist der neuen Zeit aus tiefstem Herzen bejaht, die neue Politik begründet und ihre Entscheidungen rechtfertigt, sondern dabei die Pose eines Menschen einnimmt, für den die Richtigkeit der Zielsetzung außer Zweifel steht. Im Bereich der Erdkunde, die ihm ein achtbändiges, in weltanschaulicher Hinsicht als mustergültig konform qualifizierbares Lehrwerk verdankt, schloß sich Walther Jantzen selbstverständlich der Geopolitik an, die sich, vereinfacht ausgedrückt, mit der politischen und strategischen Umsetzung geographischer Gegebenheiten unter mehr oder weniger subtiler Berücksichtigung rassischer Unterschiede der Menschen befaßt. Geopolitik seines Verständnisses fragt nicht danach, wie eine bestimmte Landschaft ihre Bewohner geprägt hat, sondern was die Bewohner aufgrund ihrer rassischen Merkmale und Fähigkeiten aus einer bestimmten Landschaft herausgeholt, wie sie sie bezwungen und kultiviert haben.

Ungefähr während des Ersten Weltkriegs war man in Deutschland auf die Geopolitik aufmerksam geworden. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs hatte sich die Geopolitik auf nahezu die gesamte deutsche Geographie ausgebreitet. In ihrem Zentrum standen zunächst vor allem strategische Aspekte des Weltkriegs, so die Seeblockade der Mittelmächte durch das Vereinigte Königreich, die Mittellage sowie die geographische Nachbarschaft Deutschlands, vor allem im Osten. Nach dem Frieden von Versailles wurde die Geopolitik betont politisch, sie lieferte schließlich eine Rechtfertigung für Wiederaufrüstung, Expansion und neues Selbstbewußtsein Deutschlands. Das Lebensraum-Konzept wurde zum Kernthema der Geopolitik.

Ihr führender Vertreter war Karl Haushofer, mit dem Walther Jantzen in Kontakt stand. Haushofer forderte von der Politik, sie müsse den bestehenden Lebensraum schützen und vergrößern, weil es künftig großer Räume bedürfe, um das Überleben von Staaten zu gewährleisten. Aus geopolitischen Konzepten leitete er konkrete Politikempfehlungen ab. Mit Rudolf Heß, der sein akademischer Schüler gewesen war, stand er in freundschaftlicher Verbindung. Sein tatsächlicher Einfluß auf die deutsche Politik wird jedoch unterschiedlich bewertet. Nach dem Angriff Deutschlands auf die Sowjetunion, den er für einen Fehler hielt, stellte er seine Arbeit ein.

Wenn man sich einen Eindruck von Walther Jantzens politischer Orientierung in der Zeit des Dritten Reiches verschaffen möchte, lohnt sich ein Blick in die zalreichen Aufsätze, die er aus freien Stücken – also nicht etwa aus Zwang – für die damals führende deutsche Pädagogikzeitschrift schrieb, deren Hauptschriftleiter er war. Ein besonders extremes Beispiel ist der Aufsatz „Die Judenfrage im Unterricht (9/10, September/Oktober 1940, „Aus neuem Schrifttum, S. 222– 224), in welchem Walther Jantzen drei einschlägige Neuerscheinungen rezensiert, unter anderem „Judenviertel Europas von Hans Hinkel sowie „Das Weltjudentum von Dieter Schwarz (Reihentitel: „Rüstzeug für den Kampf (SS)". Für die SS empfohlen gem. SS-Befehlsblatt Nr. 3/1939. Auf Anordnung des Chefs des Sicherheitshauptamtes ausgearbeitet.):

„Die heutige Schuljugend hat nicht mehr die Möglichkeit, aus eigenem Miterleben im eigenen Lande Eindrücke zur Judenfrage zu empfangen, da das innerdeutsche Judenproblem bereits gelöst ist und kein Kampfobjekt mehr darstellt. Um so wichtiger ist es, daß an geschichtlichen und politischen Beispielen sich auch bei den nachfolgenden Geschlechtern eine eindeutige und unbeirrbare Meinung zu dieser Frage bildet. Es kommt dabei darauf an, einwandfreies Quellenmaterial und ansprechende Darstellungen zur Verfügung zu bekommen, die es ermöglichen, sachlich an die Kernfragen heranzukommen. Hinkels[!], Judenviertel Europas ist eine ganz besonders begrüßenswerte Neuerscheinung, für die der Historiker und der Geograph gute Verwendung haben wird. 13 Verfasser behandeln die Rolle des Judentums in den östlichen und südöstlichen Staaten unter Verwendung umfangreichen statistischen Materials. Besonders beachtlich sind die einleitenden allgemeinen Kapitel. Hinkel gibt einen Ueberblick über die Behandlung der Judenfrage im neuen Deutschland bis auf die jüngste Zeit. v. Loesch beleuchtet die besonderen Gefahren der unsteten jüdischen Wanderungen in Europa für die bodenständigen Völker. Maurach untersucht die historische Entwicklung des westrussischen Judengürtels, der Tscherta, der auch in den Nachfolgestaaten des Zarenreiches das große Sammelbecken des Ostjudentums geblieben war. Dabei weist er nach, daß Rußland im vorigen Jahrhundert der einzige Staat in Europa gewesen ist, der der jüdischen Binnenwanderung regionale Grenzen zog, deren Niederlagen 1918 für ganz Europa zu den schwersten Folgen geführt hat."

Hans Hinkel (1901–1960) war Journalist, Ministerialbeamter und SS-Führer, 1920 im Freikorps Oberland, seit 1921 in der

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