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Der Zauber der alten Eberesche: Magischer Sommer am Rennsteig

Der Zauber der alten Eberesche: Magischer Sommer am Rennsteig

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Der Zauber der alten Eberesche: Magischer Sommer am Rennsteig

Länge:
144 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
Mar 31, 2019
ISBN:
9783956834929
Format:
Buch

Beschreibung

Diese Sommerferien scheinen die langweiligsten Ferien überhaupt zu werden, denn in diesem Jahr wird es nichts mit dem Sommerurlaub am Mittelmeer. Franzi und Robert beschließen, die Großeltern im Thüringer Wald zu besuchen. Das ist doch immer noch besser, als die ganze Zeit zu Hause zu sitzen. Doch was sie hier alles erleben werden, hätten sie nie gedacht. Als der Großvater mit Franzi und Robert im Garten auf die alte Eberesche ein Baumhaus baut, passieren seltsame Dinge, denn der Baum hat bereits eine Bewohnerin. Dieses Wesen zieht die beiden schon bald in seinen Bann. Sonnenstrahl oder Lichtgestalt, Windböe oder Naturwesen, Schmetterling oder Elfe, Wirklichkeit und Traum verschwimmen. Aber die Großmutter weiß noch von viel mehr wundersamen Dingen zu berichten und weiht Franzi in das geheime Wissen ein. Nicht nur die Einsiedelei am Blauen Stein birgt so manches Geheimnis, auch die Teufelsbuche und der Morast am Großen Dreiherrnstein sind unheimliche Orte. Außerdem machen die Eigenarten der Dörfler Franzi und Robert zu schaffen. Hier dauert es lange, bis man dazu gehört. Doch ein verhängnisvolles Unheil hat schon längst seinen Lauf genommen. Als an der Eberesche bereits im August die Herbstfärbung einsetzt, ist allen klar, dass etwas nicht stimmt. Muss der Baum vielleicht sogar gefällt werden? Doch dann würde nicht nur der Baum sterben. Das darf nicht geschehen! Sie müssen schnellstens herausfinden, was dem Baum fehlt.
Herausgeber:
Freigegeben:
Mar 31, 2019
ISBN:
9783956834929
Format:
Buch

Über den Autor

Colette Sachs, Jahrgang 1966, lebt und arbeitet direkt am Rennsteig im Thüringer Wald. Zusammen mit ihrem Ehemann führt sie in Masserberg eine Werkstattgalerie für künstlerische Glasgestaltung. Bereits seit frühester Kindheit sind Bücher ihre große Leidenschaft. Die Zeit, um selber zu schreiben, nahm sie sich jedoch erst in den letzten Jahren. Der Mythos Rennsteig und die Liebe zur Natur inspirierten sie zu ihrem ersten Kinderbuch.


Buchvorschau

Der Zauber der alten Eberesche - Colette Sachs

Impressum

Colette Sachs

Der Zauber der alten Eberesche

Magischer Sommer am Rennsteig

Kinder-/ Jugendbuch

Zerfetzte Tannen auf Porphyrgestein

von Sagen und Mären umwoben,

das brodelt und braut um den Wappenstein

am uralten Rennsteig hoch droben.

(Julius Kober)

DIE VERKORKSTEN FERIEN

Die Sonne brannte heiß und hatte die Stadt aufgeheizt. Seit Tagen zeigte das Thermometer 30 Grad und mehr. Die Menschen stöhnten unter der andauernden Hitze. Am besten war es, man blieb zu Hause, denn alle schattigen Plätze waren immer schon besetzt. Oder man fuhr in eines der vielen überfüllten Freibäder, besser noch an einen der umliegenden Seen.

Die Sommerferien gingen in die dritte Woche. Franzi und Robert flogen in diesem Jahr zum ersten Mal nicht mit den Eltern in den Urlaub ans Mittelmeer. Franzi fragte sich, was sie ihren Freundinnen nach den Ferien erzählen sollte. Alle würden am ersten Schultag von den tollsten Ferienerlebnissen berichten. Schon die Vorfreude auf den bevorstehenden Sommerurlaub, die sogenannten schönsten Wochen des Jahres, war bei Franzis Freundinnen groß gewesen. Die ganze Zeit hatten sie von nichts anderem mehr gesprochen, Franzi aber hatte nur mit den Schultern gezuckt, wenn sie gefragt wurde, wo es hingehen würde, und gemeint: »Wir fliegen Last Minute oder buchen direkt auf dem Flughafen.« Dann könne sie sich doch noch gar nicht richtig freuen, wenn sie nicht wüsste, wo sie hinfliegen würden, fanden die anderen. Aber Franzi antwortete nur: »Wieso? So ist es doch viel spannender.« Sie hatte ihren Freundinnen natürlich nicht erzählt, dass ihr Vater arbeitslos geworden war, und hatte auch Robert, ihren jüngeren Bruder, unter Strafandrohung verboten, darüber zu sprechen. Über so etwas redete man nicht, wenn man dazu gehören wollte, hatte sie ihm erklärt. Zwar hatte ihr Vater schnell wieder eine neue Arbeitsstelle gefunden, doch dafür war er jetzt in der Einarbeitungszeit und hatte Urlaubssperre. Das war der Grund, warum die Familie in diesem Jahr nicht verreisen würde.

