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Hiob - Lektürehilfe und Interpretationshilfe: Interpretationen und Vorbereitungen für den Deutschunterricht
Hiob - Lektürehilfe und Interpretationshilfe: Interpretationen und Vorbereitungen für den Deutschunterricht
Hiob - Lektürehilfe und Interpretationshilfe: Interpretationen und Vorbereitungen für den Deutschunterricht
eBook86 Seiten1 Stunde

Hiob - Lektürehilfe und Interpretationshilfe: Interpretationen und Vorbereitungen für den Deutschunterricht

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Über dieses E-Book

Diese Interpretationshilfe für Joseph Roths „Hiob“ unterstützt Sie bei der Lektüre und der Vorbereitung auf den Unterricht und die Klausur.

Zunächst wird eine übersichtliche Inhaltsangabe geboten, bevor dann die einzelnen Erzählschritte im Detail betrachtet werden. Zu jedem Kapitel wird dabei ausführlich der Inhalt vorgestellt und eine erste Deutung angeschlossen.

In einem weiteren Kapitel werden alle wichtigen Figuren im Detail analysiert.

Dem zentralen Thema, der Frage nach Leid, Schuld, Schicksal und Gnade, ist ein eigenes Kapitel gewidmet. Die Frage spielt in dem Werk eine besondere Rolle und wird eingehend erörtert. Ein Vergleich des Protagonisten mit der biblischen Figur des Hiob, die ja dem Roman seinen Namen liefert, darf nicht fehlen.

Abschließend folgt ein Beispiel für eine Klausur mit einer ausführlichen Musterlösung. In dieser wird das zentrale Motiv, Menuchims Lied, genauer untersucht.

Mit dieser Lektürehilfe gehen Sie gut vorbereitet in den Unterricht und jede Klausur!

SpracheDeutsch
Erscheinungsdatum7. Okt. 2013
ISBN9783944257075
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    Buchvorschau

    Hiob - Lektürehilfe und Interpretationshilfe - Friedel Schardt

    Vorwort

    Sie haben zum Roman „Hiob von Joseph Roth gegriffen und sich damit für einen der wichtigsten Romane der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts entschieden. Die Handlung des Romans erscheint auf den ersten Blick nicht allzu kompliziert, die Figuren sind einfach und schlicht, ihr Verhalten entspricht dem, was man von „normalen Menschen im Allgemeinen erwartet.

    Es wird allerdings etwas schwieriger, wenn man versucht, in die Grundgedanken und Probleme einzudringen, die sich ableiten aus den Figuren, ihrem Welt- und Selbstkonzept sowie ihrem Verhalten.

    Die vorliegende Arbeit möchte Sie beim Eindringen in die Problematik unterstützen. Zu diesem Zweck wird zunächst der Inhalt umrissen. Damit wird der Gang der Handlung fixiert.

    Da sich auch hier, wie so oft, die Probleme aus den Details ergeben, werden im zweiten Schritt die einzelnen Erzählschritte genauer untersucht. Kapitel für Kapitel wird der Inhalt zusammengefasst und erste wichtige Aspekte eines Verstehens werden herausgearbeitet.

    Ein eigenes Kapitel gilt den einzelnen Figuren der Familie Singer. Hier geht es darum, die Figuren, ihre Eigenschaften, ihr Verhalten und ihr Streben zu erfassen und in Beziehung zu setzen zur Welt und zur Umwelt. Natürlich stehen die Figuren in engen Beziehungen zueinander, diese Beziehungen werden jeweils mit erörtert.

    Die Hauptfigur, Mendel Singer, wird durch den Romantitel schon vom Autor in die Nähe des biblischen Hiob gerückt. So liegt es natürlich nahe, die beiden Figuren, den biblischen Hiob und den Mendel Singer unseres Romans, miteinander zu vergleichen und vor allen Dingen nach Parallelen und Unterschieden zu fragen. Vielleicht kann so der biblische Hiob dazu beitragen, den Hiob Joseph Roths besser zu verstehen.

    Damit werden wir zum zentralen Thema des Romans hin geführt, der Frage nach Leid, Schuld, Schicksal und Gnade, der Frage also: Welchen Sinn hat das Leid im menschlichen Leben? Hat es überhaupt einen Sinn oder sollte man besser gar nicht nach einem solchen Sinn fragen? Eine weitere Frage schließt sich an: Wie geht der Mensch mit Leid um?

    Schließlich wird in einem eigenen Kapitel ein Auszug aus einer Klausurarbeit vorgestellt. Hier wird das zentrale Motiv des Romans, Menuchims Lied, genauer untersucht.

    Einleitung

    Wie kommt das Leid in die Welt? Wie kann der Mensch damit umgehen? Zentrale Fragen menschlicher Existenz stehen im Mittelpunkt des Romans, den Sie sich vorgenommen haben.

