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Tony Ballard #295: Das Geheimnis der weißen Särge: Horror-Roman

Tony Ballard #295: Das Geheimnis der weißen Särge: Horror-Roman

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Tony Ballard #295: Das Geheimnis der weißen Särge: Horror-Roman

Länge:
121 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
7. Juli 2019
ISBN:
9783739647425
Format:
Buch

Beschreibung

Pater John starrte die Wand an. Sein Geist schien völlig paralysiert zu sein. Er schien nur noch körperlich zu existieren. Doch dieser Schein trog.
Ihm gingen im Moment nur so viele Dinge durch den Kopf, dass er so aussah, als wäre er jedweder Realität völlig entrückt. Da waren Bea, Rachel und Arnold Merriman. Da waren Tony Ballard, Mr. Silver, Monster und Dämonen. Da war der Magier Shawn Spano, der ihm seine schwarzen Stachel-Daumen an die Kehle gesetzt hatte und ihn töten wollte.
Und da war eine Wut auf die Machtlosigkeit, die er heute so quälend deutlich gespürt hatte, obwohl er ein Mann Gottes war, ein Priester, ein Sachwalter des Guten.
Wenn Tony Ballard und Mr. Silver nicht gewesen wären, würde er jetzt nicht mehr leben, dessen war er sich bewusst. Spano hätte ihn unweigerlich getötet.
Herausgeber:
Freigegeben:
7. Juli 2019
ISBN:
9783739647425
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Tony Ballard #295 - A. F. Morland

München

Das Geheimnis der weißen Särge

Tony Ballard Band 295

von A. F. Morland

Der Umfang dieses Buchs entspricht 114 Taschenbuchseiten.

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author

© dieser Ausgabe 2016 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

Edition A. F. Morland ist ein Imprint von Alfred Bekker & Jörg Martin Munsonius.

Alle Rechte des Titelbild-Logos by Jörg Martin Munsonius/Edition Bärenklau

Illustrator: Michael Sagenhorn, 2016

1. Kapitel

Nachdem sämtliche Passagiere das Flugzeug verlassen hatten, wurden – so, dass niemand es sah – drei große weiße Särge ausgeladen und fortgeschafft.

Den Begleitpapieren zufolge lagen darin Männer, die bei einem Bombenanschlag in Beirut ums Leben gekommen waren. Angeblich waren sie von fast einer Tonne Sprengstoff, die in einem Van von Renault versteckt gewesen und per Fernzünder hochgejagt worden war, zerfetzt worden.

Die Papiere schienen in Ordnung zu sein. Das waren sie aber nicht. Doch selbst der misstrauischste Beamte hätte sie nicht als Fälschungen zu erkennen vermocht. In den weißen Särgen mit den funkelnden Messingbeschlägen lagen auch keine Leichen. Aber wer hätte das ahnen sollen?

David Summers und seine beiden Mitarbeiter Al Guggenhall und Stephen Frazer hatten sich auf dem John F. Kennedy International Airport eingefunden, um die Särge zu übernehmen.

Summers war vor drei Tagen von einem Mann angerufen worden, der sich Shawn Spano genannt hatte. Er habe durch die verwerfliche Tat gemeiner Meuchelmörder drei gute Freunde in Beirut verloren und wolle sie heimholen, hatte Spano gesagt.

»Sind Sie an diesem Auftrag interessiert, Mr. Summers?«

»Selbstverständlich, Mr. Spano. Von wo aus rufen Sie an? Falls Sie in New York sind, würde ich vorschlagen...«

»Ich bin nicht in New York.«

»Nun, in diesem Fall...«

»Geld ist in dieser Angelegenheit kein Thema, Mr. Summers. Ich werde noch in dieser Stunde dreißigtausend Dollar auf Ihr Konto überweisen. Und noch mal so viel bekommen Sie, sobald der Auftrag erledigt ist. Die Frachtkosten gehen Sie nichts an. Die übernehme ich. Sie holen die Särge vom John F. Kennedy International Airport ab, bringen sie in Ihr Beerdigungsinstitut und warten auf weitere Anweisungen. Ist soweit alles klar?«

