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Die böse Farbe (eBook): KrimiSnack
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eBook49 Seiten33 Minuten

Die böse Farbe (eBook): KrimiSnack

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Über dieses E-Book

Manchmal muss es nicht der dicke Schinken sein. Lieber was Kleines, das nicht so schwer im Magen liegt, als Lesefutter für Zwischendurch. Eine wohlschmeckende Delikatesse zum Genießen auf der Parkbank, am Strand, im Schwimmbad, im Zug oder als Betthupferl. Den Gaumen kitzeln soll es, den Heißhunger stillen, den Appetit befriedigen. Und spannend sein. Die Lösung: der ars vivendi KrimiSnack mit packenden Kriminalerzählungen renommierter Autoren: Literarische Glanzstücke von Friedrich Ani, Jan Beinßen, Lucie Flebbe und Jörg Steinleitner in der Länge einer dreistündigen Bahnfahrt eröffnen die Reihe handlicher Bändchen, die man gerne mitnimmt und die am besten sofort verschlungen werden wollen – vom ersten bis zum letzten Buchstaben. Der Luxushappen unter den Krimis. Mörderisch gut eben.
In München wird die Passantin Anna Walther aus einem Haus heraus erschossen. Kommissar Gronsdorf kann den Schützen am Tatort stellen. Es handelt sich um den Südtiroler Anton Frey, der als Sonderling gilt und sich gegenüber der Polizei stumm stellt – abgesehen davon, dass er bei der Verhaftung immer wieder "vendetta" ruft. So bleiben die Hintergründe der Tat zunächst völlig unklar. Dann wird der Arzt Dr. Baumann umgebracht. Gronsdorf stößt in dessen Umfeld auf eine Verbindung zu Anna Walther. Wie hängen die beiden Fälle zusammen? Die Spuren führen zu einem ungeklärten Todesfall aus dem Jahr 1967.
SpracheDeutsch
Erscheinungsdatum9. Nov. 2018
ISBN9783747200032
Die böse Farbe (eBook): KrimiSnack
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    Buchvorschau

    Die böse Farbe (eBook) - Friedrich Ani

    978-3-86913-322-5

    Inhalt

    1. Kapitel

    2. Kapitel

    3. Kapitel

    4. Kapitel

    5. Kapitel

    6. Kapitel

    7. Kapitel

    8. Kapitel

    9. Kapitel

    10. Kapitel

    11. Kapitel

    1

    Manchmal freute sich Kriminalhauptkommissar Max Gronsdorf die ganze Woche auf eine Semmel. Nicht auf irgendeine Semmel von irgendeinem Bäcker oder aus einem dieser Backshops, die heute überall aus dem Boden quollen wie Hefeteig im Ofen – er freute sich auf eine frische, saftige Leberkässemmel vom Metzger Prielmeyer am Weißenburger Platz im Münchner Stadtteil Haidhausen. Kommissar Gronsdorf wohnte in der Metzstraße, drei Minuten vom Weißenburger Platz entfernt.

    Fast jeden Samstag verließ er gegen elf Uhr seine Wohnung im ersten Stock, begrüßte auf der Straße ein paar Leute, denn er lebte seit fast zwanzig Jahren im selben Viertel, und machte sich auf den Weg zu dem bepflanzten und von Lindenbäumen gesäumten Platz mit den Sitzbänken und dem turmartigen Steinbrunnen in der Mitte. Im Winter wehte aus den Holzbuden des Weihnachtsmarktes der Duft von Glühwein und Bratwürsten über das Rondell, aus den Lautsprechern erklang Musik, und an den Stehtischen drängten sich die Besucher.

    Heute aber, am 22. Oktober, roch es nur nach nasser Erde und feuchtem Laub. Die Bänke waren leer bis auf eine, auf der ein einsamer alter Mann saß, eingehüllt in einen grauen Mantel, mit grauen, zerzausten Haaren und einem grauen, müden Gesicht. Das war der Bartl. Mit richtigem Namen hieß er Bartolomäus Weber, was kaum jemand wusste. Angeblich war er früher ein fast berühmter Geiger gewesen. Irgendwann – so erzählten die älteren Haidhauser – hatte ihn das Glück verlassen und er landete auf der Straße. Sein letzter Freund war ein ebenfalls alter, magerer Rauhaardackel mit grauem Fell, der am liebsten auf Bartls Schoß schlief und auf den Namen Mozart hörte. An diesem Samstagvormittag hatten Bartl und Mozart mehr Glück als je zuvor in ihrem Leben.

    In dem Moment, als Kommissar Gronsdorf mit seiner in eine Papierserviette eingewickelten Leberkässemmel die Metzgerei Prielmeyer verließ, ­krachte der erste Schuss. Ein Schaufenster zersplitterte in tausend Teile. Passanten schrien auf. Eine junge Mutter warf sich mit ihrem Kind auf den Boden, hielt es schützend vor ihren Körper und robbte, so schnell sie konnte, hinter einen Müllcontainer. Kurz darauf fielen zwei weitere Schüsse. Niemand begriff, was passierte.

    Kommissar Gronsdorf hatte seine Semmel nicht etwa fallen lassen, sondern sie mit einer schnellen Bewegung in die Tasche seiner Wildlederjacke gesteckt und sich hinter ein parkendes Auto gekauert. Als er vorsichtig den Kopf hob und einen Blick über den Platz warf, traute er seinen Augen nicht: Im Gegensatz zu allen anderen Menschen, die in dieser Minute unterwegs waren, saß der alte Bartl anscheinend ungerührt auf seiner Bank. Der Kommissar sah ihn nur von hinten, aber der Alte wirkte wie jemand, der entspannt seine Mittagspause genoss, das Chaos und der Krach ringsum brachten ihn offenbar nicht im Geringsten aus der Ruhe.

    »Bartl«, rief der

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