Mutti hatte die ersten drei Wochen der Ferien Urlaub genommen und unternahm so viel wie möglich mit Franzi und Robert. Nur mit einer Urlaubsreise war das natürlich nicht zu vergleichen. Und was sollten sie die restlichen drei Wochen machen? Keine ihrer Freundinnen war zu Hause. Manche fuhren sogar zweimal weg, einmal mit den Eltern und dann noch einmal mit den Großeltern.

Franzi graute jetzt schon vor dem ersten Schultag. Hoffentlich müssen wir keinen Aufsatz über unser schönstes Ferienerlebnis schreiben, sinnierte sie. Dann würde sie genauso gut ein leeres Blatt abgeben können.

Franzi saß im Wohnzimmer, hatte die Jalousie heruntergelassen und den Fernseher eingeschaltet. Gelangweilt zappte sie durch alle Programme. »Komm, wir fahren zum Baden«, nervte Robert, der nun zu ihr ans Sofa trat. Aber Franzi hatte keine Lust.

Am Abend machten die Eltern dann einen Vorschlag. »Was haltet ihr davon, wenn ihr zu den Großeltern in den Thüringer Wald fahrt? Ihr müsstet zwar allein mit dem Zug fahren, könntet dafür dann aber bis zum Ende der Ferien dort bleiben. Was meint ihr? Traut ihr euch das zu?«

Robert war sofort dabei. Nur Franzi war unsicher. Mit den Eltern hatten sie die Großeltern immer nur für zwei oder auch mal drei Tage besucht. Außerdem war sie die Ältere und würde die Verantwortung für Robert haben. Sollte sie sich das wirklich antun? Die andere Möglichkeit aber, den Rest der Ferien zu Hause rumzusitzen, war auch nicht verlockend. »Also gut«, stimmte sie nach einigem Abwägen zu, und wenn sie so darüber nachdachte, war ein Besuch bei den Großeltern auf jeden Fall besser, und schon allein die weite Zugfahrt würde bestimmt ein Abenteuer werden.

DIE REISE

Franzi und Robert standen mit ihren Eltern am Bahnsteig. Gleich würde es losgehen, der Zug war schon eingefahren. Sie fuhren jetzt erst einmal von Leipzig nach Erfurt, dort mussten sie das erste Mal umsteigen, dann ging es weiter bis nach Ilmenau und von da aus mit der Rennsteigbahn hoch zum Bahnhof Rennsteig, wo der Großvater sie abholen würde. Die Eltern drückten die beiden ganz fest zum Abschied und sagten: »Benehmt euch und richtet schöne Grüße aus.«

Da kam auch schon die Durchsage: »Bitte zurücktreten!«

Franzi und Robert stiegen schnell ein, suchten die für sie reservierten Plätze auf und verstauten ihr Gepäck. Die Türen schlossen sich und der Zug setzte sich in Bewegung. Draußen standen die Eltern und winkten ihnen nach, bis der Zug den Bahnhof verlassen hatte. Nun waren sie auf sich gestellt.

Gemächlich ratterte der Zug durch die Landschaft. Im Abteil wurde es ruhig. Manche Fahrgäste lasen, andere unterhielten sich leise oder hörten Musik und ein paar waren auch schon eingeschlafen.

Nach einer Weile kam der Schaffner. »Die Fahrkarten, bitte!«, brummte er mit tiefer Stimme. Franzi suchte hektisch nach den Fahrkarten, konnte sie aber nicht finden. Irgendwo mussten sie doch aber sein! Sie durchwühlte den ganzen Rucksack. Der Schaffner wurde ungeduldig. »Mädchen, was ist denn nun?«, drängelte er. Franzi erklärte sich: »Das muss die Aufregung sein. Wir sind zum ersten Mal allein mit dem Zug unterwegs. Einen Moment noch, bitte. Ich hab sie eingesteckt, ganz bestimmt.« Wo waren die verdammten Dinger nur? Na, das ging ja gut los.

