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Suite 6: Alles oder nichts

Suite 6: Alles oder nichts

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Suite 6: Alles oder nichts

Länge:
112 Seiten
1 Stunde
Freigegeben:
Jul 26, 2019
ISBN:
9783864954283
Format:
Buch

Beschreibung

Spontan flieht die Malerin Lydia vor ihrem Lebensgefährten Steffen, der sie ständig überwacht und ihr die Luft zum Atmen nimmt. Sie bucht sich ein Zimmer im Wellnesshotel "Suite 6" und lernt den dominanten Hotelier Sandro kennen.

Der attraktive Mann nimmt sie mit auf eine aufregende Reise in eine Welt, nach der sie sich schon lange heimlich sehnt, die sie aber noch nie betreten hat. Plötzlich steht Lydia vor der Entscheidung ihres Lebens.
Freigegeben:
Jul 26, 2019
ISBN:
9783864954283
Format:
Buch

Über den Autor


Buchvorschau

Suite 6 - Layla Sommer

Layla Sommer

Suite 6: Alles oder nichts

© 2019 Plaisir d’Amour Verlag, D-64678 Lindenfels

www.plaisirdamour.de

info@plaisirdamourbooks.com

Covergestaltung: © Mia Schulte

Coverfoto: © Periodimages.com

ISBN Taschenbuch: 978-3-86495-427-6

ISBN eBook: 978-3-86495-428-3

Sämtliche Personen in diesem Roman sind frei erfunden. Dieses Buch darf weder auszugsweise noch vollständig per E-Mail, Fotokopie, Fax oder jegliches anderes Kommunikationsmittel ohne die ausdrückliche Genehmigung des Verlages oder der Autorin weitergegeben werden.

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Epilog

Autorin

Kapitel 1

Die Scheibenwischer bewegten sich von links nach rechts und schafften es kaum, der Wassermassen, die über die Windschutzscheibe des Taxis liefen, Herr zu werden.

„Ein schreckliches Wetter haben Sie in Ihrem Urlaub erwischt." Der Taxifahrer wollte schon die ganze Zeit über Konversation betreiben, aber Lydia war nicht nach Small Talk zumute. Stets wurde von ihr verlangt, höflich zu lächeln. Zumindest in der Öffentlichkeit. Dabei war sie tief in ihrem Inneren nicht der gesprächige Typ, sondern eher schweigsam.

Das war nicht immer so gewesen. Okay, beim Malen hatte sie sich noch nie gern unterhalten, doch früher hatte sie dabei Musik gehört oder gesungen.

Aber Steffen, ihr Lebensabschnittsgefährte, mochte das nicht. Weder Musik noch den Klang ihrer Stimme. Er hatte sie ausgelacht oder alternativ die Stereoanlage ausgeschaltet. Als sie auf Kopfhörer umgestiegen war, hatte er sich über ihr ulkiges Aussehen aufgeregt.

Nach außen hin wirkte ihre Beziehung perfekt. Er, der fürsorgliche Freund der angesehenen Künstlerin. Manchmal fragte sich Lydia, warum ihre Gemälde nicht düsterer wurden, aber sie brauchte als Ausgleich für ihre Einsamkeit helle, freundliche Farben, denn sie entführten sie in eine andere Welt. Eine Welt, in der die Sonne schien und nicht der Regen auf eine Windschutzscheibe trommelte.

„Die nächsten Tage soll es besser werden. Sommerlich warm haben sie vorhin im Radio gesagt", redete der Mann weiter.

Sommerlich warm?

Das würde ihr guttun. Ansonsten hatte sie dem Wetterbericht schon seit Monaten nicht mehr gelauscht, denn es war ihr egal geworden, ob der Himmel blau, grau oder schwarz war.

„Das Hotel hat eben erst Wiedereröffnung gefeiert. Wellness wird jetzt angeboten. Davor war es ein heruntergekommenes Casino." Er warf ihr einen kurzen Seitenblick zu. „Ich habe letztens eine Dame vom Suite 6 zum Bahnhof gefahren. Die Frau hat sich sehr positiv über das Haus geäußert."

Das hörte sich doch gut an …

Heruntergekommenes Casino – die Worte des Taxifahrers hatten sie schon etwas geschockt, aber das Hotel schien jetzt komplett renoviert worden zu sein. So hatten es zumindest die Fotos in dem Flyer versprochen.

Aber noch viel besser war, dass Steffen sie hier nicht finden würde. Er würde ihre Freunde kontaktieren, aber die wussten von nichts, denn sie hatte seit Monaten keinen Kontakt mehr zu irgendwem gepflegt. Selbst ihren Vater hatte sie bereits längere Zeit nicht mehr besucht und ihre Mutter lebte schon lange nicht mehr.

„Ist Ihnen die Anreise mit dem eigenen Auto zu weit gewesen?"

Sie räusperte sich. „Ja."

