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Musik, Liebe, Leidenschaft: Träume vom großen Durchbruch

Musik, Liebe, Leidenschaft: Träume vom großen Durchbruch

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Musik, Liebe, Leidenschaft: Träume vom großen Durchbruch

Länge:
143 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
29. Mai 2019
ISBN:
9783749457588
Format:
Buch

Beschreibung

Seit er mit 13 Jahren seine erste Gitarre bekam, war Willi Dommer klar: er wollte als Musiker berühmt werden, so wie seine Vorbilder, die Bands in den frühen 60er Jahren. In seinem Buch erzählt er von den ersten Schritten als Folk-Duo ohne Verstärker, E-Gitarren und Schlagzeug. Dazu fehlte damals das Geld. Sein Weg führt ihn von der Beat-Musik über Hard-Rock; er veröffentlicht zwei Cassetten mit meditativer Musik und gründet die erste Rockband in einem Schwarzwalddorf, bis er von einer Volksmusikgruppe abgeworben wird. Seitdem spielt er in Festzelten Oberkrainermusik, Schlager sowie tanzbare Rock- und Country-Titel, komponiert Trash-Schlager, bis ihm eine Nervenlähmung im Arm einen Strich durch die Rechnung macht. "Wenn ich schon nicht mehr Gitarre spielen kann", sagt er, "dann schreibe ich halt darüber."
Parallel zur musikalischen Entwicklung erzählt er von seinen "Träumen vom großen Durchbruch" beim weiblichen Geschlecht, die anfangs durchaus zu Alpträumen ausarten.
Herausgeber:
Freigegeben:
29. Mai 2019
ISBN:
9783749457588
Format:
Buch

Über den Autor

Willi Dommer wurde 1952 im westfälischen Münster geboren und studierte dort Soziologie, Germanistik und Pädagogik. Nach der Promotion in 1981 absolvierte er ein zweijähriges Volontariat bei einer Tageszeitung im nördlichen Ruhrgebiet. Von 1985 bis 2002 war er als Redakteur bei der Zeitschrift 'esotera' in Freiburg beschäftigt. 1990 erschien im Freiburger Verlag Hermann Bauer sein erstes Buch 'Wo die alten Götter weiterleben' über die Relikte steinzeitlicher und keltischer Spiritualität in Europa. Nach der Auflösung des Verlags arbeitete er als Paketbote und bis zur Rente als schreibender und malender Taxifahrer in Emmendingen. Seit 2015 Rentner und Buchautor in Simonswald.


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Buchvorschau

Musik, Liebe, Leidenschaft - Willi Dommer

Die Handlung ist frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind rein zufällig und unbeabsichtigt.

Inhalt

Schrammeln in C-Dur

Ferienarbeit für Verstärker

Wohlriechend im Seifen-Tansit

Jimis letzter Auftritt

That’s only Rock’n’Roll

Post vom Staatsanwalt

Willy wählen

Mitten im Kneipenviertel

Kein Sinn für Bobs subtile Poetik

Der wilde Willi

Die Bettdecke brennt!

Die legendären »Fulls«

Der Trachtenrocker

Stramme Haxen in Leder

Band History Dülmen

Nachtrag

Bildnachweise

Schrammeln in C-Dur

Mit zehn oder elf bekam ich zu Weihnachten meine erste Gitarre geschenkt. Wohl mehr gegen den Willen meines Vaters, denn dem schwante Schreckliches: über kurz oder lang werde der musikalisch missratene Sohn bei der Hottentottenmusik landen. Für seine geliebten Egerländer unter der Leitung von Ernst Mosch hat er den Junior nie so recht begeistern können. Und nun hat der auch noch ein Instrument, das bei der böhmischen Blasmusik überhaupt nicht vorkommt. Aber seine Frau Erna hat dem unausgesetzten Quengeln des Heranwachsenden letztendlich nichts mehr entgegen zu setzen vermocht und besorgte ihm eine »Wandergitarre« der Marke Höfner – dieselbe Marke wie Paul McCartneys alte Bassgitarre mit dem geigenartigen Korpus.

Foto 1: 1966 – Bald gras i am Neckar

Nach anfänglichem ziellosen Schrammeln wurde das Ding erst mal in irgendeiner Ecke zwischengeparkt, bis mir klar wurde: ich brauche Anleitung. So landete ich schließlich in der »Mütterschule« – vermutlich eine Vorform der heutigen VHS – bei einer ältlichen Frau Goller. Die brachte uns Akkorde bei und Zupftechniken, die uns befähigten, Volksweisen wie »Horch was kommt von draußen rein«, »Bald gras’ ich am Neckar« oder »Rosenstock, Holderblüh« zu begleiten.

Aber wollten wir das wirklich?

Längst war die Mitte der Sechziger Jahre überschritten, und die »richtigen« Radiosender – so etwa BFBS, zum Teil auch Radio Luxemburg – spielten vermehrt Titel von den Beatles, Searchers, Gerry and the Pacemakers, der Spencer Davis Group, den Kinks, Hollies und den Rolling Stones. Irgendwie erfrischend. Doch mit unseren Zupftechniken und dem Geschrammel in C- und G-Dur kamen wir da nicht weiter. Frau Goller von der Mütterschule war auch keine Hilfe, und so wanderte die Gitarre erst mal wieder auf’s Abstellgleis. Bis ich endlich einsah, Weiterentwicklung ist harte Arbeit: am Radio, Plattenspieler oder Cassetten-Recorder die Akkorde der Stücke heraushören, englische Texte aufschreiben, die Rhythmik ausprobieren und vor allem sich von anderen was Neues zeigen lassen oder bei einer der aufkeimenden Bands dem Gitarristen auf die Finger schauen.