»Ja. Aber...«

»Ihr Unternehmen nennt sich ›Ruhe sanft‹, richtig?«

»Das ist korrekt, Mr. Spano. Wenn ich noch etwas anmerken dürfte...«

»Ja, Mr. Summers?«

»Amerikas Bürokratie ist ein großes Übel...«

»Sie bekommen alle Unterlagen, die Sie benötigen, um die Särge problemlos übernehmen zu können, Mr. Summers«, sagte Shawn Spano und legte auf.

Vierundzwanzig Stunden später war das in Aussicht gestellte Geld auf David Summers' Bankkonto, und ein Eilbote überbrachte ihm all jene Dokumente, die erforderlich waren, um Mr. Spanos toten Freunden die »Einreise« zu ermöglichen.

Ein Geschäft wie dieses war dem Bestattungsunternehmer noch nie untergekommen. Kaum Arbeit. Dennoch sechzigtausend Dollar. Leicht verdientes Geld.

Eigentlich hätte Summers sich fragen müssen, wo der Haken war, aber er dachte keine Sekunde daran, dass die Sache nicht koscher sein könnte.

Das viele Geld blendete ihn. Und er hatte auch nicht die Absicht, seinen Mitarbeitern etwas davon abzugeben. Wozu auch? Die hatten ihr Gehalt. Sie verdienten ohnedies viel zu gut bei ihm. Sie waren gerissen. Jedes Mal, wenn er einen in der Krone hatte – und das kam recht oft vor (viele, die mit Leichen zu tun haben, saufen) –, versuchten sie ihn weich zu labern, und hin und wieder glückte ihnen das auch.

Auf diese raffinierte Weise hatten sie ihre Bezüge in fürstliche Höhen geschraubt. Da würde er ihnen nicht auch noch einen Anteil von diesem unverhofften Geldregen zukommen lassen, sondern eher versuchen, ein Drittel des Geldes im Spielcasino zu vermehren. Hin und wieder klappte das.

Er spielte gern. Er liebte den Nervenkitzel und die elegante Atmosphäre solcher Etablissements. Rücksicht zu nehmen brauchte er auf niemanden.

Seine Frau war ihm vor zehn Jahren abhanden gekommen. Abgehauen war sie, mit einem windigen Klinkenputzer, der sie flachgelegt hatte, während ihr Mann sich um die ebenso mühsame wie komplizierte Restaurierung einer Frau bemühte, die von einem Schnellzug erfasst worden war.

Der gottverdammte Klinkenputzer hatte seine Sache offenbar so genial gemacht, dass ihm Mrs. Summers gleich beim ersten Mal mit Haut und Haaren verfallen war.

Sie war sofort zu ihm gezogen, hatte ihren Mann im Institut angerufen und gesagt: »David...«

»Herrgott, Elena, ich habe hier eine verflucht schwierige Arbeit zu erledigen. Sie erfordert beispiellose Geschicklichkeit, größte Konzentration, meisterhaftes Können und außerordentliches Fingerspitzengefühl. Ich bin dabei, ein Meisterwerk zu schaffen.«

»Ich muss trotzdem mit dir reden«, sagte Elena kühl.

»Hat das nicht bis zum Abend Zeit?«

»Nein, hat es nicht.« Sie hörte sich irgendwie aufsässig an. Das ärgerte ihn.

»Ich werde in drei Stunden heimkommen«, sagte er streng.

»Du wirst mich zuhause nicht mehr antreffen.«

»Was soll das heißen? Bist du mal wieder bei deiner ewig kranken Mutter? Warum geht sie nicht endlich in ein Heim? Ist doch ekelig, der alten Frau den Hintern abzuputzen.«

»Nicht halb so ekelig, wie wenn du an deinen Leichen rummachst«, konterte Elena.

