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Seewölfe - Piraten der Weltmeere 552: Wilde Wasser

Seewölfe - Piraten der Weltmeere 552: Wilde Wasser

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Seewölfe - Piraten der Weltmeere 552: Wilde Wasser

Länge:
108 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
17. Sept. 2019
ISBN:
9783954399598
Format:
Buch

Beschreibung

Die beiden Guffas mi den je vier Arwenacks an Bord hatten sich losgerissen und befanden sich zwischen den tückischen Felsen in der Biegung. Das rauschende sprudelnde Wasser packte die leichten Boote und zog sie unwiderstehlich mit sich. Die Gefahr bestand, daß sie trotz ihrer Stabilität kenterten. Mit verbissenen Gesichtern versuchten Smoky und Stenmark mit ihren beiden Crews, einen Aufprall auf die Felsen zu verhindern. Wie von einem Katapult befördert, rasten die beiden Guffas zwischen die gefährlichen, scharfkantigen Steine. Die Paddel knallten gegen Widerstände. Die Rundboote taumelten und torkelten durch diese Wasserhölle. Sie drehten sich immer wieder um ihre eigene Achse. Und dann rasten sie auf die engste Stelle zu...
Herausgeber:
Freigegeben:
17. Sept. 2019
ISBN:
9783954399598
Format:
Buch

Über den Autor


Ähnlich wie Seewölfe - Piraten der Weltmeere 552

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Seewölfe - Piraten der Weltmeere 552 - Roy Palmer

9

1.

Geduckt lief Wraz Viran über den Platz, der das Bauernhaus von den Stallungen trennte. Das Steinschloß der Muskete deckte er gegen den prasselnden Regen ab, indem er es gegen seinen Bauch drückte und sich darüberbeugte. Wurde das Schloß naß, war die Waffe nicht mehr zu gebrauchen.

Wraz’ Miene war verzerrt, in seinen Augen loderten Haß und Wut. In den letzten Wochen war es immer wieder passiert, daß Schafe oder Lämmer gerissen worden waren. Von einem Wolf, einem wilden Tier? Unter den Bauern der Siirt-Landschaft ging das Gerücht um, es handle sich um eine Kreatur der Hölle, ein Monstrum. Richtig gesehen hatte es bisher aber noch keiner.

Doch Wraz Viran hatte schon fünf Tiere eingebüßt. Ein schwerer Verlust. Der mordende Wolf erschien nur bei Nacht, und jedesmal schleppte er sein Opfer fort.

Wraz fand die Spuren des Kampfes, der stattgefunden hatte, aber es gab keine Fährte, die ihn zu dem Schlupfwinkel des Räubers führte. Schon mehrfach hatte der Bauer in den Wäldern nach der Bestie gesucht, auch zusammen mit Freunden – vergebens.

Das Stallgebäude war flach und langgestreckt, aus Natursteinen errichtet wie alle Bauten in dieser Gegend. Nachts bot es den Tieren Schutz und Wärme. Tagsüber führte Wraz die Schafe auf die Weiden, sofern das Wetter es erlaubte.

Jetzt Anfang Juli, war das Gras noch grün und nahrhaft. Später, im August und September, wurde es schwierig, ausreichend Futter für die Tiere zu finden.

Das herabstürzende Wasser verwandelte das feste Erdreich fast im Handumdrehen in eine Schlammlandschaft. Es handelte sich um eine lehmhaltige Erde, die bei anhaltender Trockenheit so hart wie Stein wurde. Regnete es aber, so wurde sie weich und schlüpfrig.

Um ein Haar rutschte Wraz auf dem Untergrund aus, als er um die Ecke des Stallhauses bog und auf den Eingang zusteuerte. Dann zog er den Kopf ein. Der Einlaß war niedrig, er mußte aufpassen, daß er sich nicht die Stirn stieß.

Die aus groben Bohlen zusammengenagelte Tür stand offen. Wärme schlug Wraz Viran entgegen. Er spürte die Ausdünstungen seiner Tiere und glaubte ihre Angst zu riechen. Dumpfe Laute ertönten. Kein Zweifel, das Ungeheuer hatte wieder zugeschlagen. Aber – befand es sich noch im Inneren?

Mit einem Satz drang der Bauer ein. Die Finsternis war total, er konnte nichts erkennen. Nur die Bewegungen der Tiere nahm er schemenhaft wahr. Sie liefen auf und ab, prallten zusammen, stöhnten und blökten.

„Wer da?" stieß Wraz Viran aus. Er hob die Muskete.

Doch er erhielt keine Antwort. Tief atmete der Mann durch, dann spannte er langsam den Hahn seiner Waffe. Das Knacken, das dabei entstand, nahm sich überlaut aus, trotz des Grollens der Donner und des Rauschens des Regens.

Wraz Viran hielt die Muskete mit der rechten Hand fest. Mit der linken tastete er nach einer Öllampe, die an einem Eisenhaken an der Wand hing. Es mußte ihm gelingen, die Lampe zu entfachen. Erst dann konnte er sehen, was geschehen war und ob sich der Täter noch am Ort befand.