Da waren zum Beispiel die »Spitfires«, die erste Beatband im münsterländischen Dülmen, 1964 gegründet. Die waren an diversen Sonntagen nachmittags zum »Tanztee« im Haus Bispinghof engagiert – einer Gaststätte an der B 51 zwischen Dülmen und dem südwestlich vorgelagerten Hausdülmen. Dorthin strampelte ich mit meinem Freund Hans-Dieter auf unseren Fahrrädern, wir nahmen an einem der vorderen Tische Platz und schauten dem Gitarristen Lothar beispielsweise die Akkorde des Animals-Hits »House of the Rising Sun« ab: a-Moll C D F usw.

Meine Klassenkameraden Friedbert und Gerd schossen in dieser Hinsicht den Vogel ab. Sie schwangen sich ebenfalls auf ihre Fahrräder, radelten die acht Kilometer zum Segelflugplatz Borkenberge, weil sich ein ganz bestimmter Schlager in der Musikbox der Flugplatz-Gaststätte befand, ließen den Titel mehrmals laufen, bis sie den Text herausgehört und aufgeschrieben hatten. Die beiden hatten allerdings nicht mal vor, den Titel zu spielen; sie hatten gar keine Band. Nun ja, Friedbert besaß ein Akkordeon. Dahinter steckte wohl eher eine Art Sammler-Spleen.

Foto 2: Die Spitfires in den 60-er Jahren; li.: Gitarrist Lothar Bonn

Foto 3: Lothar Bonn heute

Auch das Fernsehen tastete sich damals vorsichtig an den gewandelten Musikgeschmack der Jugendlichen heran. Lebhaft erinnere ich mich an die erste »Beat-Club«-Sendung von Radio Bremen aus dem Jahr 1965 und den Auftritt der Yankees aus Bremen mit ihrem Titel »Halbstark«.

Foto 4: Die Bremer Yankees 1964; 2. v. li.: Frontman Frankie Bartelt

»Sie rasen

(pi-du-ba, pi-du-ba, wah)

durch die Straßen

(pi-du-ba, pi-du-ba, wah)

Und die Gassen

(pi-du-ba, pi-du-ba, wah)

sie sind menschenleer

(pi-du-ba, wah-wah)

Halbstark, oh Baby-Baby

Halbstark, halbstark nennt man sie

Bei seiner Anmoderation fühlte sich der Ansager noch bemüßigt, sich bei den Gegnern von derartiger Musik zu entschuldigen. Bei Wikipedia heißt es dazu: »Die Reaktion des älteren Publikums fürchtend, kündigte Wilhelm Wieben, der spätere Tagesschausprecher, die Live-Sendung mit tanzenden Jugendlichen und lauter Musik mit einer Vorwarnung für die Eltern an und bat um Verständnis für die Musik.«

Was war ich als 13-Jähriger froh, endlich mal meine Lieblingsmusik im Fernsehen zu hören und die angesagten Bands zu sehen. Meinen Vater musste ich am Samstagnachmittag geschickt aus dem Wohnzimmer hinauskomplimentieren. Er hätte mich lautstark mit durchaus abwertend gemeinten Formulierungen wie »Affen«, »Wilde«, »Hottentotten« und »Negermusik« konfrontiert, und ich wäre meinerseits ebenso auf die Palme gegangen. Solche Auseinandersetzungen hatten sich erfahrungsgemäß als überaus unproduktiv erwiesen. Irgendwann ließ ich’s einfach.

Foto 5: »Hottentottenmusik!«

Immerhin trennten uns 50 Jahre – quasi zwei Generationen, die sich schwerlich überbrücken ließen. Willi und Erna waren genaugenommen meine Großeltern, die mich in zartem Kindesalter adoptiert hatten.

Zu jener Zeit wohnte die kleine Familie im ehemaligen Dülmener Bahnhofsgebäude – ein architektonisch durchaus nicht uninteressanter Bau aus braunem Backstein, der zu einem Wohnhaus für fünf Eisenbahnerfamilien umgebaut worden war.

Foto 5a: Der alte Bahnhof

Zur Kindheit im Alten Bahnhof s. auch »Das waren Zeiten! Dülmen in Geschichten und Bildern aus 60 Jahren«, Norderstedt 2018, BoD

Wir Jugendlichen kämpften damals ja nicht nur darum, unsere Musik hören zu dürfen – da waren ja auch noch die Haare und das Outfit. Ich hatte weißgott keine Mähne. Nicht mal im Ansatz. Dennoch konnte der alte Willi nicht umhin, unserem gemeinsamen Friseur eine Weisung hinsichtlich der gewünschten Haartracht seines Sprösslings anheim zu geben: hinten so gut wie gar nichts, an den Seiten auch nicht viel mehr, vorne darf’s ruhig ein bisschen länger sein. Das wird dann vom Scheitel zur Seite

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