    Die Bibel hat auf diese Fragen mit einer ihrer wichtigen Figuren Antworten gesucht und in Hiob einen Menschen vorgestellt, der in besonderer Weise mit der Frage nach Leid konfrontiert wird. Eine „Hiobsbotschaft" jagt dort die andere, und Hiob muss mit all dem Leid, das ihn unverschuldet trifft, zurecht kommen

    Joseph Roth transportiert die Frage ins zwanzigste Jahrhundert in die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg und konzipiert seinen Hiob als einfachen Durchschnittsjuden, der in einem osteuropäischen, jüdisch geprägten Umfeld lebt. Diese Figur entspricht in ihrer Konzeption zunächst nicht so ganz dem biblischen Hiob. Jener ist reich diese ist arm, jener ist angesehen, diese ist ein Lehrer ohne Ansehen. Der biblische Hiob ist beredt und intelligent, Mendel Singer hat oft keine Worte, um seine Situation zu artikulieren oder sein Handeln zu planen. Hiob kann mittels seiner Sprache vieles reflektieren und verarbeiten, Mendel Singer ist oft nicht in der Lage, anfallende Probleme, vor allem hereinbrechendes Leid gedanklich - sprachlich aufzuarbeiten, ihm bleiben oft nur symbolische Handlungen und die „Flucht" ins Gebet. Wollen wir seine Auseinandersetzungen genauer verstehen, müssen wir uns mit seinen Handlungen, mit seinem Verhalten, auch mit seinen Stereotypen beschäftigen, um der Frage näher zu kommen, wie er mit dem Leid umgeht.

    Mendel sieht das menschliche Leid ganz im Sinne der Tradition, in der er lebt, als Strafe für Sünden, die dem Menschen angelastet werden. Konsequenterweise wird Mendel mehr und mehr erschüttert, als er zwar Strafen erfährt, aber keine Schuld finden kann, die die Schwere der Strafen rechtfertigen könnte.

    Mendel Singers Antworten auf das Leid, das in trifft, lassen die Versuche eines einfachen Menschen erkennen, im Leben einen Sinn zu entdecken und das Leben so zu konzipieren, dass dieser Sinn erhalten bleibt. Problematisch werden die Antworten, wenn sie angesichts des übergroßen Leids selbst sinnlos werden. An dieser Stelle setzt Joseph Roth mit einer überraschenden Antwort ein: In einer legendenhaften Wendung verweist er auf die Gnade und gibt seinem Roman einen „legendären" Schluss, der zumindest als Denkmodell Beachtung verdient.

    Kapitel 1: Inhaltsangabe

    Der Roman Joseph Roths spielt zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts in dem jiddischen Städtchen Zuchnow im Südwesten Russlands. Mendel Singer, ein dreißigjähriger Jude, ist Lehrer. Er unterrichtet etwa zwölf Kinder, denen er das Lesen und Rezitieren der Bibel beizubringen versucht. Seine Arbeit wird schlecht bezahlt, und mit dem wenigen Geld muss er seine Familie, d.h. seine Frau, seine zwei Söhne und seine Tochter, versorgen. Seine Frau Deborah ist nicht immer zufrieden. Sie nörgelt und meckert, muss aber mit dem wenigen Geld auskommen und versucht noch, etwas zu sparen. Während sie immer etwas anderes und mehr will, gibt sich Mendel Singer zufrieden und ruhig. In diese Situation hinein wird das vierte Kind, Menuchim, geboren. Mit ihm beginnt gewissermaßen das Unglück der Familie Mendel. Das Kind ist anders als die anderen Kinder, es zeigen sich erste körperliche Abnormitäten, es wird ein Jahr lang gestillt, es spricht nicht, es bringt unartikulierte Laute hervor, es lässt sich auch nicht dazu bewegen, aufzustehen und zu gehen. Als anlässlich einer Pockenimpfung ein Arzt die Familie besucht und Menuchim sieht, stellt er ohne eine genauere Untersuchung fest, das Kind werde zum Epileptiker, möglicherweise aber könne man es heilen, wenn man es in eine entsprechende Klinik gebe. Mendel weigert sich, sein Kind wegzugeben. Er will nicht, dass es unter russischen Kindern aufwächst und so dem Judentum entfremdet wird. Deborah wendet sich an einen Wunderrabbi, um Hilfe zu erhalten. Mendel ist dagegen. Er glaubt, man dürfe sich nicht gegen eine Schickung Gottes wenden und Gott nicht in sein Handeln hineinwirken. Der Rabbi hilft zwar nicht direkt durch ein Wunder, er prophezeit dem Kind aber eine spätere Heilung. Weiterhin sagt er, vom Kind werde in Zukunft viel Segen ausgehen. Allerdings fordert er auch, man dürfe das Kind nicht verlassen, sondern müsse zu ihm stehen. Schon hier zeigt sich der wesentliche Unterschied zwischen Mendel und seiner Frau: Mendel ist fromm und Gott ergeben, seine Frau ist eher pragmatisch orientiert und versucht zu handeln, wo es möglich ist. Die Liebe zwischen beiden ist allmählich erloschen. Sie leben nebeneinander her. Die größeren Kinder, die gelegentlich auf ihren kleinen Bruder aufpassen

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