»Ich mache nicht an ihnen rum«, stellte er zornig richtig. »Ich richte sie her, damit sie schön sind, wenn ihre Angehörigen sich von ihnen verabschieden. Das ist eine Kunst, die nicht jeder beherrscht.«

»Immer wenn du heimkommst, riechst du nach deinen Toten. Weißt du das?«

»Das hat dich bisher nie gestört.«

»Es hat mich immer gestört«, entgegnete Elena. »Ich hab bloß nichts gesagt.«

»Du hast gewusst, was für einen Beruf ich habe. Wieso bist du trotzdem meine Frau geworden?«

»Das kann ich mir heute auch nicht mehr erklären. Aber ich kann es ändern. Und ich habe es bereits geändert.«

»Wie bitte?«

»Ich habe dich verlassen«, erklärte Elena mit provokanter Nüchternheit. »Das ist der Grund, weshalb ich dich bei deiner ach so wichtigen Arbeit störe. Alles Weitere erfährst du von meinem Anwalt. So, und nun kannst du dich weiter deiner stinkenden Leiche widmen.«

Sie legte auf, und seine Ehe war Geschichte. Aber das stimmte ihn nicht traurig. Er war mit Elena ohnehin nicht mehr gern verheiratet gewesen. Anfangs schon. Da hatte sie von ihm nicht genug gekriegt, und das hatte ihm natürlich gefallen.

Aber bereits nach einem Jahr – nach nur zwölf lausigen Monaten – war sie immer öfter unpässlich gewesen, wenn er mit ihr schlafen wollte, und hatte es sich lieber von anderen Männern als von ihm besorgen lassen.

Zehn Jahre lag das schon wieder zurück. Wie die Zeit doch dahinraste. Heute dachte David Summers kaum noch an Elena. Sie war es nicht wert gewesen, dass er sich noch an sie erinnerte.

Der Bestattungsunternehmer wandte sich jetzt an seine Mitarbeiter. »Holt den Wagen!«, trug er ihnen auf. »Ich erledige einstweilen die Formalitäten.«

Wenig später waren sie mit den drei weißen Särgen nach Brooklyn unterwegs. Guggenhall und Frazer – zwei kräftige Männer der Marke Conan – trugen einen nach dem andern ins Institut »Ruhe sanft«. Sie stellten sie in einem kühlen Raum ab – neben Mrs. Agatha Cromwell, die noch für ihre Beerdigung zurechtgemacht werden musste –, und Guggenhall fragte: »Und was weiter?«

»Jetzt warten wir, bis sich Mr. Spano wieder meldet«, antwortete Summers.

»Angenommen, er tut es nicht«, sagte Guggenhall.

Summers tippte sich an die Stirn. »Blödsinn. In diesen Särgen befinden sich seine Freunde. Denkst du, er holt sie zuerst nach New York zurück und kümmert sich dann nicht weiter um sie?«

Frazer versuchte einen der Särge zu öffnen. Es ging nicht. Er grinste. »Da liegt anscheinend ein Zuhälter drinnen.«

Guggenhall sah ihn an. »Wieso ein Zuhälter?«

Frazer schüttelte lachend den Kopf. »Da steht mal wieder einer auf der Leitung, was? Ein Zuhälter.« Er betonte das Wort ganz besonders. »Das ist einer, der den Sargdeckel zuhält.«

»Ach so«, sagte Guggenhall, den der Gag seines Kollegen nicht gerade aus den Schuhen gehauen hatte.

»Geht der Sarg wirklich nicht auf?«, fragte Summers.

»Kannst es ja mal versuchen«, sagte Frazer.

Summers machte sich an sämtlichen Verschlüssen zu schaffen. Er nahm einiges Werkzeug zu Hilfe. Doch auch er konnte weder diesen noch einen der anderen Särge öffnen. Er kratzte sich am Hinterkopf. »Seltsam. Das verstehe ich nicht.«

»Vielleicht sind sie versiegelt. Luftdicht verschlossen. Mit

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