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Der Schiffs-Kapitän: Erzählung

Der Schiffs-Kapitän: Erzählung

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Der Schiffs-Kapitän: Erzählung

Länge:
43 Seiten
34 Minuten
Herausgeber:
Freigegeben:
Apr 25, 2019
ISBN:
9783730932506
Format:
Buch

Beschreibung

Es war zu Ende der Vierziger Jahre, im Monat April, dass die Bark Mary Burton, die in New York Fracht für Liverpool eingenommen, mit ihrer regelmäßigen Bemannung und einer kleinen Anzahl von Passagieren den Hafen verließ und, die Segel von einer leichten, aber günstigen Brise gebläht, in die offene See hinaus hielt ...
Herausgeber:
Freigegeben:
Apr 25, 2019
ISBN:
9783730932506
Format:
Buch

Über den Autor

Friedrich Gerstäcker (1816-1872) wanderte mit knapp 21 Jahren nach Amerika aus, kehrte nach einem abenteuerlichen Leben sechs Jahre später zurück und begann mit Übersetzungen und der Herausgabe seines Tagebuches. Als einer der erfolgreichsten deutschen Schriftsteller des 19. Jahrhunderts erlebt sein Werk Neuauflagen bis in die heutige Zeit, überwiegend leider jedoch gekürzte und veränderte Ausgaben. Die Friedrich-Gerstäcker-Gesellschaft e.V., Braunschweig, legt mit dieser Ausgabe die ungekürzten und unbearbeiteten Originalausgaben wieder vor.


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Friedrich Gerstäcker

Der Schiffs-Kapitän

Erzählung

BookRix GmbH & Co. KG

80331 München

Der Schiffs-Kapitän

Es war zu Ende der Vierziger Jahre, im Monat April, dass die Bark Mary Burton, die in New York Fracht für Liverpool eingenommen, mit ihrer regelmäßigen Bemannung und einer kleinen Anzahl von Passagieren den Hafen verließ und, die Segel von einer leichten, aber günstigen Brise gebläht, in die offene See hinaus hielt.

Draußen, von keiner Gefahr mehr bedroht, verließ sie der Lotse, und der Kapitän, der indessen nur an Deck auf- und abgegangen war und darauf geachtet hatte, dass die durch den Lotsen bisher gegebenen Befehle auch rasch ausgeführt wurden, übernahm jetzt wieder das Kommando.

Kapitän Powell war ein Mann in seinen besten Jahren, schlank und sehnig gewachsen, mit braunen krausen Haaren und blauen Augen, ein Schotte von Geburt und ein tüchtige Seemann, der sich seine Lebenszeit auf den verschiedenen Meeren des Erdballs herumgetrieben, bis er sich jetzt hier, auf der Paketfahrt zwischen New York und Liverpool, gewissermaßen zur Ruhe gesetzt hatte und nun einzig und allein seine regelmäßigen Reisen zwischen den beiden Hafenplätzen machte.

Matrosen fahren allerdings nicht gern mit Passagieren, denn besonders bei rauem Wetter, wo das unglückliche Landvolk gleich seekrank wird, ist des Aufwaschens und Scheuerns kein Ende und es wird zuletzt zur Unmöglichkeit, das Schiff sauber und rein zu halten. Der Kapitän aber hatte dafür die Annehmlichkeit steter Gesellschaft auf der langen Fahrt und, endlich im Hafen angekommen, weiter nichts zu tun, als seine Papiere dem Reeder abzuliefern – alles andere besorgte der Obersteuermann.

So gedrängt von Passagieren die Fahrzeuge aber auch – besonders in jener Zeit – auf der Reise nach Amerika waren, so wenige führten sie zum alten Land zurück, und meist nur Geschäftsleute, selten Familien, die vielleicht das nicht in der neuen Heimat gefunden haben mochten, was sie erwartet hatten; Arbeiter, also Zwischendeck-Passagiere, fast nie.

So befanden sich auch diesmal nur wenige Kajüte-Passagiere an Bord der Mary Burton, im Ganzen sechs: ein deutscher Arzt, ein Handelsmann, Mr Levison, ein amerikanischer Landagent, der nach Liverpool hinüber wollte, um seine im Westen liegenden wertlosen Ländereien mit fleißigen Arbeitern zu bevölkern, ein amerikanischer Missionar, der es sich vorgenommen hatte, die malaiischen Heiden zum Christentum zu bekehren, und zwei Damen, eine ältere und eine jüngere: Engländerinnen, die zurück in ihre Heimat gingen und mit denen der Kapitän schon von New York aus bekannt sein musste, denn als sie an Bord gekommen waren, hatte er sich längere Zeit mit der älteren Dame unterhalten und ihnen sodann – eine sehr große Vergünstigung an Bord – seine eigene Kajüte, die viel geräumiger und bequemer als die übrigen war, für die Reise abgetreten.

Die junge Dame, eine jener blühenden Gestalten, wie wir sie häufig in dem glücklichen England finden, hatte das allerdings nicht annehmen wollen und darauf bestanden, denen ihnen zukommenden state room zu beziehen, der auch ziemlich freundlich eingerichtet, wenn auch ein wenig sehr beschränkt war. Die Mutter dagegen, die ihre Bequemlichkeit liebte,

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