Dabei lag ihr Zuhause gar nicht so weit von ihrem Urlaubsziel entfernt. Ein bisschen mehr als hundert Kilometer. Aber sie hatte sich nicht getraut, ihren Wagen zu benutzen. Steffen kontrollierte so ziemlich alles, was ihr tägliches Leben betraf. Es gab eine Kamera vor der Haustür – zum Abschrecken von Einbrechern, behauptete er. Letztendlich überprüfte er damit jedoch jeden ihrer Schritte, was ihr gar nicht so bewusst gewesen war, bis er sich darüber aufgeregt hatte, als sie in dieser Woche zwei Päckchen per Post erhalten hatte. Er mochte es nicht, wenn sie das Geld unüberlegt ausgab und ihn nicht um seine Zustimmung bat. Jetzt musste sie erkennen, dass er die Aufnahmen tatsächlich akribisch auswertete. Auch im Garten hing eine Kamera, und in der Wohnung lag eine auf dem Garderobenschrank, die angeblich nicht funktionstüchtig war. Sie fühlte sich richtiggehend verfolgt und Steffens abnormales Verhalten machte ihr Angst. Wie ein Dieb hatte sie sich heute Vormittag, nachdem er zur Arbeit gegangen war, zur Hintertür hinausgeschlichen. Stets darauf achtend, nicht in irgendeinen Aufnahmebereich zu gelangen, da fast die komplette Terrasse überwacht wurde. Sie hatte mit ihrem Handy ein Taxi gerufen, es in die Nebenstraße bestellt und sich zum Bahnhof bringen lassen. Die Fahrkarte hatte sie erst kurz bevor sie in den Zug gestiegen war aus dem Automaten geholt. Auch auf den Namen des Hotels konnte Steffen nicht kommen. Der Verlauf ihres Browsers zeigte keine etwaigen Ferienorte an, denn sie hatte Google vorsichtshalber nicht befragt. Es war ein Zufall gewesen, der sie auf das Wellnesshotel aufmerksam gemacht hatte; ein kleiner Stapel farbenfroher Flyer zur Neueröffnung eines Reisebüros in der Stadt. Gebucht hatte sie dann telefonisch von ihrem Handy aus. Ein Smartphone, das sie bei sich trug und für das es keinen Einzelverbindungsnachweis gab.

Lydia wusste nicht, was sie mit ihrer Flucht bezwecken wollte. In ein paar Tagen würde sie zurückkehren müssen und noch wesentlich mehr Schwierigkeiten haben als im Moment. Aber wäre sie jetzt nicht davongelaufen, wäre sie irgendwann zugrunde gegangen. Sie wollte doch das Leben endlich wieder genießen können, wusste nur nicht, wie sie es anstellen sollte. Sie war in eine Art Abhängigkeitsverhältnis zu Steffen geraten, entstanden aus kleinen Ängsten, die er immer weiter geschürt hatte.

Lydia sah aus dem Fenster. Stetig ging es den Berg hinauf. Bizarre Felsenwände ragten neben ihr in die Höhe.

„Nachdem hier schon viele Motorradfahrer verunglückt sind, ist das Tempo auf dreißig Stundenkilometern begrenzt worden. Streckenweise sind sogar nur zehn erlaubt."

Lydia konnte sich gut vorstellen, wie sehr es Motorradfahrer faszinieren musste, die Geschwindigkeit ihres Fahrzeugs in den Serpentinen auszureizen und sich tief in die Kurven zu legen. Es stimmte sie traurig, dass diese Leidenschaft so vielen Menschen das Leben kostete, und es zeigte ihr auch, wie eng Spaß und Tod beieinanderliegen konnten. Dieses Wissen gab der Schönheit der Landschaft einen Punkt Abzug, was nicht einmal der Regen schaffte, denn der vermittelte ihr sogar ein Gefühl von Heimeligkeit. Kurz schloss Lydia die Augen und sofort hatte sie Farben in ihrem Kopf. Farben, die auf die Leinwand wollten. Sie würde sie verlaufen und ineinander verschmelzen lassen, um ihre Gefühle auszudrücken. Manchmal mochte sie auch diese Art der Malerei, die ihre Träume widerspiegelte. Doch damit verdiente sie kein Geld; diese Bilder gehörten ausschließlich ihr.

„So, jetzt sind wir oben. Wir müssen noch durch das Dorf, dann können wir das Hotel bereits sehen", unterbrach der Fahrer ihre Gedanken.

Lydia nickte. Der Regen ließ ein wenig nach, als sie durch den kleinen Ort fuhren, in dem es nur ein paar Straßen zu geben schien. Kein Supermarkt, keine Gaststätten, nichts, was auf ein öffentliches Leben hinwies.

Ob ihr das nicht doch ein wenig langweilig werden würde?

Einsamkeit hatte sie bereits zu Hause genug. Außer Steffen hatte sie kaum einen Menschen zum Reden. Ab und zu ein paar Worte mit den Nachbarn – das war’s. Und nun hatte sie in einer Gegend Urlaub gebucht, in der Freizeitmöglichkeiten rar gesät waren.

Oh, eine Bäckerei …

Auch egal, wenn es nur ein Geschäft in diesem Ort gab. Dann würde sie eben das Schwimmbad im Hotel nutzen, in die Sauna gehen, sich massieren lassen. Alles Dinge, die sie seit Jahren nicht mehr getan hatte und die besser waren, als daheim zu sein.

„Sehen Sie den See?"

Wieder nickte sie.

„Das Gebäude dahinter?"

„Ja."

„Früher hieß es Seegrün."

„Warum ist es unbenannt worden?"

„Der alte Hotelier ist verstorben.

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