Der Schaffner wandte sich erst einmal den anderen Fahrgästen zu. Robert war die Situation peinlich. Verlegen rutschte er auf seinem Sitz hin und her. »Hast du sie vielleicht in das Seitenfach der Reisetasche gesteckt?«, fragte er.

›Ja, natürlich, Robert hat recht‹, dachte Franzi erleichtert und nickte ihm zu. Zuerst hatte sie die Fahrkarten in den Rucksack stecken wollen, hatte sich dann beim Packen aber umentschieden und sie in das Seitenfach der Reisetasche getan. Lächelnd hielt sie dem Schaffner, als er wieder bei ihnen war, die Fahrkarten zum Entwerten hin. Der sah nun auch gar nicht mehr so streng aus und wünschte ihnen eine gute Reise.

Das war geschafft. Franzi machte es sich bequem und sah aus dem Fenster. Sie versuchte, Details der vorbei huschenden Landschaft zu erfassen. Doch immer wieder wurden ihre Augen vom Tempo des Zuges mitgerissen. Robert war in ein Comicheft vertieft.

Die Zeit verging, wenn auch langsam. Franzi hatte schon mehrmals auf ihre Uhr gesehen. Dann kam endlich die Durchsage: »Nächster Halt, Erfurt Hauptbahnhof!« Robert und sie packten hastig ihre Sachen zusammen, nahmen ihr Gepäck und gingen zur nächstgelegenen Tür. Bald hielt der Zug und sie stiegen mit vielen anderen Fahrgästen aus.

Der Bahnhof war zwar nicht ganz so riesig wie der in Leipzig, aber trotzdem groß. Sie hatten nur zehn Minuten Aufenthalt und mussten zur Weiterfahrt auf Bahnsteig vier. Franzi versuchte, sich zu orientieren. Es waren so viele Reisende unterwegs, dass sie aufpassen musste, Robert nicht zu verlieren. Sie hetzten mit ihrem Gepäck durch den Hauptgang. Wo war nur dieser Bahnsteig? Franzi sah auf die Uhr. Nur noch fünf Minuten bis zur Abfahrt. Robert keuchte: »Am besten, wir fragen jemanden!« Aber alle Passanten schüttelten nur den Kopf oder zuckten mit den Schultern. Jeder war in Eile, hatte keine Zeit, ihnen zu helfen.

»Habt ihr eure Eltern verloren?«, sprach sie da plötzlich eine Bahnangestellte an. »Ihr seht ein wenig so aus, als könntet ihr Hilfe brauchen.«

»Die brauchen wir wirklich. Wir sind allein unterwegs, um unsere Großeltern zu besuchen und können den Bahnsteig vier nicht finden«, antwortete Franzi atemlos. Wieder sah sie auf die Uhr – nur noch knapp drei Minuten.

»Ihr habt noch einen Moment Zeit«, beschwichtigte sie die freundliche Bahnangestellte. »Ich bringe euch hin.«

Auf dem Bahnsteig angekommen, sahen sie, dass der Zug schon zur Abfahrt bereit stand. Franzi und Robert bedankten sich und stiegen schnell ein.

Der Zug war zum Glück nicht sehr voll. Sie fanden schnell zwei Plätze und ließen sich erleichtert in die Sitze fallen.

Kaum hatten sie den Bahnhof verlassen, bemerkten sie, wie hungrig sie waren. Zum Glück hatte Mutti genug Proviant eingepackt, über den sie sich nun gemeinsam hermachten.

»Jetzt kann es doch nicht mehr lange dauern«, meinte Robert nach einer Weile. »Schau, dort sind die ersten Berge!« Er zeigte aus dem Fenster. Tatsächlich, stolz erhob sich am Horizont ganz dunkelgrün der Thüringer Wald.

Die restliche Fahrt verlief problemlos, auch das letzte Umsteigen. Sie kamen pünktlich am Bahnhof Rennsteig an. Der Großvater wartete bereits. Franzi und Robert erblickten ihn sofort, als sie ausstiegen. Glücklich schloss er seine Enkel in die Arme. »Ihr seid doch schon wieder gewachsen, seit wir uns das letzte Mal gesehen haben«, stellte er vergnüglich fest.

Franzi und Robert lachten. Sie gingen gemeinsam zum Auto. Nun begann das letzte Stück der Reise. Es war nur noch eine halbe Stunde Fahrt bis nach Masserberg, wo die Großeltern wohnten. An den wenigen unbewaldeten Stellen hatte man einen grandiosen Ausblick über das Gebirge. Sie waren fast am Ziel.

ENDLICH DA

Franzi holte tief Luft, als sie aus dem Auto ausstieg. Hier im Gebirge roch es immer so wunderbar

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