Doch der Bauer erstarrte in der Bewegung. Ein schriller Schrei gellte durch die Nacht – dieses Mal ausgestoßen von einem Menschen. Allah steh mir bei, dachte Wraz entsetzt. Dann hastete er wieder ins Freie.

„Alvira! brüllte er. „Weib!

Zögernd hatte Alvira Viran sich erhoben, als ihr Mann nach draußen gestürmt war. Sie wußte selbst nicht, was sie tun sollte. Sollte sie ihren Mann zurückrufen? Oder sollte sie einfach nur die Tür schließen, die er offengelassen hatte?

Die Kinder jammerten und wimmerten hinter ihrem Rücken. Der Frau war alles andere als wohl in ihrer Haut. Die vielen grusligen Geschichten, die seit einiger Zeit unter den Schafbauern erzählt wurden, fielen ihr mit einem Schlag ein. War Wraz in Gefahr?

Plötzlich stand eine Gestalt vor Alvira.

„Wraz?" fragte sie.

Aber es war nicht Wraz Viran, der sich da in der Öffnung der Tür vor ihr aufgebaut hatte. Es war ein zottiges Wesen, über und über behaart. Es stand auf den hinteren Läufen, hatte sich hoch aufgerichtet und riß das Maul weit auf. Ein Knurren ertönte, und die Kinder schrien auf, als wolle man sie am Spieß rösten.

Ja, und nun glaubte Alvira es deutlich zu sehen. Das Wesen hatte rote, glühende Augen! Und Feuer drang aus seinem Rachen! Es war das Feuer der Hölle.

Alvira schrie so laut, wie sie noch nie in ihrem Leben geschrien hatte. Mit einemmal war er wieder da, ihr alter Mut. Sie griff nach einem Knüppel und hieb damit wie von Sinnen auf das Ungeheuer ein. Dann rammte sie die Tür mit voller Wucht zu. Draußen erklang wieder dieses gräßliche Knurren, dann entfernten sich stapfende Schritte.

„Alvira! Wraz Viran erschien und riß die Tür auf. „Was in aller Welt geht hier vor?

„Er war hier", entgegnete die Frau, die sich inzwischen gefaßt hatte. Ihr Herz klopfte wie verrückt, aber sie war wieder Herr ihrer Reaktionen.

„Er? Es? Wo ist es jetzt?" stieß der Bauer hervor.

„Weggelaufen, erwiderte Alvira. „In die Richtung. Sie wies nach links. „Aber komm lieber herein, du kannst es nicht mehr einholen."

Wraz Viran war bereits verschwunden. Er rannte, so schnell er konnte. Er hetzte durch Wasser und Schlamm und ließ das Haus hinter sich. Und da, ganz plötzlich, sah er die Schreckensgestalt im Aufleuchten eines Blitzes deutlich vor sich!

„Beim Barte des Propheten", stöhnte Wraz.

Grausig war das Monstrum anzusehen. Erst schien es auf allen vieren zu laufen, dann richtete es sich auf und jagte auf zwei Beinen dahin. Ob sich aber ein Schaf in den Krallen dieser Bestie befand, konnte Wraz so schnell nicht erkennen. Das weißliche Licht des Blitzes erlosch wieder.

Wraz lief weiter. Er ging einen flachen Hang hinauf. Vor sich glaubte er ein Grunzen zu hören, dann einen blubbernden Seufzer. Du Biest, dachte er, hoffentlich gleitest du irgendwo aus und brichst dir was.

Es donnerte – eine dröhnende Lawine schien ins Tal zu rollen. Prasselnd ergoß sich der Regen auf das Land. Und wieder zuckte ein Blitz in weiten Verästelungen hinunter. Wraz Viran erkannte die Unheilsgestalt erneut vor sich. Diesmal zögerte er nicht. Er blieb stehen, legte mit der Muskete an und drückte ab.

Aber es gab nur ein Krachen. Das Pulver war naß geworden. Die Ladung zündete nicht. Wraz fluchte und warf die Waffe in den Schlamm. Er lief weiter und zückte sein Schwert.

Es war ein kurzes, krummes Schwert. Er trug es immer bei sich. Man konnte nie wissen, was geschah, wenn man mit der Herde auf der Weide war. Räuber konnten auftauchen, Wegelagerer und Gurgelschneider. Ein Mann mußte stets bewaffnet sein, damit er sich verteidigen konnte.

Einmal hatte Wraz Viran einen Kerl in die Flucht geschlagen, der ihm einen dicken Schafskäse hatte stehlen wollen. Seitdem schien es sich herumgesprochen zu haben, daß mit einem Mann wie Wraz nicht gut Feigen essen war.

Einige Jahre war es sehr ruhig gewesen um das Gehöft der Virans herum. Und jetzt das! Der Scheitan hatte einen seiner Zerberusse ausgesandt, anders konnte es nicht sein.

Unglück war über die Familie hereingebrochen. Doch Wraz wollte dem Unheil ein Ende bereiten. Jetzt, da er das Wesen endlich vor sich hatte, wollte